Allgemeine Fragen an Lilach Mer

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  • Hach, Leute, ich will euch ja nicht neidisch machen aber.. noch zwei Wochen, dann bin ich dahaaa! :klatschen: :jakka: :klatschen:


    Da ich seit ich überhaupt denken kann, jedes Jahr mindestens zwei Wochen "oben" war, kam für mich ein anderer Ort für's Studium überhaupt nicht infrage.



    Was ich aber ganz fantastsich finde, ist der Slang in der Sprache. Den höre ich wahnsinnig gerne. (Besser als dieser komische Singsang hier aus der Aachener Kante >:(, furchtbar)


    Das finde ich auch sooo schön! Vor allem im Gegensatz zum hessischen! :o


    Ok, jetzt aber mal wieder zurück zum eigentlichen Thema: Lilach, wie und wieviel hast du eigentlich für das Buch recherchiert?


    LG,
    Sookie

  • @ Sookie, naja, ich bin schon ein fanatischer Rechercheur, ich glaube, das hängt damit zusammen, dass ich Juristin bin. Wir werden quasi von Studienbeginn an dazu getrimmt, alles immer ganz genau nachzuschlagen und zu überprüfen. Das steckt irgendwann in einem drin. Insofern - ich habe sehr, sehr viel gelesen. Zur Zeit insgesamt, aber auch zu Einzelaspekten wie den "Zigeunern" oder den Entwicklungen in der Psychiatrie. Ein paar Quellen gebe ich auch hinten im Nachwort an.
    Ehrlich gesagt, es macht mir auch sehr viel Spaß, dieses Fahnden nach Fakten ;-) Und es ist interessant zu beobachten, wie sich währenddessen, sozusagen im Hinterkopf, die Geschichte immer weiter aufbaut, sich praktisch selbst um immer neue Fakten und Aspekte bereichert, während man sich durch die Bücher frisst. Eine sehr, sehr spannende Phase, finde ich. Macht fast mehr Spaß als das eigentliche Schreiben, was ja auch immer ein bissl Krieg mit sich selbst ist.

  • Die Zinken im Buch (Ich gehe einfach mal davon aus, das das welche sind ...) zwischen den Abschnitten - hast du die gestaltet? Hat Heyne dich mit mit einem Illustrator zusammenarbeiten lassen? Wie hast du die Leute bei Heyne überhaupt davon überzeugt, sie mit ins Buch zu nehmen? Und haben sie eine tiefere Bedeutung für die Geschichte oder illustrieren sie "bloß" das Geschehen?

  • @ Literaturjunkie, die Zinken sind sehr, sehr wichtig für die Geschichte. Sie illustrieren Minas Weg durch die Märchenstruktur, Sonne, Mond, Sterne und Glasberg, zeigen dem Leser, in welcher "Station" er gerade ist, zum Beispiel. Sie sind auch eine Art extra Verbindung zwischen dem Leser und Mina - denn Mina hat ja auch zT mit Zinken zu tun. Wenn Du zB bei der Leserunde zum Schwan bei den Büchereulen guckst, dort wurde viel darüber diskutiert. Auch in meinem Blog findest Du was dazu. Also, sie sind definitiv keine reinen Verzierungen ;-)
    Ich habe sie selber entworfen, angelehnt an alte Originalzinken aus dem 18. JH; sie waren auch schon im Manuskript drin. Und da sie eben essentiell zur Geschichte dazu gehören, war eigentlich nie groß die Frage, ob sie mit ins Buch kommen. Das war prima mit dem Lektorat, dass es da keine Diskussionen gab.
    Nachher, für die Veröffentlichung, habe ich eine liebe Freundin von mir, die Illustratorin ist, gebeten, mit mir zusammen "ordentliche" und bissl schickere Versionen der Zinken zu entwerfen - meine waren ja handgemalt und eingescannt und natürlich nicht so fein und zart gestaltet. Heyne war einverstanden, das so zu machen, und ich habe meine arme Freundin dann wochenlang mit den Dingern gequält, nach dem Motto: "Ah, der Strich da ist aber irgendwie falsch - warum? Ja, weiß ich auch nicht, gefällt mir einfach nicht ... ;-)" Dafür wurden sie am Ende dann aber auch genau so, wie ich sie haben wollte, und die Illustratorin war auch sehr zufrieden.


  • @ Literaturjunkie, die Zinken sind sehr, sehr wichtig für die Geschichte. Sie illustrieren Minas Weg durch die Märchenstruktur, Sonne, Mond, Sterne und Glasberg, zeigen dem Leser, in welcher "Station" er gerade ist, zum Beispiel. Sie sind auch eine Art extra Verbindung zwischen dem Leser und Mina - denn Mina hat ja auch zT mit Zinken zu tun. Wenn Du zB bei der Leserunde zum Schwan bei den Büchereulen guckst, dort wurde viel darüber diskutiert. Auch in meinem Blog findest Du was dazu. Also, sie sind definitiv keine reinen Verzierungen ;-)
    Ich habe sie selber entworfen, angelehnt an alte Originalzinken aus dem 18. JH; sie waren auch schon im Manuskript drin. Und da sie eben essentiell zur Geschichte dazu gehören, war eigentlich nie groß die Frage, ob sie mit ins Buch kommen. Das war prima mit dem Lektorat, dass es da keine Diskussionen gab.
    Nachher, für die Veröffentlichung, habe ich eine liebe Freundin von mir, die Illustratorin ist, gebeten, mit mir zusammen "ordentliche" und bissl schickere Versionen der Zinken zu entwerfen - meine waren ja handgemalt und eingescannt und natürlich nicht so fein und zart gestaltet. Heyne war einverstanden, das so zu machen, und ich habe meine arme Freundin dann wochenlang mit den Dingern gequält, nach dem Motto: "Ah, der Strich da ist aber irgendwie falsch - warum? Ja, weiß ich auch nicht, gefällt mir einfach nicht ... ;-)" Dafür wurden sie am Ende dann aber auch genau so, wie ich sie haben wollte, und die Illustratorin war auch sehr zufrieden.



    Sind deine Zinken denn sehr von den Originalen entfernt? Oder haben sie noch etwas mit der Originalbedeutung gemeinsam?



    Und habe auch noch andere, allgemeine Fragen, welche in Abschnitt 3 zum Schluss aufkamen:
    Ist die zweite Auflage denn auch schon draußen? Geht das immer so schnell mit den nachfolgenden Auflagen? Und wovon hängt das eigentlich ab? (Stückzahl/ Verkaufsexemplare/etc?)



    Hätte vielleicht vorher warnen sollen, dass ich Löcher in den Bauch fragen kann... :-[



    Grüßle Jasmin

    Hier - dort - und doch niergendwo....

  • Jasmin,


    keen Problem, zum Fragenbeantworten bin ich doch hier ;-)
    Was die Auflage angeht, wie ich es verstanden habe, wurde inzwischen jedenfalls nachgedruckt. Man kriegt das aber so genau auch gar nicht gesagt vom Verlag, es kommen einfach nur neue Belegexemplare von der Auslieferung. Wovon das alles immer genau abhängt - keine Ahnung. Ich bin ja noch ganz neu in dem Geschäft, tapse also selber etwas hilflos durch die Gegend.


    Zu den Zinken, hm, ich muss wirklich endlich mal gucken, dass ich ein paar Originale auf die Webseite stelle; ich komm bloß immer nicht dazu. Also, die echten alten Zinken sind natürlich sehr viel weniger "künstlerisch", bei denen ging es nicht darum, dass sie auch nett aussehen sollten. Sie sind also von der Machart her meistens sehr schlicht. Auf der anderen Seite gab es aber viele, die dafür inhaltlich wahnsinnig komplex waren. Ich habe versucht, mich vor allem an die Grundstrukturen zu halten, wie zB mit den Herzen, den Pfeilen etc., den unterschiedlichen kleinen "Häkchen" für die verschiedenen Familienmitglieder und dergleichen. Das war mir sehr wichtig, ich wollte nix machen, was komplett anders gewesen wäre.


  • Jasmin,


    keen Problem, zum Fragenbeantworten bin ich doch hier ;-)
    Was die Auflage angeht, wie ich es verstanden habe, wurde inzwischen jedenfalls nachgedruckt. Man kriegt das aber so genau auch gar nicht gesagt vom Verlag, es kommen einfach nur neue Belegexemplare von der Auslieferung. Wovon das alles immer genau abhängt - keine Ahnung. Ich bin ja noch ganz neu in dem Geschäft, tapse also selber etwas hilflos durch die Gegend.


    Zu den Zinken, hm, ich muss wirklich endlich mal gucken, dass ich ein paar Originale auf die Webseite stelle; ich komm bloß immer nicht dazu. Also, die echten alten Zinken sind natürlich sehr viel weniger "künstlerisch", bei denen ging es nicht darum, dass sie auch nett aussehen sollten. Sie sind also von der Machart her meistens sehr schlicht. Auf der anderen Seite gab es aber viele, die dafür inhaltlich wahnsinnig komplex waren. Ich habe versucht, mich vor allem an die Grundstrukturen zu halten, wie zB mit den Herzen, den Pfeilen etc., den unterschiedlichen kleinen "Häkchen" für die verschiedenen Familienmitglieder und dergleichen. Das war mir sehr wichtig, ich wollte nix machen, was komplett anders gewesen wäre.



    Das ist bestimmt komisch so im Dunkeln zu Tapsen oder? Aber es wird ja hoffentlich schnell heller.... ;)

    Also kann ich mir die Originalzinken so ähnlich wie deine vorstellen, nur nicht so schön oder?

    Hier - dort - und doch niergendwo....

  • Sorry, das sich mich erst jetzt wieder melde, hatte bissl viel zu tun in den letzten Tagen. Hab's aber nicht vergessen!


    Hm, das mit dem Verlag ist schon etwas merkwürdig, aber es scheint irgendwie so üblich zu sein. Bin mir im Ganzen noch nicht hundertprotzentig sicher, ob mir das alles so gefällt, wie's gehandbabt wird. Naja, man wird sehen.


    Was die Zinken betrifft, ich glaube, ich guck nachher wirklich mal, ob endlich welche von den alten hochlade. Ich geb dann Bescheid, okay?


    EDIT: Habe das jetzt erledigt und wenigstens ein paar alte Zinken in den Blog geladen, mit Erklärungen dazu. Guckt Ihr hier, wenn Ihr wollt:


    http://lilachmer.blogspot.com/…nken-aus-vergangenen.html



  • Huhu Lilach! :winken:



    Da haste dir aber wirklich Mühe gegeben mit deiner Recherche! Echt interessant, was die so alles aussagen, die Zinken!
    Bin ja schon auf die anderen gespannt! Hoffe aber, dass du die postest, wenn du ausgeschlafen hast und nicht mitten in der Nacht! ;) Nicht dass du wegen meiner Neugier noch schlaflose Nächte bekommst... :-[



    Grüßle Jasmin

    Hier - dort - und doch niergendwo....

  • Hi Jasmin,
    schön, wenn es Euch was bringt! Ich finde das selbst auch so spannend mit den Zinken, insofern war es eine enorm interessante Recherche. Mal gucken, wann ich es schaffe, wieder neue hochzuladen. Im Moment frisst mich die Prüfungsphase an der Uni ziemlich auf ... Nu ja. Ist wohl immer so. Liebe Grüße!

  • Nabend, Lilach! :winken:



    Was studierst du denn, dass du von den ganzen Prüfungen aufgefressen wirst? Das Klischee vom ''Studentenleben'' scheint ja bei vielen Studiengängen so überhaupt nicht zu passen, sehe das ja oft bei studierenden Freunden...

    Hier - dort - und doch niergendwo....

  • Die Zinken sind spannend! Danke für das Hochladen, Lilach!


    ---


    Ich habe als Kind das erste Mal von Zinken gehört. Bei Enid Blytons Fünf Freunden tauchen Zigeuner auf und die benutzen Zinken und erklären sie auch ein wenig dem fünf Freunden und damit dem Leser. Ich fand das ganz super und spannend; und ich habe unseren Detektivclub dann "gezwungen" für eine ganze Weile Zinken zu legen. ;)

  • @ Tagtraumelfe, nee nee, ich studier nicht mehr. Ich gehöre zur anderen Seite (haha, zur "dunklen", nicht wahr ... ;-)), die die armen Studenten quält. Jedenfalls so halb. Bin Mitarbeiterin an der Uni (Jura) und werkel daran, vielleicht mal irgendwann eine Professur zu kriegen. Ist zwar wirklich ein sehr steiniger Weg bis dahin, aber auf das Schreiben möcht ich mich da einfach nicht verlassen. Erstens kriegt man eh grundsätzlich nicht so sehr viel Geld dadurch, und zweitens ... Es wäre mir, glaube ich, schrecklich, wenn ich wirklich darauf angewiesen wäre, davon leben zu können. Das schränkt einen so sehr ein, stelle ich mir vor. Und das möchte ich nicht.
    Außerdem, naja. Ich bin nun auch schon sehr lange Juristin, und ich hänge auch an diesem Beruf. Und am Uni-Leben. Gibt einfach kein schöneres Umfeld zum Arbeiten.


    @ Literaturjunkie, ich glaube, die Zinken bei den Fünf Freunden sind Pateran-Zeichen, jedenfalls, wenn sie, wie Du schreibst, "gelegt" werden - Du meinst, so mit Stöckchen und Steinen, nicht? Das ist sogar nochmal was Eigenes, was die Roma lange Zeit benutzt haben. Man weiß aber extrem wenig darüber, natürlich vor allem, weil sowas sich halt nicht so gut hält wie irgendwelche Kerben.
    Übrigens, als ich "Fünf Freunde" gelesen habe, hatte ich doch gleich wieder die Titelmusik von den Hörspielen im Kopf, hihi ...


  • ... die Zinken bei den Fünf Freunden sind Pateran-Zeichen, jedenfalls, wenn sie, wie Du schreibst, "gelegt" werden - Du meinst, so mit Stöckchen und Steinen, nicht? Das ist sogar nochmal was Eigenes, was die Roma lange Zeit benutzt haben. Man weiß aber extrem wenig darüber, natürlich vor allem, weil sowas sich halt nicht so gut hält wie irgendwelche Kerben.


    Genau, es ging um Stöckchen und Steinchen und Blätter. Und die heißen Pateran? Hast Du da vielleicht einen Literaturtipp zu?



    Übrigens, als ich "Fünf Freunde" gelesen habe, hatte ich doch gleich wieder die Titelmusik von den Hörspielen im Kopf, hihi ...


    Jaja, die Kindheit prägt ... ;D

  • Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht mehr so genau, woher ich das mit dem Pateran weiß ... Ich muss bei der Zinkenrecherche darüber gestolpert sein, aber wo ...? Im Buch macht eines von den Tatermädchen, glaube ich, sogar eine Bemerkung dazu. Hm, vielleicht, wenn Du erstmal googlest und guckst, was da so auftaucht? Viel wird es wahrscheinlich nicht sein.
    Ich erinnere mich auch noch daran, dass dieser Name, Pateran (es gibt ihn in Variationen), vielen Roma selber gar nicht geläufig war - sie hatten einfach kein bestimmtes Wort für diese Zeichen.

  • Suse

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