02 - Das Traumbeben - Seite 67 bis Seite 137

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  • Hier könnt ihr eure Eindrücke zu Kapitel "Ein Kerkerwächter tritt seinen Dienst an" (Seite 67) bis einschliesslich Kapitel "Von einem Heiligen, der kein Schoßhund war" (Seite 137) posten.

  • Dieser Abschnitt ging ja schon gut los, die Szene mit Mojeb und der Palme hat mich wirklich schmunzeln lassen – eine nette Episode am Rande. Irgendwie wird er mir auch sympathischer. Als er an der Küste ankommt und darüber grübelt, wie er seinen Weg fortsetzen soll und wieviel überflüssige Meilen das wohl jeweils bedeutet. Aber man kann ja auch einfach noch ein bißchen länger nachdenken und sich dann fragen, warum der Weg so abrupt aufhört. Also mit „bedächtig“ ist das wohl nur unzureichend beschrieben ;D


    Dann gab's eine kleine Achterbahnfahrt. Bei der Entdeckung des angeschwemmten Wals und Mojebs Überlegung, daß schnelles Handeln geboten sei, weil das Tier noch lebt, dachte ich erst: Toll, ein Walfreund. Dann stellt sich raus, daß er gar kein Walfreund ist, sondern Walfleisch essen will >:( Aber den Wal dann von seinen Qualen zu erlösen, ist dann doch sicher besser. Und wenn das Tier nun eh tot ist, dann kann es schließlich auch für die überlebenden Menschen noch Nahrung liefern, damit kann ich leben. Aber diese Truppe aus dem Gefängnis ist ja merkwürdig. Ich glaube ihnen bislang kein Wort, auch wenn sie sich erstauntlich fügsam zeigen. Ich meine, wenn sie wirklich wegen Hochverrats eingekerkert wurden, dann müßten sie doch wenigstens einen Fluchtversuch unternehmen statt sich einfach so durch die Gegend schleppen zu lassen. Immerhin sind sie fünf gegen einen. Und das Verhältnis zwischen Keloe und Tiugugu (was für ein alberner Name ::) ) ist mir auch nicht klar. Und dieser Klugsch... Omaru? Alle sehr merkwürdig. Hm, vielleicht erfahren wir in Sadi mehr dazu, falls sich dort jemand aufhält, der sie kennt. Verstehen konnte ich Keloe allerdings bei der Szene mit dem angeschwemmten Arm :o Mojeb tut mir mit der Truppe am Bein fast ein bißchen leid. Gut, sein Humor ist etwas rustikal, aber daß die fünf so gar nicht auf seine Sprüche reagieren ... Ich find die jedenfalls toll, Mojeb darf so weitermachen :D


    Seffenaiu stellt mich im Moment vor ein Rätsel. Was für merkwürdige Gedankengänge machen sich denn in dem breit: „der unheilige Schutzpatron des übersehenen Gesindes“ ??? Ziemlich klar ist mir aber, was bei der Vögtin abgeht: Sie nimmt wohl Treueschwüre der Landadligen und aller sonstigen Gewillten entgegen, um ihre eigene Machtposition auszubauen, da gerade so ein nettes, kleines Vakuum entstanden ist. Das könnte dann für Seffenaiu noch gefährlich werden, seine Weigerung wurde ja registriert. Oder ob er sich opportunistisch auf ihre Seite stellen wird? Aber klar, daß im Hintergrund schon wieder ein Priester agiert. Aasgeier gleichermaßen wie Fiiij und seine Kumpane, nur eben auf übertragene Weise. Karl-Heinz: Hast Du etwa auch eine kleine Abneigung gegen eine hierarchisch organisierte, machtbewußte Kirche? ;D


    Schönen Gruß,
    Aldawen

  • So wie es aussieht, hat Mojeb tatsächlich den kompletten Kometeneinschlag verschlafen. Ich finde es ja irgendwie rührend, wie er seine Job unbedingt und so gut wie möglich erfüllen möchte. Seine Überlegungen lassen ihn manchmal etwas naiv erscheinen, aber ich glaube, im Grunde ist der Kerl recht gewitzt. Seine Gefangenen sind wirklich ein seltsames Volk, irgendetwas Wichtiges verheimlichen die doch. Oder sind sie tatsächlich nur wegen einer Lappalie ins Verlies gesperrt worden?
    Was mich natürlich sofort in den Bann gezogen hat, ist der Wal. Die Wale scheinen eine zentrale Rolle in der Gezeitenwelt zu spielen, denn wir hatten bis jetzt noch in jedem Band mit Walen zu tun. Alexandra, die Walfängerin, Tuilaepe, die Walprinzessin und der verletzte Wal - das zieht sich wie ein roter Faden durch die Gezeitenwelt, und hier haben wir also wieder mal einen sterbenden Wal. Ich dachte auch zuerst, dass Mojeb ihm helfen will, und fand es ziemlich traurig, dass er ihn tötet; aber wenn nun mal Walfleisch auf dem Speiseplan steht... ::)


    Auch die Tätowierung auf dem äh, gekochten, Arm ist ein Wal. Ist es das, was der Geier *nachschau* Fiiiji-der-Flinke-Hacker-fiiiji im Flug gesehen hat? Ich denke schon. Es fragt sich nur, wie das Mädchen seinen Arm verloren hat und wer ihn gekocht hat. Es wird doch hoffentlich keine Kannibalen in der Gezeitenwelt geben? Und schon gar nicht in Ikarilla.... :o Ich hoffe mal auf ein geologisches Phänomen, das das Ding zum Kochen brachte.


    Ha! Es kommt zu einer ersten (?) Begegnung zwischen Geier und Menschen, das hat mir sehr gut gefallen. Vor allem, wie der Geier (ich nehme an, es ist Fiiiji-ihr-wisst-schon) mit der Kralle winkt und Mojeb sich namentlich vorstellt. Eine sehr nette Passage. ;D


    Jetzt bin ich mal gespannt, ob er seine Truppe wieder irgendwo los wird, oder ob die Gefangenen ihm bleiben. Vielleicht sogar zu Gefährten werden? Mal sehen.... :lesen:


  • Auch die Tätowierung auf dem äh, gekochten, Arm ist ein Wal. Ist es das, was der Geier *nachschau* Fiiiji-der-Flinke-Hacker-fiiiji im Flug gesehen hat? Ich denke schon. Es fragt sich nur, wie das Mädchen seinen Arm verloren hat und wer ihn gekocht hat. Es wird doch hoffentlich keine Kannibalen in der Gezeitenwelt geben? Und schon gar nicht in Ikarilla.... :o Ich hoffe mal auf ein geologisches Phänomen, das das Ding zum Kochen brachte.


    Die Überlegung, ob es sich um dieselbe Person handelt, habe ich auch angestellt. Ich denke auch, daß das so ist. An Kannibalen glaube ich nicht, Mojeb stellte doch fest, daß das Teil – soweit man es von einem einzelnen Unterarm sagen kann – unbeschädigt aussah. Das Kochen habe ich zunächst darauf geschoben, daß nach dem Meteoriteneinschlag das Wasser sicher ein bißchen wärmer geworden ist, appetitlich fand ich's trotzdem nicht. Aber gerade habe ich nochmal Bernhards „Anatomie einer Katastrophe“ nachgelesen. Der Meteorit ist im Ozean des Abends eingeschlagen, also auf der anderen Seite Ajunas. Ob die Auswirkungen so weit reichten?


    Schönen Gruß,
    Aldawen

  • Das ist ja ein gute Idee, die "Anatomie einer Katastrophe" jetzt nochmal aus dem Blickwinkel von Ikarilla aus zu lesen. Das werde ich gleich mal tun.


    Ich hatte eigentlich weniger an den Komet selbst gedacht, sondern *spekulier* *phantasier* an irgendeine Verschiebung tektonischer Platten mit Freisetzung von heißem Wasser, ähnlich wie bei einem Geysir. Oder so halt. ;D


    Ich kann mich einfach nicht mit dem Gedanken an einen Kochtopf anfreunden. ;)


  • Ich kann mich einfach nicht mit dem Gedanken an einen Kochtopf anfreunden. ;)


    Ich glaube das brauchst Du auch nicht. Bei dem Meteoriteneinschlag (wo auch immer) wird sich wohl ein wenig das Meer erhitzt haben.


    Ich bin auf Seite 105 angelangt. Wie ernst Mojeb seinen Job als Kerkerwächter nimmt finde ich schon fast übertrieben. Auf Seite 30 in dem Gasthaus geht er noch davon aus, dass die Welt untergeht und dann hält er sich streng an die gesellschaftlichen Regeln.


    Aber vielleicht will uns Karl-Heinz ja nur zeigen wie albern menschliches Verhalten manchmal sein kann? Sein schwarzer Humor gefällt mir zumindest ausgesprochen gut. ;D


    Bei dem Wal hatte ich übrigens auch erst den Gedanken, dass Mojeb ihm zurück ins Meer helfen wollte. Aber wenn er eh schon so verletzt ist, kann man ihn auch von seinem Leid erlösen und das Beste draus machen. Walschnitzel.


  • Ich bin auf Seite 105 angelangt. Wie ernst Mojeb seinen Job als Kerkerwächter nimmt finde ich schon fast übertrieben. Auf Seite 30 in dem Gasthaus geht er noch davon aus, dass die Welt untergeht und dann hält er sich streng an die gesellschaftlichen Regeln.


    Ich halte das für eine sehr nachvollziehbare Reaktion. Es ist in dem vorgefundenen Chaos zuächst mal das einzig Vertraute, an das er sich klammern kann. Noch ist ja nicht klar, welche Gesetze und Handlungsmaximen zukünftig gelten und akzeptabel sein werden. Da schafft so etwas zumindest Struktur im Leben. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Kerkergruppe nicht stärker rebelliert. Solange sie Mojeb als Gefängniswärter folgen, brauchen sie sich über viele Dinge keine Gedanken machen. Sie haben ja schon gesagt, daß sie ihn als den Verantwortlichen dafür sehen, ihnen Mahlzeiten zu bringen, das hätte er ja im Gefängnis auch tun müssen.


    Schönen Gruß,
    Aldawen


  • Ich halte das für eine sehr nachvollziehbare Reaktion. Es ist in dem vorgefundenen Chaos zuächst mal das einzig Vertraute, an das er sich klammern kann. Noch ist ja nicht klar, welche Gesetze und Handlungsmaximen zukünftig gelten und akzeptabel sein werden. Da schafft so etwas zumindest Struktur im Leben. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Kerkergruppe nicht stärker rebelliert. Solange sie Mojeb als Gefängniswärter folgen, brauchen sie sich über viele Dinge keine Gedanken machen. Sie haben ja schon gesagt, daß sie ihn als den Verantwortlichen dafür sehen, ihnen Mahlzeiten zu bringen, das hätte er ja im Gefängnis auch tun müssen.


    So habe ich das auch interpretiert. Was sollte er sonst tun, in einer Welt die sich gerade überstürzt. Sowohl rein geologisch (Flutwelle und Einschläge) als auch gesellschaftlich (Adel besteht aus Witwen und Kindern). So hat er eine Aufgabe, kann sich erst mal orientieren. Auch wenn er als Jarmate immer die Möglichkeit hat, das Land zu verlassen.
    Mich würde langsam mal interessieren, was ihn aus den Bergen nach Ikarilla gebracht hat.


    Auf Seite 194 steht, dass Mojeb Sprachen zufliegen. Das erinnert mich an Strolch aus "Das himmlische Feuer", der die Sprache ja auch relativ schnell gelernt hatte. Mal sehen, wann das magische Talent "ausbricht".


    Bei der Szene mit dem armen Wal hat Karl-Heinz wohl geschafft, was er vorhatte. Ich hatte auch sofort gedacht: er will dem armen Wal helfen, wie schön! Ja, Pustekuchen. Im Endeffekt war es aber wohl wirklich eine Erlösung für den Wal.


    Der Name Tiugugu passt gut zu seinem Träger, der sich ja wirklich gerne aufplustert aber anscheinend nicht viel vorzuweisen hat.


    Den gekochten Arm habe ich auch mit der Dame auf dem Schiff im Geierkapitel in Verbindung gebracht. Es wurde ja auch von brennenden Schiffen berichtet, die verlassen waren. Das Meer hatte sich sicher erhitzt, wenn ein Gesteinsbrocken einschlug. Die sind nach dem Flug durch die Atmosphäre doch extrem heiß.

  • @ Aldawen und Likimeya


    Mit eurer Erklärung habt ihr wohl recht.


    Da mir zu diesem Abschnitt nun nicht viel zum Kommentieren einfällt werde ich jetzt einfach mal weiterlesen :lesen:

  • Ich bin nun auch vollends durch mit diesem Abschnitt. Was auffällt: in diesem Teil der Gezeitenwelt scheint die Katastrophe eine regelrechte Anarchie auszulösen; das ist bisher einmalig. Alle anderen Völker und Nationen sind zwar ebenfalls von der Katastrophe getroffen worden, sind aber relativ schnell wieder zu Gesetz und Ordnung übergegangen - wenn auch die Folgen des Kometeneinschlags große Veränderungen verursacht haben.


    Die Gründe liegen auf der Hand - wenn keine Adel mehr da ist, der die Befehle gibt, dann tut jeder was er will. Und die neue Vögtin von Sadi nimmt niemand so richtig ernst, eher schon den Priester der Aionarskirche, der ihr Berater ist. Was die beiden wohl ausgeheckt haben? Es muss ja wohl ein Himmelfahrtskommando sein, da Seffenaiu so glücklich darüber ist, dass er mit seinem Treueschwur gezögert hat. Da bin ich mal sehr gespannt, wie der Auftrag an die Gefolgsleute lautet. Toll fand ich übrigens den verzauberten Säulenwald.


    Mojebs Begegnung mit dem Schwertwebel ist eine seltsame Sache, die Beschreibung des nahenden Wahnsinns fand ich sehr zutreffend. Diese abgefahrenen Vorhersagen - nur 14.233 Geläuterte werden überleben - erinnern mich an die Zeugen Jehovas; haben die nicht ein ähnliches Programm? Karl-Heinz, hast du hier einiges an Anspielungen versteckt? Jedenfalls bekommt Mojeb wenigsten einmal erzählt, was überhaupt vor sich gegangen ist, während er geschlafen hat.


    Hihi, der Schwur der Gefangenen ist ganz schön kompliziert, wenn man keinen gemeinsamen Gott hat, auf den man schwören kann. Auch in anderen Belangen wird immer wieder der Unterschied in der Gedankenwelt der Gefangenen und Mojebs deutlich. Seine Witze kommen wirklich nicht gut bei ihnen an; mich bringen sie dafür umso mehr zum Schmunzeln. ;D

  • Hallo zusammen!


    Ihr wart ja schon ganz schön fleißig... Bin grad erst dazu gekommen, den Abschnitt zu lesen.


    Mit den Figuren bin ich etwas wärmer geworden, vor allem mit Mojeb, der ist irgendwie lustig und ich kann mir wenigstens seinen Namen merken :D.
    Ich habe mich beim Lesen sehr gewundert, warum die Gefangenen ihm folgen ???. Sie sind schließlich in der Überzahl und hatten einmal am Meer ja auch eine seiner Waffen. Wenn es wirklich Verbrecher wären, dann wäre sie wahrscheinlich schon lange abgehauen (und hätte nicht erst noch brav ihre eigenen Fesseln geflochten ::)). Hochverrat würde schon passen, allerdings glaube ich irgendwie nicht so recht daran.


    Die lustigsten Szenen habt ihr ja schon angesprochen. Ich kann schon verstehen, dass die Gefangenen das nicht sonderlich lustig finden. Der Leser allerdings schon *g*


    Was mich sehr interessieren würde ist, was die Vögtin sich da ausgedacht hat? Die ist mir echt nicht ganz geheuer.


    Mit dem Wal hat uns Karl-Heinz ja alle reingelegt. Ich habe natürlich auch erst gedacht, er will den armen Wal retten :D


    Lg, Andrea


  • Die Wale scheinen eine zentrale Rolle in der Gezeitenwelt zu spielen, denn wir hatten bis jetzt noch in jedem Band mit Walen zu tun. Alexandra, die Walfängerin, Tuilaepe, die Walprinzessin und der verletzte Wal - das zieht sich wie ein roter Faden durch die Gezeitenwelt, und hier haben wir also wieder mal einen sterbenden Wal. Ich dachte auch zuerst, dass Mojeb ihm helfen will, und fand es ziemlich traurig, dass er ihn tötet; aber wenn nun mal Walfleisch auf dem Speiseplan steht... ::)


    Die Gute heißt Alessandra, unsere Harpunierin.
    Auf den Wal bin ich aber auch gnadenlos hereingefallen, obwohl ich mich gefragt habe wie er den denn zurück ins Wasser bekommen will. ??? Aber zumindest hat Mojeb ihn von seinen Qualen erlöst, und dafür für sich und seine Gefangenen frisches Walfleisch bekommen. Die Gefangenen sind ja wirklich eine wilde Truppe, ich bin gespannt was sie noch so erleben.


    Was mich aber noch mehr beschäftigt: das kleine Gemälde in dem Medaillon von Mojeb. Er besitzt es also tatsächlich, und sucht in seinem Lieblingstraum wohl nach dem Namen der Frau. Wer mag sie sein? Und was für eine Bedeutung hat sie für ihn?



    Die Überlegung, ob es sich um dieselbe Person handelt, habe ich auch angestellt. Ich denke auch, daß das so ist. An Kannibalen glaube ich nicht, Mojeb stellte doch fest, daß das Teil – soweit man es von einem einzelnen Unterarm sagen kann – unbeschädigt aussah. Das Kochen habe ich zunächst darauf geschoben, daß nach dem Meteoriteneinschlag das Wasser sicher ein bißchen wärmer geworden ist, appetitlich fand ich's trotzdem nicht.


    Ich glaube auch, dass es dieselbe Person ist. Der Stein, der knapp neben dem Schiff vom Himmel gefallen ist, hat doch eine kreischende Wassersäule ausgelöst, die heißer als die Sonne war und sich rasch ausdehnte. Fiiij und die Geier sind davor geflohen, aber das Schiff ist dahinter verschwunden. Und wurde wohl komplett "gekocht".

  • Hallo allerseits!


    Ich muss ja sagen, dass ich ein wenig geschockt bin :). Da präsentiere ich euch die letzten beiden Exemplare einer ganzen Affenart, sowie eine breite Palette von Tieren und Gerichten, die man als einfühlsamer Mensch des 21. Jahrhunderts nicht essen sollte (Schildkröten, Singvögel, Leber von gestopften Gänsen etc. ), und der einzige, der Mitleid erregt, ist der Wal. Dabei handelt Mojeb kein Stück anders als Alessandra. Besser gesagt würde er sogar genau wie sie handeln, wenn er mehr Übung im Walfang besäße. Ich kann das deswegen so genau behaupten, weil die Szene ziemlich stark auf einer aus Bernhards Wahrträumer basiert. Es ist zwar keine wörtliche Übernahme, aber der Roman lag beim Schreiben aufgeschlagen neben mir, so dass Mojebs abschließende Bemerkung eine irdische Doppeldeutigkeit ist: An diesem anstrengenden Tag hatte er eine weitere Eigenart seines Mitstreiters kennengelernt, nämlich eine beunruhigende Begeisterung für abgeschnittene Hände.

    Aasgeier gleichermaßen wie Fiiij und seine Kumpane, nur eben auf übertragene Weise. Karl-Heinz: Hast Du etwa auch eine kleine Abneigung gegen eine hierarchisch organisierte, machtbewußte Kirche? ;D


    Eigentlich nicht. Eine leicht rasputinartige Figur schien mir für das, was ich weiter vorhatte, und was ihr auch gerade über die Entwicklung in Sadi herausfindet, geeigneter zu sein. Übrigens gibt es einen großen Unterschied zwischen Fiiij und Gestalten wie dem Blutmönch: Er tötet niemanden (mehr oder wenig). Er ist kein Täter, sondern jemand, der aufräumt, was die Täter angerichtet haben.


    Der Meteorit ist im Ozean des Abends eingeschlagen, also auf der anderen Seite Ajunas. Ob die Auswirkungen so weit reichten?


    Es gab von Anfang an mehrere Brocken, ein paar große und unzählige kleine, die dann mitunter auch noch während des Flugs durch die Atmosphäre explodierten und weiter zerfielen. Das ist etwa so, als wollte man einen Streuselkuchen zerbrechen, was auch nicht ohne Krümel geht. Der Meteorit vom Ozean des Abends ist allerdings das weitaus größte Stück. Für das Schicksal der Schiffsbesatzung ist er nicht direkt verantwortlich. Wie Seychella schrieb, sind die Steine derart heiß, dass das Wasser sofort verdampft oder sich vielleicht sogar für kurze Zeit zerlegt. Die Mannschaft wird also praktisch in einen Dampfkochtopf geworfen und ist innerhalb von Sekunden gar.



    Wie ernst Mojeb seinen Job als Kerkerwächter nimmt finde ich schon fast übertrieben. Auf Seite 30 in dem Gasthaus geht er noch davon aus, dass die Welt untergeht und dann hält er sich streng an die gesellschaftlichen Regeln.


    Gerade nicht. Mojeb ist der einzige in der Schenke, der sich nicht aus Verzweiflung betrinkt, sondern weil er annimmt, dass morgen – wenn der Weltuntergang nicht eingetreten ist – alles wieder teurer wird. Ansonsten hat er sich offenbar im Laufe der Jahre ein paar Grundsätze zugelegt. Einer davon ist eben: Leistung, für die bezahlt wurde, wird erbracht.




    Diese abgefahrenen Vorhersagen - nur 14.233 Geläuterte werden überleben - erinnern mich an die Zeugen Jehovas; haben die nicht ein ähnliches Programm? Karl-Heinz, hast du hier einiges an Anspielungen versteckt?


    a) Haben sie, nämlich die so genannten Gesalbten von denen es 144 000 geben soll. Ich meine aber, das sei nicht die einzige Sekte oder Religion, die solche Zahlen präsentieren kann.
    b) O ja, zum Beispiel die Zahl selbst. Allerdings kann man darauf nicht kommen, wenn man nicht genau weiß, wo man suchen muss. Manchmal braucht man als Autor eben irgendetwas, wie z. B. eine Zahl, um etwas auszudrücken. Wie diese Zahl genau lautet, ist eigentlich völlig beliebig, aber manchmal stolpert man dann über eine, die zu deutlicheren und dann auch geplanten Anspielungen ganz gut passt. :)



    Ich habe mich beim Lesen sehr gewundert, warum die Gefangenen ihm folgen ???. Sie sind schließlich in der Überzahl und hatten einmal am Meer ja auch eine seiner Waffen.


    Wenn es Gewalttäter gewesen wären, dann hätte die Sache sicher anders ausgesehen. Aber sie sind ja nur ein paar harmlose Würstchen, die normalerweise brav machen, was ihn die Obrigkeit bzw. ihr jeweiliger Herr befiehlt. Mojeb hat nicht nur die Waffen, sondern erweckt auch den Eindruck, als wisse er sie zu gebrauchen.

  • Zitat


    Ich muss ja sagen, dass ich ein wenig geschockt bin Smiley. Da präsentiere ich euch die letzten beiden Exemplare einer ganzen Affenart, sowie eine breite Palette von Tieren und Gerichten, die man als einfühlsamer Mensch des 21. Jahrhunderts nicht essen sollte (Schildkröten, Singvögel, Leber von gestopften Gänsen etc. ), und der einzige, der Mitleid erregt, ist der Wal.


    Stimmt, jetzt wo du es sagst... Ich denke mal, wir sind ein wenig auf die Wale vorprogrammiert, weil sie ja auch in den anderen Büchern eine Rolle gespielt haben. Wenn einen solche Sachen wie oben anekeln, sollte man vllt besser keine Fantasy lesen *g* kommt irgendwie öfter vor. Auch in den anderen Büchern der Gezeitenwelt, zB. die Hundetaschen.


    Zitat

    O ja, zum Beispiel die Zahl selbst. Allerdings kann man darauf nicht kommen, wenn man nicht genau weiß, wo man suchen muss. Manchmal braucht man als Autor eben irgendetwas, wie z. B. eine Zahl, um etwas auszudrücken.


    Darf ich fragen, auf was die Zahl anspielt? Irgendwie bin ich immer ziemlich schlecht darin, Anspielungen (auch auf andere Bücher) zu entdecken.


    Lg, Andrea

  • Stimmt, jetzt wo du es sagst... Ich denke mal, wir sind ein wenig auf die Wale vorprogrammiert, weil sie ja auch in den anderen Büchern eine Rolle gespielt haben. Wenn einen solche Sachen wie oben anekeln, sollte man vllt besser keine Fantasy lesen *g* kommt irgendwie öfter vor. Auch in den anderen Büchern der Gezeitenwelt, zB. die Hundetaschen.


    Ich muss zugeben, dass ich das auch völlig überlesen habe und mir keine Gedanken dazu gemacht habe. Die Szene mit dem Wal ist wahrscheinlich deswegen so in Erinnerung geblieben, weil jeder dachte, Mojeb rettet jetzt den Wal. Und dann.... :o So etwas prägt sich eben besser ein als ein kalt-warmes Buffet. Von den Froschschenkeln und Äffchen wurde ja eher beiläufig erzählt.



    Darf ich fragen, auf was die Zahl anspielt? Irgendwie bin ich immer ziemlich schlecht darin, Anspielungen (auch auf andere Bücher) zu entdecken.


    Hm, ich habe mitterweile ein bisschen im Gezeitenweltforum gestöbert, natürlich gaaaanz vorsichtig, ich will ja keinen Spoiler lesen. Aber ein gewisse Ahnung hinsichtlich der 14233 habe ich inzwischen schon... ;D


    Es gab von Anfang an mehrere Brocken, ein paar große und unzählige kleine, die dann mitunter auch noch während des Flugs durch die Atmosphäre explodierten und weiter zerfielen. Das ist etwa so, als wollte man einen Streuselkuchen zerbrechen, was auch nicht ohne Krümel geht. Der Meteorit vom Ozean des Abends ist allerdings das weitaus größte Stück. Für das Schicksal der Schiffsbesatzung ist er nicht direkt verantwortlich. Wie Seychella schrieb, sind die Steine derart heiß, dass das Wasser sofort verdampft oder sich vielleicht sogar für kurze Zeit zerlegt. Die Mannschaft wird also praktisch in einen Dampfkochtopf geworfen und ist innerhalb von Sekunden gar.


    Na, dann bin ich ja beruhigt. :D


  • Hallo allerseits!


    Ich muss ja sagen, dass ich ein wenig geschockt bin :). Da präsentiere ich euch die letzten beiden Exemplare einer ganzen Affenart, sowie eine breite Palette von Tieren und Gerichten, die man als einfühlsamer Mensch des 21. Jahrhunderts nicht essen sollte (Schildkröten, Singvögel, Leber von gestopften Gänsen etc. ), und der einzige, der Mitleid erregt, ist der Wal.


    Du hast uns ziemlich schnell mit gebratenen Meerschweinchen bekannt gemacht. Nachdem ich mir eines meiner fünf Meerschweinchen am Spieß vorgestellt hatte, konnte mich nichts mehr schocken. ;)

  • Du hast uns ziemlich schnell mit gebratenen Meerschweinchen bekannt gemacht. Nachdem ich mir eines meiner fünf Meerschweinchen am Spieß vorgestellt hatte, konnte mich nichts mehr schocken. ;)


    Die fand ich gemein! Arme Meerschweinchen zu essen... Aber beim Wal sind sie mir völlig entfallen. :-[
    Mit Affen kann ich generell nichts anfangen, und bei Leber muss ich jetzt immer an Teevögel denken - und würde sie dort nie essen. Besser ist das. ;)


    Über Seffenaius Gedanken darüber, was der Tod nur von ihm denken mag, musste ich grinsen. Ein netter schwarzer Humor, denn wer macht sich schon Gedanken darüber? Hält der unheilige Ritter den Tod für den Richter über sein Leben und sein Dasein nach dem Tod? Von den vielen Göttern fühlt sich vielleicht niemand zuständig, mal ganz abgesehen davon was man z.B. einem Gott der "Gedärme" zutrauen würde... :D


    Dann tauchen auch interessante Musikinstrumente auf. Kalebassenflöten kann ich mir ja noch vorstellen, aber was sind Kassupfeifen und Ukulas? Google macht mich auch nicht schlauer...


    Mojeb ist mir etwas sympathischer geworden, so wie er mit "seinen" Gefangenen umgeht. Außerdem ist er klug und kennt einige Tricks, z.B. wie er an die Kleidung gekommen ist. Die Szene mit dem Geier fand ich auch sehr lustig, und habe mir da auch Fiiij vorgestellt. Hoffentlich erfahren wir noch etwas mehr über die Gefangenen, ich fange langsam an ihnen einen gewissen Teil ihrer Geschichte zu glauben - aber sehr sicher bin ich mir da nicht. Hat Kaloe eigentlich ihre Kette wiedergefunden? Und warum bedeutet sie ihr so viel?


  • Ich muss ja sagen, dass ich ein wenig geschockt bin :). Da präsentiere ich euch die letzten beiden Exemplare einer ganzen Affenart, sowie eine breite Palette von Tieren und Gerichten, die man als einfühlsamer Mensch des 21. Jahrhunderts nicht essen sollte (Schildkröten, Singvögel, Leber von gestopften Gänsen etc. ), und der einzige, der Mitleid erregt, ist der Wal.


    Natürlich, denn im Gegensatz zu den anderen Viechern lebte er noch, als wir ihn kennenlernten. Die Affen zählen dabei auch nicht, das war zu kurz und „juristisch trocken“ rübergebracht ;)



    Eigentlich nicht. Eine leicht rasputinartige Figur schien mir für das, was ich weiter vorhatte, und was ihr auch gerade über die Entwicklung in Sadi herausfindet, geeigneter zu sein.


    Hm, das läßt ja einige Spekulatinen über Seffenaius weiteren Werdegang zu, von denen ich noch nicht weiß, ob sie mir gefallen werden ...



    b) O ja, zum Beispiel die Zahl selbst. Allerdings kann man darauf nicht kommen, wenn man nicht genau weiß, wo man suchen muss. Manchmal braucht man als Autor eben irgendetwas, wie z. B. eine Zahl, um etwas auszudrücken. Wie diese Zahl genau lautet, ist eigentlich völlig beliebig, aber manchmal stolpert man dann über eine, die zu deutlicheren und dann auch geplanten Anspielungen ganz gut passt. :)


    Ich habe mittlerweile eine Vermutung, die sich allerdings erst mit dem Lesen des dritten Abschnitts eingestellt hat (Mist, da fällt mir gerade ein, daß ich das natürlich in meinem Posting vorhin vergessen habe *nochmaleditierengeh*) und das besonders in Verbindung mit einem Namen aus dem ersten Abschnitt. Hmhmhm, das wär schon eine spannende Sache und würde glatt noch eine Parallellektüre erforderlich machen ...


    Schönen Gruß,
    Aldawen


  • Darf ich fragen, auf was die Zahl anspielt?


    Möchte ich jetzt nicht verraten. Aber es ist ist wirklich nicht so wichtig.



    Du hast uns ziemlich schnell mit gebratenen Meerschweinchen bekannt gemacht.


    Stimmt. Das Meerschweinchen hatte ich ganz vergessen.



    Dann tauchen auch interessante Musikinstrumente auf. Kalebassenflöten kann ich mir ja noch vorstellen, aber was sind Kassupfeifen und Ukulas?


    Das sind Eigenkreationen eines Autors, der eigentlich keine Ahnung von Musikinstrumenten hat. Eine Ukula ist eine Variante der Ukulele, aber größer, während Kassuflöten so etwas ähnliches wie Okarinas sind, aber nicht aus Ton, sondern aus einer ausgehöhlten Pflanze gefertigt.


    Zitat

    Hat Kaloe eigentlich ihre Kette wiedergefunden? Und warum bedeutet sie ihr so viel?


    Ja, aber das wird nicht weiter thematisiert. Vielleicht sind Erinnerungen mit dieser Kette verknüpft, vielleicht gefällt sie ihr auch nur. Allzu viel besitzt Keloe ja nicht.