02 - Kapitel 8 bis 16 (Seite 69 bis 142)

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  • Hallo zusammen!


    Wirklich spannend! Ich musste mich gestern Abend richtig bremsen, um nicht über den Abschnitt hinaus zu lesen.


    Ludovic scheint das Ungeheuer zu sein, das Gioana sucht. Zumindest erwartet er selbst, verfolgt zu werden und Gioana und ihre Leute sind ja auch schon in der Gegend angekommen. Der Tote im See wird wohl auch Opfer ihrer „Befragung“ gewesen sein. Ich glaube zumindest nicht, dass Byron damit etwas zu tun hatte, auch wenn der Tote Lungenkraut in der Hand hielt und dies bei Byron im Park wächst.


    Andererseits hatte ich erst sogar kurz den Verdacht, dass sie Niccolo suchen, da sie das Ungeheuer in einer Villa in Coppet aufgespürt haben und dort wohnt doch eigentlich Niccolo zur Zeit. Natürlich kann auch Ludovics Besuch dort der Grund für diese Ortsangabe sein, aber seltsam ist das schon, denn Ludovic wohnt doch in Sécheron, oder? Aber Niccolo ist ja nun alles andere als ein Ungeheur, deshalb werden es wohl tatsächlich Ludovics Besuche dort sein, die den Kirchenleuten aufgefallen sind. Gioana scheint ja übrigens doch nur der Glaube an die Kirche zu treiben, wenn man ihre Gedanken verfolgt. Über eine persönliche Sache hätte sie ja bestimmt mittlerweile mal nachgedacht.


    Ludovic ist jedenfalls ganz schön unheimlich. Sein Kampf mit der Finsternis in seinem Inneren ist toll beschrieben. Ich bekomme jedenfalls immer leichte Gänsehaut, wenn ich von ihm lese. Seltsamerweise finde ich ihn immer noch irgendwie sympathisch. ;D Vielleicht wegen seines Wunsches, der Finsternis zu entfliehen. Er macht auf mich keinen wirklich bösen Eindruck, auch wenn er mir Angst macht. Allerdings finde ich es schrecklich, dass er ausgerechnet Valentine für sein Wohlbefinden braucht und besitzen will. Das ist dann doch beängstigend, vor allem, wenn ich an den Zustand ihrer Mutter denke. :o Und natürlich findet Valentine Ludovic auch noch faszinierend. Das kann ja heiter werden. ::) Da muss Niccolo wohl irgendwas einfallen, um sie vor Ludovics Fängen zu bewahren.


    Lustig fand ich die Begegnung Niccolos mit Lord Byron, als der so einfach dem See entstieg. Ich glaube ich hätte an Niccolos Stelle eine versteckte Kamera gesucht, wenn es die damals schon gegeben hätte. ;) Lord Byron hat einen ganz besonderen Witz finde ich. ;D


    Niccolos Besuch bei Lord Byron und seinen Freunden wird wohl nicht der letzte gewesen sein. Leider kenne ich das Leben und Werke der Schriftsteller nicht und so ist mir bestimmt einiges bei den Gesprächen entgangen? Was gibt es denn besonders Wichtiges über deren Leben zu sagen, worauf hier vielleicht angespielt wurde? Am besten recherchiere ich auch mal im Internet...


    // edit: *vordieStirnbox* natürlich, in dem Moment, wo ich nach Mary Shelley schaute, fiel es mir gleich auf: "Frankenstein" (ist schon etwas länger her, dass ich das gelesen habe... ) Jetzt verstehe ich auch die Gespräche. ::) :-[


    Zumindest scheint nicht nur Lord Byron etwas speziell zu sein. Die Angstzustände Percys, oder was immer es war, sind ja auch seltsam.


    Das kurze Kapitel über die Wölfe, die verfolgt werden, fand ich auch unheimlich. Die Wölfe wurden verfolgt von Menschen, die keine einfachen Menschen waren... ? Wer ist denn da nun wer? Diese Szenen verstärken die unheimliche und geheimnisvolle Atmosphäre, die die Geschichte bisher sowieso schon hat, noch mehr.


    Ich bin bisher wirklich begeistert von der Atmosphäre und den mysteriösen Geschehnissen. Die vielen Perspektivwechsel und die teils nur kurzen Einschübe machen es wirklich spannend! 8)


    Ach eins muss ich noch erwähnen, da ich es sehr lustig finde. Es ist das erste Mal, dass ich lese, dass es jemandem schlecht wird während des Lesens in einer Kutsche. Ich kenne das von mir bei der Autofahrt. Also Niccolo wird mir immer sympathischer. ;D


  • Gioana scheint ja übrigens doch nur der Glaube an die Kirche zu treiben, wenn man ihre Gedanken verfolgt. Über eine persönliche Sache hätte sie ja bestimmt mittlerweile mal nachgedacht.


    Aber das kann ja vielleicht noch kommen. Es war ja erst der 2. Abschnitt wo die Rede von ihr war. Ich denke, es könnte vielleicht doch noch was anderes dahinter stecken. Auf jeden Fall müssen wir sie nun in Dämonenjägerin umtaufen, da sie es ja wohl auch auf Vampire und anderes dunkles Gezücht abgesehen hat ( ich glaube das war der Ausdruck, den Christoph verwendete ;D )



    Allerdings finde ich es schrecklich, dass er ausgerechnet Valentine für sein Wohlbefinden braucht und besitzen will. Das ist dann doch beängstigend, vor allem, wenn ich an den Zustand ihrer Mutter denke.


    So bleibt es alles in einer Familie. Dann beißt er jedenfalls nicht fremd... :D



    Lustig fand ich die Begegnung Niccolos mit Lord Byron, als der so einfach dem See entstieg. Ich glaube ich hätte an Niccolos Stelle eine versteckte Kamera gesucht, wenn es die damals schon gegeben hätte. ;) Lord Byron hat einen ganz besonderen Witz finde ich. ;D


    Ich finde diesen Charakter auch sehr unterhaltsam. Überhaupt ist die ganze Runde ein wenig schräg. Warum schwimmt der Kerl wohl soviel ? Und habt ihr auch das Gefühl, dass nicht nur Freundschaft oder Wohlwollen in dieser Runde herrscht ?



    // edit: *vordieStirnbox* natürlich, in dem Moment, wo ich nach Mary Shelley schaute, fiel es mir gleich auf: "Frankenstein" (ist schon etwas länger her, dass ich das gelesen habe... ) Jetzt verstehe ich auch die Gespräche. ::) :-[


    Ich hatte das Glück, Mary Shelleys Frankenstein in der Grusellesenacht ausgewählt zu haben, deswegen war die Erinnerung noch relativ frisch und ich konnte es alles etwas besser einordnen...



    Die Angstzustände Percys, oder was immer es war, sind ja auch seltsam.


    Die kann ich auch noch so gar nicht einsortieren, ich hab noch überhaupt keine Idee wozu die dienen könnten :-\


    Das Buch bleibt auch weiterhin spannend und die schön düstere Stimmung blitzt zum Glück oft genug durch. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Sache mit Valentine und Ludovico weiter entwickelt...hat der Vater ja gesagt oder muss Ludovico wegen Gioana vorzeitig fliehen und entführt Valentine deswegen ? Dann muss ja auch Niccolo endlich mal aus dem Quark kommen ;D


    Ich geh :lesen:

  • Einfach mal ein Wort zu den Charakteren, so wie sie mir jetzt doch etwas klarer erscheinen:


    Niccolo – finde ich ganz sympathisch, wie ja schon erwähnt. Allerdings wirkt er langsam etwas trödelig und mir schwant er wird sich zunehmend von Lord Byron einnehmen lassen.


    Damit wäre ich auch schon beim Nächsten. Lord Byron – den finde ich irgendwie gut mit seiner nicht alltäglichen Art. :)Man kann sich gut vorstellen, dass er mit vielen Sitten brach und dadurch wenig Zuspruch fand. Ich hab mal im Internet gestöbert und gelesen, dass Byron bisexuell war. :o. Mein Gott, dass muss 1816 fast genau so schlimm gewesen sein, wie wenn man heutzutage vergisst, Samstag Abend den Gehsteig in einem katholischen Dorf zu kehren. :)
    Bin gespannt, ob das im Buch noch thematisiert wird ( die Sache mit Byrons Bisexualität meine ich, nicht den Gehsteig :-[)


    Valentine – erscheint mir ein süßes, aufgewecktes Mädel zu sein und ich hoffe doch inständig, dass Niccolo da in die Gänge kommt und ihr ordentlich den Gehsteig kehrt, äh Pardon - ich wollte sagen, den Hof macht ;).


    Ludovico – Nein, den mag ich persönlich überhaupt nicht. Ist mir irgendwie zu schmierig und wenn er sich, wie ich vermute, auch noch als Vampir entpuppt, dann nix wie her mit den Silberdolchen, Kreuzen oder Weihwasser, ganz gleich wie klischeehaft ( Klischee – gibt’s so was überhaupt ? ) diese auch immer sein mögen.


    Byrons Leibarzt Polidori – kommt mir etwas verstaubt rüber, den stelle ich mir irgendwie wie 79 vor, dabei war er doch deutlich jünger, so Anfang 20 :-\?


    Percy Shelley – dem gebe ich jetzt einfach mal ein wenig Zeit… :-\

  • Was ich von Lord Byron halten soll, weiß ich noch nicht so genau. Die Stelle im Hühnerstall war schon etwas seltsam, sein erstes Zusammentreffen mit Niccolo lustig und beim Abendessen bin ich mir noch unschlüssig. Irgendwie bricht er ja mit allen Regeln und beherrscht hier die Szene. Aber ich befürchte dass Niccolo sich voll auf ihn einlässt und von ihm beeinflusst wird.
    Ludovico ist mir (seltsamerweise) immer noch symphatisch. Allerdings möche er Valentine für sich und das gefällt mir weniger. Ihre Mutter ja er ja wohl schon gebissen, oder wie ist er sonst an ihr Blut gekommen? Valentine ist auch ungewöhnlich für ein Mädchen ihrer Zeit. Sie liebt nicht nur Gruselgeschichten, sondern will sie auch selber erleben. Zumindest möchte sie ja den Toten aus dem See sehen und bringt auch noch Ludovico auf dessen Spur bzw. auf die seiner Mörder.
    Gioana ist Ludovico auf der Spur und wird wohl nicht nur ihm, sondern auch Lord Byron gefährlich werden.

  • Kapitel 8:


    Niccolo und Valentine treffen bei Valentines Eltern ein, ihm zu Ehren wird in Genf ein Empfang gegeben, auf dem er einen alten Bekannten wiedertrifft. Der charismatische Ludwig entfacht seine Eifersucht, die allerdings grundlos zu sein scheint. Zu guter Letzt entsteigt Lord Byron dem See, an dessen Ufer Niccolo lustwandelt. Er leiht sich wieder einmal einen Mantel.


    Aha! Ich muss gestehen, dass ich die Namenliste erst jetzt aufgeblättert habe, weil ich die Anzahl der Figuren bisher nicht verwirrend fand. Zum Glück, dann hätte ich dieses Aha-Erlebnis nicht gehabt :)


    Kapitel 9:


    Valentine erläutert Niccolo Lord Byron. Fraglich, ob er sich durch dessen zweifelhaften Ruf abhalten lässt, ihn zu besuchen – ich glaub´s nicht!


    Kapitel 10:


    Grausiger Fund, für den sich Valentine sehr interessiert, Niccolo gibt ihrem Drängen nach und begleitet sie.
    Wieso verflucht er Marcella? Ich hatte es so verstanden, dass Niccolo der Geschichtenerfinder war und die Mädchen begeisterte Zuhörerinnen? Und Marcella ist doch erst neun? ???


    Der Fund ist in einem Zustand, der keinen Zweifel offen lässt :o. Da würde ich eher erwarten, dass man nach der Obrigkeit ruft, nicht nach einem Arzt. Das wirkt an dieser Stelle unfreiwillig komisch (oder ist das Absicht, um Niccolos Naivität zu untermauern?)


    Ich hätte gedacht, dass beide entsetzter über den Anblick sind. Diese sachliche Betrachtung passt irgendwie nicht, schon gar nicht zu so jungen Menschen. Sie wirken an der Stelle ein bisschen leblos.


    Kapitel 11:


    Niccolo geht in die „Lasterhöhle“ von Lord Byron und lernt dessen Gefährten bzw. Gäste kennen.
    Hier gefällt mir wieder die authentische Sprache ganz besonders.
    Man isst und plaudert über dichterische Größen der Zeit.
    So genau weiß ich momentan nicht, worauf es hinausläuft. Niccolo kommt mir einmal mehr wie ein Statist vor.
    Während Niccolo bei Byron weilt macht Graf Ludovico sich auf nach Coppet zu Valentines Eltern. Die Eifersucht von Niccolo ist wohl doch nicht unbegründet ;)


    Momentan ist Ludovico mein Favorit, hat Niccolo abgelöst ;). Interessant und geheimnisvoll, obwohl man glaubt, schon einiges über ihn zu wissen.


    Kapitel 12:


    Ludovico erkundigt sich nach dem Stand des Verfahrens in Sachen Wasserleiche. Hmm…Hühnerbauer? Sehr mysteriös und spannend.


    Kapitel 13:


    Wieder eine Wolfssequenz. Diese Kapitel gefallen mir ungemein gut.


    Kapitel 14:


    Gioana bekommt mehr Gesicht. Sie ist mit ihren Brüdern auf der Jagd nach dem Bösen. Bin gespannt, wie es mit ihr weitergeht.


    Kapitel 15:


    Niccolo berichtet Valentine von seinem Besuch bei Byron. Dient der Besuch bei Madame de Staël nur der Information, dass es in dem Gebiet keine Wölfe mehr gibt?


    Kapitel 16:


    Ludovico ermittelt in Sachen Hühnertod und schüttelt mühsam einen Verfolger ab. Sehr spannendes Kapitel!

  • Frankenstein ist in der Villa Diodati entstanden, und zwar im Rahmen eines Geschichten-Wettstreits, den sich die Runde nach Lektüre von Gespenstergeschichten geliefert hat. Auch Polidoris "The Vampyre" stammt daher. Frankenstein ist sicherlich eines der bekanntesten Werke überhaupt, auch wenn die meisten der zahlreichen Adaptionen nicht mehr viel mit dem Original gemein haben. Und "The Vampyre" ist das erste Auftreten des modernen Vampirs, also einem Vampir aus der Oberschicht. Vorher waren Vampire vor allem dörfliche Schreckgestalten, die wenig mit dem Bild gemein haben, das wir heutzutage haben - geglitzert haben die bestimmt nicht ... ;)


    Lord Byron war zunächst der Liebling der Londoner Gesellschaft, da sein Werk "Childe Harold" sehr erfolgreich war. Allerdings hat sein unkonventioneller Lebensstil dazu geführt, dass er mehr oder weniger aus den Kreisen ausgestoßen wurde, und England dann ja auch verließ. Percy Shelley war ein ganz schlimmer Finger, nämlich ein Atheist und Demokrat. Noch dazu hatte die Ehe für ihn keinen besonderen Wert. Überhaupt verstieß der Großteil der Runde am Genfer See gegen damalige Befindlichkeiten. Heutzutage wäre das kaum noch eine erhobene Augenbraue wert, damals brachte es gesellschaftliche Ächtung mit sich. Bis auf Byron blieb den Literaten auch schriftstellerischer Ruhm bis auf weiteres verwehrt.


    Lieben Gruß,


    Christoph

  • Hallo Ihr Lieben,


    die Stimmung, die im Buch gezeichnet wird, ist einfach spitze und gefällt mir sehr gut. Dieses geheimnisvolle, ich weiß immer noch nicht genau, wer jetzt eigentlich wo steht, wer die Wölfe sind, die wir begleiten dürfen, einfach sehr geschickt... 8)



    Lord Byron war zunächst der Liebling der Londoner Gesellschaft, da sein Werk "Childe Harold" sehr erfolgreich war. Allerdings hat sein unkonventioneller Lebensstil dazu geführt, dass er mehr oder weniger aus den Kreisen ausgestoßen wurde, und England dann ja auch verließ. Percy Shelley war ein ganz schlimmer Finger, nämlich ein Atheist und Demokrat. Noch dazu hatte die Ehe für ihn keinen besonderen Wert. Überhaupt verstieß der Großteil der Runde am Genfer See gegen damalige Befindlichkeiten. Heutzutage wäre das kaum noch eine erhobene Augenbraue wert, damals brachte es gesellschaftliche Ächtung mit sich. Bis auf Byron blieb den Literaten auch schriftstellerischer Ruhm bis auf weiteres verwehrt.


    Wow, vielen lieben Dank für diese ganzen Hintergrund-Informationen. Ich habe ja in der Runde Mary Shelley erkannt und musste sogar grinsen, als das Gespräch sich darum drehte, ob der Mensch zum Schöpfer werden soll. Geschickt eingefädelt, diese kleine Anspielung auf den wohl zukünftigen Roman von ihr... ;)
    Nur bei Lord Byron sind meine Lücken um einiges größer, aber ich bin ja gespannt, was sich da noch ergibt und die sonderbare Angst von Percy, wundert mich auch noch. Entweder er hat Ludovico vielleicht gesehen, der die Gesellschaft ausspioniert, aber das geht ja gar nicht, weil der sich zeitgleich bei Valentine befindet. Vielleicht einen der Brüder dann, die die Gesellschaft beobachten? :-\



    Ich hätte gedacht, dass beide entsetzter über den Anblick sind. Diese sachliche Betrachtung passt irgendwie nicht, schon gar nicht zu so jungen Menschen. Sie wirken an der Stelle ein bisschen leblos.


    Mh, habe ich jetzt gar nicht so empfunden. Sie lieben ja beide Schauermärchen und haben sich ja eh schon die schlimmsten Dinge in ihrer Fantasie ausgemalt, von daher passt es ganz gut. Außerdem hat Valentine ja im Lazarett mitgeholfen und da wird sie auch einige unschöne Dinge gesehen haben udn als komplett naive Tochter ist sie mir jetzt auch noch nicht erschienen. Ich fand ihre morbide Neugier richtig amüsant und muss sagen, dass ich Valentine mittlerweile richtig klasse finde. Die steckt auch die Avance von Ludovico einfach mal so weg! :P 8)


    Wo ich gleich bei meinem nächsten Favoriten bin: Ludovico! Dass er ein Auge auf Valentine geworfen hat und sich jetzt zwischen ihm und Niccolo vielleicht noch ein richtiger Konkurrenzkampf entwickeln wird, finde ich ja sehr spannend. Ich finde ihn, trotz oder vielleicht eben wegen ( :-\) seiner dunklen Seite höchst interessant und ich denke aber, dass er Valentine nichts antun möchte. Er möchte sie ja nicht aussaugen oder umbringen, sondern zu seiner Gefährtin machen. Und seine Gedanken über sie, fand ich richtig romantisch. :-[ Ich finde es schön, dass sie so eine positive Wirkung auf ihn hat! ;) Einen Aha-Effekt hatte ich ja, als klar wurde, dass er sich von ihrer Mutter so ein bisschen ernährt hat und diese deswegen so blass wirkt. Dass er sich überlegt, lieber mal damit aufzuhören, wenn er die Tochter ehelichen möchte, fand ich ja wieder einen Grinser wert! ;D Schon sehr zuvorkommend von ihm, dass er sich nicht weiter von der Mutter laben möchte! :D
    Aber Giona scheint ja hinter ihm her zu sein! :o Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war mir ja fast sicher, dass Lord Byron und seine Freunde im Visier stehen, aber anscheinend jagt sie alles, was nicht von der Kirche geduldet wird.
    Übel finde, dass dabei vor gar nichts Halt gemacht wird und der arme Hühnerbauer umgebracht wird, damit sie in ihrem Wahn an Informationen kommen. Ich mag ja solche Menschen mit so einem irren Wahn gar nicht... >:(
    Gegen Ende des Abschnitts hatte ich ja wirklich ein bisschen Angst um Ludovico. Das wäre um ein Haar schief ausgegangen! :o
    Mich würde ja interessieren, ob Valentine's Vater einer Heirat zugestimmt hat? Und will Ludovico sie jetzt entführen? :-\



    Byrons Leibarzt Polidori – kommt mir etwas verstaubt rüber, den stelle ich mir irgendwie wie 79 vor, dabei war er doch deutlich jünger, so Anfang 20 :-\?


    ;D Ja, ich habe die Stelle auch gleich nochmal gelesen, wo erwähnt wird, dass wohl alle in dieser Gesellschaft noch nicht so alt sind. Aber der Arzt kommt bei mir auch wie gefühlte 100 Jahre an! ;D



    So bleibt es alles in einer Familie. Dann beißt er jedenfalls nicht fremd... :D


    :D Das stimmt! ;D Braver Kerl! ;D



    Ach eins muss ich noch erwähnen, da ich es sehr lustig finde. Es ist das erste Mal, dass ich lese, dass es jemandem schlecht wird während des Lesens in einer Kutsche. Ich kenne das von mir bei der Autofahrt. Also Niccolo wird mir immer sympathischer. ;D


    Oh ja, das fand ich auch klasse! Ich kann beim Auto fahren auch nicht lesen und musste wirklich herzhaft lachen, als ich gelesen habe, dass Niccolo in der Kutsche auch nicht lesen kann, da ihm schlecht wird! Klasse Einfall, Christoph! 8) ;D



    Das kurze Kapitel über die Wölfe, die verfolgt werden, fand ich auch unheimlich. Die Wölfe wurden verfolgt von Menschen, die keine einfachen Menschen waren... ? Wer ist denn da nun wer? Diese Szenen verstärken die unheimliche und geheimnisvolle Atmosphäre, die die Geschichte bisher sowieso schon hat, noch mehr.


    Oh ja, diese Kapitel sind sehr gut eingeflochten. V. a. frage ich mich immer noch, wer da in Wolfsgestalt herumläuft und wer sind die Verfolger? Und was bedeutet es, dass sie noch kein Rudel sind? Holen sie sich Verstärkung? Und wie? :o ;)


    Liebe Grüße
    Tammy


  • Wieso verflucht er Marcella? Ich hatte es so verstanden, dass Niccolo der Geschichtenerfinder war und die Mädchen begeisterte Zuhörerinnen? Und Marcella ist doch erst neun? ???


    Ich denke er verflucht ihr Drängen und ihre Begeisterung nach immer wieder neuen Geschichten, da sie damit dann auch gleich Valentine angesteckt hat und diese jetzt so neugierig auf diesen Toten ist. Eigentlich verflucht er wohl eher sich selbst, dass er immer wieder diese Geschichten erzählt hat.



    Der Fund ist in einem Zustand, der keinen Zweifel offen lässt :o. Da würde ich eher erwarten, dass man nach der Obrigkeit ruft, nicht nach einem Arzt. Das wirkt an dieser Stelle unfreiwillig komisch (oder ist das Absicht, um Niccolos Naivität zu untermauern?)


    Heute muss doch auch immer ein Arzt kommen, um den Tod zu bestätigen bzw. festzuhalten. Vielleicht war das früher auch schon so?


    @Christoph
    Danke für die historischen Hintergründe! Schreibt es sich eigentlich anders, wenn man historische Persönlichkeiten in seine Geschichte einbettet? Zumindest ist ja schon einiges vorgegeben, wenn man die historische Wahrheit einigermaßen berücksichtigen will.


  • Er möchte sie ja nicht aussaugen oder umbringen, sondern zu seiner Gefährtin machen.


    Also ich wäre mir da ja nicht so sicher, ob sein Verständnis von Gefährtin nicht doch etwas anders ist als deines. Wer weiß, was für ihn für eine richtige Verbindung dazugehört >:D


  • Also ich wäre mir da ja nicht so sicher, ob sein Verständnis von Gefährtin nicht doch etwas anders ist als deines. Wer weiß, was für ihn für eine richtige Verbindung dazugehört >:D


    Na ja, dann macht er sie halt auch zum Vampir, aber bringt sie wohl eher nicht um! Obwohl dann eine Beziehung für immer, ganz andere Dimensionen annimmt... :o ;D :P


    Liebe Grüße
    Tammy

  • Von dieser illustren Runde am Genfer See hatte ich bisher noch nichts gehört, vielen Dank für die tollen Hintergründe - ich finde die Vorstellung ziemlich faszinierend (auch wenn die Bücher vielleicht ein wenig zu hmm... düster für mich sein könnten). Gelesen habe ich von ihnen auch noch nichts, aber vorhin habe ich mich dabei erwischt, wie ich nach Zitaten von Lord Byron gesucht habe. Und einiges gefällt mir da recht gut. :)


    Und ich kenne ein Buch, in dem Shelley wenigstens kurz erwähnt wird (Jane Urquhart - Im Strudel), hier das passende Zitat:


    Zitat

    David glaubt mir nicht, dass ich, selbst wenn ich den Strudel bei Wind und Regen nicht hören kann, seine Musik in der Luft spüre. Er behauptet, ich hätte zu viel Mr. Browning gelesen, und zitiert irgendeinen Unsinn über Engel, die am Rand des Strudels vergeblich mit den Flügeln schlagen. Ich hoffe inständig, das Davids Fähigkeiten als Historiker besser sind als seine Fähigkeiten als Literaturkritiker. Es sind Shelleys Flügelschläge, an die er denkt, nicht Brownings.


    Jetzt aber zurück zu den Figuren! Lord Byron finde ich sehr charismatisch, er hat einfach eine tolle Ausstrahlung - geheimnisvoll und einnehmend. Von seinem besonderem Humor ganz zu schweigen, der ja schon in der Hühnerstall-Szene deutlich wurde. Shelleys "Anfall" erscheint rätselhaft, möglicherweise reagiert er aber auch "nur" besonders intensiv auf den schattenhaften Beobachter.
    Das "Zwei waren kein Rudel"-Kapitel hat mir auch gut gefallen, es verbreitet eine ganz eigene Atmosphäre und legt viel Wert auf das Gespür der Wölfe und wirkt dadurch auch sehr intensiv. Ob es sich dabei um Byron und Shelley handelt? Jedenfalls benötigen die beiden "Zuwachs", um zu einem Rudel zu werden. Da es scheinbar keine weiteren Wölfe in der Umgebung gibt, müssen sie wohl welche "erschaffen" - oder weiterziehen.


    Ich dachte erst, dass Gioana mit ihrer Truppe auf der Jagd nach den Werwölfen ist - aber scheinbar war ihr ursprüngliches Ziel wohl Ludovico. Nun haben sie gleich mehrere Wesen des dunklen Gezüchts aufgespürt, die es zu vernichten gilt. Und sie sieht es äußerst religiös als Prüfung ihres Herrn...
    Komischerweise mag ich Ludovico irgendwie, auch wenn er ein Vampir ist. :-[ Seine Art gefällt mir, und wir teilen ja auch viele seiner Gedanken. Auch wenn mir natürlich nicht gefällt, dass er Valentine für sich haben will - als Gefährtin, die ihm Hoffnung macht. Dafür mag ich Niccolo wohl einfach zu sehr. ;)


    Es zeigen sich auch ein paar Zusammenhänge. Lord Byrons "Besuch" im Hühnerstall sorgte für Gerede, und das hat schließlich Gioanas Truppe aufmerksam werden lassen. Dieser hat den Bauern "ausgequetscht" und anschließend entsorgt. Und so haben sie von den Wölfen erfahren, dem zusätzlichen dunklem Gezücht. Ludovico erfährt durch seine Nachforschungen von ihrer Anwesenheit, er denkt an Flucht - aber diesmal wohl nicht ohne Valentine. Und dann hat er ja auch schon eine Auseinandersetzung, die er nur knapp überlebt hat...
    Sehr mysteriös finde ich übrigens auch die Bilder mit den lebendig wirkenden Wölfen, was es wohl damit auf sich hat?


  • Also ich wäre mir da ja nicht so sicher, ob sein Verständnis von Gefährtin nicht doch etwas anders ist als deines. Wer weiß, was für ihn für eine richtige Verbindung dazugehört >:D


    Ich denke auch, das es auf mehr hinausläuft, als der übliche Zettel : Willst du mit mir gehen ? Kreuze an : Ja Nein Vielleicht ;D ;)



    Sehr mysteriös finde ich übrigens auch die Bilder mit den lebendig wirkenden Wölfen, was es wohl damit auf sich hat?


    Das macht mich auch sehr neugierig !!

  • Ein großes Hallo in die Runde,
    also, obwohl ich am Anfang etwas Konfus war, denke ich, dass die verchiedenen Szenen sich so langsam etwas zusammenfügen. Das einzige, womit ich noch etwas Probleme habe, sind die ganzen Namen.


    Als das erste Mal Valentines Mutter beschrieben wurde, dachte ich schon ein wenig daran, dass hier ein kleiner "Leckerschmecker" am Werke war. Trug Sie nicht auch ein Halstuch?
    Der bisherige Stellenwert des Grafen von Karnstein gefällt mir immer besser, da er ja wohl ein ganz "dunkler" zu sein scheint. Aber ich hoffe doch, dass Niccolo an Valentines Seite bleibt, täte mir irgendwie leid um die junge Frau.
    "Ludovico möchte sie ja nicht aussaugen oder umbringen, sondern zu seiner Gefährtin machen. "
    Das Glaube ich nicht, denn wie soll er Sie denn lenken, bzw. beherrschen? Valentine ist intelligent und kommt doch sonst direkt hinter sein dunkles Geheimnis.
    Zu Byron: wie heißt es denn noch: ... und ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es reichlich ungeniert.
    So bekommt man auch den nötigen Respekt (nur in umgedrehter Form). Dieser Byron versucht doch bestimmt, nur ihm wohlgesonnene um sich zu scharen, um somit seine noch nicht so gute "dunkle Seite" zu vertuschen. Denke, er hat den Hühnerstall so verwüstet. Aber wer hat den Hühnerbauern so zerlegt.


    Grüße Yoda

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • Ach eins muss ich noch erwähnen, da ich es sehr lustig finde. Es ist das erste Mal, dass ich lese, dass es jemandem schlecht wird während des Lesens in einer Kutsche. Ich kenne das von mir bei der Autofahrt. Also Niccolo wird mir immer sympathischer. ;D


    Find ich klasse, diese Kleinigkeiten. Ob das Unwohlsein nähere Hintergründe hat´, oder ob das einfach nur so ist?
    Ich finde Niccolo auch sehr sympatisch, insbesondere seine doch recht ruhige und noch "unerfahrene" Art, insbesondere wie er sich aus manchen verbalen Situationen so rausreden kann. Was ich richtig klasse finde, ist die Sache mit seinen Lehrern, dass er froh ist, in verschiedenen Fächern unterrichtet worden zu sein UND noch augepasst zu haben (hoffentlich lesen, bemerken und vor allem behalten die Jugendlichen von heute dies ;) ;D :D) Nicht gleich meckern, ist nur meine Meinung, obwohl ich doch so einiges von der heutigen Jugend halte :schwitzen:


    So, und jetzt weiterlesen. Kann es gar nicht mehr erwarten. Bin irgendie im Bann des Wolfes.


    Yoda

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • Hallo Ihr Lieben,



    Zu Byron: wie heißt es denn noch: ... und ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es reichlich ungeniert.


    :D Ja, dieser Spruch passt ziemlich gut zu Byron! ;D



    Sehr mysteriös finde ich übrigens auch die Bilder mit den lebendig wirkenden Wölfen, was es wohl damit auf sich hat?


    Ja, das frage ich mich auch schon! Bin gespannt, was sich da vielleicht noch ergeben wird!


    Liebe Grüße
    Tammy

  • Mh, habe ich jetzt gar nicht so empfunden. Sie lieben ja beide Schauermärchen und haben sich ja eh schon die schlimmsten Dinge in ihrer Fantasie ausgemalt, von daher passt es ganz gut. Außerdem hat Valentine ja im Lazarett mitgeholfen und da wird sie auch einige unschöne Dinge gesehen haben udn als komplett naive Tochter ist sie mir jetzt auch noch nicht erschienen.


    Nur weil man Schauermärchen liebt, kann man meines Erachtens nicht ohne Weiteres mit dem Anblick einer aufgedunsenen Wasserleiche umgehen, deren Gesicht zudem noch weitgehend fehlt. Es ist in meinen Augen auch keine besondere Abhärtung für solche Situationen, wenn man mal im Krankenhaus ausgeholfen hat. Eine Wasserleiche soll zum Schlimmsten gehören, mit dem z.B. Polizisten konfrontiert werden. Und hier stehen die Leute herum und halten Plauderstündchen, das passt für mich einfach nicht. Und Valentine mag ja mit ihren 16 Lenzen einiges an Schulwissen angehäuft haben, dennoch widerspricht es einfach der Logik, dass sie besonders lebenserfahren ist. Im Gegenteil, bei ihrem Bildungsstand wirkt sie auf mich erschreckend eindimensional.


  • Ich fand ihre morbide Neugier richtig amüsant und muss sagen, dass ich Valentine mittlerweile richtig klasse finde.


    Amüsant finde ich das morbide Interesse Valentines nicht. Immerhin liegt hier ein toter Mensch und kein Exponat aus dem Naturkundeunterricht.
    Valentines Verhalten (und das all der anderen Umstehenden) erinnert mich eher an die Gaffer bei Unfällen; die haben auch ein morbides Interesse, ich finde das aber nicht komisch (eher abartig).


  • Ach eins muss ich noch erwähnen, da ich es sehr lustig finde. Es ist das erste Mal, dass ich lese, dass es jemandem schlecht wird während des Lesens in einer Kutsche. Ich kenne das von mir bei der Autofahrt. Also Niccolo wird mir immer sympathischer. ;D


    Die Übelkeit bei fremdbestimmter Fortbewegung, also z.B. beim Fliegen und Autofahren, kommt daher, dass das menschliche Gleichgewichtsorgan mit der extremen, weil f.d. menschlichen Körper unnatürlichen, Geschwindigkeit nicht mithält (schade, ein Smiley für Klugscheißer gibt´s nicht ;D) . Die Geschwindigkeit von Kutschen ist, glaub ich, mit den modernen Verkehrsmitteln nicht zu vergleichen. Aber mag ja sein, dass Niccolo trotzdem übel wird.