08 - Seite 438 bis 497

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  • Karol ist wirklich in letzter Sekunde aufgetaucht, auf dem roten Pferd, das sich eigentlich von niemandem reiten lässt und hat Mina gerettet und zurück zu den Tatern gebracht.


    Aber auch wenn sie jetzt in Sicherheit ist - ihre Brüder sind immer noch in der schrecklichen Irrenanstalt des Doktor. Also ist ihre Reise noch nicht beendet.
    Lilja erzählt ihr von den Taterkuhlen, Wasser in das man hineingeht, dem man etwas gibt, und man bekommt etwas dafür. Die erzählt auch die Geschichte von Hyazinth und Aglaia zu Ende - so traurig :(
    Und Mina entschließt sich, diesen Weg zu gehen...


    Und sie kommt im Keller der Irrenanstalt wieder heraus, entdeckt das Studierzimmer des Doktors und in einer kleinen Kammer ihre beiden Brüder und ihren kleinen Cousin Peter, den Sohn der Tante.
    Für die Brüder ist es schon zu spät, aber Peter nimmt sie mit.


    Der Doktor kann sie nicht aufhalten, ohne seine Brille scheint er recht hilflos.


  • Karol ist wirklich in letzter Sekunde aufgetaucht, auf dem roten Pferd, das sich eigentlich von niemandem reiten lässt und hat Mina gerettet und zurück zu den Tatern gebracht.


    Irgendwie kam bei mir der Gedanke auf, dass es sich um das Pferd des Teufels handelt. Aber da Mina den Teufel ja schon einmal beim Tanz mit Marthe bezwungen hat, lässt sich auch dieses Pferd von ihr reiten. Ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber so kam es mir spontan beim Lesen in den Sinn.



    Aber auch wenn sie jetzt in Sicherheit ist - ihre Brüder sind immer noch in der schrecklichen Irrenanstalt des Doktor. Also ist ihre Reise noch nicht beendet.
    Lilja erzählt ihr von den Taterkuhlen, Wasser in das man hineingeht, dem man etwas gibt, und man bekommt etwas dafür. Die erzählt auch die Geschichte von Hyazinth und Aglaia zu Ende - so traurig :(
    Und Mina entschließt sich, diesen Weg zu gehen...


    Ja, schrecklich traurig diese Geschichte um Hyazinth und Aglaia. Aber ich denke auch, dass sie so eine wunderbare Liebe erfahren haben, von der viele Menschen nur träumen können. Jetzt sind sie immerhin im Tod vereint. :'-(
    Das ganze Geheimnis um die Taterkuhlen finde ich sehr interessant. Wie verzweifelt die Menschen sein müssen, sich in solche Gefahr zu begeben, andererseits aber auch spannend der Gedanke: was würde ich alles aufgeben, um etwas bestimmtes zu bekommen? Würde ich mich trauen, mich in die Kuhle zu begeben? Und wie verzweifelt muss man erst sein, einen solchen Schritt zu wagen? Mina ist wirklich mutig, dass sie auch diesen Schritt wieder für ihre Brüder wagt, die sie nie kennengelernt hat! Überhaupt ihre ganze Entwicklung bis hierher... vom gutbehüteten Mädchen, das ganz in seiner Traumwelt lebt, bis hin zu dieser unerschütterlichen jungen Frau!



    Und sie kommt im Keller der Irrenanstalt wieder heraus, entdeckt das Studierzimmer des Doktors und in einer kleinen Kammer ihre beiden Brüder und ihren kleinen Cousin Peter, den Sohn der Tante.
    Für die Brüder ist es schon zu spät, aber Peter nimmt sie mit.


    Hier erreicht das Buch seinen (vorläufigen?) Höhepunkt. Endlich, nach all den Strapatzen, findet Mina ihre Brüder wieder! Bist du sicher, Spatzi, dass für sie schon alle Hoffnung zu spät ist? Ich habe ja das Gefühl, dass die Brüder, wenn Mina nur erst die Schwäne befreit, auch gerettet werden können. Momentan sind sie so kränklich, bleich und scheinen kurz vor ihrem Tod zu stehen - doch vielleicht werden sie nur langsam zu den Schwänen? (weiße Männer = weiße Schwäne? Nur so eine Idee...)
    Und Peter ist dann als grauer Schwan unter der Glasglocke gefangen... Irgendwie hängt das alles zusammen.



    Der Doktor kann sie nicht aufhalten, ohne seine Brille scheint er recht hilflos.


    Das hat mich auch gewundert... Wie kann er denn so sehschwach sein, dass er sich ohne Brille überhaupt nicht mehr zurechtfindet? Wenn da mal nicht auch irgendein Zauber mit im Spiel ist :-)


    So, die ersten Rätsel sind jetzt gelöst, aber ich bin sehr gespannt, was sich auf den letzten 50 Seiten noch alles ergeben wird! Auf jeden Fall bin ich wieder voll in der Geschichte drin und fiebere mit Mina mit - schließlich will ich ja, dass alles gut ausgeht!


    Gute Nacht da draußen


  • Hier erreicht das Buch seinen (vorläufigen?) Höhepunkt. Endlich, nach all den Strapatzen, findet Mina ihre Brüder wieder! Bist du sicher, Spatzi, dass für sie schon alle Hoffnung zu spät ist? Ich habe ja das Gefühl, dass die Brüder, wenn Mina nur erst die Schwäne befreit, auch gerettet werden können. Momentan sind sie so kränklich, bleich und scheinen kurz vor ihrem Tod zu stehen - doch vielleicht werden sie nur langsam zu den Schwänen? (weiße Männer = weiße Schwäne? Nur so eine Idee...)
    Und Peter ist dann als grauer Schwan unter der Glasglocke gefangen... Irgendwie hängt das alles zusammen.


    Ja, mit den Schwänen hängt das schon zusammen - aber es scheint zu spät zu sein, die Brüder in ihrer Menschengestalt zu retten. Sie flüstern Mina ja auch zu, dass sie sie lassen soll - zumindest habe ich das so verstanden?

  • @ Spatzi und Bücherdiebin, natürlich liegt Ihr richtig und der Doktor ist nicht allein deshalb auf einmal hilflos, weil er seine Brille nicht mehr hat. Sie ist sowieso vor allem ein Symbol, das mehr für Mina wichtig ist als für ihn. Als er sie nicht mehr trägt, hört es erstens auf, dass sie sich immer in den Gläsern als diese kleine, verrückte, schwache widergespiegelt sieht - wie er sie halt wahrnimmt - und sie kann zweitens zum ersten Mal wirklich seine Augen sehen, die ohne die Brille eben gar nicht mehr funkeln und blitzen und einen verängstigen. Drittens erkennt Mina auf diese Weise, dass der Doktor die Welt eben wirklich nur "durch seine Brille" (also auch durch seine verqueren Vorstellungen) wahrnimmt und ohne sie deshalb praktisch gar nichts sieht - will sagen, nichts von dem, was wirklich wichtig wäre. Und viertens trägt Mina in dieser Szene ja die ganze Kraft des Landes in sich, dagegen ist der Doktor nur noch ein dummes, plärrendes Männchen. Was er eigentlich von Anfang an war - man konnte es nur nicht erkennen, weil er sich mit klugen Sprüchen, eben mit einer "Brille", maskiert hat.


    Und, ja, die Brüder wollen nicht "gerettet" werden. Deshalb sprechen sie zu Mina auch von "wahrem Mitleid", was sie eben hat und der Doktor nicht. Der Doktor will Menschen nicht wirklich helfen, er will sich vor allem als Wissenschaftler profilieren. Und außerdem kann er es einfach nicht aushalten, wenn Leute "anders" sind. Was er tut, hat nichts mit Mitleid zu tun, auch wenn er das selber glaubt. Mina dagegen ... Mitleid ist ist große Stärke, nicht wahr? Mit ihrem Mitleid hat sie Marthe und den Pug befreit, nur deshalb ist sie überhaupt so weit gekommen. Und bei ihren Brüdern versteht sie, dass die beiden zu viel erlitten haben, um noch wieder Menschen sein zu wollen. Sie wollen lieber frei als Schwäne in den wilden Lüften brausen, zwischen Wind und Sternen, und niemals mehr eingesperrt sein. Mina will sie natürlich gerne endlich einmal als Brüder kennenlernen - aber sie ist eben nicht egoistisch wie der Doktor, sondern wahrhaft mitleidig. Und lässt sie gehen, so dass sie ganz zu Schwänen werden können.

  • So, ich muss gestehen, ich halte mich hier etwas zurück, weil ich prompt das Abschnittende überlesen hatte. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht ;)



    Karol ist wirklich in letzter Sekunde aufgetaucht, auf dem roten Pferd, das sich eigentlich von niemandem reiten lässt und hat Mina gerettet und zurück zu den Tatern gebracht.


    Und da war ich im letzten Abschnitt doch so gefesselt, dass ich erst gar nicht registriert hatte, dass Karol derjenige ist, der sie rettet. Ich hatte irgendwie Viorel im Kopf...



    Irgendwie kam bei mir der Gedanke auf, dass es sich um das Pferd des Teufels handelt. Aber da Mina den Teufel ja schon einmal beim Tanz mit Marthe bezwungen hat, lässt sich auch dieses Pferd von ihr reiten. Ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber so kam es mir spontan beim Lesen in den Sinn.


    Sagt das nicht jemand sogar mal? Dass es ein Teufelspferd ist?


    Ich hätte die Geschichte von Hyazinth und Aglaia nicht mehr unbedingt komplett hören müssen, es hätten auch die vorhandenen Andeutungen gereicht. Aber so ist es natürlich besser und auch interessant, wie so alles zusammenkommt: Beispiele für die Macht der Taterkuhlen, die sogar ein Leben geben können. Ein interessantes Konzept: Da man nicht weiß, was man für einen Preis zahlen muss, muss man das Gewünschte wirklich unter allen Umständen wollen.
    Was genau hat das Wasser eigentlich von Mina genommen? Ich hatte ja erst gedacht, dass sie deshalb die Spieluhr zurücklassen musste - als Wegpfand gewissermaßen. Andere Ideen?

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.


  • Was genau hat das Wasser eigentlich von Mina genommen? Ich hatte ja erst gedacht, dass sie deshalb die Spieluhr zurücklassen musste - als Wegpfand gewissermaßen. Andere Ideen?


    Wie wäre es mit ihren Brüdern ? Wäre jetzt mein spontaner Tipp...


    Es geht dem Ende entgegen...
    Die Geschichte von Aglaia und Hyazinthe hat mich richtig berührt und sie haben mir unendlich leidgetan :'( Jedenfalls der kleine Zinni konnte gerettet werden. Obwohl ich mich ja immer frage, ob es wirklich sooo ein Glück ist, seine Eltern zu verlieren und ohne sie weiterleben zu müssen... Obwohl Zinni schon den Eindruck macht, als hätte er keine Probleme damit. Lilja und Nad sind aber auch wirklich warmherzige und liebe Menschen !


    Das Lilja in die Taterkuhle gesprungen ist, um um Hilfe zu bitten, hat mich nicht weiter verwundert - ich denke das sie eine sehr mutige Frau ist und glaube auch, das sie sich deswegen so mit Mina verbunden fühlt. Und wenn Mina eins ist, dann ja wohl mutig !! ich weis nicht, ob ich in die Kuhle gesprungen wäre :o
    Auf jeden Fall gelangt sie so wieder ins Waisenhaus und entdeckt das Studierzimmer des Doktors im Untergeschoss. Und sie findet Aufzeichnungen über ihre Brüder und den Versuchen, die der Doktor an ihnen durchgeführt hat...Ist ja gruselig...
    In einem angrenzenden Zimmer entdeckt Mina dann endlich ihre Brüder !
    Und den kleinen Peter, den sie später, als sie die Anstalt verlässt, einfach mitnimmt. Ihre Brüder wollen, das Mina sie dort lässt...Das muss ihr unendlich schwer gefallen sein, aber wenigstens kann sie die Gewissheit mitnehmen, da ihre Brüder nicht verrückt waren und das sie sie niemals in Gefahr gebracht hätten. Sie durchschaut das Spiel des Doktors und lässt sich von ihm nicht mehr beeindrucken 8)
    Er ist hinter seiner Brille und seinem weissen Kittel nur ein kleiner Wicht - komisch, dieses Bild hat sich bis heute in der Ärztewelt nicht verändert ;D
    Das trifft ja leider auf einige Menschen zu, die Machtpositionen ausüben - leider nicht zum Wohle der Menschheit, sondern immer mit dem Ziel, sich selber zu bereichern ::)


    Jetzt bin ich auf den letzten Abschnitt gespannt :lesen:


  • Karol ist wirklich in letzter Sekunde aufgetaucht, auf dem roten Pferd, das sich eigentlich von niemandem reiten lässt und hat Mina gerettet und zurück zu den Tatern gebracht.


    Hmm, irgendwie hab ich was in Erinnerung mit "Roten Pferden" und Zigeunern oder mit dem Ausdruck Teufelspferd, komme aber nciht darauf. Muss in meinem bisschen Hirn mal forschen.


    Aber diese Szene war toll beschrieben, hier hatte ich gedacht: jetzt ist es aus mit Mina und ihrer Freiheit, jetzt hängt sie beim Doc fest.
    Das sie bei der Flucht ihre Habseligjkeitentasche im Baum verloren hat, hmm, die wird ihr wohl hoffentlich nicht fehlen bei einem weiteren Rettungsversuch.



    quote author=Spatzi79 link=topic=4838.msg79052#msg79052 date=1307278410]
    Aber auch wenn sie jetzt in Sicherheit ist - ihre Brüder sind immer noch in der schrecklichen Irrenanstalt des Doktor. Also ist ihre Reise noch nicht beendet.
    Lilja erzählt ihr von den Taterkuhlen, Wasser in das man hineingeht, dem man etwas gibt, und man bekommt etwas dafür. Die erzählt auch die Geschichte von Hyazinth und Aglaia zu Ende - so traurig :(
    Und Mina entschließt sich, diesen Weg zu gehen...
    [/quote]


    Dies stell ich mir doch sehr gefährlich vor. Mina scheint ja ein riesiges Vertrauen zu Lilja zu haben. Wer würde denn in einen Baggersee als benannte Taterkuhle hineinspringen??
    Gut, sich von einer materiellen Sache trennen (so habe ich dies zumindest verstanden) die einem ans Herz gewachsen ist um eine Antwort oder eine andere Sache zu bekommen, ok. Aber so mir nichts dir nichts in ein Wasserloch springen :o


    Und sie kommt im Keller der Irrenanstalt wieder heraus, entdeckt das Studierzimmer des Doktors und in einer kleinen Kammer ihre beiden Brüder und ihren kleinen Cousin Peter, den Sohn der Tante.
    Für die Brüder ist es schon zu spät, aber Peter nimmt sie mit.


    Eigentlich schade mit ihren Brüdern. Hier hatte ich vermutet (oder besser gehofft und gedacht; eben happy end-mäßig ;D) dass ihren Brüder irgendwie noch geholfen werden kann. Aber nachdem der Doktor diese ja von ihrer angeblichen Irrheit "befreit" hat (also doch nur Versuche, wie ich dies in einem Abschnitt vorher schon vermutet hatte) scheint es keine REttung in meiner erdachten Form zu geben >:(.
    Aber jetzt weiss ich, oder glaube es zu wissen, für wen der kleine junge Schwan aus dem Glashaus stellvertretend ist: ihr Cousin Peter.
    Aber was bezweckt der Doktor mit seiner "Schwanenzucht"??


    Der Kampf zwischen Mina und dem Doktor im Keller war echt spannend. Aber das seine ganze "Macht" mit dieser ominösen Brille zu tun hat. Nach dem Verlust dieser Brille kam mir der Doc irgendwie einem Maulwurf gleich, eingeschränktes Sehvermögen, hierdurch keine Reaktion mehr.
    Seltsam auch, dass hier keine anderen Bediensteten sich aufhielten, war dies vielleicht ein geheimes Privatgemach des Doktors, von dem keiner etwas wußte?
    Aber am meisten stimmte es mich doch traurig, dass Mina jetzt zwar ihre Brüder wieder gefunden hat, aber ihnen nicht mehr helfen konnte :'(.
    Aber mal schauen, wie es jetzt im Schwanenhaus weitergeht.


    (Hoffentlich schaffe ich heute das letzte Kapitel auch noch, das Buch ist zu spannend, um es jetzt wieder weg zu legen. ;D


    :lesen: Grüße


    Yoda

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • Ein tragischer und sehr berührender Abschnitt, ich musste doch öfter mit den Tränen kämpfen - und habe nicht immer gewonnen. Allein die Geschichte von Hyazinth und Aglaia! :'( Ich hatte da sehr lebhafte Bilder im Kopf, auch zu den guten Zeiten. Liljas Trauer um die beiden ist noch immer da, aber sie zeigt diese nicht oft. Sie ist sehr mutig und ich bewundere sie dafür, dass sie trotz allem immer noch ein so fröhlicher, liebender Mensch voller Lebensfreude ist.
    Und da fällt mir ein: Bei ihren Töchtern sind namenstechnisch Akelei und Rose vertreten, steht Pipa auch für eine Blume?


    Als Karol verblasst ist und Mina schließlich verlässt, hatte ich einen richtigen Kloß im Hals. Meine Güte, was suche ich mir auch immer die tragischen Figuren aus? ::) Aber ändern kann ich es wohl nicht, also hoffe ich noch weiter...
    Mina hat noch immer Mut und springt tatsächlich in die Taterkuhle - ihr Kampf im Wasser war nicht nur mitreissend, sondern hat mich regelrecht entführt. Die Szene habe ich im Bus gelesen, fast die Haltestelle verpasst - und als ich ausstieg war ich völlig verwirrt, warum es plötzlich so warm und nicht mehr eiskalt ist. :-[


    Mina ist nun verändert, leichter. Wirklich nur ein anderes Gefühl nach dem Kampf im Wasser? Oder steckt mehr dahinter? Und: Hat ihr das Wasser diese Leichtigkeit gegeben oder als Preis gewisse... Gewichte von ihr genommen?
    Die Unterirdischen fand ich ja auch klasse! Und dazu Minas Gedanken... Der Abschied von der Spieluhr ist ihr schwer gefallen, sie kann sich nun nicht mehr daran festhalten und muss etwas, dass so sehr zu ihr gehört, zurücklassen. Aber wenigstens hat sie noch das Medaillon!


    Das, was sie dann im "Studierzimmer" des Doktors findet, ist wirklich gruselig! Diese Versuche... Die nicht "passenden" Kinder waren Testobjekte im "Dienste" der Wissenschaft - und der Doktor meint auch noch, Mitleid mit den fehlgeleiteten Kindern zu haben. Humbug! Eine grauenhafte Vorstellung, hoffentlich träume ich nicht davon...
    Sie findet auch ihre Brüder... An der Stelle musste ich einfach :'( - da war sie endlich am Ziel ihrer Suche, nur um ihre Hoffnungen begraben zu müssen. Wie schwer muss es da sein, etwas nicht zu tun, was man tun könnte - und sich gegen die eigenen Hoffnungen zu stellen. Aber Mina ist ein besonderes Mädchen und zu wahrem Mitleid fähig.


    Und ich tröste mich ein wenig damit, dass die gequälten Körper der Zwillinge zwar sterben werden, aber ihre Seelen frei sind und mit den Schwänen fliegen. Wenn Mina diese befreien kann. Und womöglich ist genau dies auch der Grund, warum Karol sie gerufen hat. Nicht weil sie ihre Brüder sucht, sondern weil sie die Schwäne befreien kann, die einst unter seinem Schutz standen.
    Wunderbar fand ich auch die Beschreibung, wie Mina ein Teil des Landes ist - es fühlt, überall. Und wie sie erkennt, dass sie nicht verrückt ist und der Doktor lügt. Sich selbst erkennt und ihren Gedanken immer weiter folgt.


  • Als Karol verblasst ist und Mina schließlich verlässt, hatte ich einen richtigen Kloß im Hals. Meine Güte, was suche ich mir auch immer die tragischen Figuren aus? ::) Aber ändern kann ich es wohl nicht, also hoffe ich noch weiter...
    Mina hat noch immer Mut und springt tatsächlich in die Taterkuhle - ihr Kampf im Wasser war nicht nur mitreissend, sondern hat mich regelrecht entführt. Die Szene habe ich im Bus gelesen, fast die Haltestelle verpasst - und als ich ausstieg war ich völlig verwirrt, warum es plötzlich so warm und nicht mehr eiskalt ist. :-[


    Mir ging es genau so, nur dass ich auf dem Bett gelegen habe. Brrrrr, eiskaltes Wasser, neeee nichts für mich. Nach dem "Wasserkampf" verkroch ich mich tief unter die Bettdecke und wurde dann von meiner besseren Hälfte gefragt: "was ist denn mit dir los? Ich habe kalt. Das kann doch nicht sein, dann wirst du krank." Gott sei dAnk waren es aber nur meine Empfindungen für Minas Mut.


    Das, was sie dann im "Studierzimmer" des Doktors findet, ist wirklich gruselig! Diese Versuche... Die nicht "passenden" Kinder waren Testobjekte im "Dienste" der Wissenschaft - und der Doktor meint auch noch, Mitleid mit den fehlgeleiteten Kindern zu haben. Humbug! Eine grauenhafte Vorstellung, hoffentlich träume ich nicht davon...
    Sie findet auch ihre Brüder... An der Stelle musste ich einfach :'( - da war sie endlich am Ziel ihrer Suche, nur um ihre Hoffnungen begraben zu müssen. Wie schwer muss es da sein, etwas nicht zu tun, was man tun könnte - und sich gegen die eigenen Hoffnungen zu stellen. Aber Mina ist ein besonderes Mädchen und zu wahrem Mitleid fähig.


    Und wenn man sich dies einmal nur vorstellt: es war alles auch noch legitim, im Namen der Wissenschaft. leider wurde dies sogar noch im Dritten reich weiter forciert. Für mich absolut unvorstellbar und doch war, leider. Mir tu diese armen Menschen nur noch leid :'(



    Und ich tröste mich ein wenig damit, dass die gequälten Körper der Zwillinge zwar sterben werden, aber ihre Seelen frei sind und mit den Schwänen fliegen. Wenn Mina diese befreien kann. Und womöglich ist genau dies auch der Grund, warum Karol sie gerufen hat. Nicht weil sie ihre Brüder sucht, sondern weil sie die Schwäne befreien kann, die einst unter seinem Schutz standen.
    Wunderbar fand ich auch die Beschreibung, wie Mina ein Teil des Landes ist - es fühlt, überall. Und wie sie erkennt, dass sie nicht verrückt ist und der Doktor lügt. Sich selbst erkennt und ihren Gedanken immer weiter folgt.


    Die3 ganze Wissenschaft hat sich früher doch nur ständig belogen. Vernarrt in irgendeine falsche Vision. Nur dass hier wehrlose Menschen dran glauben mußten, interessierte früher wirklich niemanden. Im Gegenteil, da diese Sorte Mensch nicht in das normale Klischee der Menschenanschauung passte, Feuer frei für die Wissenschaft am lebenden Objekt. Traurig, aber leider wahr.

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)


  • Die ganze Wissenschaft hat sich früher doch nur ständig belogen. Vernarrt in irgendeine falsche Vision. Nur dass hier wehrlose Menschen dran glauben mußten, interessierte früher wirklich niemanden. Im Gegenteil, da diese Sorte Mensch nicht in das normale Klischee der Menschenanschauung passte, Feuer frei für die Wissenschaft am lebenden Objekt. Traurig, aber leider wahr.


    Alles im Namen der Wissenschaft, zum Wohle der Allgemeinheit. Und dabei wird immer der wichtigste Grundsatz mit Füßen getreten. Wie heißt es: "Primum non nocere" >:(

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  • Das meiste haben ja schon die anderen geschrieben ... Ich möchte nur noch ein drei Dinge ansprechen, die mir aufgefallen sind.


    Es gibt Elemente im Buch, die ich eigentlich ins Horrorgenre stecken würde: die Angst davor dem Wahnsinn anheim zu fallen, die Schrecken der damaligen Irrenanstalten, die Verschleppung von Kindern und die Schrecken in den damaligen Waisenhäusern. Natürlich sind Phantastik und Horror extrem eng miteinander verwandt ...
    Aber - obwohl ich mich, gerade auch wieder in diesem Abschnitt, sehr, sehr gegruselt habe - habe ich nicht das Gefühl gehabt eine Genregrenze zu überschreiten. Da ist Dir eine schwierige Gratwanderung sehr gut gelungen, Lilach!
    Ist es eigentlich Absicht, dass Du die klassische Struktur des Horrorhauses für die Coming of Age-Geschichte umgewandelt hast, Lilach? Im Horrorhaus spukt es auf dem Dachboden als Sinnbild für den Kopf, also die Gefahr den Verstand zu verlieren und/oder im Keller als Symbol für den Unterleib, also die Sexualität, die "falsch" ist. Mina verkriecht sich als Kind auf den Dachboden, um all den Dingen zu entkommen und alle fürchten um ihren Verstand. Als sie sich durch ihren entbehrungsreichen Weg weiterentwickelt hat und langsam zur Frau wird, geht sie den langen, einsamen Weg durch die unterirdischen Gänge und den Keller, reift auch in ihrer Sexualität, so dass sie danach als Frau die Kraft des Landes in sich trägt und weiß, dass sie "okay" ist. Damit lässt sie dann ja auch die Schrecken der Pubertät hinter sich. Das fand ich sehr schön umgesetzt.


    Die Welt der Unterirdischen ist ganz einfach wunderbar beschrieben. Ich dachte zuerst: "Oh, nein! Keine Feen!" Das ist inzwischen so klischeebeladen und ganz oft abgeschmackt, aber Du hast es wunderbar hinbekommen, Lilach, etwas Andersartiges zu beschreiben - nicht zuletzt, weil es eben keine echte Begegnung gibt.


    Und dann fand ich noch Kraft durch Zorn und das Bild des Baums, der in ihr lodert sehr schön. Aber leider war es für mich nicht ganz passend, dass die Angst dann doch noch mal zurückkommt. Ich verstehe, dass Mina noch eine "Schwelle" brauchte, die sie überschreiten musste, aber der Konflikt war mir nicht gut genug ausgearbeitet. Vielleicht fand ich es auch nur ein wenig enttäuschend, weil ich die vorhergehende Figurenentwicklung und das sprachliche Bild so beeindruckend fand. Ich kritisiere hier also auf hohem Niveau. Vielleicht hätte ich mir nur ein bisschen mehr "Angst, die den lodernden Baum zu Asche verwandelt", bevor Mina ihre Unschuld und des Doktors verzerrte Sichtweise erkennt und mit diesem neuen Zorn, der darüber "in ihr entflammt ebenso den Baum in neuem gleißenden Feuer entstehen lässt" gewünscht.



    So, ich muss gestehen, ich halte mich hier etwas zurück, weil ich prompt das Abschnittende überlesen hatte. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht ;)


    Das ging mir auch fast so! Aber ich habe dann doch noch gestoppt.



    Was genau hat das Wasser eigentlich von Mina genommen? Ich hatte ja erst gedacht, dass sie deshalb die Spieluhr zurücklassen musste - als Wegpfand gewissermaßen. Andere Ideen?


    Ich habe eigentlich an ihre Kindheit gedacht. Ab jetzt ist sie erwachsen. - Die Taterkuhle nimmt ja nicht immer nur einen Preis der so schrecklich hoch ist.


    So und nun auf zum Endspurt!

  • Literaturjunkie,
    also, Deine Interpretation zu der Taterkuhle gefällt mir noch fast besser als das, was ich mir eigentlich so gedacht hatte ;-) - Was die "Horrorelemente" angeht, meinem Gefühl nach müssen Märchen einfach auch ordentlich gruselig sein, sonst fehlt einem doch irgendwie etwas. Ich grusel mich auch selber leidenschaftlich gern. Das ist für mich allerdings auch ein Grund, warum ich nie so eine klassische Horrorszene im Keller schreiben könnte, wie Du sie ansprichst; ich würde mich einfach beim Schreiben zu Tode fürchten. Insofern kam Keller von Anfang an nicht in Frage ;-)


  • Ich habe eigentlich an ihre Kindheit gedacht. Ab jetzt ist sie erwachsen. - Die Taterkuhle nimmt ja nicht immer nur einen Preis der so schrecklich hoch ist.


    Hm, die Interpretation gefällt mir. Klingt plausibel.

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Suse

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