02 - Rabenwelt 1 bis Kapitel 6 (Seite 71 bis 142)

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  • Hier könnt ihr zu Kapitel "Rabenwelt 1" bis Kapitel 6 (Seite 71 bis 142) schreiben. Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • In diesem Leseabschnitt kommt noch eine Handlungsebene hinzu: Die Rabenwelt, also der Inhalt des erfolgreichen Comics. Ich konnte mir auch diese Comic-Handlung prima vorstellen, dennoch kam mir der Gedanke "Schade, dass hier nicht wirklich der Comic zu sehen ist". Ist aber bestimmt besser so, sonst würde man nach dem Kauf beim ersten Durchblättern erst die Bildchen ansehen und sich die Spannung beim Lesen wegnehmen.


    Auch hier erscheint mir die Darstellung von Linas Eltern unnötig krass, wenn sich die Mutter nicht einmal Ferdinands Namen merken kann. Egal, tut dem Lesefieber keinen Abbruch.


    Der Auftritt auf dem Rossmarkt ist für mich eindrucksvoll. Zum einen, weil er sehr differenziert zeigt, wie Menschen und deren Einstellungen zur Nazivergangenheit gestrickt sind. Zum anderen, weil ich (als Kölnerin) mir nun überlege, wie viele Menschen dieser Sorte wohl am kommenden Samstag zu der riesigen Demo nach Köln kommen, zu der inzwischen sogar Oberbürgermeister und Minister aufrufen. Wieviele Aufgeklärte, Rechtschaffene, Heuchler und Maskenträger werden wohl zu dem moralischen Volksfest nach Köln kommen?


    Die Berühmtheit tut den beiden nicht nur gut, sie übt auch einen gewissen Druck auf sie aus, besonders auf Ferdinand, der ja wohl ein großes, dunkles Geheimnis vor Lina hat. Und daher glaube ich auch nicht an einen Unfall, als das Auto in Flammen aufgeht. Dass ausgerechnet Munin nicht mehr gerettet werden kann, ist für mich angesichts der düsteren Prologszene ein böses Omen. Ich denke zwar, dass Lina den Aufenthalt im Keller überleben wird, aber gebrochen und hoffnungslos. Unnötig finde ich übrigens, das Auto nicht nur ausbrennen, sondern explodieren zu lassen. Autos explodieren sehr selten, wenn sie brennen. Soll dies auf eine Manipulation, einen Anschlag hindeuten?


    Manchmal wundere ich mich über die Wortwahl im Erzähltext. Während auf Seite 110 ...und zischte wieder ab nur überraschend flapsig wirkt, will mir nicht klar werden, was ich mir eine Seite weiter unter einem schwulen Eisbecher vorzustellen habe. Ich meine damit nicht die Dialoge, hier soll jeder (auch fiktive Protagonist) sprechen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Ich meine auch nicht bezeichnungen wie Sackratte, warum sollte ein in die Jahre gekommenes Schwimmspielzeug britischer Herkunft nicht von Franz und Ferdinand so getauft worden sein?


    Auch dieser Leseabschnitt endet für mich mit einem unguten Gefühl. Dieser Porchert ist nicht der, für den er sich ausgibt. Mir stellen sich beim Lesen die Nackenhaare hoch und ich will unbedingt wissen, wann im Laufe des Buchs er sich als Bösewicht entpuppt.


    Jens hat eine Schreibe, die mich durch das Buch hetzt. Irre! 8)

  • @ sillesoeren und alle :winken:


    ein "schwuler Eisbecher" hat ein Schirmchen, Krokant und Kirschen ;D
    Mir würde nun auch nicht zuerst "schwuler Eisbecher" einfallen, aber ich werde wohl ab jetzt jedes Tülteltü eines Eisbechers mit dieser Beschreibung verbinden ;D
    Diese Sprache gefällt mir schon gut, denn wie kommt man bei Schwimmflügeln auf Sackratten. Das sitzt und bleibt unvergessen. :)


    Ich muss sagen, dass ich dankbar bin, dass immer wieder die Sprache flapsig wird, weil der Stoff drumherum schon eher tiefer zieht. Und bevor ich hanz mit abstürze brauche ich solche Inseln, wo ich lachen kann um Luft zu holen.

  • Die Ausschnitte aus dem Rabenwelt-Comic gefallen mir sehr gut, auch wenn ich mir wie sillesoeren auch wünschen würde, dass man den Comic in echt bestaunen könnte, vielleicht sogar als eigenständiges Werk. Ich bin mir sicher, er würde seine Leser finden. ;)


    Besonders eindringlich fand ich die Szene auf dem Rossmarkt, als die Stimmung umschlug und sich die Leute verliefen. Da wurde wahrhaft nur die Bürgerpflicht erfüllt und Präsenz gezeigt. Als Lina aber in ihrer Ansprache auf Dinge zu sprechen kam, die die Bürger nicht interessierten, insbesondere die Vergangenheit, entschieden sich die Menschen, dass ihre Pflicht erfüllt sei und sie nun gehen würden. Charakterlich schwach, aber allzu menschlich und leider auch vertraut.
    Nazidemos und Gegendemos gibt es hier in Leipzig auch immer wieder. Obwohl es einige Teilnehmer der Gegendemo gibt, die es wirklich ernst meinen, habe ich den Eindruck, dass der Rest es entweder als Pflichtübung oder als Volksfest empfindet. Keine der Einstellungen behagt mir so richtig, auch wenn mir die spaßige Einstellung noch lieber ist, da sie deeskalierend wirken kann, wie ein Polizist in [url=http://www.spiegel.de/jahreschronik/0,1518,452101,00.html]diesem Artikel[/url] beim Spiegel zugibt.


    Die Veränderungen, die Linas und Ferdinands Leben nach ihrem Erfolg durchziehen, sind nicht immer positiv. Sicherlich haben die Beiden nun keine drückenden Geldprobleme mehr, aber die geschilderte Belagerung von Franz' Haus, die mysteriösen Telefonanrufe mitten in der Nacht ("mal wieder die Nummer ändern lassen"), die seltsamen emails ("mal wieder eine neue email-Adresse") etc. zeugen davon, dass es einige Menschen gibt, die nicht glücklich sind über ihre Veröffentlichung.
    Wie sillesoeren glaube ich daher auch nicht, dass der Brand des Mini ein Unfall war, wie es die Polizei hinstellt. Himmel, wenn sich Autoreifen wegen Hitze selbst entzünden könnten, dürfte kein Auto mehr durch den TÜV kommen!


    Dass ausgerechnet Munin nicht mehr gerettet werden kann, ist für mich angesichts der düsteren Prologszene ein böses Omen.


    Am Anfang habe ich überlegt, welcher Rabe Munin nochmal war, aber als dann hervorgehoben wurde, dass er derjenige von Odins Raben war, der für die Zukunft zuständig war, hat sich schnell ein ungutes Gefühl breit gemacht.
    Die Beerdigung des armen Raben hat die Stimmung dann auch nicht gerade aufgeheitert. Tolle Geste aber von Franz, dass er sich von der Polizei Munins "Leiche" hat geben lassen. Obwohl er vielleicht kein Verständnis für Ferdinands und Linas Spleen mit den Plüschvögeln hat, akzeptiert er es und zeigt sogar Mitgefühl. Für Linas Eltern wäre das ein Ding der Unmöglichkeit!


    Dass Ferdinand immer noch in der Vergangenheit der Alzeyer wühlt, hat sich schon am Strand angedeutet mit dem Foto, das Lina gesehen hat. Seine Schweigsamkeit in diesem Punkt, seine plötzliche Abkapselung von seinem Vater und das Telefongespräch, welches Lina belauscht hat, verstärken den Eindruck noch.
    Sorgen mache ich mir wegen seines körperlichen Zustands. Offenbar opfert Ferdinand seine Gesundheit für sein "Projekt". Er muss etwas ziemlich Bedeutsamen auf der Spur sein, sonst würde er doch bestimmt einen Gang zurückschalten. Andererseits ist er auch ziemlich stark persönlich und emotional in das Thema verstrickt wegen der Sache mit seiner Mutter. Ein gutes Ende wird das für ihn sicherlich nicht nehmen, auch wenn ich mir noch nicht ganz sicher bin, auf welche Art und Weise.


    Auch Lina hat nach der Begegnung mit Porchert ein Geheimnis. Ob es klug ist, das vor Ferdinand zu verheimlichen, sei dahingestellt, aber verständlich ist es alle mal nach dessen Geheimniskrämerei.


    Auch dieser Leseabschnitt endet für mich mit einem unguten Gefühl. Dieser Porchert ist nicht der, für den er sich ausgibt. Mir stellen sich beim Lesen die Nackenhaare hoch und ich will unbedingt wissen, wann im Laufe des Buchs er sich als Bösewicht entpuppt.


    Hmm, als Bösewicht mag ich ihn irgendwie nicht einordnen. Klar, der Auftritt auf der Brücke war schon ziemlich im Stil eines Geheimagenten, aber die email, die ich wie Lina auch dem Porchert zuschreibe, macht eher den Eindruck, als wolle er sie aufhalten, um sie vor echtem Schaden zu beschützen. Insbesondere das "Halte die Augen offen" passt nicht zu einem echten Bösewicht.


    Auf den Titel des Buches gab es mittlerweile auch schon einige Verweise. Am Ende des ersten Kapitels schreibt Lina in ihre Aufzeichnungen "Aber wie hätten wir es wissen sollen? Wir waren Schlafwandler." und am Ende des vierten Kapitels sagt Hugin "Die Schlafwandler haben gesiegt."
    Auf den ersten Blick widerspricht sich das. Einerseits sind sie Schlafwandler, aber während Lina im Keller zu sterben droht, haben die Schlafwandler gesiegt. Auf den zweiten Blick merke ich aber, dass die Schlafwandler wohl für die Menschen stehen, die blind für die Vergangenheit durchs Leben gehen, ohne einen zweiten Gedanken an die früheren Geschehnisse zu verschwenden - sozusagen blind und taub wie Schlafwandler, die auch kaum etwas mitbekommen und einfach nur durch die Gegend wandeln.
    Am Anfang waren Lina und Ferdinand wohl auch so, aber durch die Arbeit an ihrem Comic und der Beschäftigung mit der Materie haben sie sich geändert. Die Schlafwandler sind nun die Anderen, denen ihre Arbeit nicht gefällt und die möchten, dass die Vergangenheit begraben bleibt.


    Hmm, eigentlich wollte ich mal nur kurz ein paar Eindrücke schreiben, aber nun ist der Post doch so lang geworden. Jens, du hast ein Buch geschrieben, dass mich echt beschäftigt. Kompliment an dich, so intensiv habe ich mich in letzter Zeit mit keiner Lektüre auseinander gesetzt. ;)

  • Myriel


    Ich wollte dir bloß sagen, dass ich deine Analyse der Dinge toll finde.
    Die Vieldeutigkeit der Schlafwandler und, dass nun Ferdinand und Lina es sind, die nun viel offener sind, kann ich gut nachvollziehen.
    Schlafwandler leben ja irgendwie auch gefährlich, denn, wenn man sie weckt, dann kann es wohl auch gefährlich für sie werden.

  • Hallo ihr Lieben,


    sehr interessant, sehr erschütternd, die Rabenwelt. Bilder vermisse ich da überhaupt nicht. Jens schreibt so eindringlich, bedrückend und mit viel Atmosphäre, dass ich mir alles sehr gut vorstellen kann. Bilder würden wohl - wie viele Verfilmungen - meine Vorstellungen einschränken und vielleicht sogar kaputt machen.



    Auch hier erscheint mir die Darstellung von Linas Eltern unnötig krass, wenn sich die Mutter nicht einmal Ferdinands Namen merken kann. Egal, tut dem Lesefieber keinen Abbruch.


    Ja, Linas Mutter verstehe ich auch immer noch nicht. Aber auch Linas Vater ist seltsam. Warum ruft er plötzlich bei Lina an?


    Zum anderen, weil ich (als Kölnerin) mir nun überlege, wie viele Menschen dieser Sorte wohl am kommenden Samstag zu der riesigen Demo nach Köln kommen, zu der inzwischen sogar Oberbürgermeister und Minister aufrufen. Wieviele Aufgeklärte, Rechtschaffene, Heuchler und Maskenträger werden wohl zu dem moralischen Volksfest nach Köln kommen?


    Denkst Du, das ist wirklich so? Ich muss zugeben, dass ich so weit vom "Schuß" wohne, dass ich bisher noch nie auf einer Demo war. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass so wenige Menschen mit wirklichen Idealen daran teilnehmen.


    Die Berühmtheit tut den beiden nicht nur gut, sie übt auch einen gewissen Druck auf sie aus, besonders auf Ferdinand, der ja wohl ein großes, dunkles Geheimnis vor Lina hat. Und daher glaube ich auch nicht an einen Unfall, als das Auto in Flammen aufgeht. Dass ausgerechnet Munin nicht mehr gerettet werden kann, ist für mich angesichts der düsteren Prologszene ein böses Omen.


    Was Lina auch gleich erfasst hat ... ausgerechnet Munin. Aber ob der Brand mit Ferdinands Geheimnis zu tun hat? Oder doch vielleicht auch mit ihrem Comic?


    Unnötig finde ich übrigens, das Auto nicht nur ausbrennen, sondern explodieren zu lassen. Autos explodieren sehr selten, wenn sie brennen. Soll dies auf eine Manipulation, einen Anschlag hindeuten?


    Ist es denn wirklich explodiert? Ich hatte eher den Eindruck, dass es keine Explosion war, sondern eher ein "Plötzlich brannte das ganze Auto"


    ein "schwuler Eisbecher" hat ein Schirmchen, Krokant und Kirschen ;D


    Woher weisst Du das denn? :D


    Nazidemos und Gegendemos gibt es hier in Leipzig auch immer wieder. Obwohl es einige Teilnehmer der Gegendemo gibt, die es wirklich ernst meinen, habe ich den Eindruck, dass der Rest es entweder als Pflichtübung oder als Volksfest empfindet. Keine der Einstellungen behagt mir so richtig, auch wenn mir die spaßige Einstellung noch lieber ist, da sie deeskalierend wirken kann, wie ein Polizist in [url=http://www.spiegel.de/jahreschronik/0,1518,452101,00.html]diesem Artikel[/url] beim Spiegel zugibt.


    Ohje, das stimmt dann also wirklich? Wie schon geschrieben: Ich kann mir so etwas eigentlich nur schwer vorstellen :(


    Die Beerdigung des armen Raben hat die Stimmung dann auch nicht gerade aufgeheitert. Tolle Geste aber von Franz, dass er sich von der Polizei Munins "Leiche" hat geben lassen. Obwohl er vielleicht kein Verständnis für Ferdinands und Linas Spleen mit den Plüschvögeln hat, akzeptiert er es und zeigt sogar Mitgefühl. Für Linas Eltern wäre das ein Ding der Unmöglichkeit!


    Ich muss aber auch zugeben, dass ich das ganze etwas seltsam finde. Ich hänge auch an dem einen oder anderen Plüschtier meiner Kindheit, aber ich glaube nicht, dass ich mein Leben dafür riskieren würde oder dass ich die Überreste erwachsener Mensch feierlich bestatten würde.


    Auf den zweiten Blick merke ich aber, dass die Schlafwandler wohl für die Menschen stehen, die blind für die Vergangenheit durchs Leben gehen, ohne einen zweiten Gedanken an die früheren Geschehnisse zu verschwenden - sozusagen blind und taub wie Schlafwandler, die auch kaum etwas mitbekommen und einfach nur durch die Gegend wandeln.


    Wirklich wunderschön ausgedrückt 8)


    Ich muss sagen, mich beschäftigt das Buch gedanklich auch sehr. Wirklich ein tolles Buch, Jens!


    Liebe Grüße
    nimue

  • Ah, ich Dummerchen! Das hatte ich total überlesen!


    Ich bleibe aber bei meiner Frage, was daran schwul ist. Die Verknüpfung von homosexueller Ausrichtung eines Mannes und Eisbecher war mir einfach aufgefallen. Was will mir schwul sagen? So wie der Eisbecher beschrieben ist, vielleicht "albern", "überdekoriert", "kitschig", "verspielt"? Wie der Eisbecher aussieht, ist mir sehr wohl klar.


  • @ sillesoeren


    Meine Antwort an dich war doch bloß Spaß und ironisch gemeint nach dem Motto : was du kennst keine schwulen Eisbecher ;D


    Du hast Recht! Ich kannte bis zu diesem Buch in der Tat keine schwulen Eisbecher, sondern nur (sehr sympathische) schwule Männer. ???


    Danke für deine private Mitteilung mit der entsprechenden Information. Wenn das aktuelle Jugendsprache ist, muss ich damit leben, dieser Eisbecher wäre also vor etlichen Jahren nicht schwul, sonder geil gewesen? :-\

  • Deswegen heißt es ja "ein irgendwie schwuler Eisbecher". Damit soll kein Eisbecher dieser Welt diskreminiert werden (und schon gar kein Homosexueller!!) Tatsächlich habe ich diesen Ausdruck von einem guten schwulen Freund von mir geklaut, mit dem ich mal ganz hetero ein Eis essen war und er sich einen ominösen riesigen Becher namens Tropica- Gigant bestellte, mit Schirmchen (drei Stück), Krokant, schrill-bunten, meines Erachtens giftigen Eiskugeln etc. ("Guck dir das an, Jens: Also, wenn dieser Eisbecher nicht schwul ist ...") Soviel zum Geheimnis des schwulen Eisbechers :winken:


  • Deswegen heißt es ja "ein irgendwie schwuler Eisbecher". Damit soll kein Eisbecher dieser Welt diskreminiert werden (und schon gar kein Homosexueller!!) Tatsächlich habe ich diesen Ausdruck von einem guten schwulen Freund von mir geklaut, mit dem ich mal ganz hetero ein Eis essen war und er sich einen ominösen riesigen Becher namens Tropica- Gigant bestellte, mit Schirmchen (drei Stück), Krokant, schrill-bunten, meines Erachtens giftigen Eiskugeln etc. ("Guck dir das an, Jens: Also, wenn dieser Eisbecher nicht schwul ist ...") Soviel zum Geheimnis des schwulen Eisbechers :winken:


    Hallo Jens! Vielen Dank für die ausführliche Aufklärung nebst Hintergrundgeschichte. :winken: Mir war doch vollkommen klar, dass du niemals einen Eisbecher diskriminieren würdest ;D Ich konnte mir nur beim Lesen beim besten Willen nichts drunter vorstellen, hoffte, dass du nichts gegen Schwule hast und wollte meine Neugier befriedigt haben. Das hast du perfekt gemacht. Herzlichen Dank noch einmal.

  • @Jens
    Och ich kenne einige die sich über den Eisbecher gefreut hätten :D


    Die Eltern von Lina schockieren mich immer wieder. Vor allem die Mutter. Ich frage mich immer was sie für ein Mensch ist. Ich kann dieses Große Egal einfach nicht verstehen. Und das sie Ferdinand immer Es oder Fritz nennt... schrecklich.
    Ich hatte bei Linas Vater eher das Gefühl das er vielleicht aufgerüttelt worden ist. Er sagt ja selbst das er sich vielleicht für sich selbst schämt und nicht für seine Tochter. Ich könnte mir vorstellen das er ansonsten eher von der Mutter beeinflusst wird und anfängt auf zu wachen, sich dem "Großen Egal" vielleicht sogar ein Stück weit zu entziehen. Ich finde das war zumindest ein Schritt auf seine Tochter zu.


    Das mit den Raben... nun für mich war das ehrlich gesagt nicht seltsam. Die Raben haben für die beiden ja eine besondere Bedeutung die ein Ausenstehender so nicht nachvollziehen kann. Sie symbolisieren ja auch die Raben aus dem Comic. Die ich sehr liebe *gg* Im Grunde bin ich ja doch froh das es den Comic in echt nicht gibt. Meine Phantasie in der Hinsicht macht mir schon genug Angst. Es ist vielleicht sogar so als ob eine der Figuren aus ihm getötet wurde. Ich denke es war deshalb auch so ein Schock für Lina weil sie durch die Explosion aus ihrer Glasglocke gerissen wurde. Ich fand das sie anfing in das Große Egal ab zu trifften. Vielleicht ändert sich das nun wieder. (weiter bin ich noch nicht gekommen)
    Ferdiand- Mein Schwarzer Prinz ;D Nach reiflicher Überlegung mag ich ihn aus irgendeinem Grund am liebsten. Vielleicht weil er so verschlossen ist und nicht sehr viel preisgibt... aber auch wegen der Raben und überhaupt *gg*


    Insgesamt wühlt mich der Roman sehr auf auch weil ich mich letztes Schuljahr sehr mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der heutigen Zeit auseinandergesetzt habe. Vor ein paar Wochen kam auch der Film "Ein schreckliches Mädchen" im Fernsehen. Ein Stückweit erinnert mich der Roman an den Film. Die Bevölkerung hat dort ähnlich auf ein Mädchen reagiert das in ihrem Heimatort recherchiert hat um etwas über die Zeit zwischen 33 und 45 zu finden. (Die Geschichte ist in Echt so in Passau passiert) Außerdem gefällt mir ja das düstere der Geschichte und eben auch die Rabensymbolik.

  • Ferdiand- Mein Schwarzer Prinz ;D Nach reiflicher Überlegung mag ich ihn aus irgendeinem Grund am liebsten. Vielleicht weil er so verschlossen ist und nicht sehr viel preisgibt... aber auch wegen der Raben und überhaupt *gg*


    Ferdinand mag ich auch gerne, obwohl er mich enttäuscht hat, als er den Besuch seines Vaters absagte. Auch zeigt er mir etwas zu wenig Verständnis für Lina, denn bei diesen Eltern ist es doch klar, dass sie sich so an Franz hängt. Andererseits nervt mich Lina - sie ist mir einen Tick zu unselbständig und zickig, klammert zu stark.


    Edit: Tippfehler korrigiert

  • Nimue
    Ja, weshalb er seinen Vater da nicht sehen wollte hab ich nicht so recht verstanden. Auch weshalb er sich dann darüber so aufgeregt hat blieb mir schleierhaft.
    Mit Lina geht es mir ähnlich wie Dir. Irgendwie scheint sie fast schon zu hoffen das sie ihm nicht mehr vertrauen kann.

  • Hallo zusammen,


    leider komme ich zur Zeit ziemlich langsam voran beim Lesen - was nicht am Buch liegt, sondern eher daran, dass es mir nicht sonderlich gut geht.


    Mir gefällt das Buch zunehmend: die Einschübe aus der Rabenwelt sind ziemlich düster-gruselig, wenn auch gekonnt. Anfangs haben mich die zusätzlichen Absätze mit der Situation Linas vom Beginn (brennendes Haus über ihr) etwas verwirrt, sie erzeugen aber natürlich deutlich mehr Spannung.


    Lina ist mir sehr sympathisch: sie ist willensstark, impulsiv und irgendwie wirkt sie auf mich auch ehrlich und konsequent. Ferdinand hingegen ist mir ein bißchen suspekt: er ist verschlossen und irgendwie schwächlich (ohne das jetzt negativ zu bewerten) - vermutlich hat er irgendetwas. Er wirkt (zu) jung, vielleicht sogar leicht kränklich - trotzdem wirkt er auf mich eher so, als hätte er psychische Probleme.


    "Ein irgendwie schwuler Eisbecher" ist mir auch aufgefallen und auch ich konnte mit dem Adjektiv nicht allzu viel anfangen. Danke, Jens, für Deine Aufklärung hierbei - ich habe es nicht als diskriminierend empfunden, allerdings als eigenartig.


    Wer ist bloß diese Helena? Sie wird ja wohl kein Verhältnis mit Ferdinand haben, denn auch wenn dieser manchmal heftig auf Lina reagiert (z.B. bei der Situation mit der Absage an den Vater), scheint er sie doch sehr zu lieben.
    Ist Helena vielleicht seine Schwester? Wobei dann sicherlich Franz etwas erwähnt hätte... *spekulier*
    Jedenfalls glaube ich nicht, dass Ferdinand nur ein Geheimnis hat - aber ich bin sehr neugierig auf alle! ;D



    Liebe Grüße
    dubh (die jetzt erstmal Eure Beiträge liest, die sie vorher nur überflogen hat)


  • Jedenfalls glaube ich nicht, dass Ferdinand nur ein Geheimnis hat - aber ich bin sehr neugierig auf alle! ;D


    Zu Recht, denn es wird im Verlauf der Handlung immer spannender!

  • Hallo :winken:


    Heute konnte ich mir endlich wieder die Zeit nehmen weiter zu lesen. Einiges werde ich heute schon noch schaffen, aber wahrscheinlich nicht das Ganze, da noch ein Buch von Goethe darauf wartet gelesen zu werden bis Montag (ich bin eh wieder die einzige die das macht, da es ja den Lektüreschlüssel gibt >:()


    Der Comic ist wirklich sehr interessant und bildlich beschrieben. Bei Rabenwelt 1 hatte ich sofort das KZ Dachau vor Augen.


    Linas Eltern mag ich einfach nicht. Sie wirken viel zu kalt. Also zumindest ihre Mutter wirkt so, vom Vater wird ja nicht ganz so viel erwähnt. Als er Lina später auch noch anruft, war ich ziemlich überrascht. Aber ich weiß immer noch nicht was er wollte. ???


    Linas Nervosität vor der großen Menge kann ich gut verstehen, auch dass sie sich so vorkommt als würde sie plötzlich nur noch Müll erzählen. Ich bin ja schon nervös, wenn ich nur vor meiner Klasse stehen muss :-[


    Ferdinand finde ich total nett, aber irgendwie zu verschlossen. Ich weiß nicht genau will er Lina nichts erzählen oder kann er ihr nichts erzählen?
    Dann kommt auch noch diese Mysteriöse Helena. Zuerst dachte ich auch, dass er eine Affäre hat, aber dann kam mir der Gedanke, dass er vielleicht wegen seines schlechten Zustandes beim Arzt war und diese Helena vielleicht der Arzt ist? Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass er krank ist, aber Lina nicht beunruhigen will.


    Was mich doch auch ziemlich geschockt hat war, dass Ferdinand sich plötzlich so von Franz abwendet ohne Grund und auch Lina sozusagen den Kontakt verbietet. :o Was da wohl vorgefallen ist?


    Auch wenn es "nur" Stofftiere sind, fand ich es doch ziemlich traurig, als Munin plötzlich weg war.


    Mich würde auch interessieren, wer etwas gegen Lina und Ferdinand hat: Zuerst das Auto, dann die E-Mail und die Anrufe. Es kann ja eigentlich nur was mit dem Comic zu tun haben.


    Um hoffentlich ein paar Fragen beantwortet zu bekommen, werde ich mich jetzt zum :lesen: ins Bett verziehen und mir die beste Wärmflasche überhaupt für meine Füsse ins Bett holen: Meine Katze ;D


    Lg
    Chibi

    Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich. <br />-Chinesisches Sprichwort-

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen