07: 11. Stunde der Nacht

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  • Natürlich interessiert mich auch hier, wie Euch der Leseabschnitt gefallen hat. Die wilde Flucht, die Erkenntnis zur Zehn, der Tanz ...


    Aber auch die Frage nach dem Ende muss hier kommen: Was glaubt Ihr denn nun, wie es ausgeht?

    Ist Tynay verrückt geworden? Oder ist sie aus Berechnung übergelaufen? Oder verhält es sich ganz anders, als es scheint?

    Die letzte Stunde der Nacht liegt noch vor uns. Welchen Sieger wird sie sehen - und was wird das Orakel prophezeien?

  • Der plötzliche Umschwung von siegessicher zur Erkenntnis das die Portale entdeckt wurden war überraschend aber gefiel mir gut. Ich mag es wenn der Leser nicht alles erfährt und weiss.

    Auch das die Jäger zu gejagten wurde war gut. Iotana scheint mittlerweile ganz in den Schatten zu sein und nahe des Wahnsinnes. Die Räumlichkeiten des Orakels fand ich untergebracht, aber auch etwas zu hell, und mit der Finsternis auf der gelben Kuppel sind nun alle beschriebenen Bereiche des Palast genutzt. Das ist fast etwas schade da es wirkt als sei das Mysterium nun gelöst.

    Die Wirkung der Finsternis auf die drei Mädchen war interessant unterschiedlich. Die vorherige Zweiflerin fühlt sich gestärkt, die gelehrtere Adeptae scheint keine Veränderung zu spüren und Iotana nähert sich weiter dem Wahnsinn.

    Der Plan mit den verkleideten Kämpfern konnte nur schief gehen, aber das hat Tynay messerscharf einkalkuliert.

    Ich glaube nicht das die drei Mädchen übergelaufen sind, ich glaube das die Männer eine Ablenkung waren und habe immer noch Sorgen um Gundurs Leben. Tynays Haarnadeln sind lang spitz und ..... klebrig? Ob das der letzte Nachäther ist?

    Zum Orakelspruch habe ich keine Ahnung was der brjngen mag.

    Ich bin gespannt auf den Rest, schade das das Buch fast zuende ist.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Beitrag von od ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Falsches Kapitel ().
  • Wie Fenlinka schreibt, kündigt das steigende Tempo den Klimax der Geschichte an. Ich finde die Idee, des Tors in den Schatten sehr gut - hier zeigt sich wiedereinmal, wie weit Tynay den anderen in ihrer Denke voraus ist.


    Ich trauere etwas um den kleinen Jungen. Dieser war stehts Opfer - er ist glaube ich der einzige, für den ich wirklich Mitleid empfinde.


    Bin ich der einzige, der das Ende von Tynays Vater gnädig findet? Er ist einem Arriek (genau wie der Barbar) würdig gestorben.


    Der Trick mit dem Amulett ist großartig - ich hatte erwartet, dass es noch eine bedeutende Rolle spielt.

  • Die Wirkung der Finsternis auf die drei Mädchen war interessant unterschiedlich.

    Da wollte ich aufzeigen, wie vielfältig die Wege in die Finsternis sind. In gewisser Weise bietet sie tatsächlich Freiheit ... allerdings immer in einer Variante, die in Bosheit und Zerstörung endet.


    Tynays Haarnadeln sind lang spitz und ..... klebrig? Ob das der letzte Nachäther ist?

    Tja, wer weiß ...? ;)


    schade das das Buch fast zuende ist.

    Wenigstens bietet die erweiterte Edition noch ein bisschen "Nachklapp" im Sinne von Anhängen. :trost:


    Ich finde die Idee, des Tors in den Schatten sehr gut - hier zeigt sich wiedereinmal, wie weit Tynay den anderen in ihrer Denke voraus ist.

    Ja, obwohl sie weniger "formale Bildung" genossen hat als Sabea, versteht sie die Finsternis dank ihres intuitiven Zugangs sehr gut.


    Der Trick mit dem Amulett ist großartig

    Auch das funktioniert wiederum nur, weil die Figuren in diesem Roman so komponiert sind. Wäre Tynay männlich gewesen, hätte sie eine andere Lösung finden müssen, weil sie dann selbst mit voller Wucht der Wirkung des Amuletts verfallen wäre.

  • Kileeßa fällt auf wie sehr Iotana sich verändert hat. "....als wäre der Mensch hinter diesen Augen ausgetauscht worden...."

    Iotana empfindet keine Reue, als sie sich an ihre Taten erinnert.


    Tynay ist davon überzeugt, dass sie ihren Kopf aus der Schlinge ziehen kann, wenn sie den Kopf des Halbgottes darbringen wird.


    "Wenn sich außerhalb der göttergeschaffenen Welt die Dünen einer ganzen Wüste des Chaos türmten, fasste ein menschliches Herz nur so wenig Sand, wie in ein Uhrglas passte. Es gab zahlreiche Berichte von Wagemutigen, denen diese Wirklichkeiten den Verstand zerrissen hatten." Dieser Denkansatz hat mir sehr gut gefallen.


    Ich fiebere mit Gûndûr. Sehe ihn mit den Fingern trommelnd auf seinem Thron sitzen. Ein schönes Bild.


    Dann fällt der Satz, der mir ohnehin schon länger durch den Kopf schwirrt. "Der Regenbogenpalast ist ein Sinnbild für unsere Welt", murmelte Tynay. "...…….über all das, für alle unsichtbar, nur für wenige zu finden, haben die Baumeister die Finsternis gesetzt...….…………...Er wird unwissend bleiben." Diese Stelle bringt die Geschichte für mich auf den Punkt.


    Die unentwegten sexuellen Ausführungen ergeben nun immer mehr einen Sinn. "Die Urkraft, neben der alles Geschaffene, jeder Mensch, auch Tynay selbst und erst recht ihre Triebe lächerlich wurden." Vielleicht werden sie deshalb so oft so überzeichnet, um das noch deutlicher zu machen.


    Iotana rechnet mit der Liebe unter den Menschen ab. "Ich will sie leiden sehen. Sie und alle Menschen, die sie lieben, sollen vor Schmerzen schreien...……."


    Tynay macht ihren Standpunkt nochmal unmissverständlich klar Sabea gegenüber und droht ihr, nicht zu versuchen, sie aufzuhalten.


    Interessant wie der Autor immer wieder die weiblichen Verhaltensweisen analysiert und beschreibt. Die Beschreibungen wie Hüften schwingen, Brüste herausgestreckt werden...….wie kann ein Mann so etwas wissen?8o Iotana...nie war sie so stark wie in jener Nacht.


    Dass Gûndûr alle vor dem Orakel vertreten will, hat mich überrascht und gefreut. Dennoch zweifelt und hadert er mit sich selbst. Wie er selbst darüber nachdenkt, dass niemand ihm Traurigkeit zugestehen kann, hat mich berührt. Und dann schnappt die Falle zu. Er wittert die Gefahr und schlägt sich erst tapfer, aber dann treten die drei Damen auf...…..UND auch Gûndûr erliegt den Trieben, spürt den Drang seiner Männlichkeit....und man denkt nur Mist der Wurm ist am Haken. Tynay hängt ihm berechnend das Amulett um.


    Ich zittere um Gûndûr...………...vieles fügt sich nun und ich verstehe, warum ich durch Stunde 7 und 8 durch musste.....die Metamorphose der Iotana musste so radikal beschrieben werden und auch der Weg Tynays……


    Na, mal sehen, was jetzt noch kommt...…..

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Tynay ist davon überzeugt, dass sie ihren Kopf aus der Schlinge ziehen kann, wenn sie den Kopf des Halbgottes darbringen wird.

    Wenn das so ist, kann man sie eigentlich schlecht verurteilen, oder? ;)

    Ich meine, wenn sie denkt: Das ist die einzige Möglichkeit, wie ich selbst lebend hier herauskomme - ist ihr mörderisches Treiben dann so etwas wie Selbstverteidigung? Gibt es dafür eine Grenze? Kann man einem Menschen zumuten, gar von ihm verlangen, dass er sein eigenes Leben aufgibt, damit andere nicht zu Schaden kommen?


    Iotana rechnet mit der Liebe unter den Menschen ab. "Ich will sie leiden sehen. Sie und alle Menschen, die sie lieben, sollen vor Schmerzen schreien...……."

    die Metamorphose der Iotana musste so radikal beschrieben werden und auch der Weg Tynays……

    Da stellst Du schöne Betrachtungen an. Wenn man überlegt, wie Iotana, Tynay, Sabea (aber auch viele andere Figuren) in die Nacht gestartet sind - dann haben sie sich durch die Ereignisse schon ziemlich gedreht, oder?

  • Naja.....generell kann man wohl niemandem vorwerfen, wenn er seine eigene Haut retten will. Aber sie wird ja nicht unmittelbar bedroht, sie trifft diese Entscheidung, den Halbgott töten zu wollen, ja rein vorsorglich. Verlangen kann man es wohl nicht. Ich glaube nicht, dass ich jemandem Leid zufügen könnte, um mein Leben geschont zu wissen. Allerdings würde ich diese Frage anders beantworten, wenn es um das Leben eines meiner Kinder ginge. Das ist das Schlimmste was ich mir vorstellen kann, denn dann würde ich tatsächlich zum Mörder werden, weil das Leben meines Kindes für mich schwerer wiegen würde. Was absurd ist, da von außen betrachtet ein Menschenleben nicht gegen ein anderes aufzuwiegen ist! Trotzdem würde ich mich immer vor mein Kind werfen und dann würde ich über mich hinauswachsen und etwas Schlimmes tun. Gut, dass ich wohl nie in die Situation kommen werde. Nicht auszudenken.

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Naja.....generell kann man wohl niemandem vorwerfen, wenn er seine eigene Haut retten will. Aber sie wird ja nicht unmittelbar bedroht, sie trifft diese Entscheidung, den Halbgott töten zu wollen, ja rein vorsorglich.

    Es ist aber durchaus eine weise Voraussicht. Es ist schon so, dass sie ein besonderes Geschenk für das Orakel benötigt, um die Frage der Ondrier beantwortet zu bekommen. Denn nur das rettet sie ( eventuell) vor den Folgen einer Paares verloren zu haben.

    Ob das Orakel nun den Kopf des Halbgötter als so tolles Geschenk ansieht... Naja.

    Da kommt die "schöpferische Kraft", die Gûnnûr im Tanz erkennt, auch beim Orakel besser an die zerstörerische,

    die dem Tod des Halbgottes innewohnt. Aber wer weiß, was dem Bärchen gefällt;)

  • Die Flucht war geradezu atemberaubend. Es war ja fast zu erwarten, dass die Funktionsweise der Tore nicht das Geheimnis der Mädels bleiben wird, die anderen sind ja auch nicht blöd. Vielleicht haben sie auch einen kleinen Tipp von den eher unparteiischen Aesol bekommen um etwas Spannung in die Sache zu bringen.

    Die Idee, dass das Tor in die Finsternis nicht nur mit Blut, sondern auch damit verbundenen Emotionen zu öffnen ist, ist genial. Zeigt sie doch, dass diese Finsternis, den Schatten ganz ähnlich ist, die ja letztlich auch ein der der Welt sind, die mit den verschiedenen Räumen des Regenbogenpalastes verkörpert wird.

    Tanya ist die Einzige,die in der Lage ist, das große Ganze zu erkennen. Sabeas ist doch eher einfach gestrickt und eher ein folgsamer Anhänger des Kultes als jemand der selbst denkt, Iotana ist endgültig den Schatten anheim gefallen, aber zu sehr in ihrer Rache gefangen, als dass sie das alles interessiert.


    Um die beiden Arriek tut es mir leid. Aber sie hatten den Kampf den sie sich gewünscht hätten und sind ehrenvoll gestorben, also wären sie wohl zufrieden wenn man sie fragen könnte. Tanya wusste allerdings genau, dass die beiden ein Opfer auf ihrem Weg an Gûnnûr heranzukommen ist. Sie hat erkannt, dass der Halbgott ja ich nur ein Kerl ist und an seinen Gelüsten zu packen ist - mit etwas Einhorn-Unterstützung.


    Bleiben überhaupt noch viele übrig, die das Orakel befragen können? Oder ist das Fazit, je mehr alle sich zu übertreffen versuchen um das Wohlwollen des Orakels zu erhalten, schaden sie anderen und sich selbst nur und wer zum Schluss übrig bleibt , hört nur, wegen seiner Rücksichtslosigkeit bekommt er jetzt nix?

  • "Die Urkraft, neben der alles Geschaffene, jeder Mensch, auch Tynay selbst und erst recht ihre Triebe lächerlich wurden."

    Ja, das fühlt man in dieser Szene. Zumindest ich. Das Weltall ist schwarz und unendlich in Zeit und Raum, was sind wir dagegen. Diese Sicht auf die Welt und unsere Winzigkeit kann verschiedene Folgen haben. Bei Tynay ist es wie bei Dem Wecken der Osadra, da war es ihre Wüste und deren Macht, die ihr die Ruhe gegeben hat. Jetzt ist es diese Finsternis, die viel größer ist als die Wüste und viel Majestätischer, aber auch den Menschen gegenüber viel gleichgültiger. Daraus kann Tynay Kraft schöpfen, andere zerbrechen daran. Da brauchen wir nicht in die Fantasy zu gehen um das zu glauben.

    Ich meine, wenn sie denkt: Das ist die einzige Möglichkeit, wie ich selbst lebend hier herauskomme - ist ihr mörderisches Treiben dann so etwas wie Selbstverteidigung? Gibt es dafür eine Grenze? Kann man einem Menschen zumuten, gar von ihm verlangen, dass er sein eigenes Leben aufgibt, damit andere nicht zu Schaden kommen?

    Ich finde schon, dass sie ein Recht hat um ihr Leben zu kämpfen und die Gleichgültigkeit der Finsternis erlaubt es ihr jede Moral über Bord zu werfen, weil sie auf sich gestellt ist und niemandem anderen Rechenschaft schuldet.

    Um die beiden Arriek tut es mir leid. Aber sie hatten den Kampf den sie sich gewünscht hätten und sind ehrenvoll gestorben, also wären sie wohl zufrieden wenn man

    DAs sehe ich auch so.

  • Es war ja fast zu erwarten, dass die Funktionsweise der Tore nicht das Geheimnis der Mädels bleiben wird, die anderen sind ja auch nicht blöd.

    Wenn ich Romane lese oder Filme schaue, finde ich es immer schade, wenn die Protagonisten nur deswegen siegen, weil ihre Gegner dumm agieren. Das versuche ich zu vermeiden.

    Tynay wusste allerdings genau, dass die beiden ein Opfer auf ihrem Weg an Gûnnûr heranzukommen ist.

    Sicher, so hat sie es geplant.

    Eine Frage ist, ob die beiden Arriek auch dann mitgemacht hätten, wenn sie von diesem Plan gewusst hätten. Vielleicht hätten sie das getan - sie haben ja darauf gedrängt, ihren Kampf zu bekommen ...

    Das Weltall ist schwarz und unendlich in Zeit und Raum, was sind wir dagegen.

    Jetzt ist es diese Finsternis, die viel größer ist als die Wüste und viel Majestätischer, aber auch den Menschen gegenüber viel gleichgültiger. Daraus kann Tynay Kraft schöpfen, andere zerbrechen daran.

    Nun ist das Weltall, wie wir es kennen, zwar nicht die Finsternis, aber den Vergleich finde ich dennoch sehr gelungen. Am Ende des Tages reiten wir auf einem Staubkorn durchs Nichts, und das Weltall zeigt kein Interesse an uns. Weder zeitlich noch räumlich besitzt der Planet Erde irgendeine Relevanz. Manche Menschen finden das erschreckend. Ich dagegen finde das tatsächlich tröstlich: Selbst, wenn wir die Erde zerstören würden (was wir nicht können - wir können sie allenfalls für Menschen unbewohnbar machen), hätte das im universellen Kontext schlicht übehaupt keine Bedeutung. Wir können also nichts Wesentliches kaputtmachen. :)

  • Nun ist das Weltall, wie wir es kennen, zwar nicht die Finsternis, aber den Vergleich finde ich dennoch sehr gelungen. Am Ende des Tages reiten wir auf einem Staubkorn durchs Nichts, und das Weltall zeigt kein Interesse an uns. Weder zeitlich noch räumlich besitzt der Planet Erde irgendeine Relevanz. Manche Menschen finden das erschreckend. Ich dagegen finde das tatsächlich tröstlich: Selbst, wenn wir die Erde zerstören würden (was wir nicht können - wir können sie allenfalls für Menschen unbewohnbar machen), hätte das im universellen Kontext schlicht übehaupt keine Bedeutung. Wir können also nichts Wesentliches kaputtmachen. :)

    Naja "Wesentlich" ruht immer im Auge des Betrachters, und als Mensch finde ich die menschliche Existenz schon wesentlich, egal ob das das Universum juckt oder nicht ;)

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Da wendet sich das Blatt und die Ondrier sind auf der Flucht. Das war schon spannend und ich wusste beim Lesen gar nicht so recht, zu wem ich halten soll.


    Auch die Entdeckung der 10

    Gundur ist für mich hier der ehrlichste Charakter und um ihn täte es mir wirklich leid. Ich befürchte allerdings, dass Tynay einen perfiden Plan schmiedet. Die Beschreibung, wie sie sich ihr Haar mit den Haarnadeln zurecht steckt, ist auffällig. Und Haarnadeln mit dem Nachtäther getränkt kann gefährlich werden. Am Kopf hat man ja so einige Öffnungen, die empfindlich sind. Und da sie das Amulett einsetzt und alle sich ihren Trieben hingeben, wird der Verstand, der eventuell Schlimmes verhindern könnte, auf Eis gelegt. Und Gundur ist ja leider kein Schnelldenker.


    Was glaubt Ihr denn nun, wie es ausgeht?

    Ich befürchte, die drei Damen werden es irgendwie schaffen und dem Orakel Gundurs Kopf bringen. Allerdings habe ich keine Idee, wie das Orakel darauf reagiert.

    Bin ich der einzige, der das Ende von Tynays Vater gnädig findet? Er ist einem Arriek (genau wie der Barbar) würdig gestorben.

    Nein, ich finde auch, dass es für den Vater ein ehrliches Ende war. Er hat gegen einen Halbgott gekämpft. Das war das Beste, was er in dieser Situation hätte erreichen können. Um ihn tat es mir auch leid, vielleicht weil er in diesem Buch der Menschlichste war.

    Dann fällt der Satz, der mir ohnehin schon länger durch den Kopf schwirrt. "Der Regenbogenpalast ist ein Sinnbild für unsere Welt", murmelte Tynay. "...…….über all das, für alle unsichtbar, nur für wenige zu finden, haben die Baumeister die Finsternis gesetzt...….…………...Er wird unwissend bleiben." Diese Stelle bringt die Geschichte für mich auf den Punkt.

    Den fand ich auch schön und stellt die Welt sozusagen komprimiert da.


    Nun befürchte ich, dass sich die Finsternis gänzlich über alle legen wird und die drei Damen eine neue Ära einleiten werden.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • als Mensch finde ich die menschliche Existenz schon wesentlich,

    Schon, aber des ist eben ein sehr auf uns zentriertes Weltbild. Wir können unseren Lebensraum zerstören und die Erde für uns uns alle Lebewesen, die uns einigermaßen ähnlich sind, unbewohnbar machen. Klar, das ist für uns schon massiv ...

    Aber eben nur "für uns". Wenn man sich in den riesigen Weiten des Weltalls einen Beobachter vorstellt, der auch nur ein kleines Bisschen von uns entfernt wäre - in einem benachbarten Sonnensystem, oder auch nur auf einem anderen Planeten unseres Sonnensystems, oder der ein Millionstel der Lebensdauer des Universums vor uns oder nach uns lebt ... Ein solcher Beobachter würde zum Beispiel von einem erdumspannenden Atomkrieg schlicht nicht betroffen sein. Er würde noch nicht einmal etwas davon merken. Er wüsste von vornherein gar nichts von unserer Existenz. Und das gilt für alle Beobachter an nahezu allen Orten des Universums bzw. zu nahezu allen Zeiten ... Wir sind - kosmisch betrachtet - vollkommen irrelevant.

    Die Beschreibung, wie sie sich ihr Haar mit den Haarnadeln zurecht steckt, ist auffällig.

    An Euch kann man wirklich gar nichts vorbeischmuggeln! :lupe:


    Nun befürchte ich, dass sich die Finsternis gänzlich über alle legen wird und die drei Damen eine neue Ära einleiten werden.

    Wenn man bedenkt, dass Tynay zu Beginn noch nicht einmal hoffen durfte, diese Nacht überhaupt zu überleben, ist das schon eine ziemliche Karriere, die sie innerhalb einer Nacht hingelegt hat. ;)

  • Als sich Kileeßa mit Iotana zu Beginn dieses Abschnitts unterhält, wird klar, wie sehr sich die junge Frau von ihren Leuten entfernt hat, sie redet von ihnen ja inzwischen auch von ihren Feinden.

    Die Tanzmeisterin sieht den Wahnsinn und/oder die Mordlust in den Augen ihrer Tänzerin, kann es aber nicht benennen. Kein Wunder, denn so wie sie Iotana immer erlebt hat, ist es auch schwierig, sich vorzustellen, dass sich Iotana derart der Finsternis hingegeben hat.


    Inzwischen sind die Nicht-Ondrier dahinter gekommen, was es mit den Kammern auf sich hat. Rührend fand ich ja, wie Hizekel Rando als Kind behandelte und nicht als Feind.


    Und plötzlich stehen die drei Mädels im Wohnzimmer des Orakels :totlach: und hier werden die Aesol zum zweiten Mal, nach dem Beseitigen des Risses in der Realität, ziemlich deutlich, dass die Drei schleunigst wieder zu verschwinden haben.


    Tja, und dann stellt sich heraus, dass es zehn Farben geben muss - und um in die Finsternis zu gelangen, muss man mal wieder auf ganz typische ondrische Art und Weise vorgehen. Nix mit einfach etwas Blut auf das Relief :totlach:


    Spannend finde ich, wie Tynay erkennt, dass der Regenbogenpalast ein Sinnbild für die Welt ist und welche Rolle dabei die Finsternis spielt. Ich finde das ziemlich treffend, auch dass die Finsternis für alle unsichtbar ist und eben nicht so einfach zu finden ist. Man muss bereit sein, eine bestimmte Grenze zu überschreiten, erst dann kann man dorthin gelangen.


    Immer wieder spannend finde ich die Selbstreflexionen von Gûndûr, dass er nicht mal den Ondriern zürnt, sondern es als deren gutes Recht ansieht, in einem Krieg ebenfalls Feinde zu töten. Man kann ihm wohl eher nicht vorwerfen, dass er Fehler aus blindem Hass heraus macht. Gleichzeitig fühlt er sich einsam und weiß, dass er als Halbgott diese Gefühle niemals zugeben darf bzw. wird es ihm niemals möglich sein, ein Leben wie ein normaler Mensch führen zu können. Für mich ist er der Charakter mit dem tragischsten Schicksal in diesem Roman.


    Aber wer weiß, wie lange sein Leben noch dauern wird, jetzt, wo er in den Fängen von Tynay ist und er das Amulett umgehängt hat :teufel: Dafür, dass ein Einhorn für das Reine und Gute steht und es eigentlich schon längst tot ist, wirft es durch den finsteren Zauber Arilurs einen ganz schön langen und üblen Schatten in dieser Nacht. Und die Wirkung des Amuletts am Hals von Gûndûr ist ja enorm, in dem Palast herrscht ja allmählich Sodom und Gomorrah - was muss das plüschige Orakel sich dabei denken :o


    Dass drei bösen Mädchen nicht wirklich an Kapitulation denken, ist uns wohl allen klar - und Tynay ist dafür auch ohne mit der Wimper zu zucken bereit, ihren Vater und ihren Verlobten dafür in den Tod zu schicken, damit die beiden sie nicht aufhalten können.


    Richtig böse Mädchen sind das :teufel:

  • Bin ich der einzige, der das Ende von Tynays Vater gnädig findet? Er ist einem Arriek (genau wie der Barbar) würdig gestorben.

    Das stimmt, wenigstens ein für ein Arriek würdiges Ende hat Tynay ihrem Vater und ihrem Verlobten vergönnt.


    Dass Gûndûr alle vor dem Orakel vertreten will, hat mich überrascht und gefreut. Dennoch zweifelt und hadert er mit sich selbst.

    Der Ärmste hat mir leid getan, als er diese Rede halten sollte.


    Ob das Orakel nun den Kopf des Halbgötter als so tolles Geschenk ansieht... Naja.

    Das habe ich mich zwischendurch auch immer wieder gefragt - vor allem muss ich dann immer an die Szene am Beginn des Buches denken, als das Orakel freudig quietschte, als es von einem Kind eine Blume geschenkt bekommen hat. Wie sieht dann die Reaktion auf einen abgeschlagenen Kopf aus?

    Naja, es kann sich den Kopf als Trophäe an die Wand hängen :totlach:


    Vielleicht haben sie auch einen kleinen Tipp von den eher unparteiischen Aesol bekommen um etwas Spannung in die Sache zu bringen.

    Oder aber Arilur hat in seiner Triebhaftigkeit nicht den Mund halten können.


    Und da sie das Amulett einsetzt und alle sich ihren Trieben hingeben, wird der Verstand, der eventuell Schlimmes verhindern könnte, auf Eis gelegt. Und Gundur ist ja leider kein Schnelldenker.

    Die drei Mädels haben hier einen echten Vorteil erlangt.


    Wenn man bedenkt, dass Tynay zu Beginn noch nicht einmal hoffen durfte, diese Nacht überhaupt zu überleben, ist das schon eine ziemliche Karriere, die sie innerhalb einer Nacht hingelegt hat. ;)

    Aber echt - Tynay könnte nach der Nacht gut als Motivationstrainer und Survivalexpertin arbeiten :totlach:

  • Wenn man bedenkt, dass Tynay zu Beginn noch nicht einmal hoffen durfte, diese Nacht überhaupt zu überleben, ist das schon eine ziemliche Karriere, die sie innerhalb einer Nacht hingelegt hat. ;)

    Aber echt - Tynay könnte nach der Nacht gut als Motivationstrainer und Survivalexpertin arbeiten :totlach:

    Ja, falls das mit der Karriere im Schattenkultes nichts wird, ist das eine echte Alternative^^^^

  • Rührend fand ich ja, wie Hizekel Rando als Kind behandelte und nicht als Feind.

    In diesem Bereich habe ich für die erweiterte Ausgabe einiges ergänzt - in der Originalausgabe wurde da viel in der Rückblende erzählt.


    Richtig böse Mädchen sind das

    O ja - und das ist manchmal leider ein Problem, wenn über das Buch diskutiert wird. ;( "Böse Mädchen" wird meist mit einem Augenzwinkern benutzt, im Sinne von "selbstbewusst und ein bisschen frech". Hier sind es aber wirklich böse Menschen, wenn man ihre Taten anschaut. Da kann es zu Missverständnissen kommen, wenn jemand glaubt, so etwas wie ein Ponyhof-Abenteur mit flotten Teenager-Mädels serviert zu bekommen.


    Naja, es kann sich den Kopf als Trophäe an die Wand hängen

    Immer praktisch denken - das gefällt mir!