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  • Bin ich schon zu schnell? Ich hab mir vorgenommen, nicht mehr als einen Abschnitt pro Tag zu lesen, aber einen ganzen Tag weglegen kann ich das Buch nicht ;)


    In diesem zweiten Abschnitt geht es erst mal ruhiger zu. Mina wacht bei den Tatern auf, lernt die Familie kennen und wird sehr nett aufgenommen.


    Und sie findet den Drehorgelmann - das ist alles sehr geheimnisvoll und ich bin noch nicht ganz hinter die Symbolik gekommen, aber ich denke das wird noch.


    Minas Tante ist ihre große Hoffnung, aber die ist total verwirrt und lebt nur für ihre "Kinder", ihre Blumen. Ich nehme an, dass Mina sich von Herrn Tausendschön doch wieder zu den Tatern zurückbringen lässt.

  • Das Buch ist in der Tat noch voll von so manchem Geheimnis, das erst noch aufgedeckt werden muss....
    Es hat sich also bestätigt - Mina redet nun auch von ihren "Brüdern".
    Was zum Teufel sind eigentlich die sogenannten Riechfläschchen, die öfters mal erwähnt werden? ;)

  • Kennst du das nicht? Die feinen Damen sind doch früher ständig wegen allem in Ohnmacht gefallen und da hielt man ihnen ein Riechfläschchen unter die Nase, um sie wieder aufzuwecken... Was genau da drin war, weiß ich nun auch nicht, aber es roch offensichtlich so stark, dass die Damen dann meist wieder zu sich kamen ;)

  • @ Spatzi und Methexchen, ich glaube, in den Riechfläschchen war bestimmt u.a. auch Kampfer, der riecht sehr, sehr stark und ist heut noch in einem pflanzlichen Kreislaufmittel drin. Also generell wohl eben stark riechende Dinge, obwohl ich nicht weiß, ob es immer nur Kräuter waren. Das war ja auch eine Zeit, wo man sehr viel Wert auf wissenschaftliche Neuerungen gelegt hat. Es könnten also durchaus auch irgendwelche Chemikalien oder Salze drin gewesen sein.


    Ach, das habe ich bei Abschnitt 1 noch vergessen, wo Ihr nach dem Ausdruck "Tater" gefragt habt: Es ist wirklich ein altes norddeutsches Wort für Zigeuner, man hielt sie für "Tataren", wegen der dunkleren Haut. Und das wurde dann nach und nach zu Tatern verschliffen. Es gibt heute noch Orte im Norden, die zB Taterkoppel heißen.


  • @ Methexchen und Yoda, ich glaube, zu Minas Zeit war es wirklich nicht üblich, dass junge, wohlerzogene Mädchen einfach allein in der Gegend herumstromerten. Das gehörte sich einfach nicht. Und in Minas Fall, das ist richtig, kommt noch dazu, dass die Eltern eh so über-beschützend sind.


    Das heißt also, das zu dieser Zeit die weiblichen Wesen nicht mehr als ihr zu Hause samt Garten gesehen haben? Was war mit den Jungen? Ich glaube, diese hatten mehr Privilegien, da Sie doch zur damaligen Zeit „mehr wert“ waren, oder täusche ich mich da?? Aber Gott sei Dank gibt es heute so was wie Emanzipation…. :)


    Endlich schaffe ich es mal in einer LR, nicht immer der Letzte zu sein, da ich zeitlich gesehen nicht zu den Schnelllesern gehöre. Aber das kann sich bei mir wieder ändern, da ich die letzten Tage sehr viel Zeit zum Lesen hatte. 8)


    So, nun zum Kapitel:
    In diesem Kapitel geht die Sache etwas ruhiger zu. Mina lernt die Taterfamilie kennen und wird von diesen gut auf- und angenommen. (Dies war aber zur damaligen Zeit auch nicht so üblich, denn wer wollte schon etwas mit den Gadsche (woher stammt denn schon wieder dieses Wort???) zu tun haben. Hieß es nicht früher: „Den haben die Zigeuner geholt“??
    Mina lebt sich einigermaßen ein, und erfährt die Gutmütigkeit und Liebe einer Familie kennen. Auch kann sie ein vielgesagtes Vorurteil Zigeunern gegenüber aus dem Weg räumen, (wie sagte die Mamsell immer: Diebische Elstern, die Jungen wie die Alten….) als Sie nach ihrem aufwachen sieht, das Zinni ihre Spieluhr hat. Erst recht kommt ihr der Gedanke der „Diebischen Elstern“, als sie merkt, dass das Medaillon verschwunden ist. Aber Zinni gibt ihr alles zurück. Nur die Bemerkung von ihm, dass die Bilder etwas Sonne brauchen, als das Medaillon aufgeklappt in einem Busch hängt, brachte mich zum nachdenken. Dies ist bestimmt nicht nur ein Medaillon, hier steckt mehr hinter den Fotographien. Für mich verbergen diese etwas. ??? ???
    Erst recht wurde ich stutzig, als Minna wieder ihre Melodie hörte und hierdurch den Drehorgelspieler fand und ihre Spieluhr auf die Drehorgel setzte und diese dann sofort verstummte. Hier gibt es bestimmt auch einen Zusammenhang. Hmm, Spieluhr mit Medaillon, Drehorgel, welche ohne menschliche Hilfe spielt… Sehr seltsam. (Computer hatte man wohl zu dieser Zeit noch nicht erfunden, oder :nachdenk:)
    Hier erfuhr Minna auch, dass der von ihr gesuchte Drehorgelspieler der König der Tater sei. Seltsam war auch die Beschreibung, was er ist. Erde auf die Handfläche veränderten seine Augen. „Er ist, wie das Land ist, und das Land ist in ihm“. Was verbirgt sich hinter diesem Mann, der der Taterkönig ist und was hat es mit dem Feenkreis aus Blumen auf sich?
    „Er hat viel Kraft aufgewendet, um Dich zu rufen und Dir den Weg zu weisen“ um das zu finden was Du suchst. Aber was sucht Minna? Hier vermute ich die Suche nach der Wahrheit der Fotos in dem Medaillon. Dies muss Minna durch ihre Naivität und seltsame behütete Erziehung erst noch erfahren, ist meine Vermutung.


    Der Besuch ihrer Tante, zu dem Sie sich aufmacht, scheint für Sie auch nicht das zu sein, was Sie sich erhofft hat. Erfährt Sie doch nun, dass Diese verrückt und wahnsinnig ist und ihre Blumen als ihre Kinder ansieht. Obwohl nach den Aussagen der Tante diese Kinder aufgrund ihres Tuns wohl überhaupt nicht mag. Seltsam. Auch die Sache mit dem Buch. Hier glaube ich wird Minna eventuell irgendwelche für Sie nützliche Hinweise erhalten. ???


    Dieses Buch ist für mich sehr spannend und irgendwie einem Puzzle gleich zu setzen. Minna sucht irgendwas, was der Leser aber noch nicht weiß und findet im Laufe des weiteren Buches immer mehr einzelne Puzzleteile, welche nur richtig zusammengefügt werden müssen. Mir schwirrt da was im Kopfe herum :nachdenk:, aber dies werde ich erst noch für mich behalten. Auf jeden Fall genieße ich die weiteren Seiten des Buches.


    LG Yoda :lesen:

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • @ Yoda, Mina ist schon manchmal draußen, sie macht ja gelegentlich mit ihren Eltern Ausflüge mit der Kutsche. Aber eben nicht alleine.


    Ich denke, Jungen hat man auch schon damals vieles nachgesehen, man hat auch wahrscheinlich eher gedacht: Naja, es gehört irgendwie zur "Jungen-Natur" dazu, draußen herumstromern zu wollen, auch wenn es vielleicht nicht ganz "comme il faut" ist. Aber von Mädchen hat man ja angenommen, dass sie ihrer "eigentlichen" weiblichen Natur nach still und bescheiden und zurückgezogen wären. Ein Mädchen, das draußen herumtoben wollte, wäre also direkt "unweiblich" gewesen. Das ist doch sogar noch in diesen schrecklichen "Trotzköpfchen"-Büchern so ...


    Allerdings, das Ganze galt so natürlich nicht für die Kinder einfacher Leute. Die hatten in dieser Hinsicht wenigstens etwas mehr Glück. Dafür aber wahrscheinlich schon sehr früh kaum noch Zeit, um irgendetwas wirklich Kindliches wie Draußen-Spielen zu tun.

  • Die Szene mit dem Taterkönig fand ich interessant - vor allem die wechselnde Augenfarbe hat es mir angetan...
    Unklar ist mir noch, wie genau er Mina zu sich geholt hat, wenn er sich doch eigentlich gar nicht bewegt. Eine Erscheinung/Projektion würde ja Sinn machen und auch die Musik erklären, die Mina gehört hat. Aber woher kam dann der Wegweiser im Holz?
    Ich denke auch mal, dass wir das Warum noch erfahren werden. Ich bezweifle, dass er Mina nur um ihrer selbst willen helfen will. Da steckt doch etwas Größeres dahinter. Mal gespannt, wie die Verbindung mit der Spieluhr hergestellt wird.


    Den Besuch bei ihrer Tante hatte ich mir anders vorgestellt. Sie scheint ja tatsächlich verrückt zu sein, wobei sich da die Frage stellt, warum.
    Wurden ihr vielleicht auch Kinder weggesperrt? Oder sind die beiden Jungen sogar ihre? Nur weil Mina glaubt, dass es ihre Brüder sind, muss das ja nicht stimmen...


    Ach ja, die Stelle finde ich übrigens genial formuliert:
    Das Etwas in Mina, das eben noch hatte aufspringen wollen, nach Hause laufen auf dem schnellsten Weg, setzte sich langsam wieder, ohne dass Mina sich bewegt hätte. :klatschen:

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Hallo ihr Lieben,
    gestern Abend habe ich auch endlich den zweiten Abschnitt durchgelesen und freue mich schon auf einen freien und lesereichen Tag morgen mit dem "Schwänchen"! Jetzt aber erstmal zum Gelesenen:


    Der zweite Abschnitt hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, Mina kommt bei den Tatern an und lernt dort zum ersten Mal, was Liebe und Familie bedeuten. In ihrer eigenen Familie konnte sie das - so schien es zumindest mir, da sie sich immer in ihre Träumereien zurückzieht - leider nie so richtig erfahren.
    Den Drehorgelmann/Taterkönig finde ich noch sehr, sehr mysteriös: Erst holt er Mina zu sich, dann ist er zu erschöpft, um sich weiter um sie zu kümmern? Was genau hat ihn so erschöpft?
    Absolut großartig finde ich den Kater Tausenschön! Wie würdevoll er doch ist, so erhaben, wie Katzen oft sind. Wunderbar die Stelle, an der er sich als "Coiffeur" an Mina zu schaffen macht! Und lustig danach die Stelle, an der er sich mit Mina über ihr Aussehen streitet: "Ich sage nichts mehr dazu. Ich bin ja nur ein Kater." Ich konnte mir so richtig gut vorstellen, wie er danach etwas eingeschnappt weiter die Straße entlanggetänzelt ist :-)
    Die Tante fand ich dann wirklich schräg. Die Stelle, an der sie über ihre "Kinder" spricht, musste ich wirklich zweimal lesen und dann konnte ich es noch immer nicht fassen, dass sie ihre Blumen meint... Ich hoffe sehr, dass noch aufgelöst wird, wie sie so verrückt werden konnte! Die Theorie von Llyren finde ich dabei sehr stimmig, dass ihr selbst die Kinder weggenommen wurden und die Zwillinge demnach Minas Cousins sind. Das würde auch erklären, warum Mina die Fotos der Zwillinge nicht mit lebenden Personen in Verbindung bringen kann - ihre Brüder sollte sie kennen, aber dass sie ihre Cousins nicht kennenglernt hat, die auf einem abgelegenen Gutshof gewohnt haben, finde ich viel plausibler. Nun ja, ich bin gespannt!


    Was mich noch interessieren würde: Ihr scheint alle davon auszugehen, dass Kater Tausenschön wirklich sprechen kann?! Ich bin mir dabei noch nicht so sicher. Könnte seine Stimme nicht auch aus Minas Kopf kommen? Ein bisschen verrückt/verträumt ist sie ja schon, so dass ich ihr zutrauen würde, sich die Gespräche einzubilden...
    Oder welche Erklärung gibt es sonst für einen sprechenden Kater?


    Beste Grüße von der Bücherdiebin!


  • Was mich noch interessieren würde: Ihr scheint alle davon auszugehen, dass Kater Tausenschön wirklich sprechen kann?! Ich bin mir dabei noch nicht so sicher. Könnte seine Stimme nicht auch aus Minas Kopf kommen? Ein bisschen verrückt/verträumt ist sie ja schon, so dass ich ihr zutrauen würde, sich die Gespräche einzubilden...
    Oder welche Erklärung gibt es sonst für einen sprechenden Kater?


    Naja, die Tater hören ihn ja anscheinend auch sprechen, also gehe ich schon davon aus, dass er es auch wirklich kann.


    Ach ja, hallo erstmal und einen wunderschönen guten Morgen (ist das Wetter bei euch auch so herrlich gerade? Ich hoffe, es wird noch etwas wärmer, dann kann ich den nächsten Abschnitt wieder draußen lesen!)! :)


    Dieser Abschnitt war irgendwie völlig anders als der letzte. Ruhiger, gleichzeitig aber auch viel mysteriöser.


    Die Tater haben mir gut gefallen, ich liebe Zigeuner in Büchern sowieso immer sehr. Lilja kommt mir die ganze Zeit vor wie eine Mischung aus einer guten Fee und einer Kräuterhexe (so ähnlich beschreibt sie sich ja auch selbst) und ich mag sie wirklich unglaublich gerne. Ich hoffe ja, Mina kommt nach dem Ausflug zu ihrer Tante wieder zu ihnen zurück. Pipa mag ich eher weniger, weil sie Mina gegenüber ziemlich fies ist, aber das liegt denke ich nur daran, dass sie noch so jung ist (und vielleicht ein bisschen eifersüchtig, weil ihre Mutter sich so um Mina kümmert?). Richtig ans Herz gewachsen ist mir Zinni. Der ist ja richtig knuddelig. ;D Aber mich hat das auch überrascht, wie schnell er das geheime Fach der Spieluhr gefunden hat und wieso er das Medaillon herausgenommen und in die Sonne gelegt hat. Kinder sagen ja oft einfach das, was ihnen gerade durch den Kopf geht, auch Dinge, über die man lieber nicht reden sollte. Vielleicht wissen die Tater mehr, als sie bis jetzt herausrücken wollen...


    Und dann treten zwei faszinierende Gestalten auf: Karol, der Taterkönig, und Elisabeth, die verrückte Tante. Die Geschichte, die Lilja über die Spielleute und Karol erzählt, fand ich wunderschön märchenhaft. Da wurde das Kopfkino bei mir wieder sehr detailliert und ich habe dieses Bild vor Augen, wie der Mann mit seiner Spieluhr unter dem Baum sitzt und sich die Welt um ihn herum in seinen Augen spiegelt. Ich könnte mir vorstellen (nur eine Vermutung), dass sein Körper zwar dort liegt/sitzt und sich nicht rührt, aber sein Geist auf Reisen gehen kann, so wie die Melodie der Drehorgel. Vielleicht hat er Mina so besucht???


    Die Tante Elisabeth fand ich zwar wie ihr anderen auch ziemlich verrückt, aber irgendwie mochte ich sie trotzdem. Kennt jemand das Märchen "Ida und die Blumen" (oder so ähnlich)? Da geht es um ein Mädchen, das seine Blumen behandelt wie Kinder und sie statt ihrer Puppe in die Wiege legt. Und als die Blumen am nächsten Tag vertrocknet sind, erzählt ihr ein befreundeter Student, dass die Blumen einfach nur erschöpft sind, weil sie die ganze Nacht über auf einem Ball getanzt haben. Es ist eines meiner Lieblingsmärchen und daran musste ich die ganze Zeit denken. Ich frage mich auch, ob sie nicht auch Kinder verloren hat, bzw. ob die Zwillinge vielleicht ihre Kinder sind... Das Märchen über das Mädchen, das ihre Schwanenbrüder sucht, handelt ja von sieben Schwänen, da rätsel ich schon die ganze Zeit herum, wie und ob sich die Jungen in dieser Geschichte noch auf diese Zahl addieren. ;) Außerdem sind mir noch die vielen leeren Blumenvasen aufgefallen, obwohl Elisabeth ja eigentlich keine Blumen abschneiden will. So als warte sie darauf, dass die Kinder (bzw. ihre Blumen) von alleine zu ihr herein kommen und sie will dann alles für sie bereit haben. Was die Spiegel angeht, hab ich nicht die geringste Ahnung, was es damit auf sich hat...


    Und jetzt werde ich den freien Tag nutzen und noch etwas weiterlesen. Muss ja mal wieder ein bisschen "aufholen"...


    LG,
    Sookie :winken:

  • Und weiter geht es mit dem nächsten Abschnitt....


    Die arme Mina erwacht, nachdem sie gegen den Baum geprallt ist, in der Gesellschaft des kleinen Zinni. Der Kleine ist wirklich niedlich, so stolz wie er ist, das er auf Mina aufpassen darf :) Die tut mir wirklich leid und ich musste mir beim Lesen unwillkürlich an meine Nase fassen, nachdem ich las, wie Lilach die von Mina beschrieb. Autsch, es muss ordentlich weh getan haben - überhaupt kann ich Mina total gut verstehen, das sie sich so schmutzig und hässlich vorkommt !
    Total begeistert bin ich davon, wie freundlich sie alle miteinander umgehen ! Die Tater scheinen sehr liebe Menschen zu sein und auch Mina benimmt sich höflich und freundlich - es macht Spaß das zu lesen. Endlich schnautzt sich mal keiner an....
    Lilja finde ich ganz bezaubernd und auch Rosa macht einen sehr guten Eindruck. Pipa scheint noch ein bisschen ungestüm und rotzig, aber sie ist ja auch noch jung.... ::)


    Dann findet sie den Drehorgelspieler am Fluss und es stellt sich herau, das er der Taterkönig ist....Mehr allerdings auch nicht, weil er einfach nur da liegt und nicht spricht. Es weiss auch niemand, warum er Mina zu den Tatern gelockt hat, oder war es Herr Tausendschön der Mina zu ihnen brachte ? Egal, auf jeden Fall wollte er, das sie dorthin kam. Aber warum ?
    Gehe ich richtig in der Annahme, das die bellenden Hunde von den Leuten kommen, die Mina suchen ?


    Als Mina zu ihrer Tante aufbrach, war ich sehr gespannt, was uns dort erwarten würde...Aber das hatte ich nicht erwartet - die Tante ist ja total schräg, bzw. durchgedreht :o Haben alle Frauen in der Familie ein Problem mit dem Verrücktsein ?? Wenn Llyren Recht hat und die Zwillinge eigentlich Minas Cousins sind, dann wurden sie vielleicht weggebracht, nicht weil sie selber nicht normal waren, sondern ihre Mutter, bzw. Minas Tante - also aus Schutz sozusagen....Aber irgentwie glaube ich das nicht....Dann hätte man sie doch zu Verwandten gebracht, sprich zu Minas Eltern...


    Geht Mina jetzt zu den Tatern zurück ? Bestimmt... :lesen:


  • Absolut großartig finde ich den Kater Tausenschön! Wie würdevoll er doch ist, so erhaben, wie Katzen oft sind. Wunderbar die Stelle, an der er sich als "Coiffeur" an Mina zu schaffen macht! Und lustig danach die Stelle, an der er sich mit Mina über ihr Aussehen streitet: "Ich sage nichts mehr dazu. Ich bin ja nur ein Kater." Ich konnte mir so richtig gut vorstellen, wie er danach etwas eingeschnappt weiter die Straße entlanggetänzelt ist :-)


    Genau, die Szene fand ich auch klasse!

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Und weiter geht der wundervolle Roman- Habe den 2. Abschnitt in einer 3/4 Stunde nahezu verschlungen :)


    Mina wacht nun nach einer rasanten Verfolgungsjagd bei den Tatern auf, die wohl unserem Bild von umherziehenden Zigeunern entsprechen, und lernt dort Lilja, Zilli, Rosa und einige andere Tatern kennen. Außerdem findet die den Drehorgelmann, welcher sich als kranker Taternkönig herraustellt. Sie fühlt sich sehr wohl bei ihnen, und ist von ihrer Ungezwungenheit sichtlich beeindruckt- Sie selbst kennt ja nur die strenge Umgebung ihres Guts. Doch schon bald nähert sich wieder Gefahr- durch Hunde ausgedrückt - Und sie trennt sich von den freundlichen Tatern, um mit Kater Tausendschön ihre Tante aufzusuchen, von der sie sich Antworten erhofft. Diese stellt sich jedoch als völlig verrückt herraus, so kommt es mir jedenfalls vor.


    Meiner Meinung nach, ist auch der 2. Abschnitt wirklich gelungen ! Bisher hat es sich nicht irgendwie unnötig in die Länge gezogen, ich habe jede Seite genoßen. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass das in einer Periode, in der nicht allzu viel passiert durchaus sein kann, da die Handlungen wirklich ausführlichst beschrieben sind, was aber bisher nur positiv herraussticht !


    Das Verhalten der Tante finde ich sehr irritierend. Aus ihren Äusserungen über Kinder im Zusammenhang mit Blumen werde ich einfach nicht schlau, auch nach mehrmaligem Lesen nicht. Doch ich bin zuversichtlich, dass sich das im weiteren Handlungsverlauf klären wird. Was ich ebenfalls als irritierend empfand, war, dass Mina zwar hauptsächlich positive Erinnerungen an die Besuche bei ihrer Tante hat, sich der erneute Besuch jedoch als weiter verstörend interpretieren lassen kann. Abgesehen davon scheint Mina einfach grundsätzlich kaum Erinnerungen an die Tante selbst zu haben- Merkwürdig, wenn man bedenkt, dass sie bei ihren letzten Besuchen mindestens 10 gewesen sein muss.


    Die Idee mit der wechselnden Augenfarbe des Taterkönigs, welche sich nach der Kondition der Erde richtet, finde ich übrigends wundervoll ! Ich glaube, dies ist der erste Sachverhalt in diesem Roman, der auf etwas magisch-mysthisches hindeutet- Wenn man von dem sprechenden, und dabei wahnsinnig sympathischen, Kater mal absieht ;)


    Apropos Kater: Ist euch aufgefallen, dass die Katzen bisher immer das "Gute" bisher immer als Katze - Verzeihung! Herr Kater Tausendschön- und das Böse immer als Hund gekennzeichnet worden ist ? Wirklich ein sympathischer Einfall, der vor allem mir als Katzenfanatiker sehr gefällt ! :)


    Also, auch für den zweiten Abschnitt wieder DAUMEN HOCH ! Ich bin gespannt, wie es weiter geht !


    Liebe Grüße, PinkMuffin :winken:

  • @ PinkMuffin, gerne! Hätt ich vielleicht bissl deutlicher schreiben sollen, damit keine Missverständnisse entstehen. Na, ich übe ja auch noch ... ;-)

  • Es wird mystisch, juhu! ;D Den Taterkönig finde ich einfach nur klasse - er ist sehr geheimnisvoll, und beschäftigt mich ganz schön... Da ist einmal das Rätsel, was genau er ist. Die Verkörperung des Landes, in seinen vielfältigen Formen. Aber er ist auch krank, in einem langen Schlaf versunken. Ich halte ihn nicht für tatenlos, aber etwas raubt ihm Lebensenergie. Was schwächt das Land? Diese "andere" Gruppe? Das Vergessen? Und was hat Mina damit zu tun? Denn er wird sie nicht grundlos aus dem Haus gelockt haben... Sind diese "Schwäne" wichtig für das Land, etwas besonderes?


    Die Tater wirken sehr lebendig auf mich, sie gehen liebevoll miteinander um - und viele von ihnen verbreiten eine besondere Stimmung. Lilja mag ich besonders gern, ich hoffe wir erfahren noch mehr über sie. :)
    Mina hat mit den ihr eingebläuten Vorurteilen zu kämpfen, aber sie kann sie überwinden. Mir hat gefallen, dass sie da hin und hergerissen war und ihre Erziehung nicht sofort gegenstandslos wurde. Und jetzt muss sie herausfinden, was stimmt und was nicht - oder ob es eine ganz andere Wahrheit gibt.


    Der Besuch bei der Tante war ja wirklich verwirrend! Und erschreckend, da Mina an ihren früheren Besuch nur positive Erinnerungen hatte. Trotzdem tut mir die Tante irgendwie leid, was hat sie nur erlebt? Kinder und Blumen, sie schwenkt da hin und her - sind Blumen ihre Kinder oder ist sie zwischendurch in die Vergangenheit "abgerutscht"? Warum sollten Blumen auf ihren Ruf hören und ins Haus kommen? Ich glaube ja, dass sie Kinder hatte, denen etwas zugestoßen ist. Draußen. Weil sie nicht auf sie gehört haben. Vielleicht ja auch nur, weil sie nicht "normale" Kinder werden konnten - weil sie besonders waren. Und dadurch etwas passierte.
    Eines verschwand "unter der schwarzen Erde", ist es gestorben? Oder... ist es einen Bund mit der Natur, dem Land, der Erde eingegangen?
    Und eines verschwand "hinter den Spiegeln". In eine andere Welt oder Wirklichkeit? Wurde es vielleicht "weggesperrt" oder irgendwie "unschädlich" gemacht?

  • @ Seychella, zu der Sache mit dem "hinter den Spiegeln" sag ich mal nix, das wird sich noch von selbst aufklären. Ansonsten, naja, die Tante hat eben ihre Kinder verloren (auf unterschiedliche Weise, wie gesagt, das klärt sich noch), und ich denke mir, sie hat die Blumen ein bisschen als Ersatz hergenommen - und wurde dann irgendwann so wirr im Kopf, dass sie es nicht mehr richtig auseinander halten konnte. Noch ein kleiner Tipp, die Tante ist in der Märchenstruktur, die zugrunde liegt, ja ein Teil der "Sonnen-Station" - und im Märchen tötet die heiße Sonne die kleinen Kinder ...
    Grauslich, ich weiß. Aber so sind Märchen halt ;-)