"Die Fotografin - Am Anfang des Weges" - Seiten 173 - 259 (Kap. 19 - 26)

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  • Mimi findet sich langsam in Laichlingen ein und eröffnet das Geschäft ihres Onkels. So ganz einfach scheint der Start nicht zu sein, aber wie gut, dass sie Anton auf ihrer Seite hat. Der hat gleich eine Idee, wie er die Konfirmanden schon in den Laden lockt und so bekommt sie sogar Christel vor die Linse. Wenn die Fotografien gefallen, werden vielleicht auch weitere Leute kommen und Fotos haben wollen. Ich denke mal, dass das zumindest Mimis Hoffnung ist. Ganz falsch wird sie damit wohl nicht liegen, denn man muss ja erstmal sehen, was sie drauf hat. Und wer weiß, vielleicht wollen manche dann gar nicht mehr nach Ulm zum Fotografieren fahren wollen? Immerhin ist Ulm auch ein gutes Stück weit entfernt.


    Nun erfahren wir Evelines Geschichte und wie vermutet ist sie der Liebe wegen nach Laichlingen gekommen. Sie hatte nur eine Woche Zeit, um sich zu entscheiden und Klaus kennenzulernen. Das ist wirklich wenig und eine fast schon überstürzte Entscheidung. Kein Wunder, dass Eveline sie oft noch bereut. Mit ihrer Familie hat sie gebrochen, allerdings hat sie ihr auch nie die Chance gegeben, sich mit ihrer Entscheidung anzufreunden. Ich denke mal, dass die Familie sicherlich etwas vermutet, aber sie könnte wohl auch mit jedem anderen Schulungsteilnehmer weggegangen sein. Oder vermutet die Familie vielleicht ein schlimmes Verbrechen hinter Evelines Verschwinden? Wie auch immer, wenn sie ihrer Familie schreiben würde, kann ich mir gut vorstellen, dass es ggf. noch zu einer Aussöhnung kommen könnte.


    Außerdem lernen wir Alexander, Evelines Sohn, mehr kennen. Ich mag den stillen Kerl. Er ist vielleicht ein wenig schüchtern, aber so gut wie seine Zeichenkünste sind, so gut ist auch sein Gefühl und seine Beobachtungsgabe. Er durchschaut die Dinge. Es freut mich sehr, dass Mimi sich ein wenig seiner annimmt und sein Talent fördern will. Eigentlich wäre es doch auch die perfekte Aufgabe für ihre Mutter. Immerhin kommt Alexander aus einer armen Familie und kann dringend Hilfe benötigen. Es würde mich sehr freuen, wenn das klappen würde. Gab es damals eigentlich auch schon Stipendien für Studierende aus ärmeren Familien?

  • Ichfinde es so krass, als Sonja von Tradition spricht, wenn die Töchterund Enkelinnen alles so weiter machen, wie die Großmütter. Jungsmüssen in die Fußstapfen ihrer Vätertreten. Trautsich da nie jemand auszubrechen? Dahat sich ja heutzutage gottseidank sehr viel geändert.

    Bei so etwas Wichtigem wie die Berufswahl finde ich es auch falsch, sich auf Traditionen zu berufen. Wie soll man sich da trauen, auszubrechen? Dass Anton sich gefangen fühlt, kann ich immer mehr nachvollziehen. Es ist ja nicht nur seine Familie, gegen die er sich stellen müsste, sondern das ganze Dorf. Dass jemand wie Hannes dann keine guten Erinnerungen an seine Heimat hegt, ist wohl auch verständlich.


    Mimi hat noch nie einen Haushalt führen müssen, so muss sie erkennen, wie anstrengend das alles ist.

    Hihi, da musste ich schmunzeln. Eine wahre Karrierefrau - auch heutige Karrierefrauen belächeln zwar die Hausfrauen teilweise, aber wenn sie dann mal deren Aufgaben übernehmen müssen, sind sie ganz schnell überfordert. :D (Natürlich kann man das pauschal auch nicht sagen, was ich damit sagen will: Es freut mich, dass die Hausarbeit hier nicht als läppisch abgetan wird.)


    Entsetzt war ich, zu lesen das Josef bankrott ist. Wie hätte es mit ihm weitergehen sollen wenn Mimi nicht gekommen wäre?

    Tja, Luise hätte sich wohl weiterhin um ihn gekümmert, aber immer schlechter als rechter mit der Zeit, vermute ich. Und dann wäre er wohl noch schneller gestorben, als es gerade eh schon den Anschein hat.


    Nun fällt mir noch etwas ein. Die ärztliche Versorgung war katastrophal. Wenn der ansässige Arzt nicht vor Ort war, dann mussten die Menschen zusehen. Nur die Reichen konnten es sich leisten in die Stadt zu fahren.

    Aber auch die Reichen durften nicht wirklich ernsthaft krank sein, denn wie soll man da die Reise in die Stadt unbeschadet überstehen, wenn man sterbenskrank ist?

  • Auch an dieser Stelle noch einmal:

    Ihr Lieben,

    ich danke euch von Herzen für eure schönen Beiträge von gestern. Ich habe alle gelesen, habe mich gefreut, musste hi und da schmunzeln und war mehr als einmal versucht, eine Antwort zu formulieren. Aber mir reicht die Zeit leider nicht. Ich habe jeden Abend eine Lesung diese Woche und am Wochenende die Lit.Love in München - da komme ich kaum zum durchschnaufen.

    Deshalb mein Appell an euch: Ich bin da, ich lese und höre euch. Aber ich kann mich erst wieder ab Montag einbringen.

    Seid mir net bös, gell?

    Liebe Grüße von eurer Petra

    Lesen ist wie ein Kurzurlaub vom Alltag! <br />Viele schöne Lesestunden wünscht euch deshalb eure Urlaubsfee Petra Durst-Benning :-)

  • Das alles hatte Mimi sich anders vorgestellt. Der Arzt kommt erst im Frühjahr zurück. Er kann es sich leisten zur verreisen, aber die meisten Laichinger können es sich nicht leisten, krank zu werden.


    Anton möchte hoch hinaus. Er hat seine Träume und will sich nicht den Gepflogenheiten unterordnen. Der Vater ist nicht zu gebrauchen und die Mutter geht einfach davon aus, dass der Sohn den Vater ersetzen kann und spannt ihn entsprechend ein.


    Mit Eveline und Klaus habe ich mich getäuscht. Sie hatte einfach alles und fand es fad. Dann verliebt sie sich und brennt einfach mit Klaus durch. Da kann man mal sehen, wie naiv sie war. Nur was Klaus getrieben hat, frage ich mich. Er war doch schon recht ernsthaft, als er da von Evelines Vater geschult wurde. Der Gehringer hat diese Schulung bezahlt, der Klaus hatte also auch da schon nichts oder nicht viel. Ihm muss doch klar gewesen sein, was das für Eveline bedeuten wird.


    Mimi bekommt Besuch von Anton und Alexander, die ungleichen Freunde. Sie erkennt das Talent von Alexander. Ob sie ihm da wirklich einen Gefallen tut, als sie ihre Mutter um Hilfe bittet? Auch Paul Merkle hat das Talent erkannt, aber er und sein „feiner“ Chef denken gar nicht daran, Alexander zu bezahlen und so der Familie zu helfen. Wie fies ist das denn!


    Anton ist in die schöne Christel verliebt, aber die kann mit seinen Träumen nichts anfangen, dabei scheint sie auch welche zu haben, doch die werden beiseitegeschoben, weil man sich an das Leben dort anpassen muss, Gerede vermeiden muss und niemanden in der Familie enttäuschen darf.

  • Mit Eveline und Klaus habe ich mich getäuscht. Sie hatte einfach alles und fand es fad. Dann verliebt sie sich und brennt einfach mit Klaus durch. Da kann man mal sehen, wie naiv sie war. Nur was Klaus getrieben hat, frage ich mich. Er war doch schon recht ernsthaft, als er da von Evelines Vater geschult wurde. Der Gehringer hat diese Schulung bezahlt, der Klaus hatte also auch da schon nichts oder nicht viel. Ihm muss doch klar gewesen sein, was das für Eveline bedeuten wird.

    Klaus war Weber. Eveline hat sich in Klaus verliebt. Der Liebe wegen ist sie mit Klaus weggelaufen. Und sie ist geblieben. Vielleicht hat sie nicht gewußt, wie hart das Leben als Weberfamilie ist. Klaus ist ja auch erst mit dem Tod des ersten Sohnes schwermütig geworden. Ich kann mir vorstellen, daß er vorher ein ganz patenter Kerl gewesen ist.

  • Viel Spaß beiden Lesungen, leider ist es so weit weit von Mecklenburg

  • Mir war gar nicht bewußt gewesen, daß man schon früher Aufnahmen durch Retuschieren verändert hat. Heute nennt man das photoshoppen, ein Bild bearbeiten.

    Meines Wissens nennt man es auch heute in Fotografenkreisen noch Retuschieren, "photoshoppen" ist da eher die jugendliche Ausdrucksweise, weil man sich heute des Programmes Photoshop bedient.


    Dafür, dass Mimi nur 4 Wochen bleiben möchte, hängt sie sich in Sachen Atelier richtig rein. Ich glaube in ihrem tiefsten Inneren weiß sie, dass sie Laichingen so schnell nicht wieder verlassen wird. Die Beschreibung des Ateliers zeigt, dass sich Onkel Josef wirklich Gedanken über das richtige Licht und ein angenehmes Ambiente gemacht hat, denn die meisten Fotostudios sind doch eher düster und klein und nicht so lichtdurchflutet wie dieses hier. Die Beschreibung zeigt aber auch, dass es genau das ist, was der Gehringer braucht für die Ausstellung seiner Stickwaren. Das war es doch, was die Konkurrenz ihm voraus hat.


    Ich denke vom Gehringer kommt noch was, oder? Irgendwie hat er sehr schnell den Schwanz eingezogen, aber das kann täuschen.


    Ich fand diesen Abschnitt sehr emotional.

    Ja, ich auch. Ich wollte auch gar nicht aufhören mit Lesen am Ende des Abschnitts, weswegen ich glatt 1 Kapitel zu weit gelesen habe. :-D


    Das Mimi ihren Onkel pflegen würde, damit hat sie nicht gerechnet. Das ist nicht einfach, für jedermann ist es emotional eine Achterbahn der Gefühle. Ich finde sie macht das richtig gut und auch sehr liebevoll.

    Ich frage mich aber, was sie mit der Schmutzwäsche machen wird, denn die stapelt sich ja zwischenzeitlich. Die Pflege findet ja auch weitestgehend auf emotionaler Ebene statt, denn ohne Lebensmittel und ohne ausreichend Wärme im Haus, kann man eigentlich niemandem wirklich etwas gutes tun. Mimi bemüht sich nach Kräften, aber es fehlen die grundlegenden Dinge.


    Ist der gesamte Holzvorrat von Josef bald aufgebraucht und es gibt keinen Nachschub mehr oder muss das Holz einfach nur gehackt und ofengerecht zubereitet werden?? Erstes wäre schlecht, zweites würde sicherlich von einem der beiden Jungs übernommen werden.


    Anton und Alexander finde ich richtig gut. Die 2 fügen sich nicht in diese Lethargie, die in Laichingen herrscht. Sie wollen ausbrechen aus dem Althergebrachten, wissen aber bis jetzt noch nicht wie. Ich bin sicher, dass sie ihren Weg gehen werden und nicht als Weber in der Fabrik landen.


    Ich bin sicher, dass der Gehringer die Zeichnung von Alexander benutzt, ohne auch nur zu fragen oder gar ein Entgelt dafür zu bezahlen. Aber ich bin auch sicher, dass Mimi Alexander helfen wird, hier seine Ansprüche durchzubringen.


    Die Notlüge von Anton hat Mimi auf jeden Fall ausreichend Kundschaft beschert und ich bin gespannt, wie den Leute ihre Fotos gefallen. Die Idee, diese in der Kirche auszustellen, fand ich sehr schön. So sehen alle was sie kann und die, die keine Fotos haben anfertigen lassen, werden das eventuell noch nachholen (sofern die finanziellen Mittel vorhanden sind).


    Dass Mimi die Zeichnungen von Alexander an ihre Mutter geschickt hat, bringt sicherlich noch Ärger für sie mit sich. Aber am Ende wird Alexander davon profitieren.


    Dann noch die Christel. Anton hat es nicht leicht mit ihr und ihr Vater würde eh nicht erlauben das er ihr den Hof macht. Erst ist sie von seinen Schmeicheleien und Träumereien ganz angetan und dann wendet sich das Blatt. Wollte sie etwa sagen, Gott hat vorhergesehen das sie in Laichingen versauern muss? Meine Güte, kaum auszuhalten solche Einstellungen.

    Wenn ich schon von ihrem Verhalten verwirrt war, wie muss sich dann Anton fühlen?


    Auch wenn Eveline aus dem Atelier geflüchtet ist, glaube ich doch, dass sie sich mit Mimi anfreunden wird.


    Eveline war damals sehr blauäugig, als sie nach 1 Woche mit Klaus durchgebrannt ist. Was hat sie erwartet?? Sicherlich ging es Klaus damals noch nicht ganz so schlecht (finanziell meine ich) aber es war auch nicht das Paradies was sie vorgefunden hat. Sie hätte auch wieder reumütig zu ihren Eltern zurück gehen können. Das hat sie aber nicht gemacht.

  • Aber auch die Reichen durften nicht wirklich ernsthaft krank sein, denn wie soll man da die Reise in die Stadt unbeschadet überstehen, wenn man sterbenskrank ist?

    Die Reichen konnten es sich aber vielleicht auch leisten den Arzt aus der Stadt kommen zu lassen ?!

  • Eveline war damals sehr blauäugig, als sie nach 1 Woche mit Klaus durchgebrannt ist. Was hat sie erwartet?? Sicherlich ging es Klaus damals noch nicht ganz so schlecht (finanziell meine ich) aber es war auch nicht das Paradies was sie vorgefunden hat. Sie hätte auch wieder reumütig zu ihren Eltern zurück gehen können. Das hat sie aber nicht gemacht.

    Ja das war sie wohl. Im Rückblick kommt sie mir allgemein sehr naiv vor, also bevor sie mit Klaus durchgebrannt ist. Aber wie hätte sie auch anders sein sollen, sie hat ja nichts von der Welt außer ihrem zu Hause kennen gelernt. Warum sie später nicht zurück ging? Vielleicht aus Scham oder Angst?


    Aber auch die Reichen durften nicht wirklich ernsthaft krank sein, denn wie soll man da die Reise in die Stadt unbeschadet überstehen, wenn man sterbenskrank ist?

    Die Reichen konnten es sich aber vielleicht auch leisten den Arzt aus der Stadt kommen zu lassen ?!

    Eher auf jeden Fall als die Armen...

  • Warum sie später nicht zurück ging? Vielleicht aus Scham oder Angst?

    Möglich. Anfangs vielleicht, weil die Liebe noch soooooooooo groß war, dann aus Scham oder Angst oder weil sie ein gemeinsames Kind hatten? Mit Kind geht man ja auch nicht mehr so einfach weg wie ohne.

  • Warum sie später nicht zurück ging? Vielleicht aus Scham oder Angst?

    Möglich. Anfangs vielleicht, weil die Liebe noch soooooooooo groß war, dann aus Scham oder Angst oder weil sie ein gemeinsames Kind hatten? Mit Kind geht man ja auch nicht mehr so einfach weg wie ohne.

    Die Eltern haben Eveline doch verstoßen. Das steht irgendwo dabei ... Oder es kommt noch. Der Vater hat an Gehringer einen Brief geschrieben und Eve ausrichten lassen, dass sie für ihn gestorben sei und er nun keine Tochter mehr habe ...

    Lesen ist wie ein Kurzurlaub vom Alltag! <br />Viele schöne Lesestunden wünscht euch deshalb eure Urlaubsfee Petra Durst-Benning :-)

  • Alexander, der Sohn von Eveline und Klaus, kann zeichnen. Paul Merkle hat eine Zeichnung von Alexander mit einer schönen Blumenranke einfach eingesteckt, als er bei Eveline wegen Stickarbeiten war.

    Noch nicht einmal fragen, das ist ja schon Diebstahl. Wahrscheinlich wird sie dann benutzt und Alexander wird nichts davon haben.

    Heute nennt man das photoshoppen, ein Bild bearbeiten.

    Und es macht immer noch Spaß!

    Ichbin schon so gespannt, was der Arzt sagen wird, wenn er in den Ortzurückkommt. Josefscheint es wirklich nicht gut zu gehen. Was ich hier lese, hört sichfast nach Lungenkrebs an.

    Ich habe gleich auf TB getippt und bleibe dabei.

    ich würde ihn eher zu mir holen, aber sicher nicht sich selbst überlassen

    Aber das würde bestimmt nicht einfach, denn ich denke, er will nicht mehr weg.

    Noch etwas was mich wütend gemacht hat.....als Luise Neumann Mimi erzählt hat, wie oft sie versucht hat die Mutter dazu zu bewegen nach ihren Bruder zu schauen und diese sie immer wieder vertröstet hat, hat sie endlich bei mir verspielt. Unglaublich, alles scheint ihr wichtiger zu sein, nur ihre nächsten Lieben und Verwandten nicht.

    Helfen kann sie nur, wenn sie nach Laic hingen kommt, zumindest um ihren Bruder zu holen. Doch dann müsste sie ja ihre Schützlinge verlassen. Ich denke, das hält sie ab.

    In dem Glauben es bei Klaus gut zu haben, ist sie also von zu Hause weggelaufen. Tja, das ist ordentlich in die Hose gegangen. Ob sie nie wieder mit ihren Eltern Kontakt aufgenommen hat?

    Dass sie so naiv war und einfach mitgegangen ist, hätte ich nicht gedacht. Dann hat sie sich nicht mehr getraut und Klaus hätte ihr wahrscheinlich auch verboten, Kontakt zu den Eltern aufzunehmen und Hilfe zu erbitten. Er wird wahrscheinlich wie alle Laichinger auf Traditionen beharren. Es war halt so und hat so zu bleiben, selbst wenn die Familie fast verhungert.

    Für Träume und Wünsche ist keine Zeit, und Arbeit wird sozusagen vererbt. Grottich, aber so war das und keiner hat sich getraut aus seiner Situation auszubrechen. Was für ein trostloses Leben.

    Ich denke, da will niemand Träume haben, denn dann würde man das Trostlose ja noch verstärken und vielleicht unzufrieden werden. Lieber sich an dem festhalten, was ist.


    Ich glaube auch, dass es nicht unbedingt so ist, dass die Arbeit vererbt wird, sondern das Einkommen einer gesamten Familie ist notwendig zu überleben. Wenn einige weggehen würden, wäre der Rest der familie gefährdet.

  • Die Eltern haben Eveline doch verstoßen. Das steht irgendwo dabei ... Oder es kommt noch. Der Vater hat an Gehringer einen Brief geschrieben und Eve ausrichten lassen, dass sie für ihn gestorben sei und er nun keine Tochter mehr habe ...

    Das steht in Kapitel 36 auf Seite 353.

  • Ich glaube auch, dass es nicht unbedingt so ist, dass die Arbeit vererbt wird, sondern das Einkommen einer gesamten Familie ist notwendig zu überleben

    Die Arbeit wird sicherlich nicht vererbt aber es ist ja auch kein Überangebot an Arbeit da, woraus die Jugend auswählen konnte. Entweder sie werden Weber oder sie müssen weg aus Laichingen. Wie früher im Saarland ... der Großvater war Bergmann, der Vater und der Sohn dann auch und dessen Söhne auch.

  • Mimi hat noch nie einen Haushalt führen müssen, so muss sie erkennen, wie anstrengend das alles ist. Dann die ewige Sorge um Josef, dem es immer schlechter geht. Nun spuckt er auch schon Blut, kein gutes Zeichen. Ein wenig schade, dass er zu Mimi sagte.....ich weiß gar nicht warum du dich in meine Angelegenheiten einmischt?....

    Das fand ich hart und hat Mimi einen Stich versetzt. Im Moment gibt sie ihr Leben auf und was macht die verehrte Schwester von Josef? NICHTS!!!! Sie verlässt sich anscheinend voll und ganz auf ihre Tochter. Unmöglich ist das, um so besser das Mimi ihrer Mutter einen Brief geschrieben hat.

    Bei Josef habe ich mittlerweile schlimmste Befürchtungen. Dass er nun Blut hustet, lässt mich vermuten, dass es sich um Tuberkulose handelt. Dann bleibt nur zu hoffen, dass Mimi sich nich bei ihm ansteckt!

    Auf jeden Fall denke ich, dass es Josef seine Erkrankung ahnt und deshalb so grantig zu Mimi ist. Er will einfach nicht, dass sie davon erfährt und womöglich deshalb länger bleibt. Immerhin war Josef früher mit seinem Sonnenwagen selbst sehr freiheitsliebend - jetzt will er Mimis Tätigkeit wahrscheinlich nicht im Wege stehen.


    Im Fall von der fehlenden Rückmeldung vom Amelie warte ich eigentlich noch auf eine Erklärung. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mir nicht vorstellen, dass Josef der Mutter von Mimi völlig einerlei ist. Hat sie Luises Schilderungen eventuell nicht so ernst genommen? Angenommen, dass diese übertreibt?

    Jetzt überlege ich natürlich, ob sich die Zustellung von Mimis Brief verzögert haben könnte oder ob es bei den Eltern ebenfalls eine Dringlichkeit gibt, von er Mimi nichts weiß. Oder ist Amelie inzwischen gar auf dem Weg? Mal schauen.

    Entsetzt war ich, zu lesen das Josef bankrott ist. Wie hätte es mit ihm weitergehen sollen wenn Mimi nicht gekommen wäre?

    Er wäre auf Nettigkeiten der anderen Dorfbewohner angewiesen gewesen... Ich denke, wir können uns das heute nicht mehr vorstellen - aber nicht wenige Menschen der damaligen Zeit sind eben völlig verarmt dahingesiecht und schlussendlich an Mangelernährung und Krankheiten gestorben. Das war halt so - genauso wie die Tatsache, dass man ohne Arzt sich selbst zu helfen musste. Möglicherweise hat auch aus diesen Gründen der Glaube eine noch größere Rolle gespielt als heutzutage.


    Auf jeden Fall habe ich von Josef den Eindruck, dass ihm der Weg alleine lieber wäre.:boah:

    Gut das es da Anton und Alexander gibt:), Anton hat ordentlich die Werbetrommel geschlagen, wenn auch mit einer List. Aber so konnte Mimi die ganzen Jugendlichen, die Konfirmation haben, fotografieren. Und Alexander hat ein schönes Schild gemalt. Mimi erkennt sofort sein Talent und als Josef ihr noch den Zeichenblock zeigt ist sie ganz begeistert.

    Sie ergreift die Initiative und schickt ein paar Zeichnungen von ihm mit an ihre Mutter. Ach wie schön das wäre, wenn Alexander auf eine Kunstschule gehen könnte. Gab es zur damaligen Zeit eigentlich schon Stipendien? Denn seine Eltern werden es sich nicht leisten können, wenn sie es überhaupt erlauben würden.

    Naja, ich vermute auch mal, dass sie den Weggang des Ältesten auch mit Studium nicht gutheißen können. Mit seinen 15 Jahren ist er sicherlich schon fest eingeplant, was seinen Verdienst in der Weberei angeht... Zumal der Vater ja nicht auf der Höhe ist und Eve mit der zusätzlichen Arbeit kaum hinterher kommt.:(

    Erstaunt hat mich übrigens, dass Alexander die zwei Mark, die ihm Mimi für das Schild geben will, nicht annimmt. Zum Glück ist Mimi so fein und macht das Konfirmandenfoto dafür ohne etwas zu berechnen!

    Anton mag ich übrigens auch sehr gerne! Er hat es faustdick hinter den Ohren, ja, aber ich finde, dass er auch das Herz am rechten Fleck hat. Seine Zukunftsträume kann ich gut nachvollziehen!

    In dem Glauben es bei Klaus gut zu haben, ist sie also von zu Hause weggelaufen. Tja, das ist ordentlich in die Hose gegangen. Ob sie nie wieder mit ihren Eltern Kontakt aufgenommen hat? Sie hatte ein schönes Leben und liebevolle Eltern, doch sie fühlte sich gelangweilt und kein junger Mann konnte ihr Interesse wecken, bis sie Klaus gesehen hat und sich auf Anhieb in ihn verliebte.

    Ich denke, dass sich Eve gar keine Gedanken über ihre Zukunft gemacht hat - es war eine ganz spontane Entscheidung, mit Klaus Schubert des Nächtens mitzugehen. Was ich ihr allerdings sehr hoch anrechne, ist die Tatsache, dass sie dafür niemandem einen Vorwurf macht. Sie versucht das Leben in Armut zu akzeptieren und blickt nicht in Wehmut zurück. Bewundernswert!


    Die Frage, die sich mir immer mehr aufdrängt: gibt es noch eine Chance, dass Mimi wieder auf Hannes trifft? Der könnte inzwischen ja wirklich überall sein!:o

  • Ist das nicht traurig? Er hat immer für seinen Lebensunterhalt gesorgt und lebt nun an der Armutsgrenze und keinen interessiert es. Bis auf Luise die schon vieles aus eigener Tasche bezahlt hat und ihm den Haushalt in Ordnung hielt. Und nun Mimi, die ihren Onkel in diesem Zustand auf keinen Fall alleine lassen möchte. Darum ruft sie nun die Mutter in die Pflicht, gut so.

    Ja, es ist sehr traurig. Aber es gibt - wenn man ehrlich ist - noch viel schlimmere Schicksale in Laichingen. Menschen, die sich extrem abstrampeln und dennoch kaum zum Leben haben. Josef hingegen hat durchaus ein schönes Leben gehabt, ist viel herumgekommen und hat einen Beruf gewählt, der ihm zusagte! Das ist für die alteingesessenen Dorfbewohner schon mehr als sie sich erträumen konnten...

  • Natürlich, ich meine das nicht böse, aber es ist nicht die schwester. Es wäre doch eigentlich deren Pflicht. Es steht außer Frage, dass Josef keine bessere Pflege haben könnte

    Zugegebenermaßen kann ich diese Sichtweise nicht komplett teilen. Ja, ich fände es sehr schön, wenn sich Amelie um Josef kümmern würde. Aber als Pflicht empfinde ich es nicht und ich denke, dass auch Josef selbst es nicht so sieht.

    Die Menschen hatten damals viel Gottvertrauen und haben sich da ihrem Schicksal ergeben (müssen). Josef hätte ja theoretisch auch nach Esslingen ziehen können...

  • Josef hätte ja theoretisch auch nach Esslingen ziehen können...

    Das war auch mein Gedanke. Aber, da vor Mimis Eintreffen niemand etwas von seiner Erkrankung wusste, hätte er ja von sich aus Kontakt aufnehmen müssen und um Hilfe/Unterkunft bitten. Dass er das Haus verlässt, in dem er mit seiner Frau glücklich war, schließt sich eher auch aus.


    Und nun, in diesem Stadium seiner Krankheit, wird er sicherlich auch nicht mehr umziehen wollen, sollte Mimi oder gar ihre Mutter auf diese Idee kommen.

  • Jetzt überlege ich natürlich, ob sich die Zustellung von Mimis Brief verzögert haben könnte oder ob es bei den Eltern ebenfalls eine Dringlichkeit gibt, von er Mimi nichts weiß. Oder ist Amelie inzwischen gar auf dem Weg? Mal schauen.

    Oder Amelie hat mal wieder zu viel zu tun bei ihren Schäfchen.