03 - Seite 155 bis einschl. Seite 226 (Kapitel 20 bis einschl. Kapitel 27)

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  • Meine Güte, was man all diesen Kindern angetan hat ist einfach eine geballte Ladung Unglück. Ich kann es kaum mehr ertragen - und kann doch nicht aufhören zu lesen.


    Mathias ist wie Henni, so stark und tapfer. Ich hatte den Eindruck, dass die Schwestern ihn im Heim nicht hätten brechen können, wenn nicht der Vater gewesen wäre, der ihm die letzte Hoffnung genommen hätte. Er dachte, der Vater wäre der einzige Erwachsene, der zu ihm stände, wenn es drauf ankam. Auch wenn Heinrich ja seit seiner Rückkehr nie mehr so war, so hatte Mathias nie aufgegeben daran zu glauben. Aber als sein Vater ihn nicht mal gegen die gewalttätigen lügenden hinterfotzigen - sorry für den garstigen Ausdruck - Nonnen verteidigt hat, da ist etwas in ihm zerbrochen. Und in die Kerbe haben die Nonnen reingehauen und ihn seelisch und körperlich vernichtet. Zum Heulen, dass sie gewonnen haben.


    Und gleiches geschieht mit Henni, die ebenfalls vom Vater wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen wurde. Sie darf nicht mal Briefe ihrer Brüder bekommen. Darf nicht wissen, wie es ihnen geht, wo sie sind. Erfährt nicht mal, dass Mathias tot ist.


    Wenn es eine Hölle gibt, dann sollen die Nonnen darin schmoren bis in alle Ewigkeit. :teufel:


    Jürgen ist der Sohn von Merk. Aber ich bin froh, dass er und Elsa sich schnell wieder vertragen, denn die beiden sind es, die der Geschichte mit ihren Fragen noch eine gute Wendung geben könnten. Darauf hoffe ich ja noch für Henni. Elsa finde ich eine besonders tolle Figur. Ihre ruhige Stärke und ihre Hartnäckigkeit und Treue sind ein positiver Anker in all dem Kummer.


    Eine Nebenfigur, die auch sehr gut gelungen ist, ist Frau Castrup. Wie die im Gericht den Staatsanwalt demontiert ist ein Highlight gewesen. :totlach: Bei all dem Unglück hat Henni auch immer wieder Glück mit Menschen, wie Frau Castrup oder ihrem Ehemann oder Elsa. Sonst würde sie - und ich - ja ganz das Vertrauen an die Menschheit verlieren.


    Dass Henni die ganzen Umstände und Zustände im Heim vor Gericht bringt, ist richtig. Aber vor allem für Thomas sehr schwer. Er ist der, der am meisten traumatisiert ist aus seiner Kindheit. Ob er wirklich "debil" ist. Was für eine widerwärtige Bezeichnung für so einen empfindsamen Menschen. Als er erkennt, dass die Nonne ihn ein Leben lang über seine Mutter belogen hat, da zerbricht seine Welt, wie sie bis jetzt war. Wie sie die Kinder gequält hat, das hatte schon Methode. X(


    Jetzt sieht es nicht gut aus für Henni. Wenn Thomas nicht aussagt. Bleibt nur noch Fried.

  • Die Szenen im Kinderheim sind wirklich schwer zu ertragen. Mathias hat sich ja wirklich lange aufgelehnt, hatte aber letztendlich keine Chance gegen die Schwestern. Furchtbar! Und Henni gibt sich an allem die Schuld, weil sie meint, die Jungs sind nur wegen ihrer Schmuggelein ins Heim gekommen. Die ärmste!


    Der Vater.... Wie grausam kann ein Mensch sein? Sind ihm durch seinen traumatischen Erlebnisse alle Gefühle abhanden gekommen? Er lässt seinen Inder fallen und intrigiert sogar gegen sie. Wenn ich das richtig interpretiere, ist es nicht so, dass Fried keinen Kontakt zu Henni wollte. Das hat der Vater so bestimmt. Warum?? Mathias hat er auch hängen lassen, er ist daran zerbrochen und letztlich gestorben.


    Wie Thomas vor Gericht behandelt wird, finde ich auch unter aller S.... Dem Richter muss doch klar gewesen sein, wie durcheinander Thomas ist. Wenn er ihn etwas feinfühliger behandelt hätte, wäre die Sache vielleicht anders ausgegangen. Thomas ist sein Leben lang belogen worden und wird jetzt der Lüge bezichtigt! Ich kann gut nachvollziehen, dass er zusammenbricht.


    Dass sogar der Staatsanwalt versucht, die Sache zu manipulieren, hat mich dann doch geschockt. Er liest etwas vor, total aus dem Zusammenhang gerissen, dadurch wirkt es, als wäre Henni wirklich „moralisch und sittlich verwahrlost“. Dass es sich aber hier nur um reine Äußerlichkeiten handelt, verschweigt er. Gut, dass Frau Castrup eingreift.

    Die Familie Castrup war Hennis Rettung! Sie haben sich nicht blenden lassen durch Hennis Vergangenheit. Im Gegenteil! Sie sind ein wahrer Segen und bescheren Henni viele Glücksmomente.


    Elsa „enttarnt“ Jürgen. Zum Glück erkennt sie aber, dass er nichts böses will. Sie kooperieren weiterhin. Vielleicht können sie Henni doch noch irgendwie helfen.


    Durch den neuen Pfarrer im Dorf erkennt Elsa allmählich, was Lenkes für ein toller Gottesmann war.

  • Meine Güte, was man all diesen Kindern angetan hat ist einfach eine geballte Ladung Unglück. Ich kann es kaum mehr ertragen - und kann doch nicht aufhören zu lesen.

    So geht es mir auch. :(

    Zitat von gagamaus
    Wenn es eine Hölle gibt, dann sollen die Nonnen darin schmoren bis in alle Ewigkeit. :teufel:

    Ich kann einfach nicht fassen, dass ein Mensch, eine Frau, eine gottesfürchtige!!! Nonne Kindern etwas derartiges antun kann.

    Zitat von gagamaus

    Elsa finde ich eine besonders tolle Figur. Ihre ruhige Stärke und ihre Hartnäckigkeit und Treue sind ein positiver Anker in all dem Kummer.

    Elsa finde ich auch klasse. Sie ist stark, stellt sich gegen den Dorfklatsch, obwohl es soviel einfacher wäre, mitzumachen oder zumindest die Klappe zu halten. Ich habe das Gefühl, sie und Jürgen schaffen es irgendwie, Henni zu helfen.

    Zitat von gagamaus

    Eine Nebenfigur, die auch sehr gut gelungen ist, ist Frau Castrup. Wie die im Gericht den Staatsanwalt demontiert ist ein Highlight gewesen. :totlach:

    Das war einer der wenigen Momente, wo ich herzhaft gelacht habe. Die Familie Castrup ist Hennis Rettung - in jeder Hinsicht!

    Zitat von gagamaus

    Jetzt sieht es nicht gut aus für Henni. Wenn Thomas nicht aussagt. Bleibt nur noch Fried.

    Ich habe mich gefreut, dass Fried Henn aufgesucht hat. Von ihrer Seite hätte es ja keine Annäherung gegeben, da sie der Meinung war, Fred wollte das nicht.

  • Ich habe mich gefreut, dass Fried Henn aufgesucht hat. Von ihrer Seite hätte es ja keine Annäherung gegeben, da sie der Meinung war, Fred wollte das nicht.

    Ja, das war ein toller Moment, als die zwei Geschwister sich endlich begegnen und wieder zuusammen sein können. Es gibt ja nur wenige glückliche Szenen für die Geschwister. Deshalb feiere ich die auch besonnders.

  • Ich bin ganz stolz, dass meine Vermutung bezüglich Jürgen Loose weitestgehend stimmte. Er war wirklich der Sohn des Grenzers und gottseidank ein sehr gerechter und aufrechter Mensch - als für ihn klar wurde, dass Hennie keine Schuld traf, bemühte er sich wirklich um Gerechtigkeit und organisiert sogar Frau Castrup als Zeugin. Ich kann mir vorstellen, dass aus ihm später ein sehr guter Anwalt wird.


    Diese Castrup-Episode war wirklich so etwas wie ein heller Sonnenstrahl in Hennies Geschichte - endlich Menschen mit einem gesunden Urteilsvermögen, die Hennie so nehmen, wie sie ist und ihre zahlreichen Qualitäten zu schätzen lernen und diese auch würdigen und belohnen. Wie schön, dass sie sozusagen zum Familienmitglied wurde!


    Leider hat Hennies Vater nicht nur die Kinder ignoriert, sondern auch viel Unheil angerichtet: durch Lügen wurden Hennie und Fried jahre-, eigentlich sogar jahrzehntelang voneinander fern gehalten. Und als sie sich dann wieder trafen, wurde es wieder heftig, durch diese Klage von Hennie.


    Wo sie ja offenbar gar nicht als Schuldige, sondern als Klägerin auftritt. Die beiden Toten sind jedenfalls nicht Matthias und Johanna, sondern die kommen noch und offenbar ist eine diese fiese Nonne.


    Auch unglaublich fand ich bei Elsa, dass sie erst durch den neuen Geistlichen "richtigen" Glauben kennenlernt. Das waren ja Zustände dort wie in Irland, wo die Katholische Kirche alles machen darf bzw. damals durfte. In Köln ist es jetzt nicht viel besser, aber in der Nachkriegszeit hatten die ein Glück, dadurch das Kardinal Frings am Ruder war - eine echte Kraat, der nur an seine Mitmenschen dachte und Mundraub quasi legitimierte. Das nannte man dann "fringsen". Meine evangelische Mutter ist sogar mit uns in den Dom gegangen, als er dort aufgebart lag und die Kölner einige Tage von ihm Abschied nehmen konnten. Sie wollte uns einen wirklich guten Menschen zeigen - das war auch das einzige Mal, dass sowas geschah, denn so viele gibt es ja nicht davon.

  • Mathias ist wie Henni, so stark und tapfer. Ich hatte den Eindruck, dass die Schwestern ihn im Heim nicht hätten brechen können, wenn nicht der Vater gewesen wäre, der ihm die letzte Hoffnung genommen hätte. Er dachte, der Vater wäre der einzige Erwachsene, der zu ihm stände, wenn es drauf ankam.

    Ja, das war wirklich furchtbar, eigentlich war das wie ein Mord - eine wahrlich kriminelle Handlung und niemand hat etwas gemacht! Wie furchtbar!

    Aber vor allem für Thomas sehr schwer. Er ist der, der am meisten traumatisiert ist aus seiner Kindheit. Ob er wirklich "debil" ist. Was für eine widerwärtige Bezeichnung für so einen empfindsamen Menschen. Als er erkennt, dass die Nonne ihn ein Leben lang über seine Mutter belogen hat, da zerbricht seine Welt, wie sie bis jetzt war.

    Ich finde auch: wie kann der Richter es wagen, Thomas als debil zu bezeichnen und seine Ausbildung in Frage zu stellen. Dafür gibt es doch Beweise, also das Zeugnis und er müsste es betrachten, wenn er nicht einmal Fried glaubt, der es auch bezeugt. Wahrscheinlich war der gekauft oder zumindest mit im Klüngel.

    Wie Thomas vor Gericht behandelt wird, finde ich auch unter aller S.... Dem Richter muss doch klar gewesen sein, wie durcheinander Thomas ist. Wenn er ihn etwas feinfühliger behandelt hätte, wäre die Sache vielleicht anders ausgegangen. Thomas ist sein Leben lang belogen worden und wird jetzt der Lüge bezichtigt! Ich kann gut nachvollziehen, dass er zusammenbricht.

    Ich glaube, der Richter wusste schon im Vorfeld, wie er urteilen wird - das finde ich ganz besonders tragisch!

  • Liebe Mechtild, vielen Dank dafür, das Du die Figur der Frau Castrup eingebaut hast! Endlich mal jemand, der es gut mit Henni meint. Ich hatte schon befürchtet, Henni kommt bei ihrer Anstellung vom Regen in die Traufe, aber dort geht es ihr gut. Ohne diese Episode wäre die ganze Geschichte nur schwer auszuhalten.


    Das selbst das Jugendamt Frieds Aufenthaltsort nicht herausgibt ist auch heftig.

  • Ich finde auch: wie kann der Richter es wagen, Thomas als debil zu bezeichnen und seine Ausbildung in Frage zu stellen. Dafür gibt es doch Beweise, also das Zeugnis und er müsste es betrachten, wenn er nicht einmal Fried glaubt, der es auch bezeugt. Wahrscheinlich war der gekauft oder zumindest mit im Klüngel.

    Ich denke, der Richter hat Vorurteile. Soll nicht sein, ist aber wohl so.

  • Zu dem Richter: Für ihn ist von Anfang an klar, dass Schwester Angelika die glaubwürdige Zeugin ist. Die Macht der Kirche spielte überall hinein und auch ein Richter hätte sich damals - aufgrund der Aussagen von ehemaligen Heimkindern - nicht mit der Kirche angelegt.


    Mit dem Ehepaar Castrup ist Licht in Hennis Leben gekommen und Frau Castrup legt mit ihrer Zeugenaussage den Finger in die Wunde jener Zeit. Sie entlarvt auf welche Zeugen sich der Staatsanwalt beruft und welcher Mief - aus längst überholten Zeiten - immer noch in den Amststuben wabert.


    TochterAlice und ysa : Ja, ihr habt die Figur des Jürgen Loose richtig eingeschätzt;), und ja, er ist ein Guter.


    gagamaus : Noch mal zu deiner Frage, wie es sein konnte, dass in kirchlichen Heimen noch üblich war, was in staatlichen Heimen längst nicht mehr ging. Es hat noch Jahre gedauert bis man bereit war, die Kirche kritisch zu betrachten und sich zu fragen, was da alles im Namen der Religion passiert. Wenn man bedenkt, was sich in den letzten Jahren für Abgründe aufgetan haben. Und es sind oft Menschen die heute fünfzig oder sechzig Jahre alt sind, d.h. sie waren damals Opfer z.B. sexueller Übergriffe. Aber es herrschte gesellschaftlicher Konsens, dass Kirchenvertreter (Priester, Nonnen, Bischhöfe usw.) sowas nicht getan haben. Erst in den letzten Jahren kommt da etwas in Bewegung, aber ich bin fest davon überzeugt, dass alles Entgegenkommen der Kirche reine Rhetorik ist. Es wird immer nur das zugegeben, was definitiv nicht mehr zu leugnen ist.X( Ich will nicht behaupten, dass es nicht auch dort einige gibt, die an wirklicher Aufklärung interessiert sind, aber die Macht im Kirchenstaat haben die nicht!


    Euch einen schönen Sonntagabend

    Mechtild

  • Zu dem Richter: Für ihn ist von Anfang an klar, dass Schwester Angelika die glaubwürdige Zeugin ist. Die Macht der Kirche spielte überall hinein und auch ein Richter hätte sich damals - aufgrund der Aussagen von ehemaligen Heimkindern - nicht mit der Kirche angelegt.

    Das ist so ungerecht!! Thomas hat überhaupt keine Chance, richtig zu Wort zu kommen. Er wird als Lügner abgestempelt, obwohl ja wohl andere gelogen haben. X( Ich könnt grad k.... <X Die Macht der Kirche ist erschreckend.

  • Was stimmt nicht mit dem Arzt? Der hätte die Möglichkeit zu helfen und zieht den Schwanz ein. Die Beschreibungen der KZ-Wächterin...äh.. Erzieherin Gertrud schockiert mich immer noch, obwohl es natürlich nicht überrascht. Auch die Reaktion vom Vater macht einen fassungslos. Es zeigt aber auch, dass die Glaubwürdigkeit der Kinder durch die Unterbringung komplett im Eimer ist. Und die unterschiedlichen Erzählungen müssten doch auch den Vater stutzig machen, aber nein, er glaubt nur dem Heimpersonal. Und die Aussage, er wöllte nur deren Bestes ist doch falsch. Er will halt seine Ruhe.

    Bei Thomas habe ich das Gefühl dass er sich gerad ein bisschen in der Vergangenheit verliert. Ich hoffe das er durch die Anhörung etwas Frieden findet, auch wenn es ihn sehr aufgewühlt hat. Aber er hat zumindest den Mut, den Geist aus der Vergangenheit bekämpfen zu wollen und sich dem zu stellen. und die verlorene Glaubwürdigkeit wirkt auch noch nach, wie man ja an dem Richter sieht. Auch die Dame vom Jugendamt hat ihren Beruf verfehlt. Eigentlich haben fast alle Erwachsenen( Martin und die Castrups sind die rühmliche Ausnahme) eine Mauer gegenüber den Kindern gebaut. Eine Mauer, die so hoch ist, dass nichts und niemand drüber kommt und dann sagen sie, es wäre für die Kinder das Beste.

    Nur einmal habe ich gelesen, dass die Kinder ihren Willen durchgesetzt haben, als Thomas sich um Fried kümmern darf. Das hat mich so gefreut, ein kleiner Sieg. Aber wahrscheinlich hassten die Erzieher die beiden deswegen noch mehr, könnte ich mir vorstellen.

    Das der alte Pastor vom Fegefeuer predigt ist der Gipfel der Heuchelei. Eigentlich gehört der ins Fegefeuer.

    Das Jürgen Loos "enttarnt" wird, verpasst der Hoffnung zunächst einen Dämpfer, weil Elsa sich natürlich nicht sicher ist, was er eigentlich vor hat. Gut, dass er sie davon überzeugen konnte. Auch, das seine Mutter Henni nicht mag, war klar. Schließlich ist sie nach ihrer Meinung schuld an dem Elend

    Das Haus in dem der Vater wohnt, ist genauso tot wie er selbst. Also, innerlich tot. Ich frage mich auch, warum er so nachtragend ist? Erinnern ihn Hennis Blumen an sein eigenes Versagen?

    Das Henni sich ein neues Leben aufbauen kann, hat mich sehr gefreut. Auch das sie wieder zu ihrem alten Optimismus zurückfindet. " Das Leben meinte es gut mit ihr". Und sie hat es auch sowas von verdient!

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Zu dem Richter: Für ihn ist von Anfang an klar, dass Schwester Angelika die glaubwürdige Zeugin ist. Die Macht der Kirche spielte überall hinein und auch ein Richter hätte sich damals - aufgrund der Aussagen von ehemaligen Heimkindern - nicht mit der Kirche angelegt.

    Das ist so ungerecht!! Thomas hat überhaupt keine Chance, richtig zu Wort zu kommen. Er wird als Lügner abgestempelt, obwohl ja wohl andere gelogen haben. X( Ich könnt grad k.... <X Die Macht der Kirche ist erschreckend.

    Ihn als debil abzustempeln, dass die Ergebnisse falsch sein könnten, auf die Idee kommt keiner.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Guten Abend!


    Die Erinnerungen von Thomas sind wirklich berührend und schwer zu ertragen: die Kinder waren diesen Mißhandlungen ausgesetzt und konnten sich nicht wehren. Erwachsenen, denen sie eventuell vertrauten, so wie Matthias Vater, glauben ihnen nicht und helfen ihnen überhaupt nicht. Wie verlassen müssen sich dann Kinder vorkommen! Noch mehr alleine lassen kann man seine Kinder fast nicht. Und er hat konsequent alles gemacht, damit Henni ihre Brüder nicht wiederfinden konnte - inklusive Lügen. Wie war das mit dem 8. Gebot?


    Es mag ja sein, dass der Vater selber schwer traumatisiert ist, aber sein Verhalten den Kindern gegenüber kann ich trotzdem nicht akzeptieren. Da können sich bei mir Hirn und Herz nicht einigen!


    Die Zustände im Heim? Der Begriff systematischer Sadismus trifft es am besten. Dunkelhaft, Folter, Demütigungen etc. Und dann erst dass Eintauchen ins Wasser - verständlich, dass Thomas die Fluchtpläne verraten hat. Aber welch ein Hohn: es ist eigentlich nur um ein paar Buntstifte gegangen...

    Matthias hat das in weiterer Folge das Leben gekosten - manchmal ist eine Lungenentzündung auch Mord.

    Extrem zu Herzen ging mir dann diese Szenen, wo weder Fried noch Thomas an Matthias' Tod glauben konnten. Es hätte ihnen den letzten Lebensmut geraubt und so wurde ihr Wunsch, dass Matthias fliehen konnte und bereits in Italien ist, immer mehr zur Wahrheit.

    Irgendwann mussten sie dann allerdings einsehen, dass Matthias tatsächlich tot war.

    Ebenso interessant ist die Thomas Interpretation des Bildes, dass er im Zuge der Vorbereitungszeit auf die Anhörung malt.


    Die Anhörung und auch Hennis Prozess sind sehr interessant. Es wird klar, dass weder Richter noch Staatsanwälte an der Wahrheitsfindung interessiert sind - sie versuchen alles um die Betroffenen einzuschüchtern und alles um die Opfer als Lügner bloßzustellen. Niemand war bereit, die Kirchenleute als Schuldige zu betrachten, anscheinend waren das "undenkbare Gedanken". Was nicht sein darf, das nicht sein kann?!?


    Frau Castrup ist ein Lichtblick in diesem Abschnitt - sie unterstützt Henni und sie sagt auch für sie aus und lässt sich dabei nicht einschüchtern. Jürgen Loose ist tatsächlich Merks Sohn und er ist tatsächlich auf der Suche nach der Wahrheit. Elsa unterhält sich trotzdem noch mit ihm, schließlich war es seine Idee, Frau Castrup als Zeugin vorzuladen.


    Hennis Leben mit Mann und Kindern, der Arbeit in der Gärtnerei scheint recht friedlich und normal zu verlaufen. Erst als Fried sie glücklicherweise findet erfährt sie vom Schicksal ihrer Brüder. Und sie will unbedingt die Umstände um Matthias Tod aufklären. So verständlich dieser Wunsch ist, so sehr fürchte ich, dass ihre Familie darunter leidet...


    Und noch etwas: um die beiden Toten tut es mir nicht leid. Weder der Vater noch diese Schwester Angelika haben mein Mitleid - ganz im Gegenteil!


    Und nach wie vor wünsche ich mir ein glückliches Ende für Henni...

  • Jürgen Loose fragt ja Elsa auch, ob ihr vielleicht etwas aufgefallen wäre am Tag des Brandes. Und da war das Verhalten von Hr Schöning schon ungewöhnlich: er war mittags nicht im Pfarrhof essen und dann hat er sogar einmal gelüftet. Ich bin neugierig, was die Ursache für dieses untypische Verhalten war.


    Was mir noch nicht klar ist - wann und wo kam Schwester Angelika zu Tode? Bei dem Brand? Was wollte sie dann bei Hr. Schöning? Hab ich irgendetwas überlesen?

  • Jürgen Loose fragt ja Elsa auch, ob ihr vielleicht etwas aufgefallen wäre am Tag des Brandes. Und da war das Verhalten von Hr Schöning schon ungewöhnlich: er war mittags nicht im Pfarrhof essen und dann hat er sogar einmal gelüftet. Ich bin neugierig, was die Ursache für dieses untypische Verhalten war.


    Was mir noch nicht klar ist - wann und wo kam Schwester Angelika zu Tode? Bei dem Brand? Was wollte sie dann bei Hr. Schöning? Hab ich irgendetwas überlesen?

    Ich glaube, das kam bisher noch nicht.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Vor allem wie Thomas verzweifelt versucht, der Erinnerungen Herr zu werden und beinahe an seiner Schuld erstickt, dabei ist er doch das Opfer und an gar nichts schuld.:( Ja, das zieht sich echt durch: Auf die Erwachsenen ist kein Verlaß. Mich macht Hennis Vater auch so schrecklich zornig und ich frage mich auch, warum er auch danach so nachtragend war?

    Der Umgang mit Thomas wegen den Buntstiften ist Folter. Und nichts anders. Und dafür gehört die Schwester in den Knast! Ich war sehr erleichtert, als Thomas es schafft dem Jungen, der er war zu verzeihen.

    Ich wünsche mir auch, dass Henni abschließen kann und ein ruhiges Leben führen kann.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Außerdem war da ja auch noch diese ungeheuerliche Lüge, die die Nonnen Thomas aufgetischt haben. Dass seine Mutter ihn weggegeben hat. Dabei ist sie bei seiner Geburt verstorben.


    Thomas erfährt dies erst bei seiner Anhörung - verständlicherweise ist er dadurch völlig durcheinander. War nicht der Gedanke, dass seine Mutter ihn nicht wollte, bestimmend für ihn und sein Selbstbild gewesen? Und jetzt muss er erfahren, dass alles eine gemeine Lüge der Nonnen war.

    Dazu kommt noch die Aussage, dass er debil sei.

    So wurden Kinderseelen methodisch gebrochen.