02 - Seite 105 bis Seite 218 (Kapitel "Bischof Ulrich" bis Ende Erster Teil)

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  • Der nächste Abschnitt spielt 200 Jahre später, diesen kleinen Blick konnte ich mir nicht verkneifen. ;) Es ist mir nämlich auch schwer gefallen, Abschied zu nehmen, jetzt, wo ich in gerade ins Herz geschlossen habe.

    Ja, danke, das habe ich inzwischen auch festgestellt. Und dabei habe ich gedacht, dass Arnulf genügend Stoff für ein eigenes Buch böte, wenn man jetzt nicht gerade die gesamte deutsche Geschichte abdecken will. ;-)


    Ich hätte mir gewünscht, dass er ihnen einmal einen Brief schreibt und Antwort bekommt.

    Zu der Zeit konnte nur der Klerus lesen und schreiben, und ein paar Adlige. Arnulf und seine Familie konnten das sicher nicht, und es war ja vom Klerus auch durchaus nicht gewünscht, dass das arme Volk iregndeine Form von Bildung hatte.

  • Der nächste Abschnitt spielt 200 Jahre später, diesen kleinen Blick konnte ich mir nicht verkneifen. ;) Es ist mir nämlich auch schwer gefallen, Abschied zu nehmen, jetzt, wo ich in gerade ins Herz geschlossen habe. Ein richtig toller Kerl war dieser Schmied und ich hätte ihn gerne weiter verfolgt.


    Hier ein Wort zu dem Gefühl, dass man den Figuren eines Abschnitts ein wenig nachtrauert, weil man gern mehr über sie gelesen hätte:


    Ich freu mich natürlich, wenn man meine Figuren mag und am liebsten ein ganzes Buch über sie gelesen hätte. Das zeigt mir, dass ich figurenmäßig etwas richtig mache. Aber das ist nicht das Konzept des Buchs. Das Konzept des Buchs ist eine Reise durch die deutsche Geschichte anhand der persönlichen Erlebnisse meiner Figuren mitten im Strudel gewisser historischer Ereignisse. Das Buch will ja nicht nur Geschichten erzählen, sondern eben auch die Entwicklung unseres Landes darstellen. Natürlich ohne wie ein Sachbuch rüberzukommen.

    Der rote Faden des Romans ist daher nicht nur die Familienverwandtschaft oder der Säbel, sondern die Entstehung Deutschlands über diesen langen Zeitraum. Jede Epoche hat ihr eignes "feeling" und zeigt, wie die Menschen zu jener Zeit gelebt haben und wie sich unser Land entwickelt hat. Mein ursprünglicher Arbeitstitel war "Land der Deutschen" gewesen. Das zeigt die Intention. Nur der Verlag fand den Titel zu langweilig, also wurde es "Land im Sturm", was ja auch passt.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Ja, im Mittelalter gab es Sippenhaftung, und zwar in Form von Bußgeldern, die einer Sippe für ein Verbrechen auferlegt wurden. Im Fall von Arnulfs Familie könnten das vielleicht Fronarbeiten oder überhaupt unentgeltliche Dienstleistungen gewesen sein. Sicher eine schwere wirtschaftliche Bürde für die Familie, aber keine körperlichen Strafen. Es müsste auch durch ein Gericht beschlossen werden und dazu müsste erst einmal ein neuer Vogt bestellt werden. Der neue Vogt muss nicht automatisch der Sohn gewesen sein. Damals gab es noch kein automatisches Erbrecht für solche Stellungen. Die Folgen für die Familie sind daher etwas unklar. Lassen wir es dabei.

    Danke für die Erläuterung. :)


    Einen Brief hätte er ja vielleicht schreiben lassen können.

    Wer hätte den denn vorlesen sollen, angenommen sie hätten einen Händler gefunden der ihn mitnimmt? Und wer hätte die Antwort schreiben sollen? Da hätten doch die, die Arnulf suchen, sofort gewusst, wo er steckt.

  • Die Schlacht am Lechfeld war sehr gut beschrieben, auch wenn in der Quelle von Widukind von Corvey das Gewitter nicht auftaucht, wobei es natürlich im August gut möglich war. Aber ob das dann unerwähnt geblieben wäre? So als "Fingerzeig Gottes"

    Dieser Widukind, ein Mönch, ist heute doch ziemlich umstritten. Die Chronisten dieser frühen Zeit waren keine Geschichtsschreiber, sondern sie schrieben Chroniken, um einen Herrscher zu huldigen und seine Taten in den Himmel zu loben. Es waren also eher Auftragsarbeiten dieser Herrscher und sind voll von Ungenauigkeiten und Schönfärberei. Das ist auch bei Widukind der Fall. Er hat den Feldzug nicht begleitet und war daher auch nicht Zeuge. Und vielleicht war es König Otto nicht angenehm in einer Chronik festzuhalten, dass das Wetter einen großen, wenn nicht den größten Anteil an seinem Sieg hatte. Denn dieser Sieg war für Otto ungemein wichtig, um seine Autorität im Land durchzusetzen.


    Heute ist es unstrittig, dass dieses gewaltige Gewitter und der tagelange Regen, die Flüsse hat übertreten und zu reißen Strömen werden lassen, so dass die heimkehrenden Ungarn die größten Schwierigkeiten hatten, sie zu überwinden. Und Ottos Bruder Heinrich hatte überall Wallburgen errichten lassen, aus denen dann Krieger strömten, um die versprengten Ungarn abzuschlachten.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Was das Familienleben und die Frauen betrifft, da ist Arnie Senior doch echt eine Seele von Mensch. Was er eigentlich mit den beiden anstellen hätte können, ganz legal. Laut der Bamberger Halsgerichtsordnung hätte Milan seinen Kopf verloren, während Hedi ihre Morgengabe verloren hätte und lebenslang eingesperrt wurde. Die Bambergensis gab es zwar erst in der Neuzeit, aber ob es sich so stark geändert hat, bezweifle ich. Also, da haben beide echt Dusel gehabt, das Arnulf so ein Schaf....äh Seele von Mensch ist.


    Ich hoffe, du verzeihst mir, wenn ich sage, die Bamberger Halsgerichtsordnung entstand 500 Jahre später und entspricht einem völlig anderen historischen Kontext. Das war "gerade noch" Mittelalter oder eher Renaissance und nicht vergleichbar mit dem 10. Jahrhundert, besonders nicht unter Bauern in einem kleinen Dorf. Und natürlich hätte ein eifersüchtiger Ehemann vielleicht anders als Arnulf gehandelt, aber er war ja gar nicht eifersüchtig. Er selbst hatte sich ja auch schon lange an diese unausgesprochene Dreieckskonstellation gewöhnt. Er war betrübt, dass Hedi nicht mit ihm ziehen wollte, das hatte er nicht erwartet, aber über den sogenannten Ehebruch war er nicht besonders aufgeregt. Er wusste es schon seit langem.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Erinnert stark an die Bücher von Cornwell und ja, Gablé. Ich hatte ganz deutlich das Gefühl, hier ging es schon auch darum, uns diese geschichtsträchtige Zeit, diese wichtige Schlacht historisch genau wiederzubringen.


    Im Buch ist diese Schlacht sehr genau beschrieben. Der Ort, die Aufstellung der beteiligten Einheiten und der Ablauf. Im Grunde ist sie ja auch falsch benannt, denn sie fand gar nicht auf dem Lechfeld statt, sondern an der Schmutter in der Nähe des großen Waldes. Das Lechfeld liegt südlich von Augsburg und war kurzeitig das Heerlager der Ungarn gewesen. Auch hier sieht man mal wieder, wie alte Chroniken täuschen können.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Wir können nichts weiter über Arnulfs Familie erfahren, weil er dorthin nicht zurückkehren kann. So bleibt die Frage offen und der Fantasie des Lesers überlassen.

    Das war mir schon klar (s.o.). Ich fände es dennoch interessant zu erfahren, ob es damals schon so etwas wie Sippenhaft gab. Hast du da irgendwelche Erkenntnisse?

    Na ja, ganz ungeschoren kam Arbnulfs Familie sicherlich nicht davon - befürchte ich. Immerhin gabs ja auch das System der Blutrache, oder?

    Ja, im Mittelalter gab es Sippenhaftung, und zwar in Form von Bußgeldern, die einer Sippe für ein Verbrechen auferlegt wurden. Im Fall von Arnulfs Familie könnten das vielleicht Fronarbeiten oder überhaupt unentgeltliche Dienstleistungen gewesen sein. Sicher eine schwere wirtschaftliche Bürde für die Familie, aber keine körperlichen Strafen. Es müsste auch durch ein Gericht beschlossen werden und dazu müsste erst einmal ein neuer Vogt bestellt werden. Der neue Vogt muss nicht automatisch der Sohn gewesen sein. Damals gab es noch kein automatisches Erbrecht für solche Stellungen. Die Folgen für die Familie sind daher etwas unklar. Lassen wir es dabei. :)

    Ah, danke für den Einblick - ich hoffe nur, dass die Sippenhaftung in dem Fall nicht allzu hoch ausgefallen ist *grusel* sowas kann eine Familie schon mal an den Rand des wirtschaftlichen Ruins treiben ...

    Ich freu mich natürlich, wenn man meine Figuren mag und am liebsten ein ganzes Buch über sie gelesen hätte. Das zeigt mir, dass ich figurenmäßig etwas richtig mache. Aber das ist nicht das Konzept des Buchs. Das Konzept des Buchs ist eine Reise durch die deutsche Geschichte anhand der persönlichen Erlebnisse meiner Figuren mitten im Strudel gewisser historischer Ereignisse. Das Buch will ja nicht nur Geschichten erzählen, sondern eben auch die Entwicklung unseres Landes darstellen. Natürlich ohne wie ein Sachbuch rüberzukommen.

    Der rote Faden des Romans ist daher nicht nur die Familienverwandtschaft oder der Säbel, sondern die Entstehung Deutschlands über diesen langen Zeitraum. Jede Epoche hat ihr eignes "feeling" und zeigt, wie die Menschen zu jener Zeit gelebt haben und wie sich unser Land entwickelt hat. Mein ursprünglicher Arbeitstitel war "Land der Deutschen" gewesen. Das zeigt die Intention. Nur der Verlag fand den Titel zu langweilig, also wurde es "Land im Sturm", was ja auch passt.

    Gerade dieses andere Konzept find ich echt spannend, auch wenn ich wehmütig an die drei Protas zurückdenken werde. Aber über das Konzept wusste ich ja auch vorher bescheid - von daher werd ich nicht ganz ins kalte Nass geworfen ;)

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Traders)

  • Wer hätte den denn vorlesen sollen, angenommen sie hätten einen Händler gefunden der ihn mitnimmt? Und wer hätte die Antwort schreiben sollen? Da hätten doch die, die Arnulf suchen, sofort gewusst, wo er steckt.

    Eigentlich war es nur ein geheimer Wunsch von mir. Und wenn Ulf das wirklich gewollt hätte, hätte er ja einen schreibenden Händler erfinden können, der über die Jahre einen Brief hin und einen Brief zurück hätte bringen können. ;) Eigentlich wollte ich mit all dem nur meine Verbundenheit mit den Akteuren bezeugen.

    Dass es sich hier um verschiedene Abschnitte und damit und verschiedene Akteure handelt, war mir ja von Anfang an klar. Man kann ja trotzdem bisschen "träumen".

  • Ich freu mich natürlich, wenn man meine Figuren mag und am liebsten ein ganzes Buch über sie gelesen hätte. Das zeigt mir, dass ich figurenmäßig etwas richtig mache.

    Vielleicht schreibst du ja noch mal einen Roman über den Ur-Arnulf? ;-)



    Das Buch will ja nicht nur Geschichten erzählen, sondern eben auch die Entwicklung unseres Landes darstellen. Natürlich ohne wie ein Sachbuch rüberzukommen.

    Ich bin sicher, das war uns allen klar, aber das hindert einen ja nicht daran, dass man neben dem geschichtlichen Asdpekt über die persönliche Situation der Protagonisten gerne mehr erfahren hätte. :-D

  • Wer hätte den denn vorlesen sollen, angenommen sie hätten einen Händler gefunden der ihn mitnimmt? Und wer hätte die Antwort schreiben sollen? Da hätten doch die, die Arnulf suchen, sofort gewusst, wo er steckt.

    Eigentlich war es nur ein geheimer Wunsch von mir. Und wenn Ulf das wirklich gewollt hätte, hätte er ja einen schreibenden Händler erfinden können, der über die Jahre einen Brief hin und einen Brief zurück hätte bringen können. ;) Eigentlich wollte ich mit all dem nur meine Verbundenheit mit den Akteuren bezeugen.

    Dass es sich hier um verschiedene Abschnitte und damit und verschiedene Akteure handelt, war mir ja von Anfang an klar. Man kann ja trotzdem bisschen "träumen".

    Aber natürlich! So ein Buch soll ja auch die Fantasie anregen. Wie könnte es weitergehen. Was wäre, wenn ... usw. :)

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Eigentlich war es nur ein geheimer Wunsch von mir. Und wenn Ulf das wirklich gewollt hätte, hätte er ja einen schreibenden Händler erfinden können, der über die Jahre einen Brief hin und einen Brief zurück hätte bringen können. ;) Eigentlich wollte ich mit all dem nur meine Verbundenheit mit den Akteuren bezeugen.

    Dass es sich hier um verschiedene Abschnitte und damit und verschiedene Akteure handelt, war mir ja von Anfang an klar. Man kann ja trotzdem bisschen "träumen".

    Aber natürlich! So ein Buch soll ja auch die Fantasie anregen. Wie könnte es weitergehen. Was wäre, wenn ... usw. :)

    Träumen kann man ja immer ;) vielleicht begegnen wir auch noch Nachfahren von ihnen in den nächsten Teilen!? ;)

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  • Aber natürlich! So ein Buch soll ja auch die Fantasie anregen. Wie könnte es weitergehen. Was wäre, wenn ... usw. :)

    Träumen kann man ja immer ;) vielleicht begegnen wir auch noch Nachfahren von ihnen in den nächsten Teilen!? ;)

    Auf jeden Fall! Gleich schon im nächsten Abschnitt. :)

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Die Schlacht am Lechfeld war sehr gut beschrieben, auch wenn in der Quelle von Widukind von Corvey das Gewitter nicht auftaucht, wobei es natürlich im August gut möglich war. Aber ob das dann unerwähnt geblieben wäre? So als "Fingerzeig Gottes"

    Dieser Widukind, ein Mönch, ist heute doch ziemlich umstritten. Die Chronisten dieser frühen Zeit waren keine Geschichtsschreiber, sondern sie schrieben Chroniken, um einen Herrscher zu huldigen und seine Taten in den Himmel zu loben. Es waren also eher Auftragsarbeiten dieser Herrscher und sind voll von Ungenauigkeiten und Schönfärberei. Das ist auch bei Widukind der Fall. Er hat den Feldzug nicht begleitet und war daher auch nicht Zeuge. Und vielleicht war es König Otto nicht angenehm in einer Chronik festzuhalten, dass das Wetter einen großen, wenn nicht den größten Anteil an seinem Sieg hatte. Denn dieser Sieg war für Otto ungemein wichtig, um seine Autorität im Land durchzusetzen.


    Heute ist es unstrittig, dass dieses gewaltige Gewitter und der tagelange Regen, die Flüsse hat übertreten und zu reißen Strömen werden lassen, so dass die heimkehrenden Ungarn die größten Schwierigkeiten hatten, sie zu überwinden. Und Ottos Bruder Heinrich hatte überall Wallburgen errichten lassen, aus denen dann Krieger strömten, um die versprengten Ungarn abzuschlachten.

    Jetzt hast du mich bei einem Fehler erwischt, der mir trotz meiner riesigen Begeisterung für das Mittelalter nicht passieren sollte: fehlende Quellenkritik. :totlach: Du hast natürlich vollkommen recht, Widukind war mit Ottos zweiter Ehefrau verwandt und schrieb, wenn ich das richtig im Kopf habe, seine Chronik für Ottos Tochter. Und hier gilt: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

    Hast du mir einen Buchtipp, wo die Schlacht nochmal unter die Lupe genommen wurde?

    Was das Familienleben und die Frauen betrifft, da ist Arnie Senior doch echt eine Seele von Mensch. Was er eigentlich mit den beiden anstellen hätte können, ganz legal. Laut der Bamberger Halsgerichtsordnung hätte Milan seinen Kopf verloren, während Hedi ihre Morgengabe verloren hätte und lebenslang eingesperrt wurde. Die Bambergensis gab es zwar erst in der Neuzeit, aber ob es sich so stark geändert hat, bezweifle ich. Also, da haben beide echt Dusel gehabt, das Arnulf so ein Schaf....äh Seele von Mensch ist.


    Ich hoffe, du verzeihst mir, wenn ich sage, die Bamberger Halsgerichtsordnung entstand 500 Jahre später und entspricht einem völlig anderen historischen Kontext. Das war "gerade noch" Mittelalter oder eher Renaissance und nicht vergleichbar mit dem 10. Jahrhundert, besonders nicht unter Bauern in einem kleinen Dorf. Und natürlich hätte ein eifersüchtiger Ehemann vielleicht anders als Arnulf gehandelt, aber er war ja gar nicht eifersüchtig. Er selbst hatte sich ja auch schon lange an diese unausgesprochene Dreieckskonstellation gewöhnt. Er war betrübt, dass Hedi nicht mit ihm ziehen wollte, das hatte er nicht erwartet, aber über den sogenannten Ehebruch war er nicht besonders aufgeregt. Er wusste es schon seit langem.

    Stimmt, aber das habe ich auch geschrieben. Ich hätte wohl eher den Sachsenspiegel als Quelle nennen müssen. Das er nicht besonders ärgerlich darüber war, merkt man ja. Ich finde diese Eigenschaft auch sehr liebenswert an ihm. Und praktisch, denn wenn es ihn schlimmer getroffen hätte, gefühlsmäßig, hätte ihn das ja vielleicht auch länger beschäftigt. So konnte er nach vorne blicken und neu anfangen.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Hast du mir einen Buchtipp, wo die Schlacht nochmal unter die Lupe genommen wurde?

    Für die Einzelheiten zur Schlacht habe ich dieses Buch studiert:

    "Die Schlacht auf dem Lechfeld" von Charles R. Bowlus (Professor für mittelalterliche Geschichte der Universität von Arkansas)

    Das Buch ist sehr detailliert und fasst die gegenwärtige Forschung zusammen.



    Das er nicht besonders ärgerlich darüber war, merkt man ja. Ich finde diese Eigenschaft auch sehr liebenswert an ihm. Und praktisch, denn wenn es ihn schlimmer getroffen hätte, gefühlsmäßig, hätte ihn das ja vielleicht auch länger beschäftigt. So konnte er nach vorne blicken und neu anfangen.


    Es ist ja über Jahre entstanden. Acht Jahre seit der Schlacht, glaube ich. Zeit genug, dass diese drei, die ja täglich zusammengelebt haben, wirklich intime Freunde geworden sind, Zeit genug für Hedi, sich in Milan zu verlieben. Irgendwann hat Arnulf das vielleicht mitbekommen, sich aber still verhalten. Milan war sein bester Freund geworden und es hat ihn nicht unbedingt gestört, dass da was zwischen Milan und Hedi lief. Vielleicht war er auch zu bequem, die beiden zu konfrontieren. Hedi hat ihn ja nicht vernachlässigt. Sie hatten ein gutes Leben zusammen und Milan und Hedi waren sicher auch sehr diskret. Das Leben ist ja nicht immer schwarz/weiß. :)

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Danke für den Tipp! Da werde ich, wenn das neue Semester startet mal gucken.


    Gottseidank ist das Leben nicht schwarz/weiß! das wäre vielleicht langweilig :)

    Vielleicht hatte er auch Angst, wie sich die beiden dann entscheiden? Das es sich jetzt trennt war ja Eberhards "Schuld".

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Ich freu mich natürlich, wenn man meine Figuren mag und am liebsten ein ganzes Buch über sie gelesen hätte. Das zeigt mir, dass ich figurenmäßig etwas richtig mache. Aber das ist nicht das Konzept des Buchs. Das Konzept des Buchs ist eine Reise durch die deutsche Geschichte anhand der persönlichen Erlebnisse meiner Figuren mitten im Strudel gewisser historischer Ereignisse. Das Buch will ja nicht nur Geschichten erzählen, sondern eben auch die Entwicklung unseres Landes darstellen. Natürlich ohne wie ein Sachbuch rüberzukommen.

    Der rote Faden des Romans ist daher nicht nur die Familienverwandtschaft oder der Säbel, sondern die Entstehung Deutschlands über diesen langen Zeitraum. Jede Epoche hat ihr eignes "feeling" und zeigt, wie die Menschen zu jener Zeit gelebt haben und wie sich unser Land entwickelt hat. Mein ursprünglicher Arbeitstitel war "Land der Deutschen" gewesen. Das zeigt die Intention. Nur der Verlag fand den Titel zu langweilig, also wurde es "Land im Sturm", was ja auch passt.

    Deine Figuren sind gelungen, wie immer. Ich finde aber auch das Konzept dieses Buches gut und kann jetzt schon sagen, dass es mir eben gut gefällt. Einige Ereignisse habe ich natürlich schon in anderen Romanen gelesen, aber es macht Spaß hier alles noch mal zusammengefasst zu lesen.

  • Auf den Weg nach nach Augsburg entwickelt Heidi immer mehr Symphatien für Arnulf. Zum Glück sind sie keinen weiteren Ungarn begegnet und sind gut in der Stadt angekommen. Ich fand es rührend,dass Arnulf für Heidi von der Wäscheleine fremder Leute etwas zum anziehen stiehlt.

    Doch ein neues Leben erwartet sie dort nicht. Die Kunde, dass die Ungarn im Anmarsch sind hat sich schon weit verbreitet. Und wer kann rettet sich nach Augsburg.

    Der Schutzwall, in keinem guten Zustand, das Tor noch vom letzten Angriff kaputt. So müssen alle verfügbaren Männer bei den Angriffen der Ungarn mithelfen, alles zu verteidigen was es zu verteidigen gilt.

    Bei diesen Kämpfen, lernt Arnulf Ewalt kennen. Arnulf rettete ihm das Leben und Ewalt zeigt sich sehr großzügig. Später wird Arnulf an der Seite von Ewalt mit König Otto ins Feld ziehen.


    Sogar Bischof Ulrich kämpft an vorderster Front. Dies bringt im viel Hochachtung ein, sogar König Otto würdigt diesen Mut. Bischof Ulrich schien ein sehr gerechter Mann gewesen zu sein. Vor allem hat er sich um die Menschen gesorgt und gekümmert.


    Heidi und Arnulf hatten auf ihrem Weg ein Gespräch, bei dem es darum ging was Arnulf Befriedigung bringt. Zu erst konnte sie das überhaupt nicht verstehen. Doch als sie den Verletzten geholfen hat, da wusste sie worum es ging. Mein erster Gedanke war, das sie vielleicht in Zukunft darin ihre Berufung gefunden hat. Anderen helfen. Da wusste ich allerdings noch nicht was geschehen wird.

    Schon während der Tage in der Stadt, zeichnete sich ab,wie gern die beiden sich haben. Heidis Angst um Arnulf war einfach herzzerreißend.


    Über die Schlacht mit König Otto gegen die Ungarn habe ich schon einmal in einem anderen Roman gelesen. Daher wusste ich auch über die Schwäche der geleimten Bögen der Ungarn und das sie sie bei diesem Wetter nicht einsetzen konnten.

    Die Schlacht war blutig und brutal und wie von Ulf gewohnt, bis ins Detail sehr bildlich beschrieben. Arnulf steht am Ende mitten im Schlachtfeld, zwischen all den Toten und Verletzten die vor Schmerzen wimmern oder gar schreien.

    Ich stell mir das so grausam vor. So einen Anblick von all den Leichen, die aufgeschlitzten Leiber und das viele Blut von Mensch und Tier welches die Erde getränkt hat.


    Als er dann Milan entdeckt und diesem hilft, war ich sehr erstaunt. Sicher war es nicht Milan der Heidi geschändet hat, aber er war ein Ungar. Ach Arnulf hat einfach ein großes Herz.

    Nach der Schlacht, die den Ungarn keinen Erfolg gebracht hat und es Tausende Tote gab, entscheidet Arnulf, mit Heidi in ihr Dorf zurück zu kehren. Mit dabei, Milan, dem Arnulf die Freiheit geschenkt hat. Doch Milan zieht mit ihnen.

    Ewalt bedauert das Arnulf nicht mit ihm geht, bietet ihm aber an, wenn er möchte nach Lümborg zu kommen.


    In Heidis Dorf sind alle glücklich über die Rückkehr der Tochter. Es wurde geheiratet und Heidi bekam drei Kinder.

    Ich war sehr traurig, dass sie den kleinen Arnulf nicht annehmen wollte. Das kann einem schon das Herz brechen. Um so schöner, dass Arnulf sich des Jungen angenommen hat. Es entstand ein starkes Band Gewürzen den beiden und der kleine weicht nicht mehr von seiner Seite.

    Sie haben sich vieles aufgebaut und führten das Leben, welches sich Arnulf immer gewünscht hat. Milan ist ihm wie ein Bruder geworden.

    Plötzlich ist alles nicht mehr wie es war. Eberhard erscheint auf ihrem Hof und es kommt bis zum Äußersten. Wieder musste Arnulf töten, obwohl er es nicht wollte. Es blieb ihm tatsächlich keine andere Wahl. Wer weiß schon was Eberhard mit Heidi, Milan und den Kindern gemacht hätte.

    Was dann ans Tageslicht kam hat mich erschreckt. Wenn ich mit vielem gerechnet hätte, aber niemals damit. Heidi und Milan!!! Etwas bin ich von Heidi enttäuscht gewesen, konnte es nicht verstehen. Aber nun, sie liebte wohl tatsächlich beide Männer.

    Aber für Arnulf tat es mir sehr leid, wieder muss er weggehen und von vorne anfangen. Den kleinen Arnulf nimmt er mit. Milan schenkt ihm zum Abschied seinen Säbel. Was für eine Tragödie.

  • Ihr hab schon schon so viel diskutiert und erläutert, dass mir nicht mehr viel zu schreiben bleibt. Hab auch noch nicht richtig den Kopf frei, da mein Schwiegervater immer noch im Ungewissem ist und erst morgen erfährt wie es nun weitergehen wird und kann.


    Aber zu Ottos Schlacht fällt mir noch etwas ein. In Rebecca Gable ihren Roman über Otto ging es auch um die diese Schlacht. Dort wird auch erwähnt, dass der Regen ( Gewitter ) dem Heer zu Hilfe kam. Denn die Bögen der Ungarn waren geleimt und durch den Regen zu nichts mehr zu gebrauchen. Auch im Anschluss, blieb das Unwetter.

  • Eigentlich war es nur ein geheimer Wunsch von mir. Und wenn Ulf das wirklich gewollt hätte, hätte er ja einen schreibenden Händler erfinden können, der über die Jahre einen Brief hin und einen Brief zurück hätte bringen können. ;) Eigentlich wollte ich mit all dem nur meine Verbundenheit mit den Akteuren bezeugen.

    Dass es sich hier um verschiedene Abschnitte und damit und verschiedene Akteure handelt, war mir ja von Anfang an klar. Man kann ja trotzdem bisschen "träumen".

    Aber natürlich! So ein Buch soll ja auch die Fantasie anregen. Wie könnte es weitergehen. Was wäre, wenn ... usw. :)

    Bei mir gehen meine Fantasien auch immer auf Abwegen. Ich finde aber, dass das ein gutes Zeichen ist und eigentlich ein Lob für den Autor/in. Denn dann ist man ganz tief in das Geschehen eingetaucht. Wenn es nun anders kommt wie erwartet, fange ich von vorne an in die neue Situation einzutauchen . Oft kommen bei mir natürlich auch die Fragen.....was wäre wenn ..... hätte man nicht ...was ist aus anderen geworden......und so weiter. Und schon wieder gehen Gedanken auf Wanderschaft:)