04 - Seite 294 bis Seite 398 (Kapitel "Lubeke" bis Ende zweiter Teil)

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  • Schon wieder geht eine geschuchtliche Epoche zuende und ich darf schon wieder Abschied nehmen von nun mehr liebgewonnenen Figuren. Und diesmal sogar ein für alle Mal, da Gero ja gestorben ist - hach, schade! Aber der Säbel ist jetzt in der Hand einer Wendin (schreibt man das so?) und ich bin furchtbar gespannt, wohin die Zeit ihn nun verschlägt. Ich finde die Idee echt schön, außer den Familienbanden noch den Säbel als wiederkehrendes Moment in der Erzählung zu haben.


    Mir sagt auch das Buchkonzept immer mehr zu, muss ich sagen. So haben wir zwar immer nur kurze Episoden, können uns aber auf Abwechslung freuen. Spannend! Und mal eine Abwechslung.


    Ich muss gestehen, dass mir das Ende sogar mehr zu gesagt hat, als eine sich anbahnende Liebesgeschichte. Die hatten wir ja im letzten Teil genügend thematisiert und wenn es in diesem schon wieder so gekommen wäre, hätte es mich glaub ich etwas genervt ;)


    Es kam ja wirklich noch zu Schererien (oder einer Meuterei) zwischen Erik und seinen Matrosen. Wie wir schon vermutet haben - zum Glück ist alles gut ausgegangen und Erik kam als "reicher" Mann nach Hause. Ob das zu der Zeit oft so war? Mhm ... das würde mich mal interessieren ... Aber es kam ja schlussendlich doch noch raus, dass er gestohlen hat. Und es hat ihn um seinen besten Mann gebracht. Gero ist wirklich eher ein Bauchentscheider, wenn er sich den Dänen anschließt und erst dann darüber nachdenkt, dass sie ja auch rauben ... "Ist das im Krieg erlaubt?" ... yay


    Und Arnulf hat seine Abstinenz durchgehalten. Das hätte ich nicht gedacht - aber umso mehr freu ich mich natürlich! =)

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Traders)

  • Ein besonders kriegerischer Abschnitt und sehr tragisches Ende.

    Ich muss gestehen, dass mir das Ende sogar mehr zu gesagt hat, als eine sich anbahnende Liebesgeschichte. Die hatten wir ja im letzten Teil genügend thematisiert und wenn es in diesem schon wieder so gekommen wäre, hätte es mich glaub ich etwas genervt ;)

    Wenn jeder Abschnitt nach dem gleichen Schema F abliefe, dann wäre das ja fürchterlich. Aber da bin ich zuversichtlich, dass Ulf uns jedes Mal wieder überrascht. Ich muss auch nicht immer ein Happy-Liebes-Ende haben. Auch ein trauriges realistisches Ende hat was. Ich mochte Gero ja fast noch lieber als Arnulf den Ersten. Dass er tatsächlich Beobachter und kein Kämpfer war, fand ich sehr konsequent von ihm. Mich hat überrascht, dass niemand ihn zum mitkämpfen animiert oder gar gezwungen hat. Das er dann trotzdem starb war natürlich traurig aber leider starben ja viele Zivilisten, denke ich.


    Interessant waren für mich die politischen Abläufe also auch die Frage, wem gehörte das Land, wer war hier der Vertriebene, wer der Erobrerer. Jede Partei fühlte sich im Recht. Und die Religion wird vorgeschoben ist aber eigentlich nicht der wahre Grund. Das passt wirklich auch in unsere Zeit, denke ich.

    Auch die Frage, ob Erik nicht der gleiche Dieb ist wie die Wenden, die Lubeke ausplündern hat mir gefallen. Solche Betrachtungen passen sehr gut zum Thema des Buches. Es ist schon ein bisschen eine Lehrstunde. Allerdings eine sehr sehr vergnügliche. Ein Buch, welches zum mit- und nachdenken anregt.



    Aber der Säbel ist jetzt in der Hand einer Wendin (schreibt man das so?) und ich bin furchtbar gespannt, wohin die Zeit ihn nun verschlägt.

    Schon witztig, dass hier ein Säbel eine Art Nebenrolle übernimmt. Und wir warten jetzt gespannt drauf, wo und wann er wieder auftaucht. ^^

  • Auch die Frage, ob Erik nicht der gleiche Dieb ist wie die Wenden, die Lubeke ausplündern hat mir gefallen. Solche Betrachtungen passen sehr gut zum Thema des Buches. Es ist schon ein bisschen eine Lehrstunde. Allerdings eine sehr sehr vergnügliche. Ein Buch, welches zum mit- und nachdenken anregt.

    Es gibt Geschichten um die Hanse, Lübecker Kaufleute, Störtebecker, etc. Aber wenig ist bekannt über die dramatische Entstehung der später so mächtigen Stadt Lübeck und dass sie von Flüchtlingen der alten Wendenburg Liubice errichtet wurde. Und es ist sicher auch vielen gar nicht bewusst, dass östlich der Elbe alles von Slawen besiedelt und beherrscht war. Während der Völkerwanderung zur späten Römerzeit waren diese Gebiete von Germanenstämmen verlassen worden. Und dorthin waren die Slawen nachgerückt. Die slawischen Stämme haben auch eine interessante Geschichte, bis die sächsischen Herzöge ein begehrliches Auge auf diese Regionen geworfen haben. Und natürlich wurden die Slawen dann im Laufe der Generationen zu "waschechten Deutschen" integriert. :totlach:

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Es gibt Geschichten um die Hanse, Lübecker Kaufleute, Störtebecker, etc. Aber wenig ist bekannt über die dramatische Entstehung der später so mächtigen Stadt Lübeck und dass sie von Flüchtlingen der alten Wendenburg Liubice errichtet wurde. Und es ist sicher auch vielen gar nicht bewusst, dass östlich der Elbe alles von Slawen besiedelt und beherrscht war. Während der Völkerwanderung zur späten Römerzeit waren diese Gebiete von Germanenstämmen verlassen worden. Und dorthin waren die Slawen nachgerückt. Die slawischen Stämme haben auch eine interessante Geschichte, bis die sächsischen Herzöge ein begehrliches Auge auf diese Regionen geworfen haben. Und natürlich wurden die Slawen dann im Laufe der Generationen zu "waschechten Deutschen" integriert. :totlach:

    Die Frage ist vielleicht auch, wie weit man zurück geht. Eigentlich ist ja alles ein hin und her in Europa. Wenn man bedenkt, was die Römer alles mal "besessen" haben und dass die "Deutschen" Kaiser später überall in Europa saßen. Oder die Normannen in Italien und wer alles in Spanien unterwegs war. Ein großes Kuddelmuddel. Und eigentlich auch spannend, dass da manches noch heute Auswirkungen hat oder unterschwellige Abneigungen.

  • Es gibt Geschichten um die Hanse, Lübecker Kaufleute, Störtebecker, etc. Aber wenig ist bekannt über die dramatische Entstehung der später so mächtigen Stadt Lübeck und dass sie von Flüchtlingen der alten Wendenburg Liubice errichtet wurde. Und es ist sicher auch vielen gar nicht bewusst, dass östlich der Elbe alles von Slawen besiedelt und beherrscht war. Während der Völkerwanderung zur späten Römerzeit waren diese Gebiete von Germanenstämmen verlassen worden. Und dorthin waren die Slawen nachgerückt. Die slawischen Stämme haben auch eine interessante Geschichte, bis die sächsischen Herzöge ein begehrliches Auge auf diese Regionen geworfen haben. Und natürlich wurden die Slawen dann im Laufe der Generationen zu "waschechten Deutschen" integriert. :totlach:

    Die Frage ist vielleicht auch, wie weit man zurück geht. Eigentlich ist ja alles ein hin und her in Europa. Wenn man bedenkt, was die Römer alles mal "besessen" haben und dass die "Deutschen" Kaiser später überall in Europa saßen. Oder die Normannen in Italien und wer alles in Spanien unterwegs war. Ein großes Kuddelmuddel. Und eigentlich auch spannend, dass da manches noch heute Auswirkungen hat oder unterschwellige Abneigungen.

    Ja, das stimmt. Ich finde das faszinierend. Und wenn man da ein bisschen einsteigt, wie Europa entstanden ist, dann versteht man auch so Einiges aus unserer heutigen Zeit. Europa ist ein riesigen Schmelztigel. Umso idiotischer diese nationalistischen Sprüche einiger Leute. Es gab nie "ein deutsches Volk". Wir sind genauso wie Franzosen, Italiener oder Engländer eine Mischung von Menschen verschiedener Herkunft. Und auch der Begriff "Leitkultur" ist m. E. idiotisch. Was soll das bitte denn sein, eine deutsche Leitkultur. Unsere Kultur ändert sich ständig durch externe Einflüsse. Durch Einwamderer, ja, aber noch viel mehr durch neue Technologien, durch amerikanische Filme und Rockbands, durch schwedische Ideen des Zusammenlebens, durch italienische Küche. Wir reisen nach Thailand und sitzen nicht mehr mit der Klampfe am Lagerfeuer und singen Volkslieder. Wenn ich nur daran denke, wie sich unsere Kultur seit meiner Kindheit verändert hat, dann kann man von deutscher Leitkultur bestimmt nicht reden.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Wenn ich nur daran denke, wie sich unsere Kultur seit meiner Kindheit verändert hat, dann kann man von deutscher Leitkultur bestimmt nicht reden.

    Stimmt. Allein schon die Vorstellung, welche Charaktereigenschaften die Völker so hätten. Wir wären alle Spießer und immer pünktlich usw. Totaler Blödsinn. Das merkt man ja spätestens, wenn Kinder aus fremden Ländern in deutschen Familien aufwachsen (oder umgekehrt). Da gibt es keine Unterschiede mehr.

    Und auch die Nordamerikaner sind ja eigentlich so ein Konklumerat. Da noch zusätzlich mit vielen Afrikanischen Wurzeln. Bei denen ist die Zeitspanne nur etwas kürzer. Bei uns Europäern geht das ja schon seit Jahrtausenden so.

  • Also, diesmal fand ich es etwas schwieriger, gewöhnungsbedürftig fand ich vor allem die Ortsnamen.

    Viele sind einfach anders als heute und da musste ich ein paar nachlesen. Erik hat insgesamt viel relaxter reagiert, als er den unerwarteten Familienzuwachs gesehen hat. Aber hier galt dann einfach Blut ist dicker wie Wasser.

    Es kam ja jetzt auch Licht ins Dunkel, was die "Schande" von Irmhild betrifft. Ich dachte, sie hätte eine Liebschaft mit Erik gehabt und musste deshalb heiraten. Ob die Geschichte mit dem Vogtsohn tatsächlich so freiwillig war? Oder hätte sie eine Wahl gehabt, und hätte sich dem entziehen können?

    Und wie befürchtet, kam auch die Geschichte mit dem Diebstahl raus, Lügen haben eben kurze Beine. Auch wenn ich finde, wie Gero ja später selbst sagt, dass er da etwas überreagiert. Mich wundert auch, das es mit Ludger so gut geklappt hat Ich muss gestehen, ich habe ihm bis zum Ende des Kapitels misstraut. Die Grausamkeit der Schlacht kamen, find eich sehr gut rüber. Und auch die Sinnlosigkeit. Aber die Brandstifter kriegen dafür ihre Strafe. Wie heißt das Sprichwort? Gottes Mühlen mahlen langsam, aber stetig.

    Was mir an dem Format wirklich gefällt ist, dass es zwar in der Zeit immer weitergeht, aber man trotzdem immer die gleichen Leute trifft, zumindest aus gleichen Familien. Ich glaube, mit immer neuen Personen wäre das Buch nicht so gut zu lesen und viel verwirrender.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Auch die Frage, ob Erik nicht der gleiche Dieb ist wie die Wenden, die Lubeke ausplündern hat mir gefallen. Solche Betrachtungen passen sehr gut zum Thema des Buches. Es ist schon ein bisschen eine Lehrstunde. Allerdings eine sehr sehr vergnügliche. Ein Buch, welches zum mit- und nachdenken anregt.

    Es gibt Geschichten um die Hanse, Lübecker Kaufleute, Störtebecker, etc. Aber wenig ist bekannt über die dramatische Entstehung der später so mächtigen Stadt Lübeck und dass sie von Flüchtlingen der alten Wendenburg Liubice errichtet wurde. Und es ist sicher auch vielen gar nicht bewusst, dass östlich der Elbe alles von Slawen besiedelt und beherrscht war. Während der Völkerwanderung zur späten Römerzeit waren diese Gebiete von Germanenstämmen verlassen worden. Und dorthin waren die Slawen nachgerückt. Die slawischen Stämme haben auch eine interessante Geschichte, bis die sächsischen Herzöge ein begehrliches Auge auf diese Regionen geworfen haben. Und natürlich wurden die Slawen dann im Laufe der Generationen zu "waschechten Deutschen" integriert. :totlach:

    Das war auch mir völlig neu. Sehr spannend für uns heute, für die damals bestimmt unschön

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Schon seltsam, wenn man sich überlegt, Brandenburg, das spätere Preußen und unsere Hauptstadt Berlin sind erst im 12. Jahrhundert zu uns gekommen. Meine Großmutter stammt von den Wenden ab, irgendwo aus der Gegend um Berlin.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Schon seltsam, wenn man sich überlegt, Brandenburg, das spätere Preußen und unsere Hauptstadt Berlin sind erst im 12. Jahrhundert zu uns gekommen. Meine Großmutter stammt von den Wenden ab, irgendwo aus der Gegend um Berlin.

    Das ist im Vergleich zum Rest echt "jung"

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Hier erleben wir die Schlacht um Dobin zusagen hautnach mit. Wieder einmal wird klar, wie brutal diese Kriege damals waren und auch leider heute noch sind. Das Gero so einfach nur beobachten konnte, fand ich schon spannend. Leider hat er dann die falsche Entscheidung getroffen, als er sich auf die Suche nach dem zweiten Heer gemacht hat. Das Treffen mit dem Ritter und den Brandstiftern war dann allerdings wieder spannend. Aber irgendwie trifft Gero auch hier wieder die falschen Entscheidungen. Sein Gefühl hat ihm doch gleich gesagt, geh weiter und schließ dich ihnen nicht an. Für sein Leben konnte er dann wenigstens das des Mädchens retten. Der Ritter macht auch noch mal ziemlich deutlich klar, dass es in diesem Krieg doch eigentlich nur um Geld und Macht geht. Das die Wenden auch noch getauft werden, ist quasi nur ein Nebenefekt. Zumal viele Wenden zu diesem Zeitpunkt ja schon Christen sind. Obwohl ich schon einige Bücher gelesen habe, die von dem Wendenkreuzzug erzählen, fand ich es auch hier wieder interessant.

    Mir sagt auch das Buchkonzept immer mehr zu, muss ich sagen. So haben wir zwar immer nur kurze Episoden, können uns aber auf Abwechslung freuen. Spannend! Und mal eine Abwechslung.

    Ich finde das Konzept klasse. Man bekommt einen schönen Überblick über die zeitlichen Abläufe und Gleichzeitig spannende Geschichten von den Menschen zu lesen.

    Ich muss gestehen, dass mir das Ende sogar mehr zu gesagt hat, als eine sich anbahnende Liebesgeschichte. Die hatten wir ja im letzten Teil genügend thematisiert und wenn es in diesem schon wieder so gekommen wäre, hätte es mich glaub ich etwas genervt

    Eigentlich war ich schon traurig, dass ausgerechnet Gero sterben mußte. Gerade er, der die Freiheit so liebte und das Abenteuer gesucht hat. Ihm hätte ich gewünscht in einem Wendendorf glücklich zu werden. Aber du hast sicher recht, nicht jeder Abschnitt kann mit einem Happy End enden.

    Wenn jeder Abschnitt nach dem gleichen Schema F abliefe, dann wäre das ja fürchterlich. Aber da bin ich zuversichtlich, dass Ulf uns jedes Mal wieder überrascht. Ich muss auch nicht immer ein Happy-Liebes-Ende haben. Auch ein trauriges realistisches Ende hat was. Ich mochte Gero ja fast noch lieber als Arnulf den Ersten. Dass er tatsächlich Beobachter und kein Kämpfer war, fand ich sehr konsequent von ihm. Mich hat überrascht, dass niemand ihn zum mitkämpfen animiert oder gar gezwungen hat. Das er dann trotzdem starb war natürlich traurig aber leider starben ja viele Zivilisten, denke ich.

    Solange ich ein Ende irgendwie nachvollziehen kann, finde ich es in Ordnung, wenn auch mal ein geliebter Charakter stirbt.

  • Hier erleben wir die Schlacht um Dobin zusagen hautnach mit. Wieder einmal wird klar, wie brutal diese Kriege damals waren und auch leider heute noch sind. Das Gero so einfach nur beobachten konnte, fand ich schon spannend. Leider hat er dann die falsche Entscheidung getroffen, als er sich auf die Suche nach dem zweiten Heer gemacht hat. Das Treffen mit dem Ritter und den Brandstiftern war dann allerdings wieder spannend. Aber irgendwie trifft Gero auch hier wieder die falschen Entscheidungen. Sein Gefühl hat ihm doch gleich gesagt, geh weiter und schließ dich ihnen nicht an. Für sein Leben konnte er dann wenigstens das des Mädchens retten. Der Ritter macht auch noch mal ziemlich deutlich klar, dass es in diesem Krieg doch eigentlich nur um Geld und Macht geht. Das die Wenden auch noch getauft werden, ist quasi nur ein Nebenefekt. Zumal viele Wenden zu diesem Zeitpunkt ja schon Christen sind. Obwohl ich schon einige Bücher gelesen habe, die von dem Wendenkreuzzug erzählen, fand ich es auch hier wieder interessant.

    Mir sagt auch das Buchkonzept immer mehr zu, muss ich sagen. So haben wir zwar immer nur kurze Episoden, können uns aber auf Abwechslung freuen. Spannend! Und mal eine Abwechslung.

    Ich finde das Konzept klasse. Man bekommt einen schönen Überblick über die zeitlichen Abläufe und Gleichzeitig spannende Geschichten von den Menschen zu lesen.

    Sind nicht alle Kriege irgendwie wegen Geld oder Macht? Ich hätte Gero gewünscht, dass er weiterleben kann.

    Ich finde, das Buch ist ein Spaziergang durch die Zeit und man trifft ständig alte Bekannte und denkt sich: Hey, das ist doch bestimmt, der Ur-Ur-Ur-Urenkel/Neffe/Nichte etc von dem und dem:)

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Hier erleben wir die Schlacht um Dobin zusagen hautnach mit. Wieder einmal wird klar, wie brutal diese Kriege damals waren und auch leider heute noch sind. Das Gero so einfach nur beobachten konnte, fand ich schon spannend. Leider hat er dann die falsche Entscheidung getroffen, als er sich auf die Suche nach dem zweiten Heer gemacht hat. Das Treffen mit dem Ritter und den Brandstiftern war dann allerdings wieder spannend. Aber irgendwie trifft Gero auch hier wieder die falschen Entscheidungen. Sein Gefühl hat ihm doch gleich gesagt, geh weiter und schließ dich ihnen nicht an. Für sein Leben konnte er dann wenigstens das des Mädchens retten. Der Ritter macht auch noch mal ziemlich deutlich klar, dass es in diesem Krieg doch eigentlich nur um Geld und Macht geht. Das die Wenden auch noch getauft werden, ist quasi nur ein Nebenefekt. Zumal viele Wenden zu diesem Zeitpunkt ja schon Christen sind. Obwohl ich schon einige Bücher gelesen habe, die von dem Wendenkreuzzug erzählen, fand ich es auch hier wieder interessant.

    Ich finde das Konzept klasse. Man bekommt einen schönen Überblick über die zeitlichen Abläufe und Gleichzeitig spannende Geschichten von den Menschen zu lesen.

    Sind nicht alle Kriege irgendwie wegen Geld oder Macht? Ich hätte Gero gewünscht, dass er weiterleben kann.

    Ich finde, das Buch ist ein Spaziergang durch die Zeit und man trifft ständig alte Bekannte und denkt sich: Hey, das ist doch bestimmt, der Ur-Ur-Ur-Urenkel/Neffe/Nichte etc von dem und dem:)

    Genau. Das war die Idee. Schön, wenn es funktioniert. :)

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Es gibt Geschichten um die Hanse, Lübecker Kaufleute, Störtebecker, etc. Aber wenig ist bekannt über die dramatische Entstehung der später so mächtigen Stadt Lübeck und dass sie von Flüchtlingen der alten Wendenburg Liubice errichtet wurde. Und es ist sicher auch vielen gar nicht bewusst, dass östlich der Elbe alles von Slawen besiedelt und beherrscht war. Während der Völkerwanderung zur späten Römerzeit waren diese Gebiete von Germanenstämmen verlassen worden. Und dorthin waren die Slawen nachgerückt. Die slawischen Stämme haben auch eine interessante Geschichte, bis die sächsischen Herzöge ein begehrliches Auge auf diese Regionen geworfen haben. Und natürlich wurden die Slawen dann im Laufe der Generationen zu "waschechten Deutschen" integriert. :totlach:

    "Gottes Freund, und aller Welt Feind" xD Störtebecker gelangt ja heute noch auf der Insel Rügen allsommerlich zu Berühmtheit. Finde ich immer sehr sehr lustig (und gut inszeniert, obwohl die historische Korrektheit angezweifelt werden darf ;)


    Ja, das stimmt. Ich finde das faszinierend. Und wenn man da ein bisschen einsteigt, wie Europa entstanden ist, dann versteht man auch so Einiges aus unserer heutigen Zeit. Europa ist ein riesigen Schmelztigel. Umso idiotischer diese nationalistischen Sprüche einiger Leute. Es gab nie "ein deutsches Volk". Wir sind genauso wie Franzosen, Italiener oder Engländer eine Mischung von Menschen verschiedener Herkunft. Und auch der Begriff "Leitkultur" ist m. E. idiotisch. Was soll das bitte denn sein, eine deutsche Leitkultur. Unsere Kultur ändert sich ständig durch externe Einflüsse. Durch Einwamderer, ja, aber noch viel mehr durch neue Technologien, durch amerikanische Filme und Rockbands, durch schwedische Ideen des Zusammenlebens, durch italienische Küche. Wir reisen nach Thailand und sitzen nicht mehr mit der Klampfe am Lagerfeuer und singen Volkslieder. Wenn ich nur daran denke, wie sich unsere Kultur seit meiner Kindheit verändert hat, dann kann man von deutscher Leitkultur bestimmt nicht reden.

    ach Ulf, da sprichst du so ein wahres Wort. Mir kräuseln sich immer die Zehnägel, wenn ich andere von der Deutschen Kultur reden hören - oder vom Deutsch sein. Ganz ganz grausig - unterliegen wir doch allerlei Einflüssen! Ich wurde zB von meinem Phänotyp auch schon oft in den Süden Europas eingeordnet - obwohl meine Großeltern und Urgroßeltern aus der Rhön stammen. Aber keiner hat nachgefragt, woher ihre Ahnen stammen *augenroll*



    Eigentlich war ich schon traurig, dass ausgerechnet Gero sterben mußte. Gerade er, der die Freiheit so liebte und das Abenteuer gesucht hat. Ihm hätte ich gewünscht in einem Wendendorf glücklich zu werden. Aber du hast sicher recht, nicht jeder Abschnitt kann mit einem Happy End enden.

    Genau ... ich bin gespannt auf den Nächsten Abschnitt =)

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  • Sind nicht alle Kriege irgendwie wegen Geld oder Macht? Ich hätte Gero gewünscht, dass er weiterleben kann.

    Ja, aber dem Volk wird es doch immer anders verkauft, oder? Kein Herrscher sagt, ich möchte mein Säckel füllen und mehr Land haben.

    da bezweifle ich aber auch, dass sich das Volk den wahren Grund nichtg selbst denken konnte. Natürlich hat ein bestimmter Prozentsatz aus dem Glauben heraus gekämpft. Aber genauso gab es Plündrungen u.a., die dem Einzelnen, der mit in den Krieg gezogen ist, die Tasche gefüllt hat ...

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  • Also ich nehme mal den zweiten Weltkrieg als Beispiel, da haben die Nazis schon viel Propaganda gemacht, die dem Volk vorgegaukelt hat, der Feind hätte angefangen, die Juden wären gefährlich und Schuld an der schlechten Wirtschaftslage usw.

    War natürlich im Mittelalter noch nicht so weit her mit der Propaganda, da hast du recht. Aber meines Wissens wurde durchaus in den Kirchen gegen die Fremden gepredigt - oder für den heiligen Krieg usw. Und die ganzen politischen Zusammenhänge haben die einfachen Leute sowieso nicht gecheckt. Von denen, mit denen Gero so zu tun hatte, sind aber nicht alles Plünderer. Ich denke schon, die Mehrzahl glaubt an religiöse Gründe oder daran, dass das Land doch ihnen gehören würde.

  • Ja, aber dem Volk wird es doch immer anders verkauft, oder? Kein Herrscher sagt, ich möchte mein Säckel füllen und mehr Land haben.

    da bezweifle ich aber auch, dass sich das Volk den wahren Grund nichtg selbst denken konnte. Natürlich hat ein bestimmter Prozentsatz aus dem Glauben heraus gekämpft. Aber genauso gab es Plündrungen u.a., die dem Einzelnen, der mit in den Krieg gezogen ist, die Tasche gefüllt hat ...

    Die größten Massaker und schlimmsten Grausamkeiten werden immer aus ideologischen Gründen begangen, egal ob das die Religion, Kommunismus oder Faschismus ist. Den Menschen wird gepredigt, dass sie zum Wohle der religiösen Gruppe oder Nation handeln und dass Genozide und das Töten von Fremden und Andersdenkenden gerechtfertigt sind. Viele glauben wirklich daran, dass sie das Richtige tun - siehe Kreuzzüge, Völkermorde, bis in die heutige Zeit. Und dann gibt es natürlich die Profitöre, die sich dabei die Taschen vollstopfen, die plündern und vergewaltigen oder sich Judenbesitz unter den Nagel reißen. Deshalb sage ich: Vertraut keiner Ideologie, weder von links noch von rechts oder von oben (dem Allmächtigen, der überhaupt nicht mächtig ist), sondern benutzt euren eigenen kritischen Verstand.

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  • da bezweifle ich aber auch, dass sich das Volk den wahren Grund nichtg selbst denken konnte. Natürlich hat ein bestimmter Prozentsatz aus dem Glauben heraus gekämpft. Aber genauso gab es Plündrungen u.a., die dem Einzelnen, der mit in den Krieg gezogen ist, die Tasche gefüllt hat ...

    Die größten Massaker und schlimmsten Grausamkeiten werden immer aus ideologischen Gründen begangen, egal ob das die Religion, Kommunismus oder Faschismus ist. Den Menschen wird gepredigt, dass sie zum Wohle der religiösen Gruppe oder Nation handeln und dass Genozide und das Töten von Fremden und Andersdenkenden gerechtfertigt sind. Viele glauben wirklich daran, dass sie das Richtige tun - siehe Kreuzzüge, Völkermorde, bis in die heutige Zeit. Und dann gibt es natürlich die Profitöre, die sich dabei die Taschen vollstopfen, die plündern und vergewaltigen oder sich Judenbesitz unter den Nagel reißen. Deshalb sage ich: Vertraut keiner Ideologie, weder von links noch von rechts oder von oben (dem Allmächtigen, der überhaupt nicht mächtig ist), sondern benutzt euren eigenen kritischen Verstand.

    ein sehr wahres Wort!

    Liebe Grüße


    Nadine


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