Leserundenfazit, Rezensionen etc. (ohne Spoiler!!!)

  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines von der Autorin) ist immer interessant.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!

  • Es wäre schön, wenn hier an dieser Stelle von jedem Leser ein ausführliches Fazit zur Leserunde stünde - allerdings erst nachdem auch zu jedem Leseabschnitt etwas Buchrelevantes gepostet wurde. Ich denke, dass sind wir unseren Mitlesern und vor allen Dingen Karla schuldig... :winken:
    Aber ich bin mir sicher, monelise, dass du das noch nachholen wirst. :)

  • Hallo alle Zusammen und liebe Karla, :winken:


    da es langsam etwas ruhiger wird werde ich einfach jetzt mal mit meinen Eindrücken usw. beginnen.



    Zum Inhalt:


    Der Roman spielt um 1870 im aufstrebenden Berlin. Wo jeder versucht ein Stück des Glückes und Wohlstand dieser Stadt zu erhaschen. So möchte auch Ruvens, der angestellt ist auf einem Rummelplatz als Fotograf bei einem Herrn Bing, der eher ungewöhnliche Fotos macht für diese Zeit sich verändern. Denn diese/seine Arbeit ist ihm sehr zuwider und Ruvens sehnt sich nach Veränderung/Verbesserung. Diese tritt in sein Leben durch den Mediziner, Psychologist und Ingenieur Herr Doktor Karl Greipel, der eine Klinik für geistige und seelische Störungen leitet und dringend einen Fotografen für seine Studien an seinen Patienten braucht. Der auch nicht ohne ist was seine Behandlungsmethoden an geht. Ruvens ergreift diese Chance, doch dazu muss er seinen derzeitigen Arbeitgeber bestehlen und er ändern auch noch zusätzlich seinen Nachnamen. So kommt er in ganz neue Kreis und lernt auch die schöne, hochbegabte Isabel, die bedingt durch ein Nervenleiden sich auch in der Klinik des Doktor öfters aufhält kennen und es entsteht eine Bindung zwischen den beiden, die möglicherweise über das Normalemass hinaus geht. Aber auch in anderer Hinsicht kommt er in seinem Leben weiter und lernt noch eine interessante Frau, mit Namen Elfi kennen und möglicherweise lieben. Wird sein Diebstahl noch Folgen haben und kann er das dunkle Geheimnis seiner Vergangenheit lüften, welche Auswirkungen hat der Erfindergeist von Isabel. Und wie wird er sich in der Liebe entscheiden.


    Davon handelt diese spannende Buch, dass zusätzlich mit einem überraschenden/ungewöhnlichem Ende aufwarten kann.




    Meine Meinung:


    Durch den guten und genauen Schreibstil findet man sehr schnell in diesen Roman hinein und kann sich somit sehr gut vorstellen, wie die Leute in dieser Zeit gelebt haben, wie ich finde. Es gibt interessante Wendungen, die man so nicht erwartet hat und auch das Ende hat etwas und lässt Raum für die eigene Fantasie, was mir auch sehr gut so gefallen hat.



    Leserundenfazit:


    Danke erst einmal an Karla, die Autorin für die nette und informative Begleitung in dieser LR :). Hat wirklich Spaß gemacht und klar auch an alle Mitleser :).
    Bis bald dann...
    LG...starone... :winken: :lesen:


  • Hallo liebe Karla, :winken:


    habe mal meine Rezi von hier auf LB rüber gebracht :).


    LG..starone... :winken: :lesen:


    Liebe Starone,


    Danke! Prima, dass Du das zu LB rübergeschoben hast. :)


    Bin auch gespannt, was die anderen hier noch schreiben. Wenn ich mir die Kommentare zu Teil IV ansehe, scheint das Buch mal wieder die Gemüter umzuwühlen, und nicht immer nur in positiver Weise. ;) Aber ehrlich gesagt - das gefällt mir gut so ...


    Liebe Grüße, Karla



  • Hallo liebe Karla, :winken:


    gerne geschehen :). Ja, Du hast da wirklich einen feinen Roman auf den Markt gebracht, der durchaus polarisierend ist/wirken kann ;).


    Bin gespannt auf weitere Werke von Dir und klar auf eine mögliche LR hier :).


    LG...starone.... :winken: :lesen:

  • Ein Mann ohne Vergangenheit. Ein Mädchen ohne Zukunft. Eine Liebe, die nicht sein darf. Berlin in der Gründerzeit: Ein Nervenleiden zwingt die schöne, hochbegabte Isabel in den Rollstuhl. Die junge Frau blüht auf, als sie den Wanderfotografen Ruven kennenlernt. Die beiden fühlen sich seelenverwandt. Doch dann verschlechtert sich Isabels Gesundheitszustand. Fieberhaft beginnt sie an einer Erfindung zu arbeiten, durch die sie auch nach dem Tod weiterleben könnte: die Seelenplatte – ein fotografisches Verfahren, das nicht nur das Bild eines Menschen einfängt ...
    Ich habe diesen Klappentext zum Glück nicht vorab gelesen, denn er verrät schon sehr viel von der kommenden Handlung – schade eigentlich.


    Charlotte Freise/Karla Schmidt hat eine spannende Geschichte aufgebaut , die in Berlin um 1870 spielt. Am Beispiel der hochintelligenten adligen Isabel und ihrer Tante Anna, die sie pflegt, da sie im Rollstuhl sitzt, der Arbeiterin Elfie und ihrem Sohn Peter, die sich mühsam durchs Leben schlagen, dem Jahrmarktfotografen Bing und seinem Assistenten Ruven und weiterer Personen stellt sie das Leben verschiedenster Menschen dar, deren Schicksale miteinander verknüpft sind. Sie beschreibt die Armut und den Wohlstand, die für uns heute kaum nachvollziehbaren Behandlungsmethoden der Medizin, den fragwürdigen Umgang mit Moral und den Kampf der kleinen Leute um ihr kleines Glück und die Faszination an der Fotografie.
    Dabei beschreibt sie die Personen detailliert und lebendig, das man mit ihnen fühlt und leidet, vor allem, wenn sie sich so verhalten, dass man schon ahnt, dass es zum Unglück führen wird. (Spoiler entfernt!)


    Auch bei der „Seelenfotografin“ hat mir die Leserunde wieder viel Spaß gemacht und ich finde es interessant zu lesen, wie unterschiedlich Szenen und Personen von Leserinnen und Autorin gesehen werden. Danke an alle und vor allem dich, Karla! :winken:

  • Hier nun auch noch meine Rezension zum Buch:


    Inhaltsangabe:


    Berlin, um 1870: Ruven Pintorov muss seinen Unterhalt als Gehilfe des Fotografen Bing verdienen, der seine zweifelhaften Fotos auf dem Berliner Rummelplatz ausstellt. Ruven ist diese Arbeit schon lange zuwider, und als sich die Gelegenheit ergibt, „entlässt er sich selbst“. Sein erster eigener Auftrag als Fotograf besteht darin, die Insassen eines Berliner Nervensanatoriums zu fotografieren. Hier trifft er auf die 14-jährige, hoch intelligente und selbstbewusste Isabel, die wie er ein Waisenkind ist und die ihm mit ihren Provokationen nicht mehr aus dem Kopf geht. Dies bringt ihn in eine große Zwickmühle, denn eigentlich plant er mit seiner neuen Vermieterin Elfi und ihrem Sohn Peter schon seine respektable Zukunft als Ehemann und Besitzer eines Fotostudios. Doch mit Isabel verbindet ihn mehr, als nur oberflächliche Sympathie, und dies führt Ruven direkt in seine eigene Vergangenheit, an deren Geschehnisse er sich selbst aufgrund eines traumatischen Ereignisses gar nicht mehr erinnern kann. Bis jetzt ...


    Der erste Satz:


    „Ruven stand an den roten Wagen gelehnt und beobachtete mit halbgeschlossenen Lidern das Treiben um sich herum.“


    Meine Meinung zum Buch:


    Die Geschichte hat mich von Anfang an mitgerissen – und von mir aus könnte sie auch doppelt so viele Seiten haben.


    Interessant sind vor allem die Charaktere, denn sie sind alle vielschichtig angelegt und die meisten können nicht einfach als gut oder böse eingeordnet werden. Hier sind besonders die beiden Hauptfiguren Ruven und Isabel zu nennen, mit denen ich oft Mitgefühl hatte, die mich aber ebenso oft verzweifelt den Kopf schütteln ließen. Ruvens Motive konnte ich gut nachvollziehen: mit der fehlenden Erinnerung an seine Kindheit und seinem Wunsch, die Arbeit auf dem Rummelplatz so schnell wie möglich hinter sich zu lassen und „respektabel“ zu werden, musste er sich so verhalten, wie er es getan hat, auch wenn mir einzelne Punkte dabei ziemlich schäbig vorkamen. Isabel als hoch intelligente Frau, die in ihrem von Krankheit gezeichneten Körper „gefangen“ ist, machte es mir manchmal schwerer, denn der Grund für ihr Verhalten hat sich mir erst relativ spät erschlossen. Im Prinzip sind beide Opfer ihrer Zeit, die sowohl für Männer als auch für Frauen andere Lebens- und Verhaltensweisen als Regel vorgab.


    Besonders gut hat mir auch die Atmosphäre gefallen, welche die Autorin in ihrer Geschichte hervorzaubert. Ich konnte mir die muffigen Berliner Hinterhofwohnungen mit ihren Gerüchen sehr gut vorstellen, ebenso Ruvens Fotostudio mit den „modischen“ Perspektivwänden. Ich hatte beim Lesen oft die Zeichnungen von Heinrich Zille im Hinterkopf.


    Die Zeit, in der die Geschichte spielt, floss ebenfalls sehr schön ein, ohne dass ich mich belehrt fühlen musste. Über den Stand der damaligen Technik war ich oft überrascht.


    Es war immer spannend zu beobachten, was in der Geschichte passiert und ich habe bei den Ereignissen mitgefiebert. Beim Lesen war ich immer ganz in der Geschichte „drin“.


    Für mich ist dieses Buch ein :buchtipp:


    Die Leserunde hat mir viel Freude gemacht – es ist doch ein anderes Lesen, wenn man sich darüber austauschen kann. Danke an meine Mitleserinnen und danke an die Autorin Charlotte Freise, die uns mit vielen zusätzlichen Informationen versorgt hat. :-*


    Viele Grüße von Annabas :winken:

    :lesen:   [size=2]"Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Marcus Tullius Cicero[/size]

  • Liebe Annabas,


    Danke, mir hat die Runde auch sehr viel Spaß gemacht! Und ich bin auf einige neue Gedanken gekommen, die mir jetzt ganz aktuell auch beim nächsten Historischen Roman helfen. :) :) :)


    Liebe Grüße, Karla

  • Liebe Karla,
    das freut mich. :)


    Aufgrund der Diskussion [url=http://www.leserunden.de/index.php/topic,5459.0.html]drüben[/url] habe ich die Rezi jetzt auch bei Amazon eingestellt. 8)


    Grüße von Annabas

    :lesen:   [size=2]"Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Marcus Tullius Cicero[/size]

  • Toll, vielen Dank! Die Rezi macht sich gut da drüben, und es stimmt ja: Es nützt allen was!
    (Und es stimmt auch, dass auch schlechte Rezis nützlich sind. Hauptsache, über ein Buch wird möglichst viel gesprochen ... :-[)


    Liebe Grüße, Karla

  • Hallo ihr Lieben,


    nachdem es in dieser Runde langsam ruhig wird, will auch ich mein Fazit zu "Die Seelenfotografin" beisteuern.



    Zum Roman:


    Ruven flieht vor seiner Vergangenheit, Isabel ist auf der Suche nach einer möglichen Zukunft. Als der ehemalige Waisenjunge und jetzige Fotograf und das hochbegabte, im Rollstuhl sitzende Mädchen aufeinander treffen, wird die seltsame Anziehung zwischen den beiden schnell deutlich. Doch was ist das für ein Gefühl zwischen ihnen? Und wird es den beiden gelingen mit der Vergangenheit abzuschließen und sich inmitten der düsteren Arbeiterviertel Berlins im 19. Jahrhundert, Fotoateliers, Rummelplätzen und psychatrischen Anstalten eine Zukunft aufzubauen?


    In ihren Roman "Die Seelenfotografin" lässt Charlotte Freise auf bemerkenswerte Weise das Berlin des 19. Jahrhunderts lebendig werden.


    Ihre Figuren, insbesondere Ruven und Isabel, sind nicht unbedingt liebenswert, was aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut, denn jede Figur ist mehrdimensional und auf ihre ganz eigene Art und Weise dargestellt. Auch jene Charaktere, die weniger sympathisch sind, bleiben interessant und glaubhaft.


    Der Autorin gelingt eine gekonnte Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - nicht nur was die Handlungsstränge der Geschichte angeht, sondern auch bezüglich einer Vielzahl von Aussagen zu zum Teil philosophischen Themen.


    Auch dass der Roman nur schwer einem Genre zuzuordnen ist, stört keinesfalls, denn Charlotte Freise hat aus allem ein Bisschen - und vor allen Dingen das Beste - herausgenommen. So darf sich der Leser auf eine ungewöhnliche Liebengeschichte in historischem Setting freuen, die geschickt mit einer Prise Schauer- bzw. Zukunftsroman garniert ist.


    FAZIT: "Die Seelenfotografin" sei jedem empfohlen, der bereit ist sich auf ein Lesevergnügen der etwas ungewöhnlicheren Art einzulassen! :)



    Zur Leserunde:


    Mädels, es hat wieder einmal großen Spaß gemacht mit euch gemeinsam einen Roman zu lesen, eure Spekulationen zu teilen und eure Schlußfolgerungen zu lesen! :-*
    Karla, an dich ein ganz dickes Dankeschön für deine engagierte und äußerst informative Begleitung der Runde! Es ist außerdem sehr schön zu hören, dass auch du bereits einiges für deine Arbeit aus unserem gemeinsamen Leseerlebnis mitnehmen konntest. :-*


    Vielleicht lesen wir uns ja bald alle wieder zu einem neuen Buch von Karla Schmidt bzw. Charlotte Freise? Ich würde mich freuen! :)



    Geez,
    Imlammenien :winken:

  • Hallo Ihr Lieben,


    so, dann will ich hier auch noch mein Fazit schreiben.


    Das Buch:
    Ruben, mittlerweile um die 20, hat keinerlei Erinnerung mehr an seine Kindheit vor seinem 6. Geburtstag. Nachdem er sich von dem zwielichtigen Bing, der ihn als Lehrbuben gekauft hat, endlich befreien konnte, strebt er eine Karriere als selbstständiger Fotograf im Berlin der Gründerzeit. Bei einem Nervenarzt, für den er Bilder macht, lernt er die 14jährige Isabel kennen. Das Mädchen ist hochintelligent, aber an den Rollstuhl gefesselt, obwohl keiner weiß, welches Leiden sie hat.


    Die beiden jungen Leute sind gleichzeitig fasziniert voneinander und können bald nicht mehr voneinander lassen. Jedoch hat Ruben eine Vergangenheit zu bewältigen und Isabel ist weiterhin stark auf die Hilfe anderer angewiesen.


    Dieses Buch ist keine leichte Kost. Fast alle auftauchenden Charakter tragen ein großes Bündel Seelenlast mit sich herum und den größten Brocken hat Ruben geschultert. Er kämpft mit seinen Dämonen aus der Vergangenheit und kann sich doch die ganze Zeit über nicht wirklich von ihnen lösen. Die Beschreibungen seiner Qualen, inneren Zerrissenheit und eigenen Kämpfe, waren teilweise für mich sehr mühsam und schwer zu lesen.


    Dazu kommt Isabel, die wahrlich auch kein einfacher Charakter ist. Aufgrund ihres Leidens möchte man Mitleid mit ihr haben. Jedoch ist sie so ein egozentrischer Mensch, dass es mir oft sehr schwer gefallen ist, überhaupt mit ihr mitfühlen zu können.
    Erst gegen Ende konnten Rubens und Isabel mit Sympathie bei mir punkten und die letzten Kapitel waren zwar hart zu lesen, haben mir aber dafür die beiden Charaktere näher gebracht.


    Schwierig fand ich auch, dass es in dem gesamten Buch nur eine Person gibt, die halbwegs normal ist, normal bleibt und dafür auch nicht schwer bestraft wird. Andere Figuren haben entweder schon ein hartes Los und landen in einem harten Los. Diese Häufung von harten Schicksalen hat mich ganz schön mitgenommen und mich auch noch nach Beendigung des Buches stark beschäftigt.


    Alles in allem eine faszinierende Geschichte, die aber sehr düster und negativ erzählt wird und daher dem Leser schon einiges abverlangt.


    Die Leserunde:
    Die Leserunde hat mir sehr gut gefallen und ich möchte mich ganz herzlich bei allen Mitleserinnen und ganz besonders bei dir, liebe Karla, bedanken! :-* Ich fand deine Begleitung und wie du auf unsere Kommentare eingegangen bist, total klasse! Das Buch hatte es bei mir nicht so leicht, aber dank deinen Zusatzinformationen und Hinweisen und der tollen Leserunde ist das Buch bei mir viel besser angekommen, als ich sonst aufgenommen hätte, wenn ich es alleine gelesen hätte!
    Bin schon sehr gespannt auf die nächsten Bücher von dir, liebe Karla!


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen

Anstehende Termine

  1. Freitag, 23. Februar 2018 - Sonntag, 11. März 2018

    gagamaus

  2. Freitag, 23. Februar 2018 - Sonntag, 11. März 2018

    gagamaus

  3. Freitag, 23. Februar 2018 - Sonntag, 11. März 2018

    Dani

  4. Freitag, 2. März 2018 - Sonntag, 18. März 2018

    Dani