#04 - 264 bis 355 (Teil 2 komplett)

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  • Hier könnt Ihr zum vierten Abschnitt - bis zum Ende Teil zwei - schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Gereon und Luise auf der langen Fahrt im Auto. Ich kann Gereons Begeisterung spüren, aber hat er sich selbst eingebrockt und seine Schwiegermutter noch nicht mal ans Reden gebracht, jedenfalls nicht zu dem Thema, das ihn interessiert.


    Es war ja ein wenig naiv von Gereon nach Nürnberg aufzubrechen und davon auszugehen, dass er bei dem Trubel noch irgendwo in einem Hotel oder Gasthof unterkommt. Aber er hat Glück, dass ihn Hauptwachtmeister Draxler aufnimmt.


    Doch wenn man einen Einbruch plant, ist es nicht so toll, wenn die zuständige Polizei einem so im Nacken sitzt. So konnte er sich zwar zweimal aus dem Haus schleichen, aber wird dann doch erwischt. Sehr verdächtig! Findet Draxler dann auch, als Gereon schon fast auf dem Heimweg ist. Er muss doch tatsächlich alles durchsuchen lassen und Draxler findet nichts. Wo sind die Akten? Gereons Gefühle beim Lesen der Akten sind ziemlich zwiespältig, er weiß immer noch nicht, ob es die Pest ist, sich damit zu beschäftigen oder nicht. Es ist aber interessant, wieviel Killefit da über Göring protokolliert wurde. Göring weiß, dass er überwacht wurde und Sowa weiß, dass er einen Spitzel in seinen Reihen hat. Wahnsinn.


    Gereon lässt sich von einer Art Gruppendynamik mitreißen und jubelt dem Führer zu. Dann ekelt er sich vor sich selbst. Dies lässt mich ein wenig ahnen, wie es dazu kommen konnte, dass alle so vom Führer begeistert sind, wenn sogar ein Gereon Rath mitgerissen wird.


    Für Fritze war es bestimmt gut, dass er jemanden von der Familie gesehen hat. Aber ich bin überzeugt, das Jugendamt macht noch Schwierigkeiten, auch bei einem Jungen der linientreu ist, aber blöderweise die Pflegeeltern so gar nicht.

    Charlys Verhältnis zu Guido ist inzwischen auch belastet. Er hält sie zwar, aber die Unterstützung lässt nach. Trotzdem kümmert sich Charly weiter um den Fall Liang und fährt nach Marlow raus. Auch da ist es ein offenes Geheimnis, wer der chinesische Junge ist.


    Göring und Marlow machen gemeinsame Sache und bereichern sich an der Notsituation der Juden. Dass Marlow skrupellos ist, wussten wir, dass aber auch Göring mitmischt, hätte ich nicht gedacht, aber sein Lebensstil ist kostspielig. Wie skrupellos Marlow ist, zeigt ja auch, als er von Bülow tötet.


    Dann ist Gereon zurück und Charly ist sauer. Dass für sie das Thema nicht vom Tisch ist und weitere Fragen kommen, hätte Gereon klar sein müssen. Er weiß doch, dass er Charly nichts vormachen kann. So ist der schöne Abend im Delphi auch recht schnell beendet, denn es brodelt mächtig in Charlotte Ritter. Alles das, was sie unter dem Deckel gehalten hat, kocht nun über. Das zeigt auch, wie rabiat sie vorgeht, als sie den Schlüssel, den Böhm ausnahmsweise mitgenommen hat, nicht findet. Endlich wollen Gereon und sie reden. Aber vielleicht wäre es gut, Böhm gleich dazu zu nehmen. Doch Gereon hat ja etwas herausgefunden, was niemand wissen darf. Ich bin gespannt, wie viel er Charly wirklich erzählt.


    Um Irene Schmeling mache ich mir Sorgen. Ihre Verabredung mit einem Unbekannten an einer solch einsamen Stelle ist dumm.

  • In Nürnberg ist Gereon schon ziemlich grenzwertig zu Gange. Er spielt wirklich mit dem Feuer. Aber wie immer ist ihm das realtiv Wurscht. Diesmal noch mehr, denn es geht um Charlie.

    Gleich zweimal bricht er ein und kann den Tresor knacken. Aber er hat ja ständig Glück. Keiner bemerkt den Einbruch und sein Nürnberger Kollege ist einmal wirklich ganz nah dran mit seiner Autodurchsuchung.

    Draxler und seine Frau sind sehr klischeehaft dargestellt. Sehr hilfsbereit aber auch sehr neugierig. Sie essen am liebsten "Drei im Weggla" und er schläft sogar noch mit ZIpfelmütze. Ich musste an "Der arme Poet" von Spitzweg denken.:totlach:


    Und Gereon bewegt sich hier bei diesem Reichstag auf einem Gelände, wo es nur so wimmelt vor Nazis. Die Nünberger sind ja richtig euphorisch. Die Stimmung bei den Veranstaltungen jagt mir Gänsehaut über den Körper. Volker bringt diesemal ziemlich oft Auszüge aus Zeitungen o.ä., die die ganze Perversion des Regimes aufzeigen. Die Strümer-Artikel, die Reden, die Gesänge. Alles krank. Wer sagt da noch, wir wussten von nichts. So ein Quatsch. Die haben das Alles ganz öffentlich gemacht. Und die Kinder wurden schon so gedrillt, dass sie als Erwachsene perfekte Marionetten waren. Sieht man am Fritzchen. Der scheint aufzublühen und den ganzen Schmarrn zu inhalieren. Beängstigend. Sogar Gereon wird kurz mitgerissen und brüllt wie die anderen Heil.


    Als Gereon die Papiere durchsieht, überlegt er, an was Göring und die Unterwelt ihn erinnert. Ich denke mal an Marlow in Nazi-Uniform. Marlow ist ja verwickelt in die miesen Geschäfte von Göring. Er zahlt Juden Spottpreise für ihre Firmen und sahnt groß ab.


    Um Irene Schmeling fürchte ich. Ich schätze mal, sie wird umgebracht. Sie weiß zu viel.


    Wenigsten gibt es eine große dramatische Aussprache zwischen Gereon und Charlie. Endlich. ES war eine ganz starke Szene, als er sie endlich im Büro von Böhm findet. :love: Die beiden müssen jetzt zusammen halten und zusammen recherchieren. Und sich gegenseitig Rückendeckung geben. Mit Böhm zusammen. Sonst kommen sie unter die Räder der Nazis.

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

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    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







  • Für Fritze war es bestimmt gut, dass er jemanden von derFamilie gesehen hat. Aber ich bin überzeugt, das Jugendamt macht nochSchwierigkeiten, auch bei einem Jungen der linientreu ist, aber blöderweise diePflegeeltern so gar nicht.

    Da bin ich noch unschlüssig. Sie könnten auch versuchen, Fritze als Spion auszuquetschen. Der HDJ-Führer wäre da genau der Mittelsmann. Oder die Frau denunziert die Gereons selber als nicht ganz linientreu. Wobei sie ja noch nichts Handfestes gesehen hat.

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

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    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







  • Wie skrupellos Marlow ist, zeigt ja auch, als er von Bülow tötet.

    Marlow ist ja ein ambivalenter Charakter, finde ich. Zumindest in den Vorgängerbüchern war er immer nicht nur Ganove und böse sondern auch irgendwie sympathisch, wenn er Gereon hilft. Aber er ist sehr gefährlich.

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

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    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







  • Volker bringt diesemal ziemlich oft Auszüge aus Zeitungen o.ä., die die ganze Perversion des Regimes aufzeigen. Die Strümer-Artikel, die Reden, die Gesänge. Alles krank.

    Alles passiert sehr öffentlich, aber ob die auch öffentlich verkündet haben: Wir kassieren die Juden jetzt ein und karren sie mit der Bahn in die Gaskammern? Das war dann nicht mehr so öffentlich, denke ich. Nur hätte man ja stutzig werden müssen, wenn die Leute alle verschwinden. Aber darüber wollte man nicht nachdenken bzw. davon wollte man nichts wissen.

    Sieht man am Fritzchen. Der scheint aufzublühen und den ganzen Schmarrn zu inhalieren. Beängstigend. Sogar Gereon wird kurz mitgerissen und brüllt wie die anderen Heil.

    Dass Gereon plötzlich so euphorisch war, hat mich wirklich erschüttert. Herdentrieb - auch wenn ihm nachträglich schlecht wurde.

    Die beiden müssen jetzt zusammen halten und zusammen recherchieren. Und sich gegenseitig Rückendeckung geben. Mit Böhm zusammen. Sonst kommen sie unter die Räder der Nazis.

    Zusammenhalten - irgendwie schon. Rückendeckung - vielleicht. Aber erst einmal muss die Geheimniskrämerei aufhören.

    Marlow ist ja ein ambivalenter Charakter, finde ich. Zumindest in den Vorgängerbüchern war er immer nicht nur Ganove und böse sondern auch irgendwie sympathisch, wenn er Gereon hilft. Aber er ist sehr gefährlich.

    Er hat Gereon aber immer nur geholfen, um ihn noch sicherer in seine Fänge zu bekommen. Das war keine Freundlichkeit, sondern nur Eigennutz.

  • Bei Gereons Ausflug ins Frankenland musste ich doch ein wenig schmunzeln. Ich habe selbst einige Jahre in Bamberg gelebt und es war witzig, den Dialekt zu lesen. Als er dann von "Kollege Draxler" drei im Weggla angeboten bekommt, konnte ich die kleinen Würstchen förmlich riechen ;)


    Es ist schon eine abenteuerliche Reise auf die er sich da begibt - von der Schwiegermutter mal ganz zu schweigen. Er hat seine eigenen Pläne im Hinterkopf, wird jedoch unweigerlich in den Trubel um den Reichsparteitag rein gezogen. Das muss schon ein unglaubliches Spektakel gewesen sein damals. Die Arme hoch und mitgebrüllt! Dass sich Fritze dafür begeistert, kann ich mir gut vorstellen. Hier ist er wer, hier darf er stolz sein. Welcher Jugendliche damals träumte nicht davon. Unterstützt von Leuten wie dem Vater seines Freundes, die ihn noch ordentlich anfeuern und loben, ist er im siebten Himmel. Schön fand ich dennoch, dass Gereon ihn besucht hat und auch versucht zwischen ihm und Charly zu vermitteln. Bin ja mal gespannt, wie das weitergehen soll.


    Auch Charly ist nicht untätig uns setzt sich weiterhin für den Chinesen ein. Wer ist wohl der Mensch, der immer noch Blumen am Grab der Mutter hinlegt? Dann wird sie von der Dame des Jugendamts "heimgesucht" ... mensch, da hätte Gereon sie ja wirklich mal vorwarnen können, dass das passieren konnte! Abwertet spricht diese Schnepfe zu ihr dann von sogenannter "Asphaltliteratur" ... den Begriff hatte ich vorher noch nie gehört und hab ihn mal gegoogelt:


    Als Asphaltliteratur wird ab dem Jahr 1918 ein „großstädtisches, nicht mehr heimatlich verwurzeltes Schrifttum“ bezeichnet. Im Dritten Reich wurde der Begriff mit negativer Konnotation benutzt. Meyers Lexikon definierte in der ab 1936 erschienenen Auflage die Asphaltliteratur als eine „Bezeichnung für wurzellose Großstadtliteraten“, die vor 1933 eine „Mode- und Verfallserscheinung zum Teil artfremder Herkunft“ gewesen sei.

    Zur Asphaltliteratur zählten unter anderem Werke von Alfred Döblin, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger und anderer Schriftsteller, die vom NS-Regime verfolgt wurden.


    Gut bekannt bin ich dagegen mit der Autorin Irmgard Keun, die zu einer meiner Lieblingsautorinnen dieser Zeit gehört und die ich absolut empfehlen kann. Besonders als Hörbuch genieße ich ihre Werke sehr :)


    Nochmals kurz zurück zu Charly ... sie scheint da ja auf Dinge aus der Vergangenheit, besonders ihren Vater betreffend, die sie sehr mitnehmen. Sie tat mir doch sehr leid, als sie sich weinend in Gereons Arme schmiegte. Vielleicht haben die Beiden nun wieder etwas, das sie verbindet und wieder ein wenig enger zusammenschweißt, ich würde es ihnen wünschen.


    Noch kurz zum Schluss ... Sorgen mache ich mir ja wirklich um Inge Schmeling ... steckt da wieder Marlow dahinter? Dann wird es aber brandgefährlich für sie ...


    Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen ... Heinrich Heine

  • Göring und Marlow machen gemeinsame Sache und bereichern sich an der Notsituation der Juden. Dass Marlow skrupellos ist, wussten wir, dass aber auch Göring mitmischt, hätte ich nicht gedacht, aber sein Lebensstil ist kostspielig. Wie skrupellos Marlow ist, zeigt ja auch, als er von Bülow tötet.


    Oh ja, da musste ich auch schaudern ... man will ihm wirklich nicht im allein im Dunkeln treffen!

    Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen ... Heinrich Heine

  • Draxler und seine Frau sind sehr klischeehaft dargestellt. Sehr hilfsbereit aber auch sehr neugierig. Sie essen am liebsten "Drei im Weggla" und er schläft sogar noch mit Zipfelmütze. Ich musste an "Der arme Poet" von Spitzweg denken.:totlach:


    :totlach: guter Vergleich !!!

    Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen ... Heinrich Heine

  • Schön fand ich dennoch, dass Gereon ihn besucht hat und auch versucht zwischen ihm und Charly zu vermitteln. Bin ja mal gespannt, wie das weitergehen soll.

    Dass Gereon Fritze besucht, war ja nur das Alibi. Er wäre ja nie darauf gekommen, wenn er nicht aus anderem Grund hingefahren wäre. Da kann er noch so nett sein, er hat Fritze benutzt.

    Dann wird sie von der Dame des Jugendamts "heimgesucht" ... mensch, da hätte Gereon sie ja wirklich mal vorwarnen können, dass das passieren konnte!

    War er mit den Gedanken nur woanders und hat es vergessen? Oder hat er das mal wieder nicht als so wichtig erachtet. Egal, typisch Gereon!

  • Was für ein interessanter Abschnitt!

    Beeindruckend finde ich die Beschreibung, dass sich auch Gereon von dieser Massenhysterie mitgerissen wurde. Auch wenn er sich dann vor sich selber geekelt hat, aber er hat genau so wie tausende andere mitgerufen und Männchen gemacht. Genau dieses Massenphänomen, dem sich nur die wenigsten entziehen konnten, wurde schon von mehreren Seiten beschrieben und ich finde es wahnsinnig interessant. Denn im Rückblick, wenn ich also Aufnahmen von Hitlers Reden sehe, dann kann ich genau diese Hysterie um ihn absolut nicht verstehen - hohler Pathos, ein Brüllaffe eben. Aber er hat Massen mobilisiert.


    Gereons Einbruch im Büro von Seitz gelingt ja - es war eine ganz schön mutige Aktion. Was wäre gewesen, wenn er erwischt worden wäre? Hätte er noch eine Ausrede gefunden? Aber er hat ja nun die Akten - bis ins kleinste Detail wurde das Leben Görings beschrieben (inklusive Gerüchte und Vermutungen). Welche Rolle spielte Irene Schmeling in dieser Geschichte? Hat sie diverse Infos unabsichtlich weiter gegeben? Hat sie die Fotos gemacht, die Görings Morphinsucht dokumentieren? (Er muss übrigens eine Rossnatur gewesen sein - von 1923 bis vermutlich 1945 eine Morphinsucht zu überleben, ist keine leichte Sache!) Neugierig bin ich ja, wen Irene da treffen will. Ich tippe mal auf Marlow, nur kann ich bis jetzt diesbezüglich keinen wirklichen Sinn erkennen.


    Auf alle Fälle arbeitet Göring mit Marlow zusammen - bekommt Morphium und gibt Infos über Firmen, die demnächst übernommen werden können. Eine grausame Praxis und sicher weit verbreitet.

    In einer Art Zwischenkapitel erfährt man auch wieder mehr über Marlow - wie Magnus Larson zu Johann Marlow wurde und dass er von Anfang an äußerst brutal und konsequent gearbeitet hat. Von Bülow, der sich ihm in den Weg gestellt hat, wurde brutal ermordet. Ich vermute mal, dass das die notwendige Mentalität ist, um ein Unterweltsboss zu werden.


    Charly ist in der Zwischenzeit mit Kuen Yao beschäftigt und forscht wegen seiner Familie nach - entweder Vater oder Sohn Larsen ist sein Vater. Wer legt jetzt noch Blumen auf das Grab? Marlow? Kuen Yao ist ja ein kluger Mann, folglich bin ich neugierig, ob er einen Verdacht hat wegen seiner Herkunft.

    Der Besuch des Fräuleins (!) vom Jugendamt ist nur mäßig gut verlaufen. Gereon hätte seine Frau vorwarnen sollen. Wie kann man nur auf so etwas wichtiges vergessen! Leider bin ich fast sicher, dass das noch ein Nachspiel haben wird.

    Den Begriff Asphaltliteratur kannte ich übrigens vorher noch nicht - über solche Wissenszuckerl freue ich mich immer!


    Der Schluss ist dann sehr dramatisch - Charly würde ihre Vergangenheit am liebsten ausblenden, aber das geht halt nicht. Sie wird sich dem stellen müssen. Aber wenigstens bringt ihr Zusammenbruch Gereon und sie wieder ein wenig näher zueinander. Die beiden verheimlichen einander viel zu viel!

  • Marlow ist ja ein ambivalenter Charakter, finde ich. Zumindest in den Vorgängerbüchern war er immer nicht nur Ganove und böse sondern auch irgendwie sympathisch, wenn er Gereon hilft. Aber er ist sehr gefährlich.

    Ich kenne ja die ersten Bände dieser Serie nicht, aber Marlow ist als sehr interessanter Charakter beschrieben. Einerseits die konsequent brutale Seite des Gangterbosses und andererseits sein Verhalten Chen Lu gegenüber oder seine Loalität Kuen Yao gegenüber. Er hat auch sympathische Seiten - allerdings vermute ich mal, dass diese sympathischen Seiten nur so lange wirken, solange alles so läuft, wie er es haben will. Kuen Yao will ja seine Heirat auch im Geheimen durchziehen und er wird genau wissen warum er sie unbedingt vor Marlow verheimlichen will.

  • Volker bringt diesemal ziemlich oft Auszüge aus Zeitungen o.ä., die die ganze Perversion des Regimes aufzeigen. Die Strümer-Artikel, die Reden, die Gesänge.

    Genau das mach das Buch wirklich interessant! Dazu die Beschreibung der Stimmung, der Hysterie - alles zusammen vermittelt ein vermutlich authentisches Bild der Zeit!


    Draxler und seine Frau sind sehr klischeehaft dargestellt. Sehr hilfsbereit aber auch sehr neugierig. Sie essen am liebsten "Drei im Weggla" und er schläft sogar noch mit ZIpfelmütze. Ich musste an "Der arme Poet" von Spitzweg denken. :totlach:

    Der Vergleich ist gut - abgesehen von der Tatsache, dass der Draxler meiner Phantasie locker 50kg mehr auf den Rippen hat:)

  • Neugierig bin ich ja, wen Irene da treffen will. Ich tippe mal auf Marlow, nur kann ich bis jetzt diesbezüglich keinen wirklichen Sinn erkennen.

    Ich glaube nicht, dass sich Marlow da selbst die Finger schmutzig machen würde, denke aber, dass es sein handlanger ist.

    Wer legt jetzt noch Blumen auf das Grab? Marlow?

    Ich glaube ja, den bei Kuen-Yao hatte ich den Eindruck, dass er an dem Tag, als die Mutter starb, mit dem bisherigen Leben abgeschlossen hat. Er hatte alles schon geregelt.

    Kuen Yao ist ja ein kluger Mann, folglich bin ich neugierig, ob er einen Verdacht hat wegen seiner Herkunft.

    Ich kann es mir nicht vorstellen, ich glaube er geht davon aus, dass Marlow nur sein Versprechen der Mutter gegenüber einhält.

  • Kuen Yao ist ja ein kluger Mann, folglich bin ich neugierig, ob er einen Verdacht hat wegen seiner Herkunft.

    Ich kann es mir nicht vorstellen, ich glaube er geht davon aus, dass Marlow nur sein Versprechen der Mutter gegenüber einhält.

    Ich denke, der Chinese ist ein stilles Wasser und die sind bekanntlich sehr tief. Ich schätze, er hat im Laufe der Jahre schon so seine Vermutungen über seinen Vater. Die wurden vielleicht nie ausgesprochen aber sie sind ihm bewusst.

    :lesen:
    Leserunde: Marlow - Volker Kutscher

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    NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach







  • Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen ... Heinrich Heine

  • Ein paar Gedanken muss ich hier noch einfügen:

    erschreckend war das Gespräch zwischen Gereon und Fritze, in dem klar wird, wie sehr Fritze bereits im System der Nazis verhaftet ist. Wie er zum Beispiel sagt, dass er ja eigentlich nichts gegen Juden hat - nur dass sie keineswegs in die deutsche Volksgemeinschaft gehören. Gereons Antworten hat er nicht wahrgenommen und Gereon hat es dann ja auch aufgegeben.


    Wie erschreckend, dass ganz ähnliche Sätze heute wieder in Diskussionen auftauchen:kommmalherfreundchen:


    Aber an Fritze gefällt mir, dass er gerne liest und sich dabei aber im klaren darüber ist, dass das bei der HJ kein wirkliches Ansehen genießt. Er freut sich auch über das geschenkte Buch - obwohl es von Erich Kästner ist.


    Außerdem wird hier ein ganz wichtiger Aspekt, warum das System so gut funktionieren konnte, dargestellt - der Junge, der beim Eingang zum Lager den Ausweis kontrolliert. Gereon denkt dazu ganz richtig "Kleine Mistkerle, die ihre Macht genießen". Genau dieses plötzliche "Macht-haben" war damals ganz wichtig und auch in "DieWelle" wurde das gut dargestellt.

  • Ohjemine, der Diebstahl der Akten wird für Gereon sicherlich noch Konsequenzen haben. Auch wenn Draxler sicherlich erwähnen wird, dass er den Kollegen durchsucht hat - alleine die Tatsache, dass er diesem den richtigen Namen genannt hat, bei Seitz‘ Sekretärin allerdings den von Wegener, wird ihn extrem verdächtig machen! Noch dazu der nächtliche Ausflug...

    Keiner kann Gereon etwas nachweisen, aber das wird den SD nicht interessieren.

    Nun bin ich gespannt, ob Gereon aus den Akten mehr schließen kann, als es nach dem ersten Durchblättern den Anschein hat. Kann er einen Zusammenhang zu Marlow erkennen? Er hat ja einen kurzen Geistesblitz, der leider sofort wieder weg ist... Aber ich vertraue darauf, dass Gereons Kopf nach einem weiteren Anstoß noch die richtigen Schlüsse zieht.

    Schön übrigens, dass Charly und Gereon nun zumindest über einen Teil ihrer Geheimnisse sprechen - wenn auch nicht ganz freiwillig. Ich denke, dass es Charly guttut, wenn sie das 1927 Geschehene endlich mal aufarbeitet.

    Und Gereon erkennt meiner Meinung nach zum ersten Mal deutlicher, das die Nazis nicht so schnell wieder weg sind, wie er das anfangs angenommen bzw. gehofft hat. Wie sehr ihr Gedankengut durch Propaganda auch schon bei Kindern verhaftet ist...

    Marlow ist also tatsächlich Magnus Larsen! Sein kaltherziges, brutales Wesen hat er also schon deutlich früher gezeigt - auch wenn mir nicht klar ist, warum genau er den Offizier umgebracht hat. Weil dieser seine wahre Identität erkannt hat? Bedeutet dies im Umkehrschluss, dass damals noch mehr vorgefallen ist, als der gelegte Brand? Sind damals womöglich Menschen ums Leben gekommen?

  • Nun haben wir es schriftlich, dass Magnus Larsen Johann Marlow ist - und jedem, der so unvorsichtig ist, und ihm gegenüber durchsickern lässt, dass er über seine wahre Identität Bescheid weiß, bekommt das gar nicht gut. Von daher bin ich froh, dass Charly in dieser Richtung nicht weiter nachforscht und womöglich dadurch hinter Marlows Geheimnis kommen würde.


    Der Draxler ist ja eine Marke und im Endeffekt ganz schön nervig. Aber ich musste grinsen bei dem fränkischen Dialekt, da ich gerade beruflich ebenfalls mit Franken zu tun habe und der Dialekt im Buch super wiedergegeben wird. Mensch, dass Gereon aber auch nicht aus Nürnberg wegkommt, das hätte noch ganz schön eng werden können, als Draxler ihn filzte oder womöglich nach Schwabach beordert und Rath dann dem echten Wegener gegenübergestanden hätte. Es reicht ja schon, dass sich ein paar Leute an den falschen Wegener erinnern werden. Wenn das mal alles gut geht, denn dass sich einer als Wegener ausgegeben hat, wird sicher weiterverfolgt werden.

    Ich habe die Luft angehalten, als Draxler unter den Schwiegermuttersitz schaute, denn da waren doch zuvor die Akten drin, oder nicht? Hat er sie nur nicht gesehen oder hatte Rath sie inzwischen woanders versteckt?


    Bei der Parade mit der begeisterten Menschenmenge war ich echt geschockt, wie sich Gereon von der allgemeinen Begeisterung hat mitreißen lassen. Das zeigte aber sehr gut, wie wunderbar die Manipulation der Massen funktionierte und wie viel einfacher es doch ist, ein Teil des großen Ganzen zu sein, statt gegen den Strom zu schwimmen, was zudem damals ja nicht ganz ungefährlich war. Gereon ist ja selber über sich geschockt und voller Hass und Scham auf sich selber.

    Bei dem Reichsparteitag aber scheint ihm das erste Mal so richtig klar geworden zu sein, was aus Deutschland geworden ist. Mir ist ebenfalls bei diesem Gerede schlecht geworden. Diese Szene war übrigens richtig gut geschrieben, ich hatte beim Lesen das Gefühl, mitten zwischen all den Leuten zu stehen und dieses ganze schreckliche Spektakel mitzuerleben. Ich hoffe nur, dass es nachhaltig auf Rath wirkt. Spannend fand ich auch, wie das alles seine Haltung Fritze gegenüber beeinflusst hat.


    Dann haben wir noch das Fräulein Peters vom Jugendamt, die doch die Raths auf dem Kieker hat, wie es mir scheint. Eine furchtbare Person, wie sie ihre Nase überall reinsteckt, aber man hatte damals gegen solche Leute ja überhaupt keine Handhabe, sondern musste vielmehr den Mund halten und gute Miene zum bösen Spiel machen.


    Charly ist clever genug, um sich zusammenzureimen, was Böhm und Rath hinter ihrem Rücken aushecken. Ich war geschockt und sehr traurig zu sehen, wie sehr die ganzen Todesumstände von ihrem Vater Charly immer noch mitnehmen. Vielleicht ist es gut, dass nun alles ans Licht gekommen ist und sie sich dadurch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Es wird Zeit zu erkennen, dass sie keine Schuld an dem Tod ihres Vaters hat, sie hat schließlich nicht die Gasexplosion ausgelöst.

    Gereon macht in dieser Situation das einzig Richtige, finde ich, als er ihr die ganze Wahrheit erzählt, alles andere wäre ein zu großer Vertrauensbruch gewesen. Und ich denke, auch Böhm wird das schlussendlich einsehen.

  • GereonsGefühle beim Lesen der Akten sind ziemlich zwiespältig, er weiß immer nochnicht, ob es die Pest ist, sich damit zu beschäftigen oder nicht. Es ist aberinteressant, wieviel Killefit da über Göring protokolliert wurde. Göring weiß,dass er überwacht wurde und Sowa weiß, dass er einen Spitzel in seinen Reihenhat. Wahnsinn.

    Ich bin ebenfalls sehr gespannt,welche Rolle diese Akten noch spielen werden.


    Charlys Verhältnis zu Guido ist inzwischen auch belastet.

    Das finde ich ebenfalls sehr schade, aber in solchen Zeiten erkennt man meistens seine wahren Freunde.


    Um Irene Schmeling mache ich mir Sorgen. Ihre Verabredung miteinem Unbekannten an einer solch einsamen Stelle ist dumm.

    Stimmt, diese Szene hatte ich inzwischen ganz vergessen - bei der Verabredung habe ich auch kein gutes Gefühl.


    Volker bringt diesemal ziemlich oft Auszüge aus Zeitungen o.ä., die die ganze Perversion des Regimes aufzeigen. Die Strümer-Artikel, die Reden, die Gesänge. Alles krank.

    Aber so was von krank!


    ES war eine ganz starke Szene, als er sie endlich im Büro von Böhm findet. :love:

    Ohja, das war wirklich auch eine der ganz starken Szenen in diesem Buch.


    Die beiden müssen jetzt zusammen halten und zusammen recherchieren. Und sich gegenseitig Rückendeckung geben. Mit Böhm zusammen. Sonst kommen sie unter die Räder der Nazis.

    Das sehe ich ganz genauso.


    Wer ist wohl der Mensch, der immer noch Blumen am Grab der Mutter hinlegt?

    Ich würde ebenfalls auf Marlow tippen oder Liang, ansonsten kommt doch keiner in Frage.


    Der Besuch des Fräuleins (!) vom Jugendamt ist nur mäßig gut verlaufen. Gereon hätte seine Frau vorwarnen sollen. Wie kann man nur auf so etwas wichtiges vergessen!

    Ich hatte den Eindruck, dass er es absichtlich vergessen hat, weil er bis Nürnberg eigentlich gar nicht so böse gewesen wäre, wenn Fritze den Rathschen Haushalt wieder verlassen hätte. Aber seine Erfahrungen in Nürnberg scheinen diese Haltung hoffentlich ein wenig geändert zu haben.


    Gereon denkt dazu ganz richtig "Kleine Mistkerle, die ihre Macht genießen". Genau dieses plötzliche "Macht-haben" war damals ganz wichtig und auch in "DieWelle" wurde das gut dargestellt.

    Genau so ist es, da wurden irgendwelchen Komplexhaufen, die am besten noch über genügend Brutalität verfügen, Macht verliehen.


    Auch wenn Draxler sicherlich erwähnen wird, dass er den Kollegen durchsucht hat - alleine die Tatsache, dass er diesem den richtigen Namen genannt hat, bei Seitz‘ Sekretärin allerdings den von Wegener, wird ihn extrem verdächtig machen! Noch dazu der nächtliche Ausflug...

    Keiner kann Gereon etwas nachweisen, aber das wird den SD nicht interessieren.

    Genau das sind auch meine Befürchtungen.


    Marlow ist also tatsächlich Magnus Larsen! Sein kaltherziges, brutales Wesen hat er also schon deutlich früher gezeigt - auch wenn mir nicht klar ist, warum genau er den Offizier umgebracht hat. Weil dieser seine wahre Identität erkannt hat? Bedeutet dies im Umkehrschluss, dass damals noch mehr vorgefallen ist, als der gelegte Brand? Sind damals womöglich Menschen ums Leben gekommen?

    Zumindest der alte Larsen und offiziell auch sein Sohn sind dabe ums Leben gekommen. Sollte sich herausstellen, dass Magnus noch lebt, würden sicherlich Erittlungen angestellt werden, ob er vielleicht hinter dem Brand und damit dem Tod seines Vaters stecken könnte, denn die gegenseitige Abneigung dürfte allen Hausangestellten bekannt gewesen sein.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 9. November 2018, 21:43 - Freitag, 23. November 2018, 22:43

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  2. Freitag, 9. November 2018, 21:43 - Freitag, 23. November 2018, 22:43

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  3. Montag, 12. November 2018, 16:11 - Montag, 26. November 2018, 17:11

    Editing Expertise

  4. Freitag, 16. November 2018, 21:43 - Samstag, 1. Dezember 2018, 22:43

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