03 - S. 241 - S. 343 (Ende Buch III)

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  • Hier mein Eindruck zum 3. Teil.
    Ich freu mich immer, wieder was von Ermengarda zu lesen - diesmal tritt ein Ketzer auf und sie wagt es, in Verkleidung, sich auf den Markt zu begeben und ihm zu lauschen. Er spricht vieles an, was auch der Bevölkerung auf dem Herzen liegt - die Brunksucht der Kirche und der Bischöfe. Er wird vom Bischof gefangen genommen, ob wir ihn wieder sehen?


    Elena konnte mit der Schändung nicht allei bleiben und vertraut sich Aimar an, der konnte dies auch zunächst nicht glauben, doch auch er muss schwören, dass er nix verrät.


    Elena kümmert sich rührend um die Sklavin von Josselin, mittem im Kampf bekommt sie ein kleines Mädchen - für Josselin jedoch nichts wert und er verlässt die Sklavin - hier wird wieder sein mieser Charakter deutlich.


    Es kommt erneut zu Übergriffen und auch der König kämpft mit und Arnaut und Severin stehen ihm zur Seite - retten ihn. Er bedankt sich bei ihnen.
    Mit den Verlusten der eigenen Kameraden, Entbehrungen, Hunger und Elend steigt auch die Gewaltbereitschaft gegen die Gefangenen - die Greueltäten sind kaum nachvollziehbar - da wird mir schon beim Lesen schlecht und wenn ich es dann noch hätte sehen müssen.


    Severin belauscht Elena und Constansa und kommt so hinter ihr "Geheimnis" Klar ist, dass er sich am liebsten gleich gerächt hatte. Constansa fleht ihn an und zeigt erstmals GEfühle ihm gegenüber. Sie kommt auch zu ihrer Rache, in dem sie ihn bewußtlos schlägt und ihm den Schriftzug auf die Brust ritzt - gelungene Rache. Töten konnte sie ihn nicht, sie konnte sich nicht überwinden.


    Die Reiterei um den König verlässt den Zug per Schiff und Arnaut und andere bleiben allein zurück - völlig den Angreifern ausgeliefert.
    Das Heer sollte als Einheit Jerusalem befreien, warum jetzt diese TEilung. Sicher es bringt Vorteile und weniger Strapazen für den König, aber was ist das für ein Vorbild?

  • Ulf Schiewe : Vielen Dank für die Erläuterungen. Ich finde es sehr interessant, dass du hier gar nicht so viel dazu erfinden mußtest. Wiedermal sieht man, das Leben schreibt die interessanten Geschichten selbst. Es gefällt mir gut wie hier diese Tatsachen zusammen gefügt wurden und daraus so ein toller Roman entstanden ist. Auch wenn ich im Moment etwas langsamer lese wie die Anderen, es liegt nicht am Buch, eher am Zeitmangel :(
    Ab jetzt muß ich auch noch Überstunden machen und habe noch weniger Zeit.


    Diesen Handlungsstrang fand ich auch sehr schön, so etwas Positives bei all dem Grauen.


    Ja, fand ich auch. Natürlich wird sie noch Zeit brauchen aber Severin versteht das und kann warten. :herz:

  • nirak
    Nimm dir die Zeit, die du brauchst.


    Und du hast recht, es gibt Dinge in der Geschichte, wenn man ein bisschen gräbt, die könnte man gar nicht so erfinden. ;D

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de

  • Natürlich ist es immer schmerzhaft, aber wir haben es doch heutzutage wesentlich leichter, meinst Du nicht?
    Mit Wehen auf einem Pferd zu sitzen, und um Dich herum tobt ein Krieg - das ist mit unseren heutigen Bedingungen nicht zu vergleichen, denke ich.


    Nein, glaube ich nicht wenn wir gedanklich mal unsere Welt verlassen, wo man Frauen freiwillig einen Kaiserschnitt anbieten/PDI macht usw.
    In vielen Ländern der Erde gibt es immer noch Kriegsgebiete, meistens liest/hört man nichts davon , weil es in diesen Ländern nichts zu Holen gibt zum Beispiel an Rohstoffen/politisch möglicherweise auch eher uninteressant für die Mächtigen unserer Welt. Da sind die Bedingungen sicherlich ähnlich.


    Ich finde, man sollte da immer über den Tellerrand schauen und den Fokus nicht nur auf unsere doch "heile Welt" richten ;).

  • Sicherlich sollte man das. Mein Mann kommt zum Beispiel aus einem solchen Kriegsland und ich war schon einige Male dort. Daher weiß ich auch, wie gut wir es hier in Deutschland (Österreich, Schweiz, usw.) haben. Und ich finde, das sollten wir mehr schätzen als wir es tun!
    Ich bin immer noch der Meinung, dass wir es hier viel besser haben als viele andere Menschen in ärmeren Ländern, und das sollten wir nicht als selbstverständlich hinnehmen!


  • Sicherlich sollte man das. Mein Mann kommt zum Beispiel aus einem solchen Kriegsland und ich war schon einige Male dort. Daher weiß ich auch, wie gut wir es hier in Deutschland (Österreich, Schweiz, usw.) haben. Und ich finde, das sollten wir mehr schätzen als wir es tun!
    Ich bin immer noch der Meinung, dass wir es hier viel besser haben als viele andere Menschen in ärmeren Ländern, und das sollten wir nicht als selbstverständlich hinnehmen!



    Meine Urgroßmutter war eine arme Tagelöhnerfrau in Pommern. Sie hat 14 gesunde Kinder zur Welt gebracht, einige davon auf dem Kartoffelacker. Das Baby schnell in die Schürze gewickelt, nach Hause gebracht und zurück aufs Feld. ;D

    Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014)<br />www.ulfschiewe.de


  • Sicherlich sollte man das. Mein Mann kommt zum Beispiel aus einem solchen Kriegsland und ich war schon einige Male dort. Daher weiß ich auch, wie gut wir es hier in Deutschland (Österreich, Schweiz, usw.) haben. Und ich finde, das sollten wir mehr schätzen als wir es tun!
    Ich bin immer noch der Meinung, dass wir es hier viel besser haben als viele andere Menschen in ärmeren Ländern, und das sollten wir nicht als selbstverständlich hinnehmen!


    Genau meine Rede :). Aber solange es Kriege gibt , gibt es auch Leiden gleich welcher Art auf der Welt :(.

  • Hallo Ihr Lieben,


    es tut mir wirklich leid: Irgendwie hatte ich nicht gedacht, dass ich die letzten Wochen arbeitstechnisch so eingespannt werden würde, daher hänge ich hier gnadenlos zurück. Aber das liegt definitiv nicht an dem Buch.


    Auch dieser Abschnitt war wieder sehr spannend, erschreckend, faszinierend zugleich und hatte doch auch immer wieder neben den ganzen Gräueltaten seine schönen Momente. Sehr spannend finde ich, Ulf, nach deinen ganzen Erklärungen hier, dass davon auch richtig viel historisch belegt ist. Das Versagen von Rancon, der heldenhafte Einsatz von Louis und dann am Ende des Abschnitts, dass wirklich ein großer Teil des Heeres und v. a. die Pilger, Frauen und Kinder zurück gelassen werden, hat mich richtig bestürzt. Noch schlimmer, dass das tatsächlich so passiert ist! :o


    Sie ist eben in seiner Sicht nur eine Sklavin und daher wertlos. Vielleicht ist er froh, sie loszuwerden.


    Ja, das habe ich mir auch gedacht, aber ich fand es auch einfach nur furchtbar. Gegen ihren Willen geschwängert, dann muss sie ihr Kind mitten zwischen Kampfhandlungen zur Welt bringen und der Vater des Kindes hat nichts als Verachtung für sie übrig. Ganz furchtbar! >:(


    Ja, fand ich auch. Natürlich wird sie noch Zeit brauchen aber Severin versteht das und kann warten. :herz:


    Die Annäherung zwischen Severin und Constansa finde ich auch einfach klasse und habe mich doch sehr gefreut, dass er endlich die Wahrheit kennt. Ihre Rache gönne ich ihr ja, aber ich habe da auch ein sehr ungutes Gefühl. Dieser Tempelritter wird nicht einfach so auf seine Rache verzichten und vor der habe ich dann doch Angst! :o



    Da war die Hochzeit zwischen Jori und Joana doch mal eine Echte wohltat. Schön das auch solche Szenen beschrieben wurden.


    Bei der Hochzeit war ich auch sehr gerührt. Vor allem wie Jori vorher bei Arnaut um Erlaubnis gefragt hat. Total süß! Es ist schön, auch mal über diese glücklichen Momente zwischen all dem Leid zu lesen!



    Mir gefällt übrigens auch, dass das erste Kapitel in jedem Abschnitt von Ermengarda handelt. Ich finde es interessant auch zu lesen, wie es den Menschen daheim geht und was sie bewegt. Der Wanderprediger erzählt genau das Gegenteil von dem was die Kirche predigt. Er predigt aber genau das was viele, viele Jahre später auch Luther sagen wird. Gott braucht keine Mauern und kein Latein um gehört zu werden.


    Dass das erste Kapitel immer aus Sicht von Ermengarda erzählt wird, gefällt mir auch sehr gut. Das ist wirklich schön gemacht. So erfahren wir als Leser auch immer etwas von ihr und v. a. wie es denen ergeht, die zurück geblieben sind.


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

  • Immer wieder erschreckend zu lesen, unter welchen Umständen Kinder geboren wurden auf solchen Kreuzzügen, wie sehr Frauen doch leiden mussten.
    Allein die Vorstellung ein Kind unter diesen Umständen gebären zu müssen lässt sich mir die Nackenhaare aufstellen. Ich bin selbst Mutter und hatte 2 "schnelle" Geburten, doch selbst die gingen über ein paar Stunden.
    Die Reaktion auf "das Mädchen" war auch nicht nachvollziehbar für mich, doch leider ist das ja nicht nur damals ein Problem gewesen, selbst heute gibt es ja noch genug Orte und Gesellschaften auf der Welt, die Söhne eher akzeptieren als Töchter.


    Ein Pfad Gottes ist es von Anfang an nicht gewesen, dem sie folgen. Die Schauerlichkeit der Art und Weise, wie sie vorgehen, die "Ungleichheit" der Truppenakzeptanz, obwohl doch laut anfänglicher Aussage alle gleich seien auf dem Kreuzzug, zeigt deutlich, wie stark sich der Adel vom allgemeinen Fußvolk doch unterscheidet. Wie stark die "Großen" bereit sind Menschenopfer zu bringen, nur um ihres eigenen Wohles.


  • Die Schauerlichkeit der Art und Weise, wie sie vorgehen, die "Ungleichheit" der Truppenakzeptanz, obwohl doch laut anfänglicher Aussage alle gleich seien auf dem Kreuzzug, zeigt deutlich, wie stark sich der Adel vom allgemeinen Fußvolk doch unterscheidet. Wie stark die "Großen" bereit sind Menschenopfer zu bringen, nur um ihres eigenen Wohles.


    Und wieso soll der Adel plötzlich wie das gemeine Fußvolk leben wollen auch, wenn man sich im Krieg/Feldzug sich befindet?
    Einmal Herr immer Herr ;).

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen