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  • @ smyrill: Mir geht es auch so. Bei Büchern, die ich alleine lese, fällt es mir irgendwie leichter möglichst neutral über das Buch zu berichten. Objektiv ist das natürlich trotzdem lagen nicht. Aber ich habe irgendwie mehr Distanz dazu. Aber nach einer Leserunge brauche ich auch erst mal ein bisschen Zeit, bis ich loslegen kann. Und trotzdem darf es nicht zu lange sein..............die nächste Leserunde kommt bestimmt! 8) 8)

  • Vielleicht auch ein allgemeines Problem in unserer Zeit, denn jeder muss/will sich kurzfassen ;). Und da denke ich mir wird es manchmal schon zum Problem seine Gedanken und Gefühle wirklich in langen Sätzen auszudrücken.


    Ich hoffe, es kommt rüber wie ich es meine ;).

  • Jetzt möchte ich auch endlich mal mein Fazit posten.


    Meine Meinung zum Buch:


    Die 16jährige Doro hat es wahrlich nicht leicht. Nicht genug, daß sie sich Vorwürfe macht, eventuell für den Tod ihres kleinen Bruders verantwortlich zu sein: sie kann sich an die Nacht seines Todes nicht erinnern. Und kaum zieht sie mit ihrer Mutter aufs Land in den kleinen Ort Ulfingen, wird sie in höchst mysteriöse Vorfälle verwickelt: sie sieht und erlebt Dinge, die eigentlich so nicht stattgefunden haben können.


    Verunsichert durch ihre Vergangenheit beginnt Doro an sich selbst zu zweifeln. Sie weiß nicht, inwieweit sie sich und ihrer Wahrnehmung noch trauen kann. Auch der Leser weiß zunächst nicht, welche Ereignisse sich real abspielen und welche Halluzinationen oder Produkte von Doros Phantasie und Überempfindlichkeit sind. Ebenso unklar bleibt, welchen Personen Doro trauen kann und welchen nicht.


    Spannend und detailreich wird beschrieben, wie Doro mit Hartnäckigkeit den Dingen nach und nach auf den Grund geht und Nachforschungen anstellt, und wie sie versucht, ihre Erinnerung an jene Nacht, in der ihr Bruder starb, wiederzuerlangen. Dabei wird beim Leser ein ums andere Mal Gänsehaut erzeugt: für mich nicht so sehr bei der Schilderung nächtlicher Streifzüge im Garten bei Gewitter oder im verlassenen Fabrikgebäude, dafür umso mehr bei der Schilderung der Verhältnisse in Doros Familie, bei ihren Konsultationen beim Psychologen, oder in der Psychiatrie.


    Bis zuletzt weiß man als Leser nicht, was wirklich geschehen ist. Zwar kann man mehr oder weniger zutreffende Vermutungen anstellen, das macht einen großen Reiz des Buches aus. Doch Wulf Dorn legt geschickt auch falsche Fährten aus. Erst am Ende setzt sich das Gesamtpanorama aus den Puzzleteilen zusammen, erst dann erfahren die mysteriösen Erlebnisse Doros in Ulfingen ihre Erklärung und erst dann ist sie soweit, sich ihrer Vergangenheit wirklich zu stellen.


    Dabei wird klar, daß das Buch nicht einfach nur ein Thriller ist, sondern auch zum Nachdenken anregt, weil es sensible Themen wie Gewalt, Handeln in Ausnahmesituationen, Verantwortung und das Einstehen für die Folgen eigener (negativer) Taten aufwirft. Gerade für Jugendliche, die sich in der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen befinden und sich selbst einschließlich der Abgründe in der eigenen Persönlichkeit gerade erst kennenlernen, sind dies aktuelle und sehr wichtige Themen, die hier durchaus unterhaltend präsentiert werden. Idealerweise lesen Eltern und ihre jugendlichen Kinder dieses Buch und sprechen dann darüber.


    Zur Leserunde:


    Die Leserunde und die Diskussionen mit euch haben mir großen Spaß gemacht, auch wenn ich manchmal etwas abweichender Meinung war und vielleicht zu sehr auf Details herumgeritten bin (Stichwort Elterndiskussion ;D). Es sind immer wieder wichtige Inputs für mich, wenn andere Leser ihre sehr anderen Sichtweisen schildern und das bekommt man eben fast nur in einer Leserunde. Auch die Beiträge von Wulf haben mir vieles klarer gemacht und wesentliche Hintergrundinformationen geliefert, vielen Dank Wulf! :winken:


    Danke auch an euch alle für die Leserunde und nochmals an den Verlag für das Leseexemplar. Ich habe noch nie ein Buch vor dem Erscheinen gelesen, das war für mich besonders spannend. :)




    denn jeder muss/will sich kurzfassen ;). Und da denke ich mir wird es manchmal schon zum Problem seine Gedanken und Gefühle wirklich in langen Sätzen auszudrücken.


    Also ich habe eher das gegenteilige Problem, mir fällt es schwer mich kurz zu fassen.
    Und ja, auch mir fällt es ähnlich wie smyrill nicht leicht, aus meinem Gedankensalat ein lesbares Resumee zu machen, ob mit oder ohne Leserunde.

    Einmal editiert, zuletzt von kaluma ()


  • Abschließend möchte ich sagen hat es mir Spaß gemacht Mein böses Herz zu lesen und ich könnte es bedenkenlos unseren Kunden empfehlen.


    Ein Dankeschön an alle in der Leserunde und speziell an Wulf Dorn das er hier teilgenommen hat.


    Auch Dir ein herzliches Dankschön für Deine Kommentare und die abschließende Rezension, Pascal.

  • Hallo allerseits,


    wie ich sehe, neigt sich die Leserunde ihrem Ende zu. Deshalb will ich mich an dieser Stelle verabschieden, da ich in nächster Zeit viel unterwegs bin und nicht immer online sein kann.


    Natürlich werde ich aber auch weiterhin immer wieder mal hier vorbeischauen. Wer also noch die eine oder andere Frage an mich hat, kann sie gerne in der Fragen-Rubrik posten. Andernfalls bin ich auch über Facebook oder per Email erreichbar (die Adresse findet ihr auf meiner Webseite).


    Euch allen mein herzlicher Dank fürs Mitlesen, die ausführlichen Diskussionen und eure Rezensionen! Diese Leserunde hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es war enorm spannend, eure Leseeindrücke und Gedanken zur Geschichte mitzuverfolgen und sich mit euch auszutauschen. Ganz besonders hat mich dabei gefreut, wie sehr euch Doro ans Herz gewachsen ist, was sich auch aus euren tollen und ausführlichen Rezensionen erkennen lässt. Das bedeutet mir sehr viel, denn Doro ist in der Tat eine "Herzblutfigur" für mich.


    Ich wünsche euch alles Gute und weiterhin viele spannende Leseerlebnisse!


    Herzliche Grüße
    Wulf
    :winken:

  • Meine Rezi ist auf:


    Amazon
    buecher.de
    Großen Literaturschockbücherforum
    Buechertreff.de
    lovelybooks
    liesundlausch.de
    ............



    lg,


    allegra

    Einmal editiert, zuletzt von allegra ()

  • Zur Leserunde:
    Die leserunde hat mir gut gefallen. Viele spannende Diskussionen - so muss es sein. Dank an alle und besonders an Wulf!


    Zum Buch:
    Das Buch handelt von einer Jugendlichen, die nach dem überraschenden Tod ihres kleinen Bruders unter psychischen Problemen leidet. Als wenn es nicht schlimm genug wäre, dass sie sich nicht erinnern kann, was in der Nacht passiert ist, als ihr Bruder starb, hört sie jetzt auch noch Stimmen und sieht Dinge, von denen sie nicht weiß, ob sie real sind oder nicht. Als sie dann noch einen Jungen sieht, der eigentlich schon tot ist (So viel spoilern muss erlaubt sein, denn der tote Junge wird im Klappentext erwähnt.), spitzt sich die Situation dramatisch zu.
    Das spannende und zum Teil auch gruselige an dem Buch ist, dass man als Leser nicht weiß, worum es eigentlich geht. Ist es eine Geschichte über eine psychische Störung? Geht es vielleicht um etwas Übernatürliches wie Geister oder Dämonen?
    Das Buch liest sich sehr gut. Es ist komplett aus der Sicht der Jugendlichen Protagonistin geschrieben und sehr glaubhaft.
    Allerdings fand ich das Ende relativ enttäuschend, da die Auflösung ziemlich genau 1:1 das war, was ich nach etwa einem Drittel des Buches erwartet hatte. Allerdings weiß ich auch, dass es vielen anderen Lesern nicht so ging.
    Ein absolut fesselndes und lesenswertes Buch.

  • Vielen Dank für diese tolle Leserunde und das gruselige Gefühl...


    So und hier kommt natürlich auch noch meine Rezension:


    Doro muss im Alter von 15 Jahren einen herben Verlust hinnehmen. Sie findet ihren kleinen Bruder Kai eines Morgens tot in seinem Bettchen. Am Abend zuvor waren ihre Eltern aus. Doro hat auf den Bruder aufgepasst, aber an den Abend und die Nacht kann sie sich nicht erinnern. Am Tod des kleinen Kai zerbricht die Ehe der Eltern und Doro wird in ihrer Verzweiflung immer öfter von Halluzinationen heimgesucht und in einer Klink behandelt. Nach ihrer Entlassung zieht sie gemeinsam mit ihrer Mutter in einen kleinen Ort in ländlicher Umgebung. Was als Neuanfang gedacht ist, wird allerdings zu einem neuerlichen Albtraum für die Familie.

    Doros Halluzinationen kehren zurück. Sie sieht ihren Bruder, hört ihn rufen. Sie glaubt ein sonderbares Mädchen zu sehen und entdeckt eines Nachts in der zum Haus gehörenden Gartenlaube einen Jungen, der vom Teufel redet und sich verfolgt fühlt. Die hinzu gerufenen Polizisten aber finden keine Spur eines Jungen. Was ist hier real und was nicht? Doro ist sich sicher, dass im kleinen Ort Ulfingen etwas nicht stimmt und dass sie den Jungen tatsächlich gesehen hat. Dieser Junge hatte Angst, er war auf der Flucht. Aber wer soll ihr glauben?

    In “Mein böses Herz” begleitet der Leser die Protagonistin Doro auf eine Reise zurück zu ihren Erinnerungen, zurück in eine Nacht, die alles veränderte. Um das Ziel dieser Reise zu erreichen muss Doro vieles durchleiden und sich schließlich auch mit sich selbst und ihrem Handeln auseinandersetzen.

    Aber nicht nur Doro spielt in diesem spannenden Jugendthriller eine große Rolle. Auch Doros neuer Therapeut Frank Nord und sein Sohn Julian sowie David, ein Junge, der neben Julian Gefühle für Doro entwickelt, stellen wichtige Charaktere in diesem Buch dar. Über der gesamten Handlung steht die Frage was ist Einbildung und was real? Und wenn ein Teil von Doros Erlebnissen real ist, wer steckt dann dahinter? Gibt es hier einen Täter und wer ist es? Die Auflösung wird manche Leser verwundern, andere nicht. Ich für meinen Teil kann sagen, dass der Autor mich hier vollkommen überrascht hat. Geschickt wurden hier Fährten gelegt, die den Leser in eine ganz bestimmte Richtung leiten und auch Emotionen auslösen, von denen man sich eventuell wieder lösen muss.

    Jeder Mensch trägt ihn in sich, diesen Teil seines Menschseins, der nicht gut sondern böse ist. Nicht immer ist er auf Anhieb erkennbar, nicht immer wirklich greifbar böse. Aber er ist da, er schlummert in jedem von uns und vielleicht kommt er irgendwann ans Licht. Wie wir damit umgehen bestimmen wir selbst.

    Dieses Buch ist ein gelungener Thriller für jugendliche Leser mit dem der Autor Wulf Dorn zeigt, dass er nicht nur Bücher für Erwachsene schreiben kann. Mit "Mein böses Herz" wird auch wieder einmal bewiesen, dass Erwachsene viel öfter einmal zu einem Jugendbuch greifen sollten.

  • Es wäre schön, wenn ihr eure Rezensionen auch auf Literaturschock.de veröffentlichen würdet:


    Mein böses Herz


    Einfach über "Mein Account" registrieren (Achtung, in der Rezension erscheint der angegebene Name, nicht der Benutzername). Wulf würde sich darüber bestimmt auch freuen :winken:


    Liebe Grüße
    nimue


  • Was ist denn der Unterschied zwischen dem von dir gewünschten Literaturschock-Forum und dem großen Bücherforum, wo ich üblicherweise schreibe?


    https://literaturschock.de/lit….msg642429.html#msg642429


    hm? Es gibt nur ein richtiges Forum auf Literaturschock - aber es gibt auch noch Literaturschock selbst, was ja ein Rezensionsportal ist und völlig unabhängig von dem Bücherforum steht (siehe Link, den ich oben zum Buch angegeben habe) :winken:

  • Danke! Das kannte ich gar nicht.


    Ich habe meinen Kommentar dort gepostet.


    (Das einzige Rezensionsportal, wo ich unter den Top100 Rezensenten bin ;) )

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen