Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler)

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  • Hier ist Platz für die Rezensionen und Meinungen (zur Leserunde allgemein), die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (natürlich auch gerne eines von Christian von Aster) ist immer interessant.


    Bitte vermeidet Spoiler in den Rezensionen und verratet nichts Handlungsrelevantes.

  • Die Welt der Schatten ist für uns Menschen gänzlich unbekannt und viele von uns bemerken den eigenen Wegbegleiter nicht einmal. So ist es nicht verwunderlich, dass Christian von Aster mich mit seinem Fantasy-Roman „Der letzte Schattenschnitzer“ überrascht und staunend zurückgelassen hat.


    Der Schatten von Jonas Mandelbrodt hat schon vielen Herren gedient und ist sich sicher, dass Besondere in den Menschen zu sehen. Bei Jonas gab es zwar keine direkten Anzeichen wie bestimmte Planetenkonstellationen o.Ä. doch er spürt, wie dieser Junge dazu geboren wurde, Großes zu schaffen. Deswegen entschließt sich der Schatten, gegen die Regeln der Schattenwelt zu handeln und Jonas in dem geheimen und uralten Wissen der Alchemisten zu lehren.
    Das Kind fällt in seiner Familie schon bald durch merkwürdiges Verhalten auf, denn er interessiert sich nicht für seine Spielkameraden und starrt unentwegt auf den schwarzen Fleck, den sein Körper wirft. Jonas spürt – besonders durch das Verhalten seiner überforderten Mutter und übermotivierten Ärzten -, dass er nicht wie andere Kinder ist und wünscht sich nichts sehnlicher, als normal zu sein.
    Eines Tages wird ein Mädchen ohne Schatten geboren und Jonas weiß, dass die kleine Maria mit ihm das selbe Schicksal teilt, doch er ahnt nicht, wie recht er mit seiner Vermutung hat und wie wichtig die beiden für das Gleichgewicht der Schattenwelt sein werden, welches der Rat der Ältesten unbedingt zu wahren hofft – da sonst das Erbe von dem mächtigen Alchemisten Ripley, was seit nunmehr 500 Jahren beschützt wird, an Stärke gewinnt.


    Die Handlung ist für Fantasy-Fans bestimmt ein wahrer Genuss und für mich persönlich waren die Auszüge aus John Dees „Alchimia Umbrarum“ ein großes Highlight und eine nützliche Hilfe bei der Entschlüsselung vom Tun und Denken der Protagonisten.


    Verschiedene Erzählperspektiven machen neugierig auf die Schicksale der einzelnen Charaktere und sie sind in unterschiedlichen Schriftarten gedruckt, sodass man beim Lesen nicht durcheinander kommt. Zu Beginn war es für mich schon etwas merkwürdig, die Geschehnisse von einem Schatten erklärt zu bekommen, der in seiner Wahrnehmung (meist) neutral ist und uns die schonungslose Wahrheit seiner Beobachtungen berichtet. Indem er andere Schatten berührt, gelingt es ihm zum Beispiel, interne Probleme eines - für Außenstehende intakten - Familienbundes zu durchleuchten, wodurch kaum ein Geheimnis vor ihm sicher bleibt. Die einzige Möglichkeit, das abzuwenden und seine Schatten gegenüber anderen zu verschließen, bedarf einer langen Übungszeit und eines guten Lehrers!
    Wenn man in die ersten Seiten eintaucht, fällt auf, dass man hier keinen „normalen“ Schreibstil liest, sondern ein wahrer Künstler am Werk war. Man spürt die Liebe des Autors aus jeder Zeile und kein Satz gleicht in seiner Art klassischer Unterhaltungslektüre. Für mich war es zu Beginn deswegen schwierig in einen guten Lesefluss zu verfallen, doch nach kurzer Zeit ging das vorüber und die Freude über die Worte siegte! :) Diese spezielle Art des Autors spiegelt sich auch in den vielen Details, wie zum Beispiel Zitaten zu jedem Kapitel oder der Widmung am Anfang wieder, wodurch man als Leser das Gefühl hat, ein gut durchdachtes und nicht lieblos verfasstes Buch in den Händen zu halten.


    Mein Lob ist aber gleichzeitig auch Kritik, denn „Der letzte Schattenschnitzer“ ist kein Buch für zwischendurch und ohne ein bisschen Ruhe wird es schwer sein, der Handlung gut zu folgen. Doch wenn man sich darauf einlässt, wird man für schöne Lesestunden belohnt!


    Die Leserunde war wieder eine tolle Erfahrung und hat mir geholfen bestimme Zusammenhänge besser zu verstehen, obwohl ich dieses Mal einige Probleme hatte meine Gedanken in Worte zu fassen bzw. mich gut an der Diskussion zu beteiligen - doch an meiner Rezension wird man sicherlich erkennen, dass das nicht am Buch lag, sondern nur an mir (nicht Schattenkundigem ;)). Danke!! :)


    DIE REZI IST AUCH AUF LITERATURSCHOCK ZU FINDEN! 8)

  • Zum Inhalt:
    Es existiert eine Welt neben der der Menschen, ohne dass wir sie bemerken, obwohl wir sie ständig vor Augen haben, ja sogar mit ihr direkt verbunden sind – die Welt der Schatten. Wir sehen unseren Schatten, doch beachten ihn nicht und kommen überhaupt nicht auf die Idee, dass dieser auch unabhängig von uns existieren könnte. Doch in diesem Buch gibt Christian von Aster den Schatten ein eigenständiges Denken und Handeln. Anstatt willenlose Gebilde am Fuße ihrer Herrn zu sein, bemerken Schatten alles, was wir tun und geben dieses Wissen nach Ende des jeweiligen Menschenlebens in eine Art allgemeines Schattenwissen. So weiß jeder Schatten mehr, als wir Menschen uns überhaupt vorstellen können. Aber die Menschen können nicht mit ihren Schatten kommunizieren, Mensch und Schatten leben nebeneinander her. Bis auf eine Ausnahme: Als der Junge Jonas Mandelbrodt geboren wird, merkt sein Schatten schnell, dass Jonas anders ist. Und der Schatten beschließt etwas Unerhörtes, nämlich den Jungen die Geheimnisse der Schatten zu lehren. Und gleichzeitig geschehen auch andere Dinge, die das bisherige Gleichgewicht der Dinge bedrohen – in Mexico wird ein Mädchen ohne Schatten geboren und dann ist da noch das Eidolon, ein von dem Alchimisten Ripley vor 500 Jahren künstlich geschaffener Schatten… und alles hängt irgendwie zusammen.


    Meine Meinung:
    Zuallererst fiel mir der ungewöhnliche Schreibstil auf. Nicht immer einfach zu lesen, sehr künstlerisch und poetisch, teilweise märchenhaft.
    Die Geschichte wurde aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, aus Sicht des Schatten von Jonas, Auszüge aus John Dees „Alchimia Umbrarum“, usw. – alle in verschiedenen Schriftarten gedruckt, was ich als große Erleichterung beim Lesen und Verstehen empfand.
    Die Handlung war nicht immer ganz einfach nachzuvollziehen und bietet sicher auch viel Raum für eigene Interpretationen beim Leser. Aber gerade das macht das Buch auch zu einem sehr spannenden Leseerlebnis, für das man sich allerdings unbedingt Zeit lassen sollte.


    Zur Leserunde:
    Ich fand das Buch eher schwer zu kommentieren. Nicht weil es mir nicht gefallen hätte, sondern weil ich es schwierig fand, meine Gedanken in Worte zu bringen. Trotzdem haben mir eure Überlegungen und Spekulationen einige Male sehr weitergeholfen, die Geschichte richtig/besser zu verstehen!
    Christians Kommentare fand ich wunderbar, einerseits sehr amüsant, aber auch sehr hilfreich für das Buchverständnis. Danke für die Begleitung dieser Leserunde!

  • Zum Buch:
    Jonas Mandelbrodt besitzt die Gabe, mit Schatten zu sprechen. Carmen Maria Dolores Hidalgo wird ohne Schatten geboren. Damit werden diese beiden Kinder zu einem Spielball höherer Mächte.


    Christian von Aster hatte die fantastische Idee, den Schatten ein Eigenleben zuzuschreiben. Folgerichtig wird diese Geschichte auch zu einem großen Teil von Jonas‘ Schatten erzählt. Aber auch andere Perspektiven werden berücksichtigt. Die Handlung ist äußerst vielschichtig und komplex. Man muss schon sehr genau aufpassen, um die Zusammenhänge zu verstehen. Es ist eine neue Geschichte von Gut gegen Böse, wobei der Leser lange im Unklaren bleibt, wer nun gut und wer böse ist. Hier hält der Autor immer wieder Überraschungen parat, und doch ergibt sich zum Schluss alles logisch.


    Von der Grundidee her hat mir das Buch ganz gut gefallen. Das Lesen fiel mir trotzdem sehr schwer, da die Sprache recht schwülstig ist und altertümlich anmutet. Das passt zwar sehr gut zur Geschichte, fördert aber den Lesefluss nicht gerade. Bei mir hat sich die Sprache stark in den Vordergrund gedrängt, so dass ich mich fast mehr darauf konzentriert habe als auf die Handlung. Ich musste etliche Passagen zweimal lesen, weil ich beim ersten Mal darüber weg gelesen habe. Über weite Strecken wurde die Handlung einfach erzählt, ohne Dialoge oder sonstige Auflockerungen. Das fand ich teilweise sogar etwas langweilig. „Der letzte Schattenschnitzer“ ist sicher kein Buch, das man mal schnell nebenbei liest. Man muss sich schon ganz darauf einlassen.


    Zur Leserunde:
    Obwohl es für mich recht schwierig war, mich zu den einzelnen Abschnitten zu äußern, fand ich dieses Buch für eine Leserunde doch sehr geeignet. Es gab viel Raum für Spekulationen, vieles habe ich erst durch die Anmerkungen der Mitleser oder Christians richtig verstanden. Vielen Dank dafür!

  • Mir fiel es schwer, mich in der Leserunde zum Buch zu äußern und mir fällt es ebenso schwer, ein abschließendes Fazit zu schreiben.


    Die Aufmachung des Buches ist wirklich gelungen, nicht nur, was das hübsche Cover angeht, sondern auch die Strukturierung des Buches durch die unterschiedlichen Schriftarten, die Verwirrung beim Erzählerwechsel verhindern. Auch den regelmäßigen Wechsel an sich, zwischen Schatten, Erzähler und Alchimia Umbrarum, finde ich gelungen, zumal diese verschiedenen Abschnitte inhaltlich und mit den Informationen, die sie liefern, sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Man erfährt immer einen Tick mehr und doch bleiben gleichzeitig viele Fragen offen, oder es werden neue aufgeworfen, sodass die Spannung garantiert über das ganze Buch hinweg bestehen bleibt bzw. immer aufs neue geweckt wird.


    Den Stil, vor allem in den Kapiteln, die von Jonas' Schatten etwas gewöhnungsbedürftig, später dann aber ansprechend und angenehm zu lesen. Wobei auch das mit dem Wechsel zwischen den Erzählern zusammenhängen mag, der sich auch im Stil bemerkbar macht. Wäre das ganze Buch aus der Perspektive des Schattens geschrieben, wäre das auf Dauer vermutlich etwas anstrengender geworden.


    Anstrengend allerdings auch, weil der Schatten sehr... eigene Ansichten hat. Seine Sicht auf die Menschen ist extrem negativ und zynisch. Dadurch ist auch die Sicht des Leser auf praktisch alle Personen außer Jonas sehr negativ gefärbt, was auch auch durch den Erzählerwechsel nicht nennenswert geändert wird, denn Einblicke in das Innenleben der anderen Figuren erhält der Leser auch hier nicht, selbst über Jonas' Sicht der Dinge erfährt man kaum etwas.


    Dies führt dazu, dass ich dieses Buch zwar mit Interesse gelesen und die Verwicklungen, die vielen Fragen, die Unmöglichkeit die Handelnden Figuren, ob Mensch oder Schatten, in Kategorien der Marke Gut und Böse einzuordnen, als spannend empfunden habe. Doch gleichzeitig blieb ich sehr distanziert - Mitfühlen? Sorge um Charaktere? Betroffenheit bei Todesfällen (und von denen gab es einige)? Fehlanzeige. So viel Interesse die Geschichte geweckt hat, so wenig Emotionen hat sie hervorgerufen. Das muss nun nicht zwangsläufig schlecht sein, aber man man sollte sich vor dem Lesen überlegen, ob man mit dieser Art, eine Geschichte zu erzählen etwas anfangen kann.


    Auch beachten sollte ein potenzieller Leser, dass es sich hier nicht um ein Jugendbuch handelt. Ich sehe das positiv, aber das Cover und der Klappentext können da eben leicht falsche Erwartungen wecken. Zwar ist gelegentlich ein leicht märchenhafter Hauch zu spüren, aber der wird durch die harsche Realität schnell wieder zunichte gemacht. Zudem ist es kein Buch, dass sich dazu eignet, mal eben hier und da und zwischendurch gelesen zu werden. Wenn man nicht mit genug Konzentration bei der Sache ist, verliert man schnell den Überblick.


    Ich habe das Buch jetzt schon seit einer Weile beendet, aber so richtig entschieden, wie es mir gefällt, habe ich mich noch immer nicht. denn normalerweise spielt dabei mein Bauchgefühl eine große Rolle, aber hier - die beiden Haupteindrücke, die bei mir hängen geblieben sind, sind eben "Interesse" und "Distanz"....


    Edit:
    Auch veröffentlicht auf:
    literaturschock.de
    welt-der-fantasy.de
    goodreads.com
    vorablesen.de

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    Einmal editiert, zuletzt von Liafu ()

  • Kurzbeschreibung (Amazon)


    Fürchte deinen Schatten!
    Als eine alte Magie wieder zum Leben erwacht, beginnen die Schatten sich gegen ihre Herren zu verbünden. Und während ein kleiner Junge die Schatten seiner Stofftiere vertauschen lernt, geschieht ein Wunder, das die Welt in Verzückung setzt: Ein Mädchen ohne Schatten wird geboren, Carmen Maria Dolores Hidalgo.



    Inhalt:


    Einst waren die Schatten mehr als unser Abbild, in ihnen steckt das Wissen ihrer Träger seit dem Anbeginn der Zeit, doch nur Wenige hatten die Fähigkeit und die Macht, diese Schatten zu formen, zu schnitzen oder zu versklaven. Aus Rache wurde ein künstlicher Schatten geformt, um die Menschheit zu unterjochen. Der Rat der Schatten versucht mit allen Mitteln dies aufzuhalten, doch ist ihr Bestreben wirklich so ehrenhaft wie sie glauben? Mit aller Macht beschützen sie das Gleichgewicht und ihre Siegel, dabei gibt es selbst unter ihnen große Geheimnisse.
    Am Ende wird es die Entscheidung von Jonas sein, die darüber bestimmt, ob die Welt, wie wir sie kennen untergeht oder nicht.



    Fazit:


    Es gibt einige gute und einige schlechte Punkte an dem Buch.
    Gut gelungen ist einmal das Cover und die Zeichnungen im Buch selber, die einzelnen Erzählstränge, welche sich optisch von einander unterscheiden und die Aufteilung der erzählten Geschichte und den Informationen des Alchimia Umbrarum. Die Idee ist neu und interessant.


    Was ich sehr stark vermisst habe sind einerseits Altersempfehlungen und Genreangaben (auch wenn ich weiß, dass dies heutzutage nicht mehr einfach einzuordnen ist), denn mit diesen Angaben hätte ich das Buch vermutlich nicht in die Hand genommen und hätte mir einiges erspart, denn im Großen und Ganzen gesehen, war das Buch nichts für mich.
    Desweiteren habe ich ein Glossar vermisst. Und hier kommen wir zu einem Punkt, der mich beim Lesen mehr und mehr frustriert hat. Die Erwähnung von historischen oder mythischen Namen und Orten und Gegenständen gibt einer Geschichte Tiefe und Ausdruck. Aber es bewirkt das Gegenteil, wenn diese Erwähnungen nur gering erklärt werden, es muss ja nicht im Text sein, aber ein Glossar hätte mir einige entnervte Gedanken verhindern können. Auch wenn vielleicht für den Autoren oder dem Verlag dies als Allgemeinwissen gilt, so ist dies nicht so einfach auf einen Haufen zu kehren. Jeder Mensch ist anders, jedes Wissen ist anders und bei einem Glossar hätte man den Wissenden und Unwissenden einen Gefallen getan. Dabei denke ich vor allem an die Mehrheit der lesenden Bevölkerung, die dies in öffentlichen Verkehrsmitteln machen, dort hat man keine Möglichkeit ein Lexikon mitzuschleppen und nachzuschauen, geschweige denn Internet und Google/Wikipedia. Ich möchte beim Lesen nicht dauernd zum PC rennen müssen um zu verstehen, was der Autor mir sagen wollte, als er Person 1 und Fabelwesen 2 benannte aber nicht weiter darauf einging.
    Durch diese Wissenslücken meinerseits verlor ich leider ziemlich schnell den Anschluss an die Geschichte und leider auch an die Leserunde, denn ein "sie werden ja nur genannt, spielen aber eigentlich keine Rolle" (ein Teilnehmer frei zitiert) helfen mir da auch nicht weiter. Warum werden sie dann erst erwähnt und hinterlassen Leser wie mich mit dem Gefühl, zu unwissend für das Buch zu sein?


    Dem einhergehend war auch die Sprache im Buch. Bei den Alchimia-Abschnitten war es besonders zu merken, aber auch bei allen anderen: Sie war hochgegriffen, fast schon altertümlich poetisch. An sich etwas, was ich mag, aber in Zusammenhang mit vorherigem negativem Gefühl wurde dadurch das Buch für mich immer unsympathischer.


    Desweiteren empfand ich das letzte Drittel als Marathon, vorher lief alles eher plätschernd, mal gab es ein paar schnelle Stellen, aber die Angriffe auf die Alten des Rates, auf die Siegel, all das kam mir zum Ende hin immer gehetzter und liebloser vor. Es wirkte auf mich, als ob die Abgabefristen drückten, was sich auch in fehlenden Buchstaben ausdrückte (über eine ganze Passage hinweg fehlte das R in Mandelbrodt).


    Bewertung:


    2 von 5 Punkten, weil die Idee interessant und neu war, die Umsetzung allerdings einige Schwachstellen aufwies



    Für den Autoren:


    Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, dass ich beim Sie bleibe. Da ich mich kaum eingebracht habe in die Leserunde empfinde ich es als nicht richtig, Sie zu duzen. Es tut mir wirklich sehr Leid, aber dies war für mich die bisher anstrengenste Leserunde, die ich je erlebt habe. Hätte ich das Buch nicht gewonnen, hätte ich wohl auch ziemlich früh abgebrochen und der Runde den Rücken gekehrt. Ich möchte vor allem Herr von Aster nicht zu nahe treten, aber ich habe mich einfach nicht wohlgefühlt, ich habe mich nicht getraut Fragen zu stellen, denn Ihre Antworten gaben mir meist genausoviele Rätsel auf wie Ihr Buch. Ich kann verstehen, das es viele gibt, die so etwas toll und anziehend finden, mich aber hat es eher abgeschreckt.
    Trotzdem fand ich Ihre erste Leserunde hier nicht schlecht, Sie haben sich viel eingebracht und haben begeistert miterlebt, wie die Leser sich an Ihre Geschichte herangepirscht haben. Sie haben für Fragen und Anregungen immer ein offenes Ohr gehabt und blieben freundlich, das gibt es nicht oft. Ich danke für das Erlebnis, auch wenn es für mich eher negativ war und ich wohl keine weiteren Bücher von Ihnen in die Hand nehmen werde. Meinen Freunden, die so etwas gerne lesen, werden Sie trotzdem empfohlen.


    Leen

    SuB-Abbau 2012: - ein Versuch ist es wert :)<br />&nbsp; &nbsp; Marion Zimmer Bradley - Trapez<br />&nbsp; &nbsp; Jacqueline Carey - Kushiel<br />&nbsp; &nbsp; Patrick Rothfuss - Name des Windes<br />mein Leserundenkalender

    Einmal editiert, zuletzt von Leen ()

  • Für das dass ihr nicht so recht wisst, wie ihr das Buch kommentieren sollt, sind eure Rezis aber ziemlich ausführlich :-\ aber durchaus sehr gelungen. :winken: Wie auch die Kommentare zu den einzelnen Abschnitten. Über viele Dinge hätte ich mir vermutlich ohne eure Ausführung entweder keine Gedanken gemacht oder ich hätte etwas ratlos vor dem Buch gesessen.


    Ich finde die Leserunde hat sich von seitens des Autors so entwickelt wie das Buch selbst. Am Anfang war alles noch neu und sehr distanziert und etwas gewöhnungsbedürftig. Aber mit der Zeit ist man in der Geschichte drinnen und hat sich an den Stil gewöhnt. Trotz allem hat mir ein bißchen "Drama" gefehlt, also dieses Mitfühlen mit dem Helden/Antihelden bzw. irgendeiner Figur. Am meisten ist mir die Alchimia Umbrarum am Herzen gelegen. :) Es hat mir nämlich total gut gefallen, wie sich diese Abschnitte von John Dee immer mehr der restlichen Geschichte angepasst haben oder umgekehrt?


    Ein paar Fragezeichen gibt es noch in meinem Kopf, allerdings hat Christian uns ja noch was versprochen im 6. Abschnitt, vielleicht klärt sich das ja noch. So ganz klar ist mir nämlich u.a. nicht, was mit Madame Stiny geworden ist.


  • Für das dass ihr nicht so recht wisst, wie ihr das Buch kommentieren sollt, sind eure Rezis aber ziemlich ausführlich :-\

    Das meiste, das mir auffiel, bezog sich auf das Buch im allgemeinen. Das konnte ich einmal anmerken, und zwar schon in den ersten zwei oder drei Abschnitten, und damit war es erledigt. Dagegen fand ich es schwierig, zu jedem spezifischen Abschnitt neue, andere Punkte zum Kommentieren zu finden.


    Ein bisschen ging es mir mit der Leserunde wie mit dem Buch selbst - ich habe die Beiträge von Christian und den anderen Lesern interessiert verfolgt, fühlte mich aber selbst nicht so richtig, hm, "involviert".

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  • Das meiste, das mir auffiel, bezog sich auf das Buch im allgemeinen. Das konnte ich einmal anmerken, und zwar schon in den ersten zwei oder drei Abschnitten, und damit war es erledigt. Dagegen fand ich es schwierig, zu jedem spezifischen Abschnitt neue, andere Punkte zum Kommentieren zu finden.


    Ein bisschen ging es mir mit der Leserunde wie mit dem Buch selbst - ich habe die Beiträge von Christian und den anderen Lesern interessiert verfolgt, fühlte mich aber selbst nicht so richtig, hm, "involviert".


    Da hast du mehr gemacht als ich, als die erste große Diskussion losging hab ich mich ausgeklingt, weil ich da schon das Gefühl hatte, den Anschluss total verloren zu haben :(

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  • Hallo alle Zusammen und lieber Christian, :winken:



    na dann will ich auch mal ;).


    Zum Inhalt:


    Es geht um den kleinen Jonas Mandelbrodt, der plötzlich mit seinem Schatten eine Verbindung eingeht,also reden kann und einem Mädchen der Carmen Maria Dolores Hidalgo, die wiederum ohne Schatten auf die Welt kommt. Zwei Sachen und Umstände die, die Welt erschüttern, denn plötzlich haben die sonst eher unbedeutenden Schatten eine ungeahnte Macht und können auch ohne ihren Menschen leben. Ob die Menschheit nun von den Schatten unterjocht wird oder bleibt es bei der gewohnten Ordnung. Davon handelt dieser Roman.




    Meine Meinung:


    Das Cover ist wirklich schön gestaltet und auch die Geschichte mit einem Kind/Kindern könnte man gleich sich dazu verleiten lassen, es als Jugendbuch ab zu handeln/einzustufen, aber weit gefehlt dazu ist die Thematik einfach zu komplex. Diese ganze Welt um Gott, die Engel, Limbus, Seelenkammer, Schattenschnitzer, Eidolon usw.
    fordert vom Leser schon ein Masse ab, wie zum Beispiel abstraktes denken auf wirklich hohem Niveau. Und somit kann man diese Buch auch nicht einfach mal zwischen durchlesen. Ein schwieriges Buch...



    Leserundenfazit:


    Danke für die nette und freundliche Begleitung durch den Autor, Christian. Keine leichte Kost, aber wie sich die LR dann entwickelt hat sehr interessant, informativ und ungewöhnlich, für meinen Geschmack. Ein Buch, wo ich persönlich nicht so recht weiß , wie ich es einschätzen soll und kann. Ungewöhnlich ;).
    Danke auch an meine Mitleser, die sich trotz schwierigem Thema wie immer gut mit eingebracht haben :).



    LG..starone... :winken: :lesen:

  • Zur Leserunden:
    Wieder eine sehr schöne Leserunde bei der alle mit Begeisterung dabei waren. Insbesondere hat es mich gefreut, dass Christian nicht den Eindruck hatte seine Zeit zu verschwenden, sondern aus dem Feedback etwas lernen zu können. Ich hoffe, dass es zu deinem nächsten großen Buch hier auch wieder eine Leserunde geben wird!


    Zum Buch:
    Was wäre wenn unsere Schatten ein eigenes Bewusstsein hätten? Was wenn die Möglichkeit bestünde mit seinem Schatten zu kommunizieren? Was wenn einen diese Kommunikation zu einem mächtigen Magier machen würde?
    Und was hat es mit dem Jungen auf sich, der von klein auf mit seinem Schatten redet? Und was mit dem Mädchen ohne Schatten?
    Es gibt Bücher, bei denen ist es schwer über den Inhalt zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Da ich bei diesem Buch so empfinde, statt einer Zusammenfassung der ersten Seiten, diese Reihe von Fragen. Außerdem möchte ich zum Inhalt des Romans anmerken, dass es keineswegs ein Jugend- oder gar Kinderbuch ist, auch wenn Titel und Cover den Gedanken eventuell nahe legen könnten. Das Buch schildert - wie gesagt - eine Welt in der Schatten ein Bewusstsein haben und eigene ehrgeizige Ziele verfolgen. Dabei kommt durchaus der eine oder andere Mensch zu Schaden. Außer der spannenden Handlung wird aber auch ein interessantes Weltbild aufgebaut. Alles in allem würde ich das Buch für Erwachsene und ältere Jugendliche empfehlen.
    Die Sprache ist durchaus gehoben aber dabei zu jeder Zeit gut zu Lesen.
    Einziges Manko war meiner Meinung nach der Schluss, der für mich ein wenig zu schnell kam und zu einfach war. Da man es aber sicherlich auch so sehen kann, dass der Schluss gerade durch seine Einfachheit überzeugt, ziehe ich dafür in meiner Bewertung nichts ab. Für manchen mag es auch ein Manko sein, dass die Geschichte eher "plot-driven" als "character-driven" ist, d.h. die übergeordnete Handlung steht mehr im Mittelpunkt als Charaktere, die einem ans Herz wachsen.
    Fazit: Ein absolut lesenswerter Roman, der zeigt, dass Phantastik durchaus auch literarischen Ansprüchen genügen kann.

    Einmal editiert, zuletzt von Originaldibbler ()

  • Zum Buch:
    Dem Leser erschließt sich eine völlig andere Parallelwelt, die jenseits unserer wahrnehmbaren Wirklichkeit existiert: Die der Schatten. Dann gibt es Menschen, die mit ihnen kommunizieren, die sich ihrer bedienen und so die Welt in ihrem Sinne zu verändern versuchen.
    Schatten, die eigene Motive haben, Plänen folgen und so letzten Endes sehr menschlich handeln. Der Schatten als Teil von uns Menschen, jedoch mehr und anders, als wir bisher angenommen haben. Oder sind Menschen ein Stück Schatten? Die Antwort auf diese Frage muss sich wohl jeder Leser am Ende des Buches selbst geben.


    Das Buch ist in vielerlei Hinsicht reich an Sprache, an Metaphern, an Moral und an Botschaft.


    Die Sprache ist – gerade für unsere heutigen Lesegewohnheiten – fast überladen und die Sätze zum Teil kleine Kunstwerke, verschachtelt und füllig konstruiert. Der Stil erinnert an alte Märchen und Sagen. Für mich sprach die Freude, Geschichten erzählen zu wollen, aus vielen Zeilen, weshalb ich keine Schwierigkeiten hatte, dem zu folgen.
    Dankbar bin ich übrigens, dass der Autor auf die Myriaden Möglichkeiten an Wortspielen verzichtet hat. Dort, wo ein „aus dem Schatten treten“ oder „Schattendasein“ eingesetzt wurde, war es passend, an vielen Stellen wäre es vermutlich albern geworden.


    Mit den Metaphern, Bildern und Anspielungen an tatsächlich existierende oder mythologisch bedeutsame Personen und Orte ist es ähnlich. Der Anspruch des Autors an das Allgemeinwissen des Lesers ist hoch. Und leider ein wenig zu hoch. Ich habe ein recht breites Allgemeinwissen und habe mich eine Zeitlang intensiv speziell mit griechischer Mythologie befasst, aber hier kommt so viel zusammen, dass man müde wird, dem zu folgen. Gerade als mir als Leser klar wurde, dass gar nichts zufällig genannt wurde, hinterließ es bei mir ein Gefühl der Unruhe hinsichtlich der Frage, was ich eigentlich gerade verpasse, weil ich nicht nachschlagen möchte, um welche Person oder welchen Ort es sich nun handelt. Hier wäre doch weniger mehr gewesen.


    Wie gesagt, erinnerte mich das Buch eher an ein Märchen, als an ein Fantasy-Buch und wie alle Märchen hat es eine moralische Botschaft (und ist eben wie seine Gattungsvorgänger eher für Erwachsene, und nicht für Kinder). Ich würde es allenfalls noch als „philosophische Fantasy“ bezeichnen, da existentielle Fragen der Menschheit zumindest angerissen werden. Die Botschaft selbst möchte ich nicht verraten, denn zum einen ist es meine Interpretation, zum anderen nehme ich damit das Ende vorweg. Das sollte sich schon jeder selbst erarbeiten. In dieser Hinsicht war das Buch für mich persönlich jedenfalls ein echter Glücksfall.



    Zur Leserunde:
    Da es meine erste Leserunde war: Es hat mir insgesamt sehr gut gefallen und die Beteiligung des Autors war, soweit ich das beurteilen kann, recht intensiv.
    Ich bin mir nur etwas unsicher, ob mir diese Art zu lesen gefällt. Ich konnte den Konsum des Buches nicht auf meine Lesegewohnheiten abstimmen, mal ging es mir zu schnell, mal dauerte es mir zu lange.
    Für dieses Buch war es auf jeden Fall sinnvoll, denn so bin ich eben doch ein wenig ans recherchieren gekommen, was ich beim „allein lesen“ niemals gemacht hätte.


    Was mir schon fehlte, war der Austausch über die Figuren und die Handlung, und das lag wiederum schon am Buch: Es spielte – für mich –einfach keine Rolle. Mich hat das Buch in dieser Hinsicht nicht „mitgenommen“, weshalb selbst Diskussionen über den Sympathiefaktor von Jonas‘ Mutter eher an der Oberfläche blieben.
    So oder so, dankt allen für ihre erste Leserunde :winken:
    Die Worthüterin

    Einmal editiert, zuletzt von Worthüterin ()

  • Liebe Leserunde und besonders lieber Christian,


    es wird hier nun recht ruhig und ich denke, dass wir die Leserunde als beendet betrachten können. Ich hoffe Dir, Christian, hat die Leserunde Freude bereitet - trotz der Kritik, die teilweise aufkam. Denn gerne würde ich Dich für eine weitere Leserunde hier gewinnen.


    Vielen Dank an den Rest. Ihr habt wie immer auf einem hohen Niveau konstruktiv diskutiert. :winken:


    Es wäre schön, wenn noch ein paar Fazits kommen würden (gerne auch kurz - hauptsache irgendetwas ;) ). Deshalb ist die Leserunde natürlich auch noch eine Weile geöffnet.


    Liebe Grüße
    nimue

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen