"Die Fotografin - Am Anfang des Weges" - Seiten 086 - 172 (Kap. 10 - 18)

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  • JanaBabsi

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  • Der Leser trifft Mimi erst 6 Jahre später wieder an. Jetzt hat sie sich schon in ihr Fotografen-Leben eingewöhnt. Auf ihrem Weg zu ihrem Onkel Josef, um den ihre Mutter sehr besorgt ist, trifft sie in Ulm auf einen attraktiven Mann, Hannes, einen Gewerkschafter, der sich aber lieber Botschafter nennt. Er hilft ihr, als ein Junge, auf den sie kurz aufpaßt, einen Krampfanfall erleidet, ein Epileptiker. Ich glaube, daß Hannes Mimi sehr gut gefallen hat. Werden wir ihn noch mal wiedersehen?


    Zum ersten Mal erfahren wir, was die Hauptnahrung der Laichinger Weber ist, der Schwarze Brei, aus gerösteten Dinkelkörnern.


    Ich, als Tochter eines Bauern in Westfalen, bin davon ausgegangen, daß um 1900 schon überall Kartoffeln die Hauptnahrung waren. Da habe ich mich scheinbar getäuscht.


    Die Kindersterblichkeit war damals noch sehr hoch. Auch wenn die Leute einer Arbeit nachgingen, herrschte trotzdem oft Armut und Hunger.


    Als Mimi im Kolonialwarenladen bei Helene einkaufen will, trifft sie zum ersten Mal auf Herrn Gehringer, einem Webereibesitzer, der sich im Laden einfach vordrängelt. Beim zweiten Mal kann sie gerade noch verhindern, daß ihr Onkel einen Vertrag abschließt für sein Ladengeschäft.


    Mimi läßt sich nicht leicht einschüchtern. Sie erzählt ihrem Onkel erbost von dem Vorfall in dem Laden. Scheinbar ist es selbstverständlich, daß - wenn "Hohe Herrschaften" irgendwo auftauchen - gleich Platz für sie gemacht werden. So etwas kennt Mimi nicht.


    Und sie wagt es, den Webereibesitzer im Hause ihres Onkels abblitzen zu lassen. Das nenne ich Mut!

  • Das ist echt ein Weg: Von Meersburg nach Laichingen. :totlach: Größer kann der Kulturschock nicht sein. Mimis Mutter hat sich nicht groß geändert, ihr "Job" kommt zuerst und dann lange nichts. Wobei Mimi sowas ähnliches ja auch geerbt hat, sie liebt ihren Job ja auch und stellt ihn über alles. Das sie jetzt sehr gefragt ist, dachte ich mir und ich gönne es ihr total. Ohne Talent hätte ihr aber auch die Empfehlung nichts gebracht. Die Ungeduld in dem Meersburger Atelier hat man jedenfalls deutlich gemerkt und ganz, ehrlich, das hätte mich auch genervt. Wie war das eigentlich wenn man kleine Kinder fotografiert hat? Die bleiben ja nie und nimmer so lange ruhig sitzen. Noch kann Mimi ihre Vorstellungen nicht überall umsetzen, aber sie hat so viel Durchsetzungsvermögen, das kommt bestimmt noch. Manche Fotografen zweifeln bestimmt auch an ihrem Können

    Ganz toll fand ich die Beschreibung des schwäbischen Dorfes. Genau so ist es heute teilweise auch noch! Der Winter ist dort tatsächlich so ewig und so schneereich. Und das Misstrauen gegenüber Fremden auch. Sehr deutlich wird auch das Elend der Arbeiter in der Textilindustrie. Kein Wunder, dass sich viele nach Amerika aufmachen, denn daheim hat man meist nicht viel zu erwarten.

    Ich weiß allerdings noch nicht so richtig, was ich von Hannes halten soll, den Mimi in Ulm kennenlernt ( In Ulm und und um Ulm :totlach:). Auf der einen Seite so freundlich und offen und dann wieder so komisch. Kann es sein, dass sich da eine Dreiecksgeschichte anbahnt mit Mimi, Hannes und Eveline? Eveline scheint ja an Hannes interessiert zu sein, obwohl er aus Laichingen fortgegangen ist. Sie denkt ja immer noch an ihn. Ich frage mich auch, warum ausgerechnet sie, die ja aus einem "besseren" Haushalt kommt, nach Laichingen heiratet?

    Der Herr Gehringer ist ja ein "Granatadaggl" ( Riesenidiot) Der meint auch die Welt dreht sich nur um ihn. Ich habe mich so gefreut, als Mimi ihm das schnelle Geschäft versaut hat. Womit wir beim Onkel Josef wären. Der mag ja vielleicht die Lungenentzündung überstanden haben, aber da ist doch noch mehr im Busch? Ins Blaue hinein würde ich auf Tuberkulose tippen. Oder vielleicht irgendwas krebsiges. Ich hoffe, er erholt sich jetzt wieder ein bisschen.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Zum ersten Mal erfahren wir, was die Hauptnahrung der Laichinger Weber ist, der Schwarze Brei, aus gerösteten Dinkelkörnern.


    Ich, als Tochter eines Bauern in Westfalen, bin davon ausgegangen, daß um 1900 schon überall Kartoffeln die Hauptnahrung waren. Da habe ich mich scheinbar getäuscht.


    Und sie wagt es, den Webereibesitzer im Hause ihres Onkels abblitzen zu lassen. Das nenne ich Mut!

    Ich kann nicht sicher sagen, ob ich recht habe, aber hier werden insgesamt eher Roggen, Gerste, Weizen und heute Mais angebaut. Große Kartoffelfelder gibt es hier nicht (mehr). Raps gibt es auch viel, natürlich (eklig im Frühjahr, wenn die blühen). Ich weiß zwar, das ich als Kind früher manchmal beim Kartoffel klauben geholfen habe, aber das war echt selten. Eher beim Äpfel klauben. Streuobst hat es hier auch viel. Ich glaube für Kartoffeln ist hier der Boden zu felsig.

    das Mimi dem einen Föhn verpasst hat, fand ich echt super.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Also, Mimi scheint es geschafft zu haben, wenn sie schon so einen guten Ruf besitzt. Sechs Jahre ist sie jetzt schon unterwegs und gottseidank sind nicht alle so hinterwäldlerisch und von sich eingenommen, wie dieser Herr Brauneisen. Frau Berg dagegen ist eine recht aufgeschlossene Frau. Und wie gut ihr die gemachten Fotos gefallen haben, sehe ich alleine daran, dass sie sich mit einer selbstgefertigten Creme von Mimi verabschiedet.

    Aber bei allem Erfolg, den Mimi hat, gibt es auch in ihrem Leben traurige Seiten, wenn sie sich erlaubt, daran zu denken, wie es wäre einen Mann zu haben, der den Arm um sie legt. So fordert auch der Erfolg seinen Tribut.


    Paradekissen – auch so ein Ausdruck bzw. etwas, was unsere Kinder nicht mehr kennen. Ich finde es so schade, dass diese alten Worte alle langsam verschwinden. Aber gut – Paradekissen kenne ich auch nur noch von meiner Oma und das ist 60 Jahre her.


    Auf ihrem Weg zu ihrem Onkel Josef lernt sie in Ulm Hannes kennen, der auf dem Marktplatz große Gewerkschaftsreden schwingt. Da meine ich auf beiden Seite kleine Schmetterling schwirren zu sehen. Aber ein Abenteuer erlaubt sich Mimi natürlich nicht.


    Mh, kann es sein, dass Hannes = Johann = der Sohn von Edelgard Merkle ist? Dann könnte es ja sein, dass sich die Beiden hier wiedersehen. Denn ich glaube nicht, dass Mimi ihren Onkel schon bald wieder allein lässt. Dem scheint es wirklich nicht gut zu gehen. Wahrscheinlich weiß auch Gehringer, dass bei dem alten Herrn das Geld sehr knapp sitzt. Da finde ich es sehr gut, dass sich Mimi, auch wenn sie, wie sie ja zugibt, keine Ahnung von Verträgen hat, diesen erst mal anschauen will.

    Es tut mir sehr leid, dass Josef nicht mehr Zeit mit seiner Liebe verbringen konnte.


    Auch hier kann ich mich daran erinnern, dass 3 Männer in unserer Gemeinde, die etwas "bedeuteten", der Herr Doktor (Arzt), der Herr Apotheker und ein Fabrikbesitzer bei jeder Gelegenheit hofiert und bevorzugt behandelt wurden. Für mich schon damals unverständlich. Hier auf der Alb scheint es genau so zu sein. Sehr gut, dass sich Mimi davon nicht beeindrucken lasst. Das ist der Herrn Gehringer wohl nicht gewohnt – zurückgewiesen zu werden – und das noch von einer Frau. Ich finde Mimi einfach klasse.

  • Auf ihrem Weg zu ihrem Onkel Josef, um den ihre Mutter sehr besorgt ist...

    Besorgt mag sie schon sein, aber davon hat ihr Bruder gar nichts. Kümmern tut sie sich halt nicht.


    Ich, als Tochter eines Bauern in Westfalen, bin davon ausgegangen, daß um 1900 schon überall Kartoffeln die Hauptnahrung waren

    Ich denke, Kartoffeln werden sie schon auch gehabt haben, aber Brei war halt viel billiger.

    Ich frage mich auch, warum ausgerechnet sie, die ja aus einem "besseren" Haushalt kommt, nach Laichingen heiratet?

    Der Liebe wegen, denke ich mal. Und was sie in Laichlingen erwartet, hat sie ja nicht ahnen können.

  • Ihre Tochter hat ja eh nix zu tun, zumindest nix so wichtiges wie sie.

    Vielleicht klärt sich der Grund für die Heirat ja noch auf, ich weiß ja nicht, wo Eveline ursprünglich herkommt. Denn Laichingen liegt ja schon sehr abseits.

    Ich habe jetzt mal nachgedacht, aber auch die schwäbische Küche kennt nicht so viel mit Kartoffeln. Das sind mehr Teiggerichte. Spätzle, Hefeknöpfle, Ofenschlupfer etc. Klar gibt es auch "Grombirasupp" (im Schwäbischen nennt man die Kartoffel auch Grombire.)

    Liebe Grüße


    Nadine


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    (Chin. Weisheit)

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  • Paradekissen – auch so ein Ausdruck bzw. etwas, was unsere Kinder nicht mehr kennen. Ich finde es so schade, dass diese alten Worte alle langsam verschwinden. Aber gut – Paradekissen kenne ich auch nur noch von meiner Oma und das ist 60 Jahre her.

    Paradekissen kenne ich von meiner Mutter. Wenn früher zu einer Familienfeier viele Verwandte kamen, wurden Mäntel und Jacken im Schlafzimmer deponiert. Das Schlafzimmer wurde schön hergerichtet. Auf dem normalen Kopfkissen wurde ein Paradekissen deponiert. Dieses Kissen war mit einem besonders schönen Kissenbezug ausgestattet, der nur für "Demonstratrationszwecke" benutzt wurde.

  • Seit sechs Jahren ist die Mimi nun schon im Geschäft. Die Begegnung mit der Königin hat ihr wohl Glück gebracht, denn sie ist sehr gefragt als Fotografin.

    Dabei hat sie ihren Onkel ein wenig aus den Augen verloren, denn die Nachricht ihrer Mutter macht sie besorgt, zumal sie nicht wusste, dass der Onkel vor einiger Zeit eine Lungenentzündung hatte. Sie macht sich also auf die Reise zur Alm, wo der Onkel nach dem Tod seiner Frau lebt.


    Unterwegs trifft sie Hannes, der sich als Gewerkschafter für andere einsetzt. Warum mag er nicht über sich und seine Vergangenheit reden? Auf Mimi hat er gewaltig Eindruck gemacht, denn er spukt auch weiterhin in ihrem Kopf herum.

    Aber auch Eveline denkt an Hannes. Er scheint also aus Laichingen zu kommen, wohin es Mimi des Onkels wegen treibt. Was hat Eveline an diesen Ort gebracht? Sie stammt ja aus einem wohlhabenden Elternhaus und nun hat sie nicht einmal genug zu essen für sich und ihre Familie. Schwarzer Brei – iih! Ihr Mann Klaus ist wohl keine große Stütze.


    Der Gehringer ist im Ort gut angesehen, weil er den Leuten Arbeit verschafft hat. Aber er ist auch anmaßend und wohl ein wenig verbohrt. Da muss ihn der Kunde drauf bringen, was nachgefragt wird und Gehringer ist pikiert.


    Die Leute im Dort haben zwar Arbeit durch Gehringer, aber was nutzt die ganze Arbeit, wenn man durch nichts zu essen hat. Da werden die Arbeiter/innen wohl ziemlich ausgenutzt.


    Zum Glück kommt Mimi gerade recht, bevor ihr Onkel den Vertrag unterschrieben hat. Doch er kann sich eigentlich auch nicht leisten, so ein Angebot abzulehnen. Außerdem ist er auch nicht gesund.

  • Mimi läßt sich nicht leicht einschüchtern. Sie erzählt ihrem Onkel erbost von dem Vorfall in dem Laden. Scheinbar ist es selbstverständlich, daß - wenn "Hohe Herrschaften" irgendwo auftauchen - gleich Platz für sie gemacht werden. So etwas kennt Mimi nicht.

    Mimi kannte ja auch die Alm nicht, die entlegen ist und oft vom Schnee eingeschlossen.

    Wie war das eigentlich wenn man kleine Kinder fotografiert hat? Die bleiben ja nie und nimmer so lange ruhig sitzen.

    Damals hörten die Kinder noch und wenn jemand sagte "sitz still", dann klappte das meist auch. Die Kinder von Eveline sitzen ja auch ganz still, das war wohl normal.

    Ich frage mich auch, warum ausgerechnet sie, die ja aus einem "besseren" Haushalt kommt, nach Laichingen heiratet?

    Die große Frage - es passt eigentlich nicht so recht zu der verwöhnten jungen Frau, die sie vor der Hochzeit war.

    Aberbei allem Erfolg, den Mimi hat, gibt es auch in ihrem Leben traurigeSeiten, wenn sie sich erlaubt, daran zu denken, wie es wäre einenMann zu haben, der den Arm um sie legt. So fordert auch der Erfolgseinen Tribut.

    Sie fühlt sich oft einsam. Im Prinzip hat sie auf ihren Reisen ja nicht einmal jemanden, mit dem sie reden kann. Ich glaube nämlich nicht, dass es mit den Fotografen ein Gespräch gibt und in den Pensionen auch nicht.

    Mh,kann es sein, dass Hannes = Johann = der Sohn von Edelgard Merkleist?

    Ganz bestimmt!

    Auchhier kann ich mich daran erinnern, dass 3 Männer in unsererGemeinde, die etwas "bedeuteten", der Herr Doktor (Arzt),der Herr Apotheker und ein Fabrikbesitzer beijeder Gelegenheit hofiert und bevorzugt behandelt wurden.

    Das waren halt Respektspersonen, die über allen anderen standen und jeder machte sich klein. Je kleiner sich die anderen machten, umso wichtiger wurden solche Leute.

    Der Liebe wegen, denke ich mal.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Klaus aus großer Liebe gefolgt ist. Entweder wurde die Ehe arrangiert oder - jetzt spekuliere ich mal wild - sie ist durchgebrandt mit jemandem (Hannes?), der sie dann hat sitzen lassen und sie hat den erst besten genommen, der sie trotzdem gewollt hat.

    Dieses Kissen war mit einem besonders schönen Kissenbezug ausgestattet, der nur für "Demonstratrationszwecke" benutzt wurde.

    Ich hatte solche Bezüge geerbt und fand sie häßlich und unpraktisch (Bügeln!), habe sie zum großen Teil entsorgt. Meine Tochter findet sie ganz toll. Alles kommt mal wieder.

  • Paradekissen – auch so ein Ausdruck bzw. etwas, was unsere Kinder nicht mehr kennen. Ich finde es so schade, dass diese alten Worte alle langsam verschwinden. Aber gut – Paradekissen kenne ich auch nur noch von meiner Oma und das ist 60 Jahre her.

    Paradekissen kenne ich von meiner Mutter. Wenn früher zu einer Familienfeier viele Verwandte kamen, wurden Mäntel und Jacken im Schlafzimmer deponiert. Das Schlafzimmer wurde schön hergerichtet. Auf dem normalen Kopfkissen wurde ein Paradekissen deponiert. Dieses Kissen war mit einem besonders schönen Kissenbezug ausgestattet, der nur für "Demonstratrationszwecke" benutzt wurde.

    Solch eine Kissenhülle habe ich als Geschenk für meine Oma mal mit einer 5cm breiten Spitze umhäkelt.

  • Sie macht sich also aufdie Reise zur Alm, wo der Onkel nach dem Tod seiner Frau lebt.

    Wie kommst Du darauf, dass Onkel Josef auf einer Alm lebt? Er wohnt in Laichlingen auf der Schwäbischen Alb im Haus seiner verstorbenen Frau.

    Da werden dieArbeiter/innen wohl ziemlich ausgenutzt.

    Das sehe ich auch so. Und da es ausser der Weberei nicht viel Arbeit zu geben scheint, hat Gehringer natürlich eine absolute Machtstellung.

  • Was für ein Glück Mimi vor sechs Jahren hatte, als sie die Württembergische Königin fotografieren konnte. Das nämlich hatte ihr den Durchbruch beschert und seit dem ist sie eine gefragte Fotografin. Doch einige ihrer männlichen Kollegen, bei denen sie sich einmietet, sich schlicht weg der Hammer an Benehmen.

    Gut das sie sich nicht so schnell beirren und niedermachen lässt. So auch als sie dann Clara Berg kennen lernt. Diese betreibt einen Versandhandel und Mimi hat wieder eine tolle Idee, Clara bei der Arbeit zu fotografieren.

    Schade das Mimi immer unterwegs ist. Ob sie genau weiß was ihr entgeht? Sie hat nie einen Freund und ist eigentlich, trotz der vielen Menschen mit denen sie zu tun hat, eine einsame Frau ist. Man braucht doch auch wenigstens eine beste Freundin, mit der man alles bequatschen kann. Ein Problem gibt es allerdings dabei, über welche Themen sollte sie sich mit ihrer besten Freundin austauschen? Ihre Interessen liegen nach wie vor in der Fotografie, im Moment ist sie noch nicht zu anderem bereit. Sie geht mit der Zeit und hat sich sogar eine neue Kamera gekauft.

    Ja, es stimmt, man kann Schönheit ausstrahlen wenn man glücklich ist. Das antwortet Mimi als sie von Clara auf ihre Schönheit angesprochen wird. Doch Schönheit ist Schall und Rauch und vergänglich, darüber sollte Mimi sich auch irgendwann Gedanken machen. Sie ist jetzt 32 Jahre, da kann man bald wirklich sagen, eine alte Jungfer.

    Doch dann rumort es doch in ihr als sie Hannes, den Gewerkschafter, kennengelernt hat. Seit dem Treffen mit ihm, bekommt sie ihn nicht mehr aus den Kopf.

    Was er über ihre Art zu fotografieren denkt, wirft sie ein wenig aus der Bahn. Und als er ihr andere Motive, das reale Leben, vorschlägt, ist sie fast schon empört. Aber so falsch ist Hannes sein Gedanke gar nicht, Schönheit hin oder her. Ich fand schon immer die alten Fotografien, die Arbeiter zeigten, faszinierend. Die haben so viel Aussagekraft. Fast am Ende des Abschnitts, sagt Josef fast das gleiche wie Hannes. Josef erzählt von dem amerikanischen Fotograf.


    Die Erwähnung von Evelin, hat später bestimmt noch eine Bedeutung, so wie auch Anton der gerne einen Beruf erlernen würde.

    Wie grausam, Evelins Kind stirb und ihr Mann hat keine tröstenden Worte für sie über. Zeit zum trauern bleibt ihr nicht, da sie so arm sind und sie arbeiten muss. Wie konnte das denn passieren? Sie stammte aus einem reichen Haus und landet in absoluter Armut in der Einöde. Da haben ihre Eltern wohl nicht auf standesgemäße Vermählung bestanden. Das war doch damals noch weit verbreitet, sehr komisch.

    Nun ist auch schon geklärt wer Hannes ist, da lasse ich mich gerne überraschen ob er doch noch nach Laichingen kommt. Obwohl es ihn nicht in die Heimat zieht, wer weiß was da in seinem Zuhause geschehen ist.


    Ich weiß ja, dass Reisen früher nicht so weit verbreitet gewesen ist. Aber das Mimis Mutter es nicht schafft auch mal nach ihrem Bruder zu sehen, fand ich schade. Statt dessen schickt sie Mimi in die Spur um nach Josef zu sehen.

    Anscheinend geht es Josef wirklich nicht sehr gut, so abgemagert wie er aussieht. Seine Eröffnung mit dem Laden hat nicht so viel eingebracht, da die Menschen in Laichingen arm sind. Und die gehobene Klasse fährt in die Stadt. Das er in dem Haus bleiben möchte um seiner verstorbenen Frau näher zu sein, hat mir fast das Herz gebrochen. So sehr ich Mimi mag, fand ich es gut, dass sie das schlechte Gewissen plagte, weil sie es die letzten fünf Jahre nicht geschafft hat, Josef auch nur einmal zu besuchen.

    Was mich allerdings erstaunt hat ist, dass Josef anscheinend seine Nichte so schnell wie möglich wieder los werden will.

    Die Nachbarin war echt grottig, als sie Mimi gleich gesagt hat wie das läuft mit Josef seiner Pflege und dem Wäsche waschen.


    Die Gewohnheit von Mimi, in jeder Stadt in der sie ist, die Kirche aufzusuchen fand ich gut. Ich liebe Kirchen, die schaue ich mir auch sehr gerne an.

    Aber bei ihr war es ein Dank auszusprechen, dafür, dass ihr noch nichts passiert ist.


    Das es zu der Zeit schon Versandhandel gab wusste ich nicht. Ich dachte das das erst später kam. Wieder etwas dazu gelernt.


    Wie die Leute im Café reagiert haben, als der kleine Gustav einen Epilepsieanfall hatte, hat mich erschüttert. Das fand ich unglaublich.


    Wenn ich an den schwarzen Brei, Mordbreite, aus Dinkelmehl denke, wird mir ganz übel. Man mag gar nicht daran denken wie einseitig sich die armen Menschen, die nichts hatten, ernähren mussten.


    Das Hermann Gehringer ein ausgebuffter Mann ist habe ich befürchtet. Gleich einen Vetrag unterschreiben lassen zu wollen, hat bei mir die Alarmglocken läuten lassen. Er würde Josef bestimmt keinen angepassten Mietpreis bezahlen. Hoffentlich gibt es da nicht noch Ärger.


    Wie wohl diese Strohschuhe gearbeitet waren, die die Kinder bei der Kälte anhaften?


    Ich bin gespannt wie alles zusammenkommen wird und ob Evelin, Anton und Hannes noch eine Rolle in Mimis Leben spielen werden.


    Dan noch dieses Andachtsbild...»Der breite und der schmale Weg« ich hab mir das angeschaut. Ich kann Evelin verstehen, was sie empfindet wenn sie es täglich anschauen muss.

  • Bei größeren Kindern klappte das bestimmt, aber bei ganz kleinen, so bis etwa 2 oder so?

    Ich weiß auch nicht was Eveline damals geritten hat, weil es sich schon wie ein sehr großer Abstieg anhört. Und wenn es so ist, warum helfen ihre Eltern dann nicht? Wenn die so reich sind, war das ja sicherlich kein Problem?? An eine arrangierte Ehe glaube ich nicht. Dazu ist Klaus zu "arm" Außer er war mal reich und wurde so arm. Aber auch hier stellt sich mir die Frage wegen der Hilfe der Familien?

    Ich werde mit Hannes noch nicht so richtig warm, keine Ahnung warum.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

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    (Chin. Weisheit)

  • Naja, Glück war das auch, aber sie kann es halt auch. Und da hat ihr nur das Sprungbrett gefehlt. Und das hat sie genutzt. Ich glaube, dass Mimi bis zu einem gewissen Grad mit der Ehe und so abgeschlossen hat, eben weil sie so alt ist.

    Als ich diese Szene mit dem toten Kind gelesen habe, dachte ich zuerst, dass Eveline jetzt den Verstand verloren hat, ich bin froh, dass sie wohl wieder die Kurve gekriegt hat.

    Was mit der Mutter los ist, verstehe ich nicht. Ich muss gestehen, meine Sympathie verspielt sie zusehends.

    Das mit der Nachbarschaftshilfe ist hier aber so: Wenn keiner da ist, hilft man, kein Problem, aber wenn Familie da ist, gibt es dafür keinen Grund Ebenso das Verhalten. Man könnte sagen, die Nachbarin ist eine echte Bruddlerin :totlach:

    Das schwarze Mus sagte mir zuerst Garnichts, aber hier heißt es Habermus. Ich habe es zwar noch nicht gegessen, aber ich kenne es dem Namen nach. Wenn man das tatsächlich mit Fett und Zwiebeln gegessen hat, war es garnicht so einseitig Sicher nicht so toll wie Maultaschen oder Hefeknöpfe oder so, aber ok.

    Wir kennen hier einen Spruch: Cholera, Lepra ond von dr Alb raa! Das trifft zumindest auf den Gehringer zu X( So eine Pestbeule!

    Die Strohschuhe würde ich mir wie die spanischen Espandrillas vorstellen, zumindest so ähnlich. Nur halt komplett aus Stroh.

    Liebe Grüße


    Nadine


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    (Chin. Weisheit)

  • Paradekissen kenne ich von meiner Mutter. Wenn früher zu einer Familienfeier viele Verwandte kamen, wurden Mäntel und Jacken im Schlafzimmer deponiert. Das Schlafzimmer wurde schön hergerichtet. Auf dem normalen Kopfkissen wurde ein Paradekissen deponiert. Dieses Kissen war mit einem besonders schönen Kissenbezug ausgestattet, der nur für "Demonstratrationszwecke" benutzt wurde.

    Solch eine Kissenhülle habe ich als Geschenk für meine Oma mal mit einer 5cm breiten Spitze umhäkelt.

    So ein Paradekissen hatte ich sogar noch für unsere Kinder auf dem Kinderwagen. In der DDR würden die immer weiter gegeben. Also hatten die schon viele Jahre auf dem Buckel,sahen aber immer noch aus wie neu.

  • Ich denke, irgendwann muss Mimi erkennen das Erfolg allein ein Leben nicht ausfüllen kann. So wie du schreibst, sie erlaubt sich kein Abenteuer. Aber sie hat sich und Hannes auch nicht die Chance gegeben sich näher kennen zu lernen. Also wenn schon die Rede von Seelenverwandten ist, hat sie vielleicht die eine Chance verpasst.

    Aber ich gehe so wie du davon aus, das Hannes Johannes ist und sie sich hoffentlich doch noch wieder sehen.


    Man kann es an Josef sehen. Er war so lange alleine unterwegs, findet dann die große Liebe. Doch leider blieb ihnen nicht viel der gemeinsamen Zeit. Das fand ich auch schade.


    Oh ja, einen Fabrikanten gab es bei uns im Ort nicht. Aber der hochverehrte Herr Doktor und den Apotheker. Ich hab das als Kind und Jugendliche nie verstanden, warum die wie Götter behandelt wurden und einen Sonderstatus hatten.

  • Zum ersten Mal erfahren wir, was die Hauptnahrung der Laichinger Weber ist, der Schwarze Brei, aus gerösteten Dinkelkörnern.


    Ich, als Tochter eines Bauern in Westfalen, bin davon ausgegangen, daß um 1900 schon überall Kartoffeln die Hauptnahrung waren. Da habe ich mich scheinbar getäuscht.

    Ich kann nicht sicher sagen, ob ich recht habe, aber hier werden insgesamt eher Roggen, Gerste, Weizen und heute Mais angebaut. Große Kartoffelfelder gibt es hier nicht (mehr). Raps gibt es auch viel, natürlich (eklig im Frühjahr, wenn die blühen). Ich weiß zwar, das ich als Kind früher manchmal beim Kartoffel klauben geholfen habe, aber das war echt selten. Eher beim Äpfel klauben. Streuobst hat es hier auch viel. Ich glaube für Kartoffeln ist hier der Boden zu felsig.

    das Mimi dem einen Föhn verpasst hat, fand ich echt super.

    Also ich bin ganz fest davon ausgegangen, dass früher überwiegend Kartoffeln und Rüben angebaut wurden. Aber vielleicht hat es die klimatische Bedingung in der schwäbischen Alb nicht möglich gemacht diese Sorten anzubauen. Der Reisende im Zug hat ihr doch gesagt wie lange der Schnee liegt.


    An Einlagerung war in Elvis Haus nicht zu denken. Sie hätte gerne mehr Vorräte angelegt, aber diese waren fast aufgebraucht. Und wollte sie nicht unten im Haus etwas einlagern, da wo der Webstuhl stand? Nur ihr Mann wollte dies nicht.

    Zum Spätzle machen hätte sie gutes Mehl benötigt, doch so arm wie sie sind, konnte sie sich das bestimmt nicht leisten.

  • Mir war auch ganz komisch als Evelyn das tote Baby im Arm gehalten hat. Ich bin immer wieder erschrocken wie hoch die Sterblichkeitsrate bei Kleinkindern früher war. Oder wieviel Totgeburten es gegeben hat. Heute ist die Medizin so weit. Unser Sohn ist auch ein Frühchen, ich musste ab den dritten Monat stramm liegen, ohne aufstehen, da ich ab den zweiten Monat schon Wehen hatte. Viel am Tropf und viele Spritzen habe ich bekommen, damit mein Körper den Fötus nicht anstößt.

    Hätte ich zur damaligen Zeit gelebt, wäre es eine Fehlgeburt gewesen. Mir tun die Frauen unendlich leid die mit dem Verlust eines Kindes leben müssen. Und nicht nur die Frauen. Wie wir lesen konnten, hat es Evelyn ihren Mann beim ersten Sohn völlig aus der Bahn geworfen. Noch immer leidet er darunter.

  • Also ich bin ganz fest davon ausgegangen, dass früher überwiegend Kartoffeln und Rüben angebaut wurden. Aber vielleicht hat es die klimatische Bedingung in der schwäbischen Alb nicht möglich gemacht diese Sorten anzubauen. Der Reisende im Zug hat ihr doch gesagt wie lange der Schnee liegt.


    An Einlagerung war in Elvis Haus nicht zu denken. Sie hätte gerne mehr Vorräte angelegt, aber diese waren fast aufgebraucht. Und wollte sie nicht unten im Haus etwas einlagern, da wo der Webstuhl stand? Nur ihr Mann wollte dies nicht.

    Zum Spätzle machen hätte sie gutes Mehl benötigt, doch so arm wie sie sind, konnte sie sich das bestimmt nicht leisten.

    Nö, Spätzle geht mit allem möglichen. Am besten ist natürlich spätzlesmehl, aber ich kenne auch Vollkorn- oder dinkelspätzle.

    Es ist wohl tatsächlich so, das Dinkel am meisten angebaut wurde.

    Es gibt sogar eine rückzüchtung auf das Dinkel, das den Namen "schwabenkorn " hat. Der Boden hier ist auch eher felsig, und Kartoffeln mögen es doch eher sandig? Rüben gibt es allerdings noch heute, statt kürbisgeister haben wir früher " rübagoischter" gemacht.

    Eves Mann wollte wohl einiges nicht, der hängt total in der Vergangenheit fest.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)