Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)

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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Denkt bitte daran, dass Eure Rezensionen eine Art "Gegenleistung" für die Freiexemplare der Verlage sind. Es wäre deshalb schön, wenn sich hier möglichst alle beteiligen - ebenso ist ein Fazit zur Leserunde (gerne auch eines der Autorin) immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler und komplette Zusammenfassungen des Inhalts in den Rezensionen, da diesen Thread vielleicht auch Leute lesen, die "Die Schokoladenvilla" nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!


    Außerdem wäre es sicherlich sowohl für Maria Nikolai als auch für ihren Verlag Penguin, der uns freundlicherweise Freiexemplare spendiert hat, schön, wenn ihr Eure Rezensionen nicht nur hier, sondern auch auf anderen Internetseiten, Blogs und so weiter einstellen mögt.

    Bitte rezensiert das Buch auch auf unserer Hauptseite. Eine extra Anmeldung ist hierzu nicht nötig, Gastrezensionen werden manuell freigeschaltet.

  • Avila

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Wie eine Tafel Schokolade!

    Judith Rothmann ist die einzige Tochter des Schokoladenfabrikanten Wilhelm Rothmann. Trotz ihres Wunsches die Firma zu übernehmen, fädelt der Vater eine Heirat mit einem Bankierssohn ein, den Judith nicht ausstehen kann. Vor lauter Frust betrinkt sie sich mit Champagner und verbringt eine Nacht mit dem Herzensbrecher Max, der sich daraufhin aus dem Staub macht. In der Firma lernt Judith Victor Rheinberger kennen, der nach einem Gefängnisaufenthalt wegen eines Duelles in Stuttgart landet und mit seinem Freund Edgar in seiner Freizeit an einem Schokoladenautomaten arbeitet. Auch er leidet darunter, nicht das tun zu können was er möchte. Denn sein Vater will, das Victor weiter beim Militär bleibt und setzt den Privatdetektiv Paul Roux auf ihn an, der allerdings ein doppeltes Spiel spielt. Judith und Victor verlieben sich ineinander, trotz ihrer Verlobung. Ein paar Monate nach der Nacht mit Max stellt Judith fest, dass sie schwanger ist. Der nichtsahnende Kindsvater vergnügt sich derweil in Italien und bandelt mit einer Fremdenführerin an, die sich als Judiths Mutter entpuppt. Albrecht, Judiths Verlobter, sucht noch vor der Hochzeit das Weite, weil ihm ein paar sehr unangenehme Gläubiger an den Fersen sind. Nachdem er von Max Vater Geld erpresst hat, heiratet Victor Judith und erkennt das Kind als seines an, bei der Hochzeit wollen die Angehörigen des unterlegenen Duellpartners Rache an Victor nehmen, was Victors Vater gerade noch verhindert. Dank ihrer Hochzeit und dem erpressten Geld übernehmen Victor und Judith die Schokoladenfabrik und leben in Judiths Elternhaus, der Schokoladenvilla. Damit endet der erste Teil.

    Maria Nikolai schafft es spielend, dem Leser das Stuttgart von 1903 nahe zu bringen. Durch die lebendige und detaillierte Beschreibung hat der Leser das Gefühl Judith beim Schokolademachen zuzusehen, die Düfte zu riechen und den kalten Wind zu spüren. Durch die penible Recherche ergibt sich ein schönes, rundes Bild der Stadt Stuttgart und deren sozialer Schwierigkeiten. Das Buch ist wie eine Tafel Schokolade: Hat man es einmal probiert, kann man nicht mehr davon lassen, bis es ausgelesen ist und hat sofort Lust auf mehr.


    Sobald es freigeschaltet ist, teile ich es noch auf der Hauptseite, außerdem noch geteilt auf Amazon.


    Dir, liebe Maria schonmal vielen Dank für die Begleitung der Leserunde ( wir sind ja gottseidank noch nicht fertig mit diskutieren) und auch Danke an euch, liebe Mitleserinnen! Es war (und ist) wirklich toll mit euch, ich würde mich freuen wenn wir uns bei Teil 2 wiederlesen!

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Wie eine Tafel Schokolade!

    Super, ganz lieben Dank für die schöne Rezension! Vielleicht setzt du noch eine Spoilerwarnung dazu, wenn du die Rezi teilst, da natürlich schon einige Infos drin sind;-))

    1000 Dank, dass du dabei warst und dass dir das Buch so gut gefallen hat! Von Herzen - Maria

  • Wie eine Tafel Schokolade!

    Super, ganz lieben Dank für die schöne Rezension! Vielleicht setzt du noch eine Spoilerwarnung dazu, wenn du die Rezi teilst, da natürlich schon einige Infos drin sind;-))

    1000 Dank, dass du dabei warst und dass dir das Buch so gut gefallen hat! Von Herzen - Maria

    Kein Problem, mach ich noch

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Liebe Mitleser, liebe Maria,

    hier nun auch meine Rezension. Ich danke schon mal für die Begleitung und die aktive Runde! Ich bleibe natürlich trotzdem noch "am Ball"!

    Meine Rezension auch unter:

    Literaturschock- Forum

    und auch auf der Hauptseite, sobald das Buch erfasst ist.

    lesejury.de

    jpc.de

    hugendubel.de

    orellfüssli.ch

    weltbild.ch



    1903: Wilhelm Rothmann führt die Familie, Bedienstete und seine Schokoladenfabrik mit eiserner Hand. Was vor allem Tochter Judith zu spüren bekommt. Obwohl sie mehr als interessiert am Geschäft und der Schokoladenherstellung ist, will ihr Vater sie verheiraten. Und das möglichst gewinnbringend. Judith ist ganz und gar nicht einverstanden, hat sie sich doch in einen Anderen als den von ihrem Vater Ausgewählten verguckt.


    Ich weiss gar nicht wo ich beginnen soll, zu beschreiben, was mir alles in diesem Buch gefallen hat!

    Erst mal empfand ich das Grundthema der einflussreichen Familie, die einen Schokoladenfabrik besitzt ungeheuer spannend. Denn die Schokoladenproduktion mit den um 1900 gängigen Maschinen und Lagerungs - und Kühlungsmöglichkeiten sind sehr gut beschrieben. Hier spürt man die hervorragenden Recherchen! Wie auch bei den beschriebenen Frisuren, Kleidern und Gepflogenheiten. Dies alles ist mit den nötigen Details versehen, dass man es bildlich vor sich sieht, ohne langatmig zu wirken. Das Geschäft in dem es allerlei Köstlichkeiten zu kaufen gibt ist sehr anschaulich erklärt. Mich hat die Angst gepackt, dass mein Schokoladenkonsum während der Lektüre in ungeahnte Höhen steigt.

    Sehr schnell sind mir die Figuren ans Herz gewachsen. Dies vor allem, weil sie sehr prägend und gut charakterisiert wurden. Egal ob Judith, die reiche Tochter des Hauses, die versucht ihren Weg zu finden und von ihrem Vater immer wieder in die Schranken gewiesen wird. Oder ihre Mutter, die die Flucht vor dem tyrannischen Mann ergriffen hat und so wieder neuen Lebenswillen findet. Hervorragend charakterisiert auch die Brüder von Judith, die zur Auflockerung so einige Streiche aushecken und ihren Vater an den Rand der Verzweiflung treiben. Eigentlich gibt es in diesem Buch keine Figur, die mich nicht überzeugen konnte.

    Ein einschneidendes Thema zu der damaligen Zeit findet ebenfalls seinen Platz. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Ehe und dem Berufsleben. Mit leisen und manchmal ein wenig lauteren Zwischentönen wird die Emanzipation, die natürlich noch in den Kinderschuhen steckt, in die Geschichte eingeflochten. Mir hat ebenfalls der sozialkritische Touch sehr gefallen. Hier schlüpft vor allem Robert, der Diener des Hauses, in die Rolle des Zweiflers zu der damaligen sozialen Hirarchie.

    Der Schreibstil ist toll und hat mir sehr gefallen. Wechselnde Perspektiven machen das Buch vielschichtig und vielfältig. Ein schneller Erzählrythmus lässt keine Langeweile aufkommen. Und trotzdem wird sehr tiefsinnig und detailliert erzählt.

    Ein zweiter Teil ist geplant, darauf freue ich mich jetzt schon! Und das, obwohl ich sehr selten historische Romane lese.

  • Vielen Dank euch allen für diese spannende Leserunde und ganz besonderen Dank an Maria für die engagierte Begleitung. :)


    Hier ist mein Fazit:


    Es geht in diesem historischen Roman um die Geschichte der Familie Rothmann und ihrer Schokoladenfabrik in Stuttgart im Jahr 1903. Der Beginn des 20. Jh. war eine Epoche geprägt von Umbrüchen, sowohl in gesellschaftlicher Hinsicht als auch was die technische und industrielle Entwicklung betrifft. Das alles wird hier thematisiert und gerade bei Judith, der 21- jährigen Tochter, spüren wir die gute Energie und Dynamik eines modernen Frauenlebens, was allerdings den Vorstellungen ihres Vaters Wilhelm Rothmann widerspricht, der noch verkrustet in althergebrachten Vorstellungen von Tradition, Gehorsam und Autorität seine Ziele durchsetzen will.

    Er hat mit einigen Sorgen und Problemen zu kämpfen in diesen Zeiten. Familiär läuft nicht alles nach seinen Vorstellungen - seine Gattin Hélène befindet sich bereits seit vielen Monaten zu einem Kuraufenthalt am Gardasee, wo ihr Nervenleiden behandelt werden soll, seine 8-jährigen Zwillingssöhne haben allerlei Streiche im Kopf , während ihre schulischen Leistungen weniger überzeugen und seine Tochter Judith zeigt wenig Begeisterung für den jungen Mann, den er als Ehemann für sie ausgesucht hat. Dazu kommen auch noch finanzielle Probleme durch einige riskante Fehlinvestitionen.

    Die Situation in der Familie und der Firma bekommt eine neue Dynamik, als Victor Rheinberger auf der Bildfläche erscheint und eine Anstellung in der Schokoladenfabrik erhält.

    Er findet seinen Platz im Betrieb und macht sich schnell unentbehrlich durch sein Geschick und sein Talent für Maschinenbau. Zudem entwickelt sich da was zwischen ihm und Judith - noch sehr vorsichtig und verhalten, aber immer wenn die beiden sich begegnen, ist da so eine bestimmte Schwingung und Atmosphäre in der Luft, was in ihr den Widerstand gegen die vom Vater gewünschte Eheschließung noch zusätzlich verstärkt.

    Der Roman ist großartig erzählt, er beschreibt eine sehr zeittypische Atmosphäre und bleibt doch immer nahe an den Personen, die so echt und glaubwürdig agieren und empfinden, dass es eine wahre Freude ist, sie durch das Geschehen zu begleiten. Meine Sympathien liegen bei den vielschichtigen Romanfiguren, die zu kämpfen haben, die an sich und der Welt verzweifeln, Fehler machen und sich doch wiederfinden - wie auch immer, sie sind interessant und man kann mit ihnen verzweifeln, leiden und sich freuen, wenn sie dann doch einen Weg gefunden haben, der ihnen entspricht.

    Zu dem Lesegenuß tragen auch die lebensnahen Dialoge bei und das hohe sprachliche Niveau des Romans. Die Geschichte ist für uns Leser so spannend und berührend, weil sie wunderbar und sehr intensiv erzählt wird, jede Romanfigur hat ihr ganz eigenes Wesen, ihre Identität und Sprache sind unverwechselbar und typgenau getroffen. Zudem wird auch die Epoche und das Umfeld in Stuttgart zu diesen Zeiten sehr eindringlich und glaubwürdig beschrieben, es ist mehr als nur Kulisse, diese Dinge sind sehr prägend und dramaturgisch perfekt eingesetzt und so ist mir der Abschied von den Personen am Ende richtig schwergefallen.


    :buchtipp:

  • Der Schreibstil ist toll und hat mir sehr gefallen. Wechselnde Perspektiven machen das Buch vielschichtig und vielfältig. Ein schneller Erzählrythmus lässt keine Langeweile aufkommen. Und trotzdem wird sehr tiefsinnig und detailliert erzählt.

    Ein zweiter Teil ist geplant, darauf freue ich mich jetzt schon! Und das, obwohl ich sehr selten historische Romane lese.

    Ich drück dich - ganz lieben Dank für diese tolle Rezi! Es freut mich, dass ihr so mit der Schokovilla und ihren Figuren mit gefiebert habt. Da schreibt sich der 2. Teil fast ganz von allein...schön dass du die Rezi schon so weit streust...

  • Zu dem Lesegenuß tragen auch dielebensnahen Dialoge bei und das hohe sprachliche Niveau des Romans.Die Geschichte ist für uns Leser so spannend und berührend, weilsie wunderbar und sehr intensiv erzählt wird, jede Romanfigur hatihr ganz eigenes Wesen, ihre Identität und Sprache sindunverwechselbar und typgenau getroffen. Zudem wird auch die Epocheund das Umfeld in Stuttgart zu diesen Zeiten sehr eindringlich undglaubwürdig beschrieben, es ist mehr als nur Kulisse, diese Dingesind sehr prägend und dramaturgisch perfekt eingesetzt und so ist mir der Abschied von den Personen am Ende richtig schwergefallen.

    Oh wie wunderbar! Ihc danke dir! Das hast du wunderschön geschrieben und ich habe euch gerne begleitet! Ich habe mein Buch teilweise selbst noch einmal neu gesehen und das ist das Schöne daran - jeder hat seine eigene Geschichte dazu! Ich freue mich schon auf die Leserunde zu Schoko2 nächstes Jahr. Würde es dir was ausmachen, deine Rezi auch auf amazon zu veröffentlichen? Das wäre super!

  • Ich drück dich - ganz lieben Dank für diese tolle Rezi! Es freut mich, dass ihr so mit der Schokovilla und ihren Figuren mit gefiebert habt. Da schreibt sich der 2. Teil fast ganz von allein...schön dass du die Rezi schon so weit streust...

    Ich habe zu danken! Es war ein wunderbares Buch und eine tolle Leserunde!

  • Zu dem Lesegenuß tragen auch dielebensnahen Dialoge bei und das hohe sprachliche Niveau des Romans.Die Geschichte ist für uns Leser so spannend und berührend, weilsie wunderbar und sehr intensiv erzählt wird, jede Romanfigur hatihr ganz eigenes Wesen, ihre Identität und Sprache sindunverwechselbar und typgenau getroffen. Zudem wird auch die Epocheund das Umfeld in Stuttgart zu diesen Zeiten sehr eindringlich undglaubwürdig beschrieben, es ist mehr als nur Kulisse, diese Dingesind sehr prägend und dramaturgisch perfekt eingesetzt und so ist mir der Abschied von den Personen am Ende richtig schwergefallen.

    Oh wie wunderbar! Ihc danke dir! Das hast du wunderschön geschrieben und ich habe euch gerne begleitet! Ich habe mein Buch teilweise selbst noch einmal neu gesehen und das ist das Schöne daran - jeder hat seine eigene Geschichte dazu! Ich freue mich schon auf die Leserunde zu Schoko2 nächstes Jahr. Würde es dir was ausmachen, deine Rezi auch auf amazon zu veröffentlichen? Das wäre super!

    Vielen Dank, liebe Maria :* auf deinen Fortsetzungsroman freue ich mich schon sehr. Leider habe ich Probleme mit meinem amazon - Konto nachdem es mehrmals gehackt wurde. Ich muss mal schauen, was ich da tun kann.

  • Beitrag von Emmy ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Hier nun auch meine Meinung zum Buch beziehungsweise Hörbuch.


    Schokolade, so bitter und süß wie das Leben


    Ich habe das Hörbuch zu diesem Buch gehört und möchte zunächst der Sprecherin, Beate Himmelstoß, meinen großen Respekt aussprechen für diese sehr gute Leseleistung. Die Handlung wurde durch diese Sprecherin sehr lebendig.

    Zu diesem Hörgenuss trägt natürlich auch das Thema des Romans bei, Schokolade.

    Sie steht zwar nicht so sehr im Vordergrund der Handlung, aber man wird doch immer wieder animiert zu naschen.

    Im Vordergrund steht das Schicksal zweier Frauen, die mit den Zwängen der Gesellschaft um 1903 schwer zu kämpfen haben.

    Judith und auch ihre Mutter kommen mit den geltenden Regeln, dass Frauen nur für Haushalt und Kinder verantwortlich sein sollen gar nicht klar.


    Judith arbeitet gerne in der Schokoladenfabrik ihres Vaters und würde dort auch mit vergnügen mehr Verantwortung übernehmen. Doch dieser Weg ist ihr verschlossen und ihre kreativen Ideen haben somit keine Chance, in der von Männern dominierten Unternehmer Welt.

    Judiths Mutter Helene hat sich dem strengen Regiment, welches Judiths Vater zu Hause auch zeigt, entzogen. Sie ist zu einer Kur an den Gardasee gereist.

    Somit hat Judith quasi den Platz ihrer Mutter zu Hause eingenommen und kümmert sich auch um ihre 8 jährigen Zwillingsbrüder, die mit ihren Streichen für viel Aufregung in der Handlung sorgen. Bei mir haben diese beiden Lausbuben immer wieder für ein schmunzeln gesorgt und ich war pausenlos gespannt, welche verrückte Idee sie nun als nächstes in die Tat umsetzten.

    Diese heiteren Momente waren sehr schön in die sehr anspruchsvolle Handlung eingeflochten.

    Die Autorin hat in diesem Roman eine überschaubare Menge an Charakter eingefügt, die alle ihre speziellen Eigenschaften haben. Nicht immer nur schöne oder gute Eigenschaften.

    Das harte Arbeitsleben der Dienstboten im Unternehmerhaushalt wird von der Autorin genauso realistisch dargestellt, wie auch das lockere Leben der Söhne aus der Oberschicht.

    Besonders gut hat mir gefallen, dass auch viele kunsthandwerkliche Berufe und technische Entwicklungen beschrieben wurden. Die Schokolade muss ja auch appetitlich und in vielen ansprechenden Formen den Kunden zum kaufen animieren. Da war viel Kreativität gefragt.


    Diese breit gefächerten Informationen rund um die Schokolade verknüpft die Autorin mit dem Schicksal von Judith und ihrer Mutter. Aber auch mit dem Leben von den Hausangestellten oder dem Schicksal der sozial schwachen Menschen, die durch Krankheit oder anderen schlimmen Ereignissen in ihrem Leben, in bitterer Armut leben.

    In diesem Buch hat Frau Nikolai den Leser zunächst einmal mit Judith und ihrer Familie vertraut gemacht. Mit dem Leben der Frauen im Kaiserreich und mit den großen gesellschaftlichen und sozialen Problemen dieser Zeit.

    Die Tatsache, dass der Vater bestimmte wen Judith heiraten sollte und ihre große Liebe zu einem anderen Mann, bilden hier die spannende Basis für uns Leser um in eine ganz andere Zeit abzutauchen.


    Viele Personen in dieser Handlung kann man lange nicht durchschauen. Vom knallharten Geschäftsmann bis zum herzensguten Tüftler ist alles dabei.

    Windige Typen mit miesen Absichten und verständnisvolle Menschen mit einem guten Herzen, kreuzen Judiths Weg. Sie alle machen aus dieser Familiengeschichte ein unvergleichliches Lese – beziehungsweise Hörvergnügen.

    Es lohnt sich, Judith und ihre Mutter auf ihrem Weg zu begleiten. Der Weg ist Abwechslungsreich und steinig, aber führt er auch zum Ziel?


    Finden Sie es heraus und begleiten Sie die beiden Frauen.


    Diese Rezension erscheint auf folgenden Seiten:


    Amazon

    Audible

    Diskussionsforum der Buchrebellin



    An dieser Stelle möchte ich mich auch sehr herzlich bei dir, liebe Maria, und bei allen anderen Teilnehmern dieser Leserunde, für den tollen Austausch der Leseeindrücke bedanken.



  • Vielen Dank, liebe Maria :* auf deinen Fortsetzungsroman freue ich mich schon sehr. Leider habe ich Probleme mit meinem amazon - Konto nachdem es mehrmals gehackt wurde. Ich muss mal schauen, was ich da tun kann.

    Oh das ist natürlich nicht so gut - dann lassen wir es einfach mit der Amazon Rezi - nicht, dass da noch etwas passiert. GLG

  • Diese Rezension erscheint auf folgenden Seiten:


    Amazon

    Audible

    Diskussionsforum der Buchrebellin


    An dieser Stelle möchte ich mich auch sehr herzlich bei dir, liebe Maria, und bei allen anderen Teilnehmern dieser Leserunde, für den tollen Austausch der Leseeindrücke bedanken.

    Super! Ganz ganz lieben Dank für diese tolle, anspruchsvolle Rezension. Ich war sehr gerne dabei und freue mich auf euch bei Band 2 - oder auf meiner homepage oder facebook.

  • Vielen Dank, liebe Maria :* auf deinen Fortsetzungsroman freue ich mich schon sehr. Leider habe ich Probleme mit meinem amazon - Konto nachdem es mehrmals gehackt wurde. Ich muss mal schauen, was ich da tun kann.

    Oh das ist natürlich nicht so gut - dann lassen wir es einfach mit der Amazon Rezi - nicht, dass da noch etwas passiert. GLG

    Meine Rezi ist jetzt bei amazon, liebe Maria :*

  • Die Autorin Maria Nikolai führt uns in ihrem Roman "Die Schokoladenvilla" nach Stuttgart in das Jahr 1903 zu Judith Rothmann, der Tochter eines Schokoladenfabrikanten. Zur Familie gehören der Vater Wilhelm, die Mutter Helene und die Zwillinge Karl und Anton. Judith liebt es, neue Schokoladenkreationen auszuprobieren. Sie träumt davon, einmal die Fabrik zu leiten. Aber ihr Vater hat ganz andere Pläne für sie Er will sie mit dem Bankierssohn Albrecht verheiraten. Da taucht Victor Rheinberger auf, der in Stuttgart einen Neustart plant.


    Die Autorin nimmt uns mit in das neue, 20. Jahrhundert und konfrontiert uns mit der damaligen Lebenssituation. Die oberen Gesellschaftsschichten lassen es sich gut gehen, aber das arbeitende Volk hat es schwer. Viele Frauen prostituierten sich, um ein wenig dazuzuverdienen. Die Frauen damals hatten keine Rechte. Sie waren abhängig von Vater oder Ehemann.


    Die Fabrikantentochter Judith will es aber nicht einfach hinnehmen, daß sie vom Vater mit einem Mann verheiratet wird, den sie nicht ausstehen kann.


    Mutter Helene verweilt am Gardasee zur Stärkung ihrer Nerven. Sie hat sich in ihrem Leben in Stuttgart eingesperrt gefühlt und genießt ihre neue Freiheit.


    Als Victor Rheinberger auftaucht und in der Schokoladenfabrik eingestellt wird, kreuzen sich die Wege von Victor und Judith. Es bändelt sich eine neue, zarte Liebe an!


    Die Autorin hat die Protagonisten ausführlich beschrieben, so daß der Leser sich gut in die Personen hineinversetzen kann. Der Roman ist spannend bis zum Ende.


    Es handelt sich hier um den Anfang einer Trilogie. Ich bin schon jetzt sehr gespannt auf Fortsetzung. Schließlich möchte ich ja wissen, wie es weitergeht.


    Ich kann diesen Roman sehr weiterempfehlen.


    Vielen Dank an die Autorin für die Begleitung der Leserunde!


    Rezension auch bei:

    Amazon

    Goodreads

  • 1903, Stuttgart. Judith ist die Tochter der erfolgreichen Schokoladenfabrik Rothmann und ihr Vater sucht gerade nach einer möglichst attraktiven Partie für sie. Doch Judith würde viel lieber sich selbst in die Firma einbringen, als einen Ehemann zu heiraten, der dies tun soll. Doch wie soll das funktionieren, wo für Frauen der Platz bei der Familie und Heim vorgesehen ist?


    Maria Nikolai entführt die Leserinnen von der ersten Seite an in eine andere Welt. Die Beschreibungen der Schokoladengeschäfte sind so verführerisch und bildlich, dass einem gleich der Geschmack von Schokolade auf der Zunge liegt. Und genau hier liegt die größte Stärke des Buches. Der Schreibstil ist einfach wundervoll. All die Beschreibungen in so schönen Worten lassen einen direkt in die erschaffene Welt eintauchen. Hinzu kommen feine, kleine Details, die gut recherchiert und geschickt in die Geschichte verwoben auftauchen, die das Buch zu mehr als einer simplen Liebesgeschichte machen. Es entsteht ein schöner historischer Schmöcker, der konstant unterhaltsam, spannend und interessant ist.


    Getragen wird die Geschichte natürlich auch von schönen Personen. Wir erleben eine bunte Palette an Figuren, die teilweise eine moderne Lebensart fordern, dessen Ideen sich langsam um die Jahrhundertwende in die Köpfe einschlich. Nicht nur Judith will aus den ihr bekannten Rollenmustern ausbrechen, auch ihre Mutter wählt einen spannenden Weg - auch wenn sie dafür viel aufgeben muss. So haben die Nebencharaktere ein ebenso fesselndes Leben, so dass mir die Umschwenkungen nach Riva, in ein ganz anderes Leben, immer sehr gut gefallen haben und dem Buch eine tolle Abwechslung bieten. Doch nicht immer sind alle Verwicklungen so gewählt, dass man sie als Leserin uneingeschränkt gutheißen kann, so bleibt das Buch in seinen Kanten spannend und wird durchaus zum Mitdenken animiert.


    Insgesamt ein wirklich fantastisches Leseerlebnis, auf dessen Fortsetzung ich mich jetzt schon ungemein freue!