01 - Kapitel 1 + 2 (bis Seite 103)

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  • Konstantin hat länger studiert. Das eine Jahr bezieht sich auf das sogenannte "Einjährige" - das war die abgekürzte Militärzeit, die sich reiche Söhne erkaufen konnten, statt zwei oder drei jahre "Wehrdienst" machen zu müssen.

    War die Dauer dann die gleiche wie heute? Also, etwa 5 Jahre?

    Du meinst die Dauer des Studium, oder? Nein bei Konstantin war es kürzer und lag bei 4 Jahren. Es gab damals ja noch keine Einheitlichkeit wie heute. Das war unterschiedlich, ob man nun in Preußen, in Baden usw. studiert hat. Es gab keine Regelstudienzeit. Und selbst heute gibt es wieder Schulen mit 12 oder 13 Jahen bis zum Abitur.

    Gut Greifenau – Abendglanz ... erschienen

    Gut Greifenau – Nachtfeuer ... erscheint am 27.12.2018

    Gut Greifenau – Morgenröte ... erscheint am 1.3.2019

    :buecher: Knaur Verlag - als Taschenbuch / EBook / Hörbuch :buecher:

  • Katharina hatte ich anfangs auch älter geschätzt, 16 oder 17 vielleicht? Denn für eine 12- Jährige denkt und spricht sie doch sehr erwachsen, auch das erwachende Interesse an jungen Männern hat mich erstaunt, als erwähnt wurde, dass sie im Grunde noch ein Kind ist. Aber dann musste ich daran denken, dass gerade in Adelsfamilien den Töchtern und Söhnen die Kindheit quasi geraubt wurde. Sie wurden behandelt wie junge Erwachsene, dazu passt ja auch, dass Katharina bereits seit Jahren ein Korsett tragen muss. Das stelle ich mir unerträglich vor und es bedeutet auch im gesellschaftlichen Sinn ein Leben mit strengen Regeln und unter ständiger Kontrolle. Ihre Mutter hat diese Vorstellungen so sehr verinnerlicht, dass sie ihrer Tochter keine Hilfe oder Unterstützung bieten kann auf ihrem schwierigen Weg ins Erwachsenwerden. Hoffentlich ist Katharina stark genug, sich nicht völlig entmündigen und fremdbestimmen zu lassen in ihren kommenden Wünschen und Zielen.

  • Es hat natürlich einige Parallelen, aber bisher habe ich "Downton Abbey" ein wenig - wie soll ich sagen? - freundlicher im Umgang miteinander erlebt. Unter den Dienstboten gab es mehr Freundschaft, auch der Butler ist zwar bei DA streng, aber nicht so herrisch wie unser Caspers. Und vor allem die Mutter empfand ich bei DA als liebenswürdiger als hier. Ich bin mal gespannt, inwiefern sich das alles noch entwickelt. Hier bietet das auf jeden Fall wesentlich mehr Konfliktpotenzial. ;)

    Na ja, auch wenn die Idee sehr frei nach Downton Abbey ist, muss ich und wollte ich auch eine andere Geschichte erzählen. Es spelt eben im Deutschen Kaiserreich. Und ehrlich gesagt: So sehr ich Downton Abbey liebe, fand ich doch einiges an der Serie unglaubwürdig. Mir da war zu viel Harmonie im Spiel zwischen den Herrschaften und den Bediensteten. Wenn man sich anschaut, unter welchen Bedingungen die Dienerschaft gelebt hat, kann ich mir das so reibungs- und kritiklos nicht vorstellen.

    Vergleiche sind immer problematisch und die Dramaturgie ist bei einer Serie über mehrere Staffeln anders gestaltet als in einem Roman. "Downton Abbey " habe ich sehr gerne geschaut, ich liebe diese englischen Typen und überhaupt diese ganze Atmosphäre.

    Bei diesem Roman habe ich bereits nach wenigen Seiten gespürt, dass die Konflikte zwischen den Generationen und auch innerhalb der Familie viel stärker im Vordergrund stehen und die sozialen Spannungen zwischen Dienerschaft und Herrschaft, aber genauso innerhalb des Personals aggressiver ausgetragen werden als in der Welt des englischen Landadels. Das wird auf jeden Fall eine sehr spannende Lesereise.

  • Und das sie die jüngste ist. Konstantin schätze ich auf Mitte 20, er hat ja schon seinen Universitätsabschluss. Anastasia ist sicherlich älter als 16, außer das Heiratsalter war niedriger als heute. Und Alexander ist auf jeden Fall noch nicht aus der Schule draussen, ich tippe auf irgendwas zwischen 14 und 17.

    Im Mai 1913, zu Beginn des Buches, ist Konstatin 23 Jahre alt. Anstasia ist 21 Jahre alt, und Nikolaus 19. Alex ist 16 Jahre alt, und Katharina das Nesthäckchen mit 12 Jahren.
    Gut, dass ich für alles meine Checklisten gemacht habe. ;-)

    Oh prima, vielen Dank, nun hab ich den Durchblick:)

  • Das sogar die Kinder Korsett tragen mussten, ist ja schrecklich. Gerade noch im Wachstum, ohje. Ich glaube was die Reformkleidung anging, war Berlin in Deutschland ein Vorreiter. Die waren doch schon ziemlich aufgeschlossen.


    Zu Katharina noch mal. Wurden die Kinder aus Adelshäusern zu der Zeit auch schon als Kind anderen versprochen? Gab es da so etwas wie Abkommen zwischen den Familien? Feodora ist ja der Meinung, dass Adel Adel heiraten sollte.

    Katharina hatte ich anfangs auch älter geschätzt, 16 oder 17 vielleicht? Denn für eine 12- Jährige denkt und spricht sie doch sehr erwachsen, auch das erwachende Interesse an jungen Männern hat mich erstaunt, als erwähnt wurde, dass sie im Grunde noch ein Kind ist. Aber dann musste ich daran denken, dass gerade in Adelsfamilien den Töchtern und Söhnen die Kindheit quasi geraubt wurde.

    Das stimmt, die Kinder konnten nicht Kind sein. In den Adelsfamilien würden sie ja fast schon gedrillt. Denen wurde kein Fehlverhalten genehmigt. Siehe als Katharina auf dem Fest so ausgelassen war und ihre Mutter sie für dieses Verhalten rügt.

    Und in den armen Familien gab es andere traurige Gründe warum den Kindern die Kindheit geraubt wurde. Sie müssten schlichtweg mit im Haus und Hof helfen.

  • Bei diesem Roman habe ich bereits nach wenigen Seiten gespürt, dass die Konflikte zwischen den Generationen und auch innerhalb der Familie viel stärker im Vordergrund stehen und die sozialen Spannungen zwischen Dienerschaft und Herrschaft, aber genauso innerhalb des Personals aggressiver ausgetragen werden als in der Welt des englischen Landadels. Das wird auf jeden Fall eine sehr spannende Lesereise.

    Da stimme ich dir zu. Gerade diese Spannung zwischen Dienerschaft und Herrschaft ist interessant.

  • Bei diesem Roman habe ich bereits nach wenigen Seiten gespürt, dass die Konflikte zwischen den Generationen und auch innerhalb der Familie viel stärker im Vordergrund stehen und die sozialen Spannungen zwischen Dienerschaft und Herrschaft, aber genauso innerhalb des Personals aggressiver ausgetragen werden als in der Welt des englischen Landadels. Das wird auf jeden Fall eine sehr spannende Lesereise.

    Da stimme ich dir zu. Gerade diese Spannung zwischen Dienerschaft und Herrschaft ist interessant.

    Die Spannungen zwischen Dienerschaft und Herrschaften können noch stärker werden, so wie in manch anderen Adelshäusern der damaligen Zeit. Im Moment sind alle froh eine Arbeit zu haben.

    Es kommt ja noch der erste Weltkrieg, wer weiß wie es dann weiter geht.

  • Es gibt offenbar ein Geheimnis zwischen dem Großvater Donatus und dem Pastor Wittekind, aber auch eine Verbindung zwischen Albert Sonntag, dem Pastor und der Familie. Ich kann mir gut vorstellen, dass Albert seinen Plan schon länger entwickelt hat, sich sorgfältig vorbereitet hat und diese Stelle als Kutscher ganz gezielt ausgesucht hat. Das kann alles kein Zufall sein. Meine bisherige Theorie (ich lese langsam und habe den ersten Teil jetzt durch) wäre folgende: Albert könnte ein unehelicher Sohn von Adolphis sein, sein Vater Donatus wusste davon und hat dafür gesorgt, dass Albert im Waisenhaus einigermaßen gut versorgt wurde. Um sein Gewissen zu erleichtern hat er mit Wittekind darüber gesprochen, sein Sohn weiß allerdings nicht, dass Albert existiert. In diesem Kontext fällt mir der Zettel ein, den Bertha beim Putzen findet und der vermutlich Albert gehört. Darauf könnte ein Hinweis auf seine Herkunft stehen und er ist jetzt als Kutscher im Gutshaus und plant eine Art Vergeltung oder Rache ? So in etwa würde es für mich Sinn machen...

  • Darauf könnte ein Hinweis auf seine Herkunft stehen und er ist jetzt als Kutscher im Gutshaus und plant eine Art Vergeltung oder Rache ? So in etwa würde es für mich Sinn machen...

    Ein wenig frage ich mich aber noch, was so schlimmes passiert sein muss, dass er so sehr auf Rache aus ist. Dass jemand nach seinen Wurzeln sucht, klar, verstehe ich. Oder vielleicht ein wenig verärgert ist, aber ich habe schon das Gefühl, dass bei Albert da viel größere Gefühle eine Rolle spielen.

  • Darauf könnte ein Hinweis auf seine Herkunft stehen und er ist jetzt als Kutscher im Gutshaus und plant eine Art Vergeltung oder Rache ? So in etwa würde es für mich Sinn machen...

    Ein wenig frage ich mich aber noch, was so schlimmes passiert sein muss, dass er so sehr auf Rache aus ist. Dass jemand nach seinen Wurzeln sucht, klar, verstehe ich. Oder vielleicht ein wenig verärgert ist, aber ich habe schon das Gefühl, dass bei Albert da viel größere Gefühle eine Rolle spielen.

    Ja, das müssen schon schwerwiegende Vorkommnisse sein, die ihn so auf Rache sinnen lassen.

  • Ein wenig frage ich mich aber noch, was so schlimmes passiert sein muss, dass er so sehr auf Rache aus ist. Dass jemand nach seinen Wurzeln sucht, klar, verstehe ich. Oder vielleicht ein wenig verärgert ist, aber ich habe schon das Gefühl, dass bei Albert da viel größere Gefühle eine Rolle spielen.

    Ja, das müssen schon schwerwiegende Vorkommnisse sein, die ihn so auf Rache sinnen lassen.

    Inzwischen vermute ich, dass er sich vor allem an dem Pastor rächen will und weniger an der Gutsfamilie. Aber um was genau es sich handelt, ist unklar. Es könnte was mit seiner Vergangenheit im Waisenhaus zu tun haben, aber das ist noch reine Spekualtion.

  • War die Dauer dann die gleiche wie heute? Also, etwa 5 Jahre?

    Du meinst die Dauer des Studium, oder? Nein bei Konstantin war es kürzer und lag bei 4 Jahren. Es gab damals ja noch keine Einheitlichkeit wie heute. Das war unterschiedlich, ob man nun in Preußen, in Baden usw. studiert hat. Es gab keine Regelstudienzeit. Und selbst heute gibt es wieder Schulen mit 12 oder 13 Jahen bis zum Abitur.

    Also kochten in Sachen Schule schon damals alle ihr eigenes Süppchen :totlach:

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

  • Ja, das müssen schon schwerwiegende Vorkommnisse sein, die ihn so auf Rache sinnen lassen.

    Inzwischen vermute ich, dass er sich vor allem an dem Pastor rächen will und weniger an der Gutsfamilie. Aber um was genau es sich handelt, ist unklar. Es könnte was mit seiner Vergangenheit im Waisenhaus zu tun haben, aber das ist noch reine Spekualtion.

    Ich glaube, beides. Und das ist auch nur verständlich, denn wenn er gar nicht wütend wäre, wäre es doch auch unglaubwürdig. Schließlich haben sie ihn ja praktisch um sein ganzes Leben betrogen

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)