Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)

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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Hallo liebe Leserunde! :)


    Bei Leserunden ist bei mir manchmal ein Problem, dass ich das Buch in Bruchstücken lese und es deshalb nicht die Möglichkeit hat, in seiner Gesamtheit auf mich zu wirken. Trotzdem hatte ich beim Lesen viel Spaß, habe mitgelitten und mich über das ein oder andere geärgert (Varus) und mich im Großen und Ganzen ausgezeichnet unterhalten gefühlt. Dafür vielen Dank liebe Iris, ich werde wohl auch beizeiten "Der Tribun" lesen müssen, gerade im Moment würde ich gern, habe aber wohl erst in einem halben Jahr Zeit dazu. :( Aber es steht schon mal ganz oben auf meiner Wunschliste ;)


    Die ergänzenden Informationen waren aufschluss- und lehrreich, also nochmals herzlichen Dank :-* Geschichte macht mir sowieso Spaß, aber in der Form ist es doch ein ganz besonderes Vergnügen!


    Liebe Grüße,
    Yklamyley [Blockierte Grafik: http://www.zwergensmilies.de/Blumen/blumenicons/Daisy.gif]

    Man ruft einen Namen am Halbengelsee: / &quot;Yklamyley! Yklamyley!<br />Sie ist die Mächtigste von uns allen!<br />Ihr Zauber muss selbst den Sternen gefallen!&quot;<br />&quot;Weshalb? Hat denn eines Gedichts sie entbunden?&quot;<br />&quot;Nein, besser: Sie hat ihren Namen erfunden!&quot; (Tobias O. Naheanrilke, 7. 1. 2011)

  • Hallo zusammen,


    na dann will ich auch mal. Ich muss schließlich meine aktuelle Lust aufs Rezischreiben ausnutzen, schließlich habe ich seit Wochen keine Lust drauf.


    Meine Meinung:


    Dies war mein erstes Buch über die Varusschlacht und dementsprechend wenig wusste ich darüber (unter anderem, weil ich vorher Informationen gezielt gemieden habe, um mich nicht zu spoilern). Auch sonst habe ich über diese Region und die Zeit eigentlich nichts gelesen, insofern war das Thema für mich komplettes Neuland.
    Dadurch fiel es mir teilweise schwer, die Zusammenhänge zu erkennen oder etwas zu verstehen, einfach weil mir die Hintergrundinfos fehlten. Die hat Iris dafür sehr ausführlich in der Leserunde geliefert, aber idealerweise hätte ich sie gerne im Buch selbst gelesen.


    Bei einem Buch mit diesem Titel ging ich eigentlich davon aus, dass sich das Buch um Varus dreht. Das ist aber nicht der Fall, denn Varus ist eigentlich nur eine Nebenfigur. Leider erfährt man sehr wenig über ihn, obwohl seine Entscheidungen natürlich eine riesige Tragweite haben.
    Er ist mir leider überhaupt nicht nahegekommen, ich konnte zum Beispiel überhaupt nicht verstehen, wie er Arminius so blind vertrauen konnte. Auch fragt er seine Offiziere um Rat, nur um dann das komplette Gegenteil zu machen und mit offenen Augen in die Falle zu stolpern. Dadurch kam er bei mir inkompetent und teilweise sogar dumm an. Iris hat uns zwar anschaulich erklärt, was er eigentlich für ein kompetenter Mensch gewesen sein muss, der in Palästina große Erfolge hatte, aber gerade dann ist es noch unglaublicher, dass so etwas passieren konnte.
    Die Figur des Varus ist mir jedenfalls ein großes Rätsel geblieben, was ich sehr schade finde.


    Natürlich wird in diesem Buch viel gekämpft und die Kämpfe sind echt spannend beschrieben. Teilweise hat man das Gefühl, als ob man sich mitten im Kampfgetümmel befindet und sich am besten irgendwo versteckt. ;D
    Leider waren die Kämpfe und die Schlacht etwas undurchsichtig beschrieben, so dass ich oft nicht wusste, wer gerade wo kämpft und mir die Aufstellung der Krieger nicht genau vorstellen konnte.
    Hier noch eine Warnung an zartbesaitete Leser: Die beschriebenen Grausamkeiten sind teilweise echt heftig! Natürlich war das einfach so und es werden auch keine unnötigen Details beschrieben, aber teilweise musste ich schon ziemlich schlucken, obwohl ich damit normalerweise wenig Probleme habe.


    Neben den vielen römischen Offizieren (deren Namen alle mit C anfangen *G*) haben es mir Annius und Thiudgif als Figuren besonders angetan. Der römische Schreiber gewinnt Thiudgif bei einem Würfelspiel von einem Sklavenhändler. Ich fand es schön zu beobachten, wie es langsam anfängt zwischen den beiden zu knistern. Als sie sich dann aus den Augen verlieren, hab ich mit beiden gezittert und gehofft, dass sie wieder zusammenfinden. Die kleine Liebesgeschichte hat die Handlung schön aufgelockert und mir hat es eigentlich am meisten Spaß gemacht, über die beiden zu lesen. Außerdem ist es schön, wenn eine Liebesgeschichte mal völlig ohne Kitsch auskommt.


    Insgesamt hatte ich einige schöne und spannende Lesestunden mit Charakteren, die ich teilweise echt gern mochte. Leider wurde ich in Bezug auf Varus etwas enttäuscht, was sicher auch an meinen Erwartungen lag, die durch den Titel hervorgerufen wurden.


    Zur Leserunde:


    Erstmal herzlichen Dank an Iris, ich fand es echt toll, wieviele zusätzliche Informationen du für uns parat hattest. So habe ich noch mehr als sowieso schon über die Zeit lernen können! Ich fand es schön, mit deinem Roman mal Neuland zu betreten, wo ich sonst eher in bekannten Gefilden unterwegs bin.
    Lieben Dank auch an alle anderen Teilnehmer für die interessanten Diskussionen! Ich bin natürlich weiterhin noch da, um zu diskutieren, ich wollte nur die kurze Pause meiner Rezi-Unlust ausnutzen. ;D


    LG, Mobi

  • Mein Nick erinnert an ein sehr großes Land mit sehr vielen Einwohnern. Aber ich komme aus einem kleinen Land mit wenigen Einwohnern, weshalb ich zum Ausgleich ein längeres Leserundenfazit schreiben möchte.


    „Varus“ war mein erster historischer Roman, zumindest in der Abgrenzung dessen, was ich in Katalogen, Feuilletons und Foren als historische Romane finde, ohne selbst eine sinnvolle Definition vornehmen zu können. (Wahrscheinlich habe ich auch schon andere, ältere historische Romane gelesen.)


    Ich hatte viele Fragen und Anmerkungen, die nicht zuletzt mit meiner Annäherung an dieses Genre zu erklären waren. Manche Fragen oder Anmerkungen mögen verstehbar sein als Kritik an Iris und ihrem Roman. :( Gleichwohl handelt es sich nicht um solche Kritik, weil ich mich nur an der Rezeptionsschnittstelle bewege, also, wenn man so will, mein Verhältnis zum Buch auslote. Das mag - oberflächlich besehen - wie Haarspalterei wirken, stellt jedoch ab auf verschiedene Aspekte meiner Auseinandersetzung mit dem Buch: warum sehe oder bewerte ich Details im Buch auf eine bestimmte Weise, bin ich allein mit dieser Sicht, wie steht die Autorin dazu, warum hat sie gerade so und nicht anders konstruiert - und vieles, vieles mehr. :belehren: Mein Therapeut würde nun vielleicht fragen: Kannst du nicht einfach nur ein Buch lesen und es danach ins Regal stellen? ???


    Ich habe in den letzten Wochen mehrere Leseproben historischer Romane gelesen. Die meisten haben mich nicht erreicht. :-\ Vermutlich ist dies Ausdruck der Tatsache, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre, wenn denn eine solche für historische Romane existiert, was ich vermute. Iris hat in einem Posting die Glaubwürdigkeit von Frauenfiguren in manchen historischen Romanen angesprochen. Darin sehe auch ich eins der Probleme bei diesen ganzen Hebammen und Wanderhuren und was es alles so gibt. Iris’ Thiudgif ist eine Frauenfigur, die ich mag, auch wenn ich sie in wenigen Details schwach motiviert finde. Und ihren „Varus“ mag ich trotz mancher Kritikpunkte, die ich in den Beiträgen zur Leserunde genannt habe; auch gefällt er mir besser als alle Leseproben der letzten Zeit. Und so werde ich mich wohl in Zukunft als Leser historischer Romane arg zurückhalten und doch ihren „Tribun“ lesen. 8)


    Ausgezeichnet gefallen hat mir die intensive Teilnahme der Autorin an der Leserunde. Iris Kammerer war immer bereit, über die einfache Beantwortung von Fragen hinaus Wissen mit uns zu teilen, was für die Leserunde einen nicht zu unterschätzenden Zusatznutzen bedeutete. Tatsächlich habe ich es noch nie in einer Leserunde - hier oder in anderen Foren - erlebt, dass ein Autor oder eine Autorin so engagiert mitgewirkt hat wie Iris Kammerer. Dafür möchte ich ihr herzlich danken.


    Nicht zuletzt möchte ich auch den anderen Teilnehmerinnen danken. Die Leserunde hat Spaß gemacht, mir etwas gegeben, und ich hatte keinen Moment das Gefühl, Zeit zu verschwenden. :schnarch:


    Liebe Grüße,
    mohan :)

  • Hallo liebe Leserunde,
    dann wich ich mich doch nun auch mal versuchen...


    Zum Buch:
    Varus von Iris Kammerer war mein erster Roman aus ihrer Feder. Gelockt wurde ich hier hauptsächlich durch den Titel des Buches, welcher sich auf eine bekannte öffentliche Person der Historie bezieht. Ich persönlich kannte zuvor weder den Statthalter Publius Quinctilius Varus, noch die verherende Schlacht, die seinen Namen trägt. Um so neugieriger war ich natürlich auf diese Geschichte, die meinen Horizont erweitern sollte.
    Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten, die hauptsächlich durch die vielen, kompliziert zu lesenden Namen der Offiziere basierte, die meinen Lesefluss doch etwas ins Stocken brachten, lies sich die Geschichte um die berühmte Schlacht und ihre Nebenfiguren recht gut weglesen. Vor allem der Handlungsstrang um Thiudgif und Annius, sowie dem jungen ungestümen Offizier Gaius Caelius Caldus hatte es mir angetan. Hier hat es Iris Kammerer wunderbar verstanden eine Nuance zu kreieren, die auf feinfühlige Art und Weise von Freundschaft, ihrer Annäherung und Liebe sprach. Aber auch die Beschreibung rund um die Schlacht selbst ist der Autorin sehr lebendig gelungen, so dass man wirklich das Gefühl haben konnte mit dabei zu sein.
    Kritikpunkte meinerseits kamen eigentlich eher gegen Schluss der Geschichte auf, als ich die eine oder andere Situation nicht ganz richtig zu deuten wusste, was natürlich letztendlich auch an mir selbst liegen mag. Auch der Zufall hatte für meinen Geschmack dann doch zu oft zugeschlagen, was dem Verlauf der Geschichte allerdings eine versöhnliche Note nach all den Gräuel auf dem Schlachtfeld gab.
    Die Person des Varus ist mir allerdings etwas fremd geblieben. Schade eigentlich, da ich mir bei diesem Buchtitel doch ein wenig mehr von der Motivation seiner Person gewünscht hätte. Viele seiner Handlungen bzw. Entscheidungen waren für mich völlig unverständlich. Andererseits wollte sich Iris Kammerer aber sicher auch an die Fakten halten, und eine real existente Persönlichkeit nicht zuviel ausschmücken, was ich auch wieder gut verstehen kann.


    Kurz: Dieses Buch war keine schlechte Art und Weise sich in die Thematik rund um die Varus-Schlacht einzulesen.


    Zur Leserunde:
    Es war auch diesmal wieder sehr interessant sich mit euch allen auszutauschen. Unterschiedliche Sichtweisen und Eindrücke vermittelten mir so eine größeres Rundumbild.
    Vor allem bei Iris selbst möchte ich mich noch ganz herzlich für die außerordentlich rege Teilnahme und die sehr ausführliche Informationsflut bedanken, die mir stets geholfen hat, die Fakten ins richtige Licht zu setzen. Vielen, lieben Dank dafür, Iris. :-*


    Ich bin natürlich auch weiterhin in dieser Runde unterwegs, um all die noch kommenden Meinungen zu lesen. ;)


    Liebe Grüssle
    Marion :)

    &quot;Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.&quot; Mahatma Gandhi

  • So, hier dann auch noch mein Fazit :)




    Meine Meinung


    Da die Varusschlacht sich im Herbst diesen Jahres zum 2000. Mal jährt, und ich keine Ahnung vom Thema hatte und ich mir durch den Roman Varus von Iris Kammerer einen interessanten Einstieg in das Thema versprochen habe, griff ich zu dem Buch.


    Und den habe ich auch bekommen:
    man merkt dem Roman mit jeder Seite die man liest an, dass sich die Autorin sehr mit dieser Epoche der Geschichte auseinandergesetzt hat und so kann man sich fallen lassen in eine Geschichte, die von Verrat und Intrigen erzählt.


    Da das Buch eine Schlacht behandelt, ist ein Großteil der Geschichte der Beschreibung dieser vorbehalten. Dies könnte schnell langweilig werden, wenn es Iris Kammerer nicht verstehen würde, diese Beschreibungen so mit Leben zu füllen, dass man immer mitfiebert und bangt.


    Neben den kriegerischen Auseinandersetzungen kommt das menschliche Miteinander nicht zu kurz: mit dem Soldaten Annius, dem Offizier Caldus und der Sklavin Thuidgif schafft die Autorin Charaktere die dem Leser ans Herz wachsen und die man gerne auf ihrem Weg begleitet.
    Schade lediglich: Varus, der auch Namensgeber für den Roman ist, scheint lediglich nur Nebenfigur zu sein und bleibt bis zum Schluss eher blass.
    Genauso schade fast ist der Schluss: zwar gibt es ein Happy-End, dass man sich auch wünscht, aber es kommt dann doch im Vergleich zum restlichen Roman sehr schnell und ist auch eher kurz.


    Unterm Strich ist Varus ein toller historischer Roman, der eine ausgewogene Mischung aus historischen Fakten und Fiktion darstellt. Durch ihre Detailtreue und ihre Lebendigkeit macht Iris Kammerer dieses Roman – trotz der bekannten Geschichte – zu einem fesselnden und spannenden Leseerlebnis.
    Absolut empfehlenswert!


    Zur Leserunde


    Erstmal möchte ich mich ganz herlich bei Dir, Iris, bedanken! :-* Schön, dass du dir die Zeit genommen hast uns zu begleiten und uns mit sooo vielen Extrainfos versorgt hast. Das war echt klasse!
    Bei meinen Mitlesendens muss ich mich hingegegen ein wenig entschuldigen für meinen vorläufigen Ausfall; das war so alles andere als geplant :(
    Dennoch, auch wenn bei mir ein Wurm drin zu sein schien, hatte ich viel Spaß, eure Beiträge zu lesen und so auf neue Sichtweisen zu stoßen oder mit Freude zu entdecken, dass Dinge von anderen ähnlich aufgenommen wurden.
    Daher freu ich mich jetzt schon auf eine nächste LR!

  • Hallo Ihr Lieben,


    so, dann kommt hier auch mein Fazit:


    Das Buch:
    Gleich mal vorne weg muss ich gestehen, dass ich total unwissend an das Buch heran gegangen bin. Ich habe zwar auch schon gehört gehabt, dass sich dieses Jahr die Varus-Schlacht zum 2000. Mal jährt, aber was genau da vorgefallen ist etc., darüber wusste ich quasi nichts. Entsprechend habe ich mich von dem Buch überraschen lassen...


    Das Buch erzählt die Zeitspanne bevor sich das römische Heer auf den Weg macht und die Schlacht selber, aber komplett aus der Sichtweise der Römer. Daher barg das Buch für mich einige üble Überraschungen und einige Szenen, in denen ich hart schlucken musste. Iris Kammerer hat sich getreu an die geschichtlichen Vorgaben gehalten und von daher muss man als Leser von Figuren, die einem doch sympathisch geworden sind und an die man sich gehängt hat, auf teilweise sehr grausame Weise Abschied nehmen.


    Das Buch bietet teilweise sehr detaillierte Beschreibungen der Kämpfe und v. a. einen guten Einblick in die Taktik und Strategie der römischen Kämpfe. Bei den Kampfhandlungen fühlte ich mich teilweise so, als würde ich direkt mit auf dem Feld stehen und die Verzweiflung, Panik, aber auch der Mut der Verzweifelten war für mich oft quasi mit Händen greifbar.


    Die Gründe, warum es zu der Schlacht und v. a. zu dem Verrat gekommen ist, sind jedoch nicht so eindeutig identifizierbar. Dem Leser wird keine genaue Begründung geliefert, sondern einfach nur Tatsachen aufgezeigt auf Basis derer er die Motive interpretieren kann. Jedoch wird wohl eine eindeutige Klärung der gesamten Motive nie möglich sein.


    Die Charaktere sind sehr bildlich gezeichnet und waren für mich auch zu jeder Zeit nachvollziehbar in ihren Handlungen.


    Trotz vieler Kampfszenen und teilweise sehr brutalen Beschreibungen, findet das Buch schließlich zu einem ruhigen Ende, dass mich mit einem zufriedenen Gefühl zurück gelassen hat. Insgesamt ein Buch, an das ich noch lange denken werde und dass mir ein gutes Stück Geschichte näher gebracht hat!


    Die Leserunde:
    Liebe Teilnehmerinnen, Liebe Iris, ganz vielen Dank für diese sehr diskussions-intensive Leserunde. Mir hat die Runde sehr viel Spaß gemacht und ich habe v. a. eine Menge dazu gelernt. Liebe Iris, ein ganz besonderer Dank an dich: Ich finde es super, wieviel Zeit du dir für uns genommen hast und mit wievielen Informationen, Hintergründen, weiterführenden Links etc. du uns versorgt hast! Vielen lieben Dank dafür! :-*


    Liebe Grüße
    Tammy

  • Über die Handlung steht hier ja schon genug, deshalb nur meine Meinung:


    Mir hat das Buch gut gefallen, unter anderem deshalb, weil ich buchtechnisch noch nicht oft in der beschriebenen Epoche gewesen bin. In anderen auch nicht, denn ich lese nur sehr wenige historische Romane. Dieses Buch hätte ich aber auch ohne Leserunde gelesen - weil die Varusschlacht nun genau 2000 Jahre zurückliegt, welches Lesejahr wäre da besser? Und weil ich von der Autorin bereits zwei andere beeindruckende Romane gelesen hatte.


    Ich muss gestehen, dass mir die Figuren manchmal recht egal waren (bis auf Thiudgif, die ich ins Herz geschlossen hatte), mich interessierte es in erster Linie, wie es den Germanen möglich war, drei ganze römische Legionen zu vernichten. Das fand ich gut beschrieben und erklärt. Da bleiben kaum Fragen offen.


    Die Leserunde war mal wieder sehr unterhaltsam und - für mich - zeitraubend, weil ihr alle so fleißig wart :) . Ich hinkte die ganze Zeit hinterher, habe bis jetzt noch nicht einmal alle Beiträge gelesen, weil es eben so viele sind. Sicher stecken in den ungelesenen noch reichlich spannende Details.
    iris - vielen Dank für die tollen Hintergrundinfos! Die machen ein Buch erst so richtig interessant.


    ***
    Aeria

    Realität ist nur etwas für Menschen mit zu wenig Phantasie.

  • Hallo Ihr Lieben,


    mir ist ein wenig die Zeit abhanden gekommen, um zeitnach nach der Lektüre eine Rezi bzw. ein Fazit zu posten. Aber das hole ich jetzt nach!


    Zum Inhalt des Buches habt ihr ja schon so Einiges geschrieben. Das muss ich nicht wiederholen. Vielmehr möchte ich an dieser Stelle etwas zu meinen Erwartungen vor der Leserunde zu "Varus" schreiben - und warum sie erfüllt wurden. :)


    Die Varusschlacht und ihr "Ergebnis" waren mir schon vorher ein Begriff. Insofern habe ich mir keine Illusionen über das Schicksal der römischen Legionen oder ihres Anführers gemacht.
    Einige Details (z.B. dass es einen derart großen Tross gegeben hat und auch Frauen und Kinder unter den Toten waren) waren mir nicht bekannt, aber ich hatte nach der Lektüre das Gefühl ein paar wichtige Details erfahren zu haben.
    Aus meiner Erfahrung mit Iris' bisherigen Romanen (bzw. mit der Cinna-Trilogie) habe ich darauf gehofft, dass es ihr erneut gelingen wird historische Fakten aufzugreifen und sie mir als Leserin durch erdachte Figuren nahezubringen. Auch das ist hervorragend gelungen, denn in Annius, Thiudgif und Caldus gab es diese liebenswerten, kantigen Identifikationsfiguren, die ich für ein genussvolles Leseerlebnis brauche.
    Iris' Liebe zum Detail und die gelungene Hand, mit der sie die Schlacht(en) schildert, ohne reißerisch daher zu kommen, taten ihr Übriges.
    Und somit war "Varus" ein sehr informatives, dennoch unterhaltsames und damit ein rundum gelungenes Leseerlebnis! 8)


    An dieser Stelle möchte ich euch Mädels für die angeregten Diskussionen danken und muss einmal mehr sagen: Lesen ist toll - aber zusammen macht er mindestens doppelt soviel Spaß!!! :-*
    Ein dickes Dankeschön auch an Iris für die engagiert Begleitung der Leserunde und die Vielzah von interessanten und spannenden Informationen! :-*
    Und natürlich an Tammy für die Moderation! :-*


    Geez,
    Imlammenien

  • Liebe Leserunde,


    hier nun endlich mein Fazit, nachdem das Buch nun lange genug Zeit hatte, sich zu setzen (und ich anderweitig sehr beschäftigt war, deshalb hat es etwas länger gedauert).


    Zur Leserunde:
    Ich habe sehr profitiert von all den zusätzlichen Informationen, die Iris uns gegeben hat. An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank dafür!!! :) Das hat die Lektüre des Buches für mich ganz enorm aufgewertet. So hat die Leserunde dazu beigetragen, daß ich mich mit diesem historischen Thema (Römer und germanische Stämme) weiter beschäftigen werde, da ich gemerkt habe, daß es da doch einige ganz interessante Aspekte gibt (bisher lag gerade das Römische Reich nicht so auf meiner Interessenlinie).
    Auch die Beiträge und Sichtweisen der anderen Mitleser habe ich mit großem Interesse gelesen. Immer wieder fällt mir in Leserunden auf, wie unterschiedlich doch Details aus den Büchern wahrgenommen und gewichtet werden. Eigentlich wäre ich gern noch ein wenig tiefer in die Diskussion eingestiegen, was aber auch dadurch verhindert wurde, daß ich lesemäßig etwas spät dran war und euch nicht mehr eingeholt habe. Gerade Gedanken, die mir erst hinterher mit der Zeit kamen, kamen so gar nicht mehr zur Sprache... Für mich ist es eine Lehre für die Zukunft, mich an Leserunden nicht mehr zu beteiligen, wenn ich nicht von Anfang an dabei sein kann. Zumal mich Leserunden immer unglaublich viel Zeit kosten (das Nachlesen der Beiträge und das Verfassen eigener).


    Zum Buch:
    "Varus" ist ein Buch, daß sich auf ziemlich schonungslose Weise einem deprimierendem Thema widmet: der Vernichtung dreier römischer Legionen in der Varusschlacht. Es ist ganz konsequent aus römischer Sicht geschrieben, mit vielen erhellenden, historisch korrekten Details. Nachdem der Leser den sehr episodenhaft geschriebenen Anfang hinter sich gebracht und es geschafft hat, die Namen der zahlreichen Beteiligten auseinanderzuhalten, befindet er sich mitten unter den handelnden Personen (vorwiegend römischen Soldaten), steckt mit ihnen im Morast, zieht mit den Legionen und dem Troß durchs Land, erlebt die Schlacht an ihrer Seite, ist mit ihnen verwirrt und voller Angst. Das geht bis dahin, daß man manche Situationen im Buch nur mit dem entsprechenden historischen Hintergrundwissen überhaupt erst begreift.


    Gefallen hat mir die Darstellung der Schlachtszenen: schonungslos und detailreich, aber dennoch knapp genug und nicht in Gewaltdarstellungen schwelgend.


    Die Verbindung zwischen Römern und germanischen Stämmen wird sehr geschickt durch die Sklavin und später freigelassene Thiudgif geknüpft, deren Erinnerungen und deren Wanderung in den Schlußkapiteln dazu beitragen, daß das Buch nicht nur einseitig die römische Seite beleuchtet.


    Zwar kommt Varus, die Titelperson, nur selten zu Wort, und bleibt gerade am Anfang etwas nebulös. Aber meiner Meinung nach wird trotzdem deutlich, was die Faktoren, Entscheidungen und Umstände sind, die Varus´ Handeln bestimmen und die Niederlage der römischen Legionen verursacht haben. Auch wenn nicht auf alles explizit eingegangen wird: das Verständnis für Varus ergibt sich für mich aus dem Gang der Ereignisse des Buches.


    Eine geringere Rolle spielen Arminius und seine Motive, die ich persönlich zwar auch für interessant halte, die aber am Rande noch deutlich genug werden (genaueres kann man ja bei Interesse an anderer Stelle nachlesen).


    Nicht zuletzt ist "Varus" ein Buch, das den aufmerksamen Leser auf einige grundsätzliche Fragen hinführt: nach der Motivation menschlichen Handelns (ist sie nicht heute großenteils noch sehr ähnlich wie damals?), nach der Definition menschlicher Zivilisation und was der Preis für Zivilisation und Fortschritt ist, es geht auch um den Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen und um die Frage, ob jemand seinen eigenen kulturellen Hintergrund verlassen kann.


    Auf jeden Fall ist "Varus" ein Buch, das mir gut gefallen hat, das ich wohl noch einmal lesen werde, und das mich zur weiteren Beschäftigung mit dem historischen Thema angeregt hat, zumal ja gerade in letzter Zeit einige sehr interessante Ausgrabungen gemacht wurden. Auch auf die Trilogie um den "Tribun" bin ich neugierig geworden.


    Viele Grüße
    Katja

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen