02 - Der dritte und vierte von zwölf Rythmen (Seiten 59 bis einschl. 104)

  • Ich beginne meine Eindrücke einfach mal mit einem Zitat von Tobias zum letzten Leseabschnitt:



    [...] weil ich etwas Bestimmtes herausfinden, einem Phänomen nachforschen wollte: Wie Musik einem die Kontrolle entzieht und eigenständig wird, wenn man sich ihr hingibt. Welche Kraft Musik hat, war mir schon vorher klar. Aber wie diese Kraft genau aussieht ... welche FARBEN und welches AROMA sie hat ... das in Worte fassen zu wollen ... das ist kompliziert ...


    ... und es ist Dir gelungen, manche Passagen dieser beiden Kapitel haben mich schier umgehauen. Ich wollte un-be-dingt die Musik hören, die Du in Worte gefasst hast, auch wenn jeder wahrscheinlich Anderes dazu im Kopf hat und konkrete Hörbeispiele den Zauber brechen würden. Interessant, dass Du Farbe und Aroma der Musik ansprichst, denn unabhängig von synästhetischer Wahrnehmung verbindet wahrscheinlich jeder auch andere Sinneseindrücke mit Musik. Umso faszinierender finde ich gelungene Beschreibungen, die mit dieser Verschmelzung spielen.


    Die Verbundenheit Floyds zu seiner Musik wird mehr als deutlich, auch bei Utah, die mit komplett anderer Herangehensweise ebenso die Musik als Teil ihres Selbst anzusehen scheint. Karen mutiert rückblickend zu einer hysterischen Zicke, keine vorteilhafte Entwicklung. ;)


    Tobias, hattest Du für manche Protagonisten konkrete Personen vor Augen? Und gibst Du Floyd mit der 61er Les Paul ein echtes Schätzchen in die Hand oder hast Du Dir diesen "Mythos" um die blaue Gibson ausgedacht? (Hierbei hat mich nur stutzig gemacht, dass er die Gitarre zum fünfzehnten Geburtstag bekommt, obwohl er doch als bereits Fünfzehnjähriger zu Reggler kommt, oder?)


    Um nochmal auf die Beschreibung der Musik zurückzukommen, oder besser auf's Musik machen: ich wünsche mir, solch experimentierfreudigen Musiker würden es tatsächlich in die Charts schaffen. So wie es klingt, brechen Floyd und Utah mit jeglichen Regeln der Radiotauglichkeit, da kann auch Marketing-Kalkül heutzutage nichts ausrichten. Andererseits ist mir Floyd fast zu viel musikalisches Wunderkind. Man kann viel anstellen mit einer Gitarre, allerdings benötigt man für gewisse Dinge trotzdem technische Hilfsmittel (etwa für das dauerhafte Klingen einer Seite, ohne den Anschlag zu hören). Den Konflikt angesichts der Post-Produktion fand ich übrigens gut, genauso diesen ganze Einblick in die Studioarbeit, sowas lese ich gerne. Ein Freund warf mir mal vor, das würde den Zauber zerstören, ich finde hingegen, es verstärkt ihn nur, wenn man feststellen kann, dass wenig an den Reglern gedreht wurde. (Noch deutlicher wird das natürlich bei Konzerten, wo man's idealerweise mit eigenen Augen sehen kann. ;))


    So, jetzt habe ich bestimmt was vergessen, ich habe keine Notizen gemacht. Egal. Übrigens kann ich während des Lesens keine Musik laufen lassen, jetzt gerade hingegen läuft Mono - Hymn to the Immortal Wind.


    Viele Grüße
    Breña

    "It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa

  • Konkrete Vorbilder für die Figuren gibt es nicht, bis auf Floyd, der aus mehreren realen Musikern "zusammengeschmolzen" ist. Dazu (siehe mein gegebenes Versprechen) am Ende mehr.
    Bei der Zusammensetzung der Band bin ich jedoch von den Smashing Pumpkins beeinflusst worden, die Mitte der 90er eine (noch dazu ziemlich attraktive) Bassistin namens D'arcy mit an Bord hatten. Das ist auch heute noch ziemlich selten. Entweder besteht eine Band nur aus Frauen, oder die Frau in der Band ist die Sängerin, also Frontfrau - aber dass eine Band aus Männern besteht, mit einem Mann als Sänger, und eine Frau spielt Bass oder Gitarre oder sogar Schlagzeug, das ist rar. Melissa Auf der Maur ist so eine Ausnahme, und auch die spielte dann ja später bei den Smashing Pumpkins. Prince hatte mit Sheila E. eine Schlagzeugerin auf Tour, Lenny Kravitz hat es ihm - wenn ich mich recht erinnere - nachgemacht. Aber so eine wie Utah kenne ich nirgends. Ihr vielleicht?


    always searching for Utah: Tobias

  • Eine Utah kann ich Dir leider nicht bieten. ;)
    Multiinstrumentalistin ist aber zum Beispiel Paz Lenchantin (A Perfect Circle, QOTSA, Zwan, etc.), die neben Bass auch Gitarre, Piano und Geige spielt. Viele Bands mit einer Dame am Bass fallen mir leider spontan nicht ein: Heirs, Mono, Nadja, White Zombie. Zwischenzeitlich auch die Melvins, wenn ich mich richtig erinnere, und Mark Lanegan tourte ebenfalls mit Bassistin. Earth haben eine Schlagzeugerin, Boris eine Gitaristin. Hmpf, ich gebe mich geschlagen (zumindest für den Moment).


    Von Melissa Auf der Maur wird übrigens im Rockpalast in der Nacht vom 9. auf den 10. Januar das Konzert aus der Kölner Kulturkirche übertragen (wenn sie nur den Song mit Glen Danzig weggelassen hätte ::)).


    Viele Grüße
    Breña

    "It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa

  • Hallöchen,


    ufff...also, ich muss sagen, irgendwie bin ich mit dem Buch noch nicht so recht warm geworden. An sich gefällt mir die Geschichte schon irgendwie ganz gut, auch die Zeitsprünge und die unterschiedlichen Perspektiven finde ich super interessant. Allerdings glaube ich, dass ich - abgesehen von Klavier - einfach zu wenig von Musik verstehe, geschweige denn dass mir die Begriffe etwas sagen. Das finde ich irgendwie ein bisschen schade und nimmt ein wenig den Zauber des Buches. Da man anscheindend, wie Breña bereits geschrieben hat, die Lust bekommt die Musik zu hören. Allerdings bin ich noch so mit den Fachbegriffen überfordert und am Nachschauen oder einfach "überlesen" (sorry), dass ich davon nicht wirklich was mitbekomme. :( Schade...


    Sooo, achja, auch wenn ich nicht soviel davon verstehe, finde ich die Art, wie die Band arbeitet irgendwie ganz spannend und ebenso, zu erfahren, wie es denn in einem Tonstudio so abgeht oder gewöhlicherweise eben NICHT abgeht! ;) Tobias, warst du selbst auch in einem um dich davon zu überzeugen? Warst du generell schonmal bei Aufnahmen von Bands dabei?


    Hmmm ja, irgendwie fällt mir gerade nicht mehr ein. Das kommt bestimmt nachher noch...


    Liebe Grüße


    bella*

  • Hallo bella*,


    die Lust auf die beschriebene Musik entsteht bei mir eher dann, wenn die Beschreibung nicht mehr rein "technisch" ist, zum Beispiel wenn für Legless Bird wirklich das Bild dieses Vogels heraufbeschworen wird oder auf Seite 99 ganz viele Bilder entstehen. Funktioniert das für Dich? Natürlich ist man im Vorteil, wenn man mit bestimmten Begriffen einen Vorgang oder Klang verbinden kann, aber ich glaube, Tobias beschreibt darüber hinaus auch sehr eindrucksvoll, was der Klang selbst bzw. die Musik hervorruft. Das wirklich wichtige für den Hörer bleibt schließlich die Musik und ihre Wirkung, nicht, wie die Musiker das hingefrickelt haben. ;)


    Viele Grüße
    Breña

    "It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish."  S.I. Hayakawa

  • Breña : Wow! Von wegen: Du gibst Dich geschlagen. Ich würde eher sagen: Du haust mich um! Paz Lenchantin hatte ich bislang noch überhaupt nicht auf dem Schirm, und jetzt schlägt mein :herz: schneller!
    Man sieht, dass ich die Entwicklungen der letzten Jahre etwas verschlafen habe. :-[ So ist das, wenn ich ein Buch über ein Thema gemacht habe. Ich denke dann immer, ich hätte erstmal alles Wichtige zum Thema gesagt. Aber das stimmt eben nie. Die Zeit geht weiter und erzeugt ihre Wichtigkeiten.
    Interessant ist auch, dass Paz Lenchantin ebenfalls - wie weiland D'arcy - im Smashing Pumpkins-Umfeld, nämlich Zwan, agierte.


    Und bella* : Überlies doch wirklich alles, was Dich nervt. HalbEngel ist kein Roman mit einem ultrakomplizierten Plot, wo man das Ende nicht verstehen kann, wenn man vorher nicht alles mitbekommen hat. Es geht hier eher um Eindrücke, Perspektiven, Wahrnehmungen, Verfahrensweisen, Annäherungen, Überschneidungen, und tatsächlich auch um Überforderungen.
    Und ich glaube, ab S. 115 wird es weniger technisch, sondern mehr sinnlich.
     :trost:: Tobias

  • Ohne auf das einzugehen, was bisher gesagt wurde, möchte ich spontan meine Begeisterung über diesen fantastischen dritten Rhythmus loswerden. Mein Leserherz schlägt höher, zumindest mein Vormittag ist sicher gerettet, von Sprache hoffe ich immer noch mehr zu verstehen als von Musik, und ich liebe es!
    Inhaltlich - technisches verstehe ich natürlich kaum, aber die Tempowechsel von Absatz zu Absatz machen meine Hände ganz zittrig.
    Ich will ja (noch nicht :belehren:) behaupten, dass ich mit dem wie im Flamenco betonten dritten Takt Recht hätte, aber gerade scheint mir dieses Konzept (nach drei gelesenen Rhythmen) vieles zu erklären.
    So als wären die ersten beiden Rhythmen nur das Intro, und Rhythmus drei, der erste Höhepunkt, ein erstes Crescendo! 8)

    Man ruft einen Namen am Halbengelsee: / &quot;Yklamyley! Yklamyley!<br />Sie ist die Mächtigste von uns allen!<br />Ihr Zauber muss selbst den Sternen gefallen!&quot;<br />&quot;Weshalb? Hat denn eines Gedichts sie entbunden?&quot;<br />&quot;Nein, besser: Sie hat ihren Namen erfunden!&quot; (Tobias O. Naheanrilke, 7. 1. 2011)

  • Tobias, freut mich. ;D
    Vielleicht wirfst Du ja, veranlasst durch die Leserunde, einen Blick auf die aktuellere Musikszene (z.B. auf die erwähnten Heirs), ich werde im Gegenzug morgen meine Pumpkins-Platten hervorholen und in Erinnerungen schwelgen.

    &quot;It is not true that we have only one life to live; if we can read, we can live as many more lives and as many kinds of lives as we wish.&quot;&nbsp; S.I. Hayakawa

  • Huhu,


    sorry dass ich hier so reinschneie, aber ihr sucht doch Frauen am Bass? Da fällt mir sofort Caroline Rippy von Tito & Tarantola ein, die sind ja auch nicht gerade unbekannt...


    Im übrigen hab ich das Buch auf Verdacht meinem Bruder als Urlaubslektüre geschenkt, und hab bei euren Posts so das Gefühl, dass es ihm gefallen könnte. :) Bin mal gespannt, was er dazu sagt und ob er es mir ausleiht, wenn er fertig ist. ;)


    Viele liebe Grüße :winken:
    Miramis

  • Hallo Miramis! Schade, dass Du hier nicht richtig mitmischst!
    Danke für den Tarantel-Tipp. Ich habe zwei ältere Alben von ihnen und nie so richtig auf die Bandbesetzung geachtet: 1997 hatten sie Jennifer Condos am Bass und Lyn Bertles an der Violine, 2008 dann Lucy la Loca Carolina Rippy am Bass, und ich weiß gar nicht: sind das zwei Frauen oder eine?
    Jedenfalls scheint es wie im Pumpkins-Umfeld zu sein: Wer einmal eine Frau in seiner Band hatte, will das nicht mehr missen ...


    kann das nachvollziehen: Tobias

  • Hallo liebe Leserunde, hallo Tobias,


    ich muss gestehen: Das ist nun das erste Buch von Tobias, mit dem ich nicht warm werden kann, obwohl es mich seltsamerweise fasziniert.


    Mich fasziniert bzw. faszinieren


    - die mir völlig unbekannte Welt, die Tobias da voller Emotionen und Sacherverstand beschreibt.
    - diese Kommentare:



    ... und es ist Dir gelungen, manche Passagen dieser beiden Kapitel haben mich schier umgehauen. Ich wollte un-be-dingt die Musik hören, die Du in Worte gefasst hast, auch wenn jeder wahrscheinlich Anderes dazu im Kopf hat und konkrete Hörbeispiele den Zauber brechen würden. Interessant, dass Du Farbe und Aroma der Musik ansprichst, denn unabhängig von synästhetischer Wahrnehmung verbindet wahrscheinlich jeder auch andere Sinneseindrücke mit Musik. Umso faszinierender finde ich gelungene Beschreibungen, die mit dieser Verschmelzung spielen.



    Ohne auf das einzugehen, was bisher gesagt wurde, möchte ich spontan meine Begeisterung über diesen fantastischen dritten Rhythmus loswerden. Mein Leserherz schlägt höher, zumindest mein Vormittag ist sicher gerettet, von Sprache hoffe ich immer noch mehr zu verstehen als von Musik, und ich liebe es!


    Mir ist diese Welt leider zu fern, als dass ich mich richtig hineindenken könnte. Vieles verstehe ich auch gar nicht und sämtliche Anspielungen gehen an mir vorbei. Ich fühle mich so ein bisschen wie die Sau, der Perlen vorgeworfen werden :-[ Denn ich fühle, wenn ich es auch nicht weiß: Das Buch ist typisch Tobias. Also eigentlich das, was ich so gerne mag. Aber es erreicht mich trotzdem nicht im Inneren.


    Und bella* : Überlies doch wirklich alles, was Dich nervt. HalbEngel ist kein Roman mit einem ultrakomplizierten Plot, wo man das Ende nicht verstehen kann, wenn man vorher nicht alles mitbekommen hat. Es geht hier eher um Eindrücke, Perspektiven, Wahrnehmungen, Verfahrensweisen, Annäherungen, Überschneidungen, und tatsächlich auch um Überforderungen.
    Und ich glaube, ab S. 115 wird es weniger technisch, sondern mehr sinnlich.
     :trost:: Tobias


    Das macht mir Mut, denn ich habe tatsächlich schon einiges einfach überlesen. Aber ich habe - selbst bei einem Buch von Dir - kein schlechtes Gewissen dabei ;D Momentan ist es so, wie wenn ich ein englisches Buch lese: Ich verstehe nicht alle Wörter, aber den Kontext natürlich sehr wohl (und ja, Tobias: Auch englische Bücher lesen macht mir Spaß - deshalb bin auch ich weit davon entfernt aufzugeben ;))


    Zu den zwei Rythmen kann ich allerdings nicht viel schreiben, außer dass mich ein paar Stellen ziemlich grinsen ließen ;D (z.B. die Beschreibung des 02. Oktober in Rythmus 4)


    Liebe Grüße
    nimue

  • Diese beiden Rhythmen haben mir wesentlich besser gefallen als die ersten beiden. Mit den Fachbegriffen habe ich keine großen Probleme, da ich ja selbst Gitarre spiele und auch schon mal in einem Studio aufgenommen habe. Soll jetzt aber nicht viel heißen, ich bin eher ein fortgeschrittener Stümper, haha.
    Da ich aber selbst eine Gibson Les Paul spiele stolpere ich immer über die Beschreibung von Floyds Instrument, denn so weit ich weiß gab es keine 61er Les Paul mit Lindenbody und Ahornhals. Aber was solls, so wie Floyd uns manchmal ein wenig surreal erscheint, so ist seine Gitarre halt auch nicht ganz von dieser Welt. Die Musik würde ich beim Lesen auch gerne hören, aber wie hier schon geschrieben wurde, eigentlich kann man dann nur enttäuscht sein, da man sich sicher etwas ganz eigenes vorstellt. Das wäre so wie bei der Verfilmung von Schlafes Bruder. Im Buch liest man, dass es die schönste, erhabenste und unglaublichste Musik sei die Elias Alder dort erschafft. Im Film klingt die Musik dann aber natürlich nicht halb so toll, wie man sie sich vorgestellt hat.
    Ach ja, Karen macht hier keinen so guten Eindruck wie sie sich selbst in den ersten beiden Kapiteln noch beschrieben hat. Scheint also schon von beiden Seiten (Karen und Floyd) aus nicht einfach zu sein, miteinander klar zu kommen.


    Zum Thema Musikerinnen bzw. Bassistinnen fällt mir eine Band ein, die Tobias interessieren dürfte, auch wenn Dir die Musik vielleicht nicht gefällt, das weiß ich nicht:
    Triptykon


    Das ist eine schweizer Band mit der Bassistin Vanja Slajh. Eigentlicher Kopf der Band ist aber Tom Gabriel Fischer, der schon Anfang der 80er mit Hellhammer eine der ersten Extrem-Metal Bands überhaupt gegründet hat und mit der Nachfolgeband Celtic Frost bekannt wurde. Er ist auch ein eigenwilliges Genie, einer der nur das macht worauf er Bock hat, der nur seine persönliche musikalische Vision umgesetzt haben will. So hat er auch kein Problem damit, sogar innerhalb eines Albums den Stil radikal zu ändern. Auch macht es ihm nichts aus, mitten in der sehr erfolgreichen Celtic Frost-Reunion Tour einfach die Band (seine Band!) zu verlassen und mit Triptykon etwas Neues anzufangen.


    Hier gibt es ein visuell beeindruckendes Video von Triptykon zu sehen:


    Aber seid gewarnt, das ist einer der eingängigeren Songs.


    Celtic Frosts "Danse Macabre" ist dagegen ein vertonter Alptraum, bestehend aus Sprache, Xylophon und Violine. Völlig krank und sorgt bei mir immer noch für Gänsehaut, wenn ich das unter dem Kopfhörer höre. Aber das ginge dann vielleicht schon eher in Richtung Hiobs Spiel... ;)
    Ist leider nicht mehr auf Youtube.

  • Dieses Buch konnte nicht in Deutschland spielen. Oder sind die Scorpions etwa Led Zeppelin? Ist Udo Lindenberg Neil Young? Siehste.


    Jetzt, nach Rhythmus 3 und 4 kann ich dir zustimmen. Aber beim Lesen des ersten und zweiten war für mich auch die beschriebene Stimmung (vor allem im 1) sehr deutsch, sehr wenig amerikanisch, irgendwie.
    Außerdem nehme ich nicht an, dass deutsche Musiker vorwiegend deutsche Vorbilder haben. Und um in deren Dunstkreis zu stehen, muss man geographisch doch nicht unbedingt nahe wohnen, oder doch? Natürlich gibt es Gegenden, aus denen erstaunlich viele Bands kommen, die ich mag, in der sich die Atmosphäre selbst befruchtet (oder so), und wo vermutlich schneller mal zur Gitarre gegriffen wird als beispielsweise im österreichischen Voralpenland.
    Abgesehen warte ich schon länger auf eine wellenschlagende österreichische Band, mir wärs auch lieber durch Texte als durch experimentelles Geklimpere. Stell' ich mich zu sehr ins Abseits, weil ich STS teilweise einfach großartig finde? ;D


    Dass ich den dritten Rhythmus liebe, habe ich ja schon festgehalten! Bisher finde ich es toll, dass Perspektiven, Schreibstile, Textsorten, Blickwinkel sich von Rhythmus zu Rhythmus ändern!
    Obwohl ich natürlich kaum etwas verstehe, dafür interessiert mich Musik viel zu sehr auf emotionaler, textlicher und erlebbarer Ebene, und *schämschäm* viel zu wenig von Seiten des Produzierenden her. Mir ist es auch lieber, wenn eine Liveband (und es gibt so viel, dass nur live wirkt! Und anderes, das live überhaupt nicht wirkt) mit Charisma und Sympathie arbeitet, mit dem Publikum arbeitet und nicht dröge perfekt sitzende Töne runterleiert (gerade bei Bands, die aufgrund ihrer Spielweise gelobt werden, oft mein Problem...).



    Die Verbundenheit Floyds zu seiner Musik wird mehr als deutlich, auch bei Utah, die mit komplett anderer Herangehensweise ebenso die Musik als Teil ihres Selbst anzusehen scheint. Karen mutiert rückblickend zu einer hysterischen Zicke, keine vorteilhafte Entwicklung. ;)


    Oh ja! :D



    Und eine meiner Lieblingsstellen muss ich natürlich auch noch zitieren:

    S. 74 schrieb:

    Es ist vielmehr, als ob du ihn nie richtig sehen kannst, als ob alle deine Sinne ein kleines bißchen blind werden in seiner Gegenwart, nur der eine nicht, von dem er lebt, das Gehör. Er lebt leise, man hört ihn kaum atmen, die Mädchen, mit denen er schläft, hören kaum sein Herz schlagen. Er erkundet, jeden Tag seines Lebens ein wenig weiter, aus dem Zentrum seiner Stille heraus den Lärm der Welt.


    :anbet: Was für Zeilen! "sehen", die "Sinne" werden "blind", "Gehör", "leise", "hören", "Stille", "Lärm", wow! Die Unmöglichkeit des Sehens, die Beschreibung der Figur über das Hören, ach schön!



    Über mich habe ich gelernt, dass, was ich höre, wohl ziemlich mainstreamig ist. Virtuosität muss man mir schon mit Brettern in den Kopf hämmern, Stimmung und Erlebbarkeit sind mir wichtiger als neue unerlebte Klänge, wenn jemand ein Solo spielt wird mir schnell langweilig...


    Ich habe übrigens Zwan und Smashing Pumpkins live gesehen, und fand beide langweilig, vor allem zweitere. Abgehoben, *schnarch*, null Interaktion, und musikalisch einfach nicht mitreißend. Wie virtuos die sonst sind, kann ich anscheinend nicht beurteilen, aber live war's einfach nur fad.

    Man ruft einen Namen am Halbengelsee: / &quot;Yklamyley! Yklamyley!<br />Sie ist die Mächtigste von uns allen!<br />Ihr Zauber muss selbst den Sternen gefallen!&quot;<br />&quot;Weshalb? Hat denn eines Gedichts sie entbunden?&quot;<br />&quot;Nein, besser: Sie hat ihren Namen erfunden!&quot; (Tobias O. Naheanrilke, 7. 1. 2011)

  • Suse

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