02 - Kapitel 8 bis 13 (Seite 79 bis 152)

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  • Hach, das Buch ist toll. Die Seiten fliegen einfach nur so dahin und ich muss mich ganz stark bremsen, hier nicht durchzugaloppieren. Aber ohne die Leserunde hätte ich das Buch sicherlich in ein, zwei Tagen durchgelesen.


    In diesem Abschnitt lernen wir Johann mehr kennen. Er nimmt es zwar mit den Regeln und Gesetzen nicht so ernst, aber er hat sein Herz wirklich am rechten Fleck. Da hat Marie schon einen richtigen Eindruck von ihm, wobei ich auch glaube, dass ihre Meinung ein wenig von ihrer Schwärmerei beeinflusst wird. Aber ich sehe das wie Anna: Ein wenig Schwärmerei hat noch niemanden geschadet. ;)

    Gerade die Szene aus dem Krieg, wo er seine Einheit aber auch die gegnerische Einheit vor einem Kampf bewahrt hat, zeigt sehr gut, wie Johann denkt und handelt. Ich denke mal, er hat sich mit dem Kopf der Einheit angelegt, so dass ein Kampf hinfällig wurde. Er hat dabei nicht nur das Leben seiner Männer, sondern auch der anderen Soldaten gerettet. Das zeigt mal wieder, wie krank Krieg ist. Nur weil irgendwelche Leute "da oben" sich streiten, müssen viele viele Menschen (nicht nur Soldaten!) dran glauben und mit ihrem Leben dafür bezahlen.

    Aber besonders für Johann erwärmt haben mich die Szenen mit Sybille. Bei ihr kann er ehrlich sein, sie kennt beide Seiten an ihm. Außerdem passt er auf die Kinder auf, die ihn auf herrlich-ehrliche Kinderart durchschauen. Die Unschuld und Unbefangenheit mit der Kinder durchs Leben gehen, ist wirklich immer wieder Balsam für die Seele und gerade in Johanns Leben kann ich mir gut vorstellen, dass das nochmal ganz anders wirkt.


    Anna hat auch immer weniger Skrupel sich den illegalen Geschäften in ihrer Papiermühle zu widmen. Ich kann sie verstehen. Ihr Vater bringt sie in arge Bedrängnis und so wie sie es macht, verdient sie ihr Geld immerhin auf doch noch recht ehrliche Art und Weise. Sie arbeitet dafür und verkauft es. Sie schmuggelt zwar Lumpen und überlegt, dass Privileg zu umgehen, aber sie bestiehlt eigentlich keinen (wenn man vom verbotenen Lumpensammeln absieht) oder mordet dafür. Allerdings sieht ihr Mitarbeiter das teils ein wenig anders. Das Privileg scheint für ihn wirklich heilig zu sein, das er nicht antasten mag. Ich bin mal gespannt, wie sich das noch weiter entwickelt. Ich glaube ja fast, dass Anna irgendwann schon weißes Papier schöpfen wird. Sie sammelt immerhin immer mehr weiße Lumpen. Wäre es vielleicht nicht ansonsten eine Idee, diese weißen Lumpen für viel Geld zu verkaufen? Aber wahrscheinlich würde sie mit weißem Papier immer noch mehr Geld machen können und sie hat ja die Möglichkeiten dieses herzustellen.


    Matthias arbeitet also für Bartholomäus. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, wenn Bartholomäus auf mehr oder minder allen illegalen Machenschaften ein Auge hat. Bisher hat Bartholomäus es geschafft, damit nicht allzu sehr in Verbindung zu geraten, aber ich denke, dass Anna da durch Johann von Treist bald eine Verbindung sehen wird. Auf jeden Fall kann Matthias Zusatzauftrag ihnen noch aus der Klemme helfen und Johann und Anna werden sich sicherlich weiterhin "zufällig" über den Weg laufen. Jaja, Johann sieht auf jeden Fall viel mehr in unserer Papiermüllerstochter als eine einfache Bürgerin der Stadt Nürnberg. 8o

  • Avila , mir geht es genauso. Ich bin richtig begeistert von dem Buch.


    Ich glaube wir ( zumindest ich) unterschätzen Sybille. Die Bedingungen die sie ausgehandelt hat, im Wohnhaus zu bleiben, fand ich pfiffig. Da war sie nicht die schreckhaft, eingeschüchterte Frau. Das Johann weiter nach ihr schaut, gibt ihr ebenfalls ein wenig Sicherheit. Und sie hat eine scharfe Beobachtungsgabe. Ihr fällt gleich auf, wie Johann Anna nachschaut. Ihm ist anscheinend noch nicht bewusst,dass sie ihm gefällt:)


    Bartholomäus ist mir einen Ticken zu gefährlich mit seinen Untergrundgeschäften. Ich möchte nicht wissen wie viel Halunken für ihn arbeiten. Ebenfalls habe ich Angst, Johann lässt sich zu sehr von ihm vereinnamen. Nur noch die Brüder sind von der Familie übrig geblieben. Doch brauch man so einen Bruder nur um es Familie zu nennen? Das ein Unschuldiger nun für den Mord, den Johann begangen hat, bestraft wird, gefällt ihm gar nicht.

    Wieder gab es ein Problem für Bartholomäus, Schnapsbrenner, und Johann muss das Problem lösen. Zum Glück kann er es auf seine Art machen.


    Johann weiß auch, zumindest vermutet er das, was Anna mit ihren Freunden getan haben. Anna kann nicht glauben, einen von Treist zu vertrauen. Und Marie macht es mit ihren Erzählungen nicht besser, obwohl sie es gut meinte. Und im Gegensatz zu Anna setzt sie großes Vertrauen in Johann. Dabei hat Anna genug Sorgen, denn ihr Vater hatte von Ludwig Krämer Besuch. Ihr bleibt nichts anderes übrig als die Schulden zu bezahlen. Sie brauchen aber auch Geld für die Angestellten und für Marie und Paul.

    Kurt hat sie auch bei sich behalten, obwohl der Bader ihm die Hand abnehmen musste. Das finde ich ganz lieb von ihr, schließlich hat er sich in ihrer Mühle verletzt.


    Mit dem Privileg ist aber auch ein Kreuz. Heinrich kann sie nicht überzeugen Schreibpapier herzustellen. Aber Anna wird bestimmt nicht locker lassen.


    In diesem Abschnitt erfahren wir auch noch einmal was es mit den gesperrten Handwerk auf sich hat. Doch das stört Bartholomäus ebensowenig wie alles andere. Was wohl geschehen würde, wenn einige angesehenen Bürger der Stadt von Bartholomäus Geschäften erfahren würden. Die sind es ja, die betrogen werden.


    Marie hat gesagt sie würde sich ein wenig über Johann informieren. Da bietet es sich an, dass das Dienstmädchen Sofie fleißig lauscht:totlach:. Nur leider bekommt Johann davon Wind und erkennt auch noch Marie und zieht seine ganz eigenen Schlüsse. Aber Sofie gefällt mir auch, sie ist nicht so ängstlich und spricht mit Johann.


    Die Idee von Matthias mit den Äpfeln in den Fässern, genial. Doch der Ausflug verlief alles andere als glatt. Mathias hat den anderen nicht gesagt, dass er auch gleich noch ein Geschäft nebenbei abwickelt. So ein bisschen bringt er sie aber auch immer in Gefahr. Aber, er muss nun jedem einen Anteil abgegeben, auch nicht schlecht.

    Jackel und Anna finden wieder weißen Stoff, aber das mit dem Schleier fand ich traurig. Da war vielleicht eine Braut die ermordet wurde.

    Für mich steht fest, Jackel und Mathias mögen sich mehr wie die anderen glauben.

    Jedenfalls saßen sie dann in der Scheune fest.


    Bartholomäus lässt nach Johann ausschicken um ihm einen neuen Auftrag zu erteilen.

    Lukas und Markus, die Kinder von Sybille, fand ich cool wie sie Johann sagten was sie über ihn und seinen Bruder denken.

    Bartholomäus ist sein Schmuggler und Ware abhanden gekommen und so bleibt es an Johann diese zu finden.

    Man konnte erkennen wie verzweigt das ganze Netz der Schiebereien gesponnen ist. Silberzahn und Götz sind nur zwei genannte.

    Ich bin gespannt, wie Mathias das klären will, jetzt wo Götz und Johann im Dorf sind und nach ihm suchen.

  • Ich mag Johann auch sehr. Vielleicht kann Sybille ein wenig mehr Einfluss auf ihn nehmen und er ändert seine Meinung noch. Ich will einfach nicht glauben, dass Johann der ewige Handlanger für Bartholomäus bleiben will.


    Anna hat es wirklich nicht leicht und so habe ich auch Verständnis dafür, wenn sie ihre Bedenken beiseite schiebt und sich in gefährliche Gefilden begibt. Ihr Vater ist ihr nun wirklich keine Hilfe.


    Mathias ist nicht dumm, hoffentlich lehnt er sich nicht zu weit aus dem Fenster und gerät in Gefahr.

  • Ich glaube wir ( zumindest ich) unterschätzen Sybille. Die Bedingungen die sie ausgehandelt hat, im Wohnhaus zu bleiben, fand ich pfiffig.

    Nach dem Tod ihres Mannes blühen nicht nur die Kinder auf, da hast Recht. Sybille musste mit ihrem Mann wohl durch eine harte Schule gehen, aber ich denke auch, dass sie eigentlich ganz genau weiß, was sie will. Aber das ist als Frau in dieser Zeit nicht immer einfach.


    Ihm ist anscheinend noch nicht bewusst,dass sie ihm gefällt :)

    Oder Johann will es nicht warhaben, weil es ihm nicht so ganz in den Kram passt und Anna vor allem Ärger zu bedeuten scheint. :D


    Aber Sofie gefällt mir auch, sie ist nicht so ängstlich und spricht mit Johann.

    Sofie ist witzig und niedlich, wie sie völlig unbeholfen an den Türen lauscht. Ich denke, dass Johann einen guten Umgang mit ihr gefunden und sie auch mit ihm. Manchmal ist es besser seinem Personal auch entgegen zu kommen, wenn man will, dass es loyal ist.


    Ich will einfach nicht glauben, dass Johann der ewige Handlanger für Bartholomäus bleiben will.

    Irgendwie scheint er damit wirklich nicht glücklich werden zu können. Ob er es vielleicht schafft, irgendwann auf einer Stufe mit Bartholomäus zu stehen?

  • Es freut mich sehr, dass euch der Roman so gut gefällt :-)


    Ich glaube wir ( zumindest ich) unterschätzen Sybille. Die Bedingungen die sie ausgehandelt hat, im Wohnhaus zu bleiben, fand ich pfiffig.

    Nach dem Tod ihres Mannes blühen nicht nur die Kinder auf, da hast Recht. Sybille musste mit ihrem Mann wohl durch eine harte Schule gehen, aber ich denke auch, dass sie eigentlich ganz genau weiß, was sie will. Aber das ist als Frau in dieser Zeit nicht immer einfach.


    Scheidung ist halt schon eine gute Erfindung, die man im Mittelalter leider noch nicht hatte ;-) Ich hatte irgendwann mal ein Buch über Serienmorde im Mittelalter in die Finger bekommen, und einer der wenigen Fälle, in denen Frauen die Mörder waren, war in einem Dorf, in dem sich wohl nach und nach rumgesprochen hat, dass Gift eine gute Methode ist, um einen schrecklichen Ehemann loszuwerden. Es gab halt sonst einfach keine Möglichkeit. Aber ich denke, man muss schon sehr verzweifelt und entschlossen sein, um so etwas durchzuziehen. Und dafür muss man halt schon sehr genau wissen, was man will.



    Ich will einfach nicht glauben, dass Johann der ewige Handlanger für Bartholomäus bleiben will.

    Irgendwie scheint er damit wirklich nicht glücklich werden zu können. Ob er es vielleicht schafft, irgendwann auf einer Stufe mit Bartholomäus zu stehen?

    Denkst du, dann würde er mit dem glücklich werden, was Bartholomäus macht?

  • Es ist wirklich schön zu sehen, daß Sybilles Kinder aufblühen, nachdem der Vater nicht mehr da ist. Johann versucht, seinen Bruder Bartholomäus ein wenig zu beeinflussen in bezug auf seine Geschäfte. Anna muß wieder losziehen, um Lumpen zu finden. Die Schulden des Vaters müssen bezahlt werden. Matthias hat überlegt, mit drei Karren, zu unterschiedlichen Zeiten und durch unterschiedliche Tore zu ziehen, damit sie dieses Mal nicht auffallen. Daß Matthias aber jetzt noch ein eigenes Schmuggelgeschäft durchzieht, kommt bei den anderen nicht gut an. Er hätte wenigstens etwas davon sagen können. Sie finden Lumpen, können aber nicht nach Hause, weil Soldaten auftauchen.

    Daß Johann von Bartholomäus losgeschickt wird, ein wichtiges Geschäft in der Nähe von Sorg zu überprüfen, kommt gar nicht gut. Das geht bestimmt nicht gut aus, wenn Matthias sich Johann zu erkennen gibt. Ich sehe da schon große Schwierigkeiten auf die Truppe zukommen.

  • Matthias arbeitet also für Bartholomäus. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, wenn Bartholomäus auf mehr oder minder allen illegalen Machenschaften ein Auge hat. Bisher hat Bartholomäus es geschafft, damit nicht allzu sehr in Verbindung zu geraten, aber ich denke, dass Anna da durch Johann von Treist bald eine Verbindung sehen wird. Auf jeden Fall kann Matthias Zusatzauftrag ihnen noch aus der Klemme helfen und Johann und Anna werden sich sicherlich weiterhin "zufällig" über den Weg laufen. Jaja, Johann sieht auf jeden Fall viel mehr in unserer Papiermüllerstochter als eine einfache Bürgerin der Stadt Nürnberg. 8o

    Nein, Matthias arbeitet nicht für Bartholomäus, sondern für den alten Silberzahn. Der alte Silberzahn arbeitet für Bartholomäus.

  • Sybille gefällt mir. Sie scheint zwar unter ihrem gewalttätigen Mann gelitten zu haben, jedoch ist sie nicht auf den Kopf gefallen. Alleine die Bedingungen, die sie mit Bartholomäus aushandelt und wie forsch sie ihm gegenüber auftritt, gefällt mir. Ihren Kindern scheint der Vater weniger zu fehlen. Vielmehr blühen sie jetzt auf und sehen hoffentlich einer besseren Zukunft entgegen.


    Bartholomäus ist dagegen nicht zu trauen. Wer nicht nach seiner Pfeife tanzt, wird aus dem Weg geräumt. Irgendwie von einem seiner Handlanger. Und da sein Bruder ein Söldner war, darf er sich wohl demütig in diese Riege einreihen. Nur leider hat Johann ganz andere Vorstellungen von seinem Leben.


    Dass Kurt in der Mühle bleiben durfte, hat mich überrascht. Es spricht für Annas gutes Herz, aber gerade in den Zeiten, wo man auf das Geld achten musste, war ein Arbeiter, der nicht 100 % einsatzfähig war nur unnützer Ballast.


    Ich frage mich, was Anna hätte tun müssen, um das Privileg Schreibpapier herstellen zu dürfen zu erhalten?


    Die Geschwister Marie und Paul unterstützen Anna so gut sie können. Aber auch sie haben ihre Grenzen. Gut, dass es noch Matthias gibt. Er ist ziemlich clever, gerade die Idee mit den Fässern und den Äpfeln.

  • Ich mag Johann auch sehr. Vielleicht kann Sybille ein wenig mehr Einfluss auf ihn nehmen und er ändert seine Meinung noch. Ich will einfach nicht glauben, dass Johann der ewige Handlanger für Bartholomäus bleiben will.


    Bei Sybille habe ich immer das Gefühl als wäre sie Johann Mutter und gute Freundin in einem. Sie hat jedenfalls einen guten Einfluss auf ihn.

  • Dass Kurt in der Mühle bleiben durfte, hat mich überrascht. Es spricht für Annas gutes Herz, aber gerade in den Zeiten, wo man auf das Geld achten musste, war ein Arbeiter, der nicht 100 % einsatzfähig war nur unnützer Ballast.

    Hättest du nicht an Annas Stelle ein schrecklich schlechtes Gewissen wegen Kurt? Immerhin hat er sich ja bei der Arbeit verletzt.

    Außerdem gibt es einige Arbeiten, die man auch mit einer Hand machen kann.


    Ich frage mich, was Anna hätte tun müssen, um das Privileg Schreibpapier herstellen zu dürfen zu erhalten?

    Gar nichts. Das Privileg hatte in Nürnberg nur die Kleinweidenmühle, und da gab es wenig dran zu rütteln.


    Die Geschwister Marie und Paul unterstützen Anna so gut sie können. Aber auch sie haben ihre Grenzen. Gut, dass es noch Matthias gibt. Er ist ziemlich clever, gerade die Idee mit den Fässern und den Äpfeln.

    Freut mich, dass Matthias dir gefällt!

    Die ganzen Ideen, wie man Lumpen in die Stadt schmuggeln kann, habe ich übrigens zusammen mit einer Freundin ausgebrütet. Ich hatte nämlich gar nicht so viele Berichte darüber gefunden, wie man früher Waren geschmuggelt hat, nur ein paar Erwähnungen, dass einige Sachen unter weniger wertvollen Waren versteckt hat und Ähnliches. Also haben meine Freundin und ich unsere gesamte kirminelle Energie spielen lassen und an einem Abend sowohl das Feuerholz-Versteck als auch die Sache mit den Äpfeln ausgetüftelt ;-)

  • Daß Matthias aber jetzt noch ein eigenes Schmuggelgeschäft durchzieht, kommt bei den anderen nicht gut an. Er hätte wenigstens etwas davon sagen können.

    Hätte er, aber ich weiß auch nicht, ob ich in seinem Fall nicht lieber geschwiegen hätte. Was wäre gewesen, wenn die anderen sich gesträubt hätten? Das wäre nicht so unwahrscheinlich gewesen und er hätte das zweite Geschäft wann anders erledigen müssen. Da hätte ich auch nicht viel Lust drauf gehabt, vor allem wenn das heißen könnte, mehr Geld für mich. Matthias ist sich selbst der Nächste - kein Wunder in seiner Lage. Besonders kollegial ist sein Verhalten aber natürlich trotzdem nicht. ;)


    Dass Kurt in der Mühle bleiben durfte, hat mich überrascht.Es spricht für Annas gutes Herz, aber gerade in den Zeiten, wo man auf das Geldachten musste, war ein Arbeiter, der nicht 100 % einsatzfähig war nur unnützerBallast.

    Ich war eher weniger überrascht. Klar, Kurt kann vielleicht nicht mehr die gleiche Arbeit leisten, dafür kann Anna sich seiner Loyalität doppelt sicher sein. Und wie du schon sagtest, Anna hat ein gutes Herz und hätte ihn allein deswegen schon nicht vor die Tür gesetzt.

  • In diesem Abschnitt ist wieder einiges passiert: alle sind irgendwie in irgendwelche illegalen Geschäfte verwickelt.

    Matthias verkauft für Bartholomäus das Werkzeug. Aber er weiß nicht, wer der Drahtzieher dahinter ist, oder?

    Das Geschäft ist ja gerade noch mal gut gegangen - er hat halt auch Glück!

    Anna und ihre gemischte Truppe sucht wieder nach Lumpen in den ausgeplünderten Orten - ein gefährliches Unternehmen. Vor allem, weil sie sich in einer Scheune vor vorüberziehenden Soldaten verstecken müssen. Ich finde es schon reichlich nachlässig von den Soldaten, dass sie nicht jedes Haus im Ort genauer untersuchen, bevor sie sich da ein paar ruhige Tage gönnen wollen. Und dass unsere Lumpensammlertruppe nicht entdeckt wurde, grenzt fast an ein Wunder.


    Unbewusst hilft auch diesmal wieder Johann, dass Anna und die anderen wieder zurück in die Stadt können. Und bei allen Lügen, durchschaut er auch langsam Anna und ihre Machenschaften.

    Anna und er kümmern sich im Bedarfsfall nicht unbedingt sehr um Gesetze - ich finde, die beiden passen eigentlich ganz gut zusammen.


    Auf Sybilles Rolle in dieser Geschichte bin ich schon sehr neugierig: sie scheint eine Vertraute von Johann zu werden. Vor allem kann Johann ihr vertrauen, seinem Bruder kann er das ja nicht! Außerdem beobachtet sie genau und nimmt sich kein Blatt vor den Mund: sie berät ihn ehrlich und findet recht klare Worte.

    Dass er auf ihre Kinder aufpasst, finde ich richtig nett von ihm. Und solche Puppentheatervorstellungen waren damals ja recht verbreitet. Die beiden Buben sagen ihm dann ja auch die Wahrheit über sein Verhalten - Kindermund tut Wahrheit kund. In diesem Fall stimmt das ganz und gar.


    Johann ist für mich ein ambivalenter Charakter: einerseits mordet er recht schnell, andererseits möchte er helfen, macht eigentlich einen besonnenen und intelligenten Eindruck und versucht vor allem seinen Bruder von friedlicheren Methoden zu überzeugen. Sein Bruder hat ihn wieder aufgenommen, als er verletzt war, wofür Johann ihm sicher dankbar ist. Aber er weiß auch ganz genau, dass Bartholomäus von dem Mord weiß und dieses Wissen ihn erpressbar macht. Ich fürchte es wird zu einer entscheidenden Konfrontation zwischen den Brüdern kommen müssen.

  • Denkst du, dann würde er mit dem glücklich werden, was Bartholomäus macht?

    Nein, aber er könnte die Geschäfte wesentlich mehr nach seinem Gusto lenken. ;)

    Aber ich fürchte, dass Johann nicht wirklich klar ist, welches Ausmaß die illegalen Geschäfte seines Bruders haben und ich fürchte außerdem, dass er die Bösartigkeit seines Bruders unterschätzt.

    Ob Bartholomäus seinem Bruder gegenüber loyal sein wird?

  • Dass Kurt in der Mühle bleiben durfte, hat mich überrascht. Es spricht für Annas gutes Herz, aber gerade in den Zeiten, wo man auf das Geld achten musste, war ein Arbeiter, der nicht 100 % einsatzfähig war nur unnützer Ballast.

    Hättest du nicht an Annas Stelle ein schrecklich schlechtes Gewissen wegen Kurt? Immerhin hat er sich ja bei der Arbeit verletzt.

    Außerdem gibt es einige Arbeiten, die man auch mit einer Hand machen kann.


    Die Zeiten standen schlecht. Jeder musste schauen wo er bleibt und daher könnte ich schon verstehen, wenn Anna ihm gekündigt hätte.

    Anderseits könnte ich es mir von Annas Charakter schwer vorstellen. der Typus wäre sie nicht, auch wenn sie gegen den Schuldenberg ihres Vaters ankämpfen muss.

  • Mir bringt die Geschichte richtig viel Lesespaß und die Seiten fliegen nur so dahin. Ausserdem ist gestern mein bestelltes Buch angekommen und ich kann später weiterlesen.


    Sybille Stromer ist nicht nur eine geschundene Ehefrau, sondern hat ein kluges Köpfchen. Wie sie mit Bartholomäus den Vertrag zu ihren Gunsten aushandelt – super. Nun kann sie mit ihren beiden Söhnen im Haus wohnen bleiben. Ausserdem hat sie einen guten Blick dafür, wie es in Johann ausschaut. Er scheint neben seinem guten Herzen auch ein „Schurkengen“ in sich zu tragen. Nachdem was Marie heraus gefunden hat, hat es Johann mit dem, was gut und richtig ist, nie so genau genommen. Das hat in Kriegszeiten seinen Heerführern bestimmt gut gefallen. Hat man ihm einen Befehl gegeben, ist es erledigt worden, auch wenn man dafür ein paar Regeln brechen musste.

    Was Johann wieder total für mich eingenommen hat sind die Geschehnisse auf dem Marktplatz, wo er mit Markus und Lukas Stromer ein Puppentheaterstück anschaut. Obwohl er, wie er glaubt, nicht mit Kindern umgehen kann – die Beiden scheinen von ihm begeistert zu sein und ihn zu mögen.


    Dass Anna wieder auf Beutetour geht, gefällt mir gar nicht. Andererseits bleibt ihr aber auch fast nichts anderes übrig, wenn sie die restlichen Schulden ihres Vaters und die Löhne ihrer Arbeiter bezahlen will. Ich bin schon sehr gespannt, ob sie Heinrichs Einwände gegen das Schöpfen von Schreibpapier und damit das Privileg, das bei einem anderen liegt, übergehen wird.


    Dass Matthias indirekt für Bartholomäus arbeitet, hätte ich mir ja denken können. Ich bin nun absolut gespannt, wie die 5 aus Sorg wieder raus kommen wollen.

  • In diesem Abschnitt lernen wir Johann mehr kennen. Er nimmt es zwar mit den Regeln und Gesetzen nicht so ernst, aber er hat sein Herz wirklich am rechten Fleck.

    Ich denke auch, wenn es darauf ankommt, kann man sich auf ihn verlassen.

    Allerdings sieht ihr Mitarbeiter das teils ein wenig anders. Das Privileg scheint für ihn wirklich heilig zu sein, das er nicht antasten mag. Ich bin mal gespannt, wie sich das noch weiter entwickelt.

    Da bin ich auch gespannt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Anna sich irgendwann über ihn hinwegsetzen wird.

    Jaja, Johann sieht auf jeden Fall viel mehr in unserer Papiermüllerstochter als eine einfache Bürgerin der Stadt Nürnberg. 8o

    Ich denke auch, dass er nur noch nicht weiß, oder es nicht wahrhaben will, dass ihm die Papiermüllertochter nicht mehr aus dem Sinn geht.

    Kurt hat sie auch bei sich behalten, obwohl der Bader ihm die Hand abnehmen musste. Das finde ich ganz lieb von ihr, schließlich hat er sich in ihrer Mühle verletzt.

    Das finde ich auch richtig toll von ihr. Manch Anderer, der auf sein Geldsäckel schaut, hätte ihn ausgemustert. Egal, wie und wo er sich die Verletzung zugezogen hat.

    Jackel und Anna finden wieder weißen Stoff, aber das mit dem Schleier fand ich traurig. Da war vielleicht eine Braut die ermordet wurde.

    Als ich an die Braut gedacht habe, musste ich auch erst mal schlucken. Krieg ist einfach zu grausam.

  • Wieder ein sehr spannender Abschnitt! :)


    Johann wird mir immer unsympathischer. Die Wette mit seinem Bruder zeigt erneut ganz deutlich, wie unfassbar gerissen und perfide er ist. Der Kontakt von Marie und Sofie ist eine gute Idee, aber natürlich kommt er dahinter und versucht, mit Sofie zu spielen. So ein ekelhafter Kerl! X(


    Dass Anna die Schulden bei Krämer begleicht und mit Heinrich über die Herstellung von Schreibpapier spricht zeigt, wie ernst es ihr ist. Hoffentlich macht ihr Vater keine weiteren Dummheiten und sie kommen auch mit ehrlichen Aufträgen über die Runden.


    Ich glaube, Matthias ist gar nicht so verkehrt, wie er rüberkommt. Ich denke, der Spruch, dass er anfängt, Anna zu mögen, ist gleichzeitig auch ein Erkennen, dass sie beide im selben Boot sitzen und schauen müssen, wie sie über die Runden kommen. Leider gerät er über Silberzahn in den Dunstkreis von Johann – was wiederum sehr gefährlich für Anna werden könnte...