Allgemeine Fragen an Horst Eckert

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  • Hallo Herr Eckert,


    in der Leserunde zu "617 Grad Celsius" hatten wir ja eine interessante Diskussion zum Thema Verfilmung Ihrer Krimis; und wie ich vor einiger Zeit Ihrer Homepage entnehmen konnte, wird nun tatsächlich "Der Absprung" verfilmt. Herzlichen Glückwunsch dazu und die Frage: können Sie schon näheres darüber berichten? Sind die Dreharbeiten dazu schon im Gange?


    Übrigens habe ich den Kurzkrimi inzwischen auch gelesen und er hat mir sehr gut gefallen. Ich war erstaunt, was Sie in 64 Seiten so alles untergebracht haben. ;)


    Viele liebe Grüße
    Miramis

  • Ich hatte ja Mühe, das Buch bei meinen lokalen Dealer in der Schweiz zu bekommen, und musste es über Internet bestellen. (Es sei noch nicht erschienen, wurde meinem Buchhändler beschieden, als in Deutschland schon alle Mitleser es in Händen hatten.) Ist das Absicht, um den Charakter des Buches als "Regionalkrimi" zu unterstreichen?

  • Danke für die Fragen!
    Miramis: "Der Absprung" wird noch nicht verfilmt. Ich habe lediglich (mit Förderung der Filmstiftung NRW) ein Drehbuch geschrieben. Ein befreundeter Produzent, dem das Treatment gefiel, sagte dazu, dass ich nicht annehmen solle, ein deutscher Fernsehsender würde einen Krimi in Auftrag geben, der tragisch endet. Ich bin gespannt, ob er recht hat oder ob sich doch ein Sender traut.
    sandhofer: "Königsallee" ist kein Regionalkrimi, auch wenn er in einer tatsächlich existierenden Stadt handelt. Er wird in Deutschland überall verkauft und das sollte meines Wissens auch in der Schweiz so sein. Sollte es Vertriebsprobleme geben, bitte ich das zu entschuldigen. Übrigens trete ich im November an den Schweizer Mordstagen auf (Lausanne und Herzogenbuchsee, Termine siehe meine Homepage). Dort sollte "Königsallee" auf den Büchertischen liegen.
    Die Zitate zu Beginn der einzelnen Romanteile dienen zu nichts anderem als der Einstimmung, was bald passieren wird ...
    Herzlich
    Horst Eckert

  • sandhofer: "Königsallee" ist kein Regionalkrimi, auch wenn er in einer tatsächlich existierenden Stadt handelt. Er wird in Deutschland überall verkauft und das sollte meines Wissens auch in der Schweiz so sein.


    Nun, irgendjemand hatte wohl vergessen, das dem Grossisten zu erzählen. Never mind, ich hab's ja gekriegt. In Zeiten des Internet ja kein Problem mehr ...


    Übrigens trete ich im November an den Schweizer Mordstagen auf (Lausanne und Herzogenbuchsee, Termine siehe meine Homepage).


    Herzogenbuchsee muss ich mir mal heraussuchen - den Termin.


  • Miramis: "Der Absprung" wird noch nicht verfilmt.


    Oh, das ist aber schade!



    Ich habe lediglich (mit Förderung der Filmstiftung NRW) ein Drehbuch geschrieben. Ein befreundeter Produzent, dem das Treatment gefiel, sagte dazu, dass ich nicht annehmen solle, ein deutscher Fernsehsender würde einen Krimi in Auftrag geben, der tragisch endet. Ich bin gespannt, ob er recht hat oder ob sich doch ein Sender traut.


    Na, die sind doch sonst nicht so zimperlich... ;)


    Jetzt würde mich noch interessieren, ob Sie aktuell schon wieder an einem neuen Krimi arbeiten, oder an einem anderen Projekt?


    Vielen Dank für Ihre Antworten!


    Viele liebe Grüße
    Miramis

  • Ja, ich arbeite an einem neuen Roman, nachdem das Drehbuch "Der Absprung" in einer ersten Fassung fertig ist. Wie immer konnte ich nicht sofort nach Beendigung von "Königsallee" mit dem nächsten Buch anfangen, da ich erst Abstand zu Jan Reuter und den anderen finden musste und mir die Geschichten nicht so rasch zufliegen, wie ich mir das wünschen würde. Erst einmal beschäftigte mich der Medienrummel und die Lesungen, aber jetzt habe ich zumindest ein Thema und einen groben Plot sowie die Idee zu einer von zwei Hauptfiguren, die der neue Roman (vermutlich) haben wird. Ich schreibe Zettel voll, Karteikarten und Computerdateien. Und ich recherchiere, rede mit interessanten Menschen ... Aber bitte NICHT BÖSE SEIN, dass ich hier nichts weiter über den Inhalt verrate. Über ungelegte Eier gackere ich nicht, vielleicht bin ich da (nur da) ein bisschen abergläubisch.
    Gruß
    Horst Eckert

  • @Herr Eckert: nicht doch! Das wäre ja fatal, wenn Sie hier schon den Inhalt Ihres neuesten Krimis verraten würden... ;)


    Aber es ist gut zu wissen, dass Sie für Nachschub sorgen. Dass dazu ein gewisser Abstand vom letzten Roman notwendig ist, kann ich gut verstehen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und gute Ideen beim Schreiben (natürlich total uneigennützig ;D).


    Weil Sie den Medienrummel erwähnen: wie wurde denn überhaupt die "Königsallee" in Düsseldorf aufgenommen?


  • Weil Sie den Medienrummel erwähnen: wie wurde denn überhaupt die "Königsallee" in Düsseldorf aufgenommen?


    Das hatte einen kleinen Vorlauf: Im letzten Jahr erschien bereits eine Kurzgeschichte, in der OB Dagobert Kroll vorkam (in einen Skandal um den Bau einer Fußball-Arena verstrickt). Eine Lesung dieser Kurzgeschichte ("Wege zum Ruhm" in: "Blutgrätsche", Grafit 2006, nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis), für die mich die Stadtbücherei engagiert hatte, wurde kurzerhand vom Büro des realen OB verboten. Ein Skandal, der bundesweit in die Presse kam, in Düsseldorf hohe Wellen schlug, mir PR und dem OB Spott einbrachte und mir den Blick auf die Niederungen der Lokalpolitik schärfte. Die Düsseldorfer Medien erwarteten "Königsallee" mit Spannung: Wird es wieder einen Skandal geben?


    Die Düsseldorfer Zeitungen, die wie alle Medien vorab Leseexemplare bekamen, übten sich bereits vor Erscheinen von "Königsallee" im Ratespiel, welche realen Personen gemeint seien (und erkannten Menschen, die ich gar nicht kenne). Natürlich habe ich etliche Details der Düsseldorfer Wirklichkeit als Anregung für den Roman genommen, aber spätestens, als eine Journalistin aus meiner Geburtsstadt Weiden (Bayern) mich fragte, ich hätte doch sicherlich mit Kroll den Weidener OB gemeint, war klar, dass Figuren wie Kroll und seine Kofferträger (leider) überall im Land ihre Parallelen haben.


    Die Düsseldorfer Stadtbücherei darf mich übrigens nach wie vor nicht zur Lesung einladen ... Zwar sitzen die Vorbilder für den Turin-Clan nach wie vor in Transnistrien und nicht am Rhein, aber was Düsseldorf anbelangt, stimmt sehr viel in diesem Roman.

  • *gg* Das ist dann wohl das Düsseldorfer Kleinbürgertum. >:D In einer echten Kleinstadt (in der ich lebe), hätte es so etwas nicht gegeben, da hätte der OB mit Sicherheit Humor bewiesen und die Lesung höchstpersönlich besucht! ;D


  • Die Düsseldorfer Stadtbücherei darf mich übrigens nach wie vor nicht zur Lesung einladen ... Zwar sitzen die Vorbilder für den Turin-Clan nach wie vor in Transnistrien und nicht am Rhein, aber was Düsseldorf anbelangt, stimmt sehr viel in diesem Roman.


    Ohne dass ich Ihre Kurzgeschichte kenne (warum eigentlich nicht - als bekennende Fußballliebhaberin? ???): das Nachspiel mit der städischen Einrichtung sagt mehr als tausend Worte. Wenn sich ein realer OB an einem fiktiven stört muss doch eigentlich etwas faul sein, oder?
    Aber: ein Schelm, wer böses dabei denkt. :D


    Liebe Grüße
    dubh

  • dubh: stimmt, die "Blutgrätsche" wäre bestimmt etwas für dich... ;)


    Ich habe das Buch, allerdings habe ich bisher nur "Wege zum Ruhm" gelesen, sozusagen als Vorbereitung auf diese Leserunde. Aber ich freue mich auch schon auf die anderen Kurzkrimis. Das Ganze sieht so aus:


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    Und es gibt auch eine Club-Ausgabe, die ist etwas morbider. ;)


    Und wenn ich mich nicht ganz täusche, ist Herr Eckert hier auch vertreten:


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    Übrigens kann man die ganze Geschichte über "Wege zum Ruhm", das Lesungsverbot und andere nette Begebenheiten auf der Homepage von Horst Eckert nachlesen.
    @Herr Eckert, bei der Gelegenheit: eine sehr schöne Homepage, wie ich finde. :)

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen