02 - S. 36 - S. 83 (Kap. 2)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hallo Ihr Lieben,


    ich sehe schon, dieses Buch wird uns wohl länger beschäftigen, obwohl es so dünn ist! ;D ;)


    Ich habe jetzt Kapitel 2 gelesen und zuerst habe ich mich ja doch wieder sehr schwer getan und wusste auch ehrlich gesagt nicht so genau, wo das alles hinführen soll.
    Erst ab Seite 63 mit dem Bild mit dem See und der Aussage:Im Zustand der Weisheit sind wir eben das gesamte Gewässer, [...] Wir setzen den Veränderungen keinen Wiederstand mehr entgegen." ging es für mich vom Lesen her besser.


    Das Bild mit dem See gefällt mir auch sehr gut und in vielen der folgenden Ausführungen habe ich sogar schon einen Teil der Strategien wieder gefunden, die ich schon seit längerem versuche anzuwenden: Meine Gefühlen und Gedanken nicht sofort nachzugeben, sondern zuerst durchatmen und analysieren, was überhaupt los ist. Auch die Empfehlung über seine Gedanken und Gefühle mit jemand anderem zu sprechen, finde ich sehr gut.


    Mit anderen über Dinge, die einen belasten etc . zu reden, mache ich schon lange, da ich selber in der Familie gleich öfters beobachten konnte, was passiert, wenn man NICHT über seine Gedanken, Gefühle redet, sondern alles in sich verschließt. Implodiert ist da zwar niemand, aber an Depressionen erkrankt! :(


    Auch gut gefallen mir die Anmerkungen, dass wir andere Menschen einfach so akzeptieren sollen, wie sie sind und sie nicht andauernd verändern möchten. Eine wichtige Erkenntnis. Lustigerweise habe ich mir darüber schon oft Gedanken gemacht, da ich besonders bei Paaren das oft erlebe, dass die Frau den Mann ändern möchte oder sogar versucht zu erziehen. Ohne, dass ich unbedingt Weisheit erlangen wollte, fand ich das nicht richtig: Kinder erzieht man, aber den Partner sollte man nicht mehr erziehen, zumindest nicht so, wie man Kinder erzieht. Man kann ihn bitten etwas so oder so zu machen, aber man darf ihn nicht ändern wollen, oder? Wie seht ihr das denn?


    Besonders gut hat mir noch folgende Aussage gefallen (habe sie mir gleich markiert): Weisheit zeigt sich [...]. Oftmals eher darin, ausnahmslos zu sich selbst ja sagen zu können." Ich finde eine wahre und gute Aussage, aber oft doch nicht so leicht zu erreichen!


    Schließlich gegen Ende des 2. Teils wird das Thema Veränderungen angesprochen und da fand ich die Aussage, dass ich mich verändern muss, wenn ich etwas verändern möchte, sehr gut! Kann ich genauso unterschreiben, aber auch hier ist natürlich wieder der Punkt, dass sich Vieles oft viel leichter anhört, als es tatsächlich ist! Aber ich finde die Aussagen echt gut und ich konnte in diesem Kapitel jetzt auch wirklich ein paar konkrete Anweisungen finden!


    Bin gespannt, was der Rest zu diesem Teil sagt und wie Guido auf unsere Aussagen reagiert!


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Schritt 2: Die Faust (in der 'Tasche geballt oder drohend erhoben)


    Aha, es geht also um den Umgang mit Aggressionen und Ärger. Und für mich wird nun langsam klar, wie der Weg zur Weisheit aufgebaut ist: mittels gut zu behaltender Körperteil-Assoziationen sich bestimmte Aspekte des eigenen Denkens und Verhaltens anschauen, überlegen, wie weise Menschen es damit halten, davon lernen und selbst weise werden. (So zumindest meine Vermutung...)
    Es geht um Selbsterkenntnis und Selbstbeherrschung. Da kann ich dem Autor nur zustimmen - das gehört für mich auf jeden Fall zur Weisheit.


    Und wie sieht es bei mir mit der Praxis aus? Mein Ärger über die bösen Nachbarn spielt in meinem Alltag eigentlich keine Rolle. So richtig geärgert habe ich mich schon lange nicht mehr. Natürlich gibt es ärgerliche Dinge (z.B. die Arbeitshaltung meiner neunten Hauptschulklasse...) aber dass mich das letztlich persönlich trifft ... eher nicht. Leuten, die mich ärgern würden, gehe ich lieber aus dem Weg.
    Sehr gut gefallen mir die 5 goldenen Ärger-Regeln (bis auf die zweite).


    Und wie weit seid ihr schon auf dem Weg zur Weisheit?

  • Guten Morgen zusammen,


    um ein wenig "Hoffnung" zu machen: Es wird einfacher.
    Wenn einige Passagen zu philosophisch, zu schwer wirken, dann einfach querlesen. Niemand soll sich quälen.


    Und: Mit ein wenig Abstand vielleicht noch einmal lesen. Solche Bücher wirken manchmal erst beim zweiten, dritten Mal.


    Meiner Erfahrung nach wirken gute, konstruktive Gedanken nicht im Moment des Hörens, Lesens, sondern gewissermaßen mit Nachhall. Es ist ein schleichender Prozess.


    Beste Grüße
    Guido

  • Hallöchen,


    ich habe zwar noch nicht gelesen, was ihr geschrieben habt, aber ich wollte mal anmerken, dass ich mich nicht aufgeklingt, sondern momentan nur erhebliche Probleme mit dem Buch habe. Aber ich freue mich, dass es leichter werden soll... ;)


    Liebe Grüße


    bella*

  • Hallo allerseits,


    geschafft. Ich habe mich durch das zweite Kapitel gekämpft und bin schließlich angekommen.


    Auch in diesem Kapitel hatte ich das Gefühl, daß noch nach dem roten Faden gesucht wird. Zwar sagt die Einleitung, daß es in diesem Kapitel um die Wut und den Ärger gehen soll, aber zunächst geht es weiter mit der Frage nach der Selbsterkenntnis. Es wird dann zwar nach der Erkenntnis des Ärgers und unserem inneren Anteil daran gefragt, aber das Ganze kommt mir doch etwas unsortiert vor.


    Ich glaube, ein Teil der Schwierigkeiten, die ich mit dem zweiten Kapitel habe, rühren daher, daß Guido mir 'sein' Modell der menschlichen Psyche nur in kleinen Dosen zumuten will, so daß ich einerseits seiner Argumentation in der Frage nach dem Ärger folgen will und mich andererseits frage, auf welchem Fundament er sein Gedankengebäude erbaut.


    Aber gegen Ende des zweiten Kapitels geht's flüssiger. Ich habe die Hoffnung, daß es im dritten dann richtig gut wird (auch wenn's wieder mit 'nem Wittgensteinzitat anfängt) :P.


    Was die Übungen in Sachen Umgang mit dem Ärger angeht, sind vielleicht die Null-A-Romane von A.E. van Vogt ganz anregend,

    Kaufen* bei

    Amazon

    * Werbe/Affiliate-Links

    . Neben einem Übermenschen gibt es dort Leute, die mit ihrem Nervensystem bewußt umgehen können. Neben allerlei übermenschlichem Brimborium immunisiert sie das gegen Ärger, Bestechung und Unterdrückung 8).

    Es ist gar nicht so einfach, seinen Zorn zu zähmen... und als Haustier würde ich ihn auch nicht halten ;)


    Viele Grüße,


    Holger


    P.S.: Kennt ihr noch das HB-Männchen?


  • Hallöchen :winken:


    ich habe zwar von K. 2 erst die Hälfte durch aber ich glaube das Guido recht hat mit dem Erfassen des Inhalts. Einiges des Gelesenen wird mir erst im nachhinein klar....unter der Dusche z.B... ;D ...... aber ich werde daran festhalten auch K. 2 wiederholt zu lesen. Auch setzte ich mich nicht unter Zwang : du mußt doch noch lesen !! da kommt nur die Faust in der Tasche sozusagen bei raus....und wer möchte nicht eher ein König sein?!
    Selbstkontrolle - Selbstbeherrschung - Zurückhaltung ?...und das bedeutet nicht einfach nur schlucken????
    Vielelicht bin ich ja auch in die falsche Richtung unterwegs was verstehen des Inhalts angeht, man wird sehen !


    Überhaupt komme ich mit K. 2 besser zurecht und ich muß sagen es regt mich sehr zum Nachdenken an : Ob auf Worte auch Taten folgen kann ich nicht beurteilen , noch nicht...denn auch ich habe den "bösen Nachbarn" und der kann gar nichts dafür.


    Liebe Grüße Andrea

  • Hallo Andrea,



    Selbstkontrolle - Selbstbeherrschung - Zurückhaltung ?...und das bedeutet nicht einfach nur schlucken????
    Vielelicht bin ich ja auch in die falsche Richtung unterwegs was verstehen des Inhalts angeht, man wird sehen !


    Genau darüber bin ich auch gestolpert. Ich habe zuerst auch gedacht: "Gut, dann doch alles schlucken, soll aber ungesund sein!" :D Aber so weit ich das verstanden habe, geht es darum, erstmal eine tatsächliche Beleidigung oder wenn man sich ärgert, dass man erstmal ruhig bleibt, analysiert, ob es tatsächlich eine Beleidigung war oder ob man sich eigentlich grundlos ärgert oder sich eigentlich aus einem anderen Grund ärgert, als man gerade denkt. Also nicht gleich reagieren und "zurück schlagen", sondern erstmal ein- und ausatmen und analysieren, was los ist. Nicht so einfach, v. a. geht es aber wohl darum nicht zurück zu schlagen, sondern erst zu überlegen und dann ruhig zu antworten.


    Und das andere Thema ist, denke ich, dass man sich Aussagen von anderen nicht immer so zu Herzen nehmen sollte und nicht jede unbedachte Äußerung von anderen als persönliche Beleidigung aufgreifen sollte. Ich denke, es geht darum, dass man sich einfach nicht mehr angreifen lässt bzw. sich überlegt, ob man darauf jetzt wirklich so hart reagieren muss oder dem anderen gar nicht klar ist, dass er damit ein Kindheitstrauma angesprochen hat oder so.


    So habe ich das zumindest interpretiert! ;)


    Was die bösen Nachbarn angeht, kenne ich das sehr gut: Wenn der Nachbar laut Musik hört, rege ich mich furchtbar auf und steigere mich total hinein und bin mir sicher, dass er das nur tut, um mich zu ärgern. Dabei ist das meistens gar nicht so, sondern er hat einfach nicht weiter nachgedacht! ::) ;D ;)


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Ich kann mich dir, Tammy, nur anschließen. Selbstbeherrschung heißt nicht alles Schlucken, sondern erstmal überlegen, warum ich mich ärgere und ob das nicht mehr an mir als am anderen liegt.


    Sicher gibt es Zeitgenossen, die andere gerne provozieren. Aber es gibt auch viele, die immer alle Äußerungen erstmal so verstehen, als ob ihnen jemand etwas Böses will. Im Zweifelsfall gehe ich lieber davon aus, der andere hat sich nichts (Böses) dabei gedacht.


  • Sicher gibt es Zeitgenossen, die andere gerne provozieren. Aber es gibt auch viele, die immer alle Äußerungen erstmal so verstehen, als ob ihnen jemand etwas Böses will. Im Zweifelsfall gehe ich lieber davon aus, der andere hat sich nichts (Böses) dabei gedacht.


    Ja, das ist die Einstellung, die wichtig ist, die aber doch ganz schön schwer ist! Ich konnte das erst gestern wieder gut an mir selber beobachten. Eine Kollegin hat mir in einem ziemlich scharfen Tonfall eine Frage gestellt, durch die ich mich gleich angegriffen gefühlt habe und das Bedürfnis hatte, mich zu verteidigen. ABER, ich habe erstmal tief ein- und ausgeatmet und dann ruhig auf genau ihre Frage geantwortet, ohne meinem Impuls der Rechtfertigung nachzugeben. Und es war genau die richtige Handlung, weil sie hat es gar nicht so gemeint, wie es bei mir angekommen ist. ;)


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Hallöchen,


    sooo, unglaublich, aber wahr. Ich bin mit dem 2. Kapitel nach einer Ewigkeit endlich durch. Hmmm...mir fällt leider nicht wirklich was dazu ein. Ich bin aber sehr froh, dass ich das hier in einer Leserunde lese, denn so verstehe ich zumindest ein bisschen, was hier vonstatten geht. Ein bisschen schade, dass ich mit dem Buch nicht so recht warm werde...vielleicht fällt mir ja morgen noch ein bisschen was dazu ein!


    Liebe Grüße


    bella*

  • Hallo bella*,


    :klatschen: Wenn du Kapitel 2 gelesen hast, geht es aufwärts. Die nächsten Kapitel werden wirklich immer praxisnaher und waren für mich auch um einiges leichter zu verstehen. :winken:


    Interessant sind hier z. B. die Themen, dass man zum einen über seinen Gefühle und Gedanken reden sollte. Ich kenne da wie gesagt viele Negativ-Beispiele in meinem Familienkreis, wo genau darüber NICHT geredet wurde, weshalb ich schon früh begonnen habe, über Themen, über die man eher gesagt bekommt, dass man nicht darüber reden sollte, mit auserwählten mir nahestehenden Personen zu reden bzw. einfach Tagebuch zu schreiben. Wie ist das bei euch?


    Das andere Thema ist der Umgang mit Agressionen: "Schlage" ich gleich zurück, wenn mich jemand gefühlt provoziert oder verharre ich erstmal ruhig? Lustigerweise habe ich gleich eine neue Kollegin, an der ich das üben kann: Erst tief ein- und ausatmen und dann antworten! Sie meint es ja nicht so, wie es ankommt! :D Geht euch das auch?
    Ein Kollege von mir, hat das letzte Woche ganz gut auf den Punkt gebracht: Es gibt so "rote Knöpfe" bei einem und wenn die gedrückt werden, dann ist es verdammt schwer Ruhe zu bewahren. Kennt ihr das auch?


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Hallo zusammen,


    oh ja, das mit den roten Knöpfen kenne ich ganz genau! Es gibt Momente, da glaube ich, in einem früheren Leben das HB-Männchen (wer kennt das noch??) gewesen zu sein!
    Allerdings ist es glücklicherweise schon seit vielen Jahren so, dass mich Provokationen (ob omaginär oder echt) längst nicht mehr so sehr berühren könne. Den Umgang damit habe ich im Laufe des Lebens gelernt und mit einer gehörigen Portion Gelassenheit an der richtigen Stelle lebt es sich viel angenehmer. :)
    Was jetzt nicht heißt, dass ich immer die Ruhe bewahre... ::)

  • :winken:
    Also, ich bin ja etwas frustriert...
    Nicht, weil das Buch schwierig ist, oh nein, ich finde, es enthält fantastisch viele Anregungen und viel komprimiertes Wissen (weshalb ich ja nicht vorwärts komme), aber habe ich da nicht gelesen, dass die Möglichkeit, weise zu werden sich im Alter von etwa Mitte 20 zeigt?
    *schluchz*
    Warum ist dies Buch nicht 20 Jahre früher erschienen?
    Muss ich denn jetzt jede Hoffnung aufgeben?
    Nein, im Ernst, ich grübel die ganze Zeit, warum man durch die Lebensumstände nicht doch noch später weise werden kann...
    Und dann komm ich immer wieder an den Punkt -Ihr werdet mir hoffentlich widersprechen!!!-, dass ich denke, es hat doch viel mit Druck zu tun.
    Wenn ich keinen stress habe, also keine Sorgen, keine unmittelbare Gefahr für mein Leben (was ich ja leider seit des Überfalls auf mich habe), dann reagiere ich doch völlig gelassen, egal, was ist.
    Wenn mein Nervenkleid eh angegriffen ist, also, jetzt ganz ernsthaft, so mit Schmerzen, Hunger, Angriff, Perspektivenlosigkeit... wie soll man da "weise" reagieren?
    Und was heisst hier, ich soll den Sorgen die Türe öffnen?
    Soll ich etwa noch mehr Mahnbescheide und gerichtsvollzieher kennenlernen (und das alles, weil ich nach einem Überfall alles verloren habe?)?
    Mir fällt unter diesem Gesichtspunkt wirklich kein Mensch ein, den ich nennen könnte, der da noch gelassen und unaufgeregt bleibt.
    Ich denke, Jesus hat auch nicht fröhlich pfeifend das Kreuz auf den Berg geschleppt (ich rede jetzt nicht von Monty P...) und für den Dalai Lama ist doch derzeit auch nicht Leib und Seele wirklich in Gefahr. Er steht nicht alleine da, wird es nie, da hat man doch eine völlig andere Ausgangssituation...
    Also, ich finde es sehr schwer, über das Buch zu diskutieren, wenn man noch nicht alle Kapitel kennt, ich werde jetzt mal wieder einfach weiterlesen.
    LG vom Hausdrachen
    :lesen:


  • Hallo zusammen,


    oh ja, das mit den roten Knöpfen kenne ich ganz genau! Es gibt Momente, da glaube ich, in einem früheren Leben das HB-Männchen (wer kennt das noch??) gewesen zu sein!
    Allerdings ist es glücklicherweise schon seit vielen Jahren so, dass mich Provokationen (ob omaginär oder echt) längst nicht mehr so sehr berühren könne. Den Umgang damit habe ich im Laufe des Lebens gelernt und mit einer gehörigen Portion Gelassenheit an der richtigen Stelle lebt es sich viel angenehmer. :)
    Was jetzt nicht heißt, dass ich immer die Ruhe bewahre... ::)


    Ja, das mit den roten Knöpfen kenne ich auch. Und ich denke, der Autor möchte uns darauf hinweisen, dass diese Knöpfe bei uns liegen und nicht etwa immer nur der oder die andere Schuld sind, wenn ich mich aufrege.

  • Hallo Ihr Lieben,


    Ja, das mit den roten Knöpfen kenne ich auch. Und ich denke, der Autor möchte uns darauf hinweisen, dass diese Knöpfe bei uns liegen und nicht etwa immer nur der oder die andere Schuld sind, wenn ich mich aufrege.


    Ja, so habe ich das auch verstanden. Außerdem v. a., dass wir unsere roten Knöpfe genau kennen und uns selber eine Atempause verschreiben, wenn wieder so ein Knopf gedrückt wird. Immer ruhig bleiben bzw. immer cool reagieren, ist aber denke ich, ein Ding der Unmöglichkeit. Dafür sind wir einfach zu sehr Menschen. Ich habe da im Moment eine neue Kollegin, die schafft es fast mit jedem Satz so einen Knopf bei mir zu erwischen. 1mal, 2mal bleibe ich ruhig, aber dann schieße ich zurück. Es geht einfach nicht anders! :-[ ;D



    Wo stand denn das mit dem Mitte 20? :-\ Habe ich gar nicht gelesen und ich glaube auch nicht, dass das stimmt. Ich habe das so verstanden, dass man zu jederzeit weise werden kann. Man wird nur nicht automatisch mit dem Alter weise, sondern es erfordert immer und zu jedem Alter ein gewisse Art von Arbeit an sich selber und v. a. eine große Portion Selbsteinschätzung.
    Also von daher, Kopf hoch, das mit dem Alter gilt nicht! ;D ;)



    Und dann komm ich immer wieder an den Punkt -Ihr werdet mir hoffentlich widersprechen!!!-, dass ich denke, es hat doch viel mit Druck zu tun.
    Wenn ich keinen stress habe, also keine Sorgen, keine unmittelbare Gefahr für mein Leben (was ich ja leider seit des Überfalls auf mich habe), dann reagiere ich doch völlig gelassen, egal, was ist.


    Ich denke die Kunst besteht genau darin, dass man gerade wenn man unter Druck steht oder gestanden hat, dass sich erst da wirklich Weisheit zeigt bzw. daraus bilden kann. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das schon im 2. Kapitel stand, aber in dem Buch steht auf jeden Fall, dass gerade durch schwere Krankheiten, Prüfungen oder eben traumatische Erlebnisse, man viel eher noch weise wird und dann auch entsprechend so handelt. Ich denke das Buch sagt v. a., dass man seine Sorgen und Ängste einmal für sich klar und quasi kalt (also ohne Gefühle wie Angst, Panik etc.) analysieren und für sich verarbeiten muss, so dass sie einen nicht mehr in Angst oder Panik versetzen können und man so lernt mit ihnen umzugehen.
    ABER, klar ist auch, dass das nicht einfach ist, vielleicht teilweise gerade bei ganz schlimmen Erlebnissen ohne Hilfe von außen oder Unterstützung gar nicht möglich ist. Daher kommt, denke ich, noch im nächsten Abschnitt, das Thema, dass man über seine inneren Gedanken reden und sich austauschen muss!


    Also insgesamt, ist es denke ich, nie zu spät oder nicht möglich weise zu werden, es ist und bleibt nur immer sehr schwer. Außerdem kann, glaube ich, jemand, dem es im Leben immer gut geht, der nie etwas schlimmes erlebt hat, gar nicht beurteilen, ob er weise ist, oder nicht, da er ja nicht weiß, wie er in einer Extrem-Situation handeln würde? :-\


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Nein...ich bin nicht abhanden gekommen...lach...aber irgendwie komme ich nicht von der Stelle. :'(
    Ok, das mit der Faust in der Tasche habe ich begriffen und versuche auch umzusetzten was ich gelesen habe. Möglichkeiten gibt es fast jeden Tag..nämlich auf der Arbeit.
    Ich überlege warum ich mich so ärgere über eine gewisse Dame um dann festzustellen das es die Sache nicht wert ist.
    Eigentlich habe ich überlegt das Buch auf die Seite zu legen, das ich evtl noch nicht reif für das Buch bin...aber das ist ja auch Quatsch, denn es ist absolut lesenswert und irgendwann wird es sicher einfacher und neugierig bin ich ja auch auf den Inhalt des Buches sonst wäre ich nicht hier!! :winken:
    Wenn ich jetzt aufgeben würde wäre ja wie eingestehen einer Niederlage oder?? Aber das gibts nicht.
    Vor allem ist es interessant zu lesen wie meine Mitleser das eine oder andere aus dem Buch verstehen...nur werde ich sicher einer der Letzten sein der das Buch fertig gelesen hat. :lesen:


    Also mach ich mir jetzt mal einen Tee und lese ich ein wenig weiter!
    LG Andrea

  • Hallo Andrea,


    mach dir da keinen Kopf! Für dieses Buch brauchen wir alle etwas mehr Zeit! Mir geht es ja selber so, dass ich das Buch nicht einfach in einem Stück herunter lesen kann, sondern immer wieder ein paar Seiten lese, es dann zur Seite tue und das Gelesene erstmal verdauen muss! Und gerade die ersten Kapitel sind noch schwieriger und fordern viel mehr Nachdenken. So empfand ich das zumindest.


    Ich denke zu "alt" oder "jung" kann man für dieses Buch nicht sein. Man muss es nur langsam lesen, auf sich wirken lassen und sehen, was man anwenden kann oder nicht!


    Zum Beispiel habe ich seit ein paar Wochen auch eine neue Kollegin, bei der ich mich zuerst ja "weise" verhalten wollte und ihr auch mehrere Chancen gegeben habe. Aber, trotz des Buches, das ich persönlich echt gut finde, habe ich dann bewusst entschieden, dass es Zeitpunkte und Menschen gibt, bei denen kann ich einfach nicht ruhig und gelassen bleiben, sondern die erfordern eine Aktion von mir. Und diese Aktion WILL ich auch machen, weil ich mir ansonsten nur unausgeglichen und genervt fühle und das muss nicht sein.


    Ich sehe das Buch so, dass es mich zum Nachdenken anregt und mir vieles vor Augen führt. Was ich davon umsetze und wie ich es umsetze, ist dann aber doch wieder ein bisschen meine Sache. Oder? Wie seht ihr das denn so?


    Liebe Grüße
    Tammy :winken: