06: 9. + 10. Stunde der Nacht

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  • Ok, ich bin komplett im Bann der Schatten. Das Buch weg zu legen wird echt schwer ;)

    Iotana scheint endgültig der Finsternis verfallen zu sein, obwohl ich Tynays Bedenken ob ihres Verstandes teile.

    Diese Kindlichkeit mit der sie ihre Versuche betreibt ist doch sehr erschreckend. Obwohl die Reaktion Rondos am Ende da fast noch schlimmer ist.

    Tynay hat es geschafft sich kriegerische Verstärkung zu holen, nicht mit Grausamkeit sondern mit Worten, das fand ich seh beeindruckend, genauso wie die Analogie die Finsternis sei eine Wüste, sehr eindrücklich.

    Und der Rachefeldzug geht glatter von statten als gedacht, damit hätte ich nicht gerechnet. Nur Arilur gerät durch das Amulett ausser Kontrolle. Und das rächt sich ja auch schnell. Das Sabea sich so glatt unter ordnet hätte ich nicht gedacht, aber die Erklärung dazu ist schlüssig. Sie erscheint mir mom nicht annähernd so gefährlich wie die anderen beiden.

    Arilurs Verhalten wie von Sinnen ist zwar schlüssig, aber trotzdem haben mir seine Szenen beim lesen keinen Spass gemacht, vielleicht weil es eine zu lebensnahe Sache ist, die sich nicht so leicht als Fantasy abtun lässt. Und sein Ende kam (für mich) auch keine Sekunde zu früh.

    Gundur scheint die Sache nun langsam selber in die Hand nehmen zu wollen, ich bin gespannt ob das klappt.

    Mal sehen was die nächsten Stunden bringen, und wieviele Leute den Palast lebend verlassen werden am Ende. Auf jeden Fall haben die Aesol genug zum Studieren momentan ;)

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich muss sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt ziemlich geschafft bin. Stunde 9 hat mir sehr zugesetzt und nur mit etwas Abstand konnte ich mich dann zur 10. Stunde überwinden, die zum Glück nicht ganz so heftig ausfiel.


    Ich bin völlig angewidert von dem Umstand, dass Tynay sich so sehr daran weidet, Iotana in die Finsternis zu stoßen. Der Neid auf die Emotionen die Iotana innewohnten nimmt solche Ausmaße an, dass ich echt tiefe Abscheu empfinde. Tynay, die mir anfangs so gefallen hat....ich kann ihr plötzlich absolut nichts mehr abgewinnen. Nichts! Alles weg. So etwas habe ich beim Lesen noch nie erlebt. Dass sich ein Feeling für eine Figur genau ins Gegenteil verkehrt. Befremdlich und erschreckend! Weil Iotana etwas erlebt hat, was sie nie erfahren wird....ich finde es einfach schrecklich, wie sehr sie Iotana als Marionette sieht.


    Und dann kommt die Stelle, die mir wirklich Albträume bereiten wird und die ich mit rasendem Puls und zuckendem Magen las. Sie weiden Tennato aus...also seine Leiche......mein Kopfkino dreht am Rad, ich rieche und schmecke die Verwesung und das Blut förmlich und all das bereitet mir ohne scheiß richtige Übelkeit. Auch die Beschreibung des verzerrten Gesichts der Leiche....all das war für mich sehr ….anstrengend.

    Ich spiele zu dem Zeitpunkt mit dem Gedanken, den scheiß kindle in die Ecke zu feuern und zu rufen "Ey……..neeeee, DAS brauche ich jetzt aber echt nicht!" Die Beklemmung und der Ekel.....beinahe unerträglich...…..ich greife zwischendurch zu einem Liebesroman nur um den blutigen Geschmack von "Schattenkult" einige Zeit auszublenden. Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber ok.....ich bin ja eine Kämpfernatur und aufgeben ist nicht meins.....irgendwas geht immer!


    Von Arilurs pochenden Erektionen kann ich aber wirklich, wirklich, wirklich NICHTS mehr lesen...……..das ist mir jetzt einfach too much an sabbernder Geilheit und "pulsieren, ergießen, sie roch als sei sie bereit usw" Anstrengend beinahe ermüdend dem Irren durch den Palast zu folgen wie er alles vögeln will, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Doch dann endlich ein Erbarmen und der Magier findet endlich ein Ende. Würde mich nicht wundern, wenn er im Tod noch einen pulsierenden, zuckenden Dauerständer hätte. Dieses ausschweifende Beschreiben dieser animalischen Triebhaftigkeit...….genau animalisch....das ist das richtige Wort. Langsam kommt mir dieser ganze Palast vor wie Sodom und Gomorrha! Ein Pfuhl der Verderbtheit! Ich will hier nur noch raus.....

    Als Rando dann auch noch mit seiner Figur auf der vergammelten Bentora spielt....örks……


    Zu diesem Zeitpunkt möchte ich nur noch bedingt wissen, wie die Geschichte endet. Ich hoffe ich stehe das noch bis zum Ende durch. Für mich ist es jetzt einfach zu weit gekippt....ab Stunde 8/9. Viele interessante Fragen werden aufgeworfen und alles, aber wie gesagt....für mich eine neue Erfahrung. Dagegen ist die "Schwerfeuer-Saga" ja die reinste Gute-Nacht-Geschichte.


    Na dann: Augen zu und durch! Und ich bin gespannt, ob sonst noch jemand so vom Ekel geschüttelt wurde wie ich. Gûndûr.....meine Hoffnung ruht einzig auf ihm!

    Es gibt Bücher, die uns in einer Stunde mehr leben lassen, als das Leben uns in zwanzig Jahren gewährt.

  • Ich muss sagen, toll. Ich mag das Buch (Ok, ich mag auch das Prohibited Book von Luis Royo).


    Anders als Tippende Tastatur finde ich, dass genau diese brutale Schilderung die Situation der Nacht wiederspiegelt. Arilur hat das Ende erhalten, dass ihm gerecht wird.


    Tynay hingegen zeigt einmal mehr, dass sie die Herrin der Lage ist. Sie ist verschlagen, zielstrebend und konsequent. Sie hat das Zeug, Schattenherzogin zu werden. Tatsächlich würde ich es ihr gönnen.


    Ich fürchte, ich muss meine Hoffnung auf Iotanas Überleben revidieren. Ich denke, sie wird in einer unbedachten Handlung ihr Ende finden, während ich Sabea nun ein überleben zugestehe.


    Bei den Arriek kann ich mir nicht vorstellen, dass sie überleben - auch wenn ich es ihnen wünschen würde, der Funke der Hoffnung wird aber von der Erfahrung mit diesem Autor nicht sehr hell glimmen...


    Um unseren Halbgott werden wir sehr bald trauern...

  • Tynay hat es geschafft sich kriegerische Verstärkung zu holen, nicht mit Grausamkeit sondern mit Worten, das fand ich seh beeindruckend,

    Mit Worten kann sie umgehen ... In einem früheren Leseabschnitt wurde das bereits zu ihrem Umgang mit Kaleto angemerkt.

    Nur Arilur gerät durch das Amulett ausser Kontrolle.

    Arilur hat zwar in gewisser Weise bekommen, was er wollte - aber zugleich hat er sich selbst verloren. Er beherrscht seinen Trieb nicht, es ist umgekehrt: Er ist der Sklave des Triebes geworden.


    Befremdlich und erschreckend!

    In gewisser Weise ist das ein großes Lob für einen Roman, der sich der Dark Fantasy zurechnet ... :) Genau diese Wirkung wird in diesem Genre angestrebt. Wobei es natürlich schade ist, wenn es so weit geht, dass man das Buch nicht weiterlesen möchte. Was für manche eine Grenzerfahrung ist, schubst andere über die Grenze (des Akzeptablen) hinaus ...

    Tynay, die mir anfangs so gefallen hat....ich kann ihr plötzlich absolut nichts mehr abgewinnen.

    ... wobei Tynay zwar gewachsen ist und sich immer mehr zutraut, in ihrer Motivation aber schon bei ihrem ersten Gespräch mit Iotana klar war. Vermutlich wird aber erst durch die konkreten Handlungen deutlich, was das in der Konsequenz bedeutet.

    Sie weiden Tennato aus...also seine Leiche......mein Kopfkino dreht am Rad, ich rieche und schmecke die Verwesung und das Blut förmlich und all das bereitet mir ohne scheiß richtige Übelkeit.

    Ich finde interessant, dass gerade diese Beschreibung Dir zusetzt. Hier leidet ja der entsprechend Behandelte nicht (mehr) - im Gegensatz zu später, wenn Iotana die Puppe benutzt. Im Grunde handelt es sich um eine Art Obduktion.

    Dagegen ist die "Schwerfeuer-Saga" ja die reinste Gute-Nacht-Geschichte.

    :lachen::lachen::lachen:

    Das klingt lustig, aber ganz falsch ist es nicht: Schattenkult war für mich ein Wendepunkt. Danach wollte ich Geschichten schreiben, die nicht mehr ganz so düster sind.

    dass genau diese brutale Schilderung die Situation der Nacht wiederspiegelt.

    Böse ist der, der Böses tut - und das muss man dann auch zeigen, finde ich. Tynay ist da ein gutes Beispiel - ich denke, die meisten Leser werden am Anfang mit ihr sympathisieren, schon allein, weil sie umgebracht werden sollte. Diese Sympathie muss zwar nicht komplett verfliegen, aber ich finde gut, wenn man die Figuren etwas differenzierter sieht, während man sie kennenlernt. Tynay hat viele positive Eigenschaften - aber auch sie ist der Finsternis verfallen. In diesem Leseabschnitt sehen wir, welche Konsequenzen das hat.


    Ok, ich bin komplett im Bann der Schatten.

    Ok, ich bin komplett im Bann der Schatten.

    :freu::freu:

  • Ich muss sagen, toll. Ich mag das Buch (Ok, ich mag auch das Prohibited Book von Luis Royo).

    Was sagt es bloss über mich aus das ich dir den Künstler gezeigt habe???

    ;)

    Fenlinka


    Edit: Wobei ich nicht alle seiner Bilder mag muss ich gestehen.

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)

  • Ich muß sagen, auch ich bin gefesselt. Dass diese Nacht nicht mit einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück endet wussten wir doch.
    Ja, wie Iotana in Tennatos Leiche nach dem Nachtäther kramt ist schon etwas näher, aber..er merkt es ja nicht.

    Bedenklicher finde ich, wie wenig es ihr aus macht. Wo ist ihre große Liebe hin? Die alte Iotana hàtte das nicht über sich gebracht. Die hàtte sich allerdings auch nicht mal vorstellen können, dass jemand, schon gar nicht sie selbst das mit Elodiar anstellt, was sie mit ihm macht. Da hat Robert sich fast selbst übertroffen;)

    Randow Reaktionen überraschen mich nicht. Er hat in seinem kurzen Leben an Benoras Seite soviel Grausamkeiten miterlebt. ...da erscheint im dies vielleicht angenehm vertraut.:)

    Tynay ist nicht das bedauernswerte Opfer, dass so gut wie tot war.(mein Wecker sollte auch mal drüber nachdenken) Aber es ja nicht so, dass sie ein nettes unschuldiges Mädchen war, sie ist nun mal eine Adepta des Schattenkultes. Wir haben sie eben zuerst in dieser Situation kennengelernt. Das baut leicht Sympathie auf.


    Für sie sind die Schatten offenbar eine andere Art der Wüste geworden, diese vermisst sietrotz allem wie wir immer wieder erfahren.

  • Ich muß sagen, auch ich bin gefesselt.

    :freu:

    Da hat Robert sich fast selbst übertroffen

    Das war beim Schreiben ein bisschen unheimlich. Stellenweise habe ich nicht das geschrieben, was für mich nahe lag. Auch ich selbst wollte aus meinen gewohnten Bahnen, wenn man so will: meiner Ordnung, ausbrechen. Ich habe mir überlegt: Was würde mich überraschen, vielleicht verstören? Und diesem Pfad bin ich dann gefolgt ...

    Randow Reaktionen überraschen mich nicht. Er hat in seinem kurzen Leben an Benoras Seite soviel Grausamkeiten miterlebt. ...da erscheint im dies vielleicht angenehm vertraut.

    Ja, bei ihm ist es anders als bei den anderen Figuren: Er hat sich nie für die Finsternis entschieden, indem er ein anderes Leben dagegen eingetauscht hat. Er wurde in ihr aufgezogen.

  • Mir gefallen die beiden Arriek. Ihre Einstellung zu besiegten Gegnern zeugt von Respekt und Ehrgefühl. Tynay Verhalten Unschuldigen gegenüber gefällt ihnen nicht aber auch hier schafft sie es die beiden zu überzeugen, dass dies nun mal der Weg der Schatten ist und deshalb nötig.

  • Und schon sterben sie wie die Fliegen, die Gegner der Schatten :totlach:


    Und dass, nachdem Xiviarr so eindrucksvoll gegenüber Qualiz klar gemacht hat, dass sie doch eigentlich aus dieser Nacht als Sieger hervorgehen würden. Der arme Qualiz und seine Leute wissen ja bald überhaupt nicht mehr, wem sie noch folgen sollen :teufel:


    Dabei hatte Xiviarr noch Glück, wie er starb, das ging wenigstens relativ schnell, auch wenn das Verbrennen alles andere als angenehm ist. Aber im Gegensatz zu dem, was Eliador durchmachen musste, war das ja beinahe nichts. Und die Aesol halten sich nach wie vor raus und beobachten das Geschehen. Man hat wirklich das Gefühl, dass diese Nacht ein reines Experiment ist.


    Diese verborgenen Räume, die den drei Monden, den vier Elementen sowie Leben und Finsternis nachempfunden sind, sind echt wieder sehr faszinierend. Spannend ist vor allem, dass eben auch die Finsternis dazugehört.


    Nun ist nur noch Gûndûr von den Dreien übrig, die die drei Mädels um die Ecke bringen wollen, um einmal ihre Rache zu bekommen und zum anderen diese Nacht zu überleben bzw. um wertvolle Informationen zu erlangen, die sie bei Akineta gutstellen, nachdem schon Bentora gestorben ist.


    Spannend fand ich die Gedanken und Zweifel des Halbgottes, als er sich fragte, ob Eliador auch so relativ verständnisvoll gewesen wäre, was Tennatos Tod angeht, wenn Gûndûr kein Halbgott wäre. Und wie er sich auch im Klaren ist, dass er keine unwesentliche Rolle dabei gespielt hat, dass die Wahl ausgerechnet auf Tennato gefallen ist.


    Iotana treibt nicht allmählich in die Finsternis, sie rennt ja regelrecht mit offenen Armen zu ihr - Wahnsinn, wie schnell sie sich von der Finsternis umfangen lässt; sie lässt ja Sabea dagegen schon beinahe wie ein braves Mädchen erscheinen :totlach:

    Faszinierend ist auch, dass Tynay ihre "Freundin" nicht deswegen darin unterstützt, damit diese ihre wohlverdiente Rache bekommt, sondern aus Neid, weil sie nicht möchte, dass Iotana Gefühle in sich verspürt, die der jungen Arriek wahrscheinlich für immer verwehrt bleiben.


    Dass Arilur nicht mehr lebt, lässt mich relativ kalt, dieser Typ wurde echt mit seiner Geilheit ziemlich nervig! Ich wäre allerdings sauer geworden, wenn die beiden Arriek-Kämpfer womöglich gestorben wären, als sie ihn einzuholen versuchten. Wobei, ob sich die beiden für die richtige Seite entschieden hat und welche Auswirkungen das auf ihre Gesundheit haben wird, muss sich noch herausstellen, noch ist die Nacht nicht rum. Bisher ist es Tynay zwar gelungen, vor allem Yunkai immer wieder erfolgreich zuzureden, aber ob ihr das noch lange gelingen wird?


    Tynay hat nun Arilurs Amulett, verspürt aber keine Wirkung? Ich glaube, das hat mich letztes Mal schon irritiert, denn Sabea und Iotana haben ja durchaus eine Wirkung verspürt. Oder funktioniert das nur bei den Damen, die sich in der Nähe eines Mannes mit Amulett befinden? Andererseits scheint es so, als ob das Amulett bei Yunkai auch ein wenig Wirkung zeigt.


    Und den Nachtäther haben sie auch aus Tennatos Leiche sichergestellt. Ich glaube Gûndûr sollte sich nun warm anziehen :teufel:

  • Obwohl die Reaktion Rondos am Ende da fast noch schlimmer ist.

    Was mit ihm überhaupt später mal geschehen soll, falls er die Nacht überleben sollte? So ganz ohne Bentora scheint er mir ein wenig orientierungslos.


    Und sein Ende kam (für mich) auch keine Sekunde zu früh.

    Für mich auch nicht!


    Gundur scheint die Sache nun langsam selber in die Hand nehmen zu wollen, ich bin gespannt ob das klappt.

    Nachdem Xiviarr nicht mehr lebt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Interessant, dass er den Priester direkt vermisste, weil es für ihn so ungewohnt ist, selbständige Entscheidungen zu treffen.


    Langsam kommt mir dieser ganze Palast vor wie Sodom und Gomorrha! Ein Pfuhl der Verderbtheit! Ich will hier nur noch raus.....

    Ob die Aesol mit diesem Ergebnis gerechnet hatten? Ich stelle sie mir mit Kladden bewaffnet vor, wie sie die Testergebnisse dort eintragen.


    Dagegen ist die "Schwerfeuer-Saga" ja die reinste Gute-Nacht-Geschichte.

    :totlach::totlach:


    Bernd, du wolltest doch auch "Grauwacht" als erweiterte Edition überarbeiten - hast du das noch weiterhin vor? Das Buch ist ja dann wie Balsam gegen "Schattenkult" ^^


    Arilur hat zwar in gewisser Weise bekommen, was er wollte - aber zugleich hat er sich selbst verloren. Er beherrscht seinen Trieb nicht, es ist umgekehrt: Er ist der Sklave des Triebes geworden.

    Das dachte ich auch, er hat dabei nicht wirklich das Geschäft seines Lebens gemacht.


    Mir gefallen die beiden Arriek. Ihre Einstellung zu besiegten Gegnern zeugt von Respekt und Ehrgefühl.

    Die beiden gefallen mir auch ziemlich gut.

  • Tynay hat es geschafft sich kriegerische Verstärkung zu holen, nicht mit Grausamkeit sondern mit Worten, das fand ich seh beeindruckend, genauso wie die Analogie die Finsternis sei eine Wüste, sehr eindrücklich.

    Diese Analogie ist sehr interessant und ich denke sie glaubt ja auch selbst an diese Geschichte. Ich habe mal mit einem Satanisten gesprochen und er meinte fast das Gleiche: "Schau dir die Welt an, wer gewinnt? Nach dem Tod möchte ich zu den Siegern gehören."

    Ich bin völlig angewidert von dem Umstand, dass Tynay sich so sehr daran weidet, Iotana in die Finsternis zu stoßen. Der Neid auf die Emotionen die Iotana innewohnten nimmt solche Ausmaße an, dass ich echt tiefe Abscheu empfinde. Tynay, die mir anfangs so gefallen hat....ich kann ihr plötzlich absolut nichts mehr abgewinnen.

    Sie weidet sich eigentlichnicht daran. Sie will sie in die Finsternis holen, weil sie von deren Macht überzeugt ist. Sie will sie nur so weit in die Finsternis holen, damit von der Liebe, die ihr vorenthalten wurde nichts mehr übrig bleibt. Könnt ihr euch vorstellen, was ein Leben ohne Liebe ist? Tynay hat weder Eltern- noch Geschwisterliebe erfahren und ihr "Gatte" hätte sie auch nur besessen. Sie kenn noch nicht mal das Konzept von Liebe.

    Sie weiden Tennato aus...also seine Leiche......

    DAs ist eine Obduktion, das fand ich nun nicht so schlimm.

    ich greife zwischendurch zu einem Liebesroman nur um den blutigen Geschmack von "Schattenkult" einige Zeit auszublenden

    Hast du es gut. Eigentlich erhole ich mich hier von Bernhard Hennens "Die Weiße Königin". Dort finden aber die meisten Leser die Grausamkeiten notwendig für die Geschichte und ich kann sie einfach nicht lesen, schon gar nicht hören. Nandus Tormeno wäre in den Schatten sicher zum König gekürt worden.

    Würde mich nicht wundern, wenn er im Tod noch einen pulsierenden, zuckenden Dauerständer hätte. Dieses ausschweifende Beschreiben dieser animalischen Triebhaftigkeit...….genau animalisch....das ist das richtige Wort

    Ja, aber gerade das ist eigentlich doch seine Strafe er will der Natur ein Schnippchen schlagen und mit Magie sein Unvermögen heilen. Nun, jetzt hat ihn der Sex und es zeigt sich einfach nur deutlich, dass seine Erziehung ihn auf Sex reduziert hat.

    Bei den Arriek kann ich mir nicht vorstellen, dass sie überleben - auch wenn ich es ihnen wünschen würde

    Ich wünsche es ihnen nicht, denn sie sind Kinder der Wüste, der lebenden Wüste, die ein nicht zu verachtender Gegner ist, aber sie sind keine Kinder der Schattenwüste und die werden sie sicher nicht begreifen und sich auf keinen Fall in ihr wohlfühlen. Wie sollten sie in den Schatten leben? Wenn sie überleben, dann müsste es einen Weg geben in ihre Wüste zurück zu gehen, ohne Tynay. Sie wird ihnen nicht folgen, dazu ist sie jetzt zu sehr gewachsen.

  • Die Stunden des Todes. Da kann man ja noch froh sein, wenn man direkt tot ist. Elodiar hatte da mit Abstand die schlechtesten Karten.



    Ich muss sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt ziemlich geschafft bin. Stunde 9 hat mir sehr zugesetzt und nur mit etwas Abstand konnte ich mich dann zur 10. Stunde überwinden, die zum Glück nicht ganz so heftig ausfiel.

    Ich mache mir langsam Sorgen um mich. Die Szenen waren sicherlich grausam und hätte ich Schattenkult vor der Trilogie der Schattenherren gelesen, wäre ich sicherlich entsetzt gewesen. Jetzt sind die Handlungen eigentlich aus der Sicht der Schatten nachvollziehbar.

    ok... die Folter von Elodiar war schon heftig. Das andere war ja eher eine Obduktion.

    Gûndûr.....meine Hoffnung ruht einzig auf ihm!

    Ich befürchte gerade, er wird es nicht überleben.

    Anders als Tippende Tastatur finde ich, dass genau diese brutale Schilderung die Situation der Nacht wiederspiegelt. Arilur hat das Ende erhalten, dass ihm gerecht wird.

    Das fand ich auch. Es passte zusammen.

    In gewisser Weise ist das ein großes Lob für einen Roman, der sich der Dark Fantasy zurechnet ... :) Genau diese Wirkung wird in diesem Genre angestrebt.

    Was sagt das jetzt bloß über mich aus? Ich sollte wohl doch mal wieder Rosamunde Pilcher lesen.

    Der arme Qualiz und seine Leute wissen ja bald überhaupt nicht mehr, wem sie noch folgen sollen :teufel:

    Vermutlich demjenigen, der über bleibt und ich befürchte, es wird keine Sonnengestalt sein.


    Und den Nachtäther haben sie auch aus Tennatos Leiche sichergestellt. Ich glaube Gûndûr sollte sich nun warm anziehen :teufel:

    Ob man Gundur damit auch töten kann?

    Hast du es gut. Eigentlich erhole ich mich hier von Bernhard Hennens "Die Weiße Königin". Dort finden aber die meisten Leser die Grausamkeiten notwendig für die Geschichte und ich kann sie einfach nicht lesen, schon gar nicht hören. Nandus Tormeno wäre in den Schatten sicher zum König gekürt worden.

    Diese Gemetzel fand ich tatsächlich auch schlimmer, vermutlich, weil sie realistischer sind und sie in Kriegszeiten so ähnlich passiert sein können. Hier beim Schattenkult distanziere ich mich gefühlsmäßig besser.

    Nandus wäre ein perfekter Schattenherr.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen

  • Iotana treibt nicht allmählich in die Finsternis, sie rennt ja regelrecht mit offenen Armen zu ihr

    Oder sie stürzt hinein ... ein bodenloser Fall in eine undurchdringliche Dunkelheit.


    Faszinierend ist auch, dass Tynay ihre "Freundin" nicht deswegen darin unterstützt, damit diese ihre wohlverdiente Rache bekommt, sondern aus Neid, weil sie nicht möchte, dass Iotana Gefühle in sich verspürt, die der jungen Arriek wahrscheinlich für immer verwehrt bleiben.

    Ob die Adepta da völlig ehrlich mit sich selbst ist? Positive Gefühle wurden ihr immer als schwach dargestellt - selbst, wenn Tynay sie hegen sollte, wird sie sich das vielleicht nicht eingestehen ...


    Dass Arilur nicht mehr lebt, lässt mich relativ kalt, dieser Typ wurde echt mit seiner Geilheit ziemlich nervig!

    In gewisser Weise ist er Opfer seiner Ambitionen. Sein Amulett macht ihn nicht zum Casanova, sondern zum extremen Triebtäter. Von daher ist er vielleicht gar nicht zurechnungsfähig - und wenn er die Nacht überlebt hätte, wäre die Wirkung des Amuletts abgeklungen. Wie hätte er dann wohl rückblickend zu seinen Taten gestanden?


    Was mit ihm überhaupt später mal geschehen soll, falls er die Nacht überleben sollte? So ganz ohne Bentora scheint er mir ein wenig orientierungslos.

    Rando ist noch sehr jung. Er könnte sich bestimmt neu orientieren - und beispielsweise das Anhängsel eines anderen Osadro werden.

    Bernd, du wolltest doch auch "Grauwacht" als erweiterte Edition überarbeiten - hast du das noch weiterhin vor?

    In einer besseren Welt hätte ich das schon gemacht. Timo Kümmel hat auch bereits ein neues Titelbild erstellt, und ich habe die Rechte an der Weltkarte erworben.

    Um den Text zu erarbeiten und zu erweitern, brauche ich aber mindestens zwei Wochen. Die habe ich schlicht nicht.

    Vielleicht klappt es im Frühjahr.


    Sie kenn noch nicht mal das Konzept von Liebe.

    Das ist ein interessanter Punkt: Im Grunde weiß Tynay gar nicht, was sie ablehnt ...


    Wenn sie überleben, dann müsste es einen Weg geben in ihre Wüste zurück zu gehen, ohne Tynay.

    Dagegen spräche ja in diesem Fall auch nichts. Falls die Arriek es lebend aus dem Tempel schaffen würden - wer könnte sie davon abhalten, in die Wüste zurückzukehren?


    Da kann man ja noch froh sein, wenn man direkt tot ist.

    :lachen:


    Was sagt das jetzt bloß über mich aus? Ich sollte wohl doch mal wieder Rosamunde Pilcher lesen.

    Ja, unbeding! :lachen:

  • Ob die Adepta da völlig ehrlich mit sich selbst ist? Positive Gefühle wurden ihr immer als schwach dargestellt - selbst, wenn Tynay sie hegen sollte, wird sie sich das vielleicht nicht eingestehen ...

    Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit.


    Von daher ist er vielleicht gar nicht zurechnungsfähig - und wenn er die Nacht überlebt hätte, wäre die Wirkung des Amuletts abgeklungen. Wie hätte er dann wohl rückblickend zu seinen Taten gestanden?

    Stimmt, das wäre auch interessant gewesen zu erfahren.


    In einer besseren Welt hätte ich das schon gemacht. Timo Kümmel hat auch bereits ein neues Titelbild erstellt, und ich habe die Rechte an der Weltkarte erworben.

    Um den Text zu erarbeiten und zu erweitern, brauche ich aber mindestens zwei Wochen. Die habe ich schlicht nicht.

    Vielleicht klappt es im Frühjahr.

    Ich drücke die Daumen, dass es irgendwann mal wieder ruhiger bei dir wird.

  • Bernd, du wolltest doch auch "Grauwacht" als erweiterte Edition überarbeiten - hast du das noch weiterhin vor?

    In einer besseren Welt hätte ich das schon gemacht. Timo Kümmel hat auch bereits ein neues Titelbild erstellt, und ich habe die Rechte an der Weltkarte erworben.

    Um den Text zu erarbeiten und zu erweitern, brauche ich aber mindestens zwei Wochen. Die habe ich schlicht nicht.

    Vielleicht klappt es im Frühjahr.

    na dann drück ich mal die Daumen. Das mit dem keine Zeit haben kenne ich nur zu gut.

    Fenlinka

    "...und so zieht sie in die Welt hinaus, ohne Strümpfe ohne Schuh, sie brauch nur ein Buch dazu, ..." (Rolf Zukowski)