05 - Seite 253 bis 326

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  • Mina macht auf ihrer Reise wirklich einiges mit.


    Der See war eine schrecklich traurige Episode, durch die Beschreibungen konnte man die Trostlosigkeit regelrecht fühlen.
    Und die Nixe schickt sie dann weiter zu einem Pug...
    Mina beschließt, dass sie die Tater nicht weiter bitten darf, sie zu begleiten - aber wie will sie das alleine denn schaffen? Zum Glück begleitet Rosa sie dennoch und auch Pipa folgt den beiden!
    Der Pug tat mir irgendwie leid, eingesperrt im Haus und sollte verbrannt werden - ganz schön grausam! Kein Wunder, dass er erstmal ungehalten auf die Eindringlinge reagiert. Aber woran erkennt er dann doch Minas friedliche Absicht? Durch ihre Tränen? Musste sie jetzt nach ihrer Stimme und ihrem Lachen auch noch ihre Tränen hergeben?
    Nun kommen auch Schwanenfedern vor, endlich wieder ein Bezug zum Titel des Buches. Aber was genau will der Pug ihr sagen?
    Ich bin gespannt, wie Minas Weg nun weiter verlaufen wird!

  • @Spatzi: wann hat Mina denn auch noch ihr Lachen verloren? Habe ich da schon wieder etwas nicht mitbekommen? Oh je, dachte eigentlich, ich wäre im letzten Abschnitt nicht mehr abgedriftet...


    Hier dann mal wieder meine Eindrücke:


    Die Nebelgeister im Brautsee fand ich schrecklich traurig. All die schönen Bräute, die an ihrem Hochzeitstag versetzt wurden und nun auf ewig dazu verdammt sind, in diesem See zu heulen... eine fürchterliche Vorstellung. Beim Lesen habe ich sogar ein bisschen Gänsehaut bekommen (und das bei dem Wetter!)
    Auch der Pug hat sofort mein Mitleid erregen können, selbst wenn er sich Mina gegenüber alles andere als freundlich verhält. Seine Besitzer haben ihn zurückgelassen, ihn im Haus eingesperrt und dieses dann angezündet? Wie grausam! Aber noch viel trauriger und den Menschen gegenüber verschlossen ist er, weil sein kleiner Vogel dabei ums Leben gekommen ist. (so habe ich es zumindest gelesen) Er trauert um das tote Tier und hat ihm deswegen die ganzen Geschenke gebracht. Als der Pug dann sieht, dass auch Mina um den Vogel trauert und sogar Tränen vergießt, weiß er, dass sie nicht so ist wie die grausamen Menschen, die ihm soviel Leid zugefügt haben. Da hilft er ihr, in dem er die Federn erscheinen lässt (Oder lässt der Vogel seine Federn erscheinen?) Bin gespannt, was es mit denen noch auf sich hat...


    Das Prinzip, wie die Pugs von einem Haushalt zum nächsten "weitergereicht" werden, hat mich stark an die Geschichte der Dschinns erinnert. Werden diese Flaschengeister nicht auch immer weiterverkauft, nachdem sie die Wünsche der Menschen erfüllt haben? Und der letzte Käufer muss mit seinem Leben dafür bezahlen? So ähnlich habe ich es zumindest mal bei Robert Louis Stevenson gelesen. Gab es da Anleihen? Oder gehen die Pugs auf eine ganz eigene Sage zurück?


    Lilach, ich habe mal ein bisschen auf deinem Blog zu den Hintergründen vom "Schwänchen" gestöbert, wie du uns geraten hast. Und ich bin wirklich schwer angetan davon, was noch alles hinter deinem Buch steckt!
    Z.B. habe ich mir die Grafiken näher angeschaut, die am Beginn eines jeden Abschnitts zu sehen sind, die "Zinken". Bisher dachte ich: "hübsch gemacht und bestimmt hat sich der Verlag auch irgendetwas dabei gedacht", Sonne und Mond hatte ich sogar erkannt, aber der tiefere Sinn ist mir verborgen geblieben. Dass die Zinken uns sogar Minas Weg zeigen und die Hindernisse, die sie dabei überwinden muss, ist mehr als ich erwartet hatte!
    Über die Geschichte der "Sieben Raben" von den Gebrüdern Grimm hatte ich bisher auch noch nie etwas gehört, obwohl ich sogar einige ihrer unbekannteren Märchen kenne. Das werde ich also noch nachholen!


    Ich bin wirklich froh, Lilach, dass wir das Buch mit dir zusammen lesen! Uns würde sonst so viel an Hintergründen entgehen!


    Liebe Grüße von der Bücherdiebin!


  • @Spatzi: wann hat Mina denn auch noch ihr Lachen verloren? Habe ich da schon wieder etwas nicht mitbekommen? Oh je, dachte eigentlich, ich wäre im letzten Abschnitt nicht mehr abgedriftet...


    Wenn ich es richtig im Kopf habe, hat sie das bei dem teuflischen Tanz hergeben müssen...
    Ich fand das ganz schrecklich, weil es vorher so schön war, dass sie trotz Verlust ihrer Stimme noch ihr Lachen hatte. Aber nun kann sie ja nicht einmal mehr lächeln, es wird mehrmals erwähnt, dass ihre Mundwinkel einfach nicht mitmachen...

  • Habe gerade in den früheren Kapiteln gestöbert... Meinst du den Abschnitt auf Seite 239? Da hast du recht, Mina versucht die ganze Zeit zu lachen, bringt aber keinen Ton raus, sie scheint wirklich auch ihr Lachen verloren zu haben. Ihre Mundwinkel bewegen sich hier aber noch und sie spürt das Glück auch: "Das war Glück, so voll von Süße, dass es kaum zu ertragen war"


    Lilach: habe mir mal das Märchen zu den "Sieben Raben" von den Gebrüder Grimm angeschaut. Jetzt habe ich etwas Angst um Minas Finger bekommen! Keine Stimme, kein Lachen, keine Tränen... ich hoffe, es kommt nicht noch schlimmer und die Kleine steht das durch!

  • @ Bücherdiebin, nu ja, bissl was muss die Arme schon noch durchstehen ... Das hilft ja nun alles nix ;-) Und wegen der Finger - erinnerst Du Dich an den Vorspann, an den einen Finger der alten Frau, wo ein Glied fehlt? ....

  • Aha! Jetzt also endlich eindeutige Hinweise auf die Schwäne ;)
    Die Szene mit dem Pug fand ich richtig spannend. Mal wieder typisch Menschen, die Wesen, mit denen sie nichts mehr anzufangen wissen, einfach nur loswerden wollen.
    Ist der Pug eigentlich der Puck aus dem Sommernachtstraum?


    Ich finde es übrigens schön, dass sich die Spannung mit Pipa langsam aufzulösen beginnt. Mir wurde bei ihren bösen Blicken immer schon ganz anders...

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.


  • @ Bücherdiebin, nu ja, bissl was muss die Arme schon noch durchstehen ... Das hilft ja nun alles nix ;-) Und wegen der Finger - erinnerst Du Dich an den Vorspann, an den einen Finger der alten Frau, wo ein Glied fehlt? ....


    Wieder so ein Hinweis, den ich allein komplett überlesen hätte :-[


  • @ Bücherdiebin, nu ja, bissl was muss die Arme schon noch durchstehen ... Das hilft ja nun alles nix ;-) Und wegen der Finger - erinnerst Du Dich an den Vorspann, an den einen Finger der alten Frau, wo ein Glied fehlt? ....


    oh ja, ich erinnere mich! Da dachte ich beim ersten Lesen schon: oh je, was ist der Dame denn passiert.
    Hatte das aber bisher gar nicht in Verbindung gebracht, gut, dass du's nochmal sagst! Arme Mina :-(

  • Hallo ihr!


    Jetzt hab ich mir heute ganz fest vorgenommen, den 5. Abschnitt zu lesen (irgendwie bin ich im Moment nach der Arbeit immer total k.o. - muss wohl am Wetter liegen) und hab es tatsächlich auch geschafft, aber viel schreiben werde ich heute nicht mehr dazu.


    Das mit den Zinken hatte ich mir dann gestern nochmal ganz genau auf Lilachs Blog durchgelesen, genauso wie das mit den Symbolen Sonne, Mond und Sterne. Ich finde es übrigens total super, dass du auf deinem Blog so viele Informationen einstellst, Lilach! Da muss man sich nicht selbst mühsam durchs Internet wühlen. Bisher kannte ich das nur von wenigen Autoren (z.B. Bernard Cornwell, der immer sehr ausführliche Nachwörter zu seinen Büchern schreibt) und mir hat das immer sehr gut gefallen. Ich finde, da hat man irgendwie noch mehr vom Buch, als wenn man die Geschichte einfach nur runterliest. :)


    In diesem Abschnitt habe ich mich jetzt übrigens öfter gefragt, ob das, wie Pipa es ausdrückt, "hier oder dort" ist... Vielleicht ist das ja auch gar nicht so wichtig, aber trotzdem verwirrend. Pipa fand ich in diesem Abschnitt zum ersten Mal richtig süß, irgendwie tat sie mir auch leid. So etwas in der Richtung hatte ich mir ja schon gedacht, dass sie schlicht und einfach eifersüchtig auf Mina ist. Hoffentlich hält der "Friede" zwischen den beiden jetzt etwas länger. Viorel muss ich sagen, war mir von Anfang an unsympathisch, wie er Mina die ganze Zeit in Verlegenheit gebracht hat, obwohl Rosa dabei stand. Bei ihm habe ich aber tatsächlich das Gefühl, dass er nicht versteht, dass er sich falsch verhält.


    Die Nebelfrauen am Brutsee haben mich ehrlich gesagt weniger traurig gemacht als die Szene mit dem Pug. Bei den verlassenen Bräuten habe ich die ganze Zeit gedacht (bitte nicht schlagen!!!): Selbst dran Schuld, wenn man sich von einem Kerl ins Unglück ziehen lässt. :wegrenn: Aber dadurch fand ich die Szene nicht weniger düster. Da war ich fast froh, als die Nixe auftauchte. Hab ich das eigentlich richtig gelesen, dass die Wassertropfen, die von der Nixe auf die Spieluhr tropfen, nicht auf den Fuß der Tänzerin fallen, sondern so, als wären die Glasfiguren darauf nicht zerbrochen? Das musste ich zweimal lesen (es hat ja viel getropft in der Szene), um es zu kapieren und jetzt bin ich mir trotzdem nicht ganz sicher...


    Also wie gesagt, die Szene mit dem Pug hat mich wirklich schrecklich traurig gemacht. Die Geschichte die Rosa erzählt ist so grausam, da lässt sich auch diese unbändige Wut nachvollziehen, selbst wenn sie gegen die falsche Person gerichtet ist. Der Pug selbst sieht in meinem Kopf übrigens irgendwie aus wie Gollum. ;D


    So, das ist jetzt doch mehr geworden als geplant. Vielleicht les ich im Bett noch den nächsten Abschnitt. Bin ja doch gespannt, was es mit diesem "Bild" auf sich hat, dass der Pug Mina übermittelt hat...


    LG,
    Sookie

  • @ Bücherdiebin, Spatzi und Sookie, die Mädchen auf dem Brutsee und der Pug sind für mich auch die beiden Stellen, die ich mit am traurigsten finde. Während ich die Brutseeszene geschrieben habe, musste ich ständig heulen ;-) Ich glaube auch, die Mädchen damals waren doch sehr viel weniger "selber schuld" als die heute, die sich auf den falschen Kerl einlassen - darüber hatten wir ja schon an anderer Stelle bissl diskutiert. Ein Eheversprechen bedeutete damals halt etwas ganz anderes, Wichtigeres als heute.
    Und, Sookie, genau, die Tropfen fallen sozusagen um eine Figur herum, die eigentlich ja nicht mehr da ist - aber die Nixe nimmt sie noch wahr.


    Oh, und der arme Pug! Er hat mir so schrecklich leid getan, ich MUSSTE ihn einfach befreien ;-)
    @ Llyren, ich glaube, dass der Puck aus dem Sommernachtstraum schon vom Ursprung her ein bisschen mit den nordischen Pugs zu tun hat - aber das sind eigentlich eher Herdmännchen, Hausgeister, wenn Du so willst.


    Es freut mich übrigens so, dass Ihr durch den Blog ein bisschen mehr mit den Zinken anfangen könnt! Ich muss wirklich zusehen, dass ich dort noch etwas mehr poste. Am liebsten würde ich Minas ganze Welt noch viel weiter ausmalen, ein paar nette Bilder vom Wald machen und so weiter. Aber man kommt ja zu nix. Meine ganze freie Zeit wird im Moment schon vom Nachfolgebuch aufgefressen. Was an sich ja auch schön ist, aber naja ... Ich werde es trotzdem versuchen, wenn Ihr diese Hintergrundsachen gut findet. Schön!!!

  • Ich hab mir vorgenommen die restlichen Abschnitte wirklich frei von jeder Ablenkung und von jeder Störung zu lesen, weil ich glaube, das sich dann einfach die Stimmung des Buches in mir ausbreiten kann. Und siehe da - es klappt :klatschen:


    Für mich war der Brutsee tragisch schön. Wie die ganzen Bräute sich aus dem See erheben und gemeinsam anfangen sich zu drehen...das muss irre aussehen ! Natürlich ist der Hintergrund nicht so schön, heute irgendwie unvorstellbar, deswegen ins Wasser zu gehen, aber damals....Nixen sind ja normaler Weise gemeine Wesen, glaube ich, aber diese hier scheint gefallen an Mina gefunden zu haben, wie wir alle !! Sie gibt ihr einen Tipp, wohin die Reise als nächsten gehen sollte - nämlich zum Pug.


    Mina will sich auf den Weg dahin machen, allerdings ohne die Tater. Das muss ja ein schreckliches Gefühl für sie gewesen sein, diesen Entschluss zu fassen, so ganz alleine, ohne Unterstützung :o
    Zum Glück lässt Rosa ihr keine Wahl - sehr Vernünftig wie ich finde und leider auch Pipa schleicht den beiden hinterher und wird natürlich von ihnen entdeckt. Mit dieser Figur werde ich leider so gar nicht warm, immer wenn sie auftaucht bemerke ich, wie ich die Augen verdrehe und denke:"Die schon wieder !" ;D Ich denke, so wird es wohl auch Pipa mit Mina gehen, denn sie ist ganz offensichtlich Eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit, die Mina bekommt. Trotzdem mag ich sie nicht, sie ist mir zu sehr Klugscheisser mund Wichtigtuerin, ausserdem ziemlich anmassend und unhöflich. Moment, mir fällt bestimmt noch mehr ein :nachdenk:
    Erstaunlich fand ich, das Mina Pipas Gefühlsregungen, oder ihre Art sich zu benehmen, einordnen und erklären konnte. Ich meine zuhause war sie doch sicher nicht, mit solchen Gefühlen wie Eifersucht, Verlustangst, Ablehnung usw. konfrontiert. Sie hat viel dazu gelernt in der Zeit mit den Tatern.


    Beim Haus angekommen, wird es richtig ein bisschen gruselig, wie ich finde. Ich hab die ganze Zeit gedacht:"Geh weg von dem Haus Mina !" und sie hat sich nicht bewegt...das hat mich ganz hibbelig gemacht :D Und als sie dann ins Haus reingezogen wurde, dachte ich nur:"Oh nein...!!!"


    Die Szene wo der Pug dann die Tränen von Mina einsammelte, hat mich total gerührt :'( Ein armer Kerl...
    Hab ich es aber hier richtig interpretiert, das Mina ihre Tränen verkauft hat ? Ich glaub, auch hier muss ich nochmals nachlesen :lesen:
    Und warum hat er aufgehört böse zu sein, als Mina um diesen Vogel trauerte ? Hat er da das Schwänchen in ihr erkannt ?


    Ach ja, diese Geheimzeichen der Tater an den Pfosten, Toren usw. die Zinken, finde ich übrigens total toll. Ist Mina, als sie ganz am Anfang den Hof verlies, nicht auch so ein Zeichen an ihrem Eingangstor aufgefallen ?

  • @ simmilu, ich kann mir vorstellen, dass Du Pipa nicht gut leiden magst - sie hat aber auch eine undankbare Rolle, die Arme! Und, naja, sie ist halt enorm eifersüchtig, das siehst Du schon richtig, deshalb benimmt sie sich oft so blöde. Aber Mina und Pipa freunden sich ja nach und nach ein bisschen an, dann wird es besser.
    Ich glaube auch, wie Du, dass Mina wirklich sehr viel bei den Tatern lernt - eben, weil sie zuhause kaum richtiges "Sozialleben" hatte, vor allem nicht mit anderen Kindern. Aber sie beobachtet viel und gut. Am Anfang versteht sie Pipa ja auch noch nicht und merkt nur, dass die sie irgendwie nicht mag. Aber, ein bisschen näher kommen sie sich ja auch schon durch die Prügelei; da wird Mina klar, dass in Pipa irgendwelche ganz starken Gefühle wirken, und das kann sie schon nachvollziehen.


    Mit den Tränen, genau, sie kaufen den Pug frei. Schließlich kann man bei Tränen ja nicht sagen, was sie für einen Preis haben, richtig? Unendlich viel - oder gar keinen. Deshalb funktioniert es.
    Der Pug mag Mina übrigens deshalb, als sie um den kleinen Vogel trauert, weil er sieht, dass sie mitleidig ist und der Natur Gefühle entgegen bringt, statt sie nur benutzen zu wollen. Das gefällt ihm natürlich, dem armen alten Rumpelwicht ... ;-)


    EDIT: Das hatte ich noch vergessen, ja, genau, an Minas Haus sind auch schon Zinken angebracht gewesen - schön, dass sie Dir aufgefallen sind! So kommen sie sowohl in der Geschichte vor als auch als "Leser-Orientierungshilfen" im Buch. Genauso hatte ich es mir vorgestellt: dass man als Leser die Zinken bissl mitliest und sich von ihnen leiten lässt, während dasselbe in der Geschichte auch mit Mina passiert.

  • Pipa und Mina nähern sich ein wenig an - und zu Pipa habe ich durch ihre Eifersucht einen besseren Zugang. Es zeigt mir, dass in ihr viel mehr steckt als eine missmutige Schlaubergerin. Und ich kann ihr Verhalten nachvollziehen, ihre Angst dass sie von ihrer Familie wegen Mina keine Aufmerksamkeit mehr erhält.
    Und Mina... Sie ist nicht nur durch den Umgang mit den Tatern und einem völlig neuen Weltbild gereift, sondern auch durch ihre Stummheit. Sie sieht und hört nun genauer hin, achtet auf Feinheiten, blickt tiefer. Ihre Sinne werden irgendwie schärfer...


    Der Brutsee hat mich besonders berührt. Er ist so, wie viele Märchen sind: Wunderschön und gleichzeitig tragisch. In ihm steckt soviel Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, dass diese nicht nur dort bleibt sondern auch nach außen dringt. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich vom Schicksal der Mädchen las. Und dann... die Nixe! Was für eine tolle Überraschung! Ich mag solche Wesen, wie ich ja zugeben muss - und diese hier finde ich sehr gelungen. Sie wirkt sehr intensiv auf mich und man spürt, dass Mina sie berührt - auch wenn sie ansonsten nicht viel von Menschen hält. Sie bleibt geheimnisvoll und hat doch einen Rat. Und Marthes Kette wird den Launen des Sees überlassen, der sie irgendwann zu einem der Mädchen bringt.


    Der Pug war nicht weniger tragisch, was für eine schreckliche Vorstellung! Ich war sehr froh, dass Mina ihn befreit hat - auch wenn der Preis ihre Tränen waren. Sein Hass wütet im Haus, bis sie Emotionen zeigt und den Vogel betrauert. Tränen haben keinen festen Preis und können so weniger wert sein als der Preis, der einst für den Pug bezahlt wurde. Und Mina erhält von ihm Bilder - wohin diese sie wohl führen? Und wie alt diese wohl sind?

  • Hallo an Alle,
    so wie ich das sehe, bin ich mal wieder stark zurückgeblieben (zumindest, was das lesen angeht ;D)



    Die Nebelgeister im Brautsee fand ich schrecklich traurig. All die schönen Bräute, die an ihrem Hochzeitstag versetzt wurden und nun auf ewig dazu verdammt sind, in diesem See zu heulen... eine fürchterliche Vorstellung. Beim Lesen habe ich sogar ein bisschen Gänsehaut bekommen (und das bei dem Wetter!)


    Ja, diese Szenerie hat mich auch etwas mitgenommen. Allerdings das dies versetzte Bräute sein sollen ist mir wieder entgangen. Muss ich nochmals nachlesen. Nur die geistige Vorstellung nach Lilachs Beschreibung hat mich schon etwas erschreckt. Im Wald, dunkeler See, heulende ....



    Auch der Pug hat sofort mein Mitleid erregen können, selbst wenn er sich Mina gegenüber alles andere als freundlich verhält. Seine Besitzer haben ihn zurückgelassen, ihn im Haus eingesperrt und dieses dann angezündet? Wie grausam! Aber noch viel trauriger und den Menschen gegenüber verschlossen ist er, weil sein kleiner Vogel dabei ums Leben gekommen ist. (so habe ich es zumindest gelesen) Er trauert um das tote Tier und hat ihm deswegen die ganzen Geschenke gebracht. Als der Pug dann sieht, dass auch Mina um den Vogel trauert und sogar Tränen vergießt, weiß er, dass sie nicht so ist wie die grausamen Menschen, die ihm soviel Leid zugefügt haben. Da hilft er ihr, in dem er die Federn erscheinen lässt (Oder lässt der Vogel seine Federn erscheinen?) Bin gespannt, was es mit denen noch auf sich hat...


    Die Sache mit dem Pug (woher stammt eigentlich diese Bezeichnung für einen Hausgeist?) war schon sehr interessant. Insbesondere die Sache mit den Karrenrädern in der Tür.
    Die Szene mit dem toten Vogel habe ich genau so verstanden, mir kam es hier allerdings auch so vor, dass dieses Räumchen oder Kammer das geheime Zimmer des Pug gewesen ist, wo er seine geheimen Sachen deponierte, und Mina hier eingedrungen ist. Als Mina dann die Federn behutsam ordnet und dabei auch weinte, hat mich sehr ergriffen. Das hat wohl der Pug genauso gesehen und erkannte dann in Mina keine Feindin mehr sondern eher eine Freundin Mina ist wirklich ein ganz liebes Wesen. Von dieser Sorte gibt es leider viel zu wenig auf dieser Welt) Bei der Sache mit dem Pug und den Federn kommt bestimmt noch mehr. Ich lass mich mal überraschen.




    Lilach, ich habe mal ein bisschen auf deinem Blog zu den Hintergründen vom "Schwänchen" gestöbert, wie du uns geraten hast. Und ich bin wirklich schwer angetan davon, was noch alles hinter deinem Buch steckt!


    Dass werde ich jetzt auch noch machen, ich glaube, sonst geht noch so einiges an mir vorbei ;D



    LG Yoda

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)


  • Es freut mich übrigens so, dass Ihr durch den Blog ein bisschen mehr mit den Zinken anfangen könnt! Ich muss wirklich zusehen, dass ich dort noch etwas mehr poste. Am liebsten würde ich Minas ganze Welt noch viel weiter ausmalen, ein paar nette Bilder vom Wald machen und so weiter. Aber man kommt ja zu nix. Meine ganze freie Zeit wird im Moment schon vom Nachfolgebuch aufgefressen. Was an sich ja auch schön ist, aber naja ... Ich werde es trotzdem versuchen, wenn Ihr diese Hintergrundsachen gut findet. Schön!!!


    Lilach, hoffentlich wird die Fortsetzung genauso interessant, spannend und landschaftlich total "bebildert" beschrieben (ich weiss, komische Ausdrucksweise für ein tolles Kopfkino aufgrund deiner detailreichen Landschaftsbeschreibung, aber anhand deiner detailierten Beschreibungen stelle ich mir viele landschaftliche Details im Kopf vor. Man sieht die Landschaft quasi und manchmal meine ich diese auch zu riechen; denke hier nur an die Waldbeschreibung 8))


    LG Yoda

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • @ Yoda, dank Dir, dass Du hast Du sehr lieb geschrieben! :-*


    Das neue Buch wird allerdings keine "Fortsetzung" von Mina, sondern etwas Eigenständiges. Ich gebe mir aber schon Mühe, dass es auch recht bunt und bildreich wird; nur muss man bei einem "wirklichen" Jugendbuch natürlich sich schon ein bisschen mehr zurücknehmen. Gerade, was Beschreibungen etc. angeht. Aber ich vertraue da auf meine Agentin und später aufs Lektorat ;-) Abgesehen davon, mer müsse ja erstmal gugge, ob der Verlag es überhaupt haben will ;-)

  • Hallo Ihr Lieben!
    Ist eigentlich noch jemand hier? (Außer Lilach, die immer so nett auf mich Nachzüglerin antwortet. Danke dafür, Lilach!)


    Vorweg - ich glaube das habe ich noch gar nicht angemerkt - mir gefällt die Sprache wirklich sehr gut. Es ist angenehm zu lesen, aber nicht so "einfach", dass es schon wieder banal und langweilig ist. Und an vielen Stellen finde ich es richtig poetisch ...


    Mina wirkt inzwischen sehr erwachsen: Wie sie die Entscheidung trifft, dass sie alleine weitergehen muss, weil sie nur die Tater in Gefahr bringt. Wie sie sich ihrer Angst stellt. Wie sie selbstbewusster wird und ihren Weg geht, auch wenn es schwer ist. Sie ist wirklich schon weit gekommen und hat sich sehr entwickelt. Schön, das beim Zurückblicken zu sehen.


    Der Brautsee war wirklich arg traurig, da kann ich all meinen Vorschreibern nur zustimmen. Aber was für eine entsetzliche Strafe für einen Selbstmord! Für alle Ewigkeit in Einsamkeit und Traurigkeit tanzen.
    Wie gut, dass die Nixe beschrieben hat, wie es vielleicht doch noch ein wenig Hoffnung gibt!
    In Bordesholm gibt es den Brautberg. Nach einem alten Brauch sind bis ins 20. Jahrhundert dort die jungen Bräute am Tag ihrer Hochzeit einmal herumgelaufen. Vermutlich hatte das ursprünglich etwas mit einem Ahnenkult zu tun, denn der Brautberg ist ein altes, aber imposantes Hühnengrab. Als ich einmal da war, war das Wetter ganz eigenartig und die Stimmung gradezu mystisch. Und ich hatte plötzlich die Idee im Kopf, dass die Frauen nicht nur einmal herumgelaufen sind, sondern vielleicht einige auch hierher, zu ihren Ahnen zum Sterben gekommen sind. Daran musste ich denken, als ich die Beschreibung der tanzenden Nebelgespinste las ...


    Der Pug hat mich sehr traurig gemacht. Gruselig, wie er tobt und wie es so scheinbar gar keine Rettung für Mina gibt. Und als er mit seinen schwarzen, (verbrannten?) Händen so behutsam und sanft die Tränen von Mina aufhebt - da musste ich beinahe weinen.


    Die beginnende Freundschaft von Mina und Pipa ist sehr schön! Wer sagt denn, dass sich nur Jungs "auf die Schnauze hauen" und danach ist alles geklärt und die Freundschaft kann beginnen.
    Pipas Lächeln, als Mina sie mitnehmen will, fand ich sehr rührend.



    Lilach, hoffentlich wird die Fortsetzung genauso interessant, spannend und landschaftlich total "bebildert" beschrieben


    Da geht es mir wie Yoda. Ich habe auch ganz viele Bilder aufgrund der Beschreibungen im Kopf! Besonders vom "dort".



    In diesem Abschnitt habe ich mich jetzt übrigens öfter gefragt, ob das, wie Pipa es ausdrückt, "hier oder dort" ist...


    Mhm, ich weiß ja nicht, ob das mit der Vorstellung von Lilach konform geht, aber alles Phantastische ist für mich "dort". Aber an vielen Stellen ist die Grenze zwischen "hier" und "dort" nicht sehr stark ausgeprägt, so dass sogar Gadsche nach "dort" können. Wenn ein Wanderer im Wald "hier" die Ruinen von Marthes Halle findet und dort schläft und er ein "Träumer" ist, dann wird er nicht nur alte Steine, sondern auch eine Halle mit dem Teufel finden. Wenn jemand "hier" an den Brautsee kommt, sieht er Nebelfetzen und findet den Ort vielleicht etwas gruselig. Wenn es ein empathischer Mensch ist, wird er vielleicht die Trauer und Einsamkeit spüren und sich mit Fantasie tanzende Gestalten im Nebel ausmalen; "dort" jedoch sieht man die Tanzenden und die Schwermut zieht und treibt einen fast selber zum Steg.


    Dabei fällt mir ein, Lilach: Hat es einen bestimmten Grund, dass nicht mehr Platt z.B. von den Tatern im Buch gesprochen wird?

  • Ich bin noch da! :) Und auch noch nicht (ganz) durch.


    Deine Erklärung zu "hier und dort" gefällt mir. Das hört sich "richtig" an für mich. Es gibt ja auch Vieles auf beiden Seiten, wie z.B. das Haus vom Pug.

  • @ Yoda, "Pug" ist so eine alte norddeutsche / skandinavische Bezeichnung. Viele der Sagen in Schleswig-Holstein sind ja übernommene, abgewandelte Sagen aus Dänemark - nu ja, ist klar, wegen der Besetzung etc.