03 - Kapitel 6 bis 8 (Seite 133 - 195)

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  • So, die Reise nach Téan Hu war ja gar nicht so ungefährlich, das war schließlich zu erwarten. Aber zunächst einmal muß ich ein bißchen rumkritteln ;)


    Im vorigen Abschnitt, als sich die Gefährten nach dem Wasserfall (ich nehme doch mal an, daß das dieser weißschimmernden Flußabschnitt südwestlich von Tanár auf der Karte ist) häuslich einrichten, berichtet Balderdachs, er habe Karten von der Region studiert. Daher weiß er, daß die Straße zwischen Tanár und Téan Hu nördlich von ihrer Position verläuft (Seite 116). Die Streuner schlagen sich ungefähr in westlicher Richtung durch, müssen demnach, zumal nichts anderes gesagt wird, südlich der Straße bleiben. Wie dann ein Pfad, der in südwestlicher Richtung verläuft, drei Meilen später auf die Straße führen kann (Seite 134), ist mir unter den Umständen ein ziemliches Rätsel, denn sie müßten sich in der Richtung doch von der Straße entfernen ...


    Nach dem nächtlichen Überfall in Krottenried ergibt die Befragung des sterbenden Streunerattentäters, daß zehn Tage später der Anschlag auf den Westkönig stattfinden soll. Am nächsten Abend übernachten sie bei Kámahi, von wo sie am nächsten Morgen überstürzt verschwinden. Dank Balders Zauber legen sie eine immense Entfernung zurück. Am nächsten Morgen berichtet Zilber von seinen Erkundigungen im Ort. Man sei noch drei Tagesmärsche von Téan Hu entfernt. Angesichts der Beschleunigung vom Vortag, an dem sie durch den Zauber die Entfernung mehrerer Tagesreisen zurückgelegt haben, mag das ja sogar sein. Warum aber damit auch der Tag des Anschlags nur noch vier und nicht – ausgehend von den zehn Tagen, die der Attentäter nannte – acht (oder je nach Zählung vielleicht auch sieben) Tage entfernt ist, hat mich irritiert. Sind die Streuner nicht nur schneller gelaufen, sondern hat sich auch die Zeit um sie herum beschleunigt?


    Der Schnitter (und mit ihm seine Leute) machen seinem Namen jedenfalls alle Ehre, man geht im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen. Ob es wirklich nötig war, Kámahi umzubringen? Ich weiß ja nicht. Nicht ganz geheuer waren mir die Leute in Krottenried, ich hatte den Eindruck, Mauran könnte zumindest dem Attentäter ein bißchen geholfen haben, irgendwie war mir der Kerl zu ölig, aber vielleicht tue ich ihm unrecht.


    Balder und Zilber verbergen einiges. Ich glaube Balder nicht, daß er nur ein bißchen zaubern kann, seine Fähigkeiten scheinen doch deutlich über ein unbedarftes Anfängerstadium hinauszugehen. Ob ich ihm die Geschichte glaube, daß er der Prinz des Ostens sei? Ich weiß nicht, es könnte vielleicht sogar sein. Seine Reaktion bei dem toten Attentäter könnte dafür sprechen. Und Zilber könnten wir also auch Moses nennen, aha. Schade nur, daß Zilber nichts davon zu wissen scheint ;) Gar nicht mehr sicher bin ich, was ich von Falbe halten soll. Er hat manchmal eine arg bestimmende, um nicht zu sagen: herrische Art am Leib. Andererseits benimmt er sich manchmal derart dämlich, daß ich fast versucht bin, ihn als Verräter einzustufen, der eigentlich im Dienst des Schnitters steht. Wahrscheinlicher ist aber vielleicht folgendes Szenario, wenn ich mal Balders Geschichte und Falbes Auftreten zusammennehme: Es gibt einen Streunerprinz des Ostkönigs, das ist aber Falbe. Die Geschichte mit der Desertion ist erfunden, Balder und Zilber sind eigentlich so eine Art Leibwache, die auf den Prinzen aufpassen, während er sich in der Welt umschaut und ein bißchen Erfahrung sammelt. Das tut er inkognito, damit man ihm einerseits nicht ständig mit irgendwelchen Ehrungen kommt und andererseits die Gefahr von Attentaten etc. vermindert wird. Hm, da muß ich noch mal drüber nachdenken ...


    Und jetzt auch noch diese Lacríma (hoffentlich heult sie nicht zu viel, aber bislang macht sie ja einen recht robusten Eindruck ;) ). Auffällig ist es schon, daß sie auch als Kapuzenwesen auftritt. Noch weiß ich nicht, ob ihr ihre Geschichte glaube, der Ähnlichkeiten zu den Schnitterleuten sind vielleicht ein paar zu viel. Ich bleibe erst mal ein bißchen mißtrauisch, da bin ich ganz auf Zilbers Seite. Mit dem Umbringen sollte er aber vielleicht doch noch ein wenig warten, könnte ja auch ein Fehler sein.


    Seychella wird das jetzt nicht gerne hören, aber auf Elben hätte ich hier in Lesh-Tanár gut verzichten können. War das nötig, sie herumlaufen zu lassen?


    Schönen Gruß
    Aldawen

  • Zitat von Aldawen

    Seychella wird das jetzt nicht gerne hören, aber auf Elben hätte ich hier in Lesh-Tanár gut verzichten können. War das nötig, sie herumlaufen zu lassen?


    Wenn sie nicht noch eine Rolle spielen, hätte ich darauf auch verzichten können. Ebenso wie die Scherenschrecken, wenn da nicht noch was passiert. Neue Völker einführen und genau beschreiben, die keine Rolle spielen, ist absolut unnötig. Als Leser wartet man ständig darauf, dass damit noch was passiert und es kommt einfach nichts.


    Mich haben die Streuner in diesem Abschnitt extrem genervt. Nehmen ganz selbstverständlich das Gastrecht überall an und benehmen sich unmöglich. Schlagen sich unverschämt den Bauch voll, obwohl sie wissen, dass die Bauern selbst nicht viel haben. Als Kámahi ihnen mit einem Pfeil im Rücken entgegen kommt um sie zu warnen, lassen sie ihn einfach unbeachtet sterben. Nicht mal ein klein wenig Bedauern über seinen Tod wird laut.


    Wolf gibt Lacríma eine Chance, weil ihre Gestalt zu lieblich ist um zum Schnitter zu gehören? In welcher rosaroten Welt sind wir denn hier gelandet? Die Bösen sehen alle hässlich aus?


    Dazu die von Aldawen aufgeführten Logikfehler. Hoffentlich wird der nächste Abschnitt wieder besser, dieser hier hat mich nicht wirklich begeistert.


  • Mich haben die Streuner in diesem Abschnitt extrem genervt. Nehmen ganz selbstverständlich das Gastrecht überall an und benehmen sich unmöglich. Schlagen sich unverschämt den Bauch voll, obwohl sie wissen, dass die Bauern selbst nicht viel haben. Als Kámahi ihnen mit einem Pfeil im Rücken entgegen kommt um sie zu warnen, lassen sie ihn einfach unbeachtet sterben. Nicht mal ein klein wenig Bedauern über seinen Tod wird laut.


    Stimmt alles, und da der einzige aus dem Trupp, der dabei überhaupt so etwas wie ein schlechtes Gewissen empfindet, Wolf ist, fühlte ich mich auch durch dieses Verhalten zu der Vermutung gedrängt, daß die anderen drei aus einer gesellschaftlichen Schicht stammen, in der sie die Bewirtung als selbstverständlich empfinden, also möglicherweise wirklich vom Hof in Orilac. Daß ein Prinz und seine Leibwache sich nicht unbedingt um das Leben geschweige denn die Vorräte von Bauern scheren, würde mich nicht sonderlich überraschen.

  • Warum versuchen die Schergen des Schnitters eigentlich immer nur die vier umzubringen, wenn sie in Häusern sind?
    Wäre es auf freier Strecke nicht einfacher und auch unauffälliger?
    So langsam müsste es doch auffallen oder ist es in Lesh-Tanar normal, dass immer mal wieder Bewohner ermordet werden!?


    Auch wenn sich die Streuner ab und zu daneben benehmen wachsen sie mir immer mehr ans Herz.
    Was ich von Balders Geschichte halten soll weiß ich noch nicht - ich denke ein bisschen Wahrheit steckt auf jeden Fall dahinter.
    Die Idee, dass vielleicht Falbe der Prinz ist und die zwei anderen seine Leibwächter finde ich sehr interessant, weil wirklich ihr "einnehmendes" Verhalten auch dazupassen würde. Dagegen spricht, dass sich nach dem Tötungsversuch an Falbe keiner der beiden anderen um ihn gekümmert hat.
    Scheint so Streunerart zu sein sich um nichts mehr zu kümmern, wenn Spiel, Saufen oder Jagd ruft!
    Fischkopf - ist das bei euren Weibchen auch so?


    Hmm - Lacrima ist mir auch etwas seltsam. Was für ein Wesen ist sie eigentlich? Ein reiner Mensch wohl eher nicht! Da sie nicht sehr weinerlich wirkt scheint sich ihr Name eher an etwas aus der Vergangenheit zu orientieren.
    Was mich auch irritiert: wenn wirklich schon bekannt ist, dass der König ermordet werden soll, warum sind die Stadtwachen dann so lasch bei verdächtigen Fremden (die Situation mit Zilber)!?

  • Hallo zusammen,


    da ihr schon fleißig geschrieben habt, kann ich mich wunderbar an euren Kommentaren "entlanghangeln". :)



    Wie dann ein Pfad, der in südwestlicher Richtung verläuft, drei Meilen später auf die Straße führen kann (Seite 134), ist mir unter den Umständen ein ziemliches Rätsel, denn sie müßten sich in der Richtung doch von der Straße entfernen ...


    Hat Dein innerer Kompass wieder ausgeschlagen? ;) Allerdings hat Wolf auch die Orientierung verloren, vermutlich sind sie gar nicht in westliche, sondern eher in nordwestliche Richtung marschiert. Warum gerade er die Führung übernimmt, obwohl Balder und Zilber viel besser geeignet wären, ist mir ein Rätsel (ganz unabhängig von der Rangfolge innerhalb der Gruppe). Er ist sich zwischenzeitlich nicht sicher, ob sie im Kreis laufen, und Überlegungen zu den Himmelsrichtungen stellt er ja auch an. Sinngemäß erinnere ich mich zum Beispiel daran, dass er irgendwann gehört hat, dass der Moosbewuchs auf Bäumen immer den Westen anzeige, in diesem Wald aber auf jeder Seite der Bäume Moos wachse ...



    Nicht ganz geheuer waren mir die Leute in Krottenried, ich hatte den Eindruck, Mauran könnte zumindest dem Attentäter ein bißchen geholfen haben, irgendwie war mir der Kerl zu ölig, aber vielleicht tue ich ihm unrecht.


    Krottenried erschien mir auch nicht als optimale Wahl für eine Rast. Die Bewohner machten nicht den Eindruck, als seien Reisende, schon gar nicht fremdartige, gerne gesehen. Eine Zusammenarbeit mit den Attentätern möchte ich Mauran deswegen aber nicht gleich unterstellen.
    Im Gespräch mit Mauran war ich zwischendurch etwas irritiert über Wolfs Reaktionen. Warum war er zum Beispiel angesichts Maurans Unwissenheit verstimmt?



    Wahrscheinlicher ist aber vielleicht folgendes Szenario, wenn ich mal Balders Geschichte und Falbes Auftreten zusammennehme: Es gibt einen Streunerprinz des Ostkönigs, das ist aber Falbe. Die Geschichte mit der Desertion ist erfunden, Balder und Zilber sind eigentlich so eine Art Leibwache, die auf den Prinzen aufpassen, während er sich in der Welt umschaut und ein bißchen Erfahrung sammelt.



    Die Idee, dass vielleicht Falbe der Prinz ist und die zwei anderen seine Leibwächter finde ich sehr interessant, weil wirklich ihr "einnehmendes" Verhalten auch dazupassen würde. Dagegen spricht, dass sich nach dem Tötungsversuch an Falbe keiner der beiden anderen um ihn gekümmert hat.


    Der Gedanke kam mir auch. ;D Allerdings glaube ich nicht, dass Falbe als Prinz für seine Tarnung so weit gehen würde, dass er als Rangniedrigster das schlechteste Essen bekommt, auch wenn das bisher nur beim Wildschweinbraten der Fall war. Und auch die Zurechtweisungen durch Zilber finden zu häufig statt, als dass ein Prinz sich das von seinem Leibwächter ständig gefallen lassen würde. Was Du, Tina, angesprochen hast, finde ich hingegen nicht. Zilber und Balder traue ich zu, dass sie instinktiv gehandelt haben und wussten, dass Falbe in Ordnung ist.


    Wenn sie nicht noch eine Rolle spielen, hätte ich darauf auch verzichten können. Ebenso wie die Scherenschrecken, wenn da nicht noch was passiert. Neue Völker einführen und genau beschreiben, die keine Rolle spielen, ist absolut unnötig. Als Leser wartet man ständig darauf, dass damit noch was passiert und es kommt einfach nichts.


    Ganz so ablehnend stehe ich den Elben zwar nicht gegenüber, aber ich finde es auch schade, dass sie nun auftauchen. Einfach, weil mit den Streunern und Scherenschrecken so ungewöhnliche, neue Wesen eingeführt wurden, dass ich nicht das Bedürfnis hatte, auf "Altbewährtes" zurückzukommen. Aber vielleicht haben wir ja in Lacríma (bei der ich übrigens auch eher auf einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit tippe ;)) schon eine Vertreterin der Elben? Ausdauernd, leichtfüßig, bildhübsch ... Und nach wie vor hoffe ich darauf, wie auch Likimeya, dass die Scherenschrecken nochmal in den Fokus geraten.



    Mich haben die Streuner in diesem Abschnitt extrem genervt. Nehmen ganz selbstverständlich das Gastrecht überall an und benehmen sich unmöglich.


    Das fand ich auch unmöglich, wobei Wolf mit seiner unbeholfenen Art, sich entschuldigen zu wollen, bei mir einen Stein im Brett hat. Balder und Zilber hingegen hätte ich zu gerne mit einem Fußtritt nach draußen befördert, am besten direkt in den Schweinekoben.



    Warum versuchen die Schergen des Schnitters eigentlich immer nur die vier umzubringen, wenn sie in Häusern sind?
    Wäre es auf freier Strecke nicht einfacher und auch unauffälliger?
    So langsam müsste es doch auffallen oder ist es in Lesh-Tanar normal, dass immer mal wieder Bewohner ermordet werden!?


    Das habe ich mich auch gefragt! Sehr umsichtig gehen die Verräter ja nicht gerade vor, weder in Tanár noch entlang der Straße. In der Stadt kann eine eventuelle Verbindungsperson im Palast ja noch versuchen, das ein oder andere zu vertuschen, auch wenn es pfiffiger wäre, von Vornherein etwas verdeckter zu agieren. Aber auf dem Land? Ich hatte es so verstanden, dass der Frieden in den Sieben Königreichen auch bedeutet, dass man keine Angst vor Straßenräubern und marodierenden Banden haben muss. Hat der Schnitter sich also ausnehmend dämliche Handlanger ausgesucht, oder hat er sie nicht unter Kontrolle?


    Viele Grüße
    Breña

    "It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa

  • Die Streuner schlagen sich ungefähr in westlicher Richtung durch, müssen demnach, zumal nichts anderes gesagt wird, südlich der Straße bleiben. Wie dann ein Pfad, der in südwestlicher Richtung verläuft, drei Meilen später auf die Straße führen kann (Seite 134), ist mir unter den Umständen ein ziemliches Rätsel, denn sie müßten sich in der Richtung doch von der Straße entfernen ...


    Augenblick! :winken: Vom Wasserfall aus geht es zunächst, wie Du richtig sagst, parallel zur Straße in Richtung Westen los (s. u. a. S. 119). Dann aber suchen sie eine Siedlung, um besseres Wetter abzuwarten, und wechseln die Richtung (S. 131), und zwar nach "rechts von ihnen" (selbe Seite), das heißt, sie wenden sich nach Norden! Sie überqueren den Wall und folgen "für den Rest des Tages der neuen Richtung" (S. 132), d. h. es geht für einen halben Tagesmarsch directement in Richtung Straße. Dann stoßen sie auf den Pfad (S. 134), der "in südwestlicher Richtung" durch den Wald führt, d. h. von Nordosten (genauer: von der Straße aus) nach Südwesten. Sie gehen dann natürlich nicht nach Südwesten, sondern halt nach Nordosten. ;) Drei Meilen später erreichen sie die Straße.
    Hoffe, es ist jetzt klarer ... :)



    Nach dem nächtlichen Überfall in Krottenried ergibt die Befragung des sterbenden Streunerattentäters, daß zehn Tage später der Anschlag auf den Westkönig stattfinden soll. Am nächsten Abend übernachten sie bei Kámahi, von wo sie am nächsten Morgen überstürzt verschwinden. Dank Balders Zauber legen sie eine immense Entfernung zurück. Am nächsten Morgen berichtet Zilber von seinen Erkundigungen im Ort. Man sei noch drei Tagesmärsche von Téan Hu entfernt. Angesichts der Beschleunigung vom Vortag, an dem sie durch den Zauber die Entfernung mehrerer Tagesreisen zurückgelegt haben, mag das ja sogar sein. Warum aber damit auch der Tag des Anschlags nur noch vier und nicht – ausgehend von den zehn Tagen, die der Attentäter nannte – acht (oder je nach Zählung vielleicht auch sieben) Tage entfernt ist, hat mich irritiert. Sind die Streuner nicht nur schneller gelaufen, sondern hat sich auch die Zeit um sie herum beschleunigt?


    Auch hier ist leider ein Mißverständnis passiert. :-[
    Der Anschlag auf den Westkönig passiert nicht zeitgleich mit dem Treffen der Schergen des Schnitters - das sind zwei voneinander unabhängige Ereignisse. Das Treffen ist natürlich vor dem Mordanschlag angesetzt - letzterer muß ja geplant werden. Auf S. 178 heißt es eindeutig: "In vier Tagen war das Treffen der Schergen des Schnitters" - also nicht der Anschlag! ;)


    Elben und Scherenschrecken fanden, wie übrigens auch die Menschen, ihren Platz in diesem Buch, weil es mir gerade die Unterschiede ihrer Kulturen, die unterschiedlichen Interaktionen (denkt z. B. an die verschiedenen Arten, sich zu begrüßen) usw. im Vergleich mit den Streunern erlaubten, letztere umso einzigartiger darzustellen.
    Stellt Euch mal vor, es gäbe in diesem Buch wirklich nur Streuner. Wäre das nicht ein bißchen langweilig? Sind nicht Szenen wie die in Krottenried, wo nicht nur schon die Begrüßung fast völlig in die Hose geht, sondern auch die Eigenheiten der Streuner beim Essen bzw. in bezug auf das Gastrecht deutlich werden, es wert, die Streuner im Kontrast zu uns (eher) vertrauten Wesen (wie hier den Menschen - aber auch den Elben) zu erleben?
    Zumindest beim Schreiben hatte ich an solchen Szenen wie eben der Begrüßung zwischen Wolf und Mauran oder dem ungehobelten Auftreten der vier in dessen Gästehaus einigen Spaß. Tja, die Streuner sind nun mal keine demütigen Kuschelbären, die ihre Portion Blutwurst mit unterthänigstem Dank entgegennehmen! :P


    Nochmal zurück zu den Elben und Scherenschrecken. Ich verspreche jetzt einfach mal, daß sie beide noch eine wichtige Rolle spielen. Mit S. 195 haben wir ja noch nicht einmal die Hälfte des Buches erreicht. ;) Also, freut Euch auf die Enthüllung so einiger dunkler Vergangenheiten, und auf ein Wiedersehen mit Rikkulin. :)




    Hat der Schnitter sich also ausnehmend dämliche Handlanger ausgesucht, oder hat er sie nicht unter Kontrolle?


    Vielleicht ... beides? :lesen:


    EDIT: Tippfehler ...


  • Augenblick! :winken: Vom Wasserfall aus geht es zunächst, wie Du richtig sagst, parallel zur Straße in Richtung Westen los (s. u. a. S. 119). Dann aber suchen sie eine Siedlung, um besseres Wetter abzuwarten, und wechseln die Richtung (S. 131), und zwar nach "rechts von ihnen" (selbe Seite), das heißt, sie wenden sich nach Norden! Sie überqueren den Wall und folgen "für den Rest des Tages der neuen Richtung" (S. 132), d. h. es geht für einen halben Tagesmarsch directement in Richtung Straße. Dann stoßen sie auf den Pfad (S. 134), der "in südwestlicher Richtung" durch den Wald führt, d. h. von Nordosten (genauer: von der Straße aus) nach Südwesten. Sie gehen dann natürlich nicht nach Südwesten, sondern halt nach Nordosten. ;) Drei Meilen später erreichen sie die Straße.
    Hoffe, es ist jetzt klarer ... :)


    Ja, schon, aber dann wäre es logischer gewesen, davon zu sprechen, daß der Pfad (aus ihrer Sicht) nach Nordosten führt, statt nach Südwesten. Daß der Pfad, weil er naturgemäß in zwei Richtungen verlaufen muß, wenn man nicht gerade an einem seiner Anfangspunkte steht, ist zwar einleuchtend, aber wie gesagt: dann wäre es besser gewesen, auch die richtige Richtung zu nennen. So hörte es sich nämlich wirklich danach an, als gingen sie nach Südwesten und das ergab schlicht keinen geographischen Sinn. Das ist das Risiko an Karten und das Problem an Lesern mit Orientierungssinn, denen fällt so etwas immer auf. Aber tröste Dich: Du bist nicht der erste Autor hier, der mit mir über die Geographie seiner Welt diskutieren muß ;D



    Der Anschlag auf den Westkönig passiert nicht zeitgleich mit dem Treffen der Schergen des Schnitters - das sind zwei voneinander unabhängige Ereignisse. Das Treffen ist natürlich vor dem Mordanschlag angesetzt - letzterer muß ja geplant werden. Auf S. 178 heißt es eindeutig: "In vier Tagen war das Treffen der Schergen des Schnitters" - also nicht der Anschlag! ;)


    Also die Leute des Schnitters sind so dämlich, daß sie sich erst in der Stadt treffen, vier Tage da unter den Augen einer aufmerksam gewordenen Stadt- und Palastwache herumlungern und dann endlich ihren Mordversuch unternehmen? Na, dann muß ich mir ja nicht viele Sorgen um den Ausgang der Aktion machen, solche Deppen müßten vier Streuner doch locker aushebeln können ;)



    Stellt Euch mal vor, es gäbe in diesem Buch wirklich nur Streuner. Wäre das nicht ein bißchen langweilig? Sind nicht Szenen wie die in Krottenried, wo nicht nur schon die Begrüßung fast völlig in die Hose geht, sondern auch die Eigenheiten der Streuner beim Essen bzw. in bezug auf das Gastrecht deutlich werden, es wert, die Streuner im Kontrast zu uns (eher) vertrauten Wesen (wie hier den Menschen - aber auch den Elben) zu erleben?


    Nein, nur Streuner müßten es natürlich nicht sein. Menschen in Lesh-Tanár zu haben, finde ich auch ganz in Ordnung, aber Elben? Ich weiß noch nicht so recht. Mal sehen, was sie noch für eine Rolle spielen werden.



    Allerdings glaube ich nicht, dass Falbe als Prinz für seine Tarnung so weit gehen würde, dass er als Rangniedrigster das schlechteste Essen bekommt, auch wenn das bisher nur beim Wildschweinbraten der Fall war. Und auch die Zurechtweisungen durch Zilber finden zu häufig statt, als dass ein Prinz sich das von seinem Leibwächter ständig gefallen lassen würde.


    Das stört mich an meiner Theorie auch noch, aber mir ist noch nichts besseres eingefallen ;D


  • Tja, die Streuner sind nun mal keine demütigen Kuschelbären, die ihre Portion Blutwurst mit unterthänigstem Dank entgegennehmen! :P


    Dann passt meine menschliche Ablehnung also wunderbar zur Gegenüberstellung der verschiedenen Völker. ;D


    Vielleicht ... beides? :lesen:


    ... ob es am Ende wohl auf ein "Alles muss man selber machen" herauslaufen wird? ;)


    Ich befolge ganz schnell Deinen Rat und gehe :lesen:

    "It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa

  • Ich muss ja zugeben, dass ich mich an die teils doch raueren Umgangsformen der Streuner noch nicht ganz gewöhnt habe. Es gibt einfach Momente, die mich dann ein wenig erstaunen - beispielsweise wird ja ziemlich viel zurechtgewiesen. Ich muss mir dann immer vor Augen halten, wie sich Wölfe gegenüber denjenigen verhalten, die im Rudel unter ihnen stehen. Wolf hält sich ja für das Alphatier, und hat eben auch Machtkämpfe mit Balder und Zilber. So erscheint mir dann vieles plausibler, auch wenn ich das Verhalten von Zilber, Balder und Falbe bezüglich des Gastrechts sehr befremdlich finde. Möglicherweise zeigt das aber auch nur, dass die drei aus einem "adligen" Umkreis stammen und niemals auf die Idee kommen würden, so wie Wolf zu denken.


    Die missglückte Begrüßung zwischen Menschen und Streunern zeigt auch, wie unterschiedlich die Völker sind - und das es nicht viel braucht, um einen schlechten Start zu haben. Da gibt es sicher auch viele Vorurteile...
    Und durch Balders letzten Zauber zeigt sich, dass er weit mehr als ein Magie-Anfänger ist, dem oft etwas daneben geht. Das gehört zu der Rolle, die er spielt - und die Wolf nun hinterfragt. Es bleibt offen, wer Balder und Zilber wirklich sind - aber man spürt ein starkes Band zwischen ihnen. Bei der Verfolgung benimmt sich nun auch Falbe seltsam, so bestimmend und voranstürmend...


    In Lesh-Tanár gibt es also auch Elben, die erste Beschreibung von ihnen hat mich jetzt noch nicht umgehauen - aber wer weiß, was noch passiert... Vielleicht steckt hinter ihnen ja noch mehr als sich melodiös unterhaltende Kleiderständer für feine Gewänder. Ich habe auch den Verdacht, dass Lacrima eine von ihnen ist - oder gibt es vielleicht Mischlinge? Oder Menschen mit Zauberkräften? Denn als Wolf ihr begegnet, kommt er ja auf Gedanken, die ihn selbst verwundern. Darum misstraue ich ihr auch - und natürlich wegen ihrem Aufzug, der dem der Männer des Schnitters zu sehr gleicht. Ob sie wirklich hinter der Warnung an den König steckt? Oder ist das alles nur ein Trick? Da hilft wohl nur weiterlesen...


  • Vielleicht steckt hinter ihnen ja noch mehr als sich melodiös unterhaltende Kleiderständer für feine Gewänder.


    :D

    "It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa


  • In Lesh-Tanár gibt es also auch Elben, die erste Beschreibung von ihnen hat mich jetzt noch nicht umgehauen - aber wer weiß, was noch passiert... Vielleicht steckt hinter ihnen ja noch mehr als sich melodiös unterhaltende Kleiderständer für feine Gewänder.


    ;D Oje, ich fürchte, um das zu beweisen werde ich mehr Lesh-Tanár-Fantasy veröffentlichen müssen; dazu war in STREUNER leider schlicht zu wenig Platz. :-[ Aber Lacríma und Elben, das ist natürlich eine heiße Spur ...



    Ob sie wirklich hinter der Warnung an den König steckt?


    Wer sagt, daß sie überhaupt dahintersteckt ...? :winken:

  • Hallo Ihr Lieben,


    da ich zu den Menschen gehöre, die über KEINERLEI Orientierungssinn verfügen und ohne Navi komplett aufgeschmissen sind, störe ich mich auch nicht an den Richtungsangaben, in die unsere Streuner unterwegs sind! Ich würde mich fernab der Straße komplett verlaufen und bin daher ganz froh, dass Wolf und seine Kameraden doch immer wieder ein Dorf finden! ;D ;)



    Ich muss ja zugeben, dass ich mich an die teils doch raueren Umgangsformen der Streuner noch nicht ganz gewöhnt habe. Es gibt einfach Momente, die mich dann ein wenig erstaunen - beispielsweise wird ja ziemlich viel zurechtgewiesen. Ich muss mir dann immer vor Augen halten, wie sich Wölfe gegenüber denjenigen verhalten, die im Rudel unter ihnen stehen. Wolf hält sich ja für das Alphatier, und hat eben auch Machtkämpfe mit Balder und Zilber. So erscheint mir dann vieles plausibler, auch wenn ich das Verhalten von Zilber, Balder und Falbe bezüglich des Gastrechts sehr befremdlich finde. Möglicherweise zeigt das aber auch nur, dass die drei aus einem "adligen" Umkreis stammen und niemals auf die Idee kommen würden, so wie Wolf zu denken.


    Ja, die Umgangsformen der Streuner sind wirklich sehr gewöhnungsbedürftig! Ich habe sie bis jetzt einfach als ihre Eigenarten akzeptiert, wobei ich ihre Dankessprüche dann schon wieder lustig fand. Die waren gleich so ruppig, dass ich mir richtig das entsetzte Gesicht ihres Gegenübers vorstellen konnte! ;D Mich erinnern ja die 4 irgendwie noch mehr an halbwüchsige Jungs! ;D Dazu tragen auch ihre andauernden Machtkämpfe bei. Irgendwie hat man doch wirklich das Gefühl, das sind kleine Jungs, die noch beweisen müssen, wer toller ist! :P ;D Dabei muss ich sagen, dass mir Wolf doch irgendwie noch am sympathischsten ist. Zilber mit seiner Mordlust finde ich teilweise sehr erschreckend, Balder ist sehr undurchsichtig und bei Falbe habe ich das Gefühl, dass er einem Vulkan gleicht, der vielleicht doch noch früher oder später explodiert.



    Und durch Balders letzten Zauber zeigt sich, dass er weit mehr als ein Magie-Anfänger ist, dem oft etwas daneben geht. Das gehört zu der Rolle, die er spielt - und die Wolf nun hinterfragt. Es bleibt offen, wer Balder und Zilber wirklich sind - aber man spürt ein starkes Band zwischen ihnen. Bei der Verfolgung benimmt sich nun auch Falbe seltsam, so bestimmend und voranstürmend...


    Bei Balder habe ich mich mittlerweile auch schon gefragt, ob er nicht doch ein viel besserer Zauberer ist, als er vorgibt zu sein und ob an der Geschichte mit dem Prinz des Ostens nicht vielleicht doch irgendein kleiner Tropfen Wahrheit dran ist? Falbe kann ich auch noch gar nicht einordnen, aber ich denke, dass auch Balder und Zilber nichts über Falbe wissen und ich vermute, dass wir da noch eine Überraschung erleben werden.


    Die Reaktion der Wachen fand ich auch sehr erstaunlich, aber ich hatte so das Gefühl, dass sie Zilber als einen Dummschwätzer abtun und deswegen nicht mehr unternehmen. :-\ Jedoch würde mich auch interessieren, wer denn den König schon gewarnt hat? Ich habe ja eher an General Rówan gedacht... :-\


    Die kurze Erwähnung der Elben, habe ich nur insoweit registriert, dass sie ein Zeichen dafür ist, dass sich das Land verändert und damit auch ihre Bewohner. Ich fand das sogar ganz stimmungsvoll: Die Elben tauchen auf, alles wird grüner und irgendwie lebendiger... Mir hat das so als Gesamtbild sehr gut gefallen. Ob die Elben jetzt noch eine größere Rolle spielen oder nicht, ist für mich erstmal zweitrangig. Sie tragen zum Gesamtbild der Welt bei und können ja z. B. für eine Fortsetzung noch mehr in den Fokus rücken. ;D ;)


    Lacrima ist für mich noch sehr undurchsichtig. Ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich auf der Seite unserer 4 Streuner steht oder vielleicht doch für den Schnitter arbeitet oder vielleicht nur ihre eigenen Ziele verfolgt? Dass sie eigentlich nur wegen ihrer Schönheit am Leben gelassen wird, fand ich auch komisch, aber irgendwie ist es doch ein typisch männlicher Zug. Und da unsere Streuner wirklich das Gefühl vermitteln sehr männlich zu sein, passt es wohl wieder zu ihnen... :P ;D ;)


    Was mir übrigens immer sehr gut gefällt, ist die kurze Erwähnung des Schwanzes der Streuner, ob er gerade freudig hin und her peitscht, eingezogen wird etc.! Sehr faszinierend, v. a., da ja die Menschen in ihren Gesichtern nichts erkennen können!


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Hier kommt die Leichtgläubikeit und Naivität von Wolf durch .. auf der einen Seite wird er als schlauen, robusten, intelligenten und misstrauischen Streuner dargestellt und auf der anderen ist der sowas von leichtgläubig... ::)


    Und Leitstreuner hin oder her, aber warum können männliche Wesen sich nie eingestehen, dass sie sich verlaufen haben und orientierungslos sind? :D So ergeht´s auch Streuner ... und anstatt Hilfe zu suchen oder anzunehmen scheucht er alle einfach munter weiter ...



    Lacrima mag ich nicht und mir ist sie suspekt. Da bin ich gespannt, was wir von der noch zu erwarten haben.


    Und warum um Himmels Willen sind immer so viele Spezies von Nöten? Nun haben wir schon Scherenschrecken, Menschen, Elben, Halbelben, Streuner ... Kommt noch mehr?
    Momentan sehe ich jetzt (noch) keinen Sinn darin, dass jetzt auch noch Albin und Elben auftauchen... Lacrima hätte doch z.B. auch ein Mensch sein können...

    Einmal editiert, zuletzt von ColetteDuranger ()


  • Und warum um Himmels Willen sind immer so viele Spezies von Nöten? Nun haben wir schon Scherenschrecken, Menschen, Elben, Halbelben, Streuner ... Kommt noch mehr?


    Möglicherweise um die Vielfalt dieser Welt zu zeigen und die Unterschiede zwischen den einzelnen Wesen? So wie es auch Unterschiede zwischen verschiedenen Völkern gibt? Wenn diese Welt "nur" aus Streunern bestehen würde, könnte man ihre Art und Lebensweise nicht so "anders" im Vergleich zu anderen Wesen darstellen - und ich als Leser würde sie mir möglicherweise menschlicher vorstellen als jetzt. In einer so bunt gemischten Welt kann man auch leichter mit Vorurteilen spielen... Und ja, ich lese gerne Geschichten mit verschiedenen Wesen. :)



    Momentan sehe ich jetzt (noch) keinen Sinn darin, dass jetzt auch noch Albin und Elben auftauchen... Lacrima hätte doch z.B. auch ein Mensch sein können...


    Das Rätseln darum, was Lacríma genau ist, bietet doch auch eine gewisse Spannung. Zumindest ging es mir so, ihr "Auftritt" hatte mich ein wenig skeptisch gemacht und brachte mich zum Spekulieren. Ehrlich gesagt habe ich mir aber nie Gedanken darum gemacht, warum sie kein Mensch war - da wird sich der Autor schon etwas dabei gedacht haben. ;) Und die weitere Entwicklung bekräftigte diese Einstellung für mich auch.

  • Suse

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