04 - Seite 267 bis Seite 354 (Kapitel 23 bis einschl. Kapitel 32)

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  • Heute darf ich ja weitermachen - ich konnte mich gestern nicht zurückhalten und habe in der Mittagspause Teil 4 gelesen, stilecht in Bonn am Rhein mit dem Blick aufs Siebengebirge (wenn ich mich denn mal vom Buch lösen konnte).


    Also Mrs. Eldridge existiert offenbar gar nicht, statt dessen stand das Ehepaar Trevor Paulas Mutter damals zur Seite. Das hätte ich ja nie gedacht, dass sie sich so eng kannten. Umso mehr spricht es für Mr. Trevor Senior, dass er ganz angetan ist von der Aussicht, dass Paula evtl. bald ein Mitglied seiner Familie wird (so jedenfalls habe ich das interpretiert). Und das, obwohl er ihre Mutter nur zu gut kennt bzw. kannte! Und, soweit ersichtlich, auch ganz gut einordnen kann!


    Paula ist wirklich ein gesunder Mensch vor allem mit einem sehr gesunden Geist. In Bezug auf Homosexualität lässt sie sich kein x für ein u vormachen, folgt mitnichten einer gesellschaftlichen Meinung, die vor allem auf Nichtwissen oder bestensfalls auf Desintresse beruht, sondern bildet sich ihr eigenes Urteil. Und das lautet wohl mehr oder weniger, dass so bezaubernde Herren wie Onkel Rudy und der Professor in Herzensangelegenheiten nicht grundlegend schlecht sein können und vor allem, dass es ihre Privatangelegenheit ist. Beachtlich für die damalige Zeit, wirklich! Ich wusste nicht, dass Homosexualität in UK bis weit ins 19. Jahrhundert noch mit der Todesstrafe geahndet wurde und genauso wenig, dass Napoleon in den Angelegenheiten doch recht locker gewesen war. Wobei auch in Deutschland Homosexualität ja noch lange bis in dieses Jahrhundert hinein strafrechtlich verfolgt wurde, leider auch im Rheinland, obwohl es hier von vielen wesentlich lockerer gesehen wurde. So wurde Adenauer während seiner Kanzlerjahre mal auf seinen angeblich schwulen Außenminister Heinrich von Brentano angesprochen und antwortete: „Bei mir hat er et noch nit probiert“^^ Rheinländer eben...


    Und diese Ehrenwerte Dame Bennett scheint nichts mit Paulas Vater gehabt zu haben. Oder hat sie sich mit ihm auf eine italienische Ehe eingestimmt? Ich glaube nicht, dass Paula ihren Vater an einer der Stationen ihrer Reise lebendig wiederfindet - leider. Denn warum sollte er sich nie mehr bei seiner Familie gemeldet haben?


    Mit Paula und Benjamin scheint es ernster zu werden - ich finde, sie passen sehr gute zusammen. Beide ausgesprochen progressive Typen.


    Für Onkel Rudy befürchte ich leider das Schlimmste. Er macht wirklich keinen fitten Eindruck! Ich hoffe, wir müssen ihn im letzten Teil nicht begraben (befürchte es aber).

  • Die Anekdote mit Adenauer ist sehr hübsch und typisch für die Lebensphilosophie im Rheinland. :)


    Ich fand es auch sehr interessant, dass homosexuelle Handlungen nach dem Code Napoléon nicht mehr bestraft wurden, auch wenn es gesellschaftlich natürlich nicht akzeptiert war. Wenn man da an England 1895 mit dem Prozess gegen Oscar Wilde denkt oder die unsäglich chemische "Kastration" von Alan Turing in den 1950er Jahren ...


    Und wie toll, dass du mit Blick aufs Siebengebirge lesen konntest, besser geht's ja gar nicht. :love:

  • Anekdote mit Adenauer ist sehr hübsch und typisch für die Lebensphilosophie im Rheinland. :)

    Genau: jeder Jeck ist anders. Ich finde ja, es ist ein diplomatisches Meisterstück,auch wenn es vermutlich überhaupt nicht so gemeint war.

    Und wie toll, dass du mit Blick aufs Siebengebirge lesen konntest, besser geht's ja gar nicht. :love:

    Das ist wirklich ein unglaublicher Luxus, den ich inzwischen seit bereits 14 Jahren genieße - andere bekommen zur Arbeit irgendwelche Bonuszahlungen oder so, ich dagegen eine "urlaubsreife" Aussicht. Ich habe sie heute wieder genossen, wenn auch mit einem anderen Buch (so schnell will ich da auch wieder nicht durchgaloppieren - sondern mich noch bis morgen drauf freuen. Denn länger kann ich mich wohl kaum gedulden...

  • Ich war am Sonntag auch noch in Bonn und hatte einen hübschen Blick von der Terrasse des Theaters, aber der vom Alten Zoll ist noch schöner.

    Das stimmt, aber da komme ich selten hin, ich arbeite auf der anderen Rheinseite (auf der vom Drachenfels). Weil der Rhein einen so eleganten Knick macht, sieht man das Siebengebirge aber auch von da in seiner ganzen Pracht!

  • Paulas Eltern und Die Trevors haben sich gekannt. Damit scheint die Mrs. Eldridge eine Erfindung zu sein.


    Paula gönnt dem Professor und ihrem Onkel deren Liebesbeziehung, aber ihrer Mutter hätte sowas gar nicht gefallen. Aber ich befürchte das Schlimmste für Rudy, seine gesundheitlichen Beschwerden sind ernst, auch wenn er das immer beiseiteschieben will.


    Auch über die Ehrenwerte Dame erfahren wir nun etwas mehr. Sie scheint ja alle Männer für sich eingenommen zu haben (auch die männlichen Schüler wurde nervös), auch wenn man über ihr Auftreten gemunkelt hat.

  • Wie Paula mit der Homosexualität umgeht, ist wirklich bemerkenswert. Das berühmteste Opfer im 19. Jahrhundert war der irische Schriftsteller Oscar Wilde. Er wurde zu zwei Jahre Haft und schwerer Zwangsarbeit verurteilt! Aber wie heißt es doch so schön: Jedem Tierchen sein Pläsierchen! Selbst Paulas Mutter ahnte wohl etwas von den Neigungen Rudys. Sie konnte den Umgang mit ihm für ihre Tochter nicht verantworten.


    Benjamin Trevor war von seinem Vater Charles Trevor gebeten worden, Bekanntschaft mit Paula zu machen, auf Bitte von Mrs. Cooper. Das Ehepaar Trevor hatte das Ehepaar Cooper in Bonn kennengelernt. William Cooper unternahm alleine die Rheinfahrt und kam nicht mehr wieder. Die Trevors erfuhren davon und versuchten Mrs. Cooper zu helfen. Caroline Bennett ist nicht mit Paulas Vater weitergefahren, sondern ist nach Italien gereist, um dort einen Adelingen aus Lucca zu heiraten.


    Die Frage bleibt immer noch, was mit Paulas Vater geschehen ist. Steckt Paulas Mutter hinter seinem Verschwinden? Sie weist ja Charles Trevor nichts davon preiszugeben, daß sie ihre Tochter für eine Woche in die Obhut von Fremden gegeben hat. Hat sie ihren Mann auf dem Gewissen?


    Es ist schön, daß Paula und Benjamin sich wieder näher gekommen sind. So hat sie nun auch seine Unterstützung bei den Nachforschungen.


    Und Onkel Rudy freut sich, wenn Paula bei ihren Nachforschungen weiterkommt. Hoffentlich kann er noch erleben, daß man genaueres über seinen Brunder erfährt. Rudy hat seinen Bruder nie vergessen.

  • Ich glaube nicht, dass Paula ihren Vater an einer der Stationen ihrer Reise lebendig wiederfindet - leider. Denn warum sollte er sich nie mehr bei seiner Familie gemeldet haben?

    Ich befürchte das ebenfalls. Ich glaube, daß Paulas Mutter in ihrer Eifersucht zu dramatischen Mitteln gegriffen haben könnte. Warum hat sie Paula für eine Woche Fremden überlassen? Bestimmt, um ihrem Mann hinterherzureisen!

  • Beachtlich für die damalige Zeit, wirklich! Ich wusste nicht, dass Homosexualität in UK bis weit ins 19. Jahrhundert noch mit der Todesstrafe geahndet wurde und genauso wenig, dass Napoleon in den Angelegenheiten doch recht locker gewesen war.

    Das war mir auch neu. Man merkt es wieder einmal: Lesen bildet.

    So wurde Adenauer während seiner Kanzlerjahre mal auf seinen angeblich schwulen Außenminister Heinrich von Brentano angesprochen und antwortete: „Bei mir hat er et noch nit probiert“ ^^ Rheinländer eben...

    So war er halt, der alte Adenauer.

    Ich glaube nicht, dass Paula ihren Vater an einer der Stationen ihrer Reise lebendig wiederfindet - leider. Denn warum sollte er sich nie mehr bei seiner Familie gemeldet haben?

    Glaube ich auch nicht.

    Ich war am Sonntag auch noch in Bonn und hatte einen hübschen Blick von der Terrasse des Theaters, aber der vom Alten Zoll ist noch schöner.

    Bei mir ist immer in Köln Endstation, weil dort meine Tochter wohnt. Sollte ich vielleicht mal ändern.

    Die Frage bleibt immer noch, was mit Paulas Vater geschehen ist. Steckt Paulas Mutter hinter seinem Verschwinden? Sie weist ja Charles Trevor nichts davon preiszugeben, daß sie ihre Tochter für eine Woche in die Obhut von Fremden gegeben hat. Hat sie ihren Mann auf dem Gewissen?

    Da muss sie aber mächtig sauer gewesen sein, wenn sie die so behütete Tochter alleine lässt, um ihren Mann zu suchen. Obwohl ich sie gar nicht mag, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sie ihn ungebracht hat. Aber wer so aufgewühlt ist, kann schon mal Dinge tun, die er im Normalfall nicht getan hätte.

  • Hach, ich denke, mit August hat Paula nun einen ganz loyalen und guten Freund gewonnen, nachdem sie ihm klar macht, dass sie seine Beziehung zu Rudy überhaupt nicht verurteilt. Besonders schön fand ich es, als sie ihm sagte, er solle bleiben, weil er zur Familie gehören würde <3

    Oder ihre Aussage August gegenüber, als sich dieser besorgt über Rudys Herz äußert: "Solange es ihnen gehört, ist es in guten Händen." <3 Ich muss gestehen, bei den beiden Szenen hatte ich vor Rührung ein wenig Pipi in den Augen. Paula ist so ein toller und lieber Mensch.


    Paulas Enttäuschung über Benjamins vermeintlichen Verrat setzt ihr ganz schön zu - die Arme, aber ich kann sie verstehen, dass ihre Enttäuschung besonders groß ist, da sie weiß, dass ihre Chancen, noch einen Mann zu finden, nicht allzu gut stehen. Heutzutage sieht das ganz anders aus, aber damals ... Ist doch klar, dass sie sich mit 32 Jahren und bisher ohne einen Freund oder wirklich Vertrauten (eine Freundin wurde ja auch nie erwähnt) nach einer Schulter zum Anlehnen sehnt.


    Als in den letzten beiden Abschnitten sich immer mehr herauskristallisierte, dass Rudy homosexuell ist, dachte ich mir schon beinahe, dass Margret das überhaupt nicht gut gefunden hat. Wie verschieden Mutter und Tochter sind. Das sieht man auch an Margrets Auffassung, dass ihre Tochter doch Erfüllung als Gesellschafterin gefunden und ein gutes Leben bei der Cousine mit einer sinnvollen Aufgabe gehabt hätte. Wie blind ist die Frau eigentlich? Aber sie schreibt ja selbst, dass es eher dabei um ihre eigene Beruhigung ging, dass ihr Tochter damit überhaupt nicht glücklich war, hat sie überhaupt nicht erkannt bzw. wollte es nicht sehen. Kein Wunder, dass sie dann auch felsenfest davon überzeugt ist, ihrer Tochter etwas Gutes zu tun, wenn sie ihr die Wahrheit verschweigt. Sie kann sich scheinbar überhaupt nicht vorstellen, dass Paula aus einem ganz anderen Holz als sie geschnitzt ist.

    Margret ist auch zwanghaft darum bemüht, nach außen einen guten Eindruck zu machen, um ja nicht in irgendwelches Gerede zu kommen. Das könnte eine Folge ihrer Erlebnisse nach Williams Verschwinden sein, aber ich habe den Verdacht, dass sie schon immer eine ängstliche Natur war und das auf Paula übertragen wollte. Was sie auch erfolgreich geschafft hat, denn Paulas Selbstvertrauen war ja ziemlich gering, bevor sie zu Rudy kam.


    Immerhin machte ihr nach Williams Verschwinden mehr zu schaffen, dass sie von einer demütigenden Situation in die andere kam, der Gedanke, dass William einem Verbrechen oder Unfall zum Opfer gefallen sein könnte, schien eher keine Rolle zu spielen.

    Bisher war ich ja immer eher zurückhaltend, sie wegen ihres Tuns zu verurteilen, aber allmählich geht sie mir doch ziemlich auf die Nerven mit ihrer Art.


    Soso, Paula hat sich also eine Woche in der Obhut von Fremden damals befunden? Da bin ich ja gespannt, ob wir noch erfahren werden, bei wem sie in der Zeit war und warum genau.


    Der Professor stellt eine sehr gute Überlegung an, warum Paulas Mutter Charles Trevor gebeten hat, Benjamin auf ihre Tochter anzusetzen und ich denke, er ist mit seinem Verdacht, dass es sich nicht nur um eine übertriebene Sorge um Paulas Sicherheit handelt, sondern etwas anderes dahintersteckt, gar nicht so falsch liegt.


    Ich bin froh, dass Benjamin nicht locker lässt und Paula gegenüber so offen spricht - und sie nimmt sein Angebot allzu gerne an. Das wird garantiert noch was mit den beiden, da knistert es ja schon gewaltig. Paula lebt in seiner Gegenwart auch nochmal ein wenig mehr auf.


    Die Ehrenwerte Caroline Bennett war ja eine Frau, die seinerzeit die Gemüter erhitzt hat, wie es scheint :totlach: Wahrscheinlich war sie einfach nur sehr emanzipiert und modern, was dann direkt in den konservativeren Kreisen dazuführte, dass die Gerüchteküche richtig schön hochkochen konnte.

    Paula ist eine extrem gute Beobachterin, wie sie zwischen den Zeilen liest: ich bin inzwischen ebenfalls der Meinung, dass zwischen Bennett und Williams nichts war, dass sie lediglich ein Stück gemeinsamen Reiseweg hatten.


    In jedem Fall hat sich der Ausflug ins Siebengebirge und auf den Drachenfelsen gelohnt, Paula und Benjamin haben neue Informationen erhalten. Nun bin ich gespannt, ob der ehemalige Schifffahrtsangestellte ihnen weitere Informationen geben kann.

    Ich war das letzte Mal als Kind auf dem Drachenfelsen, aber ich kann mich noch heute an die Stimmung von damals erinnern, die war tatsächlich speziell.


    Warum hat Margret Mrs. Elridge erfunden, wenn es sich in Wirklichkeit um Mrs. Trevor handelte? Was sollte das denn, für Paula wären beide erstmal nur irgendwelche Namen gewesen. Scheinbar hatte sie von Anfang an geplant, Charles Trevor in ihre Bespitzelung von Paula miteinzubeziehen und dann wäre die Namengleichheit natürlich aufgefallen.

    Ich fand es aber gut, dass Charles doch einiges preisgegeben hat, auch wenn er Margret gegenüber nicht unloyal werden möchte.


    Ich sehe gerade, wir haben ja nur noch einen Abschnitt vor uns - das ging ja wieder flott mit dem Buch.

  • Umso mehr spricht es für Mr. Trevor Senior, dass er ganz angetan ist von der Aussicht, dass Paula evtl. bald ein Mitglied seiner Familie wird (so jedenfalls habe ich das interpretiert).

    Ja, das fand ich auch schön, dass er durchaus von einer Verbindung zwischen seinem Sohn und Benjamin angetan wäre, obwohl er sie noch gar nicht kennt. Margret redet das Ganze eher wieder klein.


    Ich wusste nicht, dass Homosexualität in UK bis weit ins 19. Jahrhundert noch mit der Todesstrafe geahndet wurde

    Das mit der Todesstrafe wusste ich auch nicht. Das war ja echt furchtbar!


    Für Onkel Rudy befürchte ich leider das Schlimmste. Er macht wirklich keinen fitten Eindruck!

    Ich auch, sein Zustand nach dem Besuch des Clubs war mehr als besorgniserregend.

  • Sie kann sich scheinbar überhaupt nicht vorstellen, dass Paula aus einem ganz anderen Holz als sie geschnitzt ist.

    Ich glaube, dass sie das schon erkannt hat und daher alles dafür getan hat, dass Paula weit weg bei der Cousine eingespannt war und damit nicht auf dumme Gedanken kommen konnte.

    Was sie auch erfolgreich geschafft hat, denn Paulas Selbstvertrauen war ja ziemlich gering, bevor sie zu Rudy kam.

    Sie konnte ihr Selbstvertrauen nie erproben, da sie in einem "Gefängnis" gelebt hat. Harriet wurde ja gleich kränker, wenn ihr etwas nicht passte.

    Ich war das letzte Mal als Kind auf dem Drachenfelsen, aber ich kann mich noch heute an die Stimmung von damals erinnern, die war tatsächlich speziell.

    Bei mir war das auch eine Tagestour, die ich als Kind mit meinen Eltern gemacht habe.

    Warum hat Margret Mrs. Elridge erfunden, wenn es sich in Wirklichkeit um Mrs. Trevor handelte? Was sollte das denn, für Paula wären beide erstmal nur irgendwelche Namen gewesen.

    Sie wollte Spuren verwischen - ganz einfach.

  • Genau so habe ich es mir gedacht, was Mrs. Eldridge und Mrs. Trevor angeht. Beim Namen Trevor bestand immer die theoretische Gefahr, dass Paula oder Onkel Rudy eine Verbindung herstellen könnten. Bei einer erfundenen Frau aber nicht.

  • Wie Paula mit der Homosexualität umgeht, ist wirklich bemerkenswert. Das berühmteste Opfer im 19. Jahrhundert war der irische Schriftsteller Oscar Wilde. Er wurde zu zwei Jahre Haft und schwerer Zwangsarbeit verurteilt! A

    ich musste da an "The imitation game" denken. Der Mann, der den Code der Nazi-Dechiffriermaschinen knackte, Alan Turing, wurde nach seinen glanzvollen technischen Computer-Erfindungen zur chemischen Kastration gezwungen und brachte sich zwei Jahre später um. Das ist noch gar nicht so lange her.


    Da ist Paula natürlich ganz anders. Wobei ich auch den Eindruck hatte, dass sie sich über das Thema noch nie viel Gedanken gemacht hat - also auch nicht "verdorben" von anderen - wahrscheinlich, weil sie einfach noch nicht direkt damit konfrontiert war. Und da es ja um ihren lieben Onkel und seinen liebenswerten Freund geht, da fällt es ihr nicht schwer diese Liebe zu akzeptieren. Außerdem hat sie selber so wenig Liebe kennengelernt, dass das für sie umso wertvoller ist.

  • Es ist schön, daß Paula und Benjamin sich wieder näher gekommen sind. So hat sie nun auch seine Unterstützung bei den Nachforschungen.

    Das ging ja, Gott sei Dank, relativ undramatisch mit der Versöhnung. Eigentlich kannte sie Benjamin auch schon zu gut und wusste, dass er eigentlich kein schlechter Kerl sein konnte. Dass er einfach den Zeitpunkt verpasst hat, an dem er es ihr unverfänglich hätte sagen können.

  • Ich befürchte das ebenfalls. Ich glaube, daß Paulas Mutter in ihrer Eifersucht zu dramatischen Mitteln gegriffen haben könnte. Warum hat sie Paula für eine Woche Fremden überlassen? Bestimmt, um ihrem Mann hinterherzureisen!

    Die Mutter verbirgt auf jeden Fall etwas und bei der Erwähnung, dass Benjamins Eltern eine Woche auf Paula aufpassen mussten, da war eigentlich klar, dass sie mehr wusste, als sie zugab. Dass die Nachforschungen ihr ein Dorn im Auge sind und sie sogar über Trevor senior herausfinden will, was Paula so treibt, dass sagt auch schon einiges.

  • Margret ist auch zwanghaft darum bemüht, nach außen einen guten Eindruck zu machen, um ja nicht in irgendwelches Gerede zu kommen. Das könnte eine Folge ihrer Erlebnisse nach Williams Verschwinden sein, aber ich habe den Verdacht, dass sie schon immer eine ängstliche Natur war und das auf Paula übertragen wollte. Was sie auch erfolgreich geschafft hat, denn Paulas Selbstvertrauen war ja ziemlich gering, bevor sie zu Rudy kam.

    Ich frage mich ja, ob sie nicht einfach übersehen hat, dass sie erwachsen ist und eine eigene Meinung und einen eigenen Lebensplan haben darf. So schnell, wie sie dann alleine nach Deutschland gereist íst und ihr ganzes Verhalten zeigen eigentlich, dass sie schon selbstvertrauen hatte aber sie hatte nicht gelernt, gegen die Mutter aufzubegehren. Da spielen auch die gesellschaftlichen Zwänge sicher eine Rolle. Die Tochter widerspricht nicht der Mutter, die Familie muss zusammen halten. Und sie hatte ja NUR die Mutter. Die war lange die wichtigste Bezugsperson. Das legt man nur schwer ab.

  • Die Ehrenwerte Caroline Bennett war ja eine Frau, die seinerzeit die Gemüter erhitzt hat, wie es scheint :totlach: Wahrscheinlich war sie einfach nur sehr emanzipiert und modern, was dann direkt in den konservativeren Kreisen dazuführte, dass die Gerüchteküche richtig schön hochkochen konnte.

    Modern im sinne von ungebunden und selbstbestimmt sicher. Und sie hatte wohl mehrere Männerbekanntschaften - hat vielleicht nix anbrennen lassen. Und sie hat das nicht verborgen. Sie muss finanziell unabhängig gewesen sein, sonst wäre das sicher nicht so gegangen.