08: Letzte Stunde der Nacht, Morgenrot, Anhänge

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt der Kapitel Letzte Stunde der Nacht, Morgenrot und den Anhängen schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Wie war der letzte Leseabschnitt - und wie war das Buch?

    Hat Euch die Wendung am Ende überrascht? Hat es sich aus dem ergeben, was zuvor geschehen ist und wie die Figuren auf dem Spielfeld standen?

    Überhaupt, die Figuren ...

    Schattenkult lebt von seinen Protagonisten. Welche davon findet Ihr interessant, welche haben Euch kalt gelassen? Welche von ihnen ängstigen Euch?

    Wie gefällt Euch die Komposition des Romans - alles in einer Nacht, alles in einem Gebäude?

    Was fandet Ihr besonders spannend, welche Passagen hätte es aus Eurer Sicht nicht gebraucht?

    Und was ist mit den Anhängen - habt Ihr die gern gelesen, oder wären andere Dinge interessanter für Euch gewesen?

  • ich habe das Buch mit wachsender Begeisterung gelesen.

    Das kompakte Setting umd die zeitliche Begrenzung wirken sich sehr positiv auf die Dynamik aus.

    Mit dem Ende habe ich teilweise gerechnet, nur die Frage an das Orakel und die Reaktion habe ich beim besten Willen nicht vorher geahnt. Diese Wendung hat mir aber sehr gut gefallen, und sie zeigte wieder einmal wie schnel, Tynay Zusammenhänge erfasst und klug nutzt. Auch die vorherige Wandlung des Orakels fand ich gut, sie erinnerte an manche besessene Orakel, so wie Leomara in Philasson zum Beispiel.

    Das sich selbst Akinea am Ende Tynay fast unterordnet fand ich bezeichnend und deute auf eine grosse Zukunft i Kult für Tynay hin. Allerdings fand ich es interessant das der Sohn nach einem der Monde benannt wurde obwohl diese doch gegen die Magie arbeiten. Sabea und Iotana haben ich nicht mehr sehr überrascht. Schön fand ich Tynays Entscheidung in die Wüste zu gehen um wieder Perspektive zu erhalten was Wasserverbrauch angeht.

    Die Anhänge fand ich wieder gut, vor allem die Schrift von Akinea die die Ränge im Kult gut erklärt. Auch die Inspirationen für die Figuren und Szenen waren spannend zu lesen.

    Fenlinka


    Edit: Ach ja, den endgültige Orakelspruch hat mich stutzig gemacht und ich frage mich ob der was mit Akineta's Kind zu tun haben könnte....

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

    Einmal editiert, zuletzt von Fenlinka ()

  • Mir hat das Ende richtig gut gefallen und mich auch ausgesöhnt. Es war klar, dass Gûndûr in die Falle tappt. Den Gedanken an den Halbgott und Tynay habe ich schon einige Kapitel zuvor gehegt. Spätestens als erwähnt wurde, dass sie noch jungfräulich war. Da bekam ich schon eine Ahnung worauf es hinauslaufen könnte. Dass selbst einem Halbgott die Fleischeslust zum Verhängnis wird, zeigt, wie schwach uns diese animalischen Triebe eigentlich machen und wie angreifbar wir werden. Und ewig lockt das Weib...könnte man sagen. Ein bisschen hatte es etwas von der Vertreibung aus dem Paradies. Verführung zur Sünde durch eine Frau. Tynay bestätigt das mit dem Sinnspruch des Kults: " Erwürge, was du liebst, denn es macht dich schwach."


    Die Nummer mit den Haarnadeln die noch mit Äther getränkt waren, wirklich krass und ganz "Tynay-like" wobei Iotana das auch fertig gebracht hätte. Diese ganze Szenerie erinnerte mich auch an die Paarung einer schwarzen Witwe, die danach ihren Liebhaber (nachdem er sein Werk getan hat) eben mal verspeist.


    Eine Gänsehaut bekam ich bei der Beschreibung, wie Gûndûr auf der überwucherten Bentora chillt. Was für eine Vorstellung. Wie makaber.


    Das Ende war der absolute Clou. Wie Tynay das Orakel in den Wahnsinn treibt...das war wirklich genial. Hat mir sehr gut gefallen. Das lächerliche Erscheinungsbild des Orakels wird auch erklärt und beantwortet mir meine Frage. Und siehe da, Akineta hat ein Mondkind geboren. Einen Jungen und oha, Tynay soll Patentante werden. Na, da bekomme ich doch gleich wieder Kopfkino.


    Ich muss zusammenfassend sagen, dass mich diese Geschichte sehr (heraus)gefordert hat. Stunde 7 und 8 waren mein persönlicher Albtraum de luxe, das kann ich sagen. Noch nie habe ich Geräusche und Gerüche beim Lesen so wahrgenommen, wie bei dieser Geschichte. Ein Gefühlsbad sondergleichen, das mich Kraft gekostet, aber mir auch so viel mitgegeben hat! Im Nachhinein bin ich fasziniert und auch beeindruckt , wie sich alles fügt. Viele Fragen wurden aufgeworfen, die mich auch sicher noch beschäftigen werden.


    Interessant zu lesen, wie andere das erlebt und empfunden haben. Für mich war es ein Auf und Ab und einmal habe ich mich gefragt, ob ich das wirklich noch lesen kann und will, jetzt im Nachhinein bin ich froh, durchgehalten zu haben.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Besonders gut gefallen (und dennoch geängstigt) hat mich die Metamorphose Iotanas. Tynay war mir anfangs sehr nache doch gegen Ende tat ich mich schwer mit ihr. Iotana war mir sympathischer auch, wenn sie so brutal vorging....vielleicht gestand ich es ihr auch einfach zu, weil sie ihre Liebe verloren hatte.

    Sabea blieb etwas blass im Großen und Ganzen. Gûndûr hat mir sehr gut gefallen und ich bin traurig, dass er so enden musste. Tynays Vater hat mir auch sehr gut gefallen, vielleicht war er der menschlichste in dem ganzen Zirkus.

    Kaleto mochte ich nicht, es schüttelt mich wenn ich an ihn denke....ich rieche förmlich seinen Schweiß. Kurz fand ich ihn interessant aber es schlug dann in Ekel um.


    Etwas suspekt erschien mir das Orakel, aber am Ende hat sich das ja irgendwie erklärt.


    Das Bild eines Mikrokosmos hat mir hier auch insgesamt sehr gut gefallen.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Das Ende war dann doch verblüffend. Ich hätte nicht gedacht, dass Tynays das Orakel in den Wahnsinn treibt oder vielleicht sogar umbringt.

    Es hatte sicher einen guten Grund, dass die Fragen bisher immer über die Aesol gestellt und nach ihrer Interpretation auch beantwortet wurden.
    Tynay hat erkannt, dass das Wissen um den nächsten Schattenherren zwar interessant ist, aber keine dauerhaften Auswirkungen haben wird. Ist das Orakel nicht mehr da, wird das Vertrauen der Menschen in ihre Priester und Götter aber nachhaltig gestört und die Schatten damit gestàrkt.


    Die Beschreibung von Gûnnûrs Tod war Mal wieder sehr anschaulich und farbig geschildert.
    Und dann hat sich das Orakel über dieses Geschenk auch noch richtig gefreut. War halt mal was anderes;)


    Am besten gefallen habt mir Tynay. Sie beweist zunehmend Stàrke und Voraussicht, verliert aber nie den Respekt vor der Wüste und den Lehren die sie aus ihrem Leben dort gezogen hat.


    Gûnnûr mochte ich auch. Von allen unterschätzt und auf seine körperliche Stärke reduziert ist er doch nicht so dumm wie alle ihn gern hätten. Auch wenn zuletzt auf Tynay und die Verlockungen des Amuletts reinfällt.

    Am meisten Angst gemacht hat mir Iotana. Ihre Wandlung ist so komplett und erschreckend. Findet leicht naiven ,fröhlichen,dauerverlebten Tänzerin zu einer grausamen Rächerin und bald wohl glühenden Anhängerin des Schattenkultes. Sie wird es dort weit bringen.
    Tynay mag aufpassen, dass sie nicht zur Konkurrenz wird.

    Sabea wird immer eine Handlangerin bleiben, sie wird weiter alles tun um zu gefallen, aber hat nicht das Zeug aufzusteigen.


    Wie schon in der Schattenherren-Triligie haben mir auch hier die Vignetten vor und in den Kapiteln gut gefallen.

  • Auch zum zweiten Mal hat es mich gepackt und ich habe die anderen Bücher vernachlässigt, um diese Nacht zu einem Ende zu bringen. Die Idee eine unlösbare Frage zu finden, die einen der die Wahrheit sprechen muss sprachlos macht, ist nicht neu, aber wie sie hier erdacht wird ist so logisch wie konsequent und zeigt, dass Tynay nicht nur einfach in die Finsternis gegangen ist, sondern, dass sie dies bewusst getan hat und all ihr Wissen eingebracht hat. Ihre Überlegungen finden jetzt ihren Höhepunkt. Eigentlich ist Tynay jetzt wirklich allen überlegen. Das spürt auch die Nachtsucherin, nichts anderes beinhaltet doch Tynay die Patenschaft über das Kind anzutragen.

    Am meisten Angst gemacht hat mir Iotana. Ihre Wandlung ist so komplett und erschreckend. Findet leicht naiven ,fröhlichen,dauerverlebten Tänzerin zu einer grausamen Rächerin und bald wohl glühenden Anhängerin des Schattenkultes. Sie wird es dort weit bringen.

    War sie je eine naive usw. Tänzerin? Ich finde, eine Verliebtheit hält nicht so lange. Diese Fixierung auf einen Mann, den sie als kleines Mädchen kennengelernt hat und dann Jahre nicht gesehen hat. Sie ist überall herum gereist und dabei erwachsen geworden. Da kommt es doch schon komisch vor, wenn sie an dieser Liebe hängen bleibt. Hat das nicht was fanatisches? Ich glaube auch nicht, dass sie es weit bringen wird, denn sie ist auch in ihrer Rache sehr gradlinig und wie wir im Anhang lesen, das ist gefährlich in den Schatten.


    Das Ende ist einfach genial. Eigentlich ist es fast ein Happy-End, wenn es in der Darkfantasy so was gibt. Die Protagonistin überlebt und ein Orakel, was sich in das Leben der Menschen eingemischt hat ist ruhig gestellt.:)


    Im Anhang habe ich mit Freude gelesen, dass Krull Einfluss gehabt hat. Ich habe die ganze Zeit an den Film denken müssen, der erste Fantasy Film, den ich nach der Wende gesehen habe. Er ist bis heute einer meiner Lieblingsfilme. Ich habe allerdings nicht bei den schwarzen Augen an den Film gedacht, das hatte ich schon wieder vergessen,sondern bei dem Orakel, denn dort stirbt ja ein Zentaur und der fühlte sich sehr betrogen, weil er statt der Zukunft nur den Zeitpunkt seines Todes erfahren hat. (Ja ich weiß, das kommt aus der Sage aber aus dem Film ist es mir in Erinnerung geblieben. Zusammen mit den Szenen um die schwarze Witwe)

    Erstaunlich, wieviele Einflüsse da eingegangen sind und noch erstaunlicher, dass Bernd sich dessen so bewusst ist.

    Das mit dem Hasenkopf umdrehen. Ja, ich finde das auch grausam und man denkt es wäre für Kinder noch schlimmer, dabei scheinen Kinder vieles einfacher zu sehen.

  • Wie befürchtet, erlebt auch Gûndûr nicht das Ende der Nacht. Obwohl Tynay seinen Kopf braucht, nimmt sie sich noch die Zeit, bei ihm Zweifel wecken zu wollen.


    Bah, und dann macht sie ihm mit den Haarnadeln den Garaus. "Sie bewegte die Haarnadeln in großen Kreisen, als rührte sie Brei in einem Topf um." Igitt!! Bernd, echt, dass Bild kriege ich schon den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf <X


    Ich war mir ja nicht sicher, wie Iotana reagieren würde, dass Tynay den Halbgott umgebracht hat, denn sie hätte ihn ja gerne genauso zu Tode gequält wie Tennatos Bruder. Andererseits hätte sie mit Gûndûr sicherlich nicht so ein leichtes Spiel gehabt.

    Und mit dem Blut des Halbgottes in sich ist Tynay in der Lage, den Kopf regelrecht "abzudrehen".

    Richtig makaber ist der Abschnitt, nachdem Gûndûrs Blut als Schwall ins Gras stürzt: "Sie nahm sich vor, bei nächster Gelgenheit eine Wanderung in den Dünen zu unternehmen, um die Wertschätzung für das Wesentliche zurückzugewinnen. Diese Verrohung passte zu den dekadenten Stadtbewohnern, nicht zu einer Tochter der Wüste." Ist klar, die Verschwendung des Blutes ist eine Verrohung, die Tötung bzw. die Art der Tötung eines Halbgottes und der anderen Menschen dagegen ist ganz normal.


    Dass das Orakel auch bei Schädel des Halbgottes in Entzücken ausbricht, war dann nicht mehr so überraschend.


    Nicht nur, dass Tynay es in dieser letzten Stunde schafft, einen Halbgott zu töten, sie schafft es auch als "Sahnehäubchen" das Orakel in den Wahnsinn zu treiben!

    Ich muss gestehen, dieser Schachzug war extrem clever von Tynay und nötigt mir echt Respekt ab, zumal sie nicht viel Zeit zum Überlegen hatte. Aber für sie hat es sich voll und ganz ausgezahlt.


    Die Nacht hat sie als Adepta begonnen, deren Lebenspanne extrem verkürzt war, da sie eine Osadra wecken sollte. Am Ende der Nacht lebt sie nicht nur, sondern geht deutlich gestärkt vor, wird von Sabea und Iotana als Führungskraft akzeptiert und wird sogar von Akineta gebeten, Patin für ihr Mondkind zu sein! Immerhin hätte Bentora eigentlich Patin werden sollen. Und wie Yunkai treffend feststellt: "Du bist wahrhaft böse."


    Wenn es Tynay schlau anstellt, hat sie eine große Zukunft im Kult vor sich. Begegnen möchte ich allerdings allen drei Mädels lieber nicht.


    Genauso spannend wie das Buch finde ich auch die Anhänge, die uns Einblicke in den Schaffensprozess des Romans geben. Spannend fand ich, dass dich, Bernd, ein Foto zu Tynay inspiriert hat. Und dass einige Liedtexte so starken Einfluss hatten.

    Interessant finde ich auch die "Schwierigkeiten", mit denen man als Leser so gar nicht rechnet, wie z.B. dass du "Monat" nicht mit "Mond" bezeichnen konntest, wegen der drei Monde.

  • Schattenkult lebt von seinen Protagonisten. Welche davon findet Ihr interessant, welche haben Euch kalt gelassen? Welche von ihnen ängstigen Euch?

    Wer mich ängstigt, ist recht einfach zu beantworten: Tynay und Iotana. Sabea sehe ich nicht als soooo gefährlich an - aber genau das könnte ein Fehler sein.


    Wirklich kalt gelassen hat mich keine der Figuren, auch nicht der schwache Qualiz und seine Leute. Ich muss gestehen, dass ich bei ihm zwischen Mitleid und Verachtung geschwankt habe, als er sich am Ende doch wieder den Ondriern zugewandt hat. Ich gebe zu, die Verachtung war sogar etwas stärker: wer möchte schon solche wankelmütigen Verbündete haben!


    Wie gefällt Euch die Komposition des Romans - alles in einer Nacht, alles in einem Gebäude?

    Was fandet Ihr besonders spannend, welche Passagen hätte es aus Eurer Sicht nicht gebraucht?

    Eine Handlung, die in einer Nacht, in einem Gebäude und mit einer übersichtlichen Anzahl an Figuren auskommt, fand ich schon damals schon vor dem ersten Lesen sehr faszinierend und hätte schon ausgereicht, genau deswegen das Buch zu lesen. Dieser "experimentelle Rahmen" hat mich damals sehr neugierig auf das Buch gemacht.


    Hat Euch die Wendung am Ende überrascht? Hat es sich aus dem ergeben, was zuvor geschehen ist und wie die Figuren auf dem Spielfeld standen?

    Beim ersten Lesen hat mich damals auch Wendung mit dem wahnsinnig gewordenen Orakel total überrascht, damit hatte ich nicht gerechnet.


    Tynay hat erkannt, dass das Wissen um den nächsten Schattenherren zwar interessant ist, aber keine dauerhaften Auswirkungen haben wird.

    Vor allem hätte das für sie kaum einen Vorteil gebracht.


    Wie schon in der Schattenherren-Triligie haben mir auch hier die Vignetten vor und in den Kapiteln gut gefallen.

    Ja, die Vignetten fand ich wieder sehr gelungen.


    Das mit dem Hasenkopf umdrehen. Ja, ich finde das auch grausam und man denkt es wäre für Kinder noch schlimmer, dabei scheinen Kinder vieles einfacher zu sehen.

    Das stimmt, Kinder sehen solche Dinge viel normaler an.

  • Das war ja vielleicht eine Nacht. Ich glaube, wenn ich das Buch in einem Rutsch gelesen hätte, wie ich es sonst ohne Leserunden mache, hätte ich auch Alpträume davon bekommen. So konnte ich aber immer mal wieder zu einem anderen Buch wechseln, damit die Schatten mich nicht ganz vereinnahmen. Obwohl ich mir zeitweise schon ein wenig Sorgen gemacht habe... :o


    Ich glaube, es war auch gut, Schattenkult nach der Trilogie zu lesen. Man wusste ja nun schon, zu was die Schattenherren fähig sind und was den Kult ausmacht. Schattenkult ist eindeutig eine Steigerung und man sollte auf jeden Fall eine Warnung aussprechen. Das Lesen dieses Buches könnte seelische Verrohrung zur Folge haben. :totlach:


    Das Ende hat mich überrascht und wiederum auch nicht. Um Gundur tut es mir nach wie vor leid. Er hat mir als Charakter gut gefallen und ich hätte mir natürlich für ihn noch ein anderes Ende gewünscht. Aber wir sind ja bei der Dark Fantasy. Da darf nichts Gutes überleben.


    Das das Orakel durch Tynays Frage in den Wahnsinn getrieben wurde, fand ich einfach nur genial. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.


    Eine Gänsehaut bekam ich bei der Beschreibung, wie Gûndûr auf der überwucherten Bentora chillt. Was für eine Vorstellung. Wie makaber.

    Oh ja, das war wirklich sehr makaber. Ich glaube, dass Tynay dieses besondere Szenario durchaus genossen hat.

    Und dann hat sich das Orakel über dieses Geschenk auch noch richtig gefreut. War halt mal was anderes ;)

    Na, so einen Kopf von einem Halbgott hat ja auch nicht jeder. Und er war sicherlich sehr eindrucksvoll. Nur schade, dass das Orakel dieses Geschenk nun nicht mehr genießen kann.

    Richtig makaber ist der Abschnitt, nachdem Gûndûrs Blut als Schwall ins Gras stürzt: "Sie nahm sich vor, bei nächster Gelgenheit eine Wanderung in den Dünen zu unternehmen, um die Wertschätzung für das Wesentliche zurückzugewinnen. Diese Verrohung passte zu den dekadenten Stadtbewohnern, nicht zu einer Tochter der Wüste." Ist klar, die Verschwendung des Blutes ist eine Verrohung, die Tötung bzw. die Art der Tötung eines Halbgottes und der anderen Menschen dagegen ist ganz normal.

    Ja, da musste ich ein wenig schmunzeln. Da sieht man mal wieder, wie der Schattenkult und ganz besonders Tynay gewisse Dinge bewertet. Jeder bastelt sich die Welt, wie es einem am besten gefällt.

    Ich muss gestehen, dieser Schachzug war extrem clever von Tynay und nötigt mir echt Respekt ab, zumal sie nicht viel Zeit zum Überlegen hatte. Aber für sie hat es sich voll und ganz ausgezahlt.

    Mir auch. Sie ist wirklich aus sich heraus gewachsen. Für mich eindeutig die stärkste Figur in diesem Roman und neben Gundur auch meine Lieblingsfigur. Von Sympathie kann man da sicherlich nicht sprechen, aber Respekt trifft es schon ziemlich genau. Sie war so stark, dass die anderen Figuren fast zur Nebensache wurden. Aber sicherlich hatten alle Figuren ihre Berechtigungen. Man brauchte ja auch ein paar Opfer.


    Es war wirklich durchgehend spannend, manchmal echt fies und eklig und auf jeden Fall mit sehr dunkler Gesinnung.


    Die Anhänge und die Zeichnungen fand ich wie immer super schön und sehr aufschlussreich. Ich liebe auch Nachworte, wo man ein wenig hinter die Kulissen schauen kann. Auch das Cover gefällt mir ausgesprochen und und spiegelt für mich Tynay zu 100 % wieder.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Das herbe und knabenhafte bezog ich eigentlich auf den Körper. Vom Gesicht her stelle ich sie mir schon schön vor.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Entschuldigung, dass ich es leider dank Arbeit und Heinzcon jetzt erst schaffe zu schreiben.


    Das Buch ist definitiv eines, dass mich gefesselt hat und mir inhaltlich sehr gut gefällt. Genau dieses kompakte Zuspitzung, das zunehmende Tempo und die funktionierenden Figuren sind in meinen Augen der Grund dafür. Der Autor hat es geschafft, den Spannungsbogen kontinuierlich zu steigern. Tynays Sieg, ihre kalte Logik und das Ergebnis sind schlüssig. Iotana ist in die Schatten getreten, Sabea hat ihren Platz akzeptiert. Die Art, das Orakel auszuschalten war exquisit. Einzig das Ende will mir nicht gefallen. Es lässt zu viele Fragen um Tynays Karriere offen. Ich hoffe für Sie, dass Sie Ihren Weg findet und selbst zur Schattenherren wird. Zumindest die Nachtsucherin scheint ähnliche Erwartungen an sie zu haben.


    Erstaunlicherweise muss ich das mit der Unfruchtbarkeit überlesen haben. Es wäre doch eine Ironie gewesen, wenn Tynay schwanger geworden wäre und es ihr wie Gûndûrs Mutter ergangen wäre nach dem Triumpf. Ich fürchte, die Schatten färben ab :)


    Danke für dieses tolle Buch.