Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler!)

  • Hier ist Platz für die Rezensionen und Meinungen (zur Leserunde allgemein), die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler in den Rezensionen und verratet nichts Handlungsrelevantes.

  • :winken:


    Ich trau mich jetzt einfach mal...



    Rezension


    Der ein wenig altmodisch wirkende aber trotzdem flüssig zu lesende Schreibstil passt für mich perfekt zu diesem Buch - er ist dem historischen Rahmen angepasst, ohne dabei holprig oder gestellt zu wirken. Ich habe mich schnell daran gewöhnt, fühlte mich damit sehr wohl und habe es als eine zusätzliche Bereicherung der Atmosphäre empfunden.
    Der Prolog wirft einen direkt in die Geschichte, vielleicht ist man durch die Ereignisse erst einmal sprachlos – auf jeden Fall will man aber wissen, wie es der kleinen Natalia weiter ergeht, und ob sie ihrem Leben nicht doch etwas Glück abtrotzen kann.


    Es tauchen sehr unterschiedliche, eigene Figuren auf - mit all ihren Fehlern, Differenzen, Vorurteilen und Emotionen wirken sie auch sehr echt auf mich. Leider konnte ich diese vielen Gefühle beim Lesen nicht spüren, obwohl sie doch so wichtig für die Geschichte sind. Zu den meisten Personen hatte ich keinen guten Zugang, sie wirkten irgendwie etwas unnahbar auf mich. Ich fühlte mich wie ein Beobachter fernab vom Geschehen, der das ganze zwar interessiert verfolgt, aber eben keine Bindung zu den Figuren hat. Vielleicht wäre mir das leichter gefallen, wenn ich etwas mehr über die Gedanken erfahren hätte...


    Vineta hat mich da viel mehr beschäftigt, diese stolze und schöne Stadt, die dem Untergang geweiht ist. Ein Platz, an dem viele verschiedene Religionen friedlich nebeneinander existieren können. Bunt und fröhlich, wie ihre multikulturellen Bewohner – und lebensbejahend wie die heidnischen Feste. Bei einigen Personen spürt man auch die starke Bindung an diese Stadt, eine besondere Zuneigung - ihr Leben, das sie erfüllt und erdet.


    Vineta versucht, neutral zu bleiben, kann sich der Auseinandersetzung zwischen Heiden und Christen, dem Kampf um Glaube und Macht, aber nicht langfristig entziehen. Je näher der Untergang kommt, desto beklemmender wirkt die Atmosphäre. Alles rückt irgendwie näher zusammen, es gibt Auseinandersetzungen und die ein oder andere Erkenntnis. Das Ende fand ich sehr gelungen, trotz der Tragik hält es fast so etwas wie ein Happy End bereit.
    Gut gefallen hat mir auch der leicht mystische Touch der Geschichte durch die Einbindung der slawischen Mythen. Möglicherweise empfinden das einige als nicht “historisch” genug, aber für mich gehört dieses zum Glauben der Leute dazu. Außerdem verleiht es dem Buch auch etwas spezielles, und – beim Perun! - konnte ich mein Wissen mal wieder etwas vergrößern.



    Leserundenfazit


    Die Leserunde fand ich sehr angenehm und kurzweilig. Es war wieder interessant zu verfolgen, wie die Ereignisse und Figuren auf euch wirken - wie unterschiedlich man manches sehen kann, und auch was für Gedanken bei bestimmten Szenen hochkommen. Das zeigt, wie unterschiedlich jeder liest - und kann mir ja nur zugute kommen. ;)
    Vielen Dank auch für die nette Begleitung durch Charlie, deine Antworten und Erklärungen fand ich sehr offen und vielfältig. Ja, ich habe einiges gelernt in dieser Leserunde, sogar über Henry - und bin froh, mit meiner Faszination für untergegangene Reiche nicht allein zu sein. :)

  • Na, dann will ich auch mal.


    Zum Buch:
    Während im sagenhaften Vineta des 12. Jahrhunderts das Leben nur so erblüht, wächst im weit entfernten Nowgorod ein kleines Mädchen heran, welches als Sklavin im Küchendienst ihre Jugend unter Mühsal und Entbehrung verbringt. Die junge und stumme Natalia kann nur von dieser Stadt mit dem wohlklingenden Namen träumen, bis es sie eines Tages überraschend selbst nach Vineta verschlägt. Zunächst hineingezwängt zwischen schwierigen Familienverhältnissen zweier sehr unterschiedlicher Brüder, dem politisch-religiösen Umtrieben um Vineta selbst und ihren eigenen Gefühlen, erlebt Natalia eine stürmische Zeit des Umbruchs. Ein Umbruch, der nicht nur ihr Schicksal, sondern auch das Los dieser lebensbejahenden Stadt bestimmt.


    Für mich waren „Die Glocken von Vineta“ von Charlotte Lyne mal etwas ganz anderes, als die von mir bisher gelesenen, historischen Romane, schlug die Autorin hier doch unter anderem auch mal die Richtung von unpopulären, ja geradezu verwirrenden Entscheidungen gewisser Protagonisten an, an denen zumindest ich doch sehr zu knabbern hatte. Andererseits, war es in der Gesamtheit betrachtet gerade dies, was mir dieses Buch wohl noch sehr lange, als nicht uninteressant, in Erinnerung bleiben lässt. Mit den sehr unterschiedlichen Eigenschaften und Emotionen der einzelnen Figuren, deren vielfältigen Charakteren, welche von der Autorin sehr markant herausgezeichnet wurden, entstand während des Lesens eine sehr bildhafte Kulisse, die durchaus zum Mitfiebern einlud, auch wenn ich nicht zu allen Protagonisten einen Faden fand, der mich mit ihnen verband. Dafür unterstrich die so passend, altmodische Sprache sehr schön, den Rhythmus dieser Zeit, so dass ich mich richtig gut hinein versetzten konnte, auch wenn ich nicht immer einig mit den Geschehnissen selber war. Aber was wäre ein Buch, deren Handlung wir bereits bis ins Detail vorausahnen könnten? Und so konnte mich dieses Buch immer wieder aufs Neue überraschen, da ich die verschiedensten Wendungen nicht vorausahnen konnte.
    Hier gilt es für mich allerdings noch zu erwähnen, dass es gerade auch die eine, oder andere Nebenfigur geschafft hat, mein Herz zu erobern. Figuren, die oftmals das Salz in der Suppe sind. ;)


    Zur Leserunde:  
    Über ein interessantes, immer wieder überraschendes Buch, welches vor Wendungen nur so strotzte, konnte man sich diesmal wieder herrlich mit euch austauschen. Dafür ein dickes Dankeschön an alle Mitleserinnen. Vor allem aber ein ganz großes Kompliment an Charlie, (Charlotte Lyne), die es verstanden hat uns über alle Maßen hinaus Rede und Antwort zu stehen und auf unsere verschiedensten Reaktionen immer wieder – ja fast schon liebevoll – mit unerschöpflicher Geduld einzugehen. :-*
    Kurz: Es hat wieder einmal mächtig Spaß gemacht.


    Liebe Grüssle
    Marion :winken:

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

  • Hallo Ihr Lieben,


    dann will ich doch auch mal "meinen Senf" dazu geben! ;D


    Das Buch:
    Natalia wird schon als kleines Kind verschleppt und wächst in Nowgorod als Leibeigene auf. Ihre gesamte Kindheit über erfährt sie v. a. Gewalt und Grausamkeiten und verweigert das Sprechen. Während dieser dunklen Jahre hört sie immer wieder von der goldenen Stadt Vineta, die nur Gutes für sie verheißt und ihr Paradies darstellt.
    Parallel dazu lernt der Leser die Brüder Warti und Bole kennen, die in Vineta aufwachsen. Obwohl sie Zwillingsbrüder sind, könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Warti als Erstgeborener ist nicht nur durch die Erbregelung in Vineta begünstigt, sondern auch mit gutem Aussehen und einem sonnigen Gemüt versehen. Bole hingehen muss die schwere Rolle des Zweitgeborenen tragen, erbt daher nichts und ist auch sonst vom Schicksal nicht so gut bedacht worden. Trotz ihrer Zuneigung in jungen Jahren zueinander, kommt es zum Zwist zwischen den Brüdern.
    Als Warti schließlich Natalia zur Ehefrau nimmt, spitzt sich die Situation zwischen den Brüdern genauso zu, wie die Situation in Vineta selbst.
    Vineta wird von den Christen als "Sündenpfuhl" angesehen und soll mit Gewalt zum Christentum bekehrt werden. In dieser gefährlichen Stimmung, versuchen die Hauptpersonen das Beste aus ihrem Schicksal zu machen.


    Die Charaktere sind dabei alle sehr vielschichtig gezeichnet und machen im Laufe der Zeit Entwicklungen mit, die sehr gut dargestellt werden. Dabei bietet jede Person auch sehr viel Stoff für den Leser zu analysieren, warum sie sich jetzt ausgerechnet so verhalten hat und welche Beweggründe dahinter stecken mögen. Kein Charakter ist einfach, sondern jede Figur muss vielschichtig betrachtet werden, was das Buch schon sehr spannend macht.
    Schön sind auch die teilweise sehr detailliert gezeichneten Nebenfiguren, die einem teilweise noch mehr ans Herz wachsen, als die Hauptfiguren und die so nette Schrullen haben, dass man sie einfach nur gern haben kann. ;D


    Vineta selber, die Bräuche und Eigenarten werden sehr bildhaft geschildert und ich konnte mir die Stadt mit ihren Toren, Gassen und anderen Dingen sehr bildhaft vor meinem inneren Auge vorstellen. Auch der Glaube an die verschiedenen Götter und Zeremonien, die für den jeweiligen Gott durchgeführt werden, werden sehr detailliert beschrieben und ich habe Neues über Götter erfahren, von denen ich bis dato noch nie was gehört hatte. Genauso wie ich jetzt auch mehr über Vineta selber weiß, nachdem ich bevor ich das Buch gelesen habe, noch nie was von Vineta gehört hatte! :-[


    Auch die Hintergrund-Informationen über die politischen Zustände in Dänemark wurden sehr geschickt eingebracht und auch wenn man irgendwann den Überblick über die ganzen Könige verliert, ist das sehr faszinierend zu lesen, welchen ständigen Streitigkeiten und Neuerungen Dänemark im 12. Jahrhundert unterworfen war.


    Das Buch liest sich insgesamt sehr flüssig und ich habe mich sehr schnell "eingelesen"! Es bietet einige unvorhergesehene Überraschungen, die ich teilweise nicht so gut, teilweise gut fand, die aber dazu beitragen, dass man das Buch nicht aus der Hand legen und immer weiter lesen muss.


    Insgesamt ein sehr interessantes und spannendes Buch, dass eine nicht vorhersehbare Wendung nimmt und mir sehr angenehme Lesestunden bescherte.


    Die Leserunde:
    Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Charlie, die uns super begleitet hat, sehr viel Hintergrund-Informationen zu Vineta, zu den Bräuchen usw. geliefert hat und sich immer sehr engagiert zu unseren Kommentaren und Meinungen geäußert hat. Vielen lieben Dank an dieser Stelle an dich, liebe Charlie, und ich freue mich auch auf die nächste Leserunde mit dir! :-* :winken:


    Liebe Mitleserinnen, es hat mir wieder außerordentlich viel Spaß gemacht, mit Euch zusammen über das Buch zu spekulieren, Eure Meinungen und Gedanken zu dem Buch zu teilen und einfach zusammen das Buch zu genießen. War wieder eine sehr schöne Runde! :-*


    Liebe Grüße
    Tammy

  • Herzlichen Dank, Ihr drei, dass Ihr Euch Zeit fuer ein so ausfuehrliches Fazit genommen habt. Darin stecken fuer mich jede Menge interessante Informationen, die mir weiterhelfen.
    Mir selbst (ich habe die Arbeit an dem Buch im Jahr 2005 abgeschlossen) kommt der Roman im Nachhinein sehr deutlich wie ein Erstling vor, weil seine Ecken noch nicht rund geschliffen sind, weil er seine Wendungen abrupt und zackig macht, noch keine fliessende Linie hat, sondern ein bisschen hoppelt. Eure Eindruecke scheinen mir das zu bestaetigen: Die Figuren sind noch maechtig grob und scharfkantig, ihr Gang ist noch abgehackt.
    Ich freu mich, dass Euch auch vieles gefallen hat, dass Ihr drangeblieben seid, dass Ihr mir so viel zum Nachdenken liefert. Und vor allem: Dass das Thema auf so viel Interesse stiess. Ich hoffe, der eine oder andere "buddelt" vielleicht ein wenig selbst nach Vineta.
    Es hat mir eine Menge gebracht, mit Euch mein Buch zu lesen, es waren hochinteressante Wochen.
    Vielen Dank, besonders auch fuer die sehr angenehme Atmosphaere (ich finde es besonders schoen, wie hier einer aufs Posting des anderen eingeht) und die souveraene Moderation.


    Alles Liebe von Charlie

  • Hallo allerseits! :winken:


    Nun mache ich mich auch endlich daran mein Leserundenfazit zu verfassen. In den letzten Tagen habe ich mich ja kaum noch getraut in den Threads zu den Abschnitten postem - aus Angst, ich könnte unabsichtlich jemand "spoilen", da ich so langsam nicht mehr auseinander bekomme, welches Geheimnis wann aufgedeckt wurde... :-[


    Zum Buch:
    Charlotte Lynes Erstlingsroman "Die Glocken von Vineta" führt seiner Leser in eine für historische Romane recht ungewöhnliche Szenerie: die legendäre Stadt Vineta.
    Im Zentrum des Geschehens stehen die beiden ungleichen Bruder Warti und Bole. Während Ersterer mit Glück und Erfolg gesegnet zu sein scheint, versinkt Bole zunehmend in einem Morast aus Frust und Eifersucht auf seinen Bruder. Die Situation scheint zu eskalieren als Bole sich mit Jula vermählt und Warti Natalia heiratet, die er aus dem fernen Nowgorod nach Vineta gebracht hat.
    Im weiteren Verlauf des Romans zieht drohendes Unheil auf - nicht nur für die handelnden Figuren der Geschichte, sondern auch für die Stadt Vineta...


    Charlotte Lyne läßt die legendäre Stadt Vineta durch ihre bildreiche Sprache und ihre lebhaften Beschreibungen vor den Augen ihrer Leser aus den Fluten der Ostsee auferstehen. Vor meinem inneren Augen konnte ich mir während der Lektüre jede Einzelheit Vinetas vorstellen und habe mitgelitten, als sich in der so lebendigen und friedvollen Stadt zunehmend alles zum Schlechteren wendet.


    Auch ihre Charaktere zeichnet Charlotte Lyne liebevoll und detailreich. Der Roman "Die Glocken von Vineta", ohnehin reich an einer Vielzahl von Personal - besticht insbesondere durch lebendige und eindrucksvolle Nebenfiguren, die dem Leser noch lange im Gedächtnis bleiben. Doch auch die Hauptfiguren sind vielschichtig und interessant, ohne klischeehaft zu wirken.
    Auch wenn ich mit Natalia und Warti, Jula und Bole während der Lektüre nie wirklich "warm" geworden bin (vermutlich, weil es mir nicht gelang, mich in ihr recht kompliziertes Innenleben hineinzuversetzen und mich auf diese Weise mit ihnen zu identifizieren), habe ich doch mit dem Umschlagen jeder einzelnen Buchseite stets wissen wollen, wie es mit Vineta und seinen Bewohnern weiter geht!


    Geschickt versteht Charlotte Lyne dem Leser darüber hinaus die doch auf langen Strecken recht fremde Kultur Vinetas (Polygamismus, fremde Götter und Feste etc.) vertraut zu machen und diese im Laufe des Romans in eher vertraute historische Sturkturen einzupassen.
    Als bemerkenswert empfinde ich außerdem die Parallelität von der Geschichte einer Familie und dem späteren Untergang der Stadt Vineta. Eines hängt mit dem anderen zusammen, ist untrennbar verbunden - und, wer wie ich, von der goldene Stadt Vineta beeindruckt ist, MUSS einfach wissen wollen, wie es mit Warti, Bole & Co weitergeht!


    Für Freunde ungewöhnlicher historischer Romane ist "Die Glocken von Vineta" ganz sicherlich eine Freude, für die Freunde fremder Schauplätze ein wahres Fest der Sinne!


    Zur Leserunde:
    Mädels, es war wieder eine große Freude mit euch gemeinsam zu lesen und zu spekulieren!!! :-*
    Liebe Charlie, ein ganz großes Dankeschön an dich für die äußerst informative und zeitintensive Begleitung dieser Leserunde! Ich finde es einfach klasse, welche Vielzahl von Zusatzinformationen du für uns bereitgestellt und mit welcher Offenheit du aus deinem Schriftstellerdasein berichtet hast! Vielen, vielen Dank! :-*
    Und natürlich auch ein dickes Dankeschön an dich, Miramis, für die gelungene Moderation! :-*


    Geez,
    Imlammenien :winken:

  • Da in diesem Leserundenfazit nun schon sehr viel zum Inhalt des Buches geschrieben wurde, spare ich mir diesen Teil und komme direkt zu meiner persönlichen Wertung.


    Da Vieneta (noch?) ein Mythos ist, fiel es mir sehr schwer dieses Buch als historischen Roman zu verstehen. Für mich war es ein phantastischer Roman (Mythos / Sage. o.a.) in historischer Umgebung.
    Dies schadete der Lektüre jedoch in keiner Weise, die Autorin schaffte es spielend ein lebendiges Szenario um die geheimnisvolle Stadt Vineta und deren Untergang zu erschaffen. Vielschichtige Charaktere rundeten die Geschichte ab.


    Die Leserunde als solche war sehr lebendig und hat sehr viel Vergnügen bereitet. Das lag zum einen an dem großen inhaltlichen Potential der Geschichte, an dem regen Austausch mit den anderen Leserinnen, wie auch an der wirklich tollen Begleitung durch die Autorin Charlie.


    Fazit:
    Bitte mehr von solchen wirklich schönen Leserunden.

  • Ganz schnell:
    Ich fahr wieder ein paar Tage auf Recherche und hab's leider (technische Total-Null ...) erst jetzt geschafft, herauszufinden, wie ich mich in das neue Forum einloggen kann.
    Deshalb nur in aller Eile ein ganz herzlicher Dank an Euch beide fuer Euer schoenes Fazit, das mich jetzt sehr vergnuegt losfahren laesst.
    Spaetestens Montag sollte ich wieder Internet haben, dann melde ich mich noch einmal ausfuehlich.


    Bis dahin bedank ich mich noch einmal und wuensch' Euch allen ein schoenes Wochenende.
    Alles Liebe von Charlie

  • So, ich bin wieder verkabelt, habe jetzt auch den Einlogprozess verinnerlicht und kann mich somit noch einmal herzlich bei Euch bedanken.
    Die Runde war fuer mich sehr interessant und aufschlussreich, ich habe einiges daraus gelernt und hoffe, dass es mir gelingt, davon in Zukunft etwas umzusetzen. Dass viele von Euch mir ermoeglicht haben, Euch intensiv beim Lesen zuzuschauen und somit zu erleben, was funktioniert und was nicht funktioniert hat, weiss ich sehr zu schaetzen.
    Vielen Dank fuer Eure Muehe, Eure Zeit, Eure ausfuehrlichen Eindruecke, Eure Ideen! Vielen Dank auch fuer die freundliche Atmosphaere, in der es kein Problem ist, unterschiedlicher Meinung zu sein. Besonders gefreut hat mich, dass viele sich fuer das Thema interessierten, Fragen stellten, selbst nachforschten. Das war mein groesster Wunsch beim Schreiben des Romans.


    Ich wuensch' Euch einen schoenen Start in eine erfreuliche Woche und freue mich darauf, wieder mit Euch zu lesen - das naechste Mal vielleicht Tereza Vaneks Roman?


    Alles Liebe und noch einmal vielen Dank,
    Charlie

  • Hallo,


    dann bleibt mir das Schlußwort, wobei natürlich die Leserunde noch weiter offen bleibt, so dass ihr gerne noch eure Eindrücke (vielleicht auch mit ein bisschen Abstand zur Lektüre) zum Besten geben könnt.


    Liebe Charlie, vielen Dank für deine gewissenhafte und engagierte Begleitung dieser Leserunde! Es hat viel Spaß gemacht, deine Beiträge zu lesen und über dein Buch zu diskutieren, und du bist wirklich sehr intensiv und ausführlich auf die einzelnen Lesermeinungen eingegangen. Die zusätzlichen Informationen zur Vineta-Sage waren eine hervorragende Ergänzung zum Verständnis des Romans. Ich drücke dir die Daumen, dass "Die zwölfte Nacht" ebenfalls ein Erfolg wird und sehe deinem Dolomiten-Roman mit Spannung entgegen.


    Natürlich auch ein herzliches Dankeschön an meine Mitleserinnen für das nette Miteinander und die ausgiebigen Diskussionen, mit denen ihr diese Leserunde bereichert habt - wir lesen uns bestimmt bald wieder. ;)


    Mein Fazit zum Buch:


    Ich fand es unheimlich reizvoll, dass dieser historische Roman in einer so vernachlässigten Ecke wie der Ostsee angesiedelt ist. Gerade von Vineta hatte ich zuvor noch nie etwas gehört und war daher sehr beeindruckt von dieser Stadt, deren genauer Standort bis heute nicht feststeht. Daher hatte der Roman für mich einen sehr mythischen Anstrich, und mir hat es sehr gut gefallen, wie Charlotte Lyne diesem Mythos zum Leben verhilft.


    Besonders gut ausgearbeitet fand ich den Kontrast zwischen dem alten Götterglauben und dem Christentum, das sich unaufhaltsam auch im Norden ausbreitet. Vineta wird als mittelalterliche, mulitikulturelle Stadt dargestellt, die allerdings durch den Bekehrungsauftrag der Christen eine Zerreißprobe erlebt, die durch die wirren politischen Verhältnisse des 12. Jahrhunderts, insbesondere denen der benachbarten Dänen, noch verstärkt wird. Eingebettet in dieses Zeitalter des Umbruchs ist die Geschichte einer Familie, die mit dem Schicksal von Vineta eng verbunden ist.


    Diese Verknüpfung der Familiengeschichte mit den Geschicken der Stadt ist sehr gut gelungen, und am Ende der Lektüre stand für mich die Erkenntnis, dass die Schicksale einzelner Menschen durchaus Einfluss auf das Wohl eines ganzen Volkes haben können. Leider waren die Hauptfiguren für mich nicht immer greifbar; durch den häufigen Perspektivenwechsel entglitten sie mir immer wieder, und manche Handlungen konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Diese Schwäche des Romans wird allerdings von ein paar wirklich liebenswerten Nebenfiguren ausgeglichen, die die Geschichte über weite Strecken hinweg tragen.


    Insgesamt hat der Roman eine düster-tragischen Grundton, und über einen Mangel an Spannung und Überraschungen kann ich mich nicht beschweren. Auch das Ende ist auf seine ganz spezielle Weise gelungen und lässt viel Spielraum für die eigene Phantasie. Mir haben "Die Glocken von Vineta" ein paar schöne Lesestunden beschert und ich freue mich sehr, dass hier mal jemand die ausgetretenen historischen Pfade verlassen hat und frischen Wind in dieses Genre bringt.


    Viele liebe Grüße :winken:
    Miramis


  • . Ich drücke dir die Daumen, dass "Die zwölfte Nacht" ebenfalls ein Erfolg wird und sehe deinem Dolomiten-Roman mit Spannung entgegen.


    Danke, Miramis!
    Das ist sehr nett von Dir (und ich kann der Tage auch wirklich praktisch nur an Twelfthnight denken) - but what's wrong with Portsmouth???


    Dein Fazit habe ich mit besonders viel Freude gelesen, weil Du Punkte ansprichst, die mir sehr wichtig waren.


    Dir besonders herzlichen Dank fuer die souveraene und freundliche Moderation.


    Alles Liebe von Charlie

  • Danke, Miramis!
    Das ist sehr nett von Dir (und ich kann der Tage auch wirklich praktisch nur an Twelfthnight denken) - but what's wrong with Portsmouth???


    Gar nichts, da freue ich mich nämlich schon sehr drauf. Allein wenn ich das Bild sehe, fange ich an zu Träumen, soviel Wasser! ;D
    Falls Miramis das bei deinen vielen tollen Büchern nicht einfach nur vergessen hat, könnte ich auch noch etwas Überzeugungsarbeit leisten - wir haben da noch eine kleine Rechnung offen. ;D

  • Danke, Seychella!


    Ist das nicht wundervoll?
    Portsmouth ist eine der liebenswertesten Staedte, die ich kenne - eine vom Meer gemachte Stadt mit achthundert Jahren vom Solent gepraegter Geschichte.
    Nichts, wirklich nichts gegen Southampton, aber Portsmouth IST der Solent.


    Ja, Seychella, bitte leiste noch Ueberzeugungsarbeit - ich habe den Leuten von Portsmouth, die mich unermuedlich und begeistert bei der Recherche betreut haben, versprochen: Ich erzaehl ueberall, wie schoen Portsmouth ist.


    Portsmouth ist schoen!


    Alles Liebe von Charlie

  • :winken:
    Zum Buch habt ihr ja schon einiges geschrieben, ich möchte Wiederholungen vermeiden, deshalb nur dies:


    Ich bin sehr froh, "Die Glocken von Vineta" gelesen zu haben, denn weder von Vineta noch vom Leben in jenem Jahrhundert hatte ich vorher eine Ahnung. Die Figuren waren mir nicht alle sympathisch, mit einigen konnte ich mich so gar nicht anfreunden, aber lebendig waren sie alle. Jede einzelne Seite des Buches habe ich genossen, die Sprache fand ich so toll, dass ich am liebsten ins Buch gekrochen wäre.
    Ein Fan von historischen Romanen bin ich nicht, ich lese keine, wenn es sich vermeiden lässt, aber nach nur ein paar Kapiteln dieses Buches bestellte ich mir "Die zwölfte Nacht", den neuen Roman von Charlotte Lyne. Ich glaube, das sagt alles ;) .


    Die Leserunde war toll 8) . Sehr interessant, aber auch zeitweise sehr anstrengend, da es viele Beiträge zu lesen gab (und viel zu wenig Zeit).
    Freue mich schon auf die Leserunde zu "Die zwölfte Nacht" ;) .


    ***
    Aeria

  • Das macht mich verlegen und sehr, sehr froh, Aeria.
    Vielen Dank fuer ein so schoenes Fazit zum Feierabend.
    Ich hoffe, Du hast mit Twelfthnight ein bisschen Freude.


    Alles Liebe - und Dir auch eine so schoene Nachricht zum Feierabend von wo immer Du sie Dir wuenschst,
    Charlie


  • Falls Miramis das bei deinen vielen tollen Büchern nicht einfach nur vergessen hat....,


    ...hat sie... :-[


    Da ist ja noch ein Buch in der Pipeline, Charlie, das geht ja wie Brezlbacken bei dir. Für Portsmouth drücke ich natürlich auch die Daumen. ;)



    ...könnte ich auch noch etwas Überzeugungsarbeit leisten - wir haben da noch eine kleine Rechnung offen. ;D


    Au ja bitte! ;D


    Viele liebe Grüße :winken:
    Miramis

  • Das war ein bisschen "auf Halde" geschrieben, Miramis. (Vineta hab ich ja schon 2004/5 gechrieben)
    Der neue kommt im Oktober beim Bertelsmann Club und im Fruehsommer 2009 bei Rowohlt.


    Aber dann ist erstmal Luft, jetzt muss ich naemlich hechelnd hinterherschreiben.


    Habt alle einen schoenen Restabend!


    Alles Liebe von Charlie

  • Ach ja... :-[, hier kommt denn noch ein Nachzügler. Mit dem Buch bin ich natürlich schon lange durch, aber ich bin im Moment so uninspiriert was das Rezi schreiben anbelangt ::).
    Das liegt natürlich nicht am Buch, nur an einer total einfaltslosen Phase die ich durchlaufe. Habe hier haufenweise angefangene aber nie beendete Rezi auf irgendwelchen Zetteln rumfliegen. ::)


    Egal, trotzdem gibt es von mir ein paar Worte zum Buch und zur Leserunde.


    Auch mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Sprache, ein bisschen altmodisch und darum sehr schön zum Buch passend.
    Auch wenn ich einige Seiten gebraucht habe um einen Leserythmus zu finden, war ich erst mal drinn, ging das lesen dann von selbst.
    Von Anfang an hat mich die Handlung in Vineta mehr interessiert als die in Nowgorot und daher fand ich den Teil, der über Natalias Kindheit erzählt, ein klein bisschen zu lang geraten. Nicht uninteressant, aber ich wollte eigentlich immer in Vineta sein.
    Die Stimmung, der Handlung in Vineta war teilweise sehr mystisch, anfangs hatte ich noch Angst das Buch könnte ins fantastische abdriften, was mir nicht gefallen hätte, aber die Autorin hat sich da immer elegant durchgehangelt und nichts passieren lassen, was sich nicht mit dem (Aber)Glauben und der Religion der Menschen erklären ließe.
    Also für mich auf jeden Fall ein historischer Roman und kein Gemisch aus Fantasy und historisch.


    Die Geschichte war immer interessant und spannend in der Entwicklung. Hinweise auf den weiteren Verlauf der Geschichte wurden von der Autorin zwar in die Geschichte eingestreut, wie sie uns erzählt hat, allerdings so gut versteckt, dass ich die Hinweise nie erkannt habe.
    Somit kamen die Ereignisse für mich immer überraschent. Es passiert sehr viel und manchmal sehr rasent. An der ein oder anderen Stelle fühlte ich mich von den Entwicklungen etwas überrumpelt und hätte mir mehr Länge gewünscht.


    Die Figuren waren sehr vielschichtig und für mich sehr undurchschaubar. Auch wenn mir nicht alle Entscheidungen, die die Figuren im laufe der Geschichte getroffen haben, gefallen haben, fand ich sehr gut, dass das Buch für mich nie vorhersehbar war.


    Das Ende war dann tragisch-schön, ein ausgesprochen gelungenes Ende. Das mich auch mir einer Hauptfigur wieder versöhnt hat die zwischenzeitlich meine Sympathien verloren hatte.


    Fazit: Ein sehr schöner historischer Roman, der, wenn ich noch mal die Worte der Autorin ziteren darf, vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas hoppelt, dessen sehr guter Gesamteindruck darunter aber nicht leidet.


    Zur Leserunde:
    War wieder toll mir euch zu lesen. :-* Viele alte Bekannte und viele Gespräche die zustande gekommen sind. Was unterstützt wurde von einer sehr engagierten Autorin. Die immer sofort zur Stelle war um sich mit uns auszutauschen. Danke Charlie, dass du dir auch so viel Zeit für die Leserunde genommen hast :-*.


    Ich hoffe dann auf ein baldiges Wiedersehen zur zwölften Nacht. ;)

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen

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