Allgemeine Fragen an Andreas Brandhorst

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  • Hallo Andreas,


    ich möchte auch mal kurz was einwerfen - wenn es auch keine Frage ist, so hat es doch mit dem Thema Übersetzungen eng zu tun. Ich bin ein großer (!) Fan der Scheibenwelt ;D und ich möchte Dir danken für die wirklich großartigen Übersetzungen. Ich weiß zwar, dass es da auch hin und wieder viel Kritik hagelte, aber ich konnte mich nie beschweren und war immer glücklich mit den Übersetzungen 8)


    Und prompt fällt mir doch noch eine Frage ein: Gab es ein Buch von Pratchett, bei dem Dir die Übersetzung besonders schwer oder besonders leicht fiel? Also ein bestimmtes Thema, das Dir lag oder eben nicht lag? Ich mag Pratchett unheimlich gerne, konnte aber z.B. mit dem allseits geliebten "Rollende Steine" nicht viel anfangen, weil Musik einfach nicht so mein Thema ist. Ging es Dir auch schon mal so - nur eben nicht als Leser, sondern als Übersetzer?


  • Hallo Andreas,


    ich möchte auch mal kurz was einwerfen - wenn es auch keine Frage ist, so hat es doch mit dem Thema Übersetzungen eng zu tun. Ich bin ein großer (!) Fan der Scheibenwelt ;D und ich möchte Dir danken für die wirklich großartigen Übersetzungen. Ich weiß zwar, dass es da auch hin und wieder viel Kritik hagelte, aber ich konnte mich nie beschweren und war immer glücklich mit den Übersetzungen 8)


    Und prompt fällt mir doch noch eine Frage ein: Gab es ein Buch von Pratchett, bei dem Dir die Übersetzung besonders schwer oder besonders leicht fiel? Also ein bestimmtes Thema, das Dir lag oder eben nicht lag? Ich mag Pratchett unheimlich gerne, konnte aber z.B. mit dem allseits geliebten "Rollende Steine" nicht viel anfangen, weil Musik einfach nicht so mein Thema ist. Ging es Dir auch schon mal so - nur eben nicht als Leser, sondern als Übersetzer?



    Alle Bücher von Terry Pratchett hatten es in sich, was das Übersetzen betrifft. Da gab es immer wieder viele unsichtbare Fallstricke in Form von mehr oder weniger verborgenen Wortspielen und dergleichen. Aber die Scheibenwelt-Romane haben mir auch Spaß gemacht, nicht nur wegen ihres Humors, sondern weil sie intelligent geschrieben waren. Es stimmt schon, manche Romane haben mir mehr gelegen als andere - so finde ich zum Beispiel die mit TOD am schönsten, und Oma Wetterwachs gefiel mir auch sehr -, aber in der Übersetzungsarbeit steckt natürlich überall das gleiche Maß an Hingabe und Engagement.


    Gruß
    Andreas

  • Das Übersetzen fasziniert mich ja total ... weil das sowas ist, was für mich einfach nur böhmische Dörfer sind ;)
    Und wenn ich das richtig gelesen habe übersetzt Du englische und auch italienische Bücher ins Deutsche !?


    Ich mußte ja mal im www ein bißchen rumschauen :)


    Aber das hier:


    http://www.amazon.de/gp/produc…1?ie=UTF8&m=ALYY2EOZQ7QUK


    hast Du doch wohl NICHT aus dem Indischen übersetzt, oder !? :o


    Wie ist das denn beim Übersetzen, geht man hin und sagt "Das Buch möchte ich übersetzen" oder kommen die Verlage auf einen zu ? Oder Autoren ?
    Wahrscheinlich gibt es einen "Übersetzer Pool" oder so aus dem zB die Verlage dann einen raussuchen der "passt" !?


    Ach, und noch was habe ich gelernt... das es "Verlagspseudonyme" gibt. Sehr faszinierend. ;D

  • Hallo Smyrill,
    ich übersetze aus dem Englischen und Italienischen; bei Indisch muss ich passen. ;) Den Roman von Samit Basu hatte ich auf Englisch vorliegen.


    Normalerweise wird man vom Verlag angerufen und bekommt eine Übersetzung angeboten. Oder man erklärt seine Bereitschaft, etwas übersetzen zu wollen, und erhält dann ein Angebot. So ist das zumindest bei mir.


    Und ja, es gibt Verlagspseudonyme: erfundene Autorennamen, die dem Verlag gehören und oft bei Serien eingesetzt werden - dann schreiben mehrere Autoren unter demselben Namen.


    Gruß
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    erstmal ein großes Lob für dieses richtig gute und spannende Buch bis jetzt (bin ja noch nicht fertig. Macht Spaß mal eine Geschichte von einem deutschen Autor zu lesen. Witme mich ja sonst eher den Romanen deiner amerikanischen Kollegen wie z.B. Stephen King und Anne Rice und lese wie man das ja an den Autoren erkennen kann eher Horrorgeschichten.
    Dein Buch ist eines meiner ersten Science Fiction-Geschichten (gehört es in dieses Genre überhaupt rein?) und ist, das muss ich auch gestehen, eigentlich auch eher das Experiment hier bei leserunden.de aus Neugierde wie das hier alles so abläuft.
    Und so ist mir deine Geschichte genau in diesem Moment in die Hände gefallen.
    Am Anfang war ich skeptisch ob es mir gefällt. Ein Leben nach dem Tod? Daran glaube ich ja nicht. Trotzdem habe ich mich einfach mal darauf eingelassen und ich muss sagen ich bin positiv überrascht.
    Die Story um Benjamin und Louise, die Gemeinschaft,die Streuner, Hannibal und das Labyrinth haben mich sehr in ihren Bann gezogen. Danke für die neue Erfahrung.


    So und da man hier ja Fragen stellen kann und eigentlich soll frage ich mal:


    Ich schreibe seit Jahren Tagebuch und habe immer ein Notizbuch dabei. Besitzt du als Autor auch eins wie ein Moleskin z.B.? Ich meine für kleine Ideenfetzen die man nicht vergessen will?


    Der Markt ist ja eigentlich überflutet von Büchern und neuen Geschichten. Wie kommt man da als Autor zurecht das man z.B. nichts doppelt schreibt (also eine Geschichte die schon mal oder so ähnlich geschrieben wurde.)?


    mmh vielleicht fallen mir ja noch ein paar Fragen ein.Das soll es erstmal gewesen sein.


    liebe Grüße malle :winken:

  • Hallo Malle,


    ich habe eigentlich immer in Griffweite (inbesondere auf dem Nachtschränkchen und auf dem Wohnzimmertisch) Zettel und Kugelschreiber liegen, um mir - blitzschnell! - Notizen zu machen. Ideen und Einfälle sind flüchtige, sensible Wesen, die leicht erschrecken und verschwinden; man muss sie sofort festhalten, in Form zumindest einiger weniger Stichworte. Diese "Anker" (so nenne ich sie, weil sie die Ideen für mich verankern) übertrage ich anschließend, so etwa einmal die Woche, in den Computer, wo sich inzwischen eine (dreifach auf verschiedenen Speichermedien gesicherte!) Ideendatei befindet, die über hundert Seiten umfasst.


    Mir ist es schon einige Male passiert, dass ich Konzepte für einen Roman ändern musste, weil jemand anders mit einem ähnlichen Einfall etwas schneller war und es so ausgesehen hätte, als hätte ich Ideen geklaut. Manche Ideen liegen gewissermaßen in der Luft und warten darauf, von einem kreativen Geist gepflückt zu werden. Ich glaube, solange es Menschen gibt, die denken und fühlen, wird es nie an neuen Ideen mangeln, denn darum geht es doch in guten Büchern: um Menschen, um unsere Träume und unsere Hoffnungen, um unser Leben.


    Gruß
    Andreas

  • Hach, das war schön gesagt. :)


    Ich habe eine ganz banale Frage an Dich, Andreas:
    Wobei/wie kannst Du am besten abschalten und die Seele baumeln lassen?


    LG, Claudia

    [size=3]&#039;Verzicht bedeutet für Frauen die kurze Pause zwischen zwei Wünschen.&#039;[/size]<br />- Mario Adorf -


  • ...
    Wobei/wie kannst Du am besten abschalten und die Seele baumeln lassen?
    ...


    Abschalten kann ich am besten beim Laufen, und ich laufe jeden Tag eine Stunde, ob Sonne oder Regen. :) Wenn der Körper sich in seinem Rhythmus bewegt, ist der Geist frei, und die Gedanken können wandern, wohin sie wollen; dabei kommen mir manchmal gute Ideen. Die Seele baumeln lassen ... Das geht bei mir am besten am Meer, wenn ich in die Ferne schaue und das Rauschen der Wellen höre. Oder im Wald, wenn man den Wind in hohen Baumkronen hört. Das sind für mich irgendwie zeitlose Momente.


    Gruß
    Andreas


  • ich habe eigentlich immer in Griffweite (inbesondere auf dem Nachtschränkchen und auf dem Wohnzimmertisch) Zettel und Kugelschreiber liegen, um mir - blitzschnell! - Notizen zu machen. Ideen und Einfälle sind flüchtige, sensible Wesen, die leicht erschrecken und verschwinden; man muss sie sofort festhalten, in Form zumindest einiger weniger Stichworte. Diese "Anker" (so nenne ich sie, weil sie die Ideen für mich verankern) übertrage ich anschließend, so etwa einmal die Woche, in den Computer, wo sich inzwischen eine (dreifach auf verschiedenen Speichermedien gesicherte!) Ideendatei befindet, die über hundert Seiten umfasst.


    Über hundert Seiten? :o
    Verliert man da nicht leicht den Überblick über die Ideen? Wie pickst du dir diejenigen aus, die du für dein aktuelles Projekt brauchst? Oder durchstöberst du die Datei ohne nach etwas Bestimmten zu suchen und lässt dich dabei einfach inspirieren?

  • Manchmal, in Momenten der Muße, schaue ich einfach so in die Ideendatei hinein und staune darüber, was ich lese, denn es sind ja festgehaltene Gedanken, die oft mit anderen Gedanken in Verbindung stehen, und im Kopf sind sie längst in einen fernen Winkel des Gedächtnisses gewandert. Mit (geistigem) Abstand betrachtet wirken diese Notizen oft wie eine Saat, wie Keimlinge für weitere Ideen und ganze Rahmenhandlungen. Bei anderen Gelegenheiten, wenn ein konkretes Projekt ansteht, suche ich in der Datei gezielt nach geeignetem "Saatgut" ;). Und manchmal kommen mir beim Lesen der alten Ideen ganz neue, als würde ich eine Brücke überqueren und auf der anderen Seite neues Land sehen. Dieser Prozess der Kreativität ist ebenso interessant wie geheimnisvoll, denn er spielt sich zum größten Teil im Unterbewusstsein ab, dort, wo unser Gehirn alles hinwirft, ohne jemals (wie es scheint) den Überblick zu verlieren.


    Gruß
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    eine Frage habe ich noch: bist du eigentlich auch mal für Veranstaltungen zu deinen Romanen in Deutschland unterwegs, z. B. Buchmesse oder Lesungen, Signierstunden?


  • Hallo Andreas,


    eine Frage habe ich noch: bist du eigentlich auch mal für Veranstaltungen zu deinen Romanen in Deutschland unterwegs, z. B. Buchmesse oder Lesungen, Signierstunden?


    Hallo Heimfinderin,


    ich bin gelegentlich auf der Buchmesse in Frankfurt, und manchmal lasse ich mich auf Cons blicken, wenn ich eingeladen werde, und bei solchen Gelegenheiten wird dann auch fleißig signiert. ;)


    Gruß
    Andreas

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen