Was macht ein Buch zu einem guten Buch?

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  • Wie macht man, daß der Leser eine emotionale Bindung hat?
    Wie macht man die Hauptfigur sympathisch?
    Die Antworten hierauf liegen in einer tieferen Schicht.


    Die emotionale Bindung schaffst Du, wenn du beim Leser einen bestimmten Nerv triffst, etwas, dass ihn wirklich anspricht.
    Die Hauptfigur darf nicht zu perfekt sein, nicht zu weit vom Leser entfernt in ihrem Denken und Handeln. und muss etwas tun, dass den Leser packt, wo er mitfiebert, mitleidet und sich auch mitfreut.
    Wenn ich mir die Super-Bestseller anschaue, dann sprechen die meist eine bestimmte Lesegruppe an. Beispiel "Feuer und Stein": Tolles Abenteuersetting, toller schottischer Held, den in der Realität zwar wahrscheinlich kaum einer als Mann würde haben wollen, der im Buch aber funktioniert. Zielgruppe klar definiert, Stil humorvoll und schön zu lesen, origenelle Idee (sie war immerhin die erste mit Zeitreise-Liebesromanen), trifft ins Schwarze.
    Harry Potter: Themen wie Schule, Freundschaft und die üblichen Probleme kombiniert mit einer schönen Fantasy-Story und vielen verschiedenen Charakteren.
    Sakrileg: Clevere PR, eine Story, der jeder folgen kann, die Charaktere sind zwar nicht gerade tiefgründig (jedenfalls erschienen sie mir nicht so), aber über das Buch wurde geredet, schon wurden genügend Leute neugierig, um mitreden zu können.


    Zitat


    Bei James Bond ist der Fall alles andere als ungewiß. Er wird NIE getroffen. Hähähä.


    Serienhelden sind sehr zäh, so leicht passiert denen nichts, jedenfalls den Hauptfiguren. ;D


    LG
    Maren

  • Erwischt! ;D


    Menschen lieben es, zu zerpflücken, zu bohren, zu forschen, zu zerreden, zu analysieren und zu kategorisieren. Okay, es kann Freude machen. Manchmal macht´s die Sache auch wahnsinnig kompliziert. Nicht umsonst trauern viele Autoren der "Unschuld des Schreibens" nach - jene Tage ganz am Anfang, da sie einfach schrieben. Ohne Kopfzerbrechen und Regeln, nur nach Gefühl.


    Ich denke, ich werde jetzt einfach schreiben. Und danach einfach lesen. Ohne Kopfzerbrechen. :popcorn:


    PS: denkt ihr, dass in einer Zeit wie heute es immer noch möglich wäre, einen ewigen Klassiker wie Dracula zu erschaffen? In einer Zeit, da (fast) alles Massenware ist, und Perlentauchen niemals schwerer war? Wo ich grade drüber nachdenke, ich muss dann mal wieder was tun *lach*


  • Nicht umsonst trauern viele Autoren der "Unschuld des Schreibens" nach - jene Tage ganz am Anfang, da sie einfach schrieben. Ohne Kopfzerbrechen und Regeln, nur nach Gefühl.


    Das mache ich bei meinen Rohfassungen ;)
    Die schreibe ich runter, ohne an irgendwelche Schreibregeln zu denken. Dann habe ich die Gesschichte so, wie ich sie haben will und muss sie nur noch in eine lesbare Form bringen. Das passiert in mehreren Überarbeitungen. Halt solange, bis ich zufrieden bin.


    Zitat


    PS: denkt ihr, dass in einer Zeit wie heute es immer noch möglich wäre, einen ewigen Klassiker wie Dracula zu erschaffen? In einer Zeit, da (fast) alles Massenware ist, und Perlentauchen niemals schwerer war?


    Warum denn nicht? Da gab es doch schon ein paar, die ganz neue Ideen hatten.
    Ich habe kürzlich auch einen Roman geschrieben, der eine Idee hat, die es in Buchform noch nicht gibt - das Ergebnis ist, dass ich bei dem Roman sowas von dermaßen paranoid bin, dass den kaum jemand zum Testlesen bekommt ...


    LG
    Maren


  • PS: denkt ihr, dass in einer Zeit wie heute es immer noch möglich wäre, einen ewigen Klassiker wie Dracula zu erschaffen?


    Ohne Zweifel.
    Allerdings glaube ich, dass ein "Klassiker" vor allem deswegen ein "Klassiker" ist, weil er etwas begründet, etwas Neues einführt, nicht nur Bekanntes kombiniert.
    Dracula hat den "Vampir" als Figur in die Literatur so richtig eingeführt. Vorher schon gab es "Carmilla", aber Stoker war früh dabei und bis heute prägt er unser Bild von einem Vampir.
    Fantasy gab es in seinen Elementen schon vor Tolkien, aber so richtig rund wurde die Sache erst mit seinem "Herrn der Ringe".
    Den Detektivroman gab es bestimmt schon vor "Sherlock Holmes", nehme ich an, aber hat zuvor schon jemand dieses Motiv so konsequent thematisiert?


    Ich vermute also: Wenn Du einen Klassiker schreiben willst - dann musst Du etwas Neues schreiben ...
    Lass einen Baum wachsen, wo vorher keiner war - oder so ähnlich.

  • "Ich vermute also: Wenn Du einen Klassiker schreiben willst - dann musst Du etwas Neues schreiben ..."


    Na, dann müsste es ja mit unseren Vampiren ebenfalls klappen. Was Ähnliches habe ich in Buchform bisher nämlich auch nicht gefunden. Wobei es ganz allgemein immer schwerer wird, wirklich Neues zu schreiben. In einer Zeit, die so ziemlich alles durchgekaut und wiederausgespuckt hat. Und bringt man was Neues auf den Markt, gibt es direkt einen ganzen Rattenschwanz, der die Idee in grün oder lila abkupfert.


    Maren:
    "das Ergebnis ist, dass ich bei dem Roman sowas von dermaßen paranoid bin, dass den kaum jemand zum Testlesen bekommt ..."


    Wir sind da mittlerweile genauso geworden. Auch aufgrund von Erfahrungswerten und gerade weil mein Partner Jay jetzt im Trilogieabschluss ganz neue Gesichtspunkte bezüglich des Mythos aufwirft. Da breitet man dann doch gewissenhaft seine Flügel drüber ;D


  • Na, dann müsste es ja mit unseren Vampiren ebenfalls klappen. Was Ähnliches habe ich in Buchform bisher nämlich auch nicht gefunden.


    Doch, Frau Kollegin: Vampire :P
    Ein Geheimagentenroman, in dem die Hauptfigur Jakob Binder heißt und die Codenummer 118 hat, ist auch nichts grundsätzlich Neues, selbst, wenn die Handlung besser sein sollte als in der Vorlage ...

  • Einen Klassiker zu schreiben beabsichtige ich ja gar nicht ;)
    Ich freu mich über jede Veröffentlichung.
    Aber ich kann nicht rausfinden, wie der Roman bei Lesern ankommt, da ich mich nicht traue, ihn Lesern zu geben. Vielleicht will ihn gar keiner haben, weil die Idee zu abgedreht ist oder die Umsetzung nicht gefällt oder oder ...


    Doch generell wäre es toll, wenn man bei einem Text, den man für fertig hält, herausfinden könnte, ob er ein gutes Buch sein könnte. Ob er wirklich gedruckt wird, wäre natürlich eine andere Frage, klar.


    LG
    Maren


  • Kannst Du dieses "Hohlbein-Schema" skizzieren?
    Ich selbst habe nur 3 Bücher von ihm gelesen, daher würde es mich wirklich interessieren.


    Also: Es ist immer das selbe, zumindest bei seinen Jugendbüchern.
    Ein Junge, meist um die 13, muss die Welt retten. Dabei kommt er immer wieder in Gefahr. Dabei rennt er meist, kann gar nicht mehr, wird weiter getrieben, ist am Ende seiner Kräfte und wenn man schon glaubt, so viel Pech kann nicht einmal der größte Pechvogel haben, bekommt er noch einmal eins übergezogen.
    Dennoch schafft er es immer wieder sich aus den diversen Situationen zu befreien und rettet am Ende die Welt.


    Das ganze ist jetzt etwas sarkastisch, aber es ist tatsächlich so. Man kann sich darauf verlassen, dass der Junge in die unmögichen Situationen schlittert und wenn man schon denkt, es kann nicht mehr weiter bergab gehen, kommt immer noch ein Tiefschlag, bevor es dann wieder berauf geht.


    Spätestens nach dem fünften Buch hat der normale Leser das Schema statt. Bei mir war es nicht so. Ich habe es geliebt immer schon vorher zu wissen, wie es denn wohl weiter geht. ;D


    Katrin


  • Ich trau dem Braten nicht. Weder Stoker noch Tolkien haben einen neuen Stoff gebracht und dennoch haben sie Genres begründet. Umgekehrt kenne ich manchen Roman, der Neues gebracht hat und nichts begründete.
    Ich glaube sogar, es ist ausgesprochen schädlich für den Erfolg, zu neu zu sein. Wirklich neuer Stoff hat Akzeptanzprobleme ohne Ende. Die überwiegende Mehrheit der Menschen will Altes im neuen Gewand.
    Ich glaube fest daran, daß Harry Potter seinen Erfolg unter anderem der Tatsache schuldet, daß es ein Patchwork aus bekannten Versatzstücken ist, die jeder mal irgendwo gesehen hat, kennt, vertraut damit ist. Spezielle Faktoren machen es jedoch unmöglich bzw. unattraktiv, daß hieraus ein neues Genre entsteht.
    Ein Klassiker kann es aber immer noch werden, das wird die Zeit zeigen.


    Peter


  • Und bringt man was Neues auf den Markt, gibt es direkt einen ganzen Rattenschwanz, der die Idee in grün oder lila abkupfert.


    Das ist doch in gewisser Weise eine Ehre für einen Autor.
    Scheiße nur, wenn der Abkupferer dann mehr Ruhm erntet als das Original.


    Zitat


    Maren:
    "das Ergebnis ist, dass ich bei dem Roman sowas von dermaßen paranoid bin, dass den kaum jemand zum Testlesen bekommt ..."


    Wir sind da mittlerweile genauso geworden. Auch aufgrund von Erfahrungswerten und gerade weil mein Partner Jay jetzt im Trilogieabschluss ganz neue Gesichtspunkte bezüglich des Mythos aufwirft. Da breitet man dann doch gewissenhaft seine Flügel drüber ;D


    Ich bin immer skeptisch, wenn ich sowas lese. Da man ja niemals VORHER weiß, welches der nächste Bestseller wird, ist die Gefahr, daß man abgekupfert wird, bevor man veröffentlicht wurde, relativ nahe bei Null.


    Peter


  • Da man ja niemals VORHER weiß, welches der nächste Bestseller wird, ist die Gefahr, daß man abgekupfert wird, bevor man veröffentlicht wurde, relativ nahe bei Null.


    Mag sein. Aber ich hatte schon eine Gerichtssache, die sich richtig lange hinzog und die geklaute Story war ganz sicher nicht bestsellerverdächtig. Und Ideen kann man nicht schützen lassen.


    LG
    Maren


  • Ich trau dem Braten nicht. Weder Stoker noch Tolkien haben einen neuen Stoff gebracht und dennoch haben sie Genres begründet. Umgekehrt kenne ich manchen Roman, der Neues gebracht hat und nichts begründete.


    Guter Punkt.
    Allerdings scheinen beide in einem recht wenig beackerten Feld tätig geworden zu sein. Sie waren vielleicht nicht die ersten im Urwald, aber auf einer betonierten Straße sind sie auch nicht gefahren.

  • Ein bisschen vielleicht schon, denn es ging ja um gute Bücher, und gute Bücher müssen ja noch lange nicht erfolgreich sein, oder? Möglicherweise bleiben sie sogar ganz unentdeckt. Wer weiß?
    Aber es macht Spaß zu lesen, mit welchem Feuereifer ihr bei der Sache seid. Wenn ihr mit dieser Leidenschaft eure Bücher schreibt, sind sie immer gut. Da kann sich mancher bekannter Autor eine Scheibe von abschneiden. Manchmal bin ich sehr enttäuscht, mit welcher Lustlosigkeit Bücher geschrieben werden. Ich finde, man merkt einfach, da wurde eine Geschichte schnell hingeworfen und an den Verlag geschickt, ohne sie noch einmal zu überarbeiten. Das macht mich traurig.


    Liebe Grüße an alle
    eure Leseratte


    http://hometwon.aol.de/learohse/Heike_S_Mayer.html

  • Hi Leseratte


    "Manchmal bin ich sehr enttäuscht, mit welcher Lustlosigkeit Bücher geschrieben werden. Ich finde, man merkt einfach, da wurde eine Geschichte schnell hingeworfen und an den Verlag geschickt, ohne sie noch einmal zu überarbeiten"


    Ich denke das passiert vor allem dann, wenn der Autor vertraglich zur Kreativität verpflichtet ist. Pro Jahr so und so viele Bücher zu dem und dem Zeitpunkt fertig. Unter solchem Druck verliert man womöglich schnell die Leidenschaft und wirft seine Gedanken wie alten Müll aufs Papier. Manche können wiederum nur unter Druck arbeiten. Doch ganz allgemein würde ich sagen, dass man Künstler niemals unter Druck setzen sollte, denn das verstopft bei den meisten die Kreativitätsader. Leider ist es oft anders. Diese Welt hat mehr "müssen" als "dürfen".


    Da hier Hohlbein erwähnt wurde. Ich kam in den "Genuß" einer Lesung und muss sagen: niemals habe ich einen Autoren gesehen, der leidenschaftsloser und gelangweilter seinen Stoff herunterratterte. Da passt es, dass seine Bücher sich in all ihrer Masse ziemlich gleichen. Schade. Aber so ergeht es vielen. Und ich bin froh, dass sich jedes unserer Werke bisher sehr von dem vorhergehenden unterscheidet, weil wir selbst als Autoren ständigen Veränderungen unterworfen sind und Kreativität für uns pure Leidenschaft ist - naja, und schließlich sind wir auch zu zweit. ;D

  • Hm, im Moment bin ich mit dem Gesagtem zum Thema irgendwie durch.
    Einzig die Sache mit der Leidenschaft weckt noch einen Gedanken. Nämlich den, daß man in solchen Diskussionen sehr schnell von der Textimmanenz auf die Ebene der Methodik oder gar der Geisteshaltung verirrt. Ich benutze das Wort "verirrt" mit voller Absicht.
    Man kann einem fertigen Buch nicht ansehen, wie es zustande kam. Ob es viel oder wenig Mühe bereitet hat, ob es unter Druck geschrieben wurde oder nicht, ob jahrelange Recherche dahinter stand oder schnell was hingeschnuselt wurde (außer man kennt sich selber in dem Fach aus), ob es eine Auftragsarbeit oder eine Herzensangelegenheit war ... Man sieht das definitiv nicht. Und jeder, der was anderes behauptet, ist ein Hellseher oder überschätzt seine Urteilsfähigkeit.
    Grad der olle Hohlbein ist ein gutes Beispiel. Der hat schon lange keine Leidenschaft mehr, schreibt nach Schema und produziert am Fließband. Trotzdem sind seine Bücher beliebt und eine Menge Autoren, die ihr Herzblut in ihre Projekte stecken, dürfen auf jedes beliebige Fließbandwerk von Hohlbein neidisch sein, weil sie mit all ihren Mühen nicht erreichen, was Hohlbein aus dem Ärmel schüttelt.


    Peter

  • Okay, da ich offensichtlich noch gar nichts zu diesem Thema gesagt habe, versuche ich mal meine Gedanken zu ordnen.


    Das gute Buch ist für mich eine sehr subjektive Angelegenheit. Da ist erst einmal das Genre und damit auch das Thema, das ein Grundstein dafür ist, meine Aufmerksamkeit zu erregen. Dann kommt der Einstieg in die Geschichte. Dabei reicht es mir nicht mitten in einem auffregendem Geschehen zu landen. Ich brauche einen Charakter, der mich führt. Von daher kann mich die Ich-Perspektive sehr gut ködern (muss aber nicht). Dann wiederum ist es wichtig, dass mich eine Eigenschaft der Person anspricht, sie mir sympathisch ist. Vielleicht hat die Figur etwas mit mir gemeinsam oder sie hat Eigenschaften, die ich an ihr bewundere. Dafür müsste ich die Protagonisten meiner Lieblingsbücher auseinander nehmen. Da ich mich auch gerne grusele, müsste der Autor auch wissen, was mir Angst macht. Mit sinnlosem Splatter ködert man mich jedenfalls nicht.


    Zusammengefasst heißt das in meinem Fall: Ein Autor muss für mich viel Arbeit in seine Charaktere stecken und wahrscheinlich ein bisschen Glück haben, wenn er meinen Nerv treffen will. Clichés sind dabei durchaus erlaubt. Wenn er es schafft, dass mir alles egal ist und ich mein Buch selbst beim Essen nicht weglegen mag, dann haben wir ein Buch, das bei mir die Auszeichnung "Sehr gut" bekommt.


    Wenn ich als Autor ein gutes Buch schreiben wollte, wird es schon schwieriger. Ich weiß, ich kann es nicht jedem Leser recht machen, weil die Geschmäcker doch sehr unterschiedlich sind. Letztendlich kann ich erst einmal nur von meinen Interessen heraus das Buch aufbauen und das entspricht aus meiner eigenen Erfahrung nicht unbedingt dem Geschmack der Masse, wenn man daran ein gutes Buch festnageln möchte.
    Vielleicht würde ich versuchen Marktlücken zu entdecken oder den Nerv der Leute zu treffen, in dem ich mitverfolge, was die Menschen derzeit bewegt und was sie noch in Zukunft bewegen könnte ohne dabei zu vergessen, was sie in der Vergangenheit bewegt hat. Was sind die Unterschiede bei den Erfolgen der Browns, Rowlings, Kings, Schätzings und wie sie alle heißen.


    Wenn ich es mir recht überlege, möchte ich mit denen gar nicht verglichen werden. Ein neues Genre zu begründen würde mir viel eher gefallen. Irgendetwas auf die Beine zu stellen, dass nicht den Schreibkonventionen der Freys, Steins etc. entspricht. Ein Genre, indem ganz unterschiedliche Lesergeschmäcker plötzlich aufeinander treffen und die Leute sich fragen, wie sie da eigentlich gelandet sind und ob es davon noch mehr gibt. *g*

  • Hallo an alle,


    ich hatte, als ich meine Enttäuschung erwähnte, ein ganz konkretes Buch im Auge: "Stinas Entscheidung" von M. Fredriksson. Ich habe ihre Bücher immer gerne gelesen. Besonders die Bücher mit "biblischen" Themen haben mich fasziniert. Doch dieses ist ein gewagtes Thema, aus dem sie weit mehr hätte machen können. Niemals hätte sich die Geschichte wirklich so abspielen können. Eine Mutter, deren Kind mißbraucht worden ist, wäre nicht so kurz nach dieser Tat in der Lage, sich einen neuen Partner zu suchenn und mit ihm Sex zu haben. Auch das Verhalten des Kindes in einem solchen Zustand ist völlig abwegig. Ach egal, ich war von dem Buch enttäuscht. Punktum.


    Übrigens war ich letztens auch auf so einer spannenden Lesung. Ich habe daraus gelernt, wie ich es nicht machen darf, zumindest nicht als "Frischling". Stefanie Zweig. Ich finde sie schreibt sehr gut. Na gut, eigentlich ist es ja auch immer wieder ein ähnliches Thema. Allerdings in ihrer Lesung las sie nonstop eine Stunde lang aus einem einzigen Kapitel ihres letzten Buches. Ich war sehr bemüht bei der Sache zu bleiben, aber ich muss gestehen, dass das wirklich schwer war.


    Nun zu MesCalinum:
    Ich bin felsenfest überzeugt, wir müssen die Bücher schreiben, die uns am Herzen liegen und nicht nach dem Markt. Mein Mann sagt auch: "Schreib, was die Leute lesen wollen, damit du Erfolg hast." Ich habe mir tatsächlich darüber Gedanken gemacht. Aber eigentlich ist es doch sowieso Quatsch. Bis ich ein Buch fertig habe, bis es in Druck geht, kann das Thema doch schon längst durch sein. Keiner will möglicherweise mehr etwas derartiges lesen. Doch nun habe ich mich einfach noch einmal ganz bewußt entschieden: Ich schreibe "meine" Bücher, alles andere wäre Verrat an mit selbst.


    Liebe Grüße von
    eurer Leseratte