02 - Kapitel IV - VI (S.96 - S.184)

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  • Hallo Ihr Lieben,


    war ja klar, dass Varus Segestes nicht glaubt bzw. glauben möchte. Nach dem wieder sehr selbstbewussten Auftritt von Arminius, ist Varus komplett von seiner Unschuld überzeugt und lässt Segestes fortschaffen. Der Einwand von Caldus verpufft auch ungehört und es interessiert niemanden, dass der Soldat Secutus als vermisst gemeldet worden ist. Caldus tut mir hier richtig leid. Zuerst wird er schon so zurück gewiesen, als er bei der Anhörung von Segestes eingreift und als er dann mit der Geschichte von Rufilla ankommt, wird er endgültig bestraft. Das hat er wirklich nicht verdient. Sein einziger Fehler ist, dass er übereifrig ist und schneller handelt, als denkt, befürchte ich. Marcus Caelius ist da eindeutig schon ein bisschen erfahrener. Er nimmt die Sorge von Caldus auf jeden Fall ernster, als Varus und Vala, aber erklärt ja auch, dass er weiß, wie er die Vorsicht erhöhen kann, ohne gleich die zu großen Lärm zu machen. ;)


    Schön finde ich, dass Thiudgif sich endlich Annius anvertraut und er ihr auch glaubt und ja auch versucht ihr zu helfen. Die zarte Annäherung zwischen den beiden finde ich wirklich sehr süß! :herz: Leicht hat sie es ja trotz allem nicht. Amra ist zwar ganz in Ordnung und kümmert sich auch um sie, aber natürlich ist Thiudgif nicht ihre Tochter, sondern nur ihr anvertraut. Ich habe nur ganz schön die Luft angehalten, als Thiudgif von diesen Männern festgehalten wurde. Und als sie dann die Stimme des einen auch wieder erkannt hat, hatte ich schon Angst, dass er sie vielleicht auch erkennt und sie vielleicht doch am Fluss gesehen hat, aber dem war zum Glück nicht so! :schwitzen:


    Arminius ist mir ein Rätsel: Ich bin mir ja sicher, dass er wirklich eine Verschwörung plant und da auch schon alles im vollen Gange ist, aber warum schenkt er Varus dann noch diesen Dolch? Oder will er Varus schon mit diesem Satz eigentlich warnen: "Diesen Dolch trug ein ein Fürst der Dalmater, den ich im Kampf bezwang. Dafür wurde mir sein Dolch als Siegespreis zuerkannt." Will er Varus damit vielleicht doch zu verstehen geben, dass er ihm den Dolch schenkt, aber da er ihn besiegen wird, sich dann den Dolch wieder zurück holen kann? :-\ Ok, vielleicht interpretier ich aber auch zu viel da hinein. :-[


    Schön fand ich auch das gemeinsame Trinken von Caldus und Annius. Scheint ja der Beginn einer zarten Freundschaft zu sein, auch wenn aufgrund des Rangunterschiedes keine richtige Freundschaft daraus werden kann, oder? Aber ich denke sie können sich noch gegenseitig helfen. Annius kann Caldus vielleicht auch ein bisschen dabei helfen, dass er ein bisschen besonnener und politisch geschickter vorgeht... ;)


    Aber anscheinend ist die Gefahr schon da: Zuerst verschwinden 2 Frauen aus dem Lager und jetzt wird die Nachhut überfallen. Das hört sich nicht gut an. Ob Caldus jetzt vielleicht doch noch mehr Gehör geschenkt bekommt und Vala ihn doch mit ein bisschen mehr Respekt begegnet? :-\


    Übrigens finde ich die Tatsache, dass Sklaven gefoltert werden, wenn sie eine Aussage machen, ja echt übel! Da sagt doch man doch wirklich lieber nichts! :o


    Liebe Grüße
    Tammy

  • Hallo Ihr Lieben,


    zu den Pferden: Muss gestehen, dass ich da ja auch ein total schlechter Testleser wäre. Mir ist nicht aufgefallen, dass zwischen Goldfuchs und Schimmel gewechselt wurde und die verschiedenen Gangarten haben mich gar nicht aufhorchen lassen! :-[ ;D
    Aber zum Absteigen kann ich sagen, dass ich das auch schon in Filmen gesehen habe, dass die das Bein über den Hals des Pferdes schwenken und nicht hinten rum! ;D



    Ok, wirklich sicher ist es sicher nicht. Doch wer von den Römern hätte auch mit größeren Überfällen gerechnet. Die fühlten sich mit ihrer Übermacht ja doch sehr imposant und abschreckend für solche Übergriffe.
    Ich dachte auch eher, dass es für Thiudgif auf alle Fälle sicherer ist, als alleine zurück zu bleiben oder sich gar weiter verkaufen zu lassen. ;)


    Mh, ich denke der Tross ist immer noch sicherer, als sie irgendwo alleine zurück zu lassen. Die ganzen Ehefrauen und Kinder von den Soldaten befinden sich ja, so weit ich das verstanden habe, auch in dem Tross, von daher ist er wohl noch mit der sicherste Platz. In das Lager mit hinein dürfen ja Frauen nicht, wie wir erfahren haben, von daher bleibt da ja keine große Wahl!


    Und zu der Logistik der Römer: Ich finde das total irre, was die da bei so einem Marsch die ganze Zeit auf- und abgebaut haben. Gerade die ranghöheren hatten ja quasi ihr ganzes Wohnzimmer mit Liege etc. mit dabei und das wurde am Abend auf- und am nächsten Tag wieder abgebaut! Das ist ja echt krass! :)



    Caldus und Annius betrinken sich gemeinsam - ob das der Beginn einer Männerfreundschaft sein wird? ;)


    ;D Ist doch wie heute: Die besten Männerfreundschaften werden beim Trinken geschlossen! ;)


    Liebe Grüße
    Tammy :)

  • Ich habe diesen Abschnitt vorhin gelesen und es ging viel flüssiger als im ersten Abschnitt. Mit den Namen habe ich mich angefreundet und ich kann auch fast alle Namen den Personen zuordnen. ;D


    Caldus hat es sich mit Varus verscherzt, als er dessen Entscheidung Arminius zu glauben in Frage stellt und lieber noch Segestes Zeugen anhören möchte. Warum Varus Arminius so bedingungslos glaubt und damit im Prinzip den ganzen Zug und sogar die Provinz aufs Spiel setzt, ist mir vollkommen unklar. :-\


    Leider steht niemand hinter Caldus und so wird er abserviert und sozusagen strafversetzt. Immerhin findet er in Annius, den er zufällig trifft, einen Zuhörer. Während des Marschs kann Caldus nachdenken und ist sich nicht mehr sicher, ob er nicht doch übertrieben reagiert und Gespenster gesehen hat. Allerdings erfährt er von Annius, was diesem Thiudgif endlich anvertraut hatte. Wieder findet er bei Varus kein offenes Ohr und muss darauf hin sogar beim Tross mit marschieren. Wie gehässig Vala angesichts dieser erneuten Demütigung reagiert, ist bezeichnend. >:( Da spricht purer Neid auf den Jungen aus ihm, vor allem da Caldus bei Segestes Anschuldigung dabei war und Vala nicht.


    Positiv aufgefallen ist mir Caelius. Er versucht Caldus wieder etwas aufzumuntern und nimmt seine Sorgen auch ernst. Er verspricht ihm sogar, die anderen Legionsführer zu warnen, ohne dass der Stab und besonders Vala und Varus etwas mitbekommen.


    Am Ende des Abschnitts wird es dann langsam ernst. Nachdem 2 Frauen verschwunden sind und ein Wagen abgebrannt ist, wird die Nachhut angegriffen! :o Und Arminius selbst ist gar nicht da, sondern will die verstreuten Truppen im Land einsammeln. Es wäre für ihn gar kein Problem, eine kleine Streitmacht aufzustellen. Und wie der Angriff auf die Nachhut zeigt: wenn der Zug weit genug auseinander gerissen ist, dann dauert es auch, ehe Verstärkung kommt und sich die Truppen formieren können!



    Und zu der Logistik der Römer: Ich finde das total irre, was die da bei so einem Marsch die ganze Zeit auf- und abgebaut haben. Gerade die ranghöheren hatten ja quasi ihr ganzes Wohnzimmer mit Liege etc. mit dabei und das wurde am Abend auf- und am nächsten Tag wieder abgebaut! Das ist ja echt krass! :)


    Die Beschreibungen fand ich toll, besonders das jedes Jahr immer wieder die gleichen Lagerplätze aufgesucht werden. So eine Routine ist bestimmt eine Erleichterung, aber für Feinde bietet sich so auch die Möglichkeit, alte Schwachstellen auszunutzen.


    LG Myriel

  • Hallo liebe Runde! :)



    zu den Pferden: Muss gestehen, dass ich da ja auch ein total schlechter Testleser wäre. Mir ist nicht aufgefallen, dass zwischen Goldfuchs und Schimmel gewechselt wurde und die verschiedenen Gangarten haben mich gar nicht aufhorchen lassen! :-[ ;D
    Aber zum Absteigen kann ich sagen, dass ich das auch schon in Filmen gesehen habe, dass die das Bein über den Hals des Pferdes schwenken und nicht hinten rum! ;D


    Ja, da sehe auch ich wieder, wie unterschiedlich man lesen kann! Während ich mir gerne Gedanken mache über Titel und militärische Ränge, während ich offenbar das Wort "Gefreiter" nicht leiden kann und den Begriff "Soldat" nicht mit Römern verbinde, fällt mir so ein Schimmel unter Goldfüchsen überhaupt nicht auf. :D "Schönes Pferd", "altes Pferd", "schnelles Pferd", das ist für mich in meiner Vorstellung immer irgendwie das gleiche, "Pferd" halt, wenn ich Beschreibungen von Pferden lese werde ich leicht ungeduldig und die Augen immer schneller. Dank der Wendy - Zeitschrift aus meiner Jugend (schon damals interessierten mich die Pferde nicht, aber ich wollte mitreden können ;) ) hab' ich den Tölt auch Isländerpferden zugeordnet (außer Lippizanern die einzige Rasse, die mir namentlich geläufig ist), aber da habe ich dazugelernt. Nachgesehen hätte ich wohl nicht, jetzt kann ich mich selbst auch in die Riege der "faulen Leser" einordnen! :D Obwohl: Gestört hat mich das ganze beim Lesen ja nicht, mir war es einfach gleichgültig, ich habe es zugunsten interessanterer Stellen schnell überflogen (allzu lange Beschreibungen kamen ja nicht vor). Aber es ist schön zu sehen, dass jeder Leser anders fokussiert (andere Fokusse setzt ;)).



    Die Person des Varus bleibt für mich weiterhin nebulös. Ich kann ihren Antrieb, dem jungen Arminius in diesem Maße zu vertrauen, nicht ganz nachvollziehen. :-\ Es gibt Zeugen, die nicht verhört werden, im Prinzip steht Aussage gegen Aussage, kurz nachzuforschen hätte doch auch den stolzen Arminius nicht so extrem beleidigen können. Da rühmen sich die Römer mit ihrem "Rechtsstaat" und wiederholt wird darauf hingewiesen, dass Varus nicht den Kampf sondern Recht und Ordnung in die besetzten Gebiete bringen will, und dann lässt er wie ein verliebter Teenager schwere Anschuldigungen einfach gänzlich ungehört... Hm...


    Caldus erinnert mich irgendwie an den jungen d'Artagnan. Ich weiß ich nicht wieso; vielleicht seine Hitzköpfigkeit, das ewige Vorbild des Vaters, dem er nachzueifern versucht, der Stolz... Vielleicht gehen meiner Phantasie aber auch die Männerfiguren aus und sie werden sich schön langsam alle ähnlich ;D


    Bis bald!

    Man ruft einen Namen am Halbengelsee: / &quot;Yklamyley! Yklamyley!<br />Sie ist die Mächtigste von uns allen!<br />Ihr Zauber muss selbst den Sternen gefallen!&quot;<br />&quot;Weshalb? Hat denn eines Gedichts sie entbunden?&quot;<br />&quot;Nein, besser: Sie hat ihren Namen erfunden!&quot; (Tobias O. Naheanrilke, 7. 1. 2011)


  • Arminius ist mir ein Rätsel: Ich bin mir ja sicher, dass er wirklich eine Verschwörung plant und da auch schon alles im vollen Gange ist, aber warum schenkt er Varus dann noch diesen Dolch? Oder will er Varus schon mit diesem Satz eigentlich warnen: "Diesen Dolch trug ein ein Fürst der Dalmater, den ich im Kampf bezwang. Dafür wurde mir sein Dolch als Siegespreis zuerkannt." Will er Varus damit vielleicht doch zu verstehen geben, dass er ihm den Dolch schenkt, aber da er ihn besiegen wird, sich dann den Dolch wieder zurück holen kann? :-\ Ok, vielleicht interpretier ich aber auch zu viel da hinein. :-[


    Das mit dem Dolch hat mich auch etwas irritiert. Wobei ich in der Szene zunächst eher angenommen habe, dass Arminius Varus in Sicherheit wiegen will, anstatt ihm mit dem Geschenk versteckt drohen zu wollen.
    Aber egal wie, Arminius wird sich bei seinem "Geschenk" schon etwas gedacht haben. Ich bin gespannt, ob Iris diesen Dolch noch einmal eine Rolle spielen lassen wird...


  • Caldus erinnert mich irgendwie an den jungen d'Artagnan. Ich weiß ich nicht wieso; vielleicht seine Hitzköpfigkeit, das ewige Vorbild des Vaters, dem er nachzueifern versucht, der Stolz... Vielleicht gehen meiner Phantasie aber auch die Männerfiguren aus und sie werden sich schön langsam alle ähnlich ;D


    Versucht Caldus wirklich seinem Vater nachzueifern? Ich habe es bisher vielmehr so verstanden, dass er ständig mit seinem Vater verglichen wird, sich selbst aber nach Unabhängikeit und Selbständigkeit sehnt. Habe ich da was missverstanden?

  • Hallo,



    So ganz verstehe ich Arminius nicht. Segestes beschuldigt ihn des Verrats und Arminius nimmt ihn danach gewissermaßen in Schutz. Aber auch die Entscheidung von Varus ist für mich nicht nachvollziehbar. Er will er Segestes gefangensetzen lassen und im nächsten Moment vertraut er ihm den Schutz des Lagers an. Klingt für mich ziemlich inkonsequent. :-\


    Das ist mir auch aufgefallen und ich finde es sehr schade, dass einem die Person des Varus nicht wirklich näherkommt. Es wäre doch echt interessant, seine Beweggründe kennenzulernen. Im Moment wirkt er auf mich auch etwas leblos, weil ich ihn so garnicht verstehe. Außerdem finde ich es wenig einsichtig, dass alles nur von seiner Vertrauensseligkeit abhängt. (Ich weiß zwar nicht, wieviel man aus den Quellen sicher weiß, aber irgendwie ist mir diese Erklärung zu wenig).



    Die Person des Varus bleibt für mich weiterhin nebulös. Ich kann ihren Antrieb, dem jungen Arminius in diesem Maße zu vertrauen, nicht ganz nachvollziehen. :-\ Es gibt Zeugen, die nicht verhört werden, im Prinzip steht Aussage gegen Aussage, kurz nachzuforschen hätte doch auch den stolzen Arminius nicht so extrem beleidigen können. Da rühmen sich die Römer mit ihrem "Rechtsstaat" und wiederholt wird darauf hingewiesen, dass Varus nicht den Kampf sondern Recht und Ordnung in die besetzten Gebiete bringen will, und dann lässt er wie ein verliebter Teenager schwere Anschuldigungen einfach gänzlich ungehört... Hm...


    Dein verliebter Teenager hat mich jetzt auf was gebracht... vielleicht hatten die beiden ja was miteinander? Soll ja bei den alten Griechen und Römern häufiger der Fall gewesen sein.


    iris: Danke für die Erklärung mit dem Gewicht, das macht natürlich einiges aus.


    Das mit dem Goldfuchs, der zum Schimmel wird, habe ich auch total übersehen, aber ich lese in solchen Beschreibungen oft auch eher ungenau.


    LG, Mobi


  • Dein verliebter Teenager hat mich jetzt auf was gebracht... vielleicht hatten die beiden ja was miteinander? Soll ja bei den alten Griechen und Römern häufiger der Fall gewesen sein.


    Varus soll in Arminius verknallt sein??? Na, das denke ich dann aber doch nicht. :D

  • Hallo.



    Arminius ist mir ein Rätsel: Ich bin mir ja sicher, dass er wirklich eine Verschwörung plant und da auch schon alles im vollen Gange ist, aber warum schenkt er Varus dann noch diesen Dolch? Oder will er Varus schon mit diesem Satz eigentlich warnen: "Diesen Dolch trug ein ein Fürst der Dalmater, den ich im Kampf bezwang. Dafür wurde mir sein Dolch als Siegespreis zuerkannt." Will er Varus damit vielleicht doch zu verstehen geben, dass er ihm den Dolch schenkt, aber da er ihn besiegen wird, sich dann den Dolch wieder zurück holen kann? :-\ Ok, vielleicht interpretier ich aber auch zu viel da hinein. :-[


    Wer weiß, vielleicht ist Arminius ja abergläubisch und er möchte diesen Dolch immer gerne auf der Seite des verlierenden Feindes sehen?
    Oder aber es ist seine Art von Gabe, um sein verräterisches Gewissen rein zu waschen? Vielleicht wird es ja auch einmal eben jene Waffe sein, die ihn selbst zur Strecke bringt? Aber dies glaube ich jetzt wieder weniger.



    Und zu der Logistik der Römer: Ich finde das total irre, was die da bei so einem Marsch die ganze Zeit auf- und abgebaut haben. Gerade die ranghöheren hatten ja quasi ihr ganzes Wohnzimmer mit Liege etc. mit dabei und das wurde am Abend auf- und am nächsten Tag wieder abgebaut! Das ist ja echt krass! :)


    Ja, diesen ganzen Aufwand tagtäglich zu betreiben ist fast schon irrwitzig. :o
    Andererseits muss ich zugeben, dass dieser ganze Zug durch und durch durchorganisiert scheint. Allewetter solch einen Planer könnte ich glatt mal zuhause brauchen. ;D



    Wie gehässig Vala angesichts dieser erneuten Demütigung reagiert, ist bezeichnend. >:( Da spricht purer Neid auf den Jungen aus ihm, vor allem da Caldus bei Segestes Anschuldigung dabei war und Vala nicht.


    Stimmt. Das hat Vala tatsächlich nicht wirklich gut verkraftet. Und nun erfreut er sich ja fast geradezu an der Demütigung des jungen Caldus. ::)



    Positiv aufgefallen ist mir Caelius. Er versucht Caldus wieder etwas aufzumuntern und nimmt seine Sorgen auch ernst. Er verspricht ihm sogar, die anderen Legionsführer zu warnen, ohne dass der Stab und besonders Vala und Varus etwas mitbekommen.


    Ein besonnener Mann, der wohl doch auch selbst so seine kleinen Zweifel hegt, diese allerdings besser beherrschen kann als Caldus.



    Ja, da sehe auch ich wieder, wie unterschiedlich man lesen kann! Während ich mir gerne Gedanken mache über Titel und militärische Ränge, während ich offenbar das Wort "Gefreiter" nicht leiden kann und den Begriff "Soldat" nicht mit Römern verbinde, fällt mir so ein Schimmel unter Goldfüchsen überhaupt nicht auf. :D "Schönes Pferd", "altes Pferd", "schnelles Pferd", das ist für mich in meiner Vorstellung immer irgendwie das gleiche, "Pferd" halt, wenn ich Beschreibungen von Pferden lese werde ich leicht ungeduldig und die Augen immer schneller. Dank der Wendy - Zeitschrift aus meiner Jugend (schon damals interessierten mich die Pferde nicht, aber ich wollte mitreden können ;) ) hab' ich den Tölt auch Isländerpferden zugeordnet (außer Lippizanern die einzige Rasse, die mir namentlich geläufig ist), aber da habe ich dazugelernt. Nachgesehen hätte ich wohl nicht, jetzt kann ich mich selbst auch in die Riege der "faulen Leser" einordnen! :D Obwohl: Gestört hat mich das ganze beim Lesen ja nicht, mir war es einfach gleichgültig, ich habe es zugunsten interessanterer Stellen schnell überflogen (allzu lange Beschreibungen kamen ja nicht vor). Aber es ist schön zu sehen, dass jeder Leser anders fokussiert (andere Fokusse setzt ;)).


    Ja so unterschiedlich. ;D Und gerade dies macht es den Autoren ja nicht gerade leicht. Man kann ja nicht stets alle restlos zufrieden stellen. Die Frage, wo ist der Fokus nun mit Tiefenschärfe einzustellen, ist wohl wie so ganz einfach zu beantworten. Vor allem weil die Gesamtstimmung eines Buches garunter ja nicht leiden sollte.



    Versucht Caldus wirklich seinem Vater nachzueifern? Ich habe es bisher vielmehr so verstanden, dass er ständig mit seinem Vater verglichen wird, sich selbst aber nach Unabhängikeit und Selbständigkeit sehnt. Habe ich da was missverstanden?


    Ich habe es hier wie Imlammenien verstanden. Caldus eifert seinem Vater sicher nicht nach, möchte aber bestimmt gerne den Anforderungen die alle an ihn stellen gerecht werden. Und eben diese werden von allen Aussenstehenden an seinem Vater gemessen.



    Varus soll in Arminius verknallt sein??? Na, das denke ich dann aber doch nicht. :D


    Interessanter Einwurf. ;D Aber nein, ich glaube nicht, dass es so ist.


    Liebe Grüssle
    Marion :)

    &quot;Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.&quot; Mahatma Gandhi


  • Hallo.



    Wer weiß, vielleicht ist Arminius ja abergläubisch und er möchte diesen Dolch immer gerne auf der Seite des verlierenden Feindes sehen?
    Oder aber es ist seine Art von Gabe, um sein verräterisches Gewissen rein zu waschen? Vielleicht wird es ja auch einmal eben jene Waffe sein, die ihn selbst zur Strecke bringt? Aber dies glaube ich jetzt wieder weniger.


    Das sind ebenfalls interessante Theorien, Marion. Insbesondere die, dass Arminius den Dolch gern an der Seite des ihm unterlegenden Feindes sieht, finde ich kreativ und gar nicht unwahrscheinlich.


  • Interessanter Einwurf. ;D Aber nein, ich glaube nicht, dass es so ist.


    War auch nicht komplett ernst gemeint, ist mir auch nur wegen dem Klischee 'Älterer Mann und junger Knabe haben was miteinander' bezüglich der Antike eingefallen.


    Bezüglich des Dolches dachte ich eigentlich, dass das Geschenk Varus einfach an der Nase herumführen soll. Er war zwar nicht misstrauisch, aber Arminius kennt ihn bestimmt gut genug, um zu wissen, dass er da den Gedankengang: 'Wenn er mir sowas Wertvolles schenkt, kann er garkein Verräter sein' bei Varus auslöst. Jedenfalls schätze ich Varus so ein.


    LG, Mobi

  • Dass Arminius und Varus etwas miteinander haben könnten, glaube ich auch nicht. Ich habe mehr das Gefühl, dass Varus in Arminius einen Sohn sieht und deswegen nichts Schlechtes über ihn hören möchte, weil er sich selbst (und sein Urteilsvermögen?) davon angegriffen fühlt.


    Beim Dolch denke ich schon, dass es eine Art versteckte Warnung war und dass Arminius sich den Dolch von Varus zurückholen wird. Ich würde sogar soweit gehen, dass Arminius Varus mit eben diesem Dolch umbringen will. Da er Varus jedoch gut genug kennt, nutzt er die Gelegenheit nach Segestes Anschuldigung, um den Dolch unter dem Vorwand, Varus für sein Vertrauen danken zu wollen, bei Varus zu platzieren.


    Ja, diesen ganzen Aufwand tagtäglich zu betreiben ist fast schon irrwitzig. :o
    Andererseits muss ich zugeben, dass dieser ganze Zug durch und durch durchorganisiert scheint. Allewetter solch einen Planer könnte ich glatt mal zuhause brauchen. ;D


    Irrwitzig beschreibt das recht gut, was die Römer da fabriziert haben. Aber das konnten sie bestimmt auch nur machen, weil eben alles so gut organisiert war. Ansonsten hätten der Führungsstab sicherlich andere Probleme gehabt und es sich nicht auf ihren Liegen bequem machen können.


  • Bezüglich des Dolches dachte ich eigentlich, dass das Geschenk Varus einfach an der Nase herumführen soll. Er war zwar nicht misstrauisch, aber Arminius kennt ihn bestimmt gut genug, um zu wissen, dass er da den Gedankengang: 'Wenn er mir sowas Wertvolles schenkt, kann er garkein Verräter sein' bei Varus auslöst. Jedenfalls schätze ich Varus so ein.


    Und anscheinend schätzte ihn auch Arminius so ein.
    Das ist ja auch gerade das fatale an der Sache, dass Arminius Varus und seine Truppe so außerordentlich gut kennt.
    Sollte er tatsächlich hinter dem Verrat stehen, ist genau dies wahrscheinlich die tödlichste aller Waffen. :o



    Dass Arminius und Varus etwas miteinander haben könnten, glaube ich auch nicht. Ich habe mehr das Gefühl, dass Varus in Arminius einen Sohn sieht und deswegen nichts Schlechtes über ihn hören möchte, weil er sich selbst (und sein Urteilsvermögen?) davon angegriffen fühlt.


    Das mit dem Sohn klingt auch plausibel. Ich sehe schon, hier gibt es viele Möglichkeiten. Genauso wie bei dem Dolch. Da bin ich dann auch gespannt, ob wir später noch einmal auf den Dolch treffen.


    :)

    &quot;Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.&quot; Mahatma Gandhi

  • Morgen liebe Leserunde,



    So ganz verstehe ich Arminius nicht. Segestes beschuldigt ihn des Verrats und Arminius nimmt ihn danach gewissermaßen in Schutz. Aber auch die Entscheidung von Varus ist für mich nicht nachvollziehbar. Er will er Segestes gefangensetzen lassen und im nächsten Moment vertraut er ihm den Schutz des Lagers an. Klingt für mich ziemlich inkonsequent. :-\



    Die Person des Varus bleibt für mich weiterhin nebulös. Ich kann ihren Antrieb, dem jungen Arminius in diesem Maße zu vertrauen, nicht ganz nachvollziehen. :-\ Es gibt Zeugen, die nicht verhört werden, im Prinzip steht Aussage gegen Aussage, kurz nachzuforschen hätte doch auch den stolzen Arminius nicht so extrem beleidigen können. Da rühmen sich die Römer mit ihrem "Rechtsstaat" und wiederholt wird darauf hingewiesen, dass Varus nicht den Kampf sondern Recht und Ordnung in die besetzten Gebiete bringen will, und dann lässt er wie ein verliebter Teenager schwere Anschuldigungen einfach gänzlich ungehört... Hm...



    Das sehe ich wie ihr. Bislang sind Arminius und Varus noch nicht motiviert, deshalb aus dem Roman heraus nicht verständlich. Aber die Motivierung dürfte später noch kommen. Sie muss ja nicht immer gleich mitgeliefert werden. Ich warte mal ab und bin gespannt. :)



    Ich finde solche Fehlerchen immer eher amüsant, denn schlimm. :)



    Manchmal finde ich solche Fehler auch amüsant. Und man gewöhnt sich dran, weil sie ja insbesondere in Genreliteratur nicht selten vorkommen. Ich kenne das zur Genüge aus Krimis und phantastischer Literatur. Solange die Fehler nicht den Zugang zum Inhalt verstellen, sind sie für mich eher uninteressant.



    Ja so unterschiedlich. ;D Und gerade dies macht es den Autoren ja nicht gerade leicht. Man kann ja nicht stets alle restlos zufrieden stellen. Die Frage, wo ist der Fokus nun mit Tiefenschärfe einzustellen, ist wohl wie so ganz einfach zu beantworten. Vor allem weil die Gesamtstimmung eines Buches garunter ja nicht leiden sollte.



    Ich glaube, ein Autor möchte eine möglichst große Leserzahl zufrieden stellen, wenn er primär zum Einkommenserwerb schreibt. Je mehr der Autor auf die Rezeptionsseite achtet (Leser, Kritik), desto weniger unabhängig schreibt er. Und da haben Autoren offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen, die ebenso legitim sind, wie im Film die von "Arthaus", "Hollywood" und allen, die sich irgendwo dazwischen - oder auch dahinter - verorten.
    Beim Lesen mancher Rezensionen - auch im Feuilleton - habe ich das Gefühl, die Rezensenten erzeugen einen Abgleich mit ihren Vorstellungen von dem Buch, wenn sie es selbst geschrieben hätten. Ein Ansatz, der mir gar nicht gefällt, weil das Buch nicht als souveränes Werk betrachtet wird.





    Au, die bislang fehlende Motivierung der Figuren erzeugt im Grenzfall ja wilde Vorstellungen. ;)


    Liebe Grüße,
    mohan

  • Hallo, Tammy!



    Übrigens finde ich die Tatsache, dass Sklaven gefoltert werden, wenn sie eine Aussage machen, ja echt übel! Da sagt doch man doch wirklich lieber nichts! :o


    Die Aussage ist auch mit Vorsicht zu genießen, da sie ja auf einem Gerücht beruht, dass Thiudgif zu Ohren gekommen ist.


    Tatsache ist, dass es möglich war, Sklaven auch unter Folter zu befragen, wenn ein Römer unnatürlichen Todes starb und der Verdacht bestand, dass er von einem Sklaven getötet worden war. Im Gegensatz dazu schützte das römische Bürgerrecht prinzipiell jeden Römer vor willkürlicher Verhaftung und Körperverletzung (nur gerichtlich verhängte Leib- und Zuchtstrafen setzten dieses Recht aus).
    Dass man sich nicht immer an diese Grundsätze gehalten hat (z.B. in Zeiten der Proskriptionen und Bürgerkriege), bedeutet nicht, dass es sie nicht gab. Andererseits besagt die oben genannte Möglichkeit nicht, dass das die Regel war!


    Aber wir wissen ja alle, dass sich so mancher Unsinn als Gerücht ausbreitet und dann auch geglaubt wird. :)

    Liebe Grüße,<br />&nbsp; &nbsp; Iris<br />---------------------------------------------------------<br />Aktuelles Buch: Varus

  • Hallo, Mobi!



    War auch nicht komplett ernst gemeint, ist mir auch nur wegen dem Klischee 'Älterer Mann und junger Knabe haben was miteinander' bezüglich der Antike eingefallen.


    Das ist allerdings auch so ein Gerücht wie das mit der "üblichen Sklavenfolterung" u.v.m. :)


    Nichtsdestotrotz hatte ich vor Jahren mal einen Varusschlacht-Roman in der Hand, in dem genau das, nämlich dass Varus Arminius sexuell missbraucht hätte, zum Motiv für dessen Hass gemacht wird. Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, welcher das war; denn es gibt eine Unmenge an Romanen aus germanischer Sicht. Wer danach suchen möchte, findet sie z.B. hier: Thema "Arminius" bei Historische Romane über das alte Rom :)

    Liebe Grüße,<br />&nbsp; &nbsp; Iris<br />---------------------------------------------------------<br />Aktuelles Buch: Varus


  • Irrwitzig beschreibt das recht gut, was die Römer da fabriziert haben. Aber das konnten sie bestimmt auch nur machen, weil eben alles so gut organisiert war. Ansonsten hätten der Führungsstab sicherlich andere Probleme gehabt und es sich nicht auf ihren Liegen bequem machen können.


    I beg to differ: Damals pflegte man auch im Liegen zu arbeiten, nicht nur am Schreibtisch. ;)

    Liebe Grüße,<br />&nbsp; &nbsp; Iris<br />---------------------------------------------------------<br />Aktuelles Buch: Varus


  • I beg to differ: Damals pflegte man auch im Liegen zu arbeiten, nicht nur am Schreibtisch. ;)


    Es wirkt dann nur halt immer so urgemütlich. ;D


    Manchmal finde ich solche Fehler auch amüsant. Und man gewöhnt sich dran, weil sie ja insbesondere in Genreliteratur nicht selten vorkommen. Ich kenne das zur Genüge aus Krimis und phantastischer Literatur. Solange die Fehler nicht den Zugang zum Inhalt verstellen, sind sie für mich eher uninteressant.


    Zumindest bei diesem Beispiel ist eine Verschiebung der Tatsachen ja nicht passiert.
    Iris sind sozusagen einfach nur ein wenig die Pferdchen durchgegangen. ;D ;)

    &quot;Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.&quot; Mahatma Gandhi


  • Zumindest bei diesem Beispiel ist eine Verschiebung der Tatsachen ja nicht passiert.


    Aus unserer menschlichen Sicht stimme ich zu. Aber wie ist das mit den Pferden? Da kenne ich mich nicht aus - schon gar nicht mit lesenden Pferden. :P



    Iris sind sozusagen einfach nur ein wenig die Pferdchen durchgegangen. ;D ;)


    Vielleicht aus Empörung über die Verwechslung? Unter den Pferden gibt es ja auch Sensibelchen. ;)

  • Aus unserer menschlichen Sicht stimme ich zu. Aber wie ist das mit den Pferden? Da kenne ich mich nicht aus - schon gar nicht mit lesenden Pferden. :P



    Vielleicht aus Empörung über die Verwechslung? Unter den Pferden gibt es ja auch Sensibelchen. ;)


    ;D Na wie froh bin ich dann, dass ich zu Hause nur ganz coole und unlesende Wesen beheimate. ;D

    &quot;Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.&quot; Mahatma Gandhi