Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler!)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.

    Kaufen* bei

    Amazon
    Booklooker
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links

  • Hi!


    Es war eine sehr interessante Leserunde, was natürlich auch an dem Buch lag, das zum Denken anregt. Leider hatte ich nicht ganz so viel Zeit für die Leserunde, wie ich mir gewünscht hätte - auf ein paar Monsterpostings bin ich trotzdem noch gekommen, auch wenn ich stattdessen lieber etwas intensiver mit den anderen Teilnehmern diskutiert hätte.


    Vielen Dank an die anderen Leserundenteilnehmer und an Andreas Eschbach für den Gedankenaustausch in den letzten zwei Wochen. So machen Leserunden Spass! :)


    Hier ist noch meine Meinung zum Roman:


    Inhalt:
    In den USA gerät der junge Programmierer Vincent Merrit im Herbst 2000 in ernsthafte Zweifel darüber, ob er eventuell geholfen hat, George W. Bush zum Präsidenten zu machen. Vincent arbeitet für eine Softwarefirma in Florida und hatte im Vorfeld der Wahlen mit einem Programm zu tun, mit dem man Wahlcomputer möglicherweise manipulieren kann. Und nachdem die widersprüchlichen Resultate der Auszählung in Florida bekannt werden, muss sich Vincent ein paar Fragen stellen.
    Sein grösstes Problem dabei ist, dass er mit niemandem über den Fall reden kann, da er sich dank einer Vorstrafe nichts mehr zu Schulden kommen lassen darf; sonst verschwindet er für sehr lange Zeit hinter Gittern. Seine Lage kompliziert sich ein paar Jahre später, als ein Mann mit ihm Kontakt aufnimmt, der über seine Fähigkeiten als Programmierer und seine Erfahrungen mit Wahlcomputer offenbar Bescheid weiss. Er macht ihm ein Angebot, dass Vincent nicht ablehnen kann. Als er versucht, aus der Nummer rauszukommen, indem er sich absetzt und seinem in Deutschland lebenden Vater eine CD mit Beweismaterial schickt, setzt er damit Ereignisse in Gang, die sich niemand träumen lassen hätte.


    Meine Meinung:
    Andreas Eschbach schafft es einmal mehr, ein Thema auszuwählen, das uns alle betrifft, aber über das sich die wenigsten Gedanken machen. In «Ausgebrannt» war es das Erdöl, in «Ein König für Deutschland» sind es Wahlcomputer respektive der Umgang von Behörden mit Computern und neuen Technologien. Statt über Wahlcomputer hätte er auch über Pässe mit biometrischen Daten oder den behördlichen Kampf gegen Internetkriminalität schreiben können; die Botschaft wäre überall dieselbe gewesen: Die Entscheidungsträger in der Politik haben in der grossen Mehrheit keine Ahnung von Computern (was übrigens auch für weite Teile der Bevölkerung gilt) und zeigen wenig Neigung, Leuten, die eine Ahnung haben, auch zuzuhören wenn diese vor Gefahren warnen.


    Dass er da mitten aus dem Leben schreibt belegen in die Geschichte eingestreute Fussnoten, die Dinge, die wirklich geschehen sind, gekonnt mit seinem Plot verknüpfen. Dadurch kann man die Geschichte nicht ins Reich der Fanatsie eines begabten Autors schieben, sondern muss sich ernsthafter damit auseinandersetzen; schliesslich könnte George W. Bush seine beiden Wahlen genau auf die Art «gestohlen» haben, die in dem Buch beschrieben ist. Das ist in dem Thriller jedoch erst der Auftakt, in der Folge wird auf glaubhafte Art gezeigt, dass man dank der Technikgläubigkeit von Volk und Behörden auch mit einer sehr dreisten Wahlmanipulation noch durchkommen könnte. Das Buch ist also ein dickes Ausrufezeichen und fordert seine Leser dazu auf, doch bitte auch die kritischen Stimmen neutraler Computerexperten zu hören, wenn ein Politiker wieder mal ein absolut sicheres System auf Computerbasis einführen möchte. Die absolute Sicherheit gibt es bei Computern ebenso wenig wie es sie im richtigen Leben gibt.


    Obwohl «Ein König für Deutschland» eine klare Botschaft an seine Leser hat, kommt die Geschichte dennoch nicht mit erhobenem Zeigefinger daher, sondern ist im Gegenteil sehr unterhaltsam verpackt. Action gibt es nicht viel, aber Spannung und Humor kommen nicht zu kurz. Trotz des nicht leichten Themas lässt sich das Buch deshalb sehr gut lesen. Dazu tragen auch die immer wieder eingestreuten Hintergrundinformationen über die Funktionsweise von Computern und die Möglichkeiten, sie zu manipulieren, einen wesentlichen Teil bei. So kam bei mir nie das Gefühl auf, dass ich nur eine Geschichte lese; ich hatte immer das Gefühl, der Inhalt gehe mich tatsächlich etwas an. Ein beim Thrillerlesen gewiss nicht alltägliches Ereignis...


    Es gibt zwei Abstriche, einen ganz kleinen und einen ziemlich grossen. Zuerst der kleine: Ich hätte mir da und dort etwas mehr Tempo gewünscht. Direkte Längen hat das Buch keine und ich fühlte mich auf jeder Seite unterhalten, aber dann und wann gings schon recht gemächlich voran.
    Dann der grosse: Ich gehöre in Bezug auf Klappentexte und was darin verraten wird, nicht zu der heiklen Sorte. Aber was sich der Verlag da geleistet hat, ist unter aller Kanone.
    Der erste Teil des Textes auf dem Buchrücken verrät ein Ereignis, das erst ganz am Ende des Buches stattfindet. Der zweite Teil spielt auf Fragen an, die in dem Buch nicht beantwortet werden, da das Thema ein ganz anderes ist. Der dritte Teil suggeriert ebenfalls eine Geschichte, die in dem Buch schlicht nicht stattfindet. Wer also in der Buchhandlung den Text auf dem Buchrücken liest, bekommt dann ganz etwas anderes, als dort steht. Das Ausweichen auf den Klappentext macht die Sache nur noch schlimmer: Dort ist der ganze Inhalt des Buches zusammengefasst.
    Ich habe keine Ahnung, welcher Stümper diesen Text verfasst respektive sein OK dazu gegeben hat, dass das so publiziert wird. Aber sowas ist eine Frechheit gegenüber den Lesern.


    Fazit:
    Ein aufrüttelndes, informatives Buch, das hoffentlich viele Leser findet, die die darin enthaltene Botschaft nicht vergessen. Im Gegensatz zum Klappentext. Den sollte man vor dem Lesen keinesfalls beachten!


    Lieber Gruss


    Alfa Romea

  • Ich muss gestehen, dass ich ein wenig enttäuscht bin von der Resonanz; mir kommt es so vor, als seien unterwegs die Hälfte der Leser auf der Strecke geblieben – um so mehr schade, als es von vornherein nicht so viele waren. Liegt's am Buch? Trotz vieler lobender Worte?


    :-\

  • Keine Sorge, Herr Eschbach - von mir kommen auf jeden Fall noch Beiträge und auch ein ausführliches Fazit. Mir ist nur leider im Moment nicht sehr viel Lesezeit vergönnt, was die Lektüre etwas hinzieht (bin gestern mit dem 4. Abschnitt fertig geworden :-[). Wenn es nach mir ginge, hätte ich den Roman auch in einem Rutsch durchgelesen, ich finde ihn einfach genial. ;D

  • Mein Fazit kommt am Wochenende, da auch ich leider zur Zeit zwischen Überstunden und Familie kaum Zwischenräume für klare Gedanken habe. Aber nach Alfas Rezi wird es sowieso sehr schwer, hier noch etwas Gehaltvolles beizutragen. ;D Trotzdem werde ich es noch versuchen. :)

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

  • Hallo Herr Eschbach,


    also mein Fazit kommt auf jeden Fall noch, aber ich warte auch meistens damit, bis ich das Gefühl habe alle Anderen sind auch mit dem Buch durch. Deshalb habe ich noch etwas gezögert. Natürlich gibt es aber eine Rezension mit Meinung zur Leserunde.
    Schade, dass Sie enttäuscht sind :'(. Ich habe die Runde als wirklich nett empfunden... :klatschen:


    Liebe Grüße


    schlumeline

  • Nun mal nicht so hastig ;) . Ich bin nicht jeden Tag online, aber da hier schon die erste Rezi steht (Alfa, ich liebe deine Buchbewertungen!) und ich nicht wieder die letzte sein will :-[ , kommt jetzt auch eine von mir.


    Handlung:


    Vincent Merrit ist Programmierer mit Leib und Seele. Er schreibt Computerprogramme und macht sich keine großen Gedanken über eventuelle Folgen. So auch, als er im Auftrag eines Politikers ein Programm schreibt, mit welchem man Wahlcomputer manipulieren kann. Erst nachdem die erste Bush-Wahl zu einer Katastrophe gerät, kommt ihm der Verdacht, dass seine "Schöpfung" zum Einsatz gekommen ist.
    Doch Gewissensbisse und die Angst ertappt zu werden hin oder her - als der zwielichtige Bühnenzauberer Zantini ihm ein Angebot macht, bei dem Vincent sein Können unter Beweis stellen kann, macht er sich wieder ans Schreiben eines Wahlcomputer-Manipulationsprogramms.
    Durch die Umstände dazu gezwungen, schickt er das fertige Programm nach Deutschland zu seinem Vater Simon König. Dieser hat zwar keine Ahnung von Computern, seine neuen Freunde dagegen schon. Sie wollen auf die Anfälligkeit der Wahlcomputer für Manipulationen aufmerksam machen und gründen kurzerhand eine Partei mit dem Ziel, die Bundestagswahl zu gewinnen.


    Meine Meinung:


    Dieses Buch ist wichtig, gar keine Frage. Jeder Wähler sollte es lesen. Das Thema ist nicht nur hochinteressant, sondern auch aktuell, denn bei Wahlen werden nun einmal Computer eingesetzt, die manipuliert werden können.


    Mit hat der Roman sehr gut gefallen. Unter anderem erwecken die vielen Fußnoten den Eindruck, eine wahre Geschichte zu lesen oder zumindest eine, die wahr sein könnte. Fiktion und Realität sind so geschickt miteinander verbunden worden, dass man als Leser kaum das eine vom anderen unterscheiden kann. Für mich eindeutig ein wichtiges Kriterium eines guten Buches.
    Gefallen haben mir auch die eingestreuten Erklärungen zu Wahlen, Gesetzen etc. Diese sind selbst für jemanden verständlich, der sich noch nie mit diesen Themen auseinander gesetzt hat. An den Erklärungen zum Programmieren hatte ich zwar ein bißchen zu knabbern, aber das ist auch ein Gebiet, über das ich überhaupt nichts weiß.


    Ich werde das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen, auch wenn ich meine eigene Ausgabe wohl nicht verleihen werde. Dafür finde ich die - trotz des unmöglichen Klappentextes - einfach zu schön :) .


    Die Leserunde:


    Jederzeit wieder! 8)


    ***
    Aeria

    Realität ist nur etwas für Menschen mit zu wenig Phantasie.

  • Hallo ihr Lieben,


    ein kurzes Resümee möchte ich auch abgeben. Ich habe ja schon bei der Besprechung der einzelnen Leseabschnitte angedeutet, dass ich Schwierigkeiten hatte, bis zum Ende durchzuhalten.
    Vielleicht lag es an meiner Alltagsbelastung, die z.Zt. etwas hoch ist, so dass ich mich auf die "politischen und gesellschaftskritischen Inhalte " nicht so einlassen konnte und wollte. Wobei ich mir aber streckenweise zugute halten muss, dass manche Themen, speziell auch die amerikanischen Wahlpraktiken, für meine Begriffe zu langatmig und minutiös dargestellt wurden, und im Grunde doch vom eigentlichen Thema wegdrifteten, wenngleich sie auch sehr gut recherchiert und im Grunde hochinteressant waren.


    Die Absicht des Autors "Augen zu öffnen" für Manipulationen durch Politik und Medien ist jedoch voll und ganz erfüllt. Die Rahmenhandlung fand ich leider etwas seicht. Nun ja, die Zauberer-Elemente spiegelten jedoch genau die beabsichtigte Atmosphäre wider. Wie schon im Verlauf der Leserunde von mir erwähnt, hat das Buch streckenweise Sachbuchcharakter.
    Schade allerdings, dass der Klappentext den Inhalt schon vorweg nahm.


    Da ich selbst etwas überrascht war von meiner Reaktion auf das Buch, habe ich es meinem Mann zu lesen gegeben. Ich muss sagen, er hat es innerhalb von 2 Tagen durchgelesen und war begeistert, sowohl von den Inhalten und den Denkanstößen, wie auch von den grotesken Elementen, die er besonders liebt.


    Wir werden das Buch einem unserer Freunde zum Lesen weiterreichen und erwarten davon beim nächsten Treffen eine interessante Diskussion. :) :) :)

  • Ein abschließendes Statement vielleicht von mir.


    Ich fühlte mich hier freundlich empfangen, das Buch wurde wohlwollend aufgenommen. Aber so richtig den Saal zum Toben gebracht hat es nicht. Was nicht die "Schuld" der Leser ist, wohlgemerkt! Da muss sich der Autor selber an der Nase fassen, vor den Spiegel führen und sich sagen, "Du hast zwar ein Buch schreiben wollen, das die Leute 'aber holla!' sagen lässt – aber irgendwie hast du es nur geschafft, dass sie 'ganz nett!' sagen. Also überleg Dir, woran das liegen könnte!"


    Mein Fazit: Es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als noch ein Buch zu schreiben... ;)

  • Hallo miteinander,


    nun möchte ich mich auch zum Abschluss noch einmal :belehren: melden und meine Meinung kundtun:


    Rezension:


    Vincent Wayne Merrit wird mit 21 Jahren zum ersten Mal in seinem Leben verurteilt und tritt als Strafe eine Woche Arrest im Gefängnis an. Und man sollte meinen, dass Vincent daraus eine Lehre gezogen hat. Aber Vincents Leidenschaft siegt. Seine Leidenschaft sind Computer und die Möglichkeit diese Geräte zu manipulieren. Vincent ist ein Hacker und bei ihm ist die Grenze dessen, was man darf oder nicht darf, eben fließend.
    Nach seiner Haftstrafe verlässt Vincent Pennsylvania und zieht nach Florida. Dort erhält er einen Job in einer Computerfirma. Seine Chefin liebt es „verkrachte“ Existenzen wie Vincent um sich zu scharen. Die Firma hat Erfolg und eines Tages erhält Vincent den Auftrag ein Programm für Wahlcomputer zu schreiben, welches die Ergebnisse der Wahldaten beeinflussen kann. Vincent arbeitet an einem Prototyp, den seine Chefin aber ohne seine Zustimmung einfach weitergibt. Es kommt wie es kommen muss:
    In naher Zukunft mehren sich die Verdachtsmomente, das Vincents Wahlprogramm die eine oder andere Wahl in den USA beeinflusst hat. Ist nicht auch die Wahl des US Präsidenten durch Vincents Programm beeinflusst worden?
    Acht Jahre später wird Vincent vom Geliebten seiner Chefin erpresst. Er möchte, dass Vincent erneut ein solches Programm schreibt und zwar für den Echteinsatz bei den Landtagswahlen in Hessen/Deutschland. Vincent arbeitet mit großem Elan an diesem Programm, denn seine Leidenschaft ist wieder erwacht. Rechtzeitig jedoch merkt er, dass das, was er tut, kein Spass mehr ist. Er schickt das Programm daher an seinen Vater, Simon König, nach Deutschland und flieht.
    Simon König ist eingefleischter Lehrer vom alten Schlag und hat mit Computern und Programmen nicht viel am Hut. Über den Brief seines Sohnes mit der CD wundert er sich. Schon bald merkt er aber um die Bedeutung der CD, doch sie wird ihm gestohlen.
    Simon lernt eine Gruppe junger Leute kennen, die sich mit Programmen und Computern auskennen. Gemeinsam beschließen sie die Gründung einer neuen Partei, der Volksbewegung zur Wiedereinführung der Monarchie. Was vor dem Hintergrund die Menschen über die Gefahenr, die von Wahlcomputern ausgehen aufzuklären, beginnt, endet in der tatsächlichen Möglichkeit einer neuen Monarchie in Deutschland.


    Mit ein König für Deutschland gelingt dem Autor Andreas Eschbach ein spannender Roman, der so hautnah am Leben dran ist, dass er seinesgleichen sucht. Die Hintergründe zu diesem Buch sind fantastisch recherchiert. Mit vielen Fußnoten und Verweisen zeigt der Autor dem Leser die tatsächliche Nähe der Geschichte zur Realität.
    Die Gefahr von Wahlcomputern und die grundsätzliche Gefahr der Manipulierbarkeit von Computern und deren Programmen wird hier sehr deutlich. Dennoch scheint kaum jemand hieraus eine Lehre ziehen zu wollen. Vielleicht rüttelt aber dieses Buch uns wach. Wer will schon eine neue Monarchie in Deutschland? Oder gar eine andere Regierungsform, die uns das Fürchten lehrt?


    Die Leserunde:


    Die Leserunde und die Diskussionen haben mir sehr gut gefallen. Bei solch einem Buch merkt man ganz besonders gut, welch unterschiedliche Schlüsse manche Leser an der ein oder anderen Stelle ziehen. Unsere Runde war klein, aber fein und ich habe mit Interesse alle Kommentare verfolgt. Besonders toll fand ich, dass Andreas Eschbach so detailliert auf alle eingegangen ist. Ein bischen traurig bin ich darüber, dass Herr Eschbach enttäuscht ist über die Resonanz der Leserunde. Ich habe es nicht so empfunden. Sei' s drum, ich hoffe trotzdem auf ein neues Buch von Ihnen Herr Eschbach und natürlich damit verbunden auf eine neue Leserunde. Einverstanden ??? ??? ???


  • Ein abschließendes Statement vielleicht von mir.


    Ich fühlte mich hier freundlich empfangen, das Buch wurde wohlwollend aufgenommen. Aber so richtig den Saal zum Toben gebracht hat es nicht. Was nicht die "Schuld" der Leser ist, wohlgemerkt! Da muss sich der Autor selber an der Nase fassen, vor den Spiegel führen und sich sagen, "Du hast zwar ein Buch schreiben wollen, das die Leute 'aber holla!' sagen lässt – aber irgendwie hast du es nur geschafft, dass sie 'ganz nett!' sagen. Also überleg Dir, woran das liegen könnte!"


    Mein Fazit: Es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als noch ein Buch zu schreiben... ;)


    Das Toben des Saales folgt hier: :klatschen: :freu: :klatschen: :freu: :klatschen: :freu: :klatschen: :freu:
    Und das neue Buch wird schon erwartet ;)

  • Hallo zusammen,


    ja, ein weiteres Buch aus Andreas Eschbachs Feder erwarte auch ich. ;) Denn auch diesmal konnten mich die Denkanstöße und Hintergrundinformationen à la Andreas Eschbach wieder einmal grundlegend überzeugen.
    Mit Ein König für Deutschland ist es dem Autor gelungen, die Grenzen zwischen Viktivem und Realität fast gänzlich zu verwischen.
    Mit großer Neugier hing ich dann auch an den Seiten um mit Spannung den Geschehnissen rund um das Thema Wahlmanipulation zu folgen. Vollgestopft mit Zusatzinformationen zu den verschiedensten Themen rund um Wahlcomputer, deren Manipulation, menschlichem Streben nach deren Aufdeckung sowie wandelbare Empfindungen zum Thema Macht, wurde mir dieses Buch nie langatmig oder überproportioniert. Nein, für mich war es ein Genuss und eine Bestätigung obendrein, all jene Entwicklungen zu verfolgen, welche mit einer relativ kleinen Herausforderung begonnen hatte. So war es nicht schwer, sich in die Rolle des jungen Vincent hineinzuversetzen, der durch das Kreieren eines Programmes zur Manipulation von Wahlcomputern in der USA, plötzlich in einen Strudel hineingezogen wurde, welchen sich seine unbedarfte Persönlichkeit zunächst niemals vorgestellt hätte. Als ihm dann klar wurde, in welche Fänge er geraten war, war nichts mehr zu bremsen.
    Aber auch bei seinem von nichts ahnendem Vater Simon König in Deutschland beginnen nach der Zuspielung des besagten Programmes die Dinge aus dem Ruder zu laufen. Während ein machtgieriger Zaubertrickkünstler versucht an das Programm heranzukommen, erwartet sich eine Gruppe junger Leute die öffentliche Aufdeckung eben dieser Manipulationsmöglichkeit. Doch dann kommt nach und nach doch alles ein wenig anders als geplant...
    Dabei empfand ich die doch sehr verschiedenen Figuren in diesem Buch sehr gut dargestellt. Auch wenn die Story für mich eigentlich nur Mittel zum Zweck war. Die vielen beigefügten Fußnoten verliehen dem Roman einen derart authentischen Touch, dass ich mich stets immer wieder fragte, ob es nicht tatsächlich und wirklich so gewesen sein könnte. Für Fans von Andreas Eschbach bzw. seinen Büchern ein stets sehr charakteristisches Merkmal, welches ich auch diesmal nicht missen musste. 8)
    Und so werde ich Ein König für Deutschland gerne jederzeit weiterempfehlen und kann nur hoffen, dass es möglichst viele Leser finden wird.


    Die Leserunde selbst hat mir wieder viel Spaß und Freude bereitet und ich bin froh, dass uns hier der Autor Andreas Eschbach so tatkräftig begleitet hat. Dafür ein dickes Dankeschön.
    Ich harre nun der Dinge und Bücher, die da noch kommen werden und bin jederzeit gerne wieder bei einer nächsten Runde zu Andreas Eschbachs Büchern mit dabei.


    Liebe Leserundengrüssle
    Marion :)

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi


  • Aber so richtig den Saal zum Toben gebracht hat es nicht.


    In meinem Fall lag das zu einem guten Teil an dem wirklich bescheuerten Klappentext. Ich hatte eine ganz andere Geschichte erwartet, da ich davon ausging, dass der Klappentext das umfasst, was auf den ersten 80 bis 100 Seiten passiert und dass wir danach die Regierungszeit Simon Königs erlebt hätten, inklusive aller Schwierigkeiten, auf die ein normaler Mensch stösst, wenn er plötzlich ein Land zu regieren hat.
    Ich bekam dann eine ganz andere Geschichte, die äusserst spannend war - aber meine Erwartungen (die vom Klappentext her kamen) nicht erfüllte. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie ich die geistige Umstellung auf diese andere Geschichte nicht geschafft habe und mich dem Einfluss des Klappentextes nie entziehen konnte, obwohl ich es versucht hatte, um eben das Buch, das Sie tatsächlich geschrieben haben, besser würdigen zu können...



    Mein Fazit: Es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als noch ein Buch zu schreiben... ;)


    Eine sehr gute Idee! Und ein Exemplar (nämlich meins) haben Sie sozusagen schon verkauft ;D

  • Das Toben fehlt? Nasowas. Hier ist es: :freu:
    ;)


    Wie schon oben geschrieben, mir hat das Buch sehr gut gefallen. Freue mich schon auf den nächsten Roman von Ihnen, Herr Eschbach. Ihre anderen Werke habe ich schließlich auch fast komplett im Regal, aber es sind noch nicht genug ;) .


    ***
    Aeria

    Realität ist nur etwas für Menschen mit zu wenig Phantasie.

  • Herr Eschbach, ich darf mich an dieser Stelle ganz herzlich für Ihre engagierte und gewissenhafte Begleitung unserer Leserunde bedanken! Es hat sehr viel Spaß gemacht, Ihre Beiträge und Denkanstöße zu verfolgen.


    Ich hatte das Gefühl, dass das Buch von den Teilnehmern sehr intensiv gelesen und diskutiert wurde, und die Mehrzahl scheint mir doch recht begeistert zu sein.


    Ob man mit einem solch kritischen und sachbezogenen Inhalt einen Saal zum Toben bringen kann, weiß ich nicht. Bei mir herrschten doch eher nachdenkliche und grüblerische Gefühle beim Lesen - insbesondere der sachbuchähnliche erste Teil ist wohl weniger geeignet, am Stück verschlungen zu werden, da er so viel Anregungen zum Recherchieren, Nach- und Weiterdenken bietet. Ich finde, Sie haben alles richtig gemacht und dieses sensible Thema mit dem gebührenden Ernst und Tiefgang behandelt, ohne dabei die Spannung und Unterhaltung außer Acht zu lassen. Das will gekonnt sein!


    Und natürlich hoffe ich, dass Sie von dieser Sorte noch viele Bücher schreiben und wir weiterhin in den Genuss kommen, aktuelle Themen in spannende Geschichten verpackt zu bekommen, gerne auch wieder in einer Leserunde. Bei mir ist jetzt "Ausgebrannt" ganz oben auf der Leseliste und ich freue mich schon sehr auf dieses Buch, das übrigens in meinem persönlichen Umfeld sehr häufig diskutiert wird - ohne das ich mitreden kann. Das wird sich nun ändern.... ;)


    Viele liebe Grüße
    Miramis

  • Ein allerletztes Dankeschön für das viele nachträgliche Toben... :D


    ...und damit klink' ich mich endgültig aus, denn: Das nächste Buch will geschrieben werden. Damit es wieder was zu
    :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen::lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen::lesen: :lesen: :lesen: :lesen: :lesen::lesen:
    gibt!

  • Da Sie, Herr Eschbach, nun doch noch ab und an hier hereingucken, nun doch noch ein paar abschließende Worte von mir...


    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren folgenden Büchern und stets weiterhin so tolle, ansprechende Ideen.
    Denn ich harre schon darauf, was noch kommen wird.


    Liebe Grüssle
    Marion :)

    "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." Mahatma Gandhi

  • Sieht so aus, als ob wir alle durch wären und das Wesentliche zum Buch gesagt ist, weswegen ich die Leserunde hiermit für beendet erkläre. Was nicht heißt, dass man nichts mehr dazu schreiben kann - wer Lust hat, kann gerne noch Beiträge verfassen, bevor die Leserunde ins Archiv kommt.


    Ein herzlicher Dank an alle Mitleser und an Herrn Eschbach für die rege Teilnahme - ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder.


    Viele liebe Grüße
    Miramis

  • So, jetzt liefere ich selbst noch etwas nach, nämlich meine Rezension. ;D


    Meine Meinung:


    Wahlmanipulation und Wahlcomputer - dieses Themen interessieren mich brennend und als ich davon las, dass der neue Roman von Andreas Eschbach genau davon handelt, konnte ich es gar nicht mehr erwarten, das Buch in meine Griffel zu bekommen. Und ich wurde nicht enttäuscht; Andreas Eschbach hat sich wieder einmal eine brisante Geschichte ausgedacht, in der die Unterhaltung nicht zu kurz kommt, die aber vor allem aufrüttelt und mich sehr nachdenklich und bestimmt auch mit einer geschärften Wahrnehmung zurücklässt.


    Der erste Teil, der seinen Schauplatz in den USA hat, hat auf mich schon fast einen sachbuchartigen Eindruck gemacht; sämtliche Aspekte zum Thema Wahl werden hier anhand der beiden Präsidentschaftswahlen, aus denen George W. Bush als Sieger hervorging, beleuchtet. Dabei werden die ganzen präsentierten Fakten anhand von Fußnoten belegt und wer Lust hat, kann anhand der vielen Links auf eigene Faust auf Spurensuche gehen und sich über das Thema noch sehr viel intensiver informieren. Ansonsten ist aber auch eine interessante Rahmenhandlung geboten, die den Leser in die Welt der Computerfirmen führt und die gekonnt mit der späteren Haupthandlung verknüpft ist.


    Der Wechsel des Schauplatzes nach Deutschland bringt uns zur eigentlichen Handlung, und während die Hauptfigur Simon König, seines Zeichens Lehrer, eingeführt wird und dabei etliche kritische Gedanken zum aktuellen Schulsystem anklingen, steuert das Land auf die Bundestagswahl zu, die mit Spannung erwartet wird. Sehr schön, wie die Hessenwahl mit ihrem bekannten Patt-Ausgang in die Geschichte mit eingebunden ist und damit einmal mehr dem Leser das Gefühl vermittelt wird, ja, so könnte es tatsächlich gewesen sein...


    Simon König stolpert recht unbedarft in seine Rolle als zentrale Figur einer geplanten Wahlmanipulation und ich fand es faszinierend, seine Entwicklung zu beobachten. Ist er sich zunächst seiner Position als Schwindler durchaus bewusst, nimmt er mehr und mehr den Charakter eines Wahlkandidaten an und glaubt an das, was er sagt. Sein Leben ändert sich drastisch und er findet immer mehr Gefallen daran, an der Macht zu schnuppern.


    Der Ausgang der Bundestagswahl ist letztendlich keine große Überraschung, weil der Leser ja von einer Manipulation ausgehen darf. Umso überraschender fand ich es, dass genau diese Frage nicht wirklich geklärt ist und letztendlich offen bleibt - ein sehr raffinierter und brillanter Schachzug des Autors. Einen großen Reiz machten für mich auch die teilweise revolutionären Gedankenspiele zu zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Themen aus, die während des Wahlkampfes zur Sprache kommen und mich mit recht originellen, wenn auch nicht unbedingt praktikablen Lösungen beeindruckten. Auf dieser Spielwiese hat sich Andreas Eschbach ordentlich ausgetobt und mich gleichermaßen zum Staunen, Lachen und Nachdenken gebracht.


    Auch den letzten Teil des Romans fand ich sehr gelungen - während der Autor uns zunächst einen recht skurillen und doch irgendwo interessanten Blick auf die Folgen einer manipulierten Wahl erlaubt, kriegt die Demokratie dennoch die Kurve und das Volk das, was es verdient.


    Wenn auch auf diese Weise weniger Action als gewohnt zum Einsatz kommt, mich hat die ruhige und doch unterhaltsame Art dieses Politthrillers überzeugt. Sprachlich gesehen hat mir der griffige Schreibstil von Andreas Eschbach einmal mehr gefallen, der ein flüssiges Lesen erlaubt, auch und vor allem wenn es um eigentlich trockene Informationen geht. Ich fand "Der König von Deutschland" sehr raffiniert konstruiert, gekonnt ausgearbeitet und ebenso informativ wie unterhaltsam präsentiert - was will man mehr?


    Viele liebe Grüße
    Miramis

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen