01 - Anfang - S. 132 ( Ende Buch I)

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  • Vielleicht sollten wir Ermengarda nicht an zu hohen Maßstäben messen. Sicher ist sie eine mächtige Herrscherin aber am Ene auch nur ein Mensch, eine Frau, die sich verlassen fühlt, besonders, wenn sie Arnaut gebraucht hätte. Und da kann es passieren, dass man auch mal kleinlich boshaft reagiert. Was ihn natürlich bestärkt ... nun erst recht ... aber so ist der Mensch eben. :)


    Hallo Ulf,


    nun, dass ist vielleicht das eigentlich Problem hier, die mächtige Herrscherin ist halt in der Liebe keine Mächtige mehr und muss sich den Gesetzen der Liebe unterwerfen, denn die Gefühle der anderen...Arnaut...kann sie nicht beeinflussen und ich glaube, dass macht ihr wirklich zu schaffen diese Ohnmacht.

  • Ganz gewiss. Und wir dürfen nicht vergessen, dass sie seit Monaten insgeheim fürchtet, was nun passiert ist. Erinnert euch an den ersten Satz: "Sie wollen mir meinen Liebesten nehmen." Dieser Satz zeigt ihren Seelenzustand gleich zu Anfang und leitet das Drama sozusagen ein.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de


  • Ganz gewiss. Und wir dürfen nicht vergessen, dass sie seit Monaten insgeheim fürchtet, was nun passiert ist. Erinnert euch an den ersten Satz: "Sie wollen mir meinen Liebesten nehmen." Dieser Satz zeigt ihren Seelenzustand gleich zu Anfang und leitet das Drama sozusagen ein.


    Ja, an diesen Satz musste ich auch denken. Sie hat die Angst ja schon lange mit sich herumgetragen. Es hat sie belastet und dann sagt Arnault, dass er sich dem Kreuzzug anschließt.

  • Ja und alle ihre Befürchtungen werden wahr, arme Ermengarda :(


    Ich glaube, das ist sogar doppelt schlimm für sie.
    Nicht nur, dass sie ihn verliert - das wäre ja schon schlimm genug und muss erst mal verkraftet werden.
    Aber er nimmt auch noch das Kreuz, das heißt, dass Ermengarda sicherlich auch Angst um ihn haben wird! Immerhn zieht er in den Krieg. Und selbst wenn er sich von ihr getrennt hat, sie liebt ihn ja trotzdem noch.
    Ich stelle mir diese Situation sehr, sehr belastend vor und kann Ermengarda daher auch recht gut verstehen.

  • Nachdem das erste geplante Lesewochenende durch eine spontanen Wochenendtrip meines Mannes verschoben wurde, hab ich nun "endlich" auch den ersten Teil durch.


    Ich kam sehr schnell in die Geschichte rein und dann wurde es sofort schwer das Buch aus der Hand zu legen, was ich Ulf Schiewe hoch anrechne, da ich viele Bücher habe, die ich aufgrund des Schreibstils doch schnell in mein Regal zurück verbanne, um es später zu lesen.


    Die Geschichte um die verbotene Liebe der Ermengarda und Arnault ist sehr authentisch erzählt. Ihre Verlustängste Arnault gegenüber, ihre Selbstzweifel bei den Schwangerschaften, die doch von ihrer Überzeugung auf das Recht Mutter sein zu dürfen, selbst wenn es ein Bastard ist, überwogen werden und auch die grauenvollen Verluste der Föten lassen den Leser mitfühlen.
    Sie handelt in meinen Augen wie jede schwangere und verliebte Frau handeln würde. Oft unüberlegt und sicher nicht immer politisch korrekt, doch mit den Augen einer werdenden Mutter auf das Wohl ihres Kindes bedacht.
    Vielleicht auch manches Mal zu sehr auf das eigene Wohl bedacht, als sie Arnault davon abhalten will auch nach ihrer Genesung nicht das Kreuz zu nehmen.
    Aus unserer heutigen Sicht und Lebenssituation ist es sicher verständlich, wie sie über die Kirche und den Kreuzzug spricht, doch in der damaligen Zeit waren sehr viele sehr gottesfürchtig. Dazu gehört auch Arnault und natürlich deutet er die Niederlage, die Fehlgeburt, die Vertreibung und letztlich die Entdeckung über seine Rüstung mit dem Versprechen, das Kreuz zu nehmen durch seine Freunde als Zeichen, dass er keine Wahl hat als das Kreuz zu nehmen, um vor Gott all seine Fehler wieder gut zu machen.
    Ihr Rauswurf und ihre "Zickigkeit", auch dass er sich doch hätte melden können, zeigen mir deutlich, dass auch damals nichts anders war als heute in Beziehungen und nach Beziehungen. :D :D


    Zitat von Rosenprinzessin


    Ich glaube, das ist sogar doppelt schlimm für sie.
    Nicht nur, dass sie ihn verliert - das wäre ja schon schlimm genug und muss erst mal verkraftet werden.
    Aber er nimmt auch noch das Kreuz, das heißt, dass Ermengarda sicherlich auch Angst um ihn haben wird! Immerhn zieht er in den Krieg. Und selbst wenn er sich von ihr getrennt hat, sie liebt ihn ja trotzdem noch.
    Ich stelle mir diese Situation sehr, sehr belastend vor und kann Ermengarda daher auch recht gut verstehen.


    Sie liebt ihn noch, aber sie hat ihn selbst in einem Anfall einer Launenhaftigkeit herausgeworfen. Das ist dieses typische Verhalten zwischen Mann und Frau, was auch heutzutage jeder kennt. Wenn sie sagt, er soll weggehen, tut er es, auch wenn sie hofft, dass er zurück kommt. Er versteht es nur nicht, denn Männer sagen was sie wollen und nicht das Gegenteil davon. Dass er sie liebt, steht fest. Er hält sich daran, dass sie ihn nicht sehen will und hofft darauf, dass sie sich meldet und es sich anders überlegt. Wäre er hingegangen, wäre er davon ausgegangen, dass sie ihn nur noch einmal verletzt und abweist. Da kann ich auch ihn verstehen. Klar mag es übertrieben sein, aber was bleibt ihm denn noch? Kein Zuhause, keine Menschen, die ihn halten...


  • Wäre er hingegangen, wäre er davon ausgegangen, dass sie ihn nur noch einmal verletzt und abweist. Da kann ich auch ihn verstehen. Klar mag es übertrieben sein, aber was bleibt ihm denn noch? Kein Zuhause, keine Menschen, die ihn halten...


    Aber er hatte ja vor, das Kreuz zu nehmen. Eben darum hat er ja die Beziehung zu Ermengarda beendet.
    Für ihn hat alles darauf hingewiesen, dass er Buße tun muss...

  • Aber er hatte ja vor, das Kreuz zu nehmen. Eben darum hat er ja die Beziehung zu Ermengarda beendet.
    Für ihn hat alles darauf hingewiesen, dass er Buße tun muss...


    Aber eigentlich fällt es ihm doch schwer, loszulassen. Eigentlich hofft er, sie käme zu ihm. Die Sache wir endgültig, als sie ihm von diesem Landgut verweist.

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Aber eigentlich fällt es ihm doch schwer, loszulassen. Eigentlich hofft er, sie käme zu ihm. Die Sache wir endgültig, als sie ihm von diesem Landgut verweist.


    Ich frage mich nur, ob die Beziehung weiterhin gut verlaufen wäre, wenn er doch so große Zweifel und Bedenken plötzlich hat? Das ist meist kein gutes Zeichen.
    Aber die beiden tun mir leid; Ermengarda genau so wie Arnaut! Sie sitzen ganz schön tief in einer Zwickmühle... :(

  • Ich frage mich nur, ob die Beziehung weiterhin gut verlaufen wäre, wenn er doch so große Zweifel und Bedenken plötzlich hat? Das ist meist kein gutes Zeichen.
    Aber die beiden tun mir leid; Ermengarda genau so wie Arnaut! Sie sitzen ganz schön tief in einer Zwickmühle... :(


    Und an allem ist irgendwie nur die Scheinehe schuld. :( Ansonsten wären sie sicher lang ein öffentliches Paar, verheiratet oder was auch immer, denn ihre Zuneigung ist ehrlich. Keine Flucht aus ner schlechten Ehe oder so, die beiden lieben sich wirklich.


  • Ich frage mich nur, ob die Beziehung weiterhin gut verlaufen wäre, wenn er doch so große Zweifel und Bedenken plötzlich hat? Das ist meist kein gutes Zeichen.
    Aber die beiden tun mir leid; Ermengarda genau so wie Arnaut! Sie sitzen ganz schön tief in einer Zwickmühle... :(


    Seine Zweifel sind ja nicht in der Beziehung selbst begründet, dass er Ermengarda liebt steht ja außer Frage, sondern die unterschiedlichen Glaubensauffassungen machen ihnen zu schaffen. Ich kann seinen Gedankengang sehr gut nachvollziehen - nach zwei Fehlgeburten würde ich auch zweifeln und mich fragen, ob das nicht ein Zeichen sein soll.

  • Seine Zweifel sind ja nicht in der Beziehung selbst begründet, dass er Ermengarda liebt steht ja außer Frage, sondern die unterschiedlichen Glaubensauffassungen machen ihnen zu schaffen. Ich kann seinen Gedankengang sehr gut nachvollziehen - nach zwei Fehlgeburten würde ich auch zweifeln und mich fragen, ob das nicht ein Zeichen sein soll.


    Vor allem wenn man so gottesgläubig ist, wie er es scheint. Was mich ein wenig stutzen lässt ist ihre Auffassung des Ganzen, dass sie nach 2 vergeblichen Versuchen noch daran glaubt, dass alles gut wird ohne jeden Zweifel scheinbar. Dass sie sich zu ihm noch hingezogen fühlt ist klar, vor allem, als es ihr besser geht. Aber ich wüsste ehrlich gesagt nicht, ob ich nach 2 Fehlgeburten noch einen weiteren Versuch starten würde eventuell eine weitere Enttäuschung erleben zu müssen.

  • Vor allem wenn man so gottesgläubig ist, wie er es scheint. Was mich ein wenig stutzen lässt ist ihre Auffassung des Ganzen, dass sie nach 2 vergeblichen Versuchen noch daran glaubt, dass alles gut wird ohne jeden Zweifel scheinbar. Dass sie sich zu ihm noch hingezogen fühlt ist klar, vor allem, als es ihr besser geht. Aber ich wüsste ehrlich gesagt nicht, ob ich nach 2 Fehlgeburten noch einen weiteren Versuch starten würde eventuell eine weitere Enttäuschung erleben zu müssen.


    Na ja, damals hatten die Frauen nicht die Möglichkeiten zur Verhütung, wie wir sie heute kennen. Und der Glaube war bestimmt viel fester als bei uns.
    Ich kann das schon irgendwie nachvollziehen, zumal sie diesmal ja auch hart auf den Bauch gefallen ist. Das war ein unglücklicher Zufall, der diese Fehlgeburt eingeleitet hat.
    Und viellicht möchte sie auch einfach daran glauben, weil das alles viel einfacher macht als in Trübsal zu versinken.


  • Vor allem wenn man so gottesgläubig ist, wie er es scheint. Was mich ein wenig stutzen lässt ist ihre Auffassung des Ganzen, dass sie nach 2 vergeblichen Versuchen noch daran glaubt, dass alles gut wird ohne jeden Zweifel scheinbar. Dass sie sich zu ihm noch hingezogen fühlt ist klar, vor allem, als es ihr besser geht. Aber ich wüsste ehrlich gesagt nicht, ob ich nach 2 Fehlgeburten noch einen weiteren Versuch starten würde eventuell eine weitere Enttäuschung erleben zu müssen.


    Ich würde das - mit den heutigen Möglichkeiten - auch als Warnung sehen und keine dritte Schwangerschaft rsikieren wollen, auch wenn tatsächlich ein Unfall die Ursache war. Wobei ich aber auch glaube, dass wir heute psychisch viel mehr leiden bei so etwas. Ermengarda scheint ja fast nur physisch angeschlagen. Was ihr aufs Gemüt schlägt, ist eher die langsame Entfernung zu Arnaut.

  • Na ja, damals hatten die Frauen nicht die Möglichkeiten zur Verhütung, wie wir sie heute kennen. Und der Glaube war bestimmt viel fester als bei uns.
    Ich kann das schon irgendwie nachvollziehen, zumal sie diesmal ja auch hart auf den Bauch gefallen ist. Das war ein unglücklicher Zufall, der diese Fehlgeburt eingeleitet hat.
    Und viellicht möchte sie auch einfach daran glauben, weil das alles viel einfacher macht als in Trübsal zu versinken.


    Ich denke auch, sie wünscht es sich so sehr, dass sie nicht glauben kann, dass sie nie ein Kind haben wird.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen