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  • ... bloß war mir, glaube ich, leider nicht richtig bewusst, dass viele von Euch diese alten Märchen nicht mehr soooo gut kennen! Falls es irgendwann mal eine zweite Auflage geben sollte (nun ja ... man darf ja träumen ;-)), könnte man vielleicht diesen wichtigsten Teil aus dem Märchen vorne mit reinschreiben. Wäre das nützlich, was meinst Du?


    Hier sage ich einfach nur: JA!!!! 8)
    leider sind hier im Rheinland die nordischen Sagen und Märchen fast unbekannt, selbst unsere "Kleinen" kennen kaum noch alte Sagen und Märchen. Daher wäre dies bestimmt sehr nützlich und interessant. Im Kindesalter habe ich fast nur Sagen und Märchen gelesen, was heute leider nicht mehr bei den Kindern/Jugendlichen ankommt. Baue die wichtigsten Teile dieser Sagen doch mit in das Buch ein, hier denke ich, dass der Eine oder Andere Leser bestimmt mehr darüber wissen möchte. Und somit kämen unsere "alten Schätze" auch mal wieder zu Wort 8)


    LG Yoda

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • Das Buch gefällt mir immer noch sehr! Ich mag die Sprache, das märchenhafte, die detaillierten Beschreibungen, die ruhige Erzählweise, einige Figuren und die vielen Andeutungen - die man auf sich wirken und in Zusammenhang bringen kann. Ich mag Geschichten, über die man nachdenken kann. Die einen als Leser sozusagen ein wenig herausfordern und dazu verleiten, sowohl die grauen Zellen als auch die eigene Phantasie etwas arbeiten zu lassen. :elf:


    Lilja entwickelt sich langsam ja zu meiner Lieblingsfigur, obwohl ich Mina ja auch sehr mag. Aber Lilja... Sie hat für mich nicht nur eine ganz besondere Ausstrahlung, sondern macht mich durch ihre Talente und Andeutungen sehr neugierig auf mehr von ihr. Und bei all ihrer Fröhlichkeit gibt es da auch Momente in denen zu erkennen ist, dass sie etwas tragisches erlebt hat.


    Dieser Hund, der Mina verfolgt hat, war wirklich unheimlich! Ein Jäger im Auftrag des Arztes... Dieser will "die Welt" nach seinen Vorstellungen gestalten, und "andere" bzw. besondere Menschen passen da nicht hinein. Aber er tut auch sinnvolle Dinge und ist dadurch nicht einfach "der Böse", sondern beschäftigt mich. Ich bin auf seine Sicht der Dinge gespannt, warum er all das tut und was dahinter steckt.
    Interessant finde ich da auch Minas Gedanken, dass er sie immer aufspüren kann, wenn sie Angst hat. Vielleicht reichen ja auch große Emotionen? Kann er das generell spüren oder nur bei ihr speziell? Vielleicht intensiviert sich in solchen Momenten aber auch einfach nur der Geruch einer Person, und die Hunde haben es so leichter...


    Den magischen Wald finde ich ja auch klasse, auch wenn ich ihn (noch?) nicht so ganz verstehe. Die Tater meinten ja, dass er immer da ist - aber vielleicht nur nicht an der Oberfläche, sondern auf einer tieferen Ebene? Jedenfalls hat Mina es geschafft, dorthin zu wechseln - was auch zeigen dürfte, dass sie mehr als ein "normales" Mädchen ist. Wer weiß, was noch so in ihr schlummert...

  • @ Yoda und Bücherdiebin und simmilu, genau das ist auch ein bisschen meine Hoffnung gewesen: Dass manche Leser vielleicht wegen des Schwänchens anfangen, sich wieder mehr mit Märchen, Sagen etc. zu befassen. Ein bisschen scheint es ja zu funktionieren! ;-)
    Übrigens, es ist natürlich klar, dass diese alten nordischen Sagen anderswo (und heute wahrscheinlich auch in Schleswig-Holstein - seufz ...) oft unbekannt sind. Aber das "Grundstrickmuster" stammt ja von den Brüdern Grimm, hat also nix mit "exklusiv nordisch" zu tun. Ich habe auch ernsthaft überlegt, ob ich wenigstens ein kleines Zitat vorne mit reinsetzen soll. Aber ich hatte schon die normale Widmung und den Vorspann und wollte es auch nicht überfrachten. Außerdem hatte ich, ehrlich gesagt, Sorge, dass es sonst zu überdeutlich wird, also, dass man den Märchenhintergrund als Leser sozusagen "dick aufs Brot geschmiert" bekommt. Naja, ich lerne meine lieben LeserInnen halt gerade erst kennen, da muss ich noch ein bisschen üben ;-)


    @ Seychella, mach Dir nicht zu viele Gedanken darüber, was der Wald nun genau ist und wie er funktioniert. Er IST, das ist das Entscheidende. So, wie unter dem Asphalt und den Hochhäusern in der Stadt immer noch die Erde liegt, mit all den Samenkörnern und Tierchen und kleinen Pflanzen - und nur auf den richtigen Moment wartet, um mit Macht wieder aufzutauchen. Die Natur, das Land - sie SIND, immer, ganz egal, was wir Menschen mit ihnen auch anstellen mögen und ob wir sie wahrnehmen oder nicht wahrnehmen. Und sie sind so mächtig, wie wir es uns nicht einmal vorstellen können.


    Das erinnert mich übrigens gerade an dieses Lied, was es vor ewigen Zeiten mal gab: "Unter dem Pflaster, ja da liegt der Strand ..." Kennt das noch jemand? War von dieser Gruppe "Schneewittchen", glaube ich, sehr emanzipatorische Gesänge - aber gut gemacht. Passt insofern auch gut zu dem Frauen/Männer-Thema, worüber wir an anderer Stelle schon geschrieben haben ;-) UND hat auch noch einen Märchentitel ... ;-)

  • Durch bin ich schon ein paar Tage, aber ich komme erst jetzt zum Posten. Ich schreibe erst einmal meine Eindrücke auf und hoffe, dass ich dann noch genug Zeit habe, um auf Eure Beiträge einzugehen.



    Ich mag den Stil sehr gerne. Das ruhige Tempo, die ausführlichen Beschreibungen, die poetischen Metaphern; bei mir im Kopf entstehen dabei ganz wunderbare Bilder. Nur bei "Actionszenen" - wie der Flucht in den Wald - funktioniert das leider nicht. Da passt das Erzähltempo nicht zu der Atemlosigkeit des Dargestellten.


    Viorel! Sollte sich Mina wirklich in ihn verlieben? Dabei ist er doch Rosas Freund und wie es scheint nicht einmal der schönen Rosa treu. Was für eine Verwicklung lauert denn da noch auf die arme Mina ...


    Die Tater sind mir sehr sympathisch. Zinni ist so entzückend klein und direkt und doch weiß er schon so viel. Nad ist ganz der verlässliche und starke Beschützer. Der charmante und gut aussehende Viorel. Rosa ist so nett und hübsch. Ich hoffe sehr, dass sie und Mina nicht zu Konkurrentinnen werden. Und ich frage mich, welche Rolle Pipa noch zu spielen hat. Und warum sie so voreingenommen gegenüber und abweisend zu Mina ist. Und dann natürlich noch Lilja, die einfach nur wunderbar ist. Im Märchen ist sie der Archetypus der weisen Ratgeberin, oder? Tiefer auf den Mythos eingegangen wäre sie also eine Göttin. Und ich finde, das passt großartig.


    Der "geheime" Wald ist eine schöne Idee. Sehr mystisch und passend für die Tater. Karol, der als Stimme im Wind zu hören ist.


    Selam kannte ich gar nicht (außer als türkisches Wort für Gruß.) Wird die Blumensprache per se so genannt? Wo kommt die Bezeichnung her?


    Und der Doktor ist sehr, sehr gruselig. Damals war es nämlich ganz sicher nicht besser in einem Heim/Asyl/Sanatorium zu sein, als bei seiner Familie. Lilja beschreibt es ja sehr schön. Vielleicht hat die Familie nicht immer Zeit, aber wer weiß schon, ob der Mensch dort nicht glücklich ist. Und in einer wie auch immer gearteten Anstalt zu dieser Zeit war es sicherlich fast immer schlimmer!
    Es gibt doch auch ein Märchen, in dem es darum geht die Alten immer (noch) gut zu behandeln, weil man eines Tages selber alt sein wird. Wo der Enkel nachher für den Vater schon mal den Löffel schnitzt und der darauf einsieht, dass er den Großvater besser behandeln muss. Wie hieß denn das noch?


    Und dann am Ende des Abschnitts - was für ein Preis! Ich bin mal gespannt, was für Antworten Mina dafür bekommen wird.

  • "Selam" hat, soweit ich weiß, nichts mit dem Gruß "Salaam" zu tun (der ja auch nicht original türkisch ist, sondern aus dem Arabischen kommt) - es ist ein ursprünglich persisches Wort, wenn ich mich richtig erinnere. Man kann übrigens welche von diesen ganz alten Blumensprache-Büchern online zum Herunterladen finden, wenn es Euch interessiert. Das Internet hat schon wirklich viel Gutes für sich, wenn es um Recherchen etc. geht ... ;-)

  • So, ich habe die Mittagspause genutzt, um weiterzulesen und habe tatsächlich etwas geschafft, aber ich wollte ja auch noch etwas zu Euren Posts sagen.



    Falls es irgendwann mal eine zweite Auflage geben sollte (nun ja ... man darf ja träumen ;-)), könnte man vielleicht diesen wichtigsten Teil aus dem Märchen vorne mit reinschreiben. Wäre das nützlich, was meinst Du?


    Die Grimmschen Märchen sind ja ganz kurz. Vielleicht könnte man das Wesentliche ins Nachwort aufnehmen? Dann weist es nicht schon vorweg zu sehr auf den Märchenhintergrund hin und ist auch nicht überfrachtet ...



    Ich glaube, viele Bücher heute, gerade in der Fantasy, trauen den Lesern zu wenig zu, erklären alles, bevor überhaupt wirklich Fragen entstanden sind. Dabei denke ich, wie gesagt, die meisten brauchen das eigentlich gar nicht, sind halt bloß mittlerweile sehr daran gewöhnt.


    Wie schön! Das denke ich auch; das ist einer der Gründe, aus denen ich vor einigen Jahren fast vollständig aufgehört habe, Fantasy zu lesen.
    Ich mag es, dass nicht alle Fragen geklärt sind. Der Wald beispielsweise, das dort und hier ist ganz erfrischend zu lesen. Eben weil es nicht alles erklärt. Es ist eben so. Und dadurch bleibt für mich als Leserin das Zauberhafte, das Mystische erhalten. Diese ganze Erklärerei führt leider oft dazu, dass "Magie" auch nur eine Form von "Wissenschaft" ist und dann ist man schnell bei Randall Garetts Lord Darcy, (den ich allerdings auch sehr liebe,) wo Magie die Rolle der Wissenschaft übernimmt und nicht mehr.
    Wenn die dargestellte Welt eine innere Logik hat (und das bedeutet natürlich Arbeit für den Autor), dann kommt man als Leser irgendwann auch darauf.


    simmilu und Bücherdiebin, Ihr seid ja inzwischen sicher fast durch. Wann hat sich das Gefühl des "Verloren-seins" denn bei Euch wieder gelegt? Das fände ich interessant zu wissen ... ;)

  • Das Lustige ist, ich habe - mehr durch Zufall - mitbekommen, dass das Schwänchen nun wirklich noch eine zweite Auflage bekommt; dh, man hätte erstens die Druckfehler rausmachen und zweitens vielleicht tatsächlich etwas zum Märchen noch aufnehmen können. Leider hat es mir aber niemand gesagt, und deshalb wird die 2. Auflage wohl so wie die erste werden. Hrmpf, das ist natürlich etwas blöd. Ich kann aber leider nix dran ändern.

  • Ach, ärgern ... Nee nee, das bringt ja doch nichts. Ich meine eigentlich auch, dass es eher der Nachdruck der ersten Auflage ist, was jetzt rausgeht - obwohl im Lieferschein der Belegexemplare tatsächlich "2. Auflage" steht. Drin war aber die Originalausgabe. Nu ja, das sind so Rätsel des Verlagswesens ... Ich mach mir da keinen Kopp mehr. Hauptsache, liebe Leute wie Ihr lesen mein Schwänchen und freuen sich dran, das ist letztlich alles, worauf es wirklich ankommt. :-*

  • Moin ihr Lieben! :winken:



    Bin endlich auch mal wieder da und poste dann mal gleich los....


    Also ich kenne die Bechstein Märchen ja gar nicht (Bin irgendwie im Internet auch noch nicht so wirklich schlauer geworden....), aber habe mit dem Schwänchen keine Probleme. Aber das liegt wohl daran, dass ich als Kind Märchen über alles geliebt und regelrecht ''verschlungen'' habe. (Frage mich nur, warum die Bechstein Märchen an mir vorbei gegangen sind? *grummel*) Aber es ist schon schade, dass die ''heutige Jugend'' zum großteil ohne Märchen aufwächst (ich stelle das jetzt dreisterweise einfach mal so in den raum..) und finde das dadurch doch sehr viel verloren geht!



    Ich finde diesen Abschnitt wieder ganz klasse! Die Beschreibungen um Mina herum und ihre Gefühle sind so deutlich! Wie machst du das Lilach?
    Bei der Tante und der Stelle mit dem Hund habe ich doch Gänsehaut bekommen! Da ist ja ganz schön was los gewesen! Und der Wald.... Ja, das weiche Moos und das Rauschen der Blätter konnte auch ich fast spüren und hören.


    Und dann musste ich wieder lachen. Die Stelle mit dem Krielkopf war aber auch einfach zu genial, konnte mir richtig Mina`s verdattertes Gesicht vorstellen. =)


    Von einem Salem hatte ich bisher allerdings auch noch nichts gehört, glaub ich muss dann mal wieder Googeln... =))


    Und arme Mina! Alle Laute sind weg und sie ist stumm! :o Das stelle ich mir gar nicht so einfach vor. Ob sie ihre Sprache zurück bekommt? Lilja hat da ja ein wenig Hoffnung gemacht. Und wenn die Großmutter = Mina - Theorie stimmt, dann müsste sie ja ihre Sprache wiederbekommen...


    Es bleibt also weiterhin verträumt und spannend! :lesen:


    Grüßle Jasmin

    Hier - dort - und doch niergendwo....

    Einmal editiert, zuletzt von Tagtraumelfe ()


  • Hi Tagtraumelfe,
    oh schön, ein Märchenfan! 8)



    Jap! ;) Und auch der Grimmschen Märchen, obwohl ich gestehen muss, dass ich diese als Kind doch oft recht grausam fand...
    (Habe sogar noch 2 Märchenbücher ;) )

    Hier - dort - und doch niergendwo....

  • Das Schwänchen hat auch ausschließlich mit den Grimm-Märchen zu tun, habe ich ja an anderer Stelle schon mal geschrieben; die sind meine absoluten Lieblinge aus der Kinderzeit. Auch wenn sie wirklich grausam sind, da hast Du schon recht. Aber viele haben einfach so eine magische Atmosphäre, der man sich selbst später, als Erwachsene, nicht mehr entziehen kann ... Das finde ich großartig. Bechstein ist mir immer bissl zu, hm, romantisch vielleicht? Kann ich gar nicht so genau sagen. Und Andersen hat wunderschöne traurige Märchen, aber auch entsetzlich "pädagogische". Na, die Grimms sind einfach die besten! ;-)

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen