01 - Seite 9 bis Seite 93 (Kapitel 1 bis einschl. Kapitel 6)

Achtung: Deadline für die Bestätigung von Freiexemplar-Gewinnen ab sofort Montag Abend 19 Uhr (statt wie bisher Dienstag mittag)
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hallo liebe Susanne, liebe MitleserINNEN,


    hier treffen wir uns zum ersten Abschnitt der Leserunde zu dem Buch "Die vergessene Burg" und ich begrüße alle TeilnehmerINNEN und ganz besonders die Autorin. Liebe Susanne, schön, dass Du unsere Runde wieder begleitest!


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die Ausführungen zur Netiquette durch.


    Postet hier bitte erst, wenn Ihr zu lesen angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereits, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.

    Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch ;)


    Wenn Ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, gebt bitte hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid, denn eigentlich sind insgesamt ca. 2 Wochen dafür gedacht.

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

    ________

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







  • Ihr Lieben, ihr müsst verzeihen, wenn ich hier bereits loslege. Schuld ist Susanne - und dass ich krankgeschrieben bin, das Wetter schlecht und etwas schlaflos.

    Liebe Susanne, jedes Buch ist ja wie ein eigenes Kind, das man auf die Welt loslässt und sicher ist es für Dich immer wieder aufregend auf die ersten Meinungen zu warten. Ich kann sagen, von mir aus hast Du alles richtig gemacht. Ich war wirklich sofort gefangen und konnte nicht aufhören, bis der erste Abschnitt durch war.


    Fasziniert hat mich vor allem, dass die Charaktere und die Stimmungen so gut bei mir angekommen sind. Paula ist ein Mensch, den man gern zur Freundin hätte. Aufmerksam und ruhig und dabei mit einer Sehnsucht nach mehr. Mehr Leben, mehr Freiheit, mehr Glück. Ich wünsche mir sehr, dass sie am Rhein all das findet. Sie hat es verdient, so viel steht jetzt schon fest.

    12 Jahre hat sie die Cousine gepflegt. Und die hat sie vereinnahmt und vereinsamt. Ich bewundere, dass Paula sich ihren Mut bewahrt und so kurz entschlossen den Schritt nach vorne gewagt hat.


    Um ihre Mutter nicht zu mögen habe ich eigentlich nur zwei Sätze gebraucht. Den, dass sie den Brief ihrer Tochter vorenthalten wollte und das Gesicht aus Stein, als Paula heimkommt. Man soll ja nicht vorschnell urteilen und sicher hat die Mutter ihre Gründe. Dennoch, so sollte man sich als Mutter nicht verhalten. Sie ist egoistisch und bestimmend und es ist ihr nicht wichtig, ob es Paula wirklich gut geht. Wahrscheinlich ist sie selbst nie glücklich gewesen und erkennt nicht, wie wichtig das ist. Aber man sollte doch mehr auf seine Kinder eingehen können und man sollte sie lieben. Vor allem, wenn man eine Tochter wie Paula hat, die es einem nicht schwer macht.


    In der Geschichte platzt ja eine Bombe nach der anderen. Zuerst einmal der Brief von Rudy. Der weiß nicht, dass sie nicht von ihm weiß. Aber er scheint vorher auch keinen Brief an Paula geschrieben zu haben. Zumindest klingt der erste Brief so, sonst hätte man ja vermuten können, dass die Mutter schon andere Briefe hat verschwinden lassen. Wenn es der erste war, dann finde ich es schade. Rudy hätte sich doch schon vor seiner Krankheit melden können. Traurig, dass so was auch in der realen Welt oft vorkommt. Verpasste Gelegenheiten.


    Und dann finde ich noch die feinen Fäden toll, die zwischen dem Geschehen gesponnen werden. Also das Gedicht von Heine z.B., welches immer wieder genannt wird, welches schon auf den Rhein einstimmt, bevor Paula überhaupt ankommt. Und die Bildbände dieser Gegend, die noch dazu vom Trevor-Verlag herausgegeben werden und deren Fotograf ja wahrscheinlich bald in Paulas Leben treten wird. (Ich war noch nie in Bonn aber es wird Zeit, dass ich das ändere.)


    Ich kann es kaum erwarten, weiter zu lesen.

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

    ________

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







  • Oh, es freut mich sehr, dass dir der Einstieg gefallen hat. Du hast recht, es ist immer aufregend, sein "Baby" auf die Welt loszulassen, wenn es bisher nur Lektorinnen zu Gesicht bekommen haben. Du empfindest Paula und die anderen Figuren genau so, wie ich es mir erhofft habe. Ich bin gespannt, wie dir und allen anderen hier Paulas weitere Erlebnisse gefallen. :)


    Und natürlich gute Besserung für dich.

  • Bei schönem Wetter auf dem Balkon habe ich den ersten Abschnitt durchgelesen. Mir hat das Buch auf Anhieb sehr gut gefallen. Durch die ausführlichen Beschreibungen lief bei mir gleich ein Film im Kopf ab, mit den Personen, mit den angeführten Orten. Wunderbar!


    Die Cousine Harriet ist wohl eher eine eingebildete Kranke. Daß Paula es so lange bei ihr ausgehalten hat, ist schon erstaunlich. Paula hat sich so sehr um ihre Cousine gekümmert, daß für sie persönlich fast kein Platz, keine Zeit war. Im Grunde war sie einsam. Ich glaube, ihre Cousine Harriet wollte Paula ganz und gar für sich vereinnahmen. Aber daß Harriet einen Brief zurückbehält, der für Paula bestimmt ist, geht überhaupt nicht.


    Paula, eine alleinstehende, unverheiratete Frau, machte eine Reise nach Bonn, eine Reise, die von einem Thomas-Cook-Geschäft (mitsamt Reisebedarf) organisiert wurde. Ich wußte gar nicht, daß im 19. Jahrhundert bereits Reisen von Thomas Cook angeboten wurden!


    Paula kommt gut in Bonn an und wird herzlich von ihrem Onkel Rudy empfangen. Trotzdem bleiben noch viele offene Fragen. Aber man fällt ja nicht mit der Tür ins Haus. Wird ihr Onkel Rudy Antworten auf ihre Fragen geben können? Warum ist das Grab ihres Vaters leer?


    Ich bin schon ganz gespannt, wie es weitergeht. Ich hoffe, daß Paula sich erst einmal an der schönen Gegend erfreuen kann.

  • gagamaus

    Geht der erste Abschnitt bis Kapitel 6 oder bis Kapitel 7? Der zweite Abschnitt beginnt mit Kapitel 8. Nicht dass ich zu weit - oder noch schlimmer: zu wenig :o - lese ^^

    bis einschl. Kapitel 6, sorry für den Fehler der Kapitelrotwerd

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

    ________

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







  • Nun bin ich auch da.

    Was für Zeiten, als man mit zwanzig Jahren als „alte Jungfer“ irgendwo untergebracht werden musste. Paula ist so ein sympathischer Mensch und mir schien, als wäre die Mutter froh gewesen, als sie Paula zu Harriet gegeben hat. Dort auf Dem Land ist sowieso nichts los und selbst die wenigen Augenblicke von Unterhaltung werden Paula vorenthalten. Harriet genießt ihre „Krankheit“, weil jeder sie betüddelt. Als der Doktor gerufen wurde, unterstützt der das auch noch.


    Wie wäre Paulas Leben weiter verlaufen, wenn nicht ein neugieriger und geschwätziger Postbote sie auf den Brief aufmerksam gemacht hätte? Das Gedicht hat ja in Paula schon etwas ausgelöst und eine Unzufriedenheit war schon da. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Paula noch lange bei Harriet geblieben wäre. Aber es ist müßig, sich darüber Gedanken zu machen, denn der Brief löst eine Lawine aus.


    Was haben sich die Mutter und Harriet nur dabei gedacht, einfach so über Paule zu bestimmen. Bei Harriet ist es klar, sie braucht jemand, der ständig ihre Wünsche erfüllt. Doch was hat die Mutter dazu gebracht? Sie ist Paula gegenüber ja nie ehrlich gewesen und will auch nicht mit der Sprache herausrücken. Der Zufall will es, dass Paula auf dem Friedhof noch etwas Ungeheuerliches erfährt. Ich finde es toll, wie viel Mut sie aufbringt. Sie lässt sich von ihrer Mutter nicht mehr sagen, was sie tun soll und geht alleine auf diese Reise.


    Diese Handlungsstrang mit dem Fotografen wird ja auch noch eine Bedeutung haben. Sicherlich trifft Paula den Sohn von Trevor und sich ahne schon…

  • Liebe Susanne und liebe Mitleserinnen,


    endlich konnte ich auch in das Buch eintauchen und der erste Abschnitt hat mir einen überaus erfreulichen Vormittag beschert. Ganz ehrlich, liebe Susanne, ich hätte nicht gedacht, das die Leo-Wechsler-Reihe und Deine anderen bisher erschienenen historischen Romane noch getoppt werden können, aber dieser hier hat es tatsächlich geschafft, was sicher damit zusammenhängt, dass mir vertrautes Terrain im Fokus steht.


    Ich finde es sehr interessant, mal aus einer ganz anderen Perspektive über das Rheinland zu lesen, von jemandem, der es erstmals betritt und das auch noch vor über 150 Jahren. Es ist alles so lebendig und bildhaft geschildert, dass ich den Eindruck habe, ich wäre dabei, ich würde mit Schiff und Bahn gen Bonn reisen. Wobei ich das schon mehrmals in beide Richtungen realisiert habe (wenn ich auch in der Regel in Köln hängenblieb, wo ich wohne), aber natürlich in ungleich schnellerem Format bspw. musste nie in Brüssel genächtigt werden und in der Regel wird auch Ostende und nicht Antwerpen angesteuert in der heutigen Zeit, wenn man nicht gleich Eurostars wählt.


    Ja, Paula ist eine sehr sympathische und offene junge Frau und es tat mir von Herzen weh, lesen zu müssen, wie ihr Cousine Harriet zugesetzt und ihre Krankheit zum Machtmißbrauch genutzt hat. Und dass ihre Mutter da mitgetan hat! Was muss sie wohl früher erlebt haben, um so zu reagieren! Offenbar ist sie völlig verbittert! Dass sie Paula den Brief so lange vorenthalten haben, ist wirklich unverzeihlich!


    Der Onkel ist hingegen ein mehr als heiterer Geselle, der entspannt das Leben genießt, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass er auch schon so einiges durchgemacht hat. Kann es sein, dass das Rheinland schon damals die Hauptstadt, nein, -region der Schwulen war, auch wenn diese offiziell (noch) gar nicht existierten.


    Über die frühen Aktivitäten von Thomas Cook und der Entstehung/ der frühen Jahre von Baedecker habe ich schon viel gelesen, aber noch nie so plastisch wie hier! Aber dass Bonn schon im 19. Jahrhundert eine internationale Stadt war, die zumindest von vielen Engländern bevölkert wurde - das war mir neu! Aber ich kenne natürlich die Orte und habe den Ausblick (der immer noch wunderschön ist, wenn es der ist, den ich meine) mit Paulas Augen bewundert.


    Was wohl mit dem Vater passiert ist! Ich glaube schon, dass er nicht mehr lebt oder zumindest sehr krank ist, sonst hätte er sich bestimmt nicht so aus Paulas Leben rausgehalten. So wie der Onkel sich bisher verhält, scheint es, als ob Paula väterlicherseits sehr geliebt wurde!


  • (Ich war noch nie in Bonn aber es wird Zeit, dass ich das ändere.)

    Es lohnt sich wirklich sehr! Im Gegensatz zu Köln ist es sehr wenig zerstört worden. Und auch die Umgebung (Siebengebirge und den Rhein runter südlich) ist sehr lohnenswert! Das Foto mit dem Drachenfels hinten im Buch habe ich quasi jeden Mittag vor Augen, wenn ich in der Mittagspause am Rhein spazierengehe!

    12 Jahre hat sie die Cousine gepflegt. Und die hat sie vereinnahmt und vereinsamt. Ich bewundere, dass Paula sich ihren Mut bewahrt und so kurz entschlossen den Schritt nach vorne gewagt hat.

    Das war sicher der Mut der Verzweifelung!

    Wie wäre Paulas Leben weiter verlaufen, wenn nicht einneugieriger und geschwätziger Postbote sie auf den Brief aufmerksam gemachthätte? Das Gedicht hat ja in Paula schon etwas ausgelöst und eineUnzufriedenheit war schon da. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Paula nochlange bei Harriet geblieben wäre.

    Naja, ob sie die Möglichkeit gehabt hätte? Gottseidank ist es so gekommen?

    Was haben sich die Mutter und Harriet nur dabei gedacht,einfach so über Paule zu bestimmen. Bei Harriet ist es klar, sie braucht jemand,der ständig ihre Wünsche erfüllt. Doch was hat die Mutter dazu gebracht

    Ja, ich kann das Verhalten der Mutter auch kaum begreifen!

  • Hallo liebe Susanne und Mitleserinnen,


    der Prolog war irgendwie unheimlich und auch traurig. Die Frau, die dort aus ihrem Albtraum aufschreckt, macht einen sehr einsamen Eindruck. Um wen handelt es sich bei ihr? Um Paulas Mutter? War Paula als Kind am Rhein und empfand daher bei den Bildern und dem Gedicht von Heinrich Heine solch eine Sehnsucht? Bei der erwähnten unberührten Bettseite schimmert durch, dass die Seite schon mal belegt war, das könnte wirklich auf die Mutter schließen, nachdem ihr Mann verschwunden ist, ob nun verstorben oder nicht.


    Und irgendetwas schwerwiegendes muss damals geschehen sein, dass sowohl die Mutter als auch Cousine Harriet so ein Geheimnis darum machen. Ich kann es zwar nicht gutheißen, dass sie den Brief an Paula unterschlagen wollten, aber noch will ich sie nicht verurteilen, weil ich ihre Beweggründe nicht kenne. Allerdings wären sie vielleicht mit der Wahrheit - oder wenigstens einem Teil davon - vielleicht besser gefahren, denn so haben sie lediglich die Entfremdung von Paula erreicht und dass diese eben nun auf eigene Faust herausfinden möchte, was es mit ihrem Vater und den Ereignissen damals auf sich hat. Mich hat es ein wenig gewundert, dass die Mutter nicht massiver versucht hat, ihre Tochter von der Reise abzubringen.


    Zuerst dachte ich, ob Paulas Vater Deutscher wäre, aber das ist dem Namen nach nicht der Fall. Das war mir gar nicht bekannt, dass zur damaligen Zeit so viele Engländer am Rhein lebten. Und dass es damals schon Thomas Cook gab auch nicht ^^ Beim Baedeker wusste ich es dagegen. Mr. Smith vom Reisebüro ist jedenfalls ziemlich angenehm, wie er auf Paulas Wünsche eingeht und sie beruhigt. Damals war das ja echt eine Sensation, wenn eine Frau alleine unterwegs war.


    Aber es ist für Paula auch ein großer Schritt, den sie mit ihrer Reise nach Bonn unternimmt, immerhin stößt sie ihre Familie vor den Kopf und bringt sich um ihren Job samt Einkommen, zumal sie alleinstehend ist. Wobei der Job bei Harriet alles andere als angenehm war, auch wenn die Verwandte sie nicht unbedingt schlecht behandelt hat, aber durch ihre Krankheiten ziemlich in Beschlag genommen hat, so dass der jungen Frau kaum Luft zum Atmen bliebt, sozusagen.

    Wobei ich mich gefragt habe, inwiefern die Krankheiten tatsächlich eingebildet sind, der epileptische Anfall schien doch sehr real zu sein. Ich kann Paulas folgende Enttäuschung schon sehr gut nachvollziehen, dass sie so wieder um ein bisschen Abwechslung in ihrem Leben gebracht wurde, auch wenn es in diesem Fall sicherlich nicht mit Absicht war.

    Diese Enttäuschung war ja nur eine von vielen und ich schätze, diesmal war es dann einfach zu viel und hat, wie der berühmte Tropfen, dass Fass zum Überlaufen gebracht.


    So, aber was hat es nun mit dem Vater auf sich? Warum gibt es ein leeres Grab? Ist er überhaupt tot? Was weiß Rudy darüber? Und warum konnte Paulas Mutter Rudy nicht leiden? Er macht bisher doch einen recht sympathischen Eindruck.


    Dann haben wir noch die Trevors, bei denen ich bisher keine Ahnung habe, wie sie in die ganze Geschichte passen.

  • 12 Jahre hat sie die Cousine gepflegt. Und die hat sie vereinnahmt und vereinsamt.

    Das ist eine verdammt lange Zeit, vor allem in dem Alter - Paula wurde echt um sämtliche Chancen gebracht.


    Sie ist egoistisch und bestimmend und es ist ihr nicht wichtig, ob es Paula wirklich gut geht. Wahrscheinlich ist sie selbst nie glücklich gewesen und erkennt nicht, wie wichtig das ist.

    Ich meinte auch, Verbitterung aus ihr herauszuhören, so wie sie ja auch ihrer Tochter vor Jahren schon klar gemacht hat, dass sich Paula keine Chancen auf einen Ehemann machen braucht, da ihre Mutter sich mit Vermietungen über Wasser halten muss.


    Wenn es der erste war, dann finde ich es schade. Rudy hätte sich doch schon vor seiner Krankheit melden können.

    Ja, das habe ich mich auch gefragt, ob er sich tatsächlich jetzt das erste Mal meldet. Wenn ja, warum er nie früher schon mal den Kontakt gesucht hat. Und er musste nach all den Jahren gewusst haben, dass Paula sich bei Harriet befindet. Oder aber er hat nur diese eine Adresse.


    Paula, eine alleinstehende, unverheiratete Frau, machte eine Reise nach Bonn, eine Reise, die von einem Thomas-Cook-Geschäft (mitsamt Reisebedarf) organisiert wurde.

    Das dort auch alles mögliche an Reisebedarf verkauft wurde, fand ich nett.


    Ich war auch überrascht. Die waren schon sehr fortschrittlich. Es gab sogar Gutscheine für Hotels etc., damit man nicht so viel Bargeld bei sich haben musste.

    Das mit den Coupons hat mich auch überrascht, das hätte ich ebenfalls nie und nimmer gedacht.


    Wobei ich das schon mehrmals in beide Richtungen realisiert habe (wenn ich auch in der Regel in Köln hängenblieb, wo ich wohne),

    Apropos Köln: ich vergesse immer wieder, dass der Kölner Dom noch gar nicht so lange vollständig steht, man hat immer das 13. Jahrhundert im Kopf. Das würde heute sicherlich nicht mehr passieren, dass eine Baustelle 600 Jahre bestehen bleibt - das schafft bestimmt nicht mal der Berliner Flughafen :totlach:

  • Ich meinte auch, Verbitterung aus ihr herauszuhören, so wie sie ja auch ihrer Tochter vor Jahren schon klar gemacht hat, dass sich Paula keine Chancen auf einen Ehemann machen braucht, da ihre Mutter sich mit Vermietungen über Wasser halten muss.

    Ja, ein große Verbitterung ist da sicher dahinter. Aber das an der Tochter auszulassen finde ich echt gemein. Sie vergiftet ihr richtig das Leben.

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

    ________

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







  • Ein liebes Hallo in die Runde und ein besonderes Hallo an dich liebe Susanne.


    Ach was für eine tolle Frau Paula doch ist, ich habe sie gleich ins Herz geschlossen. Gewundert habe ich mich darüber, dass sie so gehorsam gewesen ist und sich einfach hat zu ihrer Cousine schicken lassen. Ehrlich gesagt fand ich ihr Leben bei der Harriet sehr trist, einsam und traurig. Durch die Pflege der Cousine haben die Mutter und Cousine sie ihres jungen Lebens beraubt.

    Wie haben die sich das vorgestellt, sollte Paula in dem Haus an der Schleuse Kings Langley, Hertfordshire als alte Jungfer verrotten. Sie war keine Gesellschafterin, sondern die Sklavin von Cousine Harriet. So sehe ich das jedenfalls.

    Was ihr Freude bereitet hatte, waren Bücher. Und als Paula die Möglichkeit hatte auf der Wohltätigkeitsveranstaltung ein Gedicht von Heinrich Heine vorzutragen, wurde ihr von der selbstsüchtigen Harriet, auch noch diese Freude genommen.


    Erst noch mal kurz zu Harriet. Gibt es dafür nicht sogar eine Bezeichnung, wenn Menschen sich Krankheiten einbilden? Die in medizinischen Ratgebern oder anderen Büchern lesen und dann meinen genau die beschriebenen Symptome zu haben.


    Und noch kurz zu dem Gedicht die Loreley. Ein wirklich schönes Gedicht, was mich auch dazu bewogen hatte von Kai Meyer " Loreley" zu lesen. Ein wirklich tolles Buch, was historisches mit Fantasy mischt.


    Nun weiter zu Paula. Ist es nicht eine Frechheit, den Brief unerwähnt zu lassen? Warum sollte es zum Schutz von Paula dienen oder besser gesagt, die beiden Frauen wollten immer nur das Bestes. Ich denke sie ist in einem Alter, wo sie alleine entscheiden kann was gut für sie ist und sollte die Wahrheit noch so schmerzhaft sein.

    Das das Grab ihres Vaters leer war, ist ja grässlich. Da geht man immer wieder, schon als Kind an ein Grab und trauert um einen Vater, an den man keine Erinnerung mehr hat.

    Die Fotografie kam gerade erst auf, aber gab es nicht einmal ein Gemälde von Paulas Vater? War das nicht oft so üblich zur damaligen Zeit? Da kenne ich mich nicht so aus. Aber es müsste doch wenigstens ein anderes Erinnerungsstück geben, was man hätte Paula geben können. Alles schon sehr eigenartig. Auch die Reaktion der Mutter kann ich noch nicht nachvollziehen.


    Hm, Onkel Rudy....ein netter Mann, der sich aufrichtig freut, doch noch Paula nach so vielen Jahren wieder zu sehen. Das er ihr diesen schönen Moment am Rhein mit der untergehenden Sonne gezeigt hat, fand ich sehr berührend. Ich kann aber auch Paulas Gedankenwege verstehen. Warum hat Onkel Rudy nichts weiter, ausser die Ähnlichkeit, über seinen Bruder erzählt. Mein erster Gedanke war, dass er ein Fotoalbum raus holt. Wie dumm von mir:totlach:

    Ging ja gar nicht, gab damals doch keine Fotoalben.

    Dann kam mir ein Gedanke, ob Rudy der Vater von Paula ist. Das habe ich dann auch wieder verworfen, da Rudy doch die Ähnlichkeit erwähnte.

    Der erste Abschnitt zu Ende und schon spuken mir viel Fragen im Kopf.


    Die historischen Hintergründe, die mit einfließen finde ich richtig Klasse. Die Erbauung des Kölner Dom's mit seiner 600 jährigen Baupause. Die Erwähnung von Thomas Cook, da hab ich mir den Artikel bei Wikipedia durchgelesen. Sehr interessant was der für Menschen getan hat, damit die raus an die frische Luft kamen.

    Die Reise , die für Paula organisiert wurde.... da hab ich nicht schlecht gestaunt, dass es das damals schon in dieser Art gab. Über den Preis musste ich schmunzeln. Aber damals war das ja auch viel Geld.

    Oder auch die Erwähnung des Kupferstecher, wie damals die ersten Bildbände entstanden. Ob wir noch mehr von Charles Trevor erfahren? Das Ende des Abschnitts ließ offen, von wem das Telegramm kam. Da hatte ich wieder so einen Gedanken....ist es Paulas Vater nur mit anderem Namen, der vielleicht ein neues Leben begonnen hatte. Aber auch sehr unwahrscheinlich.


    Bin so gespannt wie es jetzt weiter geht.

  • Der Prolog hatte mich auch nachdenklich gemacht. Ob es möglich sein kann, dass sie vielleicht doch kurzzeitig in Deutschland gelebt haben. Das könnte Sinn machen. Aber dann ist wieder die Frage, warum das Grab in London? Passt also doch wieder nicht. Oder wurde das Grab nur für Paula angelegt um diese in den Glauben zu lassen, ihr Vater sein jung verstorben.


    Ich bin da ziemlich schnell, mit dem Vorverurteilen. Das ist bestimmt nicht gerecht von mir, aber lebt man mit der Wahrheit nicht besser? Denn man muss immer damit leben, dass diese eines Tages ans Licht kommt. Und eine Lösung ist das auch nicht, Paula diese Last der Cousine aufzuerlegen.


    Das Paulas Mutter Rudy nicht leiden kann ist wirklich komisch. Es muss ja Mal anders gewesen sein, wenn Rudy mit Paula gespielt hat, als sie noch ein ganz kleines Mädchen war. Ob Rudy sogar mit dem leeren Grab etwas zu tun hat. Hat er ihm vielleicht sogar geholfen abzutauchen.

    Fragen über Fragen:o

  • Über die frühen Aktivitäten von Thomas Cook und der Entstehung/ der frühen Jahre von Baedecker habe ich schon viel gelesen, aber noch nie so plastisch wie hier! Aber dass Bonn schon im 19. Jahrhundert eine internationale Stadt war, die zumindest von vielen Engländern bevölkert wurde - das war mir neu! Aber ich kenne natürlich die Orte und habe den Ausblick (der immer noch wunderschön ist, wenn es der ist, den ich meine) mit Paulas Augen bewundert.

    Mit beiden Themen habe ich mich noch nicht befasst. Um so erstaunt er bin ich gewesen und hab gleich Mal ein wenig im Netz nachgeschaut, weil ich es interessant finde.

  • Ich freue mich sehr über eure Reaktionen und die vielen Gedanken, die ihr euch macht. Für mich ist es immer sehr spannend zu sehen, was ihr ahnt. Oder auch die Ideen, auf die ihr kommt und die sich selbst gar nicht hatte, die aber wunderbar in die Handlung passen würden.


    Kessi69: So abwegig ist das mit dem Fotoalbum nicht. Ich habe mich für den Roman ein bisschen mit der Geschichte der Fotografie beschäftigt und war erstaunt, wie früh sich das schon entwickelt hat. Für Paulas Vater war es 1837 noch etwas früh, da waren Fotografien noch eine Seltenheit, aber 1868 war die Fotografie schon recht verbreitet. Die wichtigsten Grundlagen wurden in den 1830er Jahren entdeckt, ab 1840 entstanden die ersten Fotoateliers.

  • Ich finde es sehr interessant, mal aus einer ganz anderen Perspektive über das Rheinland zu lesen, von jemandem, der es erstmals betritt und das auch noch vor über 150 Jahren. Es ist alles so lebendig und bildhaft geschildert, dass ich den Eindruck habe, ich wäre dabei, ich würde mit Schiff und Bahn gen Bonn reisen. Wobei ich das schon mehrmals in beide Richtungen realisiert habe (wenn ich auch in der Regel in Köln hängenblieb, wo ich wohne), aber natürlich in ungleich schnellerem Format bspw. musste nie in Brüssel genächtigt werden und in der Regel wird auch Ostende und nicht Antwerpen angesteuert in der heutigen Zeit, wenn man nicht gleich Eurostars wählt.

    Für mich war das doppelt spannend, denn ich war (kaum zu glauben) noch nie in der Ecke. Also weder Köln noch Bonn. Das Rheinland ist für mich ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Landkarte. (Durchfahren zähle ich jetzt mal nicht.)

    Spätestens nach den Beschreibungen der ersten Eindrücke am Rhein, bin ich aber total neugierig geworden. Rhein und Burgen und Schlösser sind schon länger auf meiner To-do-Reise-Liste.

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

    ________

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







  • Und irgendetwas schwerwiegendes muss damals geschehen sein, dass sowohl die Mutter als auch Cousine Harriet so ein Geheimnis darum machen. Ich kann es zwar nicht gutheißen, dass sie den Brief an Paula unterschlagen wollten, aber noch will ich sie nicht verurteilen, weil ich ihre Beweggründe nicht kenne.

    Ich weiß, was Du meinst. Kann mir aber keine Beweggründe vorstellen, die eine Mutter zu so einem harten Verhalten der Tochter gegenüber veranlassen. Schließlich hat Paula ja keine Schuld - an was auch immer. Man könnte auch anders vorgehen. Liebevoller. Das Verbergen des Briefes ist sozusagen die Spitze eines Eisberges. Ich spüre Paulas Einsamkeit fast körperlich zwischen den Zeilen.

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

    ________

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







Anstehende Termine

  1. Freitag, 9. November 2018, 21:43 - Freitag, 23. November 2018, 22:43

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 9. November 2018, 21:43 - Freitag, 23. November 2018, 22:43

    odenwaldcollies

  3. Montag, 12. November 2018, 16:11 - Montag, 26. November 2018, 17:11

    Editing Expertise

  4. Freitag, 16. November 2018, 21:43 - Samstag, 1. Dezember 2018, 22:43

    odenwaldcollies