01 - Anfang bis Seite 83

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  • Hallo Ihr Lieben! :winken:

    Heute starten wir in eine neue Leserunde mit "Der siebte Schwan" und ich begrüße ganz herzlich alle TeilnehmerInnen sowie ganz besonders Lilach Mer, die uns begleiten wird.
    Liebe Lilach - vielen Dank, dass Du Dir Zeit für uns nimmst und Dich unseren Fragen stellst! :)

    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Leserunden FAQs durch. Postet hier bitte erst, wenn Ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder Fragen habt. Die Beiträge „Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an“ ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.

    Hier könnt Ihr über den Anfang bis Seite 83 schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

    Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß beim Lesen und Diskutieren! ;D

  • Dann fange ich mal an!


    Das Buch gefällt mir schon von außen hervorragend, das Coverbild ist so schön geheimnisvoll.
    Die Widmung an deine Familie, Lilach, klingt sehr liebevoll, eigentlich überfliege ich Widmungen meist, aber die ist mir ins Auge gesprungen ;)


    Auch innen geht es schön weiter mit den Ranken über den Kapiteln - solche Feinheiten machen das Leseerlebnis noch schöner!
    Gleich gebannt war ich aber auf jeden Fall von der poetischen Sprache - so märchenhaft und schöööön!


    Im Prolog will die (sterbende?) Großmutter ihrer Tochter und Enkelin etwas erzählen. Die Tochter will es wohl lieber nicht hören und die Enkelin weiß noch gar nicht, worum es geht.
    Zeitlich würde ich den Prolog in unsere Zeit einordnen, wegen der Bemerkung um das Auto und die Kutschen - aber keine Ahnung ob ich damit richtig liege? Und wer ist die Großmutter? Ich hab da ja eine Vermutung...


    Als es dann richtig losgeht mit Minas Geschichte, sind wir auf jeden Fall in der Vergangenheit, es gibt Diener, Kutschen, Kerzenlicht...
    Mina erscheint mir wie ein normales verträumtes Mädchen, wie sie da ihre Tage mit der Spieldose auf dem Dachboden verbringt. Wie kann man sie nur deshalb für verrückt halten?
    Das Medaillon - ob das ihre Brüder sind? Die "armen Kleinen", die auch für verrückt erklärt und weggebracht wurden? So klang es zumindest für mich. Die arme Mutter... zu sagen hat sie nichts und verliert so ihre Kinder.


    Der Kater ist großartig - ich bin ja eh ein Katzenfan und rede mit meinen 8 Samtpfoten, bisher hat mir allerdings noch keiner in unserer Sprache geantwortet ;D


    Minas Flucht vom Gutshof ist auf jeden Fall total spannend gewesen, wie sie erst die Zeit vergisst, immer weiter geht, dann nicht mehr zurückfindet und dann diese unheimliche Verfolgung :o
    Gut dass sie nun eine Zuflucht gefunden hat!


    Das Wort Tater für Zigeuner war mir bisher völlig unbekannt...

  • Hallo An Alle,
    na dann werde ich mal als Zweiter posten, da ich heute einen wunderschönen Saunatag hatte, wo ich mich in den Rzhephasen dem fantastischen Buch widmen konnte.
    Die Aufmachung, bzw. das Titelbild ist für mich schon irgendwie geheimnisvoll. Vermute das Mädchen auf dem Bild wird Mina sein.


    Die Geschichte beginnt für mich in der Gegenwart. Eine Großmutter möchte ihrer Tochter und ihrer Enkelin eine Geschcihte erzählen, die mit einer Melodie aus einer Schmuckkassette beginnt. (Ich vermute mal, dass die Großmutter Mina sein könnte) Dann befinden wir uns in der Vergangenheit, schätze so Beginn des 20. Jahrhundert aufgrund der Pferdekutschen und der Beschreibung des Gutslebens.
    Mina, ein junges Mädchen, wächst in gut situierten Verhältnissen auf einem Gutshof auf, mit Dienerschaft, Mamselle, Privatlehrer usw., sodass ihr das "normale" Leben erstmal fremd ist. Auch wird Sie als junge Dame erzogen und steht kurz vor ihrer Konfirmation.
    Am liebsten hält Mina sich verbotener Weise auf dem Dachboden auf und tanzt nach einer Melodie einer Schmuckkassette. Diese Kassette beherbergt in einem Geheimfach ein Medalion mit zwei Fotos drin. Auf diesen Fotos sind die Bilder zweier Jungen abgebildet, wahrscheinlich Zwillinge. (Hier werde ich den Verdacht nicht los, dass dies ihre Geschwister sein könnten)
    Soweit das "normale" Leben von Mina.


    Bei einem Besuch des Hausartzes erlauscht Mina ein Gespräch zwischen ihrem Vater und diesem Azt und erfährt somit, das Sie aufgrund ihres angelblich seltsamen Verhaltens (die Sache mit dem Dachboden) als "verrückt" gelten könnte. Dies möchte der Arzt in einer "Institution" herausfinden. Als Mina dies hört, flüchtet sie auf den Dachboden und sieht von dort einen Drehorgelspieler, welcher ihr Lied, das Lied aus der Schmuckkassette spielt. Sie versucht ihn zu verfolgen und verlässt so den Gutshof. Bei Einbruch der Dunkelheit merkt sie erst, wie weit sie dem Drehorgelspieler vergeblich gefolgt ist und findet nun den richtigen Weg nicht mehr zurück. DA lernt sie die Katze, verzeihung, den Kater Wunderschön kenne, welcher sich auf einmal mit ihr unterhalten kann. Dieser bringt sie nach einer atemberaubenden und spannenden Flucht in ein Lager der Tater.


    Die ganze Story ist bis jetzt für mich schon so richtig spannend und fesselnd beschrieben. Poetisch und detailreich werden die Protagonisten und die Landschaft gezeichnet.
    Allerdings stellt sich für mich die Frage, wer hat Mina eigentlich verfolgt? War dies schon ein Suchtrupp?
    Wenn, dann würde das ein wahrhaftig "gut behüteten Elternhaus" bedeuten.
    Was bedeutet eigentlich Tater? ??? Eventuell Zigeuner? Hatte danach gegoogelt, aber nichts brauchbares gefunden. Tater=Täter


    LG Yoda

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • So, nun hat die lang erwartete Leserunde endlich begonnen. :)
    Auch mir gefällt das Buch von der Aufmachung her unheimlich gut. Das Cover ist sehr schön gezeichnet und man hat direkt eine Vorstellung von Mina. Auch im Regal sieht es unheimlich gut aus mit dem vergoldeten Schnörkel-Schriftzug.
    Zum Inhaltlichen: Die Geschichte macht einen sehr märchenhaften Eindruck. Es scheint so, als wolle uns das Buch verzaubern. Auf jeden Fall wird man als Leser schnell in eine andere, ältere Zeit versetzt. Mina ist ein sympathischer Charakter und man darf gespannt sein, welche Geheimnisse noch in dem Buch stecken.
    Die beiden Jungen in der Spieluhr könnten tatsächlich ihre Brüder sein. Oder zumindest zwei Personen, mit denen Mina schon einmal zu tun hatte und sicher noch zu tun haben wird.
    Bei der Katze Tausendschön frage ich mich, ob sie gute Absichten hat oder das Mädchen in eine düstere Welt ziehen wird?
    Insgesamt fiel mir der Einstieg ein wenig schwer. Das liegt zum einen daran, dass ich sonst High-Fantasy-Leser bin und dies nun so eine ganz andere Sparte der Fantasy ist. Zum anderen musste ich mich in den etwas andersartigen Schreibstil erst einlesen.
    Die Geschichte erinnert mich übrigens teilweise an Alice im Wunderland, mit ihrer sprechenden Grinsekatze; während der Doktor mit seiner Kutsche und der Name "Mina" an Dracula erinnern...


  • Allerdings stellt sich für mich die Frage, wer hat Mina eigentlich verfolgt? War dies schon ein Suchtrupp?
    Wenn, dann würde das ein wahrhaftig "gut behüteten Elternhaus" bedeuten.


    Ich habe mich auch gewundert - als Mina losgeht, sagt sie ja, dass sie noch nie allein das Gut verlassen hat. Kaum zu glauben, dass sie nie irgendwo "draußen" gespielt hat... aber vielleicht wird sie so bewacht und behütet, weil alle Angst um sie haben?



    Was bedeutet eigentlich Tater? ??? Eventuell Zigeuner? Hatte danach gegoogelt, aber nichts brauchbares gefunden. Tater=Täter


    Der Kater sagt es ja auch S. 83 - Tater = Zigeuner. Ich kannte den Begriff aber auch nicht... Meine google-Suche hat ergeben, dass es ein norddeutscher Begriff ist?

  • Hallo, Ihr alle, freut mich sehr, dass es nun richtig losgeht - und dass die ersten schon mal sehr nette Dinge über das Schwänchen gepostet haben! ;-) Bin gespannt, wie es weiter gehen wird.


    @ Methexchen und Yoda, ich glaube, zu Minas Zeit war es wirklich nicht üblich, dass junge, wohlerzogene Mädchen einfach allein in der Gegend herumstromerten. Das gehörte sich einfach nicht. Und in Minas Fall, das ist richtig, kommt noch dazu, dass die Eltern eh so über-beschützend sind.

  • Hallo Lilach,



    @ Methexchen und Yoda, ich glaube, zu Minas Zeit war es wirklich nicht üblich, dass junge, wohlerzogene Mädchen einfach allein in der Gegend herumstromerten. Das gehörte sich einfach nicht. Und in Minas Fall, das ist richtig, kommt noch dazu, dass die Eltern eh so über-beschützend sind.


    das heißt also, das im Falle von Mina Sie nur den Gutshof mit den Gärten kannte und alles ausserhalb für Sie Neuland wäre. Seltsame Behütung, aber für diese Zeit, denke ich, ganz normal. Abeer dies galt doch sicher nur für das weibliche Geschlecht, oder durften die "Jungs" auch nicht den Hof verlassen?? :o Für mich absolut unvorstellbar


    Gruß Yoda

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • Hallo ihr Lieben,


    ich hatte ja pünktlich am Freitag mit dem Lesen angefangen, aber dann hat sich der Tag gestern nicht so entwickelt wie geplant und deswegen konnte ich erst heute weiterlesen.


    Aber ich bin ja sooo begeistert von dem Buch bisher!!! Ehrlich gesagt hatte ich das gar nicht erwartet. Also ich hatte mich natürlich wahnsinnig auf das Buch gefreut und der Klappentext hat sich auch total super angehört, aber momentan übertrifft es meine Erwartungen trotzdem noch. Und das liegt wohl am allermeisten an dem wunderschönen, märchenhaften Schreibstil. Da muss man sich nicht einmal anstrengen, dass die Bilder vor dem inneren Auge auftauchen. Vor allem den Dachboden fand ich so schön beschrieben, ich glaube, da hätte ich auch die meiste Zeit verbracht, wenn man mich so "eingesperrt" hätte.


    Ich denke auch, dass die Großmutter Mina ist. Am Anfang war ich mir nicht sicher, wie ich diesen Prolog einordnen soll, aber allein wegen des Autos muss es ja nach der Geschichte mit Mina spielen. Und da die Großmutter im Besitz einer Spieluhr ist...


    Mina mochte ich übrigens von Anfang an, so einsam und verträumt wie sie ist. Der Dokor hingegen war mir sofort suspekt, wobei ich zuerst eher darauf getippt hätte, dass er Mina heiraten will (soll ja früher öfter vorgekommen sein, ein solcher Altersunterschied). Dass er sie einweisen lassen will ist aber auch nicht unbedingt besser. Im Moment gehe ich stark davon aus, dass die Zwillinge Minas ältere Brüder sind. Jetzt bin ich natürlich wahnsinnig gespannt, was es mit den beiden auf sich hat. Ob die sich überhaupt noch in der Anstalt befinden? Oder warum will der Doktor nicht, dass die Mutter sie besucht?


    Dass Mina dann einfach so, wegen dieser Melodie den Gutshof verlässt und immer weiter geht, ohne zu merken wie spät es eigentlich ist, fand ich richtig typisch für sie und ich hätte das wahrscheinlich auch gemacht. ;D Da ist dann plötzlich dieser Abenteuerdrang bzw. diese Neugier da und dann denkt man auch an gar nichts anderes. Da sie ja noch nie alleine von zuhause fort war, ist ihr wahrscheinlich anfangs auch gar nicht klar, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Solche Erfahrungen hat sie ja noch nicht gemacht. Dafür ist die Angst dann umso größer, als sie merkt, dass sie tatsächlich zu weit gegangen ist.


    Und spätetens als dann Tausendschön auftaucht (der Name kommt mir irgendwie bekannt vor - hat der eine bestimmte Bedeutung, Lilach?), driftet die Geschichte endgültig in die Märchenwelt ab. Furchtbar süß ist die Szene mit den Regentropfen. "Was haben Sie? Ich bin ein Kater, das sehen Sie doch." :D


    Die Jagd war auch richtig spannend, aber warum wird Mina von der Wilden Jagd (findet die nicht irgendwann um Neujahr statt?) verfolgt? Und was hat es mit dem Feenkreis und den Zigeunern auf sich?


    Bevor ich jetzt noch weiter hier rumschwafle, les ich lieber weiter! Bis später! :winken:


    EDIT: Ganz vergessen zu schreiben: Besonders gefällt mir ja auch, dass das Buch in Schleswig-Holstein spielt. Da ziehe ich nämlich demnächst hin, nachdem ich schon seit meiner Kindheit fast jeden Urlaub dort verbracht habe. :herz:


  • Im Moment gehe ich stark davon aus, dass die Zwillinge Minas ältere Brüder sind. Jetzt bin ich natürlich wahnsinnig gespannt, was es mit den beiden auf sich hat. Ob die sich überhaupt noch in der Anstalt befinden? Oder warum will der Doktor nicht, dass die Mutter sie besucht?


    Oh, habe ich hier etwas überlesen, oder wo stand, das es Zwillinge sind und diese sich in einer Anstalt befinden??

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  • Der Dokor hingegen war mir sofort suspekt, wobei ich zuerst eher darauf getippt hätte, dass er Mina heiraten will (soll ja früher öfter vorgekommen sein, ein solcher Altersunterschied).


    Er will sie nicht nur heiraten, so wie ich das gelesen habe, sondern sie ist ihm wohl schon irgendwie zugesagt.
    Leider war es zu besagter Zeit häufig üblich, die jungen Damen des hauses an so alte "Knacker" zu verheiraten (meistens gab es vom Bräutigam noch ein gutes finanzielles Zubrot für die Eltern der Braut). Wohlstand, Anstand (Pah) und vor allem das wichtigste: das hierdurch ein gutes Ansehen des elterlichen Hauses der Braut erfolgte.

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • Oh, habe ich hier etwas überlesen, oder wo stand, das es Zwillinge sind und diese sich in einer Anstalt befinden??


    Ich bin auch davon ausgegangen. Sie sehen sich ja auf den Bildern im Medaillon so ähnlich, dass Mina sie erst für einen einzigen Jungen gehalten hat...
    Und sie wurden weggebracht und die Mutter sagt irgendwo, dass sie sie "dort" nicht besuchen darf...

  • Ich bin auch davon ausgegangen. Sie sehen sich ja auf den Bildern im Medaillon so ähnlich, dass Mina sie erst für einen einzigen Jungen gehalten hat...
    Und sie wurden weggebracht und die Mutter sagt irgendwo, dass sie sie "dort" nicht besuchen darf...


    OK, hätte aber auch sein können, dass diese tod sind.

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • Das hat Mina ja zuerst auch gedacht... aber nach dem Gespräch zwischen ihren Eltern und dem Doktor hat sie das Grübeln angefangen... wobei sie noch nicht weiß, ob das ihre Brüder sind, das sind Spekulationen unsererseits ;)

  • Hallo ihr Lieben,
    heute klinke ich mich dann auch in die Leserunde ein - meine allererste übrigens :-)
    Schon einige haben hier gesagt, dass sie das Cover und die Gestaltung toll finden - dem kann ich mich nur anschließen! Das Cover wirkt sehr geheimnisvoll, das Licht, das von der Feder augeht, fast magisch. Überhaupt gefällt mir das Spiel mit Licht und Schatten sehr gut. Und Mina könnte ich mir wirklich so vorstellen wie das Mädchen auf dem Cover.


    Jetzt zum Inhalt:
    So auf den ersten zehn Seiten hatte ich zunächst etwas Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Das Staunen über die poetische Sprache und dieser ganz eigene Rhythmus, in dem Lilach schreibt, hat mich davon abgelenkt, genau zu verfolgen, was gerade passiert und in welchem Verhältnis die Personen zueinander stehen. Bald war dann aber klar, dass es sich um Tochter, Mutter und Großmutter handelt, und ich konnte mich so richtig in die Geschichte hineinversetzen. Das Buch wirkt von Anfang an sehr geheimnisvoll und bereitet den Leser darauf vor, dass er es noch mit vielen Mythen zu tun bekommen wird.
    Interessant fand ich, wie das Verhältnis zwischen Mutter und Großmutter beschrieben wird: die Mutter hat die vielen (Lügen-?)Geschichten der Großmutter schon so oft gehört, dass sie sehr abweisend auf diese Erzählungen reagiert - ich konnte mir gut vorstellen, dass dies schon jahrelang so ging. Mir schien es sich um eine typische problematische Mutter-Tochter-Beziehung zu handeln. Die Tochter/Enkelin hingegen kann dies mit mehr Abstand betrachten und freut sich auf die Geschichten der Großmutter.
    Ich kann leider nicht genau sagen, woran ich das festmache, aber für mich scheint diese "Rahmengeschichte" nicht ganz in der Gegenwart zu spielen, ich würde eher auf die 70er/80er Jahre tippen, dann wäre die Großmutter also um die Jahrhundertwende geboren.


    Die kleine Mina war mir dann auch sofort sympathisch. Ein verspieltes und einsames Kind, das sich ganz in seine Traumwelt zurückziehen kann. Von den Eltern wird sie für verrückt gehalten und soll deswegen in eine Anstalt gebracht werden. Beim Lesen hatte ich auch das Gefühl, dass der Arzt mehr als nur ein medizinisches Interesse an Mina hat. Die Mutter scheint völlig apathisch und außerstande, sich für ihr Kind einzusetzen.
    Bei den Zwillingen bin ich mir noch nicht sicher, ob diese wirklich ihre Brüder sind, da sie sich gar nicht an sie zu erinnern scheint und sie nur auf diesem Foto existieren. Wenn Mina aber 14 Jahre alt ist, dann sollte sie ihre Brüder doch kennengelernt haben, oder?


    Die Verfolgungsjagd empfand ich als sehr spannend, wie Mina sich durch die Dunkelheit und den Regen kämpft, da habe ich richtig mit ihr mitgelitten. Dann erschien der wunderbare Kater Tausendschön auf der Bildfläche. Auch bei ihm bin ich mir noch nicht sicher, was er im Schilde führt. Kann er wirklich sprechen oder denkt Mina sich das in ihren Tagträumen aus? Will er ihr helfen oder führt er sie auf die falsche Fährte? Als sie ihm schließlich zu den Tatern folgt, musste ich sehr an "Alice im Wunderland" denken - Alice folgt dem Kaninchen und fällt durch ein Loch in eine andere Welt. Mina kämpft sich durch das Unterholz und landet bei den fremden Tatern.


    Ich bin sehr neugierig, wie es jetzt weitergeht! Der Anfang wirft bisher viele Fragen auf, nichts scheint eindeutig: die Intentionen der Charaktere sind noch recht undurchsichtig und man fragt sich, ob alles Geschehen Realität ist oder manches nur in Minas Kopf passiert... Sehr spannend! Auf jeden Fall hofft man für die kleine Mina, dass sich alles zum Guten für sie wenden wird - ihre Familie, die sie bisher so eingesperrt hat, scheint aber viel zu mächtig, als dass ein gutes Ende möglich wäre...


    Grüße von der Bücherdiebin!

  • Hallo :winken:


    Bis jetzt bin ich von dem Buch begeistert! Ich hatte auch vorher in Rezensionen gelesen, dass man sich erst in die Sprache einfinden müssen. Aber das finde ich überhaupt nicht. Wunderschön verträumt und märchenhaft. Besonders aufgefallen ist mir das schon im Prolog, wo fast nie von 'ihre Tocher' oder 'ihre Enkelin' die Rede ist, sondern nur von 'die Tochter'. Das ist eine nur ein winziger Unterschied, der aber der Geschichte einen völlig anderen Klang gibt, so richtig schön märchenhaft...
    Das mit dem Auto hatte ich irgendwie überlesen bzw. gleich wieder vergessen. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass die eigentliche Hauptgeschichte nach dem Prolog spielt und die Enkelin Mina ist... Da musste ich glatt noch mal nachlesen und bin jetzt eines Besseren belehrt ;)


    Ist eigentlich noch jemandem der Hinweis mit den Gedanken im Prolog aufgefallen? ...öffnete sogar den Mund dabei, obwohl es überflüssig war. Es gab keine Nische in ihrem Geburtshaus, die sie nicht mit ihren Gedanken erreichen konnte. Ich bin mal gespannt, ob und wie das noch weiter ausgebaut wird.
    Außerdem glaube ich nicht, dass die Tochter die Geschichte ihrer Mutter für eine Lüge hält. Zumindest nicht vollständig. Sie fürchtet vielmehr eher, dass sie großen Einfluss auf das Leben ihrer Tochter nehmen wird.
    Ob die Gans im Traum ein Schwan war? ;)


    Das mit den Zwillingen sehe ich auch so: Anscheinend wurden sie als verrückt (und für Mina gefährlich?) in eine Anstalt gebracht. Und offenbar geht es ihnen dort so schlecht, dass sie nicht mal ihre Mutter besuchen darf. Aber dann müsste sie doch von dem Foto und damit der Spieluhr wissen, richtig? Irgend jemand muss die Spieluhr ja mal auf den Dachboden gebracht haben... Außer die Schwester der Mutter hat mehr damit zu tun, als nur ein weiterer Fall von Wahnsinn zu sein... Hat sich eigentlich noch jemand über die Bemerkung "kühler männlicher Verstand" geärgert?!


    Minas Flucht kam für mich etwas plötzlich, ich hatte eigentlich gedacht, sie würde erst noch einmal zurückkommen, noch etwas Anderes mitbekommen und erst danach gezielt weglaufen. Aber andererseits ist es nur konsequent so... Und woher kam denn die plötzliche Gabelung auf dem Rückweg? Die Verfolger kamen ja auch nicht aus der Richtung des Gutshofes, sondern von hinten. Ich denke, da werde ich mal weitere Details abwarten ;)


    Methexchen: Ja, bei dem Namen 'Mina' musste ich auch unwillkürlich an Dracula denken. Obwohl da Meilen dazwischen liegen ;)
    Laut Klappentext ist Mina ja 14. Aber momentan kommt sie mir irgendwie jünger vor. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass sie so verträumt ist.


    Mit Alice im Wunderland würde ich die Handlung aber bisher nicht vergleichen. Nur weil eine sprechende Katze mitspielt... Außerdem ist die Handlung bei Alice um einiges absurder, während es hier eher in Richtung märchenhaft geht.
    Apropos märchenhaft: zwei Beschreibungen fand ich übrigens besonders schön. Zum einen den Anfang des Prologs (ok, ich gebe es zu, ich habe einen Faible dafür ;) ), die Beschreibung des Morgens: herzzerreißend licht
    Und zum zweiten die Szene, als Mina die Musik des Musikanten hört...
    :herz:


    So, ich gehe jetzt wieder weiterlesen. Man sieht sich! :winken:

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Ist eigentlich noch jemandem der Hinweis mit den Gedanken im Prolog aufgefallen? ...öffnete sogar den Mund dabei, obwohl es überflüssig war. Es gab keine Nische in ihrem Geburtshaus, die sie nicht mit ihren Gedanken erreichen konnte. Ich bin mal gespannt, ob und wie das noch weiter ausgebaut wird.
    Außerdem glaube ich nicht, dass die Tochter die Geschichte ihrer Mutter für eine Lüge hält. Zumindest nicht vollständig. Sie fürchtet vielmehr eher, dass sie großen Einfluss auf das Leben ihrer Tochter nehmen wird.
    Ob die Gans im Traum ein Schwan war? ;)


    Jaaa, das hab ich auch gelesen und fand es sehr interessant - leider war der Prolog dann ja schnell zu Ende und ich hab nicht weiter drüber nachgedacht! Die Tochter scheint von derartigen Gaben aber nichts wissen zu wollen, deswegen ruft die Großmutter dann doch auf normale Weise nach den beiden...

  • Haaaalt! meine Eindrücke fehlen noch :winken: ihr seid ja alle so schnell..

    Entschuldigt Wiederholungen, ich habe noch nicht die Zeit gefunden mir eure Beiträge durchzulesen..

    Was mir bisher echt gut gefällt, mehr als das, ist wie Lilach den Spannungfaktor gestaltet. Obwohl noch nich wirklich viel passiert hat mein Herz trotzdem wie wild angefangen zu schlagen. Ich habe mich teilweise richtig gegruselt. Z.B. als Mina die geheime Schublade öffnet und von den Zwillingen spricht oder als der Orgelspieler plötzlich auftritt...Außerdem als sie im Dunkeln versucht den Weg nach Hause zu finden..Das sind ja alles fast alltägliche Situationen, aber durch die Anwendung der Sprache macht Lilach echt etwas magisches daraus..alle Achtung! :anbet:

    Den Namen Tausendshcön finde ich super...ich bin fast verführt mir einen Kater zu holen und ihn so zu nennen. Aber ich will nochmal abwarten, was das Katerchen noch für eine Rolle spielen wird.

    Ich stelle mir aber die ganze Zeit die Frage, ob Mina wirklich nur kindlich verrückt ist, oder ob hinter dem ganzen wirklich etwas fantastisches steckt. Natürlich dreht es sich um einen Fantasy-Roman, also ist sie logischerweise nicht einfach verrückt. Aber ich finde es gut gelungen dargestellt, denn so wie Mina sich verhält und redet klingt es ganz nach einer kindlichen psychischen Krankheit.

    Außerdem bin ich mir nicht so sicher was es mit dem guten Doktor auf sich hat. Er war die Jahre so lieb zu Mina, doch jetzt scheint er sich zu verändern und auch der Kater stellt ihn vielmehr als negative Persönlichkeit da...Es bleibt spannend.

    Der Teil endet im Kreis um das Lagerfeuer, allerdings werden die anderen Figuren, die im Kreis sind nicht beschrieben..Das finde ich echt spannend aber auch wieder gruselig..nicht zu wissen, mit wem ich da ums Feuer sitze und wer mir da was für eine Flüssigkeit einflöst.. Vor allem bin ich gespannt was es mit dem lager auf sich hat.


    Schwäne kamen auch noch keine vor.. auf die Verbindung zum Titel bin ich gespannt..

    Aber vorweg: Das Buch hat mich so in seinen Bann gerissen, das kann nicht schlecht werden..Ich bin echt begeistert!!

    Alles Liebe, das Fräulein. :lesen:

  • Ach, ich liebe es, so nette Dinge über mein Schwänchen zu lesen, dank Euch allen!


    Allerdings, eins hat mich verwirrt: Einige von Euch meinen, wenn ich das richtig verstanden habe, Mina wäre irgendwie dem Doktor zur Ehe versprochen? Nee, das ist nicht so. Woraus schließt Ihr das denn?


    @ Sookie, wie toll und wie passend, dass Du demnächst in den Norden ziehst! Dann kannst Du ja zwischendurch auf Minas Spuren wandeln ;-) Ein paar Orte, die im Buch auftauchen, gibt es auch in Wirklichkeit.
    Ich habe mich übrigens auch sehr gefreut, dass Du die Szene mit dem Kater und den Regentropfen mochtest. Tausendschön ist ja die ganze Zeit sonst so würdevoll - er musste doch auch ein bisschen wie ein "richtiger" Kater sein. Und meiner regt sich immer maßlos über das Tropfengehüpfe auf ;-)
    @ Fräulein Berger, direkt in diesem Zusammenhang, Mööönsch, ich wäre ja arg stolz, wenn Du wirklich irgendwann mal ein Katerchen nach dem vornehmen Herrn Tausendschön nennen würdest!


    Meiner - also, Tausendschöns Vorbild, gewissermaßen - heißt übrigens Joringel, wie aus dem Märchen. Aber er ist meistens überhaupt nicht würdevoll, sondern frech und wild und raufboldig. Ein echter, verrückter "Kater Rackezahn". Manchmal allerdings hat er schon den echten "Tausendschön-Blick" drauf, als wollte er sagen: Das ist natürlich ziemlich dämlich, was Du dort gerade machst, liebe Lilach. Aber das musst Du schon selbst herausfinden ... ;-)


    @ Spatzi und Llyren, der Prolog hat am Ende noch - ordnungsgemäß - sein Gegenstück, da wird vieles wieder aufgegriffen. Was die Gans angeht - ich würde sagen, unwahrscheinlich wär's nicht ... ;-)


  • Allerdings, eins hat mich verwirrt: Einige von Euch meinen, wenn ich das richtig verstanden habe, Mina wäre irgendwie dem Doktor zur Ehe versprochen? Nee, das ist nicht so. Woraus schließt Ihr das denn?


    Ähem, ich glaub, das ist auf meinem Mist gewachsen, weil ich geschrieben hatte, dass ich zuerst vermutet hatte, der Doktor könnte so etwas in der Richtung vorhaben. Mir kam es nämlich so seltsam vor, dass er sie seit ihrer Kindheit immer wieder besucht und ihr Geschenke mitbringt. Aber es hat sich dann ja auf andere Weise geklärt. ;)


    Und ja, also vor dieser Tropfenszene war ich mir nicht so recht sicher, was ich von dem Kater halten sollte, aber damit hatte er mich dann für sich eingenommen. ;D Ich hoffe ja, er spielt im Verlauf der Geschichte noch eine größere Rolle!?


    LG,
    Sookie

  • Zitat

    Meiner - also, Tausendschöns Vorbild, gewissermaßen - heißt übrigens Joringel, wie aus dem Märchen. Aber er ist meistens überhaupt nicht würdevoll, sondern frech und wild und raufboldig. Ein echter, verrückter "Kater Rackezahn". Manchmal allerdings hat er schon den echten "Tausendschön-Blick" drauf, als wollte er sagen: Das ist natürlich ziemlich dämlich, was Du dort gerade machst, liebe Lilach. Aber das musst Du schon selbst herausfinden ... ;-)


    Wie schön, noch ein Katzenfan!


    Ich hab hier 8 solche Exemplare, würdevoll sind die aber eher selten ;D
    Sprechen können sie teilweise auch, nur ich dummer Mensch versteh sie nicht immer...