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  • Hier ist Platz für die Rezensionen und Meinungen (zur Leserunde allgemein), die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler in den Rezensionen und verratet nichts Handlungsrelevantes.

  • Hallo liebe Leserunde,
    hallo liebe Ju,


    da ja nun (fast?) alle durch das Buch durch sind, mache ich mich jetzt mal an mein Fazit. Natürlich bleibe ich euch darüber hinaus noch in der Leserunde erhalten, ist ja klar! :)



    Zum Roman:


    München zur Zeit des Bayernkönigs Ludwig II.: Ein mysteriöses, magisches Manuskript wird vermisst, mit dessen Hilfe der jeweilige Besitzer die Welt nach seinem Gusto schaffen können soll. Eine Vielzahl düsterer Gestalten hat sich auf die Jagd und damit auf den Weg in das beste Hotel am Platze gemacht, in dem das Manuskript angeblich versteckt sein soll. Der britische Agent Delacroix soll, assistiert von zwei bayerischen Leutnants und einem Magier, im Auftrag des bayerischen Königs das Manuskript finden, bevor es ein anderer tut – doch die Zahl der Gegner ist hoch und diese sind ausgesprochen gefährlich. Schon bald weiß Delacroix nicht mehr, wem er überhaupt noch trauen kann.
    Ebenfalls im Hotel hält sich Corissande Jarrencourt auf, eine junge Dame, die in München nach einem gutsituierten Ehemann sucht, aber selbst voller Geheimnisse steckt...


    Mit ihrem Roman „Das Obsidianherz“ gelingt der Autorin Ju Honisch ein innovatives Genre-Mix aus Fantasy, Mystery-Thrill und historischem Roman gewürzt mit einem Schuss Liebe und Romantik (obwohl es ehrlich gesagt schwierig, wenn nicht unmöglich, ist, diesen Roman einer bestimmten Sparte zuzuordnen).
    Ju Honischs Sprache ist klar verständlich und in ihrem Stil der Zeit und den handelnden Personen angepasst. Besonders hervor sticht der oftmals trockene, hin und wieder auch zynische Humor der Autorin, die einen ausgesprochen Sinn dafür besitzt simple Dialoge mit Wortwitz aufzupeppen und niveauvolle Situationskomik herzustellen.
    Die Charaktere sind farbenfroh und stimmig gezeichnet. Die Tatsache, dass sich im Verlauf des Romans nicht jeder als der entpuppt, der zu sein er behauptet hat, macht den Handlungsablauf ungleich spannender. Dabei vermeidet Ju Honisch es geschickt in Klischees abzudriften, den jede ihrer Figuren besitzt Züge, die der Leser lieben, aber auch hassen kann.


    „Das Obsidianherz“ ist ein spannender Roman jenseits der Grenzen einzelner Genres und sollte jedem Freude machen, der bereit ist sich auf eine neue Art „Geschichte“ einzustellen. Mystery-Fans werden hier ebenso bedient wie Freunde von Fantasy-, Abenteuer- und Liebesromanen, und die Verbindung obiger Elemente macht den besonderen Reiz des Romans aus.
    Ach ja, zu erwähnen ist natürlich noch, dass beinahe die gesamte Handlung im Innern eines luxuriösen Hotels spielt, ohne dass der Roman dadurch auch nur einen Augenblick an Spannung verliert.


    Ein Fest für die Freunde von Spannungsliteratur und unbedingt zu empfehlen für die Lektüre an einem verregneten Herbsttag!



    Zur Leserunde:


    Mädels, ich habe es sehr genossen mit euch zu lesen, zu spekulieren und unterschiedliche Meinungen zum Roman auszutauschen. Immer wieder macht es einfach viel mehr Spaß in einer Leserunde zu lesen als allein, und ich empfand es als Bereicherung eure Ansichten und Meinungen kennen zu lernen! :-*
    Ein Dankeschön geht natürlich an unsere Moderatorin, Miramis! :-*
    Und ein besonders dickes Dankeschön geht an dich, Ju, für das unermüdliche Beantworten unserer Fragen, die Einblicke in deinen Schaffensprozess - und natürlich dafür, dass du "Das Obsidianherz" geschrieben hast! :-*
    Mir hat die Lektüre großen Spaß bereitet und ich würde mich freuen, wenn wir uns in einer Leserunde zum Nachfolgerband wieder lesen würden!


    Geez,
    Imlammenien :winken:

  • Hallo,
    auch ich möchte mich ganz herzlich bei allen LeserInnen bedanken. Es hat sehr viel Spaß gemacht und war sehr aufschlussreich zu erleben, wie so ein Buch ( zu dem man ja als Autorin wenig Abstand hat) wahrgenommen wird. Wenn es Euch gefallen hat, freue ich mich um so mehr und hoffe, dass Ihr von Eurer Macht als Leser Gebrauch macht und Euer Gefallen "weithin kundtut". Große Verlage können große Summen ins Marketing blasen, kleinere Verlage sind darauf angewiesen, dass den Lesern ihre Produkte tatsächlich gefallen und sie das auch laut von sich geben. :)


    Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß beim Lesen und würde mich freuen, auch mit weiteren Büchern hier wieder mit dabei zu sein.


    Eure Ju Honisch


  • Wenn es Euch gefallen hat, freue ich mich um so mehr und hoffe, dass Ihr von Eurer Macht als Leser Gebrauch macht und Euer Gefallen "weithin kundtut". Große Verlage können große Summen ins Marketing blasen, kleinere Verlage sind darauf angewiesen, dass den Lesern ihre Produkte tatsächlich gefallen und das auch laut von sich geben. :)


    Ich habe meine Rezi soeben bei amazon eingestellt. Meiner Begeisterung ob der Lektüre des "Obsidianherz" gibt sie wohl recht deutlich Aufschluss, oder?! ;)
    Darüber hinaus habe ich das Buch bereits auf meiner Weihnachtsgeschenke-Liste für eine Freundin vorgemerkt... (Hach, was ist das schön, wenn man im August quasi schon das erste Weihnachtsgeschenk weiß!) ;D
    Das ist schon mal ein Anfang in Sachen Werbung, oder?!


    Ju, auf den nächsten Band bin ich schon mächtig gespannt!!! 8)


    Geez,
    Imlammenien :winken:


  • Vielen Dank! Ja... Weihnachten ist bald... :winken:

  • Das kommt davon, wenn man seinen Kommentar an so vielen Stellen loswerden muß: dort, wo er eigentlich hingehört, vergißt man ihn ::)


    Zum Buch
    Eine Genreeinordnung dieses Buches ist nur schwer möglich, weil es so viele Richtungen in sich vereint, aber gerade daraus bezieht es auch seinen besonderen Reiz. Das Setting ist historisch genug, um glaubwürdig zu sein, phantastisch genug, um den Leser staunen zu lassen, mysteriös genug, um ihn ab und an zu erschrecken und zu gruseln, sorgt für harmlose Schmunzler und laute Lacher und ist romantisch ohne in Herz-Schmerz zu versinken. Die Handlung konzentriert sich fast ausschließlich auf das Hotel, gerade aus dieser erzwungenen Enge, dem Fehlen einer Fluchtmöglichkeit, ergeben sich aber auch eine Reihe von Spannungsmomenten, so daß das Umfeld keineswegs langweilig wird, sondern eher kammerspielartig eine Verstärkung der Atmosphäre schafft.


    Die wesentlichen Charaktere überzeugten mich durchgehend, auch wenn mir ihre Reaktionen nicht immer gefielen, so waren sie doch in sich logisch und konsequent. Durch die schnell wechselnden Perspektiven in relativ kurzen Kapiteln bekommt jeder Charakter die Gelegenheit, seine Gedanken und Motive zu präsentieren, die einen tun es recht offen, die anderen etwas subtiler, aber interessant und angemessen waren sie alle. Besonders eindrucksvoll waren dabei die Situationen, die aus der Wahrnehmung von mehr als einem Charakter beschrieben wurden, sowie die Kapitel des Schattens. Die Möglichkeiten und Bedingungen der Obsidianwelt werden angedeutet und vermitteln bei aller Düsternis Lust auf mehr.


    Ein paar winzige Kleinigkeiten haben mich persönlich gestört, dazu gehört eine Jägergruppe, die am Anfang sehr prominent vorgestellt wird, dann aber sang- und klanglos verschwindet, aber auch Aktionen, die nach den zuvor notwendigen Anstrengungen irgendwie zu leicht erschienen. Insgesamt aber ist das abschließende Bild stimmig, die Geschichte in sich abgeschlossen, auch wenn genügend Ansätze für weitere Ausflüge in diese Welt gegeben sind. Die äußere Präsentation des Buch mit den Schriftzügen einer Feder und zugehörigen „Tintenklecksen“ paßt sehr gut zum Inhalt, ein spoilerfreies Peronenregister am Anfang und ein Glossar am Ende runden den guten Eindruck ab. Wer bereit ist, sich auf den ungewöhnlichen Mix an Zutaten einzulassen, wird hier mit toller Unterhaltung belohnt.



    Zur Leserunde
    Wie so oft gilt auch hier, daß das Buch durch das gemeinsame Lesen, Spekulieren und einander Verwirren noch gewinnt ;D Es hat viel Spaß gemacht, mit Euch durch das Hotel zu streifen und ein besonderer Dank geht an Ju für die nette Begleitung und die interessanten Zusatzinfos, die ebenfalls dazu beitragen, ein Buch über seinen eigentlichen Inhalt hinaus schön anzureichern. Ich hoffe, daß wir uns mit der Obsidianwelt hier noch einmal wiedersehen. Ich wäre jedenfalls gerne dabei :winken:


    Schönen Gruß,
    Aldawen

  • Und hier kommt auch noch mein Fazit:


    Zur Leserunde:


    Da gab es ja wieder einiges zu spekulieren und zu hinterfragen, deswegen fand ich die Leserunde sehr lebendig und dynamisch. Vielen Dank allen Teilnehmern für ihre Beiträge und natürlich auch ein herzliches Dankeschön unserer Autorin Ju Honisch für ihr engagierte Begleitung :-*, ebenso wie Morpheus von Feder & Schwert, der uns ein wenig hinter die Kulissen des Verlagswesens blicken ließ. Ich hoffe, ihr haltet uns auf dem laufenden, was die Origin-Reihe im allgemeinen und die Obsidianwelt im besonderen betrifft - ich jedenfalls bin sehr gespannt auf weitere Veröffentlichungen.


    Zum Buch:


    "Das Obsidianherz" hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Eine außergewöhnliche Geschichte und ein bunter Mix aus verschiedenen Genresplittern ließen mich eine literarische Achterbahnfahrt erleben, die es in sich hatte.


    Der historische Anteil der Geschichte bietet ein dichtes Bild aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, was sich im Verhalten und der Ausdrucksweise der Protagonisten wiederspiegelt. Die klassische Rollenverteilung der Geschlechter und starre Moralvorstellungen prägen anfangs das Geschehen.


    Doch da der Roman auch einen guten Anteil Horror und Phantastik in sich hat, gehen die Figuren bald ihre eigenen Wege abseits von dem, was als schicklich gelten würde. Ein Schattenwesen bedroht die ganze Welt und kann nur durch nach damaligem Verständnis unkonventionelle Methoden bekämpft werden, wodurch so mancher der Protagonisten des öfteren über seinen Schatten springen muss. Die Abschnitte, in denen die Obsidianwelt beschrieben wurde, haben mir besonders gut gefallen; inhaltlich und auch sprachlich bilden sie einen Kontrast zur Haupthandlung und vermitteln gekonnt das Dasein in einer Welt jenseits unseres Vorstellungsvermögens, abseits von Zeit und Raum.


    Außerdem hat der Roman auch einen guten Schuss Romantik und gerade diese Note hat für mich sehr gut dazugepasst - sie lässt es zwischen den Figuren knistern und bietet bei all der Dramatik und Aufregung auch ein paar sehr gefühlvolle Szenen, die mich ziemlich gefesselt und berührt haben. Natürlich sind die Übergänge zwischen den Genreanteilen völlig ineinander fliessend und harmonisch; daher lässt sich der Roman auch in keine Schublade pressen, was ihn für mich umso reizvoller macht.


    Der häufige Perspektivenwechsel, der mich in anderen Romanen schon oft gestört hat, bewirkt hier ein intensives Miterleben mit allen Protagonisten und ist so abwechslungsreich gestaltet, dass ich nie eine Figur aus den Augen verlor, sondern vielmehr jede von ihnen umso besser kennenlernen und einschätzen konnte. Überhaupt hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass jede Figur ihre Gedanken auch ausleben durfte und nicht durch etwaige Kürzungen verstümmelt wurde. Die Charakterzeichnungen finde ich sehr ausgefeilt und es gibt sowohl Figuren, die durch eine klischeehafte Zeichnung einschätzbar bleiben, wie auch ambivalente Charaktere, die für jede Menge Überraschungen gut sind.


    Unglaublich finde ich, wie dynamisch die ganze Geschichte auf den Leser wirkt, obwohl sie doch größtenteils an ein und demselben Ort bleibt, nämlich einem Münchener Luxushotel. Hier geht es allerdings treppauf - treppab und die Protagonisten bleiben immer in Bewegung. Erst gegen Ende gibt es einen fulminanten wie ausgeklügelten Showdown, der die Grenzen des Hotels überschreitet.


    Sprachlich hat Ju Honisch meinen Lesenerv voll getroffen; ich habe mich mit dem Sprachstil sehr wohl gefühlt, der mir immer ein wenig das Gefühl gab, einen alten Klassiker zu lesen. Eine Kuriosität in diesem Zusammenhang ist für mich, dass der Roman ursprünglich von der Autorin in Englisch geschrieben und erst später von ihr selbst ins Deutsche übersetzt wurde. Erwähnenswert ist auch die liebevolle Aufmachung im Rahmen der Origin-Reihe von Feder & Schwert, die ich sehr gelungen finde.


    Alles in allem: ein brillantes Stück Literatur jenseits des Mainstreams, das perfekt für Leser mit Lust auf anspruchsvolle Unterhaltung ist.


    :buchtipp:


    Viele liebe Grüße :winken:
    Miramis

  • Zum Buch:


    Ein spannender Mix aus Historien- und Fantasyroman erwartet den Leser bei der Lektüre von "Das Obsidianherz".
    In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts treffen in einem Münchner Hotel einige sehr verschiedene Charaktere aufeinander: Eine internationale Gruppe von militärischen Jägern des Übernatürlichen, eine verbissene inquisitorische Bruderschaft, ein Angehöriger der verleugneten übersinnlichen Rasse der Sí - und eine junge Frau samt Gefolge auf der Suche nach einem standesgemäßen Ehemann.
    Sie alle werden Teil eines lebensgefährlichen Wettlaufs um ein geheimnisvolles Pergament, das die Existenz der Welt auslöschen könnte. Und jeder von ihnen erlebt ungeahnte Dinge und wird nicht mehr der selbe sein wie zuvor.


    Die erfrischend neuen Ideen sowie der herrlich ironische Schreibstil der Autorin Ju Honisch sorgen für beste Unterhaltung beim Lesen des Buches. Es gibt kaum vorhersehbare Wendungen, und die Klischees, die bedient werden, ergeben alle einen gut kalkulierten Sinn. Die Charaktere sind äußerst originell und konsequent gezeichnet. Wenn sie auch nicht immer so reagieren, wie ich es mir als Leser gewünscht hätte, bleiben sie doch stimmig und äußerst menschlich (oder auch nichtmenschlich).


    Das Spielen mit den Sitten und Konventionen der Zeit, die zu Zeiten ganz im Gegensatz zu den Wünschen und Gefühlen der Handelnden stehen, gelingt bestens und führt zu manchem Lacher.
    Gut dosierte Romantik ist ein weiteres Element im Roman, das zum Leseerlebnis beiträgt.


    Alles in allem freue ich mich schon jetzt sehr auf eine Rückkehr ins Obsidianuniversum. :winken:

    Zur Leserunde:

    Meine zweite Leserunde hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Diskussionen mit Euch, liebe Mitlesern, waren spannend und anregend. Die Kommentare und Erklärungen Deinerseits, liebe Ju, haben den Spaß und das Verständnis noch weiter gesteigert. Vielen Dank für Dein großes Engagement! :klatschen:

    &quot;Book-love, I say again, lasts throughout life, it never flags or fails, but, like Beauty itself, is a joy forever.&quot; <br />~ Holbrook Jackson

  • Das Buch wurde liebevoll ausgestattet, die kleinen Tintenklecks-Bilder am Anfang jedes Kapitels finde ich sehr individuell – sie gefallen mir nicht nur, sondern laden auch ein wenig zum Träumen ein. “Das Obsidianherz” lässt sich genremäßig in keine Schublade quetschen, sondern besteht aus den verschiedensten Elementen. Für mich ist es eine Mischung aus phantastischem und historischem Roman, gut gewürzt mit einer “schaurigen” Atmosphäre und einem Schuss Romantik.


    Durch die gelungene Einleitung wird gleich klar, dass das München dieser Geschichte zwar einige historische Personen bietet, aber durch Magie und Fabelwesen (die dort Fey und Sí genannt werden) auch anders ist. Meine Befürchtung, dass mir das ganze Drumherum zu bayerisch werden könnte, hat sich glücklicherweise nicht erfüllt. Es gab nur ein paar kleine regionale Eigenheiten, da hatte ich mit den vielen französischen Ausdrücken doch deutlich mehr Gewöhnungsschwierigkeiten. Die Handlung spielt größtenteils in einem Hotel, was ich bei der abwechslungsreichen Handlung aber gar nicht richtig wahrgenommen habe. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, diese Welt und die vielen interessanten Figuren kennen zu lernen.


    Die Erzählperspektive ändert sich oft, die Übergänge sind dabei aber immer fließend. Sie behindern sich nicht, sondern ergänzen – und manche Szenen erlebt man so aus der Sicht von mehreren Personen. Es gab die unterschiedlichsten Charaktere, sowohl geradlinige und leichter einzuschätzende als auch Figuren mit Widersprüchen und einigen Überraschungen. Ein großer Vorteil waren meiner Meinung nach auch die vielen Rückblenden, durch die man fast alle Personen und ihren Hintergrund näher kennen lernen und einen Bezug aufbauen konnte.
    Der manchmal auch schwarze Humor und die ironischen Anspielungen haben genau meinen Geschmack getroffen, vieles wurde mit einem Augenzwinkern beschrieben – und das war für mich der perfekte Ausgleich zu den eher “schaurigen” Szenen. Momente, so unterschiedlich wie das Wetter – und durchbrochen von Emotionen, von der wunderbaren Romantik zum Ende hin mal ganz zu schweigen. ;D

  • So nun meine bescheidene Rezi: :P


    Zum Inhalt:
    Ein geheimnisvolles Manuskript, mit dem man die Welt nach seinen wünschen verändern bzw. beherrschen kann, wird von den verschiedensten Parteien gesucht. Nachdem es von jemand Unbekannten entwendet wird, steht ein ganzes Münchner Nobelhotel unter einem magischen Bann, der alle übernatürliche Wesen gefangen hält. Die Personen in ihm, sollen bald einen Höllentrip erleben, wobei nicht nur der Stolz, die Liebe und das Leid auftreten werden. Neben tapferen Soldaten, einer arroganten Opernsängerin, finden sich auch Magier und andere übernatürlich Wesen im Hotel. Die junge Corrisande sucht derweile im selbigen ihren "Traummann", muss aber bald feststellen, dass dies kein Aufenthalt wie immer ist. Jeder wird in den Fall verstrickt und bald merken alle, dass nichts so ist wie es scheint und sich ihre Welt verändern wird- besonders die der Corrisande.



    Meinung:
    Die Idee mit den übernatürlichen Wesen der Fey ist schön ausgedacht. Aus den verschiedensten Perspektiven erfahren wir nicht nur etwas über die Charaktere, sondern auch immer häppchenweise etwas über die Beschaffung des Manuskriptes oder der Vernichtung des Bösen. Dadurch entstehen manchmal Wiederholungen, die mir auch oft zu viel waren. Aber man hat auch das Gefühl direkt über allen zu stehen und mehr zu wissen, als die Figuren. Diese sind sehr gut ausgearbeitet und kommen glaubwürdig rüber. Sie gehören verschiedensten "Gattungen" und Herkünften an , aber machen auch eine Entwicklung im Roman durch.


    Der Leitfaden ist durchgängig gut, aber im mittleren Teil wurde es mir zu langatmig, da die Geschichte des Manuskriptes nicht vorankam, sondern immer um den heißen Brei geredet wurde. Später merkt man, dass es für die Charktere und den Showdown wichtig ist. Die Spannung ist hauptsächlich im ersten und letzten Drittel zu finden und es liest sich immer sehr leicht, aber nicht anspruchslos. Die Sprache enthält keine ständigen Wortwiederholungen, sondern ist durchdacht und reif. Dafür ein großes Lob an die Autorin. Ebenso die Perspektivwechsel und die etwas ältere Sprache der Figuren überzeugt.


    Interessant ist, dass der Roman fasst nur im Hotel spielt und man trotzdem nie davon zu wenig bekommen kann. Im Buch selbst gibt es immer wieder bestimmte Leitthemen, die mir aufgefallen sind. Zum einen geht es um Sehnsucht. Nach richtiger Liebe, nach Blutdurst, nach Anerkennung und Macht. Besonders, die Liebe suchen einige Figuren in diesem Buch, aber auf verschiedenste Weise. Auch der Wunsch nach Freiheit und dem Ausbrechen aus gesellschaftlichen Korsetts treten hervor, besonders bei der Corrisande. Interessant ist auch, dass Rassismus miteingesponnen wurde. Denn ein z.b. verrückter Magier , der sich an der Menschheit für all den Pein rächen will , erinnert sehr an die Nazis oder Verurteile gegen andere Wesen bzw. Schichten treten auf.


    Im Ganzen ein sehr gutes Buch. Meine Bewertunge hat Abstriche, die wohl sehr subjektiv sind. Da ich den mittleren Teil viel schwächer als die anderen fand und wirklich riesige Motivation aufbringen musste, wegen der teilweise langamtigen Sprache, weiterzulesen. Auch hätte ich mir mehr über das Manuskript gewünscht, was eher nebensächlich ist und wohl erst in folgenden Romanen mehr beleuchtet wird. Das fand ich schade, es hätte ruhig mehr Verschörungstheorien geben können. Aber der elegante Stil mit historischen und fantastischen Elementen in dieser Art Liebesroman, fügen sich perfekt ein.


    Ich geben 7/10 Punkten. ;D



    Zur Leserunde:
    Tja es ist peinlich, dass ich wohl als Einzigste Probleme mit dem Buch hatte. Ich danke allen, die mich motiviert hatten, weiterzulesen. Mir wurde es zu langatmig im Mittelteil und da ich mich um meinen kranken Vater kümmerte, war ich wohl etwas angespannt. Jetzt muss ich sagen, ich bin ich glücklich, doch zuende gelesen zu haben. DANKE!! Auch Ju hat uns schöne literarische Leckerbissen angeboten mit vielen HIntergrundinfos. Ich bedanke mich auch bei dir- auch wenn ich leider vollkommen hinterher gehinkt habe.
    :-*

  • Hallo Ihr Lieben,


    so, dann wird es jetzt dann wohl doch noch endlich Zeit, dass ich auch noch mein Fazit zu diesem Buch abgebe. Im Moment hinke ich wohl überall ein bisschen hinterher. Tut mir leid! :-[


    Das Buch:
    In München im 19. Jahrhundert treffen sich die verschiedensten Menschen und andere Wesen in einem Luxushotel. Die einen suchen nach einem geheimnisvollen Skript, dass nicht in falsche Hände geraten darf, während andere auf der Suche nach dem perfekten Ehemann sind. Corissande, ein junges Mädchen, dass zwar einen nicht so astreinen Lebenslauf aufweisen kann, aber dies gut verbergen kann, sucht einen Ehemann, mit dem sie ein vorbildliches Leben führen kann. Dabei wird sie tatkräftig von Eliza, ihrer Anstandsdame unterstützt, die jedoch auch ein anderes Bild von sich vorspielt, als es der Wahrheit entspricht. Die Damen geraten unverhofft zwischen die Fronten, der Manusskript-Jäger: Eine Gruppe, die das Manusskript sichern möchte und eine andere Gruppe, die ihre eigenen Vorstellungen der Benutzung des Skriptes hat.


    Dieser Roman stellt eine Mischung verschiedener Genres dar und lässt sich keinem genau zuordnen. Das Ganze gepaart mit dem herrlich ironischem Schreibstil von Ju Honisch und einer richtigen Prise Romantik ergibt ein ganz besonderes Buch, dass ich nicht so leicht aus der Hand legen konnte.


    Obwohl sich das Geschehen fast ausschließlich in dem Hotel abspielt, kommt einfach nie Langeweile auf. Die Protagonisten sind die ganze Zeit in Bewegung und andauernd passiert etwas Unvorhergesehenes worauf ich als Leser gar nicht vorbereitet war. Darüber hinaus sind die Menschen natürlich den Konventionen der damaligen Zeit unterworfen, während desssen sich die magischen Wesen nicht so sehr um die Konventionen scheren. Außerdem werden die Protagonisten immer wieder in Situationen gebracht, in denen es einfach nicht möglich ist, nach den herrschenden Anstandsregeln zu handeln. Dadurch ergeben sich köstliche Situationen, die zwar vielleicht teilweise aus unserer heutigen Sicht einen den Kopf schütteln lassen, aber in der Zeit einfach sehr authentisch wirken und für einige Lacher meinerseits während dem Lesen gesorgt haben.


    Sehr gut gefallen hat mir auch, dass das gleiche Geschehen mehrmals aus verschiedenen Sichten wieder gegeben wurde. Dies mutet einem zuerst vielleicht komisch an, aber im Laufe des Buches haben mich diese "Wiederholungen" immer mehr begeistert.


    Schön sind auch die eingestreuten Rückblenden zu den einzelnen Protagonisten, die gut dazu beitragen, dass man die einzelnen Personen und ihre Handlungen auch besser verstehen kann.


    Insgesamt sind die Personen und Wesen in ihren Handlungen doch immer sehr authentisch und gut nachvollziehbar.


    Der Schluss ist natürlich für Romantiker wie mich einfach sehr gelungen und gewürzt mit der sich konstant durch das Buch ziehenden Prise Ironie einfach super.


    Ich freue mich schon sehr auf die Folgebände zu diesem Teil und kann auch nur sagen, dass das Buch für mich ein absoluter :buchtipp: ist.


    Die Leserunde:
    An dieser Stelle erstmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle Mitleserinnen und natürlich an dich, liebe Ju! Mir hat die Leserunde sehr viel Spaß gemacht und ich fand es super von dir, Ju, dass du uns immer wieder mit so kleinen Zusatz-Informationen versorgt hast. Vielen lieben Dank! :-*


    An dieser Stelle möchte ich auch noch schreiben, dass ich erst über diese Leserunde von der origin-Reihe erfahren habe und ich bin von der Idee ganz begeistert. Ich finde es super von der gesamten Leserunden-Moderation, dass immer wieder Bücher aus der Reihe gelesen werden und sie so hoffentlich auch bekannter werden! Das ist wirklich spitze und ich freue mich schon sehr auf das nächste Buch aus der Reihe! 8)


    Liebe Grüße
    Tammy


  • Ich freue mich schon sehr auf die Folgebände zu diesem Teil und kann auch nur sagen, dass das Buch für mich ein absoluter :buchtipp: ist.


    Tut mir leid, dass ich jetzt hier was frage, obwohl ich ja gar nicht mitgelesen habe, aber ich bin hier auf das Buch aufmerksam geworden und habe ein wenig quergelesen... :-[
    Also: du sprichst von Folgebänden, Tammy. Wird es eine Serie oder ist Das Obsidanherz ein Einzelband?
    Wäre für mich interessant zu wissen.


    Und nochmal sorry, dass ich hier so rein platze.. :-[

  • Hallo Nerolaan,


    das "Obsidianherz" ist eine in sich abgeschlossene Geschichte. Allerdings plant die Autorin, Ju Honisch, einige der handelnden Personen in weiteren Romanen auftauchen zu lassen, die zum Teil auch schon geschrieben sind.


    Ich kann dir das "Obsidianherz" jedenfalls nur wärmstens als Lektüre empfehlen!
    Und wer weiß, vielleicht liest man sich ja dann später in einer Leserunde zu einem Folgeband Jus?!


    Geez,
    Imlammenien :winken:

  • Danke für die Antwort! :winken:
    Ich habe hier so viele angefangene Serien und komme stellenweise nicht mehr hinterher. Daher ziere ich mich immer lange eine neue Serie anzufangen :-[
    Aber ein abgeschlossenes Buch klingt immer gut in meinen Ohren :)

  • Bei mir gibt es keine Cliffhanger. Jedes Buch ist eine in sich fertige GEschichte, lediglich das "Universum" ist gleich, also können gelegentlich auch wieder Leute auftauchen, die schon mal aufgetaucht sind. :)


  • Bei mir gibt es keine Cliffhanger. Jedes Buch ist eine in sich fertige GEschichte, lediglich das "Universum" ist gleich, also können gelegentlich auch wieder Leute auftauchen, die schon mal aufgetaucht sind. :)


    Eine sehr erfreuliche Aussicht, wie ich finde, Ju! ;D

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen