Leserundenfazit, Rezensionen, etc. (ohne Spoiler)

Leserunden.de positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hier ist Platz für Rezensionen zum Buch und Meinungen zur Leserunde allgemein, die Ihr vielleicht nach der Leserunde schreiben wollt. Es wäre schön, wenn sich hier möglichst viele beteiligen - zumindest ein Fazit zur Leserunde (auch eines vom Autor) ist immer interessant.


    Bitte achtet darauf, nichts Wichtiges zu verraten. Diesen Thread lesen evtl. auch Personen, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber es noch tun wollen!


    Über eine Rezension auf Literaturschock.de würde sich Bernard sicher freuen: Türme im Nebel. Eine zusätzliche Anmeldung ist dafür nicht nötig

  • Traut sich keiner? ;) Na, dann mache ich mal den Anfang:


    Zum Buch:


    Inhalt
    In der almadischen Stadt Taladur hat sich ein Mord ereignet. Opfer ist Guiliana Tandori, Mitglied einer der einflussreichen Familias der Stadt und Ratsmeisterin. Garde-Capitan Erresto, der die Ermittlungen übernimmt, fürchtet zu Recht den brüchigen Frieden zwischen den verfeindeten Familias in Gefahr. Ein Aufflammen der jahrelangen Fehde würde blutig und zerstörerisch für die Stadt Taladur werden und dies will Erresto unbedingt verhindern. In diese Situation hinein erreicht der Nordländer Edelhart den für ihn fremden Süden, um in Taladur auf seine Braut zu treffen, eine Verbindung, durch die seine Familie weitreichende Handelsvorteile erhofft. Jazemina jedoch erweist sich als widerspenstig und auch sonst hat Edelhart Probleme, sich mit den Sitten und Gebräuchen des Südens anzufreunden. Und das ist längst nicht alles, was derzeit in Taladur am Brodeln ist ...



    Meine Meinung
    Gleich vorweg: Kenntnisse der Welt um „Das Schwarze Auge“ sind für die Lektüre nicht notwendig. Ich selbst kenne mich in dieser groß angelegten Welt nicht aus und hatte keine Verständnisprobleme, da die Geschichte gut für sich steht. Das Buch ist der erste Teil einer 6teiligen Reihe, deren einzelne Geschichten von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden.


    Der Autor Bernard Craw entführt mit diesem ersten Buch in die Stadt Taladur, die eigentliche „Hauptperson“ seiner Geschichte, um sie und ihre Bewohner den Lesern vorzustellen und vertraut zu machen. Rund um den Mordfall lernt man dabei verschiedene Mitglieder der mächtigen Familias kennen und noch einige Einwohner mehr. Schnell bekommt man das Gefühl, auf einem Pulverfass zu sitzen, so explosiv ist die Stimmung der einzelnen Familias untereinander. Leidenschaftlich ist aber nicht nur ihr Zorn, sondern auch die Liebe und Abenteuerlust, die sich in einer an Romeo und Julia erinnernde Beziehung zeigt. Intrigen, Machtspiele und Degenkämpfe bestimmen das Bild der Stadt, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz, wenn der unterkühlte und auf seinen Stand pochende Edelhart auf die heißblütigen und in den Sitten eher lockeren Südländer trifft.


    Etwas Magie ist auch zu finden, wobei der Fantasybeitrag eher gering ist. Aber in Verbindung mit einer Gruppe Traumwanderer, dessen spirituelles Oberhaupt mysteriöse Pläne verfolgt und in der Person der äußerst interessanten Alchimisten-Ehefrau Nuerta, einer vom Wandernden Volk abstammenden Tanzlehrerin, die mit ihrem Raben sprechen kann, lässt sich etwas Magie spüren. Zudem haben ein paar Zwerge einen kurzen Auftritt und ein Familienmitglied ist von einem geheimnisvollen und unheimlichen Parasiten befallen. Insgesamt versprüht die Geschichte aber sehr die Atmosphäre eines Mantel-und-Degen-Abenteuers, was mir sehr gut gefallen hat.


    Probleme hatte ich anfangs mit der Zuordnung der Personen. Die oft ähnlich klingenden Namen ließen mich mehrfach einzelne Familienmitglieder verwechseln, bis ich sie innerlich fest einordnen konnte. Das Glossar hinten im Buch ist dafür sehr hilfreich, allerdings riss mich das Suchen doch öfter mal aus dem Lesefluss.


    Das Buch endet sehr offen, nachdem mehrere Geheimnisse angedeutet, Vorgänge angestoßen und Handlungsstränge überwiegend ungelöst bleiben. Dies macht natürlich sehr neugierig auf die Folgebände, ist aber sicher für den ein oder anderen sehr unbefriedigend, der gerne Abschlüsse am Ende eines Buches hat. Mich persönlich stört es nicht, da ich Reihen sowieso immer als eine einzige fortlaufende Geschichte lese und nicht so frühe Auflösungen brauche. Man sollte das Buch also entsprechend als Einstieg lesen, das einem Ort und Figuren vertraut machen soll. Bei mir ist dies gelungen, denn ich habe das Gefühl, nun emotional in Taladur angekommen und gut auf die weiteren Geschehnisse vorbereitet zu sein.


    Zur Leserunde
    Mir hat die Leserunde sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank an alle Beteiligten für die interessanten Beiträge. Ganz besonders danke ich dir, Bernard, dass du uns so engagiert begleitet hast. Vielen Dank für deine interessanten Hintergrundinformationen. Ich hoffe, du hattest auch Spaß mit der Runde.

  • In meinem Herzen bin ich Bornländer, ein bisschen Thorwaler und ein bisschen mehr Angroscho. Dementsprechend war ich lesend bisher immer im nördlichen Aventurien unterwegs, mit nur wenigen Ausnahmen die meist Autoren wie Bernhard Hennen oder Karl Heinz Witzko geschuldet waren und die mich nie wirklich begeistern konnten.
    Und dann jetzt ausgerechnet das südliche Mittelreich, das Königreich Almada und mitten hinein in die vieltürmige Stadt Taladur. Beim ersten lesenden Besuch bin ich gescheitert bzw. der Roman blieb dann irgendwann einfach liegen und wurde vergessen. Bis ich über Bernard Craws Videoblog gestolpert bin und dann hier in der Leserunde gelandet bin. Zugeben muss ich, das mir das gemeinsame Lesen und Diskutieren schon in der Schule großen Spaß gemacht hat. Und so habe ich 'Türme im Nebel' wieder hervorgekramt, das Lesezeichen weggeworfen und gemeinsam mit Euch und dem Autor von vorne angefangen.
    Diesmal ging ich gern nach Taladur. Ich reiste gemeinsam mit dem adeligen Edelhart von Binsbökel aus Darpartien an, dessen Heirat mit Jazemina Ernathesa einen lukrativen Handelsvertrag besiegeln soll und lernte die vieltürmige langsam kennen und später auch schätzen. Das südliche Flair und die Lebensart der Amaldaner ist schon so ganz anders. Aber Bernard macht es mir als Leser leicht alles kennenzulernen. Auch wenn er mir wenig Ruhe dazu lässt, denn der Mord an Guiliana Tandori, Mitglied einer der einflussreichsten Familien der Stadt und des Erzenen Rates, bringt das politische Gefüge Taladurs ins Wanken und der Waffenstillstand zwischen den Familias bröckelt. Und auch die unmögliche Liebe zwischen Boromeo Amazetti und Jazemina Ernathesa, ihre Familias sind seit Jahrzehnten verfeindet, gehört zum Bild dieser Stadt, in der gefeiert, gemordet, gefochten, geliebt und auch geträumt wird, überschwänglich und absolut, eben nach der Art der Amaldaner.
    Bernard Craw hat die Aufgabe und das Ziel uns in Taladur einzuführen, die Familias vorzustellen, uns das Denken und Handeln der wichtigsten Personen nahe zubringen. Denn 'Türme im Nebel' ist der Auftaktband zu der sechsbändigen Serie 'Die Türme von Taladur', die von sechs Autoren geschrieben wurde.
    Bernard schreibt spannend, abwechslungsreich und stets unterhaltsam. Durch den häufigen Wechsel der Erzählperspektive, stets lang genug um sich in die jeweilige Szene einzudenken, aber zu kurz um sich zu stark mit einer einzelnen Figur zu identifizieren, gelingt es ihm, mir eine ganze Stadt und viele ihrer Bewohner nahe zu bringen. Damit fordert er mich als Leser stets neu heraus und weckt eine unbändige Neugier mehr über Taladur und seine Menschen erfahren zu wollen. Dennoch schafft es der Autor mich immer wieder schmunzeln zu machen, mich zu empören, aufzuregen und die Schönheit unter dem Sternenhimmel nach einer Tanzveranstaltung zu genießen. Dafür ein großes Kompliment an Bernard Craw.
    Lediglich zum Ende hin läuft der stetige Perspektivwechsel ein wenig aus dem Ruder. Das beginnt schon im fünften Kapitel. Aber im sechsten sind die Szenen dann so kurz, das sie arg die Stimmung drücken. Hinzu kommt das wirklich alle Fragen und Handlungsstränge offen bleiben. Das empfand ich als so unbefriedigend, das ich sofort nach dem zweiten Band gegriffen habe. Damit hat Bernard Craw dann also doch alles richtig gemacht. Großartig.



    Diese Leserunde hat mir großen Spaß gemacht. Für mich war es das erste gemeinsame Onlinelesen überhaupt, und ich bin sehr dankbar diese Leseplattforum gefunden zu haben.
    Mein Dank gilt besonders den Moderatoren Heimfinderin und Nimue. Ihr leistet hier tolle Arbeit. Vielen Dank auch an Euch liebe MitleserInnen. Eure Beiträge waren mir stets Anregung den eigenen Standpunkt zu überdenken und den Blick auf Dinge zu richten, die ich sonst nicht wahr genommen hätte. Ihr seit der Grund, warum ich mich hier wohl fühle.
    Mein besonderer Dank gilt dem Autor Bernard Craw für die tiefen Einblicke in eine bekannte neue Welt, und das Teilhaben an der Arbeit eines Schriftstellers. Du hast einen neuen Leser gewonnen für Taladur und Deine anderen Romane.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Zur Leserunde:
    Mal wieder eine sehr schöne Leserunde: diskussionsfreudige Teilnehmer, ein aufgeschlossener, kritikfähiger Autor, was will man mehr?


    Zum Buch:
    Die Türme von Taladur Türme im Nebel ist ein Roman aus der Fantasywelt des Rollenspiels Das schwarze Auge (DSA). Desweiteren ist es der Auftaktband einer sechsbändigen Reihe, bei der jeder Band von einem anderen Autor geschrieben wurde. Alle Bände spielen (im Wesentlichen) in der Stadt Taladur und erzählen eine zusammenhängende Geschichte.
    Grundsätzlich muss man zu Rollenspielromanen sagen, dass sie in der Regel nur für Spieler des entsprechenden Rollenspiels geeignet sind. Zum einen sind sie oft literarisch nicht so wertig, dass sie für sich genommen interessant sind, zum anderen setzen sie meist gewisse Vorkenntnisse voraus, ohne die eine Lektüre wenig erfreulich ist. Bei Türme von Taladur wurde jedoch bewusst versucht eine Reihe zu schreiben, die auch für einen Leser ohne Vorkenntnisse interessant ist. Ist dieses Vorhaben gelungen? Was man auf jeden Fall sagen kann ist, dass es gelungen ist ein Buch (denn es geht hier ja erstmal nur um den ersten Band) zu schreiben, dass jeder verstehen kann. Es kommt kein für das Rollenspiel erfundener Begriff vor, der nicht erklärt wird. Keine regionale Bezeichnung, keine Kreatur, kein Zauberspruch. Verständlichkeit ist zwar wichtig aber sicherlich nicht die Hauptsache bei einem Roman. Am wichtigsten ist natürlich, ob das Buch interessant/spannend/unterhaltsam ist. Nun, diese Frage kann ich natürlich nicht allgemeingültig beantworten aber ich kann schildern worum es geht:
    Die Stadt Taladur ist in einem Land Namens Almada angesiedelt, das an das irdische Spanien im Mittelalter angelehnt ist. Im Mittelpunkt steht das Leben der Oberschicht Taladurs und insbesondere die verschiedenen Konflikte und Intrigen zwischen den Familien. Allerdings muss man sagen, dass der erste Band im wesentlichen das Setting und die Familien vorstellt. Es gibt aber auch schon einen ersten - mehr oder weniger abgeschlossenen - Handlungsstrang, bei dem es um zwei in einander verschachtelte "Liebesgeschichten" geht. Genau wie im echten Leben sind auch hier drei Personen einfach zu wenige um zwei glückliche Paare zu ergeben. Und welche Probleme entstehen, wenn die Liebenden aus zwei verfeindeten Familien stammen, ist spätestens seit Romeo und Julia bekannt. Desweiteren kann man über die Geschichte sagen, dass (zumindest in diesem Band) alles sehr weltlich vorgeht: Magie und Götterwirken werden war erwähnt, spielen aber keine Rolle. Fantasy ist es vorallem dadurch, dass es in einer fiktiven Welt spielt.
    Insgesamt denke ich, dass das Buch sowohl für DSA-Spieler als auch für Nichtspieler interessant ist. Vorrausgesetzt natürlich man hat Interesse an Intrigen und ähnlichem.

  • Zur Leserunde:


    Das war meine erste Leserunde und ich hatte viel Spass. Insgesamt ist das Lesen in der Runde deutlich anstrengender als das Lesen alleine, aber dafür habe ich es auch als deutlich belohnender empfunden. Ich fand das es eine nette Runde war und bin auch fast erstaunt, dass es quasi nur so wenige Mitleser waren. Das hatte richtig was persönliches. Aber das Buch war ja auch schon was länger auf dem Markt. In diesem Sinne vielen Dank an die Organisatorin und auch großen Dank an unseren Autor Bernard , ohne den es weder das Buch noch diese Runde hier gegeben hätte. Vor allen Dingen weil du ja vorher noch Werbung dafür gemacht hast mit deinem Video. Das hat mich ja erst auf die Runde hier stoßen lassen. Ich fand es auch toll, dass alle so schön regelmäßig geschrieben haben und somit ein reger Austausch stattgefunden hat, ohne dass es wie in den Weiten des Internets unhöflich oder Beleidigend wurde. Also Danke und wir sehen uns in Zukunft wieder, z.B. bei der Runde zu Teil 2. Vielleicht sieht man sich auch auf der Roleplay Convention in Köln im April.


    Zum Buch:


    Das Buch hat mir als Auftakt der Serie gut gefallen. Es hat mir den Handlungsort und die Personen auf sehr unterhaltsame Weise näher gebracht. Für DSA Fans hatte das Buch vieles bekanntes aus der Welt zu bieten und trotzdem auch viel interessantes Neues. Hier will ich insbesondere die Stadt Taladur hervorheben, die wirklich toll beschrieben wurde und bestimmt noch weiter verfeinert wird in den folgenden Romanen. Die Stadt hätte zwar gerne noch was größer sein dürfen angesichts all der Wehrtürme und Familien, aber aventurische Städte sind nun mal klein.


    Ich fand auch gut, dass wie von Bernards Büchern gewohnt alles aventurisch stimmig war. Das macht Bernard für mich zur Zeit zu einem der besten Schreiber für DSA Romane und ich hoffe das da auch noch welche kommen in Zukunft.

  • Für mich war diese leserunde auch meine erste in dieser Form und es hat mir sehr viel Spaß gemacht.Ich empfand das gemeinsame lesen auch als Bereicherung(obwohl ich das Buch zum zweiten mal gelesen hab),zum einen weil man die Geschehnisse aus anderen Blickwinkeln sehen kann und sich darüber austauschen kann,zum anderen muss ich sagen lag es auch an der Regen Beteiligung aller im allgemeinen und des geschätzten Autors im besonderen.


    Danke für die tolle Runde und danke für die detaillierten Infos und antworten von dir Bernard Craw.


    Man liest sich ja bald wieder:)!

  • Der Start der Leserunde liegt etwas mehr als einen Monat zurück. Ich denke, allmählich schließt sich das Buch.
    Mir hat die Leserunde wieder viel Spaß gemacht. Bedingt durch Feiertage und Jahreswechsel sind wir etwas langsamer vorwärts gekommen, als es sonst bei Leserunden üblich ist, aber dafür hat uns Türme im Nebel länger begleitet, was für einen Stadtspaziergang (was diese Geschichte in gewisser Weise ist) durchaus angenehm ist.
    Ich freue mich, dass Euch das Buch so gut gefallen hat und auch das Anliegen erreicht wurde, Taladur als Hintergrund der Geschichte einzuführen und somit den Boden für die Reihe zu bereiten. Überrascht bin ich von der Sympathieverteilung, die die Figuren erfahren haben, weil sie in Teilen konträr zu den Rückmeldungen läuft, die ich bisher erhalten habe. Bei einer Leserunde kommt für den Autor eben eine Menge ans Licht, was sonst verborgen bleibt. Ich hätte nicht gedacht, dass Edelhart so viele Sympathien sammeln kann, während Jazemina, das nette Mädchen von nebenan, beinahe leer ausgeht. Besonders freut mich, dass Doloresa punkten konnte, denn für sie habe ich mich bei der Konzeption der Serie im Autorenkreis eingesetzt.
    Ich bedanke mich für den Gedankenaustausch der vergangenen Wochen und wünsche weiterhin viel Freude zwischen den Türmen Taladurs. :winken:

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen

Anstehende Termine

  1. Freitag, 5. Oktober 2018 - Freitag, 19. Oktober 2018

    odenwaldcollies

  2. Freitag, 12. Oktober 2018 - Freitag, 26. Oktober 2018

    odenwaldcollies

  3. Mittwoch, 17. Oktober 2018, 21:43 - Mittwoch, 31. Oktober 2018, 22:43

    odenwaldcollies

  4. Freitag, 19. Oktober 2018 - Freitag, 2. November 2018

    odenwaldcollies