1 – Erster Teil: Henry Ingram

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  • Hallo Ihr Lieben,

    heute startet unsere bereits ungeduldig erwartete Leserunde zu Gegen alle Zeit und ich begrüße alle TeilnehmerInnen und ganz besonders Tom Finnek, der uns begleiten wird. Schön, daß Du auch bei dieser Runde wieder mit dabei bist! :)

    Bitte lest Euch kurz vorher nochmal die Leserunden FAQs durch. Postet hier bitte erst, wenn Ihr angefangen habt und etwas zu dem Buch zu sagen oder fragen habt. Die Beiträge „Buch liegt bereit, ich fange heute abend an“ ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.

    Hier könnt Ihr zum ersten Teil schreiben.
    Spoilermarkierungen sind auf Grund der Beschränkung nicht vorgesehen.

    Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß! :lesen:

    Schönen Gruß
    Aldawen

  • Hallo Ihr Lieben,


    erstmal ein herzliches "Hallo" in die Runde und ganz besonders an dich, Tom! Freue mich sehr, dass du wieder mit dabei bist!


    Ich habe gleich gestern mit dem Buch begonnen und bin von der HC-Ausgabe sehr begeistert. Der tolle Schnitt gleich vorne im Buch und der Stadtplan von London ganz hinten, finde ich total klasse und sehr praktisch. Auch sehr gut gefällt mir das Personenverzeichnis gleich zu Beginn, dass man getrost studieren kann, ohne dass einem zu viel verraten wird!


    Gleich im ersten Kapitel landet der Leser gemeinsam mit Henry im London 1724 und gleich in komplett illustrer Gesellschaft. Spannend finde ich, dass sich das Buch an der "Bettleroper" orientiert und mir dann aufgefallen ist, dass jedes Kapitel jeweils eine andere Figur als Titelgeber hat. Da bin ich ja jetzt mal richtig gespannt. Die "Bettleroper" selber kenne ich nicht, traue mich aber im Moment auch nicht nach ihr zu googlen, nicht dass ich mich noch selber spoiler! Bin aber schon sehr gespannt, warum Henry ausgerechnet dort gelandet ist, wo sich die tatsächlichen Ursprünge der Oper finden.


    Von dem Schreibstil bin ich auch schon wieder total begeistert. Ich war gleich wieder mitten drinnen in der Geschichte und finde es klasse, wie vor meinem geistigen Auge London erwacht und auch die einzelnen handelnden Figuren gleich Konturen und Tiefe bekommen. Ganz toll gemacht.


    Gut gefällt mir auch, dass Henry sich immer wieder mit den Wörtern vertut, ihm aber bei der ganzen Sache doch sehr stark zu Gute kommt, dass er Schauspieler ist und Stücke aus der Zeit aufgeführt hat. Praktisch auch, als er Bess aus dem Gefängnis rettet und sich an die Ansagen aus dem Improvisationstheater erinnert hat! ;D Damit, dass er Bess eine Ohrfeige gibt, hat in dem Moment eindeutig niemand gerechnet! ;D


    Spannend ist die Frage: Wie ist Henry da gelandet und was ist in seiner Zeit wirklich passiert? Hat er tatsächlich jemanden umgebracht? :lesen:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


  • Die "Bettleroper" selber kenne ich nicht, traue mich aber im Moment auch nicht nach ihr zu googlen, nicht dass ich mich noch selber spoiler! Bin aber schon sehr gespannt, warum Henry ausgerechnet dort gelandet ist, wo sich die tatsächlichen Ursprünge der Oper finden.


    Das Wissen um die Bettleroper ist nicht Voraussetzung fürs Verständnis der Geschichte. Um beim Googlen der Bettleroper werdet ihr keine Spoiler finden, ihr werdet lediglich auf einige Namen stoßen, die im Lauf von "Gegen alle Zeit" noch interessant werden. Aber vielleicht lasst ihr euch einfach überraschen, denn über den Autor und den Komponisten der Bettleroper wird noch einiges zu erfahren sein ...
    Ich wünsche allen viel Spaß mit Henry und Bess und Blueskin und allen Künstlern und Gaunern des 18. Jahrhunderts.

  • Auch hier noch mal ein Dankeschön für den Plan im anderen Thread. Auf der winzigen, kontrastschwachen Fassung in der Ebook-Ausgabe hätte ich mich schon verlaufen, aber so bin auch ich heil von Aldgate über Newgate zur Drury Lane und nach Little Britain gekommen ;D Und noch etwas habe ich festgestellt: Die Anmerkungen sind zwar toll, aber auf dem Reader „blättere“ ich doch nicht immer hin, so daß ich am Ende des ersten Teils alle zugehörigen Anmerkungen lieber in einem Rutsch gelesen habe, damit mir zumindest keinen interessanten Hinweise entgehen. Beim Lesen selbst hatte ich aber nicht das Gefühl, deshalb irgendwelche Lücken zu haben, deshalb war das auch kein Problem.


    Zum ersten Mal gestutzt habe ich direkt am Anfang, als von „Schlagbohrer“ die Rede war, das zweite Mal bei der Armbanduhr, aber erst beim Fernsehseriendarsteller fiel mir wieder ein, daß wir es ja mit einer Zeitreisegeschichte zu tun haben. Und ich hatte mich schon gefragt, was dieses ganze neumodische Zeug Anfang des 18. Jahrhunderts zu suchen hat. Tja, war halt auch nicht mehr ganz früh und ich nicht mehr ganz frisch ;D


    Der Begriff Zeitreise bringt mich gleich auch zu einem anderen Punkt. Wie auch immer Henry nun über 300 Jahre zurückkatapultiert wurde, so ist es natürlich ausgesprochen praktisch, daß er erstens durch sein Theaterkostüm in passender Kleidung auftaucht, zweitens sich so intensiv mit der Geschichte des gespielten Stücks beschäftigt hat, daß er seine Umgebung (nachdem er sie endlich glaubt) einordnen kann, und drittens auch genau zwischen den richtigen Leuten landet. Das Ganze ist natürlich eine Gratwanderung: Wenn all dies nicht so zuträfe, gäbe es im Prinzip keine Geschichte, weil der Zeitreisende dann vermutlich nicht mal eine halbe Stunde am Zielort überlebte. Andererseits strapazieren diese „Zufälle“ die Glaubwürdigkeit natürlich noch mehr, als es das ganze Konstrukt der Zeitreise sowieso schon tut. Ich bin da zugegebenermaßen immer etwas zwiespältig und brauche etwas, bis ich mich mit der Situation arrangiert habe. Aber keine Sorge: Bislang habe ich mir davon noch keinen Roman wirklich verderben lassen, und nachdem ich es jetzt einmal los geworden bin, kann ich es auch für den Rest des Buches ignorieren ;)


    Abgesehen davon fand ich den Einstieg nämlich gelungen. Als Leser weiß man zwar nicht recht, was da gerade gespielt wird, aber Henry weiß es genausowenig, also befindet man sich in guter Gesellschaft. Und vorsichtiges Herantasten an die Situation ist auch nicht möglich, weil gleich der Ausbruch von Jack arrangiert werden muß. Wie Henry Bess aus Newgate herausgebracht hat, war wirklich der Brüller, ich konnte mir ihr Gesicht bei der Ohrfeige richtig vorstellen. Da mußte sie gar nicht mehr so tun, als sei sie verdattert :D


    Spannend sind im Moment eine ganze Reihe Fragen: Was hat Henry in der Nacht getan? Alle Andeutungen lassen vermuten, daß er tatsächlich Sarahs neuen Freund auf dem Gewissen hat und dies auch (irgendwie) der Auslöser für seine Zeitreise war. Wie genau das zusammenhängt, liegt noch im Dunkeln, aber noch ist ja viel Platz, dies etwas zu erhellen. Geoff Ingram dürfte der uns bekannte Geoff sein, ich hoffe, wir erfahren noch etwas aus seinem Leben, denn mich würde schon interessieren, wie aus dem Schüler des Eremiten von St. Olave der einbeinige Bettler geworden ist. Und da ich an solche Zufälle in Romanen nicht glaube, dürfte er auch der Vorfahr von Henry sein, aber wird Henry diesen Zusammenhang für sich offenlegen können? Und wird er am Ende in seine (unsere) Zeit zurückkehren (können) oder (ob freiwillig oder gezwungenermaßen) im 18. Jahrhundert bleiben? Das Verwirrende an der letzten Möglichkeit ist ja, daß er dann quasi zu seinem eigenen Ururur...großvater werden könnte, dafür gibt es schon mal vorsorglich den hier: :spinnen:


    Gut gefällt mir jedenfalls, daß auch diesmal nicht die Schönen und Reichen im Mittelpunkt stehen, sondern die untersten Gesellschaftsschichten. Der ganze Dreck und Gestank und Verfall, der mit diesem Milieu einhergeht, ist doch viel interessanter als gepflegte Rasenflächen und elegante Zweispänner!



    Aber vielleicht lasst ihr euch einfach überraschen,


    Ja, ich habe beschlossen, daß ich das so mache. Nachlesen kann ich anschließend immer noch, jetzt interessieren mich erst einmal Henry und seine neuen Freunde :)


    Schönen Gruß
    Aldawen


  • Der Begriff Zeitreise bringt mich gleich auch zu einem anderen Punkt. Wie auch immer Henry nun über 300 Jahre zurückkatapultiert wurde, so ist es natürlich ausgesprochen praktisch, daß er erstens durch sein Theaterkostüm in passender Kleidung auftaucht, zweitens sich so intensiv mit der Geschichte des gespielten Stücks beschäftigt hat, daß er seine Umgebung (nachdem er sie endlich glaubt) einordnen kann, und drittens auch genau zwischen den richtigen Leuten landet. Das Ganze ist natürlich eine Gratwanderung: Wenn all dies nicht so zuträfe, gäbe es im Prinzip keine Geschichte, weil der Zeitreisende dann vermutlich nicht mal eine halbe Stunde am Zielort überlebte. Andererseits strapazieren diese „Zufälle“ die Glaubwürdigkeit natürlich noch mehr, als es das ganze Konstrukt der Zeitreise sowieso schon tut. Ich bin da zugegebenermaßen immer etwas zwiespältig und brauche etwas, bis ich mich mit der Situation arrangiert habe. Aber keine Sorge: Bislang habe ich mir davon noch keinen Roman wirklich verderben lassen, und nachdem ich es jetzt einmal los geworden bin, kann ich es auch für den Rest des Buches ignorieren ;)


    Es ist gar nicht nötig, diese "Zufälle" zu ignorieren. Und wer hat behauptet, es seien Zufälle? ;) Vielleicht ist Henry ja nur dort gelandet, wo es ihn eben hingetrieben hat, weil all dem (Kleidung, Umfeld, Wissen des Helden) so ist, wie du es beschreibst. ??? Also bitte nichts ignorieren, sondern hübsch weiter ??? und :spinnen: ...

  • So, da bin ich ;D


    Ich hatte die ersten paar Abschnitte ja bereits vor Ewigkeiten in der Leseprobe gelesen und jetzt beim zweiten Mal gefällt mir der Einstieg genausogut. Henrys Schwanken zwischen Filmkulisse, Versteckter Kamera, drogeninduzierten Halluzinationen und "verdammt, es scheint wahr zu sein" gefiel mir gut. Jedesmal, wenn er glaubt, die Angelegenheit durchschaut zu haben, gab es wieder einen auf den Deckel, bis er sich entschlossen hat, erst mal einfach mitzumachen. Dazu kommt ja noch, dass die Gegenwart ihn augenblicklich nicht sonderlich reizt: seine Beziehung ist in die Brüche gegangen, er hält sich für einen Mörder, da kann es schon sein, dass er sich in die Welt der Bettleroper geflüchtet hat - wie auch immer so etwas zu einer Zeitreise führen kann. Dass diese real und keine Halluzination (à la Dallas - Bobby ist doch nicht tot, die letzten 30 Folgen waren nur ein Traum) ist, "erkenne" ich daran, dass Geoff uns wieder begegnet. Apropos Zeitreisen, da hat Tom wieder diese Anspielungen an von mir gemochte Filme gebracht, das mag ich doch gern. Ich frage mich nur gerade, ob die TimeBandits in England bzw. unter Schauspielern bekannter sind als hierzulande, da habe ich nämlich vor kurzem von einem ansonsten jeden Film guckenden Mittzwanziger nur ein "Häh" zurückbekommen, als wir über diesen Film sprachen. Und ich muss endlich mal Life on Mars (die erwähnte BBC-Serie) ganz gucken...
    Wenn die Bettleroper einen nicht spoilert, werde ich da vielleicht auch gleich noch einen Blick drauf werfen (oder doch überraschen lassen?). Die Leserunde artet noch in Arbeit aus ;D


    Mir gefällt auch, dass Henry sprachlich nicht ganz kompatibel mit der Welt ist, in der er gelandet ist, zusätzlich zu den einzelnen Wörtern, hätte ich aber noch ein oder zwei Bemerkungen zu seinem seltsamen Akzent erwartet (oder habe ich da was überlesen?)



    Geoff Ingram dürfte der uns bekannte Geoff sein, ich hoffe, wir erfahren noch etwas aus seinem Leben, denn mich würde schon interessieren, wie aus dem Schüler des Eremiten von St. Olave der einbeinige Bettler geworden ist. Und da ich an solche Zufälle in Romanen nicht glaube, dürfte er auch der Vorfahr von Henry sein, aber wird Henry diesen Zusammenhang für sich offenlegen können? Und wird er am Ende in seine (unsere) Zeit zurückkehren (können) oder (ob freiwillig oder gezwungenermaßen) im 18. Jahrhundert bleiben? Das Verwirrende an der letzten Möglichkeit ist ja, daß er dann quasi zu seinem eigenen Ururur...großvater werden könnte, dafür gibt es schon mal vorsorglich den hier: :spinnen:


    Wie Geoff so heruntergekommen ist würde mich auch interessieren und warum ist er der "irre" Geoff? - Hat er zu häufig von seinen Erlebnissen beim Ausbruch des großen Feuers gefaselt?
    Ich frage mich gerade auch, wie und wieso Henry zurückkehren könnte, aus der Logik des ersten Zeitsprungs heraus benötigt es einen starken psychischen Schocke, und halte es momentan für einfacher/wahrscheinlicher (:spinnen: ) , dass er sein eigener Vorfahr wird.


    Das wiedergefundenen Handy könnte noch nützlich sein, solange er Akku spart, so ein plötzlich durch den Wecker darin auftauchendes Geräusch aus einer anderen Ecke, wo niemand ist oder Sprachaufzeichnungen, könnten was Feines sein...

  • Hi ihr, ich schließe mich spontan der Runde an und habe eben den ersten Abschnitt gelesen.


    Könnt ihr mich kurz aufklären, woher man Geoff kennen sollte? Aus dem ersten Buch? Müsste man die etwa in der richtigen Reihenfolge lesen? Dann bin ich gleich wieder weg ;D


    Zeitreisen finde ich immer spannend, und wie Henry hier in der Vergangenheit landet, ist toll beschrieben, vor allen sein anfängliches Unglauben und die Überzeugung, dass ihm hier nur ein Streich gespielt wird.
    Als er sich dann aber mit dem Gedanken an seine Zeitreise "angefreundet" hat, macht er sich ziemlich schnell sehr gut in der Vergangenheit. Klar, sein Können als Schauspieler und sein Wissen um gerade diese Zeit helfen ihm dabei, aber ich war doch etwas erstaunt, wie schnell und gut er sich dann doch einfügt.


    Natürlich frage ich mich auch, was vor seinem Filmriss passiert ist und wie es zu dem Zeitsprung kam. Er wird doch nicht wirklich jemand umgebracht haben? :o


    Von den vielen Ortsbeschreibungen schwirrt mir gerade etwas der Kopf, ich gehe mal die Karte suchen ;)


  • Könnt ihr mich kurz aufklären, woher man Geoff kennen sollte? Aus dem ersten Buch? Müsste man die etwa in der richtigen Reihenfolge lesen? Dann bin ich gleich wieder weg ;D


    Ja, Geoff Ingram war einer der Hauptcharakter in Unter der Asche. Aber ich habe, nachdem ich gestern schon den zweiten Abschnitt hier gelesen habe, nicht den Eindruck, daß man die Bücher unbedingt in dieser Reihenfolge lesen muß, soweit gehen die Zusammenhänge wohl nicht. Vielleicht hat man ein bißchen mehr speziell von dieser Figur, wenn man sie „kennt“, aber selbst das kann ich nach den ersten zwei Abschnitten nicht sicher sagen, so groß ist seine Rolle bisher nicht, also bleib mal ruhig hier ;D

  • Hallo,


    So ich bin dann auch durch den ersten Abschnitt. Als erstes muss ich sagen, ich bin sehr froh das die schreibweise von unter der Asche wiederzufinden ist. Also ich meine das die Geschichte von verschiedenen Personen weitererzählt wird. So entnehme ich es zumindest der Kapitel Unterteilung ;) Das hat mir im ersten Roman schon sehr gut gefallen weil man die einzelnen Charaktere und deren Ansichten sowie denkweisen einfach näher kommt! ganz toll!


    Als ich den Namen Goeff Ingram gelesen habe, muss ich zugeben hat es mir ein lächeln auf die Lippen gezaubert. genauso musste er auch enden, als irrer einbeiniger im Sumpf Londons, klasse :) Ich selbst habe auch kurz mit mir gehadert ob ich mir die bettleroper mal ergoogel aber ich lass es lieber auf michzukommen.
    Sehr gespannt bin ich auf den Charakter Bess und inwiefern sich die Beziehung zwischen Henry und Bess entwickelt. Schien sie anfangs noch so abweisend und patzig zu sein, so verhalf sie am ende doch Henry zumindest eine Unterkunft zu bekommen. Und auch wenn alles dagegen spricht, die Figur Henry ist mir so sympathisch ich weigere mich einfach zu glauben das er den neuen freund von Sarah ermordet hat.


  • Könnt ihr mich kurz aufklären, woher man Geoff kennen sollte? Aus dem ersten Buch? Müsste man die etwa in der richtigen Reihenfolge lesen? Dann bin ich gleich wieder weg ;D


    Nein, es gibt keine Reihenfolge und erst recht keine "richtige Reihenfolge". Dass Geoff den Lesern von "Unter der Asche" bekannt ist, mag ein kleiner Gag sein, aber nicht fürs Verständnis wichtig. Und andersherum ist es genauso spaßig: Wenn die Leser von "Gegen alle Zeit" bei der Lektüre von "Unter der Asche" schon wissen, was aus dem "kleinen Geoff" später mal werden wird ;-)


  • Es ist gar nicht nötig, diese "Zufälle" zu ignorieren. Und wer hat behauptet, es seien Zufälle? ;) Vielleicht ist Henry ja nur dort gelandet, wo es ihn eben hingetrieben hat, weil all dem (Kleidung, Umfeld, Wissen des Helden) so ist, wie du es beschreibst. ??? Also bitte nichts ignorieren, sondern hübsch weiter ??? und :spinnen: ...


    Ich habe bis jetzt auch eher vermutet, dass Henry mit klarer Absicht genau dort und unter den Leuten gelandet ist, die etwas mit der "Bettleroper" zu tun haben. Ich weiß zwar noch nicht genau, aber ich denke, dass das einen Zweck hat, dass er das jetzt alles miterlebt. Vielleicht hat es sogar etwas mit demjenigen zu tun, der wohl in Henry's Zeit gestorben ist? :-\ Ich bin gespannt!



    Und auch wenn alles dagegen spricht, die Figur Henry ist mir so sympathisch ich weigere mich einfach zu glauben das er den neuen freund von Sarah ermordet hat.


    Ich glaube auch nicht, dass Henry jemanden ermordet hat. Er kann sich ja nur an Blut an seinen Händen erinnern, aber das heißt ja noch lange nicht, dass er auch der Mörder ist! Ich bin fest davon überzeugt, dass sich da zwar eine Tragödie abgespielt hat, aber Henry eher zur falschen Zeit am falschen Ort war. Wie einige der Personen in diesem Buch... :P ;)



    Wie Geoff so heruntergekommen ist würde mich auch interessieren und warum ist er der "irre" Geoff? - Hat er zu häufig von seinen Erlebnissen beim Ausbruch des großen Feuers gefaselt?
    Ich frage mich gerade auch, wie und wieso Henry zurückkehren könnte, aus der Logik des ersten Zeitsprungs heraus benötigt es einen starken psychischen Schocke, und halte es momentan für einfacher/wahrscheinlicher (:spinnen: ) , dass er sein eigener Vorfahr wird.


    Auf die Geschichte von Geoff wäre ich auch sehr neugierig. Mal sehen, ob die in diesem Buch noch beschrieben wird... :lesen:


    Die Idee, dass Henry sein eigener Vorfahr wird, finde ich gar nicht mal so schlecht. Ist zwar immer ein bisschen irre, aber wer weiß...? :spinnen: ;D



    Das Wissen um die Bettleroper ist nicht Voraussetzung fürs Verständnis der Geschichte. Um beim Googlen der Bettleroper werdet ihr keine Spoiler finden, ihr werdet lediglich auf einige Namen stoßen, die im Lauf von "Gegen alle Zeit" noch interessant werden. Aber vielleicht lasst ihr euch einfach überraschen, denn über den Autor und den Komponisten der Bettleroper wird noch einiges zu erfahren sein ...
    Ich wünsche allen viel Spaß mit Henry und Bess und Blueskin und allen Künstlern und Gaunern des 18. Jahrhunderts.


    Sehr fein! Dann lasse ich mich von dem Buch einfach überraschen und informiere mich nach der Lektüre noch über die Oper! 8)


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Hallo lieber Moorteufel und hallo liebe Leserunde,


    da bin ich nun auch endlich und fühle mich im London des 18.Jahrhunderts sehr wohl! :)


    Am meisten gefreut habe ich mich natürlich über Geoff, aber seinen zweifelhaften Ruf als "Irren" kann ich noch nicht so richtig einordnen.
    Wieso hat er ein Holzbein und warum schläft er in einem Ausnüchterungskeller? Ich hätte gedacht, dass er nach dem Brand ein besseres Leben führen kann, aber so richtig schlecht geht es ihm wiederum auch nicht, denn geschäftstüchtig ist er. ;) Hoffentlich erfahren wir noch mehr von ihm und seiner Verbindung zu Henry.. Ich könnte mir vorstellen, dass sich da sehr wohl zwei Familienmitglieder getroffen haben. :)


    Henry selbst gefällt mir und seine Zerrissenheit zwischen der versteckten Kamera und einer tatsächlichen Zeitreise war gut aufgebaut. Ich würde auch gerne mal für einen Tag in die Vergangenheit reisen und mir die Stadt anschauen, wie sie damals war - natürlich ohne verfolgt und eingesperrt zu werden. Als Begleitung hat er sich sehr schräge Menschen ausgesucht und in einem Hurenhaus Unterschlupf zu finden, ist ihm bestimmt nicht so unrecht. ;) Die Szene, in der er Bess bei ihrem Liebesspiel unterbrochen hat und er sich erneut als ihr Retter aufspielen wollte, war klasse und er wird bestimmt eins auf den Deckel bekommen von ihr..


    Sein ominöser Traum macht mir natürlich Sorgen, denn mit einem Mord ist nicht zu spaßen, zumal in der Gegenwart/Zukunft ein Leben viel mehr zählt.. Als einen eifersüchtigen und hinterhältigen Menschen, der für seine Liebe zu diesen Maßnahmen greift, schätze ich ihn eigentlich nicht ein und ich hoffe, dass die dunkle Pfütze nur Theaterblut oder so ist.. ;D Ob Sarah seinen Liebeskummer verdient, bezweifle ich noch, denn es ist nicht die feine Art hinter der Bühne mit dem nächsten zu knutschen..
    Die Betteloper kenne ich noch nicht, doch die skurrilen Charaktere machen mich neugierig und dass Jack in drei Monaten schon am Galgen hängt, deutet daraufhin, dass da einige Probleme auf Henry warten, schließlich ist er nun im Visier der Aufseher.
    Das Gefängnis kam mir noch etwas zu kurz und ich bin gespannt, ob wir mehr über die Verhältnisse dort erfahren.


    Muss Henry eine Aufgabe erledigen bevor er nach Hause darf oder wacht er zum Schluss auf und es war nur ein Traum? Mit seinen neuen Erfahrungen wird er auf jeden Fall der weltbeste Schauspieler.. :D


    Morgen melde ich mich wieder und schaue was ihr so zum ersten Abschnitt denkt, ich bin total kaputt.. :abinsbett:


  • Mit seinen neuen Erfahrungen wird er auf jeden Fall der weltbeste Schauspieler.. :D


    Ich bin da Pessimistin. Vermutlich bekommt er eher ein" halt dich an meine Regieanweisungen/das Buch, du hast keine Ahnung" um die Ohren ;D

  • Da will ich mich auch mal melden, mein Leseplan wurde durch meinen Sohn doch etwas über den Haufen geworfen. Erst macht er die Nacht zum Tag und jetzt kränkelt er.


    Zum Inhalt brauch ich ja nicht mehr groß was sagen.


    Beim Lesen überlege ich mir immer, wie es wohl mir gehen würde, wenn ich an Henrys Stelle wäre. Einfach mal 300 Jahre zurück in der Vergangenheit, verrückt. Ich bin auch gespannt, wie es ihm gelingen wird/kann, wieder zurückzukehren.


    Die Personenbeschreibung finde ich sehr gelungen und hat mich schon oft zum Schmunzel gebracht, z.B. die Szene als Bess durch den engen Durchgang musste.


    Die Sprache kam mir zu Anfang erst sehr derb vor, doch es hat Nachdenken ;) geholfen; erstens die Zeit ansich - 1724 und dann auch die Personengruppe - Diebe, Huren und Ganoven.


    Leider war ich noch nicht selbst in London, doch die BEschreibungen der Stadt und Henrys Eindrücke lassen für mich London lebendig werden und von Stadtplänen bin ich eh ein Fan.


    Ich stürze mich dann mal in den 2. Teil und freu mich über unsere Diskussionen und Anregungen.

  • Die Sprache kam mir zu Anfang erst sehr derb vor, doch es hat Nachdenken ;) geholfen; erstens die Zeit ansich - 1724 und dann auch die Personengruppe - Diebe, Huren und Ganoven.


    Als Autor versuche ich möglichst realitäts- oder auch milieugetreu zu sein und meinen Figuren aufs Maul zu schauen. Eine Personnage aus Huren und Gaunern geht verbal etwas derber miteinander um, und an manchen Stellen habe ich den Realismus sogar etwas zurückgenommen, um das Ganze nicht zu ruppig werden zu lassen. Gleiches gilt für die Londoner Gaunersprache, die damals gesprochen wurde, die ich aber nicht verwenden konnte, weil es den Text unleserlich gemacht hätte. Beim hiesigen Rotwelsch kann man das dezent einstreuen, weil sich einige Begriffe ins allgemein verbreitete Deutsch eingeschlichen haben, aber der Londoner Slang wäre schlichtweg nicht zu verstehen ;-)


  • Gleiches gilt für die Londoner Gaunersprache, die damals gesprochen wurde, die ich aber nicht verwenden konnte, weil es den Text unleserlich gemacht hätte. Beim hiesigen Rotwelsch kann man das dezent einstreuen, weil sich einige Begriffe ins allgemein verbreitete Deutsch eingeschlichen haben, aber der Londoner Slang wäre schlichtweg nicht zu verstehen ;-)


    So etwas finde ich überhaupt schwierig. Da man das Englische (oder irgendeine andere Sprache) ja sowieso in einem deutschen Buch nicht verwenden kann (jedenfalls nicht in dem Ausmaß und Umfang, wie es in einer solchen Konstellation wie hier nötig wäre), muß man doch auf deutsche Slangs oder Dialekte ausweichen. Nach welchen Kriterien entscheidest Du denn, welche Variante und in welchem Umfang Du dann wählst? Daß man englische Seeleute vielleicht am ehesten noch Plattdeutsch reden lassen kann, ist vielleicht naheliegend, und Rotwelsch wäre für die Gauner sicher eine Variante, aber so drängt es sich doch vermutlich nicht immer auf?

  • Auf deutsche Slangs oder Dialekte auszuweichen, finde ich ganz fürchterlich. Die so hochgelobte Charles-Dickens-Übersetzungen von Gustav Meyrink haben mir die Lektüre vergällt, weil dort die Londoner Gassenjungen im Wiener Slang und die Seeleute platt sprechen. Gern wird ja auch bei London-Übersetzungen die Berliner Schnauze als Großstadt-Pendant genommen. Ich mag das überhaupt nicht und versuche die Umgangssprache anzudeuten oder Originalbegriffe zu verwenden (und diese im Anhang zu übersetzen). Bei meiner "Kapelle im Moor" habe ich zum Beispiel sehr viele Rotwelsch-Begriffe verwendet, nicht nur solche, die man ohnehin kennt (Wisch, betuppen etc.), sondern auch die unbekannten, weil die Gauner eben etwas anders sprechen, wenn sie unter sich sind. Bei den London-Romanen hatte ich es anfangs auch so gestaltet, es aber dann wieder herausgenommen, weil es "künstlich" wirkte.

  • Suse

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