Allgemeine Fragen an Jens Schumacher & Jens Lossau

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  • Hier ist Platz für Fragen an die Autoren, die nicht direkt etwas mit dem Buch Der Elbenschlächter zu tun haben.

  • Liebe Leserunde,


    mein Co-Autor Jens Lossau (der binnen kürzester Zeit ebenfalls hier auftauchen wird) und ich freuen uns über Euer Interesse am ersten Band unserer (zugegebenermaßen) etwas ungewöhnlichen Fantasy-Reihe und sind gespannt auf Eure Kommentare & Fragen!


    Viel Spaß beim Lesen wünscht
    JS
    (gewitztes Kürzel zur Abgrenzung vom Kollegen JL ...) ;)

  • Hallo ihr beiden, toll, dass ihr uns begleitet! :winken:


    Und ich habe auch gleich schon eine erste Frage: Wie schreibt ihr zu zweit ein Buch? Habt ihr nicht z. B. mal unterschiedliche Ideen und wie bringt ihr die dann unter einen Hut?


  • Und ich habe auch gleich schon eine erste Frage: Wie schreibt ihr zu zweit ein Buch? Habt ihr nicht z. B. mal unterschiedliche Ideen und wie bringt ihr die dann unter einen Hut?


    Das würde mich auch interessieren. :)
    Und wie kam es überhaupt zu der Idee, ein gemeinsames Projekt zu beginnen?

    &quot;Der, der nicht weiß zu schreiben, glaubt nicht, dass dies eine Arbeit sei.<br />Drei Finger schreiben, der ganze Körper leidet.&quot;<br />(Schreiber, 8. Jahrhundert)

  • Ein guter Teil der letzten beiden Fragen lässt sich beantworten, indem ich verrate, dass JL und ich uns seit mittlerweile über 30 Jahren kennen und eng befreundet sind. Wir haben in den letzten 15 Jahren einen ganzen Haufen Bücher zusammen gemacht, bevor wir uns im vergangenen Jahr entschlossen, zur phantastischen Literatur (und damit ein Stück weit zu unseren Wurzeln) zurückzukehren - die Idee für die IAIT-Romane war geboren.
    Unsere Arbeitsweise bei Kollaborationen unterscheidet sich nicht sonderlich von der einzelner Autoren; um sie zu verstehen, muss man sich verdeutlichen, dass belletristische Bücher im Grunde weit vor dem eigentlichen Schreiben konzipiert, geplottet und quasi im komplett ausgedachten (nur eben ungeschriebenen) Stadium an die Verlage verkauft werden. Was danach passiert, ist über weite Strecken ein Ausarbeiten dessen, was man sich zuvor überlegt hat. Und das lässt sich - immer vorausgesetzt, man kennt seinen Co-Autor entsprechend gut und kann sich stilistisch auf eine Linie einigen, die beide einzubehalten gewillt und fähig sind - dann tatsächlich zu zweit erledigen, ohne dabei für eine einzige Zeile gemeinsam am Rechner sitzen zu müssen (eine Horrorvorstellung!). Damit es anständig funktioniert und um uns Arbeit in den anschließenden Korrekturrunden zu ersparen, arbeiten wir unsere Stoffe natürlich im Vorfeld ein wenig detaillierter aus, als man das als Einzelautor tun würde; die einzelnen Passagen werden dann je nach Vorliebe der Beteiligten aufgeteilt, und los geht's!
    (Ich sollte allerdings hinzufügen, dass diese Art des Zusammenarbeitens - mit einem einheitlichen, stringent lesbaren Text am Ende der Ereigniskette - für mich ausschließlich in der Konstellation mit JL möglich ist, aus dem o.g. Gründen. Ich habe zeitweilig auch mit anderen Autoren zusammengearbeitet, wo die Arbeitsaufteilung zwangsläufig immer deutlich anders aussah.)
    Ich hoffe, das war einigermaßem erhellend ...?

  • Beides, ja. Als gelernter Buchhändler (JL) bzw. studierter Buchwissenschaftler (JL), kurz: als zwei fanatische Bücherliebhaber können wir es nicht lassen, uns auch in außertextliche, z.B. herstellungstechnische Aspekte unserer Bücher einzumischen. Die Idee fürs Cover stammt von uns, die Umsetzung von Steffen Winkler, einem tollen Grafiker und Illustrator, mit dem ich sowohl im Jugendbuch- als auch im Comic- und Krimibereich schon zusammengearbeitet habe und mit dem wir (JL & ich) uns beide nebenbei auch privat sehr gut verstehen. Er schuf auch das Cover des just erschienenen zweiten Bandes "Der Orksammler" (ebenfalls nach einer Idee von uns) sowie das der 2011 erscheinenden dritten Folge der Serie. Ein guter Mann, mit dem wir sehr glücklich sind! :)


  • Ein guter Mann, mit dem wir sehr glücklich sind! :)


    Das glaube ich. Wobei ich mich immer noch frage: Was ist das Weiße auf dem Pflaster? Elbenblut? Das ist doch nicht weiß, oder doch? Und bewegt sich das, was immer es ist, auf den Elb zu oder von ihm weg? Gegen Letzteres spricht das zweite Rinnsal, das aus dem Haus links oder zu ihm hin führt. Ich weiß, ich weiß, ich habe merkwürdige Probleme ;D

  • Hallo JensS,


    das ist ja toll, dass ihr euch da richtig einbringen könnt. :) Viele Cover, die irgendwie von irgendjemandem ausgesucht werden, sind oft einfach unpassend.




    Wobei ich mich immer noch frage: Was ist das Weiße auf dem Pflaster? Elbenblut? Das ist doch nicht weiß, oder doch? Und bewegt sich das, was immer es ist, auf den Elb zu oder von ihm weg?


    Für mich sieht das so aus wie flüssiger, stinkender Unrat, von dem ich gar nicht genau wissen will, aus was er alles besteht, der durch die Gassen treibt und in diesem Fall direkt auf den armen Elben zu. So gesehen kann er von Glück reden, dass er nicht mehr mitbekommt, was ihn da umspült. ;) Aber das ist nur meine Interpretation.

  • Ich komme mal direkt noch mit ein paar Frage an die beiden Jense ( ;) ), die sich generell auf das Schreiben von Büchern beziehen (nicht nur gemeinsam, sondern auch alleine :) ):


    Wie und wo schreibt ihr?
    Zuhause am Schreibtisch? Im Café?
    Gibt es bei euch so etwas wie eine bestimmte Zeiteinteilung (sprich, eine Art Stundenplan für den Tag, wo ihr genau festlegt, von wann bis wann ihr schreibt, wann gegessen wird und wann die Wäsche gewaschen wird ^^)?
    Gibt es bestimmte... Rituale, die ihr beim Schreiben braucht (immer eine Flasche Wasser daneben, eine bestimmte Musik, eine Schale Kekse, etc.)?


    Wie bekommt ihr eure Ideen?
    Was inspiriert euch?
    Wird jede Idee letztendlich auch zu einem Buch, oder gibt es auch Einfälle, die seit Jahren irgendwo halbfertig vor sich hin modern, weil sie nicht so richtig ans Laufen kommen wollen?
    Ab wann merkt ihr, dass eine Idee ausreichend Potenzial hat, um ein gutes Buch zu werden?


    Schreibt ihr chronologisch und streng nach einem bestimmten Ablaufplan, oder passiert es auch schon mal, dass euch eine tolle Szene für die Mitte oder das Ende eines Buches einfällt, die ihr sofort aufschreiben müsst, um sie dann später an passender Stelle einzubauen?


    Wie sehr ähnelt das fertige Buch letztendlich dem ersten, ursprünglichen Plan?
    Machen sich Figuren häufiger mal selbstständig, oder bleiben sie für gewöhnlich bei dem, was ihr für sie vorgesehen habt?
    Wie oft passiert es, dass euch während des Schreibens noch eine tolle Idee für eine Änderung kommt, und ihr nochmal ein oder zwei Kapitel oder Passagen (oder auch ganze Personen) einfügt, die vorher überhaupt nicht geplant waren?


    Ähm - ja - ich glaube, das reicht erstmal an Fragen. :D
    Ich hoffe, das ist nicht zu viel und zu persönlich - wenn doch, dann ignoriert's einfach. :-[

    &quot;Der, der nicht weiß zu schreiben, glaubt nicht, dass dies eine Arbeit sei.<br />Drei Finger schreiben, der ganze Körper leidet.&quot;<br />(Schreiber, 8. Jahrhundert)

  • Hallo und Danke für euer Interesse an unseren Büchern auch von mir.
    Zu den Fragen von Mauriel (ich antworte natürlich nur für mich, Kollege Schumacher händelt das eine oder andere etwas anders):


    Wie und wo schreibt ihr?


    - Daheim im Büro an einem PC. Wunder der modernen Technik.


    Gibt es bei euch so etwas wie eine bestimmte Zeiteinteilung (sprich, eine Art Stundenplan für den Tag, wo ihr genau festlegt, von wann bis wann ihr schreibt, wann gegessen wird und wann die Wäsche gewaschen wird ^^)?


    - Gerne morgens und nachts.


    Gibt es bestimmte... Rituale, die ihr beim Schreiben braucht (immer eine Flasche Wasser daneben, eine bestimmte Musik, eine Schale Kekse, etc.)?


    - Nein, bei mir nicht. Obwohl, Kaffee sollte schon im Haus sein.


    Wie bekommt ihr eure Ideen?


    - Ersteigere ich in der Regel bei ebay :)


    Was inspiriert euch?


    - Ojeh ... vieles ...


    Wird jede Idee letztendlich auch zu einem Buch, oder gibt es auch Einfälle, die seit Jahren irgendwo halbfertig vor sich hin modern, weil sie nicht so richtig ans Laufen kommen wollen?


    - Es gibt Notizbücher für hundert Romane, eine Geschichte sucht es sich dann selbst aus, wenn sie geschrieben werden will


    Ab wann merkt ihr, dass eine Idee ausreichend Potenzial hat, um ein gutes Buch zu werden?


    - Wenn sie automatisch im Kopf wächst


    Schreibt ihr chronologisch und streng nach einem bestimmten Ablaufplan, oder passiert es auch schon mal, dass euch eine tolle Szene für die Mitte oder das Ende eines Buches einfällt, die ihr sofort aufschreiben müsst, um sie dann später an passender Stelle einzubauen?


    - Sowohl als auch.


    Wie sehr ähnelt das fertige Buch letztendlich dem ersten, ursprünglichen Plan?


    - Das Buch verselbstständigt sich eher nicht - die Vision soll ja umgesetzt werden.


    Machen sich Figuren häufiger mal selbstständig, oder bleiben sie für gewöhnlich bei dem, was ihr für sie vorgesehen habt?


    - Sie entwickeln sich, gehen aber nicht in eine komplett andere Richtung.


    Wie oft passiert es, dass euch während des Schreibens noch eine tolle Idee für eine Änderung kommt, und ihr nochmal ein oder zwei Kapitel oder Passagen (oder auch ganze Personen) einfügt, die vorher überhaupt nicht geplant waren?


    - Wenn wir zusammen ein Buch schreiben, steht so vieles schon fest und wir haben schon ein Jahr am Expose gearbeitet, dass das letztendlich nur noch Feinheiten sind


    Viele Grüße,


    JL

  • Hallo ihr beiden,


    ich packe meine Fragen aus den Leseabschnitten mal hier hinein. Hier sind sie vielleicht besser aufgehoben.



    1. Wie kam der Titel zustande und wie ist er bisher so angekommen? Er ist doch für Elbenliebhaber eher abschreckend. ;)


    2. Ist für das Buch auch ein Hörbuch geplant?


    3. Wie viele Bücher habt ihr denn für die Reihe geplant, oder ist das offen?

  • Danke für die Antworten, JL. :)


    Hehe, bei welchem Händler kann man sich denn diese Ideen ersteigern? Da würde ich ja auch zu gerne mal mein Glück versuchen. :D

    &quot;Der, der nicht weiß zu schreiben, glaubt nicht, dass dies eine Arbeit sei.<br />Drei Finger schreiben, der ganze Körper leidet.&quot;<br />(Schreiber, 8. Jahrhundert)

  • Hi, hier noch ein paar ausstehende Antworten:


    1. Wie kam der Titel zustande und wie ist er bisher so angekommen? Er ist doch für Elbenliebhaber eher abschreckend. ;)


    - ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, woher der Titel kam, irgendwann hatten wir ihn einfach. Die Elbenliebhaber schweigen bisher, es kam eher die Reaktion: Endlich bekommen die Elben auch mal was aufs Maul - was uns nicht wenig überrascht hat.


    2. Ist für das Buch auch ein Hörbuch geplant?


    -Nein.


    3. Wie viele Bücher habt ihr denn für die Reihe geplant, oder ist das offen?


    - Ist offen. Gerade ist der "Orksammler" erschienen. Konzipiert haben wir noch mehr Bücher, mal sehen, wie lange uns der Verlag toben lässt


  • 1. Wie kam der Titel zustande und wie ist er bisher so angekommen? Er ist doch für Elbenliebhaber eher abschreckend. ;)


    - ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, woher der Titel kam, irgendwann hatten wir ihn einfach. Die Elbenliebhaber schweigen bisher, es kam eher die Reaktion: Endlich bekommen die Elben auch mal was aufs Maul - was uns nicht wenig überrascht hat.


    Möglicherweise gibt es ja auch kaum Elbenliebhaber. Oder sie trauen sich nicht. Oder waren aus Neugier auf einer Lesung von euch und sind jetzt unentschlossen (so ging es mir). ;)

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen