"Die Fotografin - Am Anfang des Weges" - Seiten 001 - 084 (Kap. 1 - 9)

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  • Hallo liebe Petra,
    liebe MitleserInnen,


    hier treffen wir uns zur Leserunde zu dem Buch "Die Fotografin" und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders die Autorin Petra Durst-Benning - schön, dass Du unsere Runde begleitest!


    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Informationen zu Leserunden und auch die neuen Ausführungen zur Netikette durch.


    Postet hier bitte erst, wenn ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag. Auch ist es nicht nötig, den Inhalt nachzuerzählen, wir lesen ja alle das gleiche Buch ;)


    Wenn Ihr erst ein paar Tage später in die Leserunde einsteigen könnt, gebt bitte hier oder per PN an den Moderator kurz Bescheid.


    Es wäre schön, wenn Ihr darauf achtet, nicht zu sehr vorzupreschen, damit wir größtenteils zusammenbleiben können. Grobe Faustregel ist hierbei, dass pro Tag nicht mehr als ein Abschnitt gelesen und dazu gepostet werden sollte!


    Viel Spaß uns allen beim Lesen und Diskutieren! :winken:


    Hier könnt Ihr zum Inhalt bis Seite 84 schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • JanaBabsi

    Hat den Titel des Themas von „"Die Fotografin - Am Anfang des Weges" - Seiten 001 - 084“ zu „"Die Fotografin - Am Anfang des Weges" - Seiten 001 - 084 (Kap. 1 - 9)“ geändert.
  • Ich habe mich sofort in die Geschichte verliebt. Mimi Reventlow ist eine starke junge Frau, die weiß, was sie will. Was sie nicht will, ist Heinrich zu heiraten, mit ihm nach Schorndorf zu gehen, und dort Hausfrau und Mutter zu spielen. Schon als Siebenjährige wußte sie, daß sie den Menschen Schönheit schenken will, wie ihr Onkel Josef es tut, als Fotografin. Mit dem Aussteuergeld von ihrer Mutter kauft sie sich zusammen mit Onkel Josef eine komplette Kameraausrüstung.. Ihr Start in den Beruf ist allerdings ganz schön holprig. Ich glaube aber, daß Mimi sich nicht von ihrem Weg abbringen läßt.


    Mimi ist der Zeit weit voraus. Normalerweise wird die Frau als Ehefrau und Mutter gesehen. Auf dem Dorf waren Frauen mithelfende Familienangehörige. Ihre Eltern unterstützen ihre Tochter in ihrem Freiheitsbestreben. Das ist sehr fortschrittlich.

  • Das Schöne an dem Buch ist, ich fühle mich so daheim. Esslingen kenne ich gut, in Schorndorf bin ich geboren und lebe heute auf der Schwäbischen Alb.

    Das Buch beginnt damit, das Mimi einen Heiratsantrag von Heinrich bekommt. Ich dachte am Anfang, Heinrich ist bestimmt auch so ein Ekelpaket, aber das stimmt gar nicht. Er tritt ziemlich gönnerhaft auf, so nach dem Motto" Du bist zwar eine alte Schachtel, aber ich heirate dich trotzdem. Durchgeplant hat er das Leben auch schon, ob Mimi das auch so will ist ihm wurscht. Obwohl er nicht per se gegen arbeitende Frauen ist, soll seine Frau doch bitte die 3 K befolgen: Kinder, Küche, Kirche. Allerdings hat Heinrich auch noch nicht so viel erreicht, wenn er noch nicht mal mit seiner Ausbildung fertig ist.

    Ich glaube nicht mal, dass sie unsterblich in Heinrich verliebt ist, aber Heinrich wohl auch nicht. Sie passt halt so gut als Pfarrerstochter. Mimis erste Liebe ist die Fotografie. Ich finde ja, dass sie auch erstaunlich fortschrittliche Eltern hat, die ihren Berufswunsch tolerieren und sogar fördern. Mit Abitur und so. Da wäre sie in Schorndorf wahrscheinlich ziemlich fehl am Platz gewesen. Allerdings scheint vor allem die Mutter so in ihren Gemeindeaufgaben aufzugehen, das sie für Tochter wenig Zeit hatte und sie deswegen so wild aufgewachsen ist.

    Ich habe auch gestaunt, weil ihre Eltern ihre Entscheidung nicht zu heiraten, mehr oder weniger klaglos akzeptiert haben.

    Als sie in Baden- Baden Arbeit sucht, hat sie echt Dusel, weil ein Fotograf ausfällt und die Königin fotografiert werden soll. Aber ohne diesen Zufall hätte sie bestimmt wieder Pech gehabt, in der Hinsicht war Mimi ihrer Zeit voraus.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Ein liebes Hallo an dich Petra Durst-Benning und euch Mitleserinnen, ich freuen mich, dass wir hier zusammen mit Petra ihr Buch diskutieren. Auf diese Runde habe ich mich besonders gefreut.


    Reventlow, da habe ich gleich zu Beginn eine Frage. Ist der Familienname ein deutscher, den hab ich noch nie gehört.


    In Mimi habe ich mich gleich verliebt, sie ist sympathisch und liebenswert. Ich mag ihre selbstbewusste Art und wie sie mitten im Leben steht.

    Das Gespräch zwischen Heinrich und Mimi hat mich erheitert. Kaum zu glauben, dass diese Zeiten gerade erst 100 Jahre her sind. Diese Ansichten der Männer, unglaublich. Wie selbstverständlich geht er davon aus, dass Mimi ja sagt, es geheiratet wird und Mimi sich von da an um Haushalt, Garten und die zukünftigen Kinder kümmert und darin die Erfüllung ihres Lebens sieht. Er kam nicht einmal auf die Idee, Mimi zu fragen wie sie sich ihre Zukunft vorstellt. "Du wirst dich komplett den Pflichten einer Hausfrau widmen können" Das Wort "komplett" lässt kein Raum für irgendetwas anderes. Gut das schon Zeit seid dem vergangen ist und wir Frauen alleine entscheiden können welchen Weg wir gehen möchten.

    Sagt mal heute einer jungen Frau, sie sei mit 26 Jahren schon fast eine alte Jungfer:o. Die lachen dich aus:totlach:

    Zum Glück kam es damals, als Mimi in das Erdloch gefallen ist, wo Onkel Josef auf sie aufpassen sollte, zu einem Schwur. Sie möchte die schönen Dinge festhalten und die Menschen nicht in stocksteifen Positionen fotografieren....sie möchte Fotografin werden.


    So kam es, dass Mimi, trotz Entsetzen der Eltern, eine Ausbildung als erste Fotografin im Fotoatelier Semmering machte. Ganz schön taff und mutig ihren Willen durchzusetzen. Aber wie Semmering sie behandelte war so was von typisch.



    Onkel Josef ist Mimis großes Vorbild, er hat die Liebe zur Fotografie in ihr geweckt. Auch ich mag ihn sehr, aber kaum zu glauben, dass er der Bruder von Amelie Reventlow ist. Die beiden sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Als Wanderfotograf ist er ständig mit seinem Wagen unterwegs und nur selten bei der Familie zu Besuch, zum Leidwesen von Mimi.


    Ich bin erstaunt über die Reaktion der Eltern gewesen, als Mimi ihnen sagte, dass es keine Hochzeit geben wird. Der Schreck war kurz und knapp, so als wenn solche Nachrichten bei Mimi normal waren. Und da die Mutter eh nie Zeit für ihre Tochter hatte, hat sie auch keine Aussteuer über die Jahre zusammen gestellt, sonder das Geld gesammelt. Das fand ich allerdings cool, denn so konnte Mimi sich die erste Ausrüstung kaufen.

    Ich muss aber gestehen, dass ich ein wenig von der Mutter enttäuscht war. Für jedermann ist sie da gewesen, aber bei ihrer Tochter hat sie sie Klamotten-technisch fast verwahrlosen lassen. Gut das Mimi noch zu ihrer Tante gekommen ist und eine feine Dame aus ihr gemacht hat, die nun immer auf ihre äussere Erscheinung achtet.


    Nun war der Weg geebnet und Mimi konnte in ein neues Leben starten. Ihr Onkel hat sie begleitet um die Ausrüstung zu kaufen. Er gibt ihr Ratschläge wie sie sich auf der Wanderschaft verhalten soll, damit ihr nichts zustößt. Ich glaube er mag sie wie ein eigenes Kind, er ist aufrecht an ihrem Leben interessiert. Nun will er sich niederlassen, da er seine große Liebe gefunden hat.


    Das es nicht einfach werden würde, hatte ich mir schon gedacht, genauso wie Mimi auch. Aber was sie in Hannover erleben musste war schon doll. Amüsant fand ich den Fotografen der Aktmodelle gesucht hat. Nach mehreren Enttäuschung hat sie sich entschieden doch nach Baden- Baden zu gehen. Ich fand es klasse, dass sie nicht gleich den Kopf in den Sand gesteckt hat, auch wenn ihr Selbstbewusstsein ein wenig gelitten hatte.

    Doch was ihr in Baden-Baden passierte war genial. Gleich bei ihrem ersten Versuch, wird sie von Olga der Assistentin überrumpelt und sofort engagiert. Was für ein Glück, das der Besitzer Ortwin Markquardt im Delirium lag. Und dann gleich so einen Auftrag, die Württembergische Königin zu fotografieren. Schmunzeln musste ich, als Mimi dieser sagte, dass sie es nicht so mit der Etikette hat und ihr einen Vorschlag machen möchte. Eine gute Idee, die Königin mit den Kindern zu fotografieren. Was für ein Vorteil, dass sie so eine moderne Ausrüstung hat.


    Also ich bin jetzt schon ganz angetan. Der Schreibstil ist sehr lebendig und oft humorvoll. Wenn man überlegt wo Frauen 1911 standen und was Mimi dort vollbringt, bin ich ganz von ihr begeistert.

    Auch die historischen Hintergründe sind interessant. Dass Esslingen eine Reichsstadt gewesen ist, wusste ich gar nicht. Und das die Postkasten in manchen Orten so stark vertreten waren wusste ich nicht. Bin gespannt wie es weiter geht.



    Hier Mal ein Foto von einer Zweischluss Kamera. 166,- Mark für alles zusammen, das war ein Vermögen zur damaligen Zeit. Nur die Kamera kann man heute noch erwerben, allerdings für 400,- € und mehr.

  • Das Schöne an dem Buch ist, ich fühle mich so daheim. Esslingen kenne ich gut, in Schorndorf bin ich geboren und lebe heute auf der Schwäbischen Alb.


    Heinrich ist bestimmt auch so ein Ekelpaket, aber das stimmt gar nicht. Er tritt ziemlich gönnerhaft auf, so nach dem Motto" Du bist zwar eine alte Schachtel, aber ich heirate dich trotzdem. Durchgeplant hat er das Leben auch schon, .....


    Ich finde ja, dass sie auch erstaunlich fortschrittliche Eltern hat, die ihren Berufswunsch tolerieren und sogar fördern. Mit Abitur und so.

    Oh, dann kennst du dich ja bestens mit der Region, Land und Leute aus. Das mit dem Pietismus in Schorndorf hat mich etwas erstaunt. Wie ist es denn heute?


    Da hast du Recht, als Ekel habe ich Heinrich auch nicht empfunden. Nur sehr von sich überzeugt, dass alles so laufen wird wie er sich das vorstellt. Ja wie großzügig von ihm, noch so eine alte Schachtel heiraten zu wollen :totlach:


    Bei den Eltern war ich auch erstaunt wie fortschrittlich die waren. Vielen Mädchen wurde das Abitur von den Eltern verweigert. Fanden es unnütz, da Frauen ja so wie Heinrich es sah, als Hausmuttchen hinter den Herd gehörten.

  • Hallo zusammen,


    ich mag die starken Frauen von Petra sehr gerne, deswegen ist das nicht mein 1. Buch von ihr. Auch Mimi bezaubert mich wieder mit ihrer Art. Sie weiß genau was sie möchte und sie hat das Glück, dass sie Eltern hat, die sie unterstützen und ihr nicht die "Flausen austreiben" wollen. Auch wenn dieser Sturz ins Waldloch ursächlich für diesen Schwur der Mutter war, so glaube ich nicht, dass Mimi anderenfalls Probleme bei ihren Eltern gehabt hätte, ihre Wünsche/Träume durchzusetzen.


    Heinrich hat irgendwie so gar nicht damit gerechnet, dass Mimi seinen Antrag ablehnen könnte. Für ihn war sie schon das Heimchen am Herd bzw. die Pastorenfrau. Ich musste auch grinsen, als er da seinen Roman runtergespult hat - leider war es damals Gang und Gäbe, dass Frauen so behandelt wurden. Ich bin sehr oft sehr froh, dass ich heute leben darf.


    Für mich war Mimis Vater das Highlight in dieser Szene am Esstisch. Er ist sehr einfühlsam und hat gemerkt, dass seine Tochter verwirrt ist. An der Mutter ging das irgendwie vorbei. Normalerweise ist es ja umgekehrt, weswegen ich den Vater für diese Szene feiere. :-D


    Onkel Josef ist mir sehr sympathisch. Ich glaube es hätte mir gefallen, wenn die 2 zusammen auf Reisen gegangen wären. Mimi wäre nicht alleine gewesen und hätte von ihrem Onkel lernen können, dafür wäre er nicht alleine, er ist ja nicht mehr gerade so jung. Aber nun hat er seine große Liebe gefunden und wird sesshaft. Ich hoffe, dass wir nochmal von ihm hören/lesen. Als er das Bild retouchierte dachte ich nur, dass er es hoffentlich nicht versaut - denn so einfach hätte er ja kein neues Foto machen können. Nicht wie wir verwöhnten Blagen von heute, wo Fotografieren nur noch wenig mit Kunst zu tun hat, weil jedes Handy das bald genau so gut kann wie eine teure Spiegelreflexkamera.


    Nun hat Mimi ihre Ausrüstung zusammen und ist auf Jobsuche. Dass das nicht einfach wird, war klar. Ich war jedoch erstaunt, wie viele Fotografen es damals gegeben hat. Glücklicherweise ist Herr Markquardt bissl besoffen, so dass Mimi unerwartet ihren 1. Job bekommt. Die Königin fotografieren .... das macht man auch nicht jeden Tag.


    Schade, dass es dann gleich 6 Jahre weiter geht. Ich hätte gerne noch gelesen, dass die Königin von den Fotos entzückt war und Mimi so das Sprungbrett gefunden hat, das sie brauchte. Vielleicht war das ja so. :-)


    Ich bin gespannt auf die nächsten Seiten.

  • Das Schöne an dem Buch ist, ich fühle mich so daheim. Esslingen kenne ich gut, in Schorndorf bin ich geboren und lebe heute auf der Schwäbischen Alb.

    Oh, dann kennst du dich ja bestens mit der Region, Land und Leute aus. Das mit dem Pietismus in Schorndorf hat mich etwas erstaunt. Wie ist es denn heute?


    Da hast du Recht, als Ekel habe ich Heinrich auch nicht empfunden. Nur sehr von sich überzeugt, dass alles so laufen wird wie er sich das vorstellt. Ja wie großzügig von ihm, noch so eine alte Schachtel heiraten zu wollen :totlach:

    soweit ich weiß überwiegt dort heute das Evangelische.

    Und wie begeistert er dann war, als Mimi ihm absagt... * io*

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Ja wie großzügig von ihm, noch so eine alte Schachtel heiraten zu wollen :totlach:

    Wenn man bedenkt, dass die Menschen damals keine 80 wurden, dann war sie mit 26 ja wirklich eine alte Schachtel. :-D


    Ich muss aber gestehen, dass ich ein wenig von der Mutter enttäuscht war. Für jedermann ist sie da gewesen, aber bei ihrer Tochter hat sie sie Klamotten-technisch fast verwahrlosen lassen. Gut das Mimi noch zu ihrer Tante gekommen ist und eine feine Dame aus ihr gemacht hat, die nun immer auf ihre äussere Erscheinung achtet.

    Ja, ich bin auch etwas enttäuscht von der Mutter - gerade auch, weil sie die emotionale Stimmung ihrer Tochter nicht wahrnimmt. Trotzdem denke ich, dass sie eine gute Mutter ist.

  • Ich muss aber gestehen, dass ich ein wenig von der Mutter enttäuscht war. Für jedermann ist sie da gewesen, aber bei ihrer Tochter hat sie sie Klamotten-technisch fast verwahrlosen lassen. Gut das Mimi noch zu ihrer Tante gekommen ist und eine feine Dame aus ihr gemacht hat, die nun immer auf ihre äussere Erscheinung achtet.

    Ja, ich bin auch etwas enttäuscht von der Mutter - gerade auch, weil sie die emotionale Stimmung ihrer Tochter nicht wahrnimmt. Trotzdem denke ich, dass sie eine gute Mutter ist.

    ich glaube nicht, das sie Mimi etwas Böses wollte, aber ich habe es schon so empfunden das ihre Verpflichtungen und ihr Mann zuerst kommen und die Tochter nachrangig ist

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Reventlow, da habe ich gleich zu Beginn eine Frage. Ist der Familienname ein deutscher, den hab ich noch nie gehört.

    Ich habe vor einigen Jahren mal einen historischen Roman gelesen, der im Ostseegebiet gesettet war. Und da kam auch eine Familie Reventlow vor. Ich denke, der Name kommt von dort oben. Aber das kann Petra uns bestimmt noch besser beantworten.

  • Ja, ich bin auch etwas enttäuscht von der Mutter - gerade auch, weil sie die emotionale Stimmung ihrer Tochter nicht wahrnimmt. Trotzdem denke ich, dass sie eine gute Mutter ist.

    ich glaube nicht, das sie Mimi etwas Böses wollte, aber ich habe es schon so empfunden das ihre Verpflichtungen und ihr Mann zuerst kommen und die Tochter nachrangig ist

    Das glaube ich auch nicht. Sie war wohl der Meinung das die anderen Dinge die sie tat wichtiger waren. Wenn sogar die Köchin schon bemerkte, dass Mimi in Motten zerfressenen Sachen herum gelaufen ist, ist es für eine Mutter ein Armutszeugnis. Aber sie war ja nicht böse zu Mimi und sie ist damit einverstanden, dass Mimi ihren Weg geht, den sie sich wünscht. Das rechne ich ihr noch an.

  • Reventlow, da habe ich gleich zu Beginn eine Frage. Ist der Familienname ein deutscher, den hab ich noch nie gehört.

    Ich habe vor einigen Jahren mal einen historischen Roman gelesen, der im Ostseegebiet gesettet war. Und da kam auch eine Familie Reventlow vor. Ich denke, der Name kommt von dort oben. Aber das kann Petra uns bestimmt noch besser beantworten.

    Siehste, da bist du mir vorraus, denn ich habe den Namen noch nie gehört. Für mich klingt er ein wenig englisch.

  • Oh, dann kennst du dich ja bestens mit der Region, Land und Leute aus. Das mit dem Pietismus in Schorndorf hat mich etwas erstaunt. Wie ist es denn heute?


    Da hast du Recht, als Ekel habe ich Heinrich auch nicht empfunden. Nur sehr von sich überzeugt, dass alles so laufen wird wie er sich das vorstellt. Ja wie großzügig von ihm, noch so eine alte Schachtel heiraten zu wollen :totlach:

    soweit ich weiß überwiegt dort heute das Evangelische.

    Und wie begeistert er dann war, als Mimi ihm absagt... * io*

    Danke für die Info

  • Hallo ihr Lieben, liebe Petra,


    schon bei den ersten Zeilen musste ich schmunzeln: So wie Mimi von ihrer Mutter Minna gerufen wurde, wenn sie etwas zu kritisieren hatte, so bin ich bei meiner Mutter, wenn sie mich Gabriele rief, in Habachtstellung gegangen. Manches bleibt doch immer irgendwie gleich.


    Mimi ist mir gleich nach den ersten Seiten sehr sympathisch. Eine junge, starke Frau, die genau weiß was sie will und ihren Weg unbeirrbar geht. Auch wenn das zu der damaligen Zeit absolut nicht selbstverständlich war. Schon ein Wunder, dass sie überhaupt eine Lehre zur Fotografin machen durfte. Richtig weitblickend finde ich ihre Mutter, die die Aussteuer als altmodisch abtut. Wahrscheinlich aber auch nur, weil sie gar keine Zeit hat um sich um eine Aussteuer zu kümmern. Es scheint, als sei sie für alle Menschen der Gemeinde und darüber hinaus da, nur nicht für ihre Tochter. Aber gut - auf diesem Weg kommt Mimi nun zu ihrer ersten Kameraausrüstung.


    Dass sie bei dem Heiratsantrag von Heinrich nicht ins Strahlen kommt, kann ich sehr gut nachvollziehen. Da kann sie natürlich mit dem gottgefälliges Leben der Pietisten ohne Alkohol, ohne Musik und ohne Tanzfeste, auf denen ich sie mir sehr gut vorstellen kann, nichts anfangen. Ich hätte auch vermutet, dass sie mit Heinrich schon mal über eine eventuelle Heirat gesprochen hat. Ihrem Erstaunen entnehme ich aber, dass das nicht der Fall gewesen zu sein scheint. Klar, frei nach dem Motto - Frauen an den Herd – kommt Heinrich natürlich gar nicht auf die Idee, dass Mimi sich ihr Eheleben anders vorstellen könnte. Und mit 26 Jahren eine alte Jungfer. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind.


    Ich tauche auch in Mimis Kindheit ein. Ich habe den Eindruck, dass Köchin Elke ihr fast näher steht wie ihre Mutter, die durch all ihre Aktivitäten keine Zeit für Mimi zu haben scheint.

    Obwohl sie nicht in den Wald darf, verschwindet sie und keiner merkts. Vorerst. Warum weist der Hauptmann die Suche mit einem Hund so zurück? In so einem Fall sollte man doch jeden Strohhalm ergreifen, der sich einem bietet.

    Und Mimi. Die sitzt in ihrem Erdloch und der Glaube an Gott gibt ihr neue Kraft. Als sie dann endlich – von einem Hund – gefunden wird, musste ich grinsen.Ich sah den Wilderer direkt vor mir, wie er auf leisen Sohlen davon schleicht. Vielleicht war es seine Grube, in die Mimi gestolpert ist.

    Toll finde ich, wie sich Amelie gewandelt hat. Es ist so schade, dass man erst merkt, wie wichtig jemand für einen ist, wenn er weg ist und die Sorge um diesen Jemand so stark ans Licht kommt.


    Ich finde es sehr schön, dass Mimi ein so gutes Verhältnis zu ihrem Onkel hat, der ihr mit vielen Tipps zur Seite steht, ihr aber auch die negativen Seiten eines Fotografenlebens nicht verheimlicht. Und die Tücken bekommt Mimi dann ja auch in Hannover zu spüren. Ich habe mir ihr Gesicht vorgestellt, als sich der eine Fotograf sie als Aktmodell vorstellt. Hatte ihr Onkel also recht, als er ihr sagte, dass es im Süden leichter sei als im Norden.

    Ich bin schon sehr gespannt, ob wir erfahren, wie die Königin auf die Fotots reagiert hat.


    Ich liebe diesen etwas humorigen, einfühlsamen und leichten Schreibstil, der mich sofort ins Buch hineingezogen hat. Ich mag die meisten dieser sehr verschiedenen Personen, die ich bisher kennengelernt habe. Und ich freue mich auf den weitewren Weg, den ich mit Mimi gehen darf.

  • Hallo ihr Lieben, liebe Petra,


    schon bei den ersten Zeilen musste ich schmunzeln: So wie Mimi von ihrer Mutter Minna gerufen wurde, wenn sie etwas zu kritisieren hatte, so bin ich bei meiner Mutter, wenn sie mich Gabriele rief, in Habachtstellung gegangen. Manches bleibt doch immer irgendwie gleich.

    Das ist bei mir auch so. Wenn meine Mutter Nadine sagte, war richtig was im Busch 🙄

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Schonbei den ersten Zeilen musste ich schmunzeln: So wie Mimi von ihrerMutter Minna gerufen wurde, wenn sie etwas zu kritisieren hatte, sobin ich bei meiner Mutter, wenn sie mich Gabriele rief, inHabachtstellung gegangen. Manches bleibt doch immer irgendwie gleich.

    Hihi ... wenn meine Mutter BARBARA sagte .. :-D

  • Onkel Josef ist Mimis großes Vorbild, er hat die Liebe zur Fotografie in ihr geweckt. Auch ich mag ihn sehr, aber kaum zu glauben, dass er der Bruder von Amelie Reventlow ist. Die beiden sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Als Wanderfotograf ist er ständig mit seinem Wagen unterwegs und nur selten bei der Familie zu Besuch, zum Leidwesen von Mimi.

    Pfarrersfrau und Wanderfotograf sind ja auch sehr unterschiedliche Bereiche.

    Ich mag Onkel Josef. Sein Leben bzw. seine Arbeit hat Mimi schon früh fasziniert.

    Sich fotografieren zu lassen, war etwas Besonderes. So etwas wurde bei besonderen Gelegenheiten gemacht, wie bei Hochzeiten oder Taufen. Eben um ein Bild von diesem Ereignis zu haben.

    Ein Wanderfotograf kam auch in abgelegene Ortschaften, wo es vielleicht überhaupt keinen Fotografen gab. Eine schöne Angelegenheit.

  • Allerdings scheint vor allem die Mutter so in ihren Gemeindeaufgaben aufzugehen, das sie für Tochter wenig Zeit hatte und sie deswegen so wild aufgewachsen ist.

    Das hat mich auch ein wenig enttäuscht. Für alle war sie da, nur nicht für ihre Tochter. Obwohl ich beim Lesen nicht den Eindruck hatte, dass es Mimi sehr gestört hat. Sie hatte ja auch noch Elke, die sich um sie gekümmert hat.

    Er kam nicht einmal auf die Idee, Mimi zu fragen wie sie sich ihre Zukunft vorstellt.

    Vor allem hatte ich damit gerechnet, dass die Beiden vorher schon mal über Hochzeit gesprochen haben. Oder war das früher nicht üblich?

    Nun will er sich niederlassen, da er seine große Liebe gefunden hat.

    Da ich Onkel Josef auch sehr mag, freut es mich für ihn, dass er im Alter noch seine große Liebe gefunden hat und vor allem jetzt seßhaft wird. Und seinen Beruf kann er ja auch in einem "festen" Atelier ausüben. Und das weitläufige Grundstück seiner Holden kann er für Aussenaufnahmen bestimmt gut nutzen.

    Amüsant fand ich den Fotografen der Aktmodelle gesucht hat.

    Da habe ich mir Mimis entsetztes Gesicht vorgestellt. So ein Angebot bekommt man auch nicht alle Tage.

    Ich fand es klasse, dass sie nicht gleich den Kopf in den Sand gesteckt hat, auch wenn ihr Selbstbewusstsein ein wenig gelitten hatte.

    Ich habe den Eindruck, Mimi ist keine Frau, die sich schnell aushebeln lässt. Sie weiß, was sie will und geht sehr zielstrebig vor. Eine sehr gute Charaktereigenschaft, die ich sehr schätze

    Ich bin sehr oft sehr froh, dass ich heute leben darf.

    Das denke ich mir, wenn ich solche Bücher lese, auch immer wieder. Vor allem, weil auch ich in meiner Jugend nicht zu den Angepassten gehört habe. ;)

    Ich hätte gerne noch gelesen, dass die Königin von den Fotos entzückt war

    Ja, auf die Reaktion der Königin hatte ich mich auch gefreut. Aber ich denke, ihr werden die nicht alltäglichen Fotos schon gefallen haben.

  • Ein Wanderfotograf kam auch in abgelegene Ortschaften, wo es vielleicht überhaupt keinen Fotografen gab. Eine schöne Angelegenheit.

    Früher sind wohl nicht nur Fotografen durch die Lande gezogen. Ich kann mich erinnern, da war ich noch ein kleines Mädel, dass ca. alle halbe Jahre ein Mann mit einem riesigen Krämerladen-Koffer bei uns im Dorf auftauchte, bei dem meine Mutter dann die Messer und Scheren schleifen ließ, Knöpfe und Reissverschlüsse gekauft hat. Für uns Kinder hatte er meistens ein Bonbon dabei. Das war immer ein riesen Hallo, wenn er mit seiner Glocke gebimmelt hat und die Leute dann auf die Straße gerannt sind.