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  • Achso, mir ist noch eine Frage eingefallen: Im Gespräch mit Moses Moletsane ist einmal von einem DNA Leser und einmal von einem DNS Leser die Rede (bzgl Fingerabdruck). Gibt es da einen Unterschied?

    Aufmerksame Leser sind echt eine Plage ;-)

    Es gibt tatsächlich keinen Unterschied. Das eine ist der englischsprachige Begriff, das andere der deutsche (S steht für Säure, A für Acid). DNS wird inzwischen eher weniger verwendet und wir haben beim Korrekturlesen nur vergessen, es abzuändern.

  • Achso, mir ist noch eine Frage eingefallen: Im Gespräch mit Moses Moletsane ist einmal von einem DNA Leser und einmal von einem DNS Leser die Rede (bzgl Fingerabdruck). Gibt es da einen Unterschied?

    Nein. Was Stephan sagt. Steht bereits auf der Korrekturliste für eine evtl. Folgeauflage. Neben zwei oder drei anderen Sachen. ;)

  • und drittens gibt die Menschheit so viel unnützes Geld für unnütze Dinge aus, dagegen ist die Weltraumforschung etwas, wofür ich jederzeit einstehen würde.

    Damit hast du allerdings recht!


    zweitens ist die Erforschung des Weltraums eine unglaublich faszinierende Perspektive (nicht zuletzt der Blick zurück auf diesen zerbrechlichen Planeten - Astronauten und Kosmonauten betonen ja immer wieder, wie sie dieser Blick erst davon überzeugt hat, wie sehr wir uns bemühen müssen)

    Das stimmt auch, allerdings wird Otto-Normalverbraucher wahrscheinlich nie ins All kommen - jedenfalls in absehbarer Zeit und damit leider auch nicht diesen "heilenden" Blick auf unsere Erde bekommen.

    In dem Zusammenhang habe ich kürzlich einen Beitrag gesehen, dass man nun verstärkt die Auswirkungen von Reisen ins All bei den Astronauten untersucht, da sich herausgestellt hat, dass deren Hirne bei einem längeren All-Aufenthalt verkleinern und vieles darauf hindeutet, dass sich das auch nach längerer Zeit nicht mehr gibt. Ich bin gespannt, was man dazu noch lesen wird.


    Nachdem wir dieses Buch geschrieben haben, wissen wir erst, was für ein immenser Rechercheaufwand manchmal hinter so einem Buch steckt.

    Das glaube ich. Ich habe jahrelang keine Science-Fiction mehr gelesen, weil ich vor vielen Jahren mal so einen absoluten Schrott gelesen hatte, der mir das Genre regelrecht vermiest hat. Erst seit ca. 3 Jahren lese ich es wieder, inzwischen sehr gerne und da ist mir auch erst aufgefallen, was da alles an Physik dahintersteckt.


    Nee, im Ernst: wir hatten eine ganze Handvoll Konzepte in der Schublade (u.a. auch zwei Science Thriller und mehrere Fantasy-Romane). Heyne war aber gleich von Anfang an von dem Terra-Konzept begeistert und da haben wir uns natürlich nicht gewehrt.

    Prima, dass Heyne direkt davon begeistert war.

  • obwohl die Fantasy einem natürlich eine Menge Freiheiten gibt, die in der Science Fiction z.B. durch physikalische Gesetze (= die Wirklichkeit) und ähnlicher Störfaktoren deutlich eingeschränkter werden. Nachdem wir dieses Buch geschrieben haben, wissen wir erst, was für ein immenser Rechercheaufwand manchmal hinter so einem Buch steckt.

    Die immense Recherche hätte ihr in Teilen umgehen können, wenn ihr weiter in die Zukunft gegangen wärt. Bisher kommt es mir so vor, als hättet ihr keinen Science Fiction Roman geschrieben, sondern eher ein futuristisches Buch.

    Ist es das was euch gereitzt hat, zu versuchen ein relativ 'realistisches' Szenario unserer Welt in 100 Jahren zu zeigen?

    Alternative hätte es ja auch eine Utopie in ferner Zukunft sein können?

    Mich reizt an der SF nicht die Technik. Mich interessieren immer die Menschen und ihr Verhalten, mögliche Lebenswelten. Ihr stellt die Menschen ja auch in den Vordergrund.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Die immense Recherche hätte ihr in Teilen umgehen können, wenn ihr weiter in die Zukunft gegangen wärt. Bisher kommt es mir so vor, als hättet ihr keinen Science Fiction Roman geschrieben, sondern eher ein futuristisches Buch.

    Ist es das was euch gereitzt hat, zu versuchen ein relativ 'realistisches' Szenario unserer Welt in 100 Jahren zu zeigen?

    Wir wollten definitiv keine bombastischen Weltraumschlachten und auch nicht zu weit in die Zukunft gehen. Ich hatte vor einiger Zeit mal "Pulsarnacht" vom Dietmar Dath gelesen. Das war zwar interessant aber mir auf Dauer dann doch zu abgespaced. Wie du weißt, bleiben wir ohnehin lieber dicht an den Charakteren dran. Das ist nochmal einfacher, wenn man über eine Lebenswelt schreibt, die von unserer gar nicht mal so weit entfernt ist (geschickterweise haben wir das Szenario aber exakt so weit in die Zukunft verlegt, dass man uns vermutlich nicht mehr zur Verantwortung ziehen kann, falls wir völlig falsch lagen). Von daher hast Du vermutlich recht: das Buch könnte beinahe noch als so eine Art von Science Thriller durchgehen.

  • obwohl die Fantasy einem natürlich eine Menge Freiheiten gibt, die in der Science Fiction z.B. durch physikalische Gesetze (= die Wirklichkeit) und ähnlicher Störfaktoren deutlich eingeschränkter werden. Nachdem wir dieses Buch geschrieben haben, wissen wir erst, was für ein immenser Rechercheaufwand manchmal hinter so einem Buch steckt.

    Die immense Recherche hätte ihr in Teilen umgehen können, wenn ihr weiter in die Zukunft gegangen wärt. Bisher kommt es mir so vor, als hättet ihr keinen Science Fiction Roman geschrieben, sondern eher ein futuristisches Buch.

    Ist es das was euch gereitzt hat, zu versuchen ein relativ 'realistisches' Szenario unserer Welt in 100 Jahren zu zeigen?

    Alternative hätte es ja auch eine Utopie in ferner Zukunft sein können?

    Mich reizt an der SF nicht die Technik. Mich interessieren immer die Menschen und ihr Verhalten, mögliche Lebenswelten. Ihr stellt die Menschen ja auch in den Vordergrund.

    Hm. Definiere mal bitte den Unterschied zwischen "Science Fiction" (Also einer Fiktion auf (der grundsätzlichen) Basis von wissenschaftlichen Fakten) und einem futuristischen Buch. Aber ja, grundsätzlich haben wir uns unter anderem an "Ingenieursromanen" der 20er orientiert, die auch eine Extrapolation der Zukunft grob 70 -90 Jahre in die Zukunft versuchen.
    Was wir nicht wollten: Space Opera schreiben. 1000 Jahre in die Zukunft kann jeder. Das kann niemand in irgendeiner auch nur ansatzweise sinnvollen Form extrapolieren - das ist im Grunde 'Fantasy in Space' (Clarkes 3. Gesetz: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“). Natürlich wäre das leichter gewesen aber auch weniger interessant.

    Tatsächlich haben wir es aber unter uns nie als 'Science Fiction' bezeichnet (wir sind zu wenig Wissenschaftler und Ingenieure, um echte Hard SF zu schreiben), sondern eigentlich als 'Thriller in Space'. Ein Teil der Recherchen stammt tatsächlich sogar aus Vorarbeiten zu Thriller-Projekten, die wir zwischendurch gewälzt haben.

    Insofern stimmen wir da mit dir überein: Wir schreiben in erster Linie Geschichten um Menschen. eigentlich ja immer (gut nicht immer Menschen im engeren Sinn. Aber Leute eben). Die Technik soll nur schlüssig sein. Sonst kommen die hardcore SF-Fans und hauen einem das gnadenlos um die Ohren. :D Vor allem aber macht es Spaß, über die entwicklungen unserer näheren Zukunft nachzudenken - und über die Auswirkungen auf Gesellschaft und die einzelnen Leute, die in ihr Leben müssen.

  • 'Ich hinke zur Zeit in allen runden hinterher und bemühe mich aufzuholen. Liegt nicht am Buch.

    Obwohl ich nach dem ersten Prolog erst mal das Buch wieder zur Seite gelegt habe, weil es doch ein Schock ist, wenn so eine Kämpferin so dumm drauf gehen muss. War es Sabotage oder hatten die Computer ein Systemprogramm von Windows?



    Zunächst zum Buch: Mir gefällt die Aufmachung unglaublich gut. Das interessante Cover mit der gelben Schrift und dazu die passenden gelben Seiten, die schönen Zeichnungen und die Anhänge finde ich klasse. Ich liebe solche Bücher

    Ich habe jetzt nur das ebook, jetzt sollte ich doch das Buch noch kaufen. Klingt irgendwie interessant.


    Gerade deshalb sind SciFi Romane in unserer heutigen Zeit nicht unwichtig, um uns HEUTE die Augen zu öffnen und Möglichkeiten zu erwägen, wie unsere Zukunft aussehen sollte

    Ach ja, die Augen öffnen, das wollen in den letzten 20-30 Jahren die meisten SF Romane und werden deshalb zu düstersten Dystopien. Was wir eigentlich brauchen (und das scheint irgendwie gesellschaftlich doch durchgedrungen zu sein) sind Visionen, Utopien, Ideen und wie du richtig schreibst, Möglichkeiten erwägen wie eine für uns und die Erde lebenswerte Zukunft aussehen könnte. WIr sollten gesellschaftliche Ziele haben, die man anstreben kann. Hoffnung ist ein wichtiges Moment unseres Lebens.

    Wir sollten lieber unseren eigenen Planeten richtig kennenlernen und ihn lieber schützen, als sich Gedanken darüber zu machen, ob man irgendwann auf dem Mars leben kann oder nicht.

    Ich denke, dass der Traum der Menschen doch ist, nicht allein im All zu sein. Es wäre ja auch unlogisch. Die Besiedelung anderer Planeten hat sicher auch immer den Hintergrund andere intelligente Lebensformen zu treffen und ich als Optimist denke, dass Völker, die weit genug ins All vorstoßen friedliebend sein müssen, denn wir sehen es ja an der Erde. Wenn wir die Energie, die in Kriegen verschwendet wird als geeinte Erde nutzen würden, wäre wir schon längst auf dem Mars und auf dem Meeresboden. Die frühen SF Romane mit ihren Träumen von unterseeischen Glaskuppeln und ebensolchen auf dem Mars wären längst Realität.



    Und dann noch der Horror mit den geschlossenen Schotts, die angeblich offen sein sollten. Wahrscheinlich wollte hier irgendwer verhindern, dass Charlotte womöglich von Problemem mit dem Container 7-4 erzählen kann.

    Leider wissen wir nicht, welche Probleme es konkret sind. Eigentlich dachte ich eher an ein Versagen der Computer, aber Sabotage klingt glaubwürdig.

    Aber ich glaube eher nicht, denn diese Szene mit der Bedingung, dass irgendwann jemand zur Zollinspektion kommen wird, der ein eigenes Verladeteam mitbringt, da stinkt doch was gewaltig.

    Ja, und es hat mich gewundert, dass dieser so pingelige und korrekte "Beamte" plötzlich mit so einem Vorschlag kommt. Das hätte ich ihm nie zugetraut.



    Bei dem Androiden bin ich auch gespannt, ob er noch eine Rolle spielen wird - und wenn ja, welche

    Ich glaube schon. Auch hier wundere ich mich über die Aussage, das nichts nach außen dringt solange dieser Android dabei ist. Was ist der? Ein Kontrolleur? Dann wäre die Order an die zukünftige Ladebetriebsleiterin aber sehr hoch angebunden?

    durch physikalische Gesetze (= die Wirklichkeit) und ähnlicher Störfaktoren deutlich eingeschränkter werden

    Oh da gibt es genug Autoren, die sich darüber hinwegsetzen, in anderen Universen oder anderen Zeiten.

    Mich reizt an der SF nicht die Technik. Mich interessieren immer die Menschen und ihr Verhalten, mögliche Lebenswelten. Ihr stellt die Menschen ja auch in den Vordergrund

    Mich interessieren Gesellschaftsentwürfe. Was könnte sein "Was wenn doch"

    Zeit mal "Pulsarnacht" vom Dietmar Dath gelesen. Das war zwar interessant aber mir auf Dauer dann doch zu abgespaced.

    TJa, fand ich auch und es wird noch lustiger, wenn er selbst sagt, dass jedem seiner Bücher eine Idee zugrunde liegt und hier war es die Frage wie eine Fernbeziehung gestaltet werden kann. Ich mag Dietmar Dath sehr, aber seine Bücher sind harter Stoff.


    Was wir nicht wollten: Space Opera schreiben. 1000 Jahre in die Zukunft kann jeder. Das kann niemand in irgendeiner auch nur ansatzweise sinnvollen Form extrapolieren - das ist im Grunde 'Fantasy in Space' (Clarkes 3. Gesetz: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“). Natürlich wäre das leichter gewesen aber auch weniger interessant

    Darf ich Euch zitieren? Mir ging es jetzt so als ich Andreas Brandhorsts "Tiefe der Zeit" gelesen habe (für mich durchaus ein lesenswertes Buch) dass ich versucht war zu schreiben, es sei eigentlich keine SF sondern Fantasy. Habs mir dann doch nicht getraut .

  • Wir wollten definitiv keine bombastischen Weltraumschlachten

    Kann ich gut nachvollziehen. Geht mir genauso. Ich bin kein 'Honor Harrington' Freund, überhaupt kein Freund mit 'Military oder Hard SF'.

    Hm. Definiere mal bitte den Unterschied zwischen "Science Fiction" (Also einer Fiktion auf (der grundsätzlichen) Basis von wissenschaftlichen Fakten) und einem futuristischen Buch. Aber ja, grundsätzlich haben wir uns unter anderem an "Ingenieursromanen" der 20er orientiert, die auch eine Extrapolation der Zukunft grob 70 -90 Jahre in die Zukunft versuchen.

    Das hast du hier ja gerade selbst sehr treffend gemacht.

    Science Fiction geht für mich weiter in die Zukunft. Denkt vielleicht auch ganz neue Gesellschaftsformen, schafft positive Utopien.

    Der futuristische Roman orientiert sich für mich mehr an der Gegenwart. und bleibt sehr eng an den logisch weiter gedachten Realitäten in Gesellschaftsentwurf und Technik.

    Ja bei 'Terra' kam mir gleich 'Die Welt in Hundert Jahren' in den Sinn.

    Was wir nicht wollten: Space Opera schreiben. 1000 Jahre in die Zukunft kann jeder. Das kann niemand in irgendeiner auch nur ansatzweise sinnvollen Form extrapolieren - das ist im Grunde 'Fantasy in Space' (Clarkes 3. Gesetz: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“). Natürlich wäre das leichter gewesen aber auch weniger interessant.

    Man kann auch weit in die Zukunft denken, ohne gleich Space Operas oder Science Fantasy zu schreiben. Die Möglichkeiten sind auch da deutlich vielfältiger.

    Vor allem aber macht es Spaß, über die entwicklungen unserer näheren Zukunft nachzudenken - und über die Auswirkungen auf Gesellschaft und die einzelnen Leute, die in ihr Leben müssen.

    Das kann ich nachvollziehen, und wird sicherlich auch spannend zu lesen sein.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Ach ja, die Augen öffnen, das wollen in den letzten 20-30 Jahren die meisten SF Romane und werden deshalb zu düstersten Dystopien. Was wir eigentlich brauchen (und das scheint irgendwie gesellschaftlich doch durchgedrungen zu sein) sind Visionen, Utopien, Ideen und wie du richtig schreibst, Möglichkeiten erwägen wie eine für uns und die Erde lebenswerte Zukunft aussehen könnte. WIr sollten gesellschaftliche Ziele haben, die man anstreben kann. Hoffnung ist ein wichtiges Moment unseres Lebens.

    Das sehe ich auch so. Offensichtlich fehlt es den (populären) Autoren an positiver Phantasie. Zukunft wirklich neu und hoffnungsvoll denken, das geht, meiner Meinung nach derzeit unter. Irgendwie komisch.

    Wenn wir die Energie, die in Kriegen verschwendet wird als geeinte Erde nutzen würden, wäre wir schon längst auf dem Mars und auf dem Meeresboden. Die frühen SF Romane mit ihren Träumen von unterseeischen Glaskuppeln und ebensolchen auf dem Mars wären längst Realität.

    Ja sinnvolle Nutzung von Geldern und Resourcen hätte uns sicher zusammen schon einen großen Schritt in die Zukunft gebracht.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Eine Frage nach der Hawking-direktive an sich hätte ich allerdings eher erwartet

    Da kam bei mir keine Frage auf. Hawking hat vor so vielem gewarnt bei allem Ortimismus, den er hatte. Also denke ich, dass meine Generation von den Asimovschen Computergesetzen weiß:

    (

    1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit (wissentlich) zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
    2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
    3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.)

    im Zusammenhang mit Künstlicher KI kamen immer wieder Ängste auf, dass man dann nicht mehr weiß wer Mensch und wer Roboter ist und damit im Zusammenhang auch die Frage der "Menschenrechte " für künstliche Intelligenzen. Da Hawking der populärste Wissenschaftler ist, der sich zu diesen Ängsten geäußert hat, fand ich es völlig normal, dass Regeln, die die Menschen "beschützen" gegen Androiden, seinen Namen bekommen. Liege ich da falsch?

  • Zitat Rhea:
    "

    Ich denke, dass der Traum der Menschen doch ist, nicht allein im All zu sein. Es wäre ja auch unlogisch. Die Besiedelung anderer Planeten hat sicher auch immer den Hintergrund andere intelligente Lebensformen zu treffen und ich als Optimist denke, dass Völker, die weit genug ins All vorstoßen friedliebend sein müssen, denn wir sehen es ja an der Erde"


    J ...ein. WAS wir an der Erde sehen (und weshalb die Leute, die sich damit auseinander setzen - wie eben z.B: auch Stephan Hawking - vor einer Alienbegegnung warnen) ist, dass Vorstoßwanderungen zumindest bei Menschen fast ausnahmslos Kolonisierungs-Expeditionen sind. Andere gab es im Grunde noch nie, und die Exo-Biologen und Soziologen gehen mit ziemlich großer sicherheit davon aus, dass jede expandierende Alienzivilisation vor allem auf Ressourcensuche und damit in kolonisierungsstimmung wäre (und Aliens, die uns erreichen, wären uns zwangsweise extrem überlegen).
    Sprich: Wir als Menschheit wären, was z.B. die Amerikanischen Ureinwohner (eigentlich alle Ureinwohner, überall) den weißen "Entdeckern" gegenüber waren.
    Die wenigsten Forscher teilen da deinen Optimismus. :D

    Aber das ist ja zum Glück (soviel kann ich Spoilern) dieses Mal auch nicht Thema des Buches. ;)

  • Eine Frage nach der Hawking-direktive an sich hätte ich allerdings eher erwartet

    Da kam bei mir keine Frage auf. Hawking hat vor so vielem gewarnt bei allem Ortimismus, den er hatte. Also denke ich, dass meine Generation von den Asimovschen Computergesetzen weiß:

    (

    1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit (wissentlich) zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
    2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
    3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.)

    im Zusammenhang mit Künstlicher KI kamen immer wieder Ängste auf, dass man dann nicht mehr weiß wer Mensch und wer Roboter ist und damit im Zusammenhang auch die Frage der "Menschenrechte " für künstliche Intelligenzen. Da Hawking der populärste Wissenschaftler ist, der sich zu diesen Ängsten geäußert hat, fand ich es völlig normal, dass Regeln, die die Menschen "beschützen" gegen Androiden, seinen Namen bekommen. Liege ich da falsch?

    Nein, du liegst da völlig richtig -das war ja so ziemlich das letzte große Them, mit dem ersich beschäftigt und zu dem er deutliche Besornis und Kritik geäußert hat.
    Wobei die Asimovschen Gesetze der Robotik in sich schon überholt sind (das war in "Terminator" genauso Thema wie in "I, Robot" und vielen anderen Romanen).

    Es wurde ja versucht, ihnen deshalb das Nullte Gesetz voranzustellen: "0. Ein Roboter darf die Menschheit nicht verletzen oder durch Passivität zulassen, dass die Menschheit zu Schaden kommt." - das ist dann das Schlupfloch, das Skynet wie auch die AI in "I, Robot" nutzen.

    Reicht also auch nicht.
    Roger McBride Allen hat deshalb versucht, sie komplett neu zu schreiben:

    • Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen.
    • Ein Roboter ist verpflichtet, mit Menschen zusammenzuarbeiten, es sei denn, diese Zusammenarbeit stünde im Widerspruch zum Ersten Gesetz.
    • Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange er dadurch nicht in einen Konflikt mit dem Ersten Gesetz gerät.
    • Ein Roboter hat die Freiheit zu tun, was er will, es sei denn, er würde dadurch gegen das Erste, Zweite oder Dritte Gesetz verstoßen.

    Mich persönlich fasziniert aber der von Gibson geäußerte Gedanke, dass sich eine wirklich sich selbst bewusste KI, so sie wirklich intelligent ist, nicht zu erkennen geben wird (er selbst hat das Thema ja mit Neuromancer und Wintermute - und auch in vielen Geschichten danach - ausgiebig durchgedacht. Übrigens hat er sich mal vehement gegen die Asimovschen Gedanken dazu ausgesprochen).

    Außerdem denke ich wiederum , dass eine echte, ausgereifte KI Fehler machen kann. Das machen von Fehlern, das Ausprobieren und das daraus lernen ist eines unser allerwichtigsten Werkzeuge zur Entwicklung. Das heißt aber auch ,dass eine KI sich zwangsweise nicht immer an die gesetzten Gesetze halten kann, weil durch Fehler zwangsweise Paradoxone entstehen können, die sich nur durch Ignorieren von Regeln umgehen lassen.
    Das wiederum würde aber bedeuten, dass KIs am Ende auch nur Leute sind. :D Ziemlich schlaue Leute, zugegeben - aber am Ende des Tages auch nur Personen.
    Ein wirklich interessantes Thema. :D

    Zitat:
    Ja bei 'Terra' kam mir gleich 'Die Welt in Hundert Jahren' in den Sinn.

    Die Lösung der rotierend gelagerten Tonnen in den Raumschiffen zur Schwerkraftsimulation stammt übrigens aus dem deutschen "Ingenieursroman" "Südöstlich Venus" (Paul Eugen Sieg, 1940). Der roman und die dahinterstehenden politischen einflüsse sind jetzt nicht so der Hammer, zugegeben - aber die Technik ist, laut unserem Luft-und-Raumfahrttechnik-Berater tatsächlich logisch, machbar - und ist noch nicht überholt.

  • Ach ja, die Augen öffnen, das wollen in den letzten 20-30 Jahren die meisten SF Romane und werden deshalb zu düstersten Dystopien. Was wir eigentlich brauchen (und das scheint irgendwie gesellschaftlich doch durchgedrungen zu sein) sind Visionen, Utopien, Ideen und wie du richtig schreibst, Möglichkeiten erwägen wie eine für uns und die Erde lebenswerte Zukunft aussehen könnte. WIr sollten gesellschaftliche Ziele haben, die man anstreben kann. Hoffnung ist ein wichtiges Moment unseres Lebens.

    Das sehe ich auch so. Offensichtlich fehlt es den (populären) Autoren an positiver Phantasie. Zukunft wirklich neu und hoffnungsvoll denken, das geht, meiner Meinung nach derzeit unter. Irgendwie komisch.

    Wenn wir die Energie, die in Kriegen verschwendet wird als geeinte Erde nutzen würden, wäre wir schon längst auf dem Mars und auf dem Meeresboden. Die frühen SF Romane mit ihren Träumen von unterseeischen Glaskuppeln und ebensolchen auf dem Mars wären längst Realität.

    Ja sinnvolle Nutzung von Geldern und Resourcen hätte uns sicher zusammen schon einen großen Schritt in die Zukunft gebracht.

    Positive Phantasie schön und gut - das Problem ist, dass das zulasten des Realismus geht.
    Selbst Marx hat erkannt (und gesagt), dass Kommunismus nicht mit dem real existierenden Menschen funktioniert.
    Und Rhoddenberry hat insofern gemogelt, als dass er es sich einfach gemacht hat: Er hat einen 3. Weltkrieg zur großen "Bereinigung" verwendet, um "aus den Trümmern" eine neue, geläuterte Menschheit erstehen zu lassen. Ohne diesen massiv dystopischen (!) Kunstgriff hatte auch er keine Lösung dafür, woher man Leute nehmen kann, die so grundsätzlich wesensanders als wir heute sind (das, und die Erfindung der Nahrungsreplikatoren, die das Thema Hunger, Ernährung und die Notwendigkeit, Geld zu verdienen, komplett beseitigen - sein 'Deus ex machina').

    Steile These: Ich halte tatsächlich unseren Ansatz für weniger dystopisch.
    Die Leute haben es zwar weit härter als die Star Trekkies - aber wenigstens sind sie bei uns um die globale Massenvernichtung in den 2030ern herumgekommen - tatsächlich sogar ohne 3. Weltkrieg. Irgendwie halte ich das für die positivere Weltsicht: Wir sind nicht perfekt - aber irgendwie bekommen wir's gebacken.

    Aber: Lest es mal fertig und dann können wir uns gern nochmal über genau dieses Thema unterhalten.
    SPOILERs, Sweetie. ;)

  • Hawking hat u.a. in seinem letzten Buch nicht nur vor Aliens, genetisch modifizierten Supermenschen oder Naturkatastrophen gewarnt, sondern wiederholt auch vor künstlichen, sich selbst fortpflanzenden Intelligenzen, die sich schneller entwickeln als unsere schnöde Evolution. Also wer wenn nicht Hawking wäre als Namensgeber für so eine Direktive geeignet?


    Apropos: lustig finde ich in diesem Zusammenhang übrigens die Vorhersage von Scott Adams (vielleicht hatten die Idee aber auch schon andere), dass die Wissenschaft selbst eines nicht all zu fernen Tages das Konzept des Kreationismus (Intelligent Design) beweisen wird.

    Kurz wird es ja auch in unserem Buch schon angesprochen, dass die mathematische Wahrscheinlichkeit recht hoch ist, dass wir alle in einer Simulation leben (Matrix lässt grüßen). In diesem Fall wäre die Wissenschaft also bereits so weit fortgeschritten, dass sie in der Lage ist, eine nahezu perfekte Welt zu erschaffen in der die künstlichen Intelligenzen fest daran glauben, durch evolutorische Vorgänge entstanden zu sein. Unser allmächtiger Gott wäre dann in Wirklichkeit vielleicht nur ein bärtiger alter Mann, der in seinem Bademantel vor dem Rechner sitzt - was diversen historischen Darstellungen ja recht nahe kommt und somit schon beinahe als valider Gottesbeweis gelten kann (ok, aber nur beinahe).


    Und all diese irren Vorstellungen sind vielleicht auch der Grund, warum es Autoren so schwer fällt, ein positives Bild von unserer Zukunft zu malen ;-) (mal davon abgesehen, dass ein gewisses Maß an Dystopie es auch einfacher macht, in einem Roman Spannung zu erzeugen)

  • Wer sich, was die Simulationstheorie (von einem Herrn namens Bostrom übrigens) die Kante geben will, kann mal diese zusammenfassung hier zumindest überfliegen (und ich finde, dass die voraussetzungen noch zu kurz gedacht sind. Der Man ist Philosoph - kein Gamer. Jeder Computerspieler kommt auf eine noch schlüssigere Variante seiner These:
    Frage: Warum eine Posthumane Zivilisation Interesse an einer Vorgängersimulation haben sollte?
    Gegenfrage: Warum ist 'The Witcher 3' eines der erfolgreichsten und meistverkauften Spiele ever?
    Antwort: Prokrastination. Eine der Urkonstanten des Universums. :D

    https://de.wikipedia.org/wiki/Simulationshypothese

  • Ich warte mal ab, was noch so kommt, aber eines muss ich fragen:

    Selbst Marx hat erkannt (und gesagt), dass Kommunismus nicht mit dem real existierenden Menschen funktioniert.

    Woher hast du das? Soweit ich weiß hat er nur gesagt, dass es mit dem damaligen Stand der Entwicklung nicht machbar war. Aber die wissenschaftlich-technischen Grundlagen, die er dafür sieht sind jetzt eigentlich gegeben. Also wenn du weißt wo das steht, schreib's mal, das würde einiges umhaun.

  • Ich warte mal ab, was noch so kommt, aber eines muss ich fragen:

    Selbst Marx hat erkannt (und gesagt), dass Kommunismus nicht mit dem real existierenden Menschen funktioniert.

    Woher hast du das? Soweit ich weiß hat er nur gesagt, dass es mit dem damaligen Stand der Entwicklung nicht machbar war. Aber die wissenschaftlich-technischen Grundlagen, die er dafür sieht sind jetzt eigentlich gegeben. Also wenn du weißt wo das steht, schreib's mal, das würde einiges umhaun.

    "Stand der Entwicklung des Menschen (nicht der Produktionsmittel)" - Keine Ahnung, wo das war - ist jetzt auch schon wieder 15, 20 Jahre her, in irgendeiner Biografie oder sowas, wenn ich mich recht erinnere.
    Tatsache ist, dass es bis heute stimmt: Der Marxistische Kommunismus setzt nun mal einen durchweg altruistischen Menschen voraus, den es auch heute noch nirgendwo gibt. Und selbst wenn es einigen gelingen sollte, tatsächlich ein derart altruistisches Wesen zu erreichen, reicht ein einziges machtgieriges aber cleveres, Verzeihung, Arschloch aus, um das ganze Gebäude zum Einsturz zu bringen. Insofern finde ich Orwells Gegenentwurf aus 'Animal Farm' weitaus einleuchtender.
    Ihm, also Marx, fehlte allerdings auch die Erfahrung, dass striktes Gemeineigentum vor allem dazu führt, dass sich niemand dafür verantwortlich fühlt - und die Leute dazu verführt, zum einen schlampig damit umzugehen und es zum anderen zu stehlen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Und dass der Mench, selbst wenn er "lesen und schreiben" kann, das oftmals gar nicht will (oder nur auf Facebook ...).

    Aber warte mal, bis du im Buch noch ein oder zwei Leuten mehr begegnest. ;)

  • Ich denke, dass der Traum der Menschen doch ist, nicht allein im All zu sein. Es wäre ja auch unlogisch. Die Besiedelung anderer Planeten hat sicher auch immer den Hintergrund andere intelligente Lebensformen zu treffen und ich als Optimist denke, dass Völker, die weit genug ins All vorstoßen friedliebend sein müssen, denn wir sehen es ja an der Erde. Wenn wir die Energie, die in Kriegen verschwendet wird als geeinte Erde nutzen würden, wäre wir schon längst auf dem Mars und auf dem Meeresboden. Die frühen SF Romane mit ihren Träumen von unterseeischen Glaskuppeln und ebensolchen auf dem Mars wären längst Realität.

    Interessanter Gedankengang. Allerdings glaube ich nicht an die natürliche friedliebende Gesinnung des Menschen, sondern dass der Mensch sich im All genauso kriegerisch verhalten würde wie auf der Erde.


    Sprich: Wir als Menschheit wären, was z.B. die Amerikanischen Ureinwohner (eigentlich alle Ureinwohner, überall) den weißen "Entdeckern" gegenüber waren.

    Das denke ich auch. Es müsste schon eine hochentwickelte Intelligenz sein und dann ist ja auch die Frage, inwieweit diese Intelligenzen sozial sind? Wenn der Mensch kein Vorteil darstellt, braucht man ihn ja auch nicht. Warum sollte man dann mit den Menschen gnädig umgehen?

    Außerdem denke ich wiederum , dass eine echte, ausgereifte KI Fehler machen kann. Das machen von Fehlern, das Ausprobieren und das daraus lernen ist eines unser allerwichtigsten Werkzeuge zur Entwicklung. Das heißt aber auch ,dass eine KI sich zwangsweise nicht immer an die gesetzten Gesetze halten kann, weil durch Fehler zwangsweise Paradoxone entstehen können, die sich nur durch Ignorieren von Regeln umgehen lassen.
    Das wiederum würde aber bedeuten, dass KIs am Ende auch nur Leute sind. :D Ziemlich schlaue Leute, zugegeben - aber am Ende des Tages auch nur Personen.
    Ein wirklich interessantes Thema. :D

    Jetzt bin ich wirr im Kopf :totlach: Dann könnte man KI und Mensch ja gar nicht mehr unterscheiden, wenn die auch noch Fehler machen dürften :totlach:

    Im Ernst, das ist wirklich ein extrem spannendes und komplexes Thema. Letztendlich können wir nur erahnen, in welche Richtung das gehen wird. Wissen werden wir es erst, wenn die Zukunft zur Gegenwart wird.

    In diesem Fall wäre die Wissenschaft also bereits so weit fortgeschritten, dass sie in der Lage ist, eine nahezu perfekte Welt zu erschaffen in der die künstlichen Intelligenzen fest daran glauben, durch evolutorische Vorgänge entstanden zu sein. Unser allmächtiger Gott wäre dann in Wirklichkeit vielleicht nur ein bärtiger alter Mann, der in seinem Bademantel vor dem Rechner sitzt - was diversen historischen Darstellungen ja recht nahe kommt und somit schon beinahe als valider Gottesbeweis gelten kann (ok, aber nur beinahe).

    Lustige Vorstellung und wäre für mich als bekennender Atheist die einzige Erklärung für die Existenz Gottes :totlach:


    Insofern stimmen wir da mit dir überein: Wir schreiben in erster Linie Geschichten um Menschen. eigentlich ja immer (gut nicht immer Menschen im engeren Sinn. Aber Leute eben). Die Technik soll nur schlüssig sein. Sonst kommen die hardcore SF-Fans und hauen einem das gnadenlos um die Ohren. :D Vor allem aber macht es Spaß, über die entwicklungen unserer näheren Zukunft nachzudenken - und über die Auswirkungen auf Gesellschaft und die einzelnen Leute, die in ihr Leben müssen.

    Ich persönlich lese das auch viele lieber, da ich mit den extremen technischen Einrichtungen oft überfordert bin (Physik war nicht mein Lieblingsfach in der Schule). Und die echten hardcore-SF-Fans finden sicherlich immer irgendetwas.

    Ich hinke zur Zeit in allen runden hinterher und bemühe mich aufzuholen. Liegt nicht am Buch

    Kenne ich gerade auch, dass ist wie ein Dominoeffekt. Aber noch sehen wir das Ende der Gruppe und können dran bleiben.

    Lieben Gruß Pat



    Motto: Leben und leben lassen