Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)

Leserunden.de wurde am 31.12.2018 eingestellt. Registrierungen und Antworten sind nicht mehr möglich. Der Betrieb geht im Bücherforum von Literaturschock weiter.
Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, es aber noch tun wollen!

  • Wilhelmina, genannt Mina, ist ein junges Mädchen zur Zeit des deutschen Kaiserreichs. Sie wächst auf einem Gutshof in Schleswig-Holstein in sehr behüteter Umgebung auf. So oft sie kann, schleicht sie sich auf den Dachboden und tanzt zur Musik einer alten Spieluhr. Dabei vergisst sie alles um sich herum und versinkt in ihrer eigenen Welt.


    Eines Tages belauscht sie ein Gespräch zwischen ihren Eltern und dem befreundeten Doktor, den sie seit ihrer Kindheit kennt. Es ist die Rede von einer Krankheit, vom Wegbringen und auch von früheren Kindern, denen nicht geholfen werden konnte. Hatte sie Brüder? Mina erinnert sich nicht, aber sie fühlt, dass da etwas war und macht sich auf die Suche. Der sprechende Kater Tausendschön bringt sie zu den im Wald lebenden Tatern (Zigeuner), die Mina weiterhelfen. Aber weite Strecken des Weges muss Mina alleine zurücklegen und dabei schwere Prüfungen bestehen.


    Auf wunderschöne Art und Weise, in märchenhafter Sprache, wird Minas Weg geschildert. Am Anfang hatte ich etwas Probleme, mich auf diese Art der Geschichte einzulassen. Zu lange her sind die Märchen und Sagen, die ich als Kind gelesen habe.


    Ich hatte allerdings das Glück, das Buch hier in der Leserunde zu lesen und Lilach hat so viele Hinweise und Erklärungen gegeben, die ich sonst überlesen hätte. Dadurch hat sich noch einmal ein völlig anderer Blick auf das Buch eröffnet. Nochmals Danke dafür! :-*


    Ganz sicher ist „Der siebte Schwan“ ein Buch, das man mehrmals lesen kann und wobei man immer wieder neue bezaubernde Kleinigkeiten entdecken wird!

  • Zum Buch
    Das Buch hat mir sehr gut gefallen, besonders die Sprache vermochte mich zu begeistern. Wunderschön poetisch und bildhaft wurden die Gefühle der Mina beschrieben, die Musik, die Welt, in der sie sich bewegt. In den einzelnen Threads habe ich auch ein paar schöne Stellen herausgesucht und vermutlich werde ich das Buch allein dahingehend noch einmal durchgehen.
    Mir ist das Märchen, dass den Ursprung der Handlung darstellt, nicht wirklich geläufig. Insofern kann ich sagen, dass man sich auch ohne Kenntnis desselben durchaus an das Schwänchen heranwagen kann. Allerdings muss man bereit sein, sich auf eine märchenhafte Erzählung einzulassen. Erst dann kann man sich in der magischen Welt verlieren und von der Handlung fesseln lassen.
    Es ist auch definitiv ein Buch, dass man öfter als einmal lesen kann. Vermutlich werde ich mir vorher noch das zugehörige Märchen und eine paar der zahlreichen verarbeiteten Mythen anschauen. Mal sehen, was sich dann noch so alles entdecken lässt.


    Zur Leserunde
    So, das war also meine erste Leserunde hier. Und ich muss sagen, dass sie mir sehr gut gefallen hat.
    Danke Dir, Lilach, dass Du uns immer wieder Tipps und Hinweise gegeben hast. Das war besonders bei den verschiedenen Mythen hilfreich.
    Ich kann mir aber vorstellen, dass vielleicht das "Lesen in Abschnitten" bei diesem Buch nicht so gut funktioniert wie bei anderen. Anstatt zu stoppen, um über den letzten Abschnitt zu sinnieren und dabei vielleicht auf ein paar unklare Punkte zu stoßen, ist es an manchen Stellen geschickter, einfach weiterzulesen. Denn, wie Du zwischendurch auch mal erwähnt hattest, die Handlung fängt einen schon wieder ein.
    Trotzdem war es eine tolle Erfahrung, vielen Dank dafür! :winken:

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Die Aufmachung des Buches hat mir sehr, sehr gut gefallen - das Cover mit dem Mädchen, das so verträumt auf die Feder guckt, passt perfekt zu der Geschichte, die die Autorin sehr liebevoll und detailgetreu erzählt.
    Desweiteren hat mich die Tatsache begeistert, das die Geschichte in Schleswig-Holstein, genauer gesagt im schönen Landstrich Angeln, spielt. So konnte ich sie gleich in die richtige Atmosphäre packen.


    Mit der Geschichte selber, habe ich mich anfangs ziemlich schwer getan. Aber mit den Erklärungen und Hinweisen der Autorin, habe ich dann doch noch Zugang gefunden und habe die zweite Hälfte des Buches sogar ein wenig geniessen können. Ich persönlich bin kein so großer Fan von Märchen und trotzdem hat die Autorin es geschafft, das ich das Buch ( nachdem es so schwierig für mich anfing ) weiterlas und nicht nach 100 Seiten aus der Hand legte.


    Großen Gefallen hab ich an der Hauptfigur Wilhelmina "Mina" gefunden, die mir im laufe der Geschichte so richtig ans Herz wuchs. Und auch die anderen Figuren sind sehr stimmig. Am besten Gefallen hat mir jedoch, das Mina den Wald herbei holen konnte und das Blumen sprechen - ich bin halt doch eine Fantasy-Nudel :)
    Mit der Erwartung an einen "normalen" Fantasy-Roman bin ich hier rangegangen, habe dann allerdings Fantasy der etwas anderen Art bekommen. Enttäuscht bin ich aber keineswegs, ich musste mich nur von meiner Erwartungshaltung lösen und das Buch als das lesen, was es ist - nämlich ein wunderschön erzähltes Märchen !!


    Fazit :


    Auch wenn ich lesetechnisch kein Leisetreter bin und mich mit blumiger Sprache, sehr detailreicher Beschreibungen und ruhiger Erzählweise oftmals sehr schwer tue, passt es hier alles so gut zu der Geschichte, das selbst ich nichts daran verändern würde ;D


    Zur Leserunde :


    Die Leserunde hat mir viel Spaß gemacht und diesmal war ich wirklich froh das Buch in der Leserunde gelesen zu haben, sonst hätte ich wahrscheinlich irgendwann abgebrochen, weil ich zuviel nicht verstanden, bzw. nicht richtig hätte einordnen können. So aber habe ich es Dank der Unterstützung von Lilach und den Ideen der Leserunde doch noch auf die Reihe bekommen ;D
    Liebe Lilach, vielen Dank für deine tatkräftige Unterstützung und deine geduldigen Erklärungen. Es hat mir sehr viel Spaß mit dir gemacht und ich freue mich schon auf die nächste Leserunde mit dir.
    Hoffentlich hat dir die Leserunde ebenfalls gefallen :winken:

  • Hallo ihr Lieben,


    endlich habe ich es geschafft, meine Rezension zum "Schwänchen" zu schreiben und melde mich deshalb hier auch mal wieder zu Wort. Ich war von dem Buch ehrlich gesagt ziemlich überwältigt und musste mich auch für meine Rezension erst einmal "sammeln", um alle Eindrücke unterbringen zu können. Auch sonst brauche ich immer einige Tage, bis ich ein Buch bewerten kann, aber dieses Buch regt mich noch immer zum Nachdenken an und deshalb war es sehr schwierig für mich, das alles in Worte zu fassen.



    Hier aber erstmal mein allgemeines Fazit zur Leserunde:
    Dies war die allererste Leserunde, an der ich teilgenommen habe. Ich bin im Vorfeld nur zufällig über Lilachs Blog hierher gestolpert und kannte das Prinzip einer Leserunde vorher gar nicht. Aber gleich vorweg: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, "Der siebte Schwan" mit euch zu lesen!


    Ein ganz großes Kompliment natürlich an Lilach, die (immer noch) unermüdlich all unsere Fragen beantwortet, uns wenn nötig auch mal eine ganze Buchpassage erklärt hat und uns sooo viele Hintergrundinfos geliefert hat. Wirklich ein dickes Dankeschön dafür!


    Ohne die Leserunde wäre mir sehr viel vom Buch verloren gegangen, da ich die ganzen Sagen, auf denen das "Schwänchen" basiert, vorher gar nicht kannte. Auch die Erklärungen zu den Zinken auf Lilachs Blog fand ich sehr spannend (und hilfreich)! Der Austausch mit den anderen Lesern hat mir oft geholfen, eine Passage besser zu verstehen, da hier verschiedene Interpretationen aufeinander gestoßen sind und ich nochmal über alles Gelesene nachdenken konnte, um zu meiner eigenen Interpretation zu finden. Der Inhalt mancher Abschnitte, in denen ich mich wohl zu sehr in der Sprache verloren hatte und mit der Geschichte nicht mehr mitgekommen bin, wurde mir hier schließlich auch besser verdeutlicht. Danke an alle Leser, die hier fleißig erklärt und diskutiert haben!


    Insgesamt hat mir das reflektierende Lesen gerade bei diesem Buch sehr geholfen - hätte ich das Buch einfach nur so "privat" gelesen, hätte ich wahrscheinlich nicht so viel über das Gelesene nachgedacht und mir wäre viel verloren gegangen.
    Daher also mein Fazit: den neuesten Liebesroman muss ich demnächst wohl nicht in einer Leserunde diskutieren, bei einem komplexeren und tiefgründigen Buch wie "Der siebte Schwan" werde ich mich aber durchaus gerne wieder an einer Leserunde beteiligen. Vielleicht ja auch bei Lilachs nächstem Buch :-)


    Etwas schade fand ich, dass der zeitliche Rahmen der Leserunde so weit auseinanderlag - einige sind ja immer noch mit dem Buch beschäftigt. Im Nachhinein fehlte mir leider etwas die Motivation, in den früheren Abschnitten zu kommentieren und zu spekulieren, da ich ja dann schon wusste, wie die Geschichte ausgeht. Zwar habe ich auch hier immer mal wieder reingeschaut, konnte aber nichts großartig Neues mehr für mich entdecken.


    Meine Rezension:
    Alle meine Bewertungen veröffentliche ich auf meinem Bücherblog und daher - der Einfachheit halber - auch hier nun nur der Link zu meiner Rezension vom "Schwänchen" - keine Sorge, sie ist sehr positiv ausgefallen.
    http://diebuecherdiebin.blogsp…er-der-siebte-schwan.html


    Ich freue mich über Kommentare :-)


    Liebe Grüße von Eurer Bücherdiebin

  • Ihr Lieben,


    ich schreibe es einfach an dieser Stelle hin, es passt woanders nicht so recht: Mir hat es auch unglaublichen Spaß mit Euch gemacht - und macht es immer noch. Ich finde es nicht so schlimm, dass das Ganze zeitlich etwas auseinanderfranst; man hat ja die älteren Diskussionsbeiträge trotzdem dort stehen, so dass der Zusammehang nicht verloren geht. Ich freu mich jedenfalls über all Eure interessanten / hinterfragenden / neugierigen / verwirrten / faszinierten Posts und kann gar nicht genug davon bekommen ;-) Und natürlich auch über die schönen Fazits (Faziten? Fazitae?). Mein Schwänchen fühlt sich bei Euch seeeehr wohl!

  • Rezension


    In Minas Geschichte gibt es vier Stationen, die an die klassische Struktur vieler Märchen (beispielsweise "Die sieben Raben" der Brüder Grimm) angelehnt sind: Sonne, Mond (beide sind dem Mädchen feindlich gesinnt), Sterne (freundlich und hilfreich) und Glasberg (das Ziel, welches ein Opfer verlangt). Diese Stationen finden sich auch in den Zinken, die Minas Weg illustrieren und das Buch in Abschnitte einteilen. Anfangs fand ich diese rätselhaft, wenn auch sehr schön - aber je mehr ich von der Geschichte las, desto besser konnte ich sie deuten. Das Rätseln um die Bedeutung der Zinken und ihre Verbindung zur Geschichte wurde für mich zu einem kleinen Ritual, das ich genoss.


    Die wunderbare poetische Sprache und diese besondere Stimmung haben mich schnell verzaubert. Es ist eine ruhige Geschichte mit detaillierten Beschreibungen und einer märchenhaften Atmosphäre. Aber auch mit realen Bezügen und historischen Fakten. Der Roman wirkte auf mich sehr intensiv, woran die lebendig gezeichneten Figuren und verschiedenen Wesen auch nicht unschuldig waren. Es gibt tragische Szenen, aber auch die liebevolle Gemeinschaft der Tater. Mut, Stärke, Mitleid - und eine Figur, die mich emotional ganz schön erwischt hat.


    Die Geschichte fordert den Leser und lädt ihn dazu ein, sich Gedanken zu machen, eigene Schlüsse zu ziehen. Ich mag Bücher, die mich auch außerhalb der Lesezeit beschäftigen und nicht alles erklären. Sie wirken intensiver und hinterlassen deutlichere Spuren.
    Das stimmige Ende passte perfekt zu der Geschichte, es war traurig und doch nicht ganz ohne Hoffnung. So war "Der siebte Schwan" für mich ein absolutes Wohlfühlbuch, das mich verzaubert und zum Träumen verleitet hat.



    Leserundenfazit


    Diese Leserunde hat mir sehr gefallen, es war einfach spannend die verschiedenen Sichtweisen und Verbindungen zu verfolgen, die jeder geknüpft hat. Man konnte spüren, wie unterschiedlich jeder an die Geschichte herangegangen ist - und auf welche Punkte besonders geachtet wurde.
    Einen lieben Dank auch an Lilach, die uns so engagiert begleitet hat bzw. es ja noch tut. Durch die tollen Hintergrundinfos und Erläuterungen erlebt man die Geschichte noch mal auf einer anderen Ebene. Und ich freue mich schon darauf, mehr von dir zu lesen! :)

  • Hallo ihr!


    Ich hab natürlich auch noch eine Rezi geschrieben....

    Meine Meinung:


    „Der siebte Schwan“ ist definitiv kein „gewöhnliches“ Fantasybuch, sondern gleicht eher einer Reise in die Welt der Märchen. Es basiert zwar auf der Geschichte der „Sieben Raben“ der Gebrüder Grimm (ein Märchen, das ich noch nicht kannte), bringt jedoch auch noch eine ganze Reihe anderer Elemente aus Märchen und Sagen (nicht nur) aus dem Raum Schleswig-Holstein mit ein. Es ist durchaus vorteilhaft und empfehlenswert, sich ein wenig genauer mit Märchen und darin vorkommenden Symbolen zu beschäftigen, wenn auch kein Muss. Auf der Homepage der Autorin gibt es im Übrigen sehr viele informative und interessante Artikel zum Buch und den Hintergründen.


    Damit komme ich auch gleich schon zum ersten großen Pluspunkt an diesem Buch: Man kann es bestimmt mehrmals lesen und trotzdem noch auf Details und Kleinigkeiten stoßen, die einem vorher nicht aufgefallen oder nicht wichtig erschienen sind. Die Geschichte quillt beinahe über vor Symbolen und Andeutungen, eine wahre Freude für jeden Deutschlehrer, denke ich. Ohne die zusätzlichen Informationen und Tipps, mit denen Lilach uns während der Leserunde immer wieder versorgt hat, wäre mir wohl die Hälfte des Inhaltes des Romans verborgen geblieben. Das hätte meine Begeisterung für dieses Buch wohl kaum geschmälert, allerdings war der Lesegenuss so natürlich um Einiges größer.


    Besonders hervorheben möchte ich hier noch mal die so genannten „Zinken“, die als Kapitelüberschriften dienten. Wie auf Lilachs Homepage nachzulesen ist, waren diese früher als Wegweiser gedacht und konnten alle möglichen Informationen enthalten. Wenn man sie denn lesen konnte. Und wenn man sie lesen kann, geben sie im Buch zumindest schon einen kleinen Hinweis darauf, was als nächstes passieren wird. Ein wunderschönes Extra.


    Das absolute Highlight an diesem Buch ist der wunderbare, märchenhafte Schreibstil. Eigentlich kann man das gar nicht beschreiben und ich müsste ein Zitat als Beispiel bringen. Das würde aber bedeuteten, dass ich mich für eines entscheiden müsste – geht nicht. Also kann ich nur sagen, dass es mir selten passiert – und dabei habe ich eigentlich eine sehr lebhafte Fantasie -, dass mir die beschriebenen Bilder und Szenen so klar vor Augen stehen. Besonders deutlich in Erinnerung ist mir eine Stelle geblieben, in der ein Dorf beschrieben wird (in dem Minas Tante lebt), das in der Mittagshitze träge vor sich hinschlummert. Da spürt man sogar an einem Regentag die Hitze förmlich auf der Haut…


    Des Weiteren haben mir die Protagonisten sehr gefallen, vor allem Mina und der Kater Tausendschön sind mir sehr ans Herz gewachsen. Mina ist eine so sympathische Heldin, dass man gar nicht anders kann, als mit ihr zu fühlen und zu leiden, während sie immer neue Gefahren übersteht und Hindernisse überwinden muss auf ihrer Reise, wobei sie immer mehr Opfer bringen muss. Absolut glaubwürdig wird ihre Entwicklung beschrieben, von einem etwas naiven, behüteten Mädchen aus gutem Hause zu einer mutigen jungen Frau, die ihren eigenen Weg geht. Dabei wirken ihre Handlungen und Entscheidungen nie unglaubwürdig. In so manch anderem Roman ist es mir schon negativ aufgefallen, wie selbstverständlich die eigentlich anfangs ahnungslosen Helden und Heldinnen plötzlich ihren Weg finden und aus unerfindlichen Gründen genau wissen, was sie tun müssen. Mina weiß es nicht, sie ist sich nicht einmal sicher, was sie am Ziel erwarten wird. Sie nimmt auch mal einen falschen Abzweig, geht Umwege oder landet in einer Sackgasse – was sie nicht daran hindert immer weiter zu gehen.


    Meine Lieblingsfigur war aber tatsächlich der Kater Tausendschön, der weniger Kater als edler Herr war, manchmal auch etwas eingebildet, dann wieder sehr verspielt – wie Kater eben so sind. Zwischen all den teilweise sehr dramatischen, traurigen und schrecklichen Ereignissen hat er die Stimmung immer wieder etwas aufgelockert und ich habe mich jedes Mal sehr gefreut von ihm zu lesen.
    Daneben gibt es aber noch viele, viele andere faszinierende Figuren und Gestalten, die die Geschichte vorantreiben und ihr immer wieder überraschende Wendungen geben.


    Das Buch ist auf jeden Fall auf meine Liste der Lieblingsbücher 2011 gewandert, weil es mich einfach von der ersten Seite an mitgerissen hat. Am besten liest es sich an einem freien Wochenende in einem Rutsch und am besten draußen in der Sonne. Auf dieses Buch muss man sich wirklich hundert Prozent und mit allen Sinnen einlassen, um nichts zu verpassen.


    Leserundenfazit:
    Mir hat es wieder einmal sehr viel Spaß gemacht mit euch zu lesen! (Auch wenn ich wieder mal als letzte fertig geworden bin... :-[ ) Besonders toll fand ich, wie schon in der Rezi geschrieben, Lilachs ausführliche Erklärungen zu allen möglichen Märchenelementen, den Zinken, usw. Ganz lieben Dank nochmal, Lilach, dass du uns da immer wieder so mit Infos versorgt und auf alle Fragen geantwortet hast! :-*


    Ganz liebe Grüße,
    Sookie

  • Sookie,
    sehr, sehr gerne geschehen! Am liebsten hätt ich ja zwei Bücher draus gemacht: Einmal die Geschichte, und dazu dann das "Hintergrundbuch" ... ;-)

  • So, ich habe das Buch noch ein bisschen sacken lassen und jetzt kommt das Fazit:


    Das Buch
    Die Aufmachung des Buchs gefällt mir gut. Das Artwork ist schön, ein bisschen geheimnisvoll und es verrät nichts über den Inhalt ...
    Ich kann gar nicht sagen, was mir an der Geschichte am besten gefallen hat: die Märchenstruktur oder die wundervolle Sprache! Letztere kommt an einigen Stellen gradezu poetisch daher und war immer wieder ein Vergnügen zu lesen. Die Märchenstruktur ist nahe am Mythos und daher bleibt auch die Geschichte dicht bei dem Ursprung. Vielleicht ist das - neben den ausgesprochen sympathischen Figuren - der Grund, dass mich das Buch sehr bewegt hat.
    Eine Lieblingsszene zu benennen sollte bei so vielen guten Szenen schwierig sein, aber ich liebe einfach die Teufelsbeschreibung! Es ist lange her, dass ich eine so gelungene und sehr gruselige Beschreibung einer Teufelsbegegnung gelesen habe. Aber es gibt auch noch viele andere Szenen, die ich wirklich mochte. Die Verwebung von Sagen in den phantastischen Roman ist einfach wirklich gut gelungen.
    Und was mich auch sehr beeindruckt hat, war, wie leicht und fließend Genregrenzen überschritten werden, so dass es kaum auffällt. Aber an einigen Stellen gehörte der Roman zum Horrorgenre.
    Das Ende hat mich traurig gemacht. Natürlich ist es richtig, auf die Schrecken, die auf die Tater unter dem NS-Regime warteten, hinzuweisen! Aber mich hat es nach so viel wundersamer Magie und berückendem Zauber auf eine höchst unsanfte und grauenvolle Art wieder in die Realität geholt.
    Zusammenfassend kann oder muss ich sagen, dass es ein ganz märchenhaft schönes Buch ist: bewegend, zauberhaft und sehr intelligent.


    Die Leserunde
    Vorweg noch einmal eine ganz große Entschuldigung, dass ich so langsam war! Es tut mir Leid!
    Auch wenn ich an der eigentlichen Diskussion nicht so richtig teilgenommen habe, weil Ihr immer schon deutlich weiter wart, war es wieder sehr schön, Eure Eindrücke und Vermutungen zu lesen.
    Und auch die Erläuterungen von Dir, Lilach, waren ganz wunderbar! Vielen Dank dafür!

  • Liebe Lilach,
    Hallo an Alle,


    wie immer hänge ich in vielem hinterher (ich bin DAS allerletzte :-[, nicht DER...), aber der Job läßt manchmal nicht immer alles zu, sodass einiges privates erst später erfolgen kann.
    hier aber nun mein Eindruck von dem für mich fantastsichen Buch:


    Meine Rezension:


    Die 14-jährige Mina, richtig heißt sie Wilhermina, wächst 1913 wohlbehütet und fern aller weltlichen Schlechtigkeit auf dem riesigen Gutshof ihrer Eltern in Schleswig-Holstein auf.
    Wann immer es Mina möglich ist, entflieht sie ihrer vorgegebenen Welt, indem sie der Mamsell entwischt und sich auf den Dachboden flüchtet. Hier tanzt sie zur einer wunderschönen Musik einer alten und geheimnisvollen Spieluhr. Diese Spieluhr beherbergt in einem Geheimfach noch ein Medaillon mit den Fotografien zweier Jungen, welche den Sorgen und Nöten einer 14-jährigen zuhören müssen, denn Mina redet mit ihnen über alles, was sie bedrückt.
    Eines Tages wird Mina vom Doktor der Familie, einem engen Familienfreund, auf dem Dachboden beim tanzen erwischt. Den Eltern gegenüber erklärt er Mina für verrückt und geistig verwirrt und schlägt als „Behandlung“ die Prozedur von damals vor. Mina bekommt dies unverhofft mit und flüchtet von dem Gutshof. Zur Hilfe kommt ihr hierbei ein Drehorgelspieler, der vor dem Gartengatter die zauberhafte Spieluhrmelodie spielt. Auf ihrer Flucht erhält sie Hilfe durch einen sprechenden Kater namens Tausendschön und gelangt durch ihn zu den Tatern (Zigeuner). Von diesen wird Mina bald akzeptiert und wie eine von ihnen angesehen und erhält Hilfe bei der Suche nach Antworten auf ihre Fragen, wer sind die Jungen im Medaillon und welche Prozedur ist gemeint. Auf ihrer Reise nach Antworten muss Mina einige harte Prüfungen absolvieren und bestehen. Dies geht sogar soweit, dass sie ihre Sprache verliert. Aber selbst mit diesem Handicap forscht und sucht Mina unermüdlich weiter nach Antworten. Und dank ihrem starken Willen und der starken Unterstützung durch die Tater, welche mit einigen angenehmen Überraschungen immer wieder für Aufsehen und auch Spannung sorgen, kommt Mia ihren Antworten immer ein Stück näher.




    Meine Meinung zu dem Buch:
    Lilach Mer verbindet in ihrem Erstlingswerk geschichtliches und norddeutsche Mythen und Sagen zu einem fantastischen und interessanten Fantasyroman. Detailreich und sehr ausführlich beschreibt die Autorin Mias Umgebung und ihren weiteren Werdegang. Durch ihren wunderbaren und für mich bemerkenswerten Erzählstil wird der Leser in diese Welt regelrecht hineinkatapultiert.
    Durch ihren leicht verträumten Schreibstil wird der Leser zu einem mitfühlenden Gefährten von Mina und möchte ihr am liebsten unter die Arme greifen, helfen, trösten oder einfach nur begleiten und ihren Weg tatsächlich miterleben. Zu gerne würde man Tipps oder Ratschläge geben, so lebendig wirkten die Charaktere.
    So werden die unterschiedlichen Gruppierungen und Charakteren auf eine besondere Art und Weise dargestellt. Die Hauptprotagonistin Mina wirkt anfänglich als kleines schüchternes Mädchen, wohlbehütet und lebendig gefangen in einer nur für Sie real existierenden Welt.
    Umso erstaunlicher ist, dass Sie auf ihrer Flucht sehr schnell erwachsen wird und anfängt, verantwortlich zu denken. Zu ihren Eltern scheint sich nichts familiäres aufbauen zu können (wahrscheinlich war dies zu dieser Zeit so üblich), sodass ihre schnelle Flucht leicht erklärbar ist.
    Im Gegensatz der Tater. Diese stehen genau im Gegensatz zu dem bisher erlebten. Hier fühlt sich Mina geborgen, beschützt. Hier scheint sie eine Familie zu erleben, insbesondere durch Lilja, welche die liebevolle Mutterrolle übernimmt. Auch lernt Mina durch Zinni und Pipa die für sie bis dahin unbekannte Geschwisterliebe kennen und schätzen.
    Die Beschreibung Tater und vor allem das interessante Leben dieser gibt der Geschichte noch eine Besondere Note. Diese Charaktere geben mit ihren Handlungen und Riten dieser Geschichte eine besondere Würze und halten eine gewisse Spannung aufrecht.


    Durch die Nutzung von Märchen und Sagen hat Lilach Mer der Story ein gewisses Etwas eingehaucht. Viele Einzelaktionen, welche dem Leser teilweise erst beim zweiten Lesen verschiedener Passagen auffallen und anfänglich als unwichtig erscheinen, setzen sich am Ende der Geschichte wie ein Puzzle zu einem erstaunlichen Ergebnis zusammen.


    Am Ende des Buches gibt Lilach Mer ihre Quellen zum Nachlesen für die Märchenliebhaber bekannt.



    Mein Fazit:
    Der siebte Schwan ist ein modernes Märchen über Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt, welches durch die Verwendung von Märchen und Sagen einen eigenen und interessanten Charme entwickelt. Ein wunderbares fantasievolles Buch für Jung und Alt, welches aber auch zum Nachdenken anregt.




    Zur Leserunde:
    Acuh wenn ich des öfteren später poste, hat mir die LR sehr viel Spaß gemacht.
    Liebe Lilach, deine Antworten und Erläuterungen waren für mich sehr interessant und haben die Story für mich verständlicher und vor allem interessanter gemacht. Da ich in den nordischen Märchen und Sagen nicht so bewandt bin, bekam ich so ein Hintergrundwissen, was sonst nicht möglich gewesen wäre. hierfür vielen lieben Dank. :-*


    Lilach, diese Rezension werde ich noch Online stellen lassen. Wenn du es wünschst, kann ich dir den Link zukommen lassen. Schicke mir nur eine PN.


    Vielen Dank hier an Alle, insbesondere an Lilach für die geniale Begleitung und vor allem an den Verlag für das Freiexemplar.
    Liebe Grüße


    Yoda

    Nur zwei Dinge sind unendlich,das Weltall und die menschliche Dummheit.<br />Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher<br />(Albert Einstein)

  • Lieber Yoda,


    dank Dir für die schöne Rezension - Euch allen! Und natürlich würd ich mich freuen, wenn Du mir den Link schickst. Grüß Euch alle nochmal sehr lieb, hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht!


    Lilach

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen