04 - Seite 267 bis Seite 354 (Kapitel 23 bis einschl. Kapitel 32)

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  • Ich frage mich ja, ob sie nicht einfach übersehen hat, dass sie erwachsen ist und eine eigene Meinung und einen eigenen Lebensplan haben darf. So schnell, wie sie dann alleine nach Deutschland gereist íst und ihr ganzes Verhalten zeigen eigentlich, dass sie schon selbstvertrauen hatte aber sie hatte nicht gelernt, gegen die Mutter aufzubegehren. Da spielen auch die gesellschaftlichen Zwänge sicher eine Rolle. Die Tochter widerspricht nicht der Mutter, die Familie muss zusammen halten. Und sie hatte ja NUR die Mutter. Die war lange die wichtigste Bezugsperson. Das legt man nur schwer ab.

    Ich glaube auch, daß Paulas Mutter sie einfach nicht loslassen konnte. Dadurch daß Paula bei Harriet war, hatte sie sie auch unter Kontrolle. Denn Harriet und ihre Mutter waren aufeinander eingeschworen.

  • Da ist Paula natürlich ganz anders. Wobei ich auch den Eindruck hatte, dass sie sich über das Thema noch nie viel Gedanken gemacht hat - also auch nicht "verdorben" von anderen - wahrscheinlich, weil sie einfach noch nicht direkt damit konfrontiert war. Und da es ja um ihren lieben Onkel und seinen liebenswerten Freund geht, da fällt es ihr nicht schwer diese Liebe zu akzeptieren. Außerdem hat sie selber so wenig Liebe kennengelernt, dass das für sie umso wertvoller ist.

    Ich denke auch, dass sich all diese Punkte positiv auf Paulas Haltung ausgewirkt haben.


    So schnell, wie sie dann alleine nach Deutschland gereist íst und ihr ganzes Verhalten zeigen eigentlich, dass sie schon selbstvertrauen hatte aber sie hatte nicht gelernt, gegen die Mutter aufzubegehren.

    Und die Mutter und Harriet haben auch nichts getan, um ihr Selbstvertrauen zu stärken, sondern waren ja der Meinung, dass Paula mit dem Status Quo sehr zufrieden sei - nur weil die beiden Damen es so wollten.


    Modern im sinne von ungebunden und selbstbestimmt sicher. Und sie hatte wohl mehrere Männerbekanntschaften - hat vielleicht nix anbrennen lassen. Und sie hat das nicht verborgen. Sie muss finanziell unabhängig gewesen sein, sonst wäre das sicher nicht so gegangen.

    Wobei man ja gerne Frauen, die sich so mondän und selbstsicher präsentier(t)en , unterstellt, dass sie dann auch sehr freizügig sind, was das andere Geschlecht angeht. Wieviel davon immer Unterstellungen sind, möchte ich lieber nicht wissen ^^

  • Wobei man ja gerne Frauen, die sich so mondän und selbstsicher präsentier(t)en , unterstellt, dass sie dann auch sehr freizügig sind, was das andere Geschlecht angeht. Wieviel davon immer Unterstellungen sind, möchte ich lieber nicht wissen ^^

    Da hast Du recht. Frauen wurden sicher schnell verunglimpft wo man bei Männer gerne mal ein Auge zugedrückt hat - oder zwei.

  • Ich frage mich ja, ob sie nicht einfach übersehen hat, dass sie erwachsen ist und eine eigene Meinung und einen eigenen Lebensplan haben darf. So schnell, wie sie dann alleine nach Deutschland gereist íst und ihr ganzes Verhalten zeigen eigentlich, dass sie schon selbstvertrauen hatte aber sie hatte nicht gelernt, gegen die Mutter aufzubegehren. Da spielen auch die gesellschaftlichen Zwänge sicher eine Rolle. Die Tochter widerspricht nicht der Mutter, die Familie muss zusammen halten. Und sie hatte ja NUR die Mutter. Die war lange die wichtigste Bezugsperson. Das legt man nur schwer ab.

    Ich glaube auch, daß Paulas Mutter sie einfach nicht loslassen konnte. Dadurch daß Paula bei Harriet war, hatte sie sie auch unter Kontrolle. Denn Harriet und ihre Mutter waren aufeinander eingeschworen.

    Ob Margaret nicht loslassen wollte oder ob sie einfach nur wollte, dass ihre Geheimniskrämerei nicht herauskam - da bin ichmir nicht so sicher.

  • Ich glaube auch, daß Paulas Mutter sie einfach nicht loslassen konnte. Dadurch daß Paula bei Harriet war, hatte sie sie auch unter Kontrolle. Denn Harriet und ihre Mutter waren aufeinander eingeschworen.

    Ob Margaret nicht loslassen wollte oder ob sie einfach nur wollte, dass ihre Geheimniskrämerei nicht herauskam - da bin ichmir nicht so sicher.

    Ja, da hast Du recht. An das Geheimnis hatte ich gar nicht gedacht!

  • Ich habe mir Caroline auch als eher positive Figur gedacht, die ihr Vermögen nutzte, um unabhängig durch die Welt zu reisen. Wie viel tatsächlich zwischen ihr und William passiert ist, habe ich bewusst offen gelassen. Ich neige aber dazu, dass er hingerissen und sie geschmeichelt war, aber nie eine Affäre mit ihm angefangen hätte. Sie wollte ja nach Italien und sich nicht an einen verheirateten, mittellosen Mann binden. Und es stimmt leider, dass bei Frauen und Männern mit zweierlei Maß gemessen wird, bis heute.

  • Ich habe mir Caroline auch als eher positive Figur gedacht, die ihr Vermögen nutzte, um unabhängig durch die Welt zu reisen. Wie viel tatsächlich zwischen ihr und William passiert ist, habe ich bewusst offen gelassen. Ich neige aber dazu, dass er hingerissen und sie geschmeichelt war, aber nie eine Affäre mit ihm angefangen hätte. Sie wollte ja nach Italien und sich nicht an einen verheirateten, mittellosen Mann binden. Und es stimmt leider, dass bei Frauen und Männern mit zweierlei Maß gemessen wird, bis heute.

    So habe ich sie mir auch vorgestellt, allerdings schon ein bisschen älter, rundlich und rauchend8)

  • Wie Paula mit der Homosexualität umgeht, ist wirklich bemerkenswert. Das berühmteste Opfer im 19. Jahrhundert war der irische Schriftsteller Oscar Wilde. Er wurde zu zwei Jahre Haft und schwerer Zwangsarbeit verurteilt! A

    ich musste da an "The imitation game" denken. Der Mann, der den Code der Nazi-Dechiffriermaschinen knackte, Alan Turing, wurde nach seinen glanzvollen technischen Computer-Erfindungen zur chemischen Kastration gezwungen und brachte sich zwei Jahre später um. Das ist noch gar nicht so lange her.


    Da ist Paula natürlich ganz anders. Wobei ich auch den Eindruck hatte, dass sie sich über das Thema noch nie viel Gedanken gemacht hat - also auch nicht "verdorben" von anderen - wahrscheinlich, weil sie einfach noch nicht direkt damit konfrontiert war. Und da es ja um ihren lieben Onkel und seinen liebenswerten Freund geht, da fällt es ihr nicht schwer diese Liebe zu akzeptieren. Außerdem hat sie selber so wenig Liebe kennengelernt, dass das für sie umso wertvoller ist.

    Paula denkt an vage aber nicht abschreckende Andeutungen in der Bibel über die Liebe zwischen Männern...welche Bibelstellen sind denn da gemeint?

  • Im Text steht: "ebenso vage wie abschreckend". Es gibt z.B. zwei Stellen aus Leviticus:


    Lev 18,22 EU: Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.


    Lev 20,13 EU: Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.


    Ein komplexes Thema, zu dem es einen ganzen langen Eintrag bei Wikipedia gibt. Diese hier dürften aber die eindeutigsten sein, die vermutlich herangezogen wurden, um homosexuelle Handlungen zwischen Männern zu verurteilen.

  • Wie ich es schon geahnt habe, hat Paula die Liebe zwischen dem Professor und Onkel Rudy nicht verurteilt. Sie freut sich sogar, dass Onkel Rudy jemanden hat, von dem er geliebt wird. Und so sieht sie den Professor auch gleich als Familienmitglied.

    Es waren Zeiten, in denen beide Männer ruiniert gewesen wären, wenn das öffentlich geworden wäre.


    Paula hatte sich komplett zurück gezogen, nur der Professor hat es geschafft, sie endlich wieder zu motivieren am Leben teil zu nehmen.

    Das Rudy empört ist,dass Paula von ihrer Mutter so hintergangen wurde konnte ich verstehen. An der Gesprächsrunde hätte ich auch gerne teilgenommen. Dann wäre ich meine Kommentare, wie ich über Margaret denke, auch endlich los geworden.

    Der Professor stellte die richtige Frage.....warum hat die Mutter zu solchen Mitteln gegriffen...????


    Benjamin ist ein wahrer Gentelman, er hat seinem Vater vermittelt, er wird keine Nachforschungen über Paula betreiben und auch nicht von seinem Wissen an ihm weitergeben. Aber ich fand, dass er das nicht respektlos geschrieben hat. Im Gegenteil, ich fand den Brief sehr liebevoll. Es zeigte auch, was er für Paula empfindet und er würde es als Verrat an Paula sehen, wenn er der Bitte seines Vaters nachkommen würde.


    Nun ist Paula fest entschlossen das große Geheimnis um ihren Vater aufzulösen. Sie fängt an Fragen zu stellen und bekommt sogar ein wenig von William Wenborne erzählt. Auch das die ehrenwerte Caroline Bennet wohl eine zwielichtige Dame gewesen sein soll.

    Benjamin besucht Paula und erzählt von dem Brief den er an seinem Vater geschrieben hat. Auch das er ihn gebeten hat mehr Informationen zu schicken.

    Ach wie schön, Paula und Benjamin haben sich wieder vertragen und beginnen gemeinsam Recherche zu betreiben. um irgendwas heraus zu finden. Und dabei kommen sie sich auch wieder ein wenig näher.

    Im Gästebuch von Herrn Mattern finden sie den ersten Eintrag ihres Vaters sowie von Caroline Bennet. Und Mattern seine Frau erinnert sich auch an ein paar Details.

    Der Brief von Benjamin seinem Vater gibt auch noch ein wenig Aufschluss über die damalige Situation und wie es zur Bekanntschaft zwischen seinen und Paulas Eltern kam.

    Was noch mit am wichtigsten ist, er kennt keine Mrs. Eldridge!!!! Sie glauben nun auch zu wissen, dass es Benjamins Eltern waren, die ihr geholfen hat.


    Den Brief von Margaret an Benjamin seinen Vater fand ich widerlich. Was denkst sie sich? Sie bürdet ehrlichen Menschen auf zu lügen oder Heimlichkeiten mit sich rum zu tragen. Eines stößt mir gewaltig auf.... es muss noch etwas anderes geschehen sein, was verheimlicht werden soll.


    Beim Treffen des Donnerstag- Club, erfährt Rudy noch etwas über Caroline. Ich mache mir wirklich Sorgen um Rudy, diese Aufregung ist nicht für sein krankes Herz. Mit tut es nicht nur um Paula leid, die ihren Onkel verlieren würde, nein auch der Professor. Er würde seinen geliebten Rudy verlieren und ihn mit Sicherheit schmerzlich vermissen.

    Paula besuchte Eliza Perry und erfährt noch mehr über Caroline Bennet. Und Benjamin hat auch noch ein wenig heraus gefunden.


    Es geht Stück für Stück voran.


    Ich habe oft gegoogelt, in meinem Reader habe ich eine tolle Funktion. Wenn ich das Wort markiere, kann ich mir gleich die zusätzlichen Artikel oder Bilder dazu anschauen. Da bekommt man noch einmal einen besseren Eindruck von dem Setting.

  • Ich habe mir Caroline auch als eher positive Figur gedacht, die ihr Vermögen nutzte, um unabhängig durch die Welt zu reisen. Wie viel tatsächlich zwischen ihr und William passiert ist, habe ich bewusst offen gelassen. Ich neige aber dazu, dass er hingerissen und sie geschmeichelt war, aber nie eine Affäre mit ihm angefangen hätte. Sie wollte ja nach Italien und sich nicht an einen verheirateten, mittellosen Mann binden. Und es stimmt leider, dass bei Frauen und Männern mit zweierlei Maß gemessen wird, bis heute.

    So habe ich sie mir auch vorgestellt, allerdings schon ein bisschen älter, rundlich und rauchend8)

    Ich denke auch, dass Caroline eher von William seine Art und sein Wesen angetan gewesen ist. Ob die Beiden ein Verhältnis hatte glaube ich auch nicht wirklich. William war ein eher armer Schlucker und Caroline wollte ihn bestimmt nicht aushalten.

  • Aber ist das nicht schlimm, Menschen für homosexuelle Neigungen zu verurteilen und zu bestrafen? Eine engstirnige Denkweise war das damals. Selbst heute stößt es noch oftmals auf böse Blicke oder Schlimmeres.

  • Wobei man ja gerne Frauen, die sich so mondän und selbstsicher präsentier(t)en , unterstellt, dass sie dann auch sehr freizügig sind, was das andere Geschlecht angeht. Wieviel davon immer Unterstellungen sind, möchte ich lieber nicht wissen ^^

    Da hast Du recht. Frauen wurden sicher schnell verunglimpft wo man bei Männer gerne mal ein Auge zugedrückt hat - oder zwei.

    Genauso ist es. Und es war verpönt, als Frau selbständig und selbstsicher aufzutreten. Die Damen der damaligen Zeit hatten einfach nur Etiketten zu bewahren und sich als braves Weib zu präsentieren.

  • Tja, das ist für mich der Knackpunkt, wenn gerade gläubige Christen solche Menschen verurteilen. Und das für etwas, an angeboren und - nach ihrem Glauben - also von Gott gegeben sein müsste. Völlig unlogisch und von Nächstenliebe keine Spur.

  • Aber ich fand, dass er das nicht respektlos geschrieben hat. Im Gegenteil, ich fand den Brief sehr liebevoll.

    Ja, Benjamin trifft wirklich den richtigen Ton. Und zeigt mir auch, dass sein Verhältnis zu seinem Vater besser ist als das von Paula zu ihrer Mutter.


    Aber ist das nicht schlimm, Menschen für homosexuelle Neigungen zu verurteilen und zu bestrafen?

    Das finde ich auch furchtbar.


    Tja, das ist für mich der Knackpunkt, wenn gerade gläubige Christen solche Menschen verurteilen. Und das für etwas, an angeboren und - nach ihrem Glauben - also von Gott gegeben sein müsste. Völlig unlogisch und von Nächstenliebe keine Spur.

    Da gebe ich dir absolut recht.

  • Aber ist das nicht schlimm, Menschen für homosexuelle Neigungen zu verurteilen und zu bestrafen? Eine engstirnige Denkweise war das damals. Selbst heute stößt es noch oftmals auf böse Blicke oder Schlimmeres.

    Tja, das ist für mich der Knackpunkt, wenn gerade gläubige Christen solche Menschen verurteilen. Und das für etwas, an angeboren und - nach ihrem Glauben - also von Gott gegeben sein müsste. Völlig unlogisch und von Nächstenliebe keine Spur.

    Der Stichpunkt.....gerade gläubige Christen.... Man muss nur an die sexuellen Übergriffe in den Klöstern oder der Gleichen denken. Die sind nicht alle heterosexueller Natur gewesen.