Leserundenfazit, Rezensionen (ohne Spoiler)

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  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!


    Außerdem freut sich Wiebke bestimmt über eine Rezension auf Literaturschock.de: Alles muss versteckt sein. Eine zusätzliche Anmeldung ist dafür nicht nötig :winken:

  • Marie leidet an einer ganz schlimmen Krankheit. Aggressive Zwangsgedanken suchen sie heim, wirklich grauenerschütternde Bilder spielen sich in ihrem Kopf ab. Und sie richten sich um aggressivsten gegen die Menschen, die sie liebt. Ihren Job als Kindergärtnerin kann sie bald nicht mehr ausüben. Als dann Patrick in ihr Leben tritt, scheint wieder ein bisschen Hoffnung auf ein glückliches Leben möglich. Dann passiert das entsetzliche – Patrick wird in der Nacht brutal ermordet. Hat Marie ihren Zwangsgedanken nachgegeben?


    Das Thema war für mich hochinteressant. Ich habe nicht gewusst, dass es eine solche Krankheit gibt. Das muss grauenhaft für die Betroffenen sein. Und um diese Krankheit herum ist die Geschichte aufgebaut.


    Die Geschichte startet zunächst relativ ruhig. Marie ist nach der Verurteilung zum Mord an ihren Freund Patrick in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden. Eigentlich macht sie einen netten Eindruck, öffnet sich aber nur langsam. Als sie dann zu Gesprächen mit Dr. Falkenhagen bereit ist, erfahren wir in Rückblicken wie die Krankheit begann und sich immer mehr ausgebreitet hat. Super spannend wird erzählt wie Marie Vertrauen zu Patrick fasst und langsam daran glaubt, dass ein Leben mit ihm gemeinsam möglich ist. Und immer weniger will man glauben, dass Marie Patrick tatsächlich umgebracht haben soll.


    Mit dieser Geschichte hat ich ein paar sehr spannende Lesestunden. Und das Genre Thriller passt perfekt!

  • Marie Neumann leidet an aggressiven Zwangsgedanken, die ihr Leben bestimmen. Schlimm wird es, als sie eines morgens neben ihm aufwacht, in ihrer Hand ein Messer und neben sich liegt ihr toter Freund, der brutal umgebracht wurde. Wurden ihre Zwangsvorstellungen grausame Realität? Auf der Suche nach der Wahrheit muss sie sich ihren Ängsten und Wahnvorstellungen stellen.


    Nach einem langsamen Start, nimmt das Buch Fahrt auf, denn es kommen allmählich Zweifel an ihrer Schuld auf, auch erfahren die Leser die Auslöser für ihre Gewaltfantasien. Der Charakter der Marie hat mich von Anfang in ihren Bann gezogen und ich habe die gesamte Zeit gehofft, dass sie ihren Freund nicht umgebracht hat, denn dazu war sie mir viel zu sympathisch.


    Auch wenn das Ende absehbar ist und das letzte Stück für mich ein wenig zu schnell kam, so bietet es doch guten Stoff für Spekulationen, auch animiert es den Leser, sich mit derartigen Zwangsgedanken mehr auseinanderzusetzen, ich habe zwar schon oft von solchen Fantasien gehört, aber mich noch nie intensiv damit beschäftigt wie jetzt, denn diese Verhaltensweisen bestimmen das Leben der betroffenen Menschen schon enorm.


    Alles in allem bietet Wiebke Lorenz dem Leser einen lesenswerten und spannenden Thriller, der einem zeigt, dass die Dämonen in uns schlummern und nur darauf warten, losgelassen zu werden, aber, dass man sie auch bändigen kann, sogar in die Tiefen der seelischen Hölle zurückbefördert werden können.


    Ich fand es auch schön, dass Wiebke Lorenz am Ende ein paar Literaturempfehlungen beigefügt hat, so dass man als Betroffener oder Interessierter einige Anhaltspunkte für weitere Recherchen hat.


    Zur Leserunde:
    Es hat mir wieder Spaß gemacht, mit euch und der Autorin das Buch gemeinsam zu lesen und zu spekulieren, was wirklich passiert ist und ich freue mich schon auf die nächste Leserunde mit euch und Wiebke Lorenz, der ich danke, dass sie uns durch diese Leserunde hindurch begleitet hat und unsere Fragen beantwortet hat.


    Also ich werde mich in nächster Zeit etwas intensiver mit dem Thema beschäftigen.

  • Vielen lieben Dank für diese Leserunde, die mir wieder sehr viel Spaß gemacht hat!


    Das Buch:
    Marie ist Erzieherin, glücklich verheiratet und hat eine kleine Tochter, die sie sehr liebt. Das alles ändert sich, als ihre Tochter bei einem Verkehrsunfall stirbt. Plötzlich ist alles anders. Marie erkrankt an einer Zwangskrankheit. In Gedanken tötet sie alle, die sie liebt. Ihre Ehe zerbricht, als Erzieherin kann sie nicht mehr arbeiten. Doch dann lernt sie Patrick kennen und verliebt sich in ihn. Alles scheint langsam wieder gut zu werden, doch dann wacht Marie eines morgens neben Patricks blutüberströmter Leiche auf. Alles weist auf Marie als Täterin hin und sie wird in die Psychiatrie eingewiesen.


    Meine Meinung:
    Die Geschichte von Marie beginnt mittendrin. Der Leser lernt Marie kennen, als sie schon in der Psychiatrie und der Mord an Patrick schon geschehen ist. Die Geschichte wird dann rückblickend erzählt. Marie kann sich an die Tat nicht mehr erinnern und versucht gemeinsam mit ihrem Therapeuten, die Ereignisse zu rekapitulieren.
    An diesen Erzählstil musste ich mich anfangs gewöhnen, aber dann war ich doch recht schnell in der Geschichte drin und mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Mit jeder Seite wird die Story spannender. Bald denkt man, alles durchschaut zu haben, aber dann kann das Ende doch noch einmal mit einer großen Überraschung aufwarten!
    Mir hat dieses Buch sehr gefallen; es hat mir einige spannende Lesestunden geschenkt!


    Ich wünsche Euch noch eine schöne Weihnachtszeit! [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/smilie/xmas/u014.gif]

  • Zum Buch


    In Maries' Kopf spielen sich furchtbare Dinge ab. In ihrer Vorstellung hat sie Menschen, die ihr nahestehen zerstückelt, erstochen und erschlagen. Bald verschwimmen die Grenzen zwischen Vorstellung und Realität. Marie wacht eines Morgens neben der blutüberströmten Leiche ihre Freundes auf, ein Messer in der Hand.
    Als eines Tages der Vater der verstorbenen Tochter in der psychiatrischen Klinik auftaucht, erwacht Marie aus ihrer Lethargie und beginnt, an den Geschehnissen zu zweifeln. Ist sie wirklich verantwortlich für die Taten, die man ihr vorwirft ? Behilflich an der Aufarbeitung der Vergangenheit ist dabei auch der engagierte behandelnde Arzt, aber sind seine Handlungen wirklich völlig uneigennützig?



    Meine Meinung


    Das Buch beginnt mit einer ruhigen Beschreibung der bisherigen Geschehnisse. Erzählt wird aus der Perspektive von Marie, die in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht ist, ihre Schuld am Tod ihre Freundes Patrick scheint erwiesen. Nach und nach erfährt man mehr über Maries' Krankheitsbild. Den Unfalltod ihrer kleinen Tochter als Auslöser, die schleichende Verschlimmerung der Symptome und die Reaktionen der Mitmenschen.
    In der zweiten Häflte nimmt die Geschichte dann rasant an Fahrt auf und man findet sich in einem Thriller wieder, der einige unvorhergesehene Wendungen parat hat.


    Das Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt, ohne schwierige Fachausdrücke konnte der Leser sich eine gute Vorstellung vom Krankheitsbild der aggressiven Zwangsgedanken machen, die die Betroffenen mehr und mehr in die Isolation treiben.


    Zur Leserunde


    Vielen Dank an die Mitleserinnen für den regen Austausch und die vielen Spekulationen, das macht bei einem Thriller natürlich besonders viel Spass.
    Danke auch an die Autorin für die Begleitung und die interessanten Hintergrundinformationen.

  • Marie erwacht blutüberströmt neben ihrem toten Liebhaber auf. Alles deutet auf sie als Täterin hin, zumal sie unter aggressiven Zwangsgedanken leidet. Nach der Verurteilung geht sie zur Behandlung zu Dr. Falkenhagen.
    Obwohl sie sich an die Tat nicht erinnern kann, versucht der Doktor mit ihr gemeinsam ihre Unschuld zu beweisen,
    denn er glaubt selbst nicht daran, dass Marie eine Mörderin ist.


    Der Fall scheint klar zu sein, doch dann bringt Wiebke Lorenz immer wieder neue Personen in die Handlung ein,
    so dass dem Leser ständig neue Verdächtige vorgeführt werden. Kaum hat man sich eine Meinung gebildet, wird sie auch schon wieder über den Haufen geworfen. Und am Ende kann man nur noch ungläubig den Kopf schütteln.


    Nach anfänglichen Startschwierigkeiten fand ich das Buch letztendlich doch sehr spannend geschrieben.
    Es handelt sich nicht um ein Buch, in dem jeder Mord bis ins kleinste Detail beschrieben wird. Hier wird der
    Leser herausgefordert, auch selbst das Verbrechen zu lösen. Thriller-Leser, die mehr auf psychologische Krimis
    stehen, kommen voll auf ihre Kosten.



    Vielen Dank, dass ich erstmals bei einer Leserunde dabei sein durfte.
    Es hat mir sehr viel Spass gemacht.

    Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen<br />müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken

  • Hallo Ihr Lieben,


    dann will ich hier auch mal mein Fazit schreiben.


    Das Buch:
    Marie leidet seit einem traumatischen Erlebnis an Zwangsgedanken und -vorstellungen. Schließlich scheint es, als ob ihre Vorstellungen Wirklichkeit geworden sind: Sie erwacht neben ihrem ermordeten Freund und alles deutet auf sie als Täterin hin. In einer geschlossenen Anstalt versucht Marie sich an das Geschehene zu erinnern und klar zu stellen: Ist sie eine Mörderin oder nicht?


    Das Buch beginnt am Ende: Marie ist als Möderin verurteilt und aufgrund ihrer Zwangsvorstellungen in einer geschlossenen Anstalt. Alles scheint klar auf sie als Mörderin zu deuten und auch sie ist von ihrer Schuld überzeugt, auch wenn sie sich an nichts mehr erinnern kann. Nach und nach wird Marie's Geschichte erzählt und auch erklärt, wieso sie überhaupt an Zwangsvorstellungen leidet. Jedoch wird auch die Frage immer größer, ob sie tatsächlich eine Mörderin ist.


    Das Buch hatte mich gleich vom ersten Moment an gepackt. Es ist kein typischer Thriller und die blutigen Elemente halten sich eher im Hintergrund. Viel mehr steht die Erkrankung von Marie im Fokus. Bis jetzt war mir noch nicht bewusst, dass es diese Krankheit in dieser Ausprägung gibt und wie schlimm das für die Betroffenen ist. Die Zwangsvorstellungen und -gedanken von Marie sind sehr gut beschrieben und ich konnte auch die Qualen, die sie jedesmal erleidet, sehr gut nachfühlen.


    Marie ist ein sehr sympathischer Charakter und ich habe mit ihr mitgefiebert und mir für sie gleich von Anfang an gewünscht, dass das alles nicht wahr ist oder sie einfach nur aus einem bösen Traum erwacht. Auch die anderen Charakter waren gut dargestellt und ich konnte sie gut nachvollziehen.


    Gut gefallen hat mir, dass immer wieder Kinderreime mit eingebaut werden, wodurch auch ein Bezug zum Titel hergestellt wird. Diese Reime schaffen eine richtig unheimliche Atmospähre und ich weiß jetzt schon, dass ich gewisse Kinderreime nie mehr ohne Vorbehalte werde hören oder lesen können.


    Die Auflösung am Ende war zwar für mich zum Teil schon vorhersehbar, aber es gab noch eine große Überraschung, mit der ich gar nicht gerechnet hatte. Schön ist, dass das Ende sehr hoffnungsvoll endet und somit ein doch sehr berührendes Buch zu einem schönen Abschluss bringt.


    Alles in allem ein sehr spannender Roman, der das Thema Zwangsvorstellungen gekonnt in einen Thriller verpackt.


    Die Leserunde:
    Ihr Lieben, mir hat das Spekulieren und Rätseln mit euch sehr viel Spaß gemacht und ich möchte mich dafür bei allen lieben Mitleserinnen sehr herzlich bedanken. Bei dir liebe Wiebke möchte ich mich ganz besonders für die tolle Begleitung unserer Runde und die vielen Antworten auf unsere Fragen bedanken. :-* Hoffe sehr, dass wir das bald wieder wiederholen können.


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:


    Mein Fazit findet sich auch auf folgenden Seiten:
    amazon
    literaturschock.de
    Großes Bücherforum

  • Zum Buch:


    Marie hat ihren Freund getötet. Aufgrund ihrer Zwangsvorstellungen wurde sie in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen und nicht ins Gefängnis. In Gesprächen mit ihrem Therapeuten enthüllt sich nach und nach die ganze Geschichte.


    Marie schildert, wie sie zum ersten Mal diese grauenvollen Vorstellungen im Kopf hatte, kurz nachdem ihre Tochter gestorben war. Zuerst richteten sich die grausigen Phantasien gegen andere Kinder, was es ihr schnell unmöglich machte, ihrem Beruf als Kindergärtnerin weiter nachzugehen. Ihre Ehe ist nach dem Tod der Tochter zerbrochen, ihre Mutter ist ihr keine Hilfe. Sie ist ganz allein mit den Mordgedanken in ihrem Kopf, bis sie endlich im Internet Rat und Hilfe findet.


    Kurz darauf lernt sie auch wieder einen Mann kennen und eine Zeitlang sieht es so aus, als könnte ihr Leben wieder normal verlaufen. Bis zu dem Morgen, an dem sie in Patricks Blut aufwacht, in einer Szene, die ganz genau ihren Zwangsvorstellungen entspricht.


    Lange Zeit ist sie selbst fest davon überzeugt, dass sie es getan hat und zu Recht in der Anstalt ist, denn sie hält sich selbst für eine Gefahr. Aber Denken ist nicht Tun… oder?


    Die Beschreibung von Maries Krankheit ist der Autorin wirklich gut gelungen, beim Lesen stellte sich unweigerlich ein beklemmendes Gefühl ein. Marie tat mir schrecklich leid und obwohl es eigentlich für den Leser von Anfang an klar ist, dass sie keine Mörderin sein kann, beschleichen einen bei den detaillierten Schilderungen ihrer Phantasien doch das eine oder andere Mal Zweifel.


    Durch die Erzählweise in Rückblenden beginnt das Bild erst nach einer Weile, sich zusammenzusetzen, zu Anfang hatte das Buch für mich daher so ein bisschen seine Längen, aber dann nimmt die Geschichte immer mehr Fahrt auf.


    Die Aufklärung fand ich zum Teil vorhersehbar, eine bestimmte Person hingegen hat mich völlig überrascht, was dann doch die Spannung bis zum Ende hin hoch gehalten hat, auch wenn das Ende dadurch auch ein bisschen konstruiert gewirkt hat.


    Letztlich aber auf jeden Fall ein sehr interessanter Thriller, der mich hoffen lässt, dass die Autorin in diesem Genre noch mehr schreibt!

    Zur Leserunde

    Leider hat es sich bei mir vor Weihnachten etwas gehäuft, so dass ich das Buch nicht so schnell lesen konnte, wie ich gerne gewollt hätte, so bin ich der Leserunde etwas hinterhergehinkt. Trotzdem war es spannend, eure Spekulationen zu lesen, ich denke, bei diesem Buch haben wir in vielen Dingen den gleichen Riecher gehabt!

  • Und hier kommt nun meine Rezension zum Buch:


    Marie hat es getan, sie hat ihrem Freund und Lebensgefährten Patrick mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten, ihn dann mit weiteren Messerstichen verletzt. Er ist tot und sie, Marie, hat die Tat gestanden und ist nun Patientin in der geschlossenen Psychiatrie. Dennoch nagen da die Zweifel an der jungen Frau, denn sie kann sich an die Tat nicht erinnern, aber natürlich deutet alles daraufhin, dass sie die Täterin ist. Wer sonst sollte Patrick getötet haben? Schließlich lebt Marie ja auch schon seit geraumer Zeit mit diesen Zwangsgedanken. Diese sind schuld daran, dass Marie ihren Job als Erzieherin im Kindergarten vorübergehend aufgegeben hat. Auch hat sie sich weitestgehend aus der Gesellschaft zurückgezogen, denn überall wo Marie auf Menschen trifft, sind sie sofort da, diese Gedanken einem anderen Menschen etwas anzutun, ihn zu verletzen. Marie hat gedacht, es seien nur Gedanken, auch ihre Internetbekanntschaft Elli hat wieder und wieder gesagt, dass denken eben nicht gleich tun ist, aber es ist dennoch geschehen. Patrick ist tot.


    Der Leser begleitet Marie bei ihrem Alltag in der Klinik. Er erfährt vieles aus der Vergangenheit, denn Marie öffnet sich gegenüber dem behandelnden Arzt Dr. Jan Falkenhagen und erzählt Details aus ihrem Leben. Die Protagonistin hat schreckliche Dinge erlebt und der Leser leidet mit der jungen Frau. Die Zweifel daran, dass Marie wirklich zu einem Mord fähig ist, werden von Seite zu Seite stärker, aber über allem schwebt die Frage wer denn der Täter sonst gewesen sein soll und welches Motiv dahinter stecken könnte.


    Wiebke Lorenz hat diese wirklich spannende Geschichte rund um eine Erkrankung geschrieben, die man seinem ärgsten Feind nicht wünschen möchte. Die Beeinflussung des Lebens durch Zwangsgedanken und die Reaktionen nahe stehender Menschen auf die Erkrankung sind hier sehr realistisch beschrieben. Hier wurde sehr genau recherchiert und als Leser spürt man die Isolation, die unausweichlich in das Leben eines solchen Patienten Einzug findet, sehr deutlich.


    „Alles muss versteckt sein“ ist ein fabelhafter Thriller. Die Geschichte ist sehr gefühlvoll geschrieben, geht dem Leser nah und wartet ganz am Ende noch mit einem fulminanten, spannungsgeladenen Schluss auf.


    Zur Runde:
    :unschuldig: bin ich nicht, denn ich habe gerade jetzt einige Bücher parallel gelesen und dieses hier war dabei. Wäre das nicht so gewesen, hätte ich es vermutlich in einem Happ verschlungen, so gut hat es mir gefallen. Einen neuen Thriller von Wiebke möchte ich auf jeden Fall auch wieder in einer Leserunde hier mit euch lesen, hoffentlich!

  • Bitte entschuldigt, dass es etwas gedauert hat. :-[


    Inhalt
    "Denken ist nicht tun", heißt es so schön, in diesem Buch. Auch Marie gehört zu diesen Menschen, die unter Zwangsgedanken leiden. In ihren Gedanken tut sie den Menschen, die sie liebt und die ihr begegnen schreckliche Dinge an. Es sind nur Gedanken, das redet sie sich immer wieder ein. Bis sie eines Tages in der psychiatrischen Klinik erwacht, mit dem Vorwurf ihren Freund kaltblütig ermordet zu haben. Nur sie kann sich an nichts erinnern.
    Ist es möglich, dass es tatsächlich über einen Gedanken hinaus ging?


    Meine Meinung
    Wiebke Lorenz hat hier einen sehr spannend und feinfühligen Thriller geschrieben, der eher mit leisen Tönen von sich behaupten mag. Ein Thriller über ein Thema, welches vielen sicherlich nicht bekannt sein mag und doch hier zu einer grausamen Realität wird. Zwangsgedanken, die das Leben dieser Menschen schwer beeinflussen und ein Leben, wie hier in dieser Geschichte auch völlig zerstören könnten.


    Marie erzählt hier ihre Geschichte und dies sehr authentisch. Für mich ist sie keineswegs zu übertrieben dargestellt oder zu realitätsfremd. In den Zeilen kann ich Maries Kummer spüren, ihre starke Persönlichkeit, die sich nicht mit diesem Urteil nicht zufrieden geben will. Eine Frau, die schweres durchmachen musste aber trotz allem nicht aufgeben will. Sie will kämpfen und zeigt dies auch eindeutig.


    Ich fand den Thriller nicht so vorhersehbar, dass ich von Anfang an abschätzen konnte, welchen Handlungsverlauf er nehmen würde. Atemlos habe ich zeitweise die Zeilen verschlungen, weil es so spannend war und mich immer wieder die Frage quälte, ob sie es wirklich war. Neue Personen wurden in den Handlungsablauf eingebracht, die so geschickt dargestellt sind, dass auch sie ein Motiv tragen könnten. Ein verwirrendes Spiel beginnt, welches mich bis zum Schluss in Schach hielt und einen sehr guten passenden Schluss erzeugte.


    Ich war nie ein großer Fan von Thrillern aber dieser hat es mir angetan. Ein Buch, welches ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde. ;D


    Zur Leserunde:
    Wiebke, ich danke dir für all die Fragen, die du uns beantwortet hast und uns somit einen weiteren Einbblick hinter das Buch gewährt hast. Mein Dank gilt auch an alle anderen Teilnehmern, die auch gerne spekuliert haben und die Leserunde mit zu dem gemacht haben, was sie ist.


    Die Verteilung meiner Rezension:
    http://www.amazon.de/review/R1…8LGM9I/ref=cm_cr_rdp_perm
    http://www.literaturschock.de/…alles-muss-versteckt-sein
    https://literaturschock.de/lit…x.php?thread/28682.0.html

  • Suse

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