07 - Seite 547 bis Seite 623 (Kapitel "Napoleon und Preußen" bis einschl. Kapitel "Der alte Zopf muss ab"

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  • Wir steuern auf den nächsten Krieg zu, diesmal gegen Napoleon. Er hatte ja wirklich so ziemlich das ganze Land besetzt. Mein Heimatort verfügte übrigens damals schon über einen Hafen von dem aus die Blockadebrecher nach England segelten. Das Problem der Kontinentalsperre wird ja angesprochen, aber natürlich gibt es in einem besetzten Land immer welche, die findig und risikobereit genug sind, um sich zu widersetzen.


    Spannend finde ich diesmal die Verbindung der Schmied und der Billung Familien über einen Mann und eine Frau. Bislang war es ja immer über die Männer.

    Ich bin mal gespannt, ob daraus was wird, oder ob Ewalt einberufen wird bevor er und Hedi sich einigen können.


    Bestimmt gibt es da Widerstand in ihrer beider Familien.


    Jakob gefällt mir, auch wenn er Kopf und Kragen für seine Überzeugungen riskiert. Die Zensur war damals ja noch strikt, und er scheint Glück gehabt zu haben, noch mal so davongekommen zu sein.

  • Ich hab den Teil jetzt auch geschafft - und muss sagen, er gefällt mir außerordentlich gut. Nicht nur, dass Ulf ein völlig anderes Setting geschaffen hat, in dem wir auch mal etwas von den höheren Schichten mitbekommen, nein - er lässt es ruhig anlaufen und beschreibt wirklich detailliert die Veränderungen in der Welt. So wird mir vor Augen geführt, was sich eigentlich im Laufe der Jahrhunderte alles getan hat. Sehr schön! und sehr gelungen =) Ein bisschen fühlte ich mich an Downton Abbey erinnert, obwohl es ja ein gutes Jahrhundert später spielt.


    Ich habe das Gefühl, dieses mal herrscht auf ein Konflikt zwischen den verschiedenen Generationen. Die Älteren wollen am alten Festhalten, die Jüngeren streben nach höherem. Sehen wir uns nur Hedi an, die sich an Goethe heranwagt oder Gero, der dafür kämpft, dass die Schmiede moderner und effizienter gestaltet wird. Ich finde, diesen Aufbruchsgedanken spürt man zwischen den Seiten deutlich - und das ist auch nur gut so. Selbst der Standesdünkel wird von Ewalt in Frage gestalt. Gut so!


    Es brodelt ja im Land - der Krieg wird kommen - und ich hoffe nur, dass er zwischen den Protagonisten nicht allzu hart wütet.

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Traders)

  • Ich hab den Teil jetzt auch geschafft - und muss sagen, er gefällt mir außerordentlich gut. Nicht nur, dass Ulf ein völlig anderes Setting geschaffen hat, in dem wir auch mal etwas von den höheren Schichten mitbekommen, nein - er lässt es ruhig anlaufen und beschreibt wirklich detailliert die Veränderungen in der Welt. So wird mir vor Augen geführt, was sich eigentlich im Laufe der Jahrhunderte alles getan hat. Sehr schön! und sehr gelungen =) Ein bisschen fühlte ich mich an Downton Abbey erinnert, obwohl es ja ein gutes Jahrhundert später spielt.


    Ich habe das Gefühl, dieses mal herrscht auf ein Konflikt zwischen den verschiedenen Generationen. Die Älteren wollen am alten Festhalten, die Jüngeren streben nach höherem. Sehen wir uns nur Hedi an, die sich an Goethe heranwagt oder Gero, der dafür kämpft, dass die Schmiede moderner und effizienter gestaltet wird. Ich finde, diesen Aufbruchsgedanken spürt man zwischen den Seiten deutlich - und das ist auch nur gut so. Selbst der Standesdünkel wird von Ewalt in Frage gestalt. Gut so!


    Es brodelt ja im Land - der Krieg wird kommen - und ich hoffe nur, dass er zwischen den Protagonisten nicht allzu hart wütet.

    Einerseits behauptet sich die alte Ordnung, indem sie sich Napoleon (erfolgreich) entgegenstellen. Und andererseits haben die Ideen der Französischen Revolution in den Köpfen besonders der Jüngeren doch etwas bewirkt. Man sehnt sich nach Veränderung, nach Bürgerbeteiligung an der Herrschaft, nach Freiheit vom alten Mief.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • unsere Geschichtslehrerin hat makl gemeint, der Gedanke Napoleons ging in die Richtung eines geeinten Europas. Das Volk war jedoch noch nicht bereit dafür ...

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Traders)

  • Einerseits behauptet sich die alte Ordnung, indem sie sich Napoleon (erfolgreich) entgegenstellen. Und andererseits haben die Ideen der Französischen Revolution in den Köpfen besonders der Jüngeren doch etwas bewirkt. Man sehnt sich nach Veränderung, nach Bürgerbeteiligung an der Herrschaft, nach Freiheit vom alten Mief.

    unsere Geschichtslehrerin hat makl gemeint, der Gedanke Napoleons ging in die Richtung eines geeinten Europas. Das Volk war jedoch noch nicht bereit dafür ...

    Ich glaube eher umgekehrt. Das Volk schon, aber die Fürsten natürlich nicht. Denn das hätte bedeutet, dass die ihre Macht und Privilegien hätten abgeben müssen. Sie wollen die alte Ordnung wieder festigen. Schon während des Wiener Kongresses ist das offensichtlich.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • unsere Geschichtslehrerin hat makl gemeint, der Gedanke Napoleons ging in die Richtung eines geeinten Europas. Das Volk war jedoch noch nicht bereit dafür ...

    Ich glaube eher umgekehrt. Das Volk schon, aber die Fürsten natürlich nicht. Denn das hätte bedeutet, dass die ihre Macht und Privilegien hätten abgeben müssen. Sie wollen die alte Ordnung wieder festigen. Schon während des Wiener Kongresses ist das offensichtlich.

    So passt es schon eher ...

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Traders)

  • Jetzt geht es weiter in der Zeit. Napolion ist an der Macht und Preußen am Boden, aber der Widerstand wächst. Schon bald wird der nächste Krieg kommen. Die ersten Szenen hier sind ein bisschen ruhiger, wie die vorhergehenden aber nicht weniger interessant. Im Gegenteil. Hier spürt man jetzt, dass es langsam ein umdenken im Volk gibt. Die Menschen wollen mehr vom Leben als nur arbeiten. Auch Hedwik ist so eine Frau, auch wenn sie nur ganz zackhaft versucht mehr von der Welt mitzubekommen. Sie intersiert sich mehr für die Politik und hört aufmerksam zu, wenn die Herren sich unterhalten. Sie ist ein schlaues Mädchen, dass die Zusammenhänge schnell durchschaut hat. Dann taucht der Freiherr von Billung in ihrem Leben auf und die Liebe hält Einzug. Ich bin mal gespannt ob die beiden Familien jetzt zu einer verschmelzen.


    Jakob gefällt mir, auch wenn er Kopf und Kragen für seine Überzeugungen riskiert. Die Zensur war damals ja noch strikt, und er scheint Glück gehabt zu haben, noch mal so davongekommen zu sein.

    Jakob ist ein Freigeist der mit seinem Leben spielt. Auch wenn die meisten Menschen ihm Recht geben heißt es noch lange nicht, dass er diese Meinung auch frei äußern darf. Diesmal hat er noch Glück gehabt, aber beim nächsten Mal kann es schon ganz anders aussehen. Als Charakter mag ich ihn auch. Er ist ein bisschen naiv, wie er so um Hedi wirbt. Zumal er ja weiß, dass sie nichts für ihn empfindet.

    Nicht nur, dass Ulf ein völlig anderes Setting geschaffen hat, in dem wir auch mal etwas von den höheren Schichten mitbekommen, nein - er lässt es ruhig anlaufen und beschreibt wirklich detailliert die Veränderungen in der Welt. So wird mir vor Augen geführt, was sich eigentlich im Laufe der Jahrhunderte alles getan hat. Sehr schön! und sehr gelungen =) Ein bisschen fühlte ich mich an Downton Abbey erinnert, obwohl es ja ein gutes Jahrhundert später spielt.

    Ja, das ganze Buch ist gelungen und an Downton Abbey mußte ich auch ein wenig denken. Aber auch an Charity, als davon die Rede war, dass es jetzt Ärtze gibt, die sich für die Armen einsetzten.

  • Ich habe das Gefühl, dieses mal herrscht auf ein Konflikt zwischen den verschiedenen Generationen. Die Älteren wollen am alten Festhalten, die Jüngeren streben nach höherem. Sehen wir uns nur Hedi an, die sich an Goethe heranwagt oder Gero, der dafür kämpft, dass die Schmiede moderner und effizienter gestaltet wird. Ich finde, diesen Aufbruchsgedanken spürt man zwischen den Seiten deutlich - und das ist auch nur gut so. Selbst der Standesdünkel wird von Ewalt in Frage gestalt. Gut so!


    Es brodelt ja im Land - der Krieg wird kommen - und ich hoffe nur, dass er zwischen den Protagonisten nicht allzu hart wütet.

    Ja, das stimmt, dieser Kampf zwischen Jung und Alt. Fortschritt und Althergebrachtem

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Jakob gefällt mir, auch wenn er Kopf und Kragen für seine Überzeugungen riskiert. Die Zensur war damals ja noch strikt, und er scheint Glück gehabt zu haben, noch mal so davongekommen zu sein.

    Jakob ist ein Freigeist der mit seinem Leben spielt. Auch wenn die meisten Menschen ihm Recht geben heißt es noch lange nicht, dass er diese Meinung auch frei äußern darf.

    Wäre er zum Beispiel in Baden gewesen, wäre es garnicht so wild gewesen, die waren da nicht ganz so streng. Aber in Berlin, bei den Preußen, nun ja:totlach::o

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • unsere Geschichtslehrerin hat makl gemeint, der Gedanke Napoleons ging in die Richtung eines geeinten Europas. Das Volk war jedoch noch nicht bereit dafür ...

    Ich glaube eher umgekehrt. Das Volk schon, aber die Fürsten natürlich nicht. Denn das hätte bedeutet, dass die ihre Macht und Privilegien hätten abgeben müssen. Sie wollen die alte Ordnung wieder festigen. Schon während des Wiener Kongresses ist das offensichtlich.

    Wer gibt schon gern Macht ab, wenn er sie hat? Das zieht sich doch durch alle Epochen.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Also Napoleon ist ein Mann der mich noch nie fasziniert oder interessiert hat. Vielleicht liegt es daran, dass unser Geschichtslehrer damals das Thema total langweilig durchgeleiert hat. Ich weiß das er ein grausamer Mensch gewesen sein soll, aber gegen wen er Krieg geführt hat, davon habe ich keine Ahnung. Darum habe ich mich mit diesem Abschnitt etwas schwer getan.


    Diese enormen Verluste die Napoleon 1813 erlitten hat sind für mich Dimensionen, die ich mir kaum vorstellen kann. Unsere Kleinstadt ein paar Kilometer weiter hat 10 000 Einwohner. Und das vierzigfache ist nur auf Napoleons Seite gestorben.

    Das stolze Preußische Reich kämpft mit ihrem Kaiser. Er schien ein unentschlossener Mann gewesen zu sein. Oder er hatte einfach schlechte Berater.


    Hedwig lebt bei ihren Eltern , arbeitet aber im Haus der Burschardt. Vater Arnulf führt nach wie vor die Schmiede, gemeinsam mit ihrem Bruder Gero, der erst kürzlich aus Russland zurück gekehrt ist. Die Mutter, Brunhilde, ist so krank, weigert sich aber einen Arzt aufzusuchen.

    Das Arnulf Neuerungen gegenüber stur gewesen ist, kam mir irgendwie bekannt vor. Gero würde so gerne einiges anders machen. Aber da stößt er bei Arnulf auf taube Ohren.

    Es waren katastrophale Zustände in Berlin. Hunger, Armut und Arbeitslosigkeit beherrschten das tägliche Bild der Stadt. Und dann noch die ganzen Franzosen, die untergebracht werden mussten.


    Interessant fand ich die Treffen die bei Madame Burschardt stattfanden, bei denen rezitiert und diskutiert wurde. Herr Burschardt, als Anwalt ein wichtiger Mann, hat eines Abends ein fast geheimes Treffen einberufen. Zu dem kam höher Besuch, wichtige Männer der Stadt. Und dortt sieht Hedwig das erste Mal Freiherr Ewalt von Bulling.


    Jakob, ein Schreiberling bei der Vossischen Zeitung, ist ein liebgewonnener Freund von Hedwig geworden. Mit ihm trifft sie sich immer Sonntags nach der Kirche und sie reden über Politik und die politische Lage im Land. Er ist ein kritischer Schreiber und bringt sich mit einem Artikel in Gefahr. Nur die Bitte von Hedwig an Herrn Burschardt, der sich dann erkundigt, sorgt dafür, dass Jakob frei gelassen wird. Ich denke nach diesem Vorfall wird er sich zurück halten. Aber er klärt Hedwig immer auf und erklärt ihr alles.

    Er hat Hedwig das Buch " Leiden des jungen Werthers" zu lesen gegeben. Nicht ganz ohne Hintergedanken. Er mag sie mehr als nur eine gute Freundin, doch Hedwig kann diese Gefühle nicht erwidern.

    Sie traf sich mit Ewalt. Der war ziemlich hartnäckig gewesen ist. Paula konnte nicht glauben, dass ihm die Standesunterschiede egal waren. Aber doch, ich glaube ihm, es ist ihm egal. Nun wird sie sich auch das erste Mal am Sonntag mit ihm treffen. Da warte ich ab, wie sich das entwickeln wird.


    Die Charité wird auch erwähnt, dass sie damals für arme Leute eine Praxis eröffnet haben. Ich muss mir unbedingt endlich die Serie anschauen.


    Ich habe mich gefreut, die Familie von Arnulf dabei zu haben. Und auch das Ewalt , Sohn von Bulling mit dabei war.

    Da mir die Zeit Napoleons und der Preußen nicht liegt, musste ich manche Stellen zwei Mal lesen und mir Notizen machen, wer mit wem verbündet und wer Feind gewesen ist.

  • Die Charité wird auch erwähnt, dass sie damals für arme Leute eine Praxis eröffnet haben. Ich muss mir unbedingt endlich die Serie anschauen.

    Die Serie fand ich gut gemacht. Ich finde es überhaupt gelungen, wie hier immer wieder Details aus den jeweiligen Epochen erwähnt werden. So hat man alles wichtige schön beieinander.

  • Diese enormen Verluste die Napoleon 1813 erlitten hat sind für mich Dimensionen, die ich mir kaum vorstellen kann. Unsere Kleinstadt ein paar Kilometer weiter hat 10 000 Einwohner. Und das vierzigfache ist nur auf Napoleons Seite gestorben.

    Das stolze Preußische Reich kämpft mit ihrem Kaiser. Er schien ein unentschlossener Mann gewesen zu sein. Oder er hatte einfach schlechte Berater.

    Wenn dich Napoleon nicht interessiert, dann hast du aber etwas verpasst. Er hat enorm viel in Deutschland verändert. Die Franzosen verehren ihn noch heute, für die Engländer war er ein Monster, ein Hitler. Er hatte ganz Europa in der Hand. Sein Frankreich war modern im Gegensatz zu den alten Fürstentümern. Unsere Gesetze gehen zum Teil auf ihn zurück. Gleichzeitig wurde er im Laufe der Zeit maßlos in seiner Macht. Ein brillanter Feldherr und doch hat er sich übernommen, besonders mit dem Russlandfeldzug. Das erst erlaubte es seinen Gegnern, sich zu verbünden und ihn schlussendlich zu besiegen.


    Dass der preußische König so zögerlich war, ist eigentlich verständlich. Preußen war bei Jena und Auerstedt schmählich geschlagen worden. Mit der modernen französischen Armee hatten sie nicht mithalten können. Preußen musste sich unterwerfen. Aber der König hatte großartige Reformer, die in nur ganz wenigen Jahren das Land und das Heer völlig umorganisiert hatten, nicht nur militärisch auch sozial und verwaltungsmäßig. Ein Phoenix, der aus der Asche aufsteigt. Trotzdem war es äußerst gefährlich, gegen Napoleon anzugehen. Nur vereint mit Russland und Österreich und auch England konnte es gelingen.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Diese enormen Verluste die Napoleon 1813 erlitten hat sind für mich Dimensionen, die ich mir kaum vorstellen kann. Unsere Kleinstadt ein paar Kilometer weiter hat 10 000 Einwohner. Und das vierzigfache ist nur auf Napoleons Seite gestorben.

    Die Kriege und Epidemien und die Menschenmassen, die da gestorben sind, ja das ist für unsere Generation kaum fassbar. Aber der Einzelne war nichts wert und man konnte sich dem Wehrdienst auch nicht widersetzen. Ich denke auch immer an die unfassbare Menge an Verletzten. An Menschen, denen Arme oder Beine fehlten, oder ihr Gesicht. Es gehörte zum Alltag, solche Menschen zu sehen. Ich weiß noch, dass in meiner Jugend immer wieder alte Männer mit einem Bein zu sehen waren. Also viel häufiger als heutzutage. (Liegt natürlich ein bisschen auch an der neuen Technik aber auch daran, dass der leztte Krieg bei uns schon so lange her ist.)

  • Jakob ist ein Freigeist der mit seinem Leben spielt. Auch wenn die meisten Menschen ihm Recht geben heißt es noch lange nicht, dass er diese Meinung auch frei äußern darf. Diesmal hat er noch Glück gehabt, aber beim nächsten Mal kann es schon ganz anders aussehen. Als Charakter mag ich ihn auch. Er ist ein bisschen naiv, wie er so um Hedi wirbt. Zumal er ja weiß, dass sie nichts für ihn empfindet.

    Jakob ist sehr mutig. Für seine Überzeugung ist er bereit einiges zu opfern.

  • Hedwig lebt bei ihren Eltern , arbeitet aber im Haus der Burschardt. Vater Arnulf führt nach wie vor die Schmiede, gemeinsam mit ihrem Bruder Gero, der erst kürzlich aus Russland zurück gekehrt ist. Die Mutter, Brunhilde, ist so krank, weigert sich aber einen Arzt aufzusuchen.

    Hedwig ist schon relativ selbstständig für ihre Zeit. Ich hatte das Gefühl, sie muss nicht unbedingt in einem fremden Haus arbeiten. Sie könnte auch zuhause der Mutter helfen. Aber sie genießt das bisschen Freiheit.

    Sie traf sich mit Ewalt. Der war ziemlich hartnäckig gewesen ist. Paula konnte nicht glauben, dass ihm die Standesunterschiede egal waren. Aber doch, ich glaube ihm, es ist ihm egal. Nun wird sie sich auch das erste Mal am Sonntag mit ihm treffen. Da warte ich ab, wie sich das entwickeln wird.

    Ewalt gehört auch zur neuen Generation der jungen Leute, die langsam umdenken und nicht mehr gar so viel Standesdünkel haben. Ein bisschen wagemutig ist es aber schon, sich mit ihm zu treffen .

  • Wenn dich Napoleon nicht interessiert, dann hast du aber etwas verpasst. Er hat enorm viel in Deutschland verändert. Die Franzosen verehren ihn noch heute, für die Engländer war er ein Monster, ein Hitler. Er hatte ganz Europa in der Hand. Sein Frankreich war modern im Gegensatz zu den alten Fürstentümern. Unsere Gesetze gehen zum Teil auf ihn zurück. Gleichzeitig wurde er im Laufe der Zeit maßlos in seiner Macht. Ein brillanter Feldherr und doch hat er sich übernommen, besonders mit dem Russlandfeldzug. Das erst erlaubte es seinen Gegnern, sich zu verbünden und ihn schlussendlich zu besiegen.

    Napoleon hat durch seine Herrschaft gesellschaftliche Umbrüche beeinflusst. Bei manchem waren die Franzosen auch schon "fortschrittlicher" oder "offener". Z.B. bei der Homosexualität. Und dadurch, dass Napoleons Besatzungstruppen in Deutschland lebten, wurde fraternisiert und einiges übernommen. Sprachlich und Gedanklich. Also nicht nur das, was die Oberen beschlossen. Auch das kleine Volk ändert sich.

  • Diese enormen Verluste die Napoleon 1813 erlitten hat sind für mich Dimensionen, die ich mir kaum vorstellen kann. Unsere Kleinstadt ein paar Kilometer weiter hat 10 000 Einwohner. Und das vierzigfache ist nur auf Napoleons Seite gestorben.

    Das stolze Preußische Reich kämpft mit ihrem Kaiser. Er schien ein unentschlossener Mann gewesen zu sein. Oder er hatte einfach schlechte Berater.

    Wenn dich Napoleon nicht interessiert, dann hast du aber etwas verpasst. Er hat enorm viel in Deutschland verändert. Die Franzosen verehren ihn noch heute, für die Engländer war er ein Monster, ein Hitler. Er hatte ganz Europa in der Hand. Sein Frankreich war modern im Gegensatz zu den alten Fürstentümern. Unsere Gesetze gehen zum Teil auf ihn zurück. Gleichzeitig wurde er im Laufe der Zeit maßlos in seiner Macht. Ein brillanter Feldherr und doch hat er sich übernommen, besonders mit dem Russlandfeldzug. Das erst erlaubte es seinen Gegnern, sich zu verbünden und ihn schlussendlich zu besiegen.


    Dass der preußische König so zögerlich war, ist eigentlich verständlich. Preußen war bei Jena und Auerstedt schmählich geschlagen worden. Mit der modernen französischen Armee hatten sie nicht mithalten können. Preußen musste sich unterwerfen. Aber der König hatte großartige Reformer, die in nur ganz wenigen Jahren das Land und das Heer völlig umorganisiert hatten, nicht nur militärisch auch sozial und verwaltungsmäßig. Ein Phoenix, der aus der Asche aufsteigt. Trotzdem war es äußerst gefährlich, gegen Napoleon anzugehen. Nur vereint mit Russland und Österreich und auch England konnte es gelingen.

    lieber Ulf Schiewe , vielen Dank für diese verständliche Erklärungen. Wenn mein Geschichtslehrer so unterrichtet hätte, wäre mein Interesse geweckt gewesen. Ich konnte diesen Abschnitt auch viel entnehmen was meiner Wissenslücke behilfreich gewesen ist. Danke für deinen tollen Schreibstil:)

    In einem anderem Buch was ich lese ( unter anderem eine englische Kolonie in Bonn am Rhein im Jahr 1868) , habe ich auch schon erfahren, dass einige Gesetzte durch Napoleon auch Vorteile und Veränderungen in Deutschland gebracht haben. Interessant fand ich auch das Gesetz,was Homosexualität anging.

  • Hedwig lebt bei ihren Eltern , arbeitet aber im Haus der Burschardt. Vater Arnulf führt nach wie vor die Schmiede, gemeinsam mit ihrem Bruder Gero, der erst kürzlich aus Russland zurück gekehrt ist. Die Mutter, Brunhilde, ist so krank, weigert sich aber einen Arzt aufzusuchen.

    Hedwig ist schon relativ selbstständig für ihre Zeit. Ich hatte das Gefühl, sie muss nicht unbedingt in einem fremden Haus arbeiten. Sie könnte auch zuhause der Mutter helfen. Aber sie genießt das bisschen Freiheit.

    Sie traf sich mit Ewalt. Der war ziemlich hartnäckig gewesen ist. Paula konnte nicht glauben, dass ihm die Standesunterschiede egal waren. Aber doch, ich glaube ihm, es ist ihm egal. Nun wird sie sich auch das erste Mal am Sonntag mit ihm treffen. Da warte ich ab, wie sich das entwickeln wird.

    Ewalt gehört auch zur neuen Generation der jungen Leute, die langsam umdenken und nicht mehr gar so viel Standesdünkel haben. Ein bisschen wagemutig ist es aber schon, sich mit ihm zu treffen .

    Mir kam es auch ein wenig so vor, als würde es ein Flucht aus dem elterlichen Haus sein. Um genau die Freiheit zu genießen, die du erwähnt hast. Viele hatte diese Wahl nicht, so ist es fast schon ein Privileg für Hedwig.


    Vielleicht ist Ewalt so modern eingestellt, weil er sieht, dass der Stand in einer Gesellschaft alleine nicht befriedigend ist. Ich kann mir vorstellen, dass er sich sogar über die Familie hinweg entscheiden würde. Leider haben wir seine Eltern noch nicht kennengelernt um zu wissen, wie die über solche Dinge denken.