05 - Kapitel 5 (Das Feuer glimmt) - (Seite 273 bis 310)

  • Tagebucheintrag S. 273: Da hat sich Daroca mal kurz gefasst. Dafür aber sehr prägnant, so dass meine Frage, ob sie intrigante Züge hat, sich glasklar beantwortet :).


    Interessant, dass sofort darauf, die Liebesszene zwischen ihrer Schwester und Boromeo folgt (ich gehe nicht von Zufall aus ;)), die so rüde von Edelhart unterbrochen wird. Daroca scheint in ihrer Schwester ein bei Bedarf einzusetzendes Bauernopfer zu sehen.


    Auch Edelhart hat plötzlich ein neues Ziel entdeckt: Die Lehren von Travia hochzuhalten. Himmel, wie armselig er ist. Aber schwupps, haben wir einen selbstsicheren Edelhart. Ihr seht, ich mag ihn immer weniger :).
    Fast wäre er mir am Ende des Kapitels sympathischer geworden. Im Tempel der Travia höre ich ihn lautlos rufen: Endlich Vertrautes, Heimat! Ich finde es sehr sympathisch, dass er zeigt, wie verloren er sich in Taladur fühlt. Aber statt die Gelegenheit zu nutzen, um zu lernen, rennt er stur und selbstgerecht davon genauso dumm und allein wie er gekommen ist. Der Novize hätte ihm sicher einige Gepflogenheiten erläutern können. Aber Edelhart ist nicht mit hohem EQ gesegnet.


    San Cardasso am Valquir. Die Szene der vielen Mutproben! Wie in jeder Jugendgruppe, egal ob Schulklasse, Verein oder Gang, nutzt Gerrardo seine Chance, die soziale Leiter nach oben zu klimmen. Ich war ein wenig enttäuscht, dass Doloresa so schnell aufgibt und in ihren alten Verhaltensweisen agiert.
    Sie war von der Aussicht auf Freunde so motiviert, sich zu öffnen, sie ist sehr intelligent. Warum hat sie es nur Gerrardo heimgezahlt? Den müsste sie doch am besten verstehen. Warum hat sie sich nicht über die Schulterklopfer hergemacht?


  • Interessant, dass sofort darauf, die Liebesszene zwischen ihrer Schwester und Boromeo folgt (ich gehe nicht von Zufall aus ;)), die so rüde von Edelhart unterbrochen wird.


    Damit hat die Handlung nun auch das Titelbild "eingeholt" ... ;)



    San Cardasso am Valquir. Die Szene der vielen Mutproben! ... Ich war ein wenig enttäuscht, dass Doloresa so schnell aufgibt und in ihren alten Verhaltensweisen agiert.


    Warst Du enttäuscht von Doloresa oder von der Art, wie diese Entwicklung beschrieben wurde? Das ist ja ein Unterschied ...
    Über diese Entwicklung habe ich mit dem Lektor diskutiert, es hätte ja durchaus andere Möglichkeiten gegeben - das Happy End ist die offensichtlichste, aber Doloresa hätte ihre Liebe auch anders verlieren können, beispielsweise hätten Gerrardo und Doloresa ein Paar bleiben können und die anderen Kadetten hätten Gerrardo dann aus der Fechtschule prügeln können oder ... oder ... oder.
    Hier verstoße ich übrigens das zweite Mal in dem Buch gegen eine eherne Regel der "Creative Writer", die lautet: "Show, don't tell!" Gemeint ist, dass der Leser unmittelbar an Ereignissen teilnehmen soll, statt sie geschildert zu bekommen. In dieser Szene unterhalten sich aber Doloresa und Raulo über den Vorfall, den er Leser eben nicht live miterlebt. Wie gefällt Euch diese erzählerische Umsetzung?



    Warum hat sie sich nicht über die Schulterklopfer hergemacht?


    Was haltet Ihr für den Grund? - Ich habe meine Vermutung, aber mich interessiert, ob Ihr Doloresas Charakter nach immerhin etwa 300 Seiten genauso lest, wie ich ihn angelegt habe ...

  • Ich denke,weil Doloresa Gerrado damit von sich fern halten möchte und so keine 'angriffsfläche' bietet und damit sie nicht wieder in die 'Gefühlsfalle' tritt..aber wer weiß schon was in ihrem Kopf vorgeht..ich hatte mich anfangs auch echt gefreut für Doloresa und dachteja,jetzt kriegt sie doch die Kurve..hmm..


    Zu Daroca kann ich nur sagen,dass ich sie für ein ausgemachtes Miststück und eine grandiose Intrigantin halte..-Sie spielt ihre Rolle perfekt und ist eine absolute Bereicherung für den Roman..
    Dazu würde mich auch interessieren,war ihre figur im Autorenteam schnell entwickelt,oder gab es bei ihr auch solche Schwierigkeiten wie zb bei Nuerta?


  • Zu Daroca kann ich nur sagen,dass ich sie für ein ausgemachtes Miststück ... halte.


    Witzigerweise tauchte genau dieses Wort - "Miststück" -, versehen mit einigen Ausrufezeichen, als Kommentar einer Teamkollegin zu Daroca am Manuskript auf.
    :D



    Dazu würde mich auch interessieren,war ihre figur im Autorenteam schnell entwickelt,oder gab es bei ihr auch solche Schwierigkeiten wie zb bei Nuerta?


    Über Daroca wurde im Vorfeld wenig diskutiert, sie wurde zunächst durchgewunken.
    Nach dem ersten Roman machte sie allerdings eine Transformation durch. Die anderen Teammitglieder entwickelten sie in ihren Romanen in eine Richtung, die ich nicht erwartet hatte. Das war im Rahmen unserer Methodik auch statthaft und sogar gewollt, jeder Autor sollte ja der Serie seinen Stempel aufdrücken und sie (mit)prägen. Es war aber auch etwas schwierig, weil ich als Redakteur sicherstellen musste, dass auch mit dieser für mich unerwarteten Entwicklung noch alles konsistent bleibt. Hätte sie sich wie von mir erwartet entwickelt, wäre das klar gewesen, so gab es aber immer wieder kleine Klippen, die wir umschiffen mussten. Ich erinnere mich an eine Szene, in der Daroca über die Machtverteilung innerhalb der Ernathesa nachdachte und gedanklich ihre Optionen durchging. Um diese Szene habe ich lange mit dem Autor gehadert, wir haben sie hin und her gewrungen und am Schluss sogar ganz gestrichen und die darin enthaltenen, für die weitere Geschichte notwendigen Informationen in anderen Szenen eingebaut.


  • San Cardasso am Valquir. Die Szene der vielen Mutproben! ... Ich war ein wenig enttäuscht, dass Doloresa so schnell aufgibt und in ihren alten Verhaltensweisen agiert.


    Bernard schrieb:


    Warst Du enttäuscht von Doloresa oder von der Art, wie diese Entwicklung beschrieben wurde? Das ist ja ein Unterschied ...
    Über diese Entwicklung habe ich mit dem Lektor diskutiert, es hätte ja durchaus andere Möglichkeiten gegeben - das Happy End ist die offensichtlichste, aber Doloresa hätte ihre Liebe auch anders verlieren können, beispielsweise hätten Gerrardo und Doloresa ein Paar bleiben können und die anderen Kadetten hätten Gerrardo dann aus der Fechtschule prügeln können oder ... oder ... oder.
    Hier verstoße ich übrigens das zweite Mal in dem Buch gegen eine eherne Regel der "Creative Writer", die lautet: "Show, don't tell!" Gemeint ist, dass der Leser unmittelbar an Ereignissen teilnehmen soll, statt sie geschildert zu bekommen. In dieser Szene unterhalten sich aber Doloresa und Raulo über den Vorfall, den er Leser eben nicht live miterlebt. Wie gefällt Euch diese erzählerische Umsetzung?


    Ich war enttäuscht von Doloresa. Ich hatte in Ihrer Persönlichkeit mehr Standtfestigkeit, Durchhaltevermögen, Entschiedenheit, dem neuen Versuch treu zu bleiben, ... vermutet. Ausreichend tough ist sie und genug Schlimmes hat sie mit ihrer Entstellung sicher auch durchgemacht.
    "Tell" finde ich für die Szene zu Doloresas Rache an Gerrardo völlig ausreichend. "Show" hätte ich nur den Vorzug gegeben, wenn für mich als Leserin im Miterleben dieser Szene Doloresas Charakter detaillierter beschrieben worden wäre, ihre Beweggründe für dieses Verhalten klarer geschildert worden wären als im Gespräch mit Raulo. Das hätte aber leicht das Gleichgewicht zum übrigen Buch stören können.


    edit Heimfinderin: Zitat repariert

  • Ich habe heute den Rest (also Abschnitt 5 und 6) gelesen und bin gerade nicht mehr ganz sicher, was vor und was nach Seite 310 war... :-[ Aber ich orientier mich einfach mal an den, was die anderen schon geschrieben haben.


    Edelhard erfährt also von seinem Nebenbuhler und steckt eine erste herbe Niederlage ein. Hier wurde eine sehr gute Grundlage für weitere Konflikte gelegt.


    Der wichtige Teil war aber wohl, dass Doloresa die sicherlich noch folgenschwere Entscheidung fällt, dass sie anders ist als die übrigen und das für sie die üblichen Regeln nicht gelten. "Mein Leben ist nicht wie Eures und mein Hass gleicht nicht dem Eurigen." (296) ist mal eine Ansage. Man darf gespannt sein wie sie das umsetzen wird. Das hat überhaupt nichts mit alten Verhaltensweisen zu tun, Frischling. Ganz im Gegenteil!

  • Hallo zusammen,



    Tagebucheintrag S. 273: Da hat sich Daroca mal kurz gefasst. Dafür aber sehr prägnant, so dass meine Frage, ob sie intrigante Züge hat, sich glasklar beantwortet :).


    Ja, im letzten Abschnitt hat sich das ja auch schon deutlich in ihrem Tagebucheintrag gezeigt und ich muss sagen, sie wird mir immer unheimlicher. So langsam frage ich mich, wer hier das größere Biest ist, sie oder Doloresa... :o ;D



    Über Daroca wurde im Vorfeld wenig diskutiert, sie wurde zunächst durchgewunken.
    Nach dem ersten Roman machte sie allerdings eine Transformation durch. Die anderen Teammitglieder entwickelten sie in ihren Romanen in eine Richtung, die ich nicht erwartet hatte.


    Oh, da bin ich ja nun natürlich sehr neugierig drauf. Das hört sich auf jeden Fall spannend an! Aber ich will die anderen Teile ja sowieso auf jeden Fall auch noch lesen, das ist mir jetzt schon klar. :)



    Damit hat die Handlung nun auch das Titelbild "eingeholt" ... ;)


    Daran habe ich auch gleich gedacht, aber Jazemina ist doch nicht blond! :o Und Edelhart ist doch viel hässlicher! ;)
    Aber mir gefällt es, wenn Cover und Inhalt eine Verbindung haben. Oft ist das ja gar nicht der Fall.


    Edelhart hat sich hier insgesamt allerdings ein bisschen lächerlich gemacht, wie es scheint. Sogar der Novize Iglorio schien so, als müsste er sich das Grinsen verkneifen. Mir tat Edelhart ja fast ein bisschen leid, wie er da versuchte, sich seine vorehelichen "Rechte" zu erwirken, von Keuschheit und Besitz sprach, während in Almada eine ganz andere Stimmung herrscht. Er wirkt immer noch sehr fehl am Platz und irgendwie habe ich das Gefühl, er wird nie dort heimisch werden...


    Interessant finde ich Nuertas Fähigkeit, mit dem Raben zu sprechen. Kann sie es nur mit diesem einen oder mit allen? Woher kommt diese Fähigkeit? Überhaupt verbirgt Nuerta ein paar Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit, die noch ergründet werden wollen. Ich finde sie auf jeden Fall auch immer noch eine spannende Person. Leider war sie aber nicht so aufmerksam, um Avrexels Beschreibung über die Zusammenkunft der merkwürdigen Leute mit einer gut gekleideten Frau ernst zu nehmen. Er sprach ja sicher über die Ferkinas, die jemanden in Taladur treffen sollten. Wer wohl die gut gekleidete Frau ist? Eine Dame, die wir kennen?


    Puhh, Doloresa hat mir hier wirklich leid getan. Es ist einfach schlimm, wenn man sich zu etwas überwindet, weil man einen guten Rat bekommt und diesem vertraut und es dann doch eben wieder genauso schlimm für einen endet, wie man es gewohnt ist. Wie soll sie denn jetzt noch einmal versuchen, ein freundlicher Mensch zu werden? Ist doch klar, dass sie sich nun in ihrem vorherigen Verhalten bestätigt findet und denkt, dass alles andere keinen Sinn macht. Aber ehrlich gesagt war mit bei Gerrardos plötzlichem Kuss mit anschließendem Weglaufen sofort klar, dass er sie hintergeht und es auch nur eine Mutprobe ist.



    Hier verstoße ich übrigens das zweite Mal in dem Buch gegen eine eherne Regel der "Creative Writer", die lautet: "Show, don't tell!" Gemeint ist, dass der Leser unmittelbar an Ereignissen teilnehmen soll, statt sie geschildert zu bekommen. In dieser Szene unterhalten sich aber Doloresa und Raulo über den Vorfall, den er Leser eben nicht live miterlebt. Wie gefällt Euch diese erzählerische Umsetzung?


    Mir hat es sehr gefallen, eigentlich besser, als wenn ich es direkt miterlebt hätte. Gerade die Wiederholung des Vorfalls durch Raulo, der im Dialog mit der Übeltäterin und deren Richtigstellungen bzw. Rechtfertigungen von ihm so schön sarkastisch vorgetragen wurde, wirkte viel spannender, als die Action selbst. So machte es viel mehr Spaß, nach und nach das Ausmaß ihrer Rache zu erfahren. Und ja, es war auch spaßig. So schlimm sie ihn auch zugerichtet hat, ich musste doch grinsen bei dem Gespräch der beiden. ;D Es wurde damit aber auch eine andere Stimmung für die Tat erzeugt, finde ich. Hätte man die Szene live miterlebt, wäre sie sicher schrecklicher gewesen, ähnlich dem Vorfall mit der aufgeschlitzten Wange. Der Dialog jetzt wirkte irgendwie verharmlosender durch den "räumlichen" und zeitlichen Abstand zu den Geschehnissen. Ich weiß jetzt ja nicht, was du den Lesern gerne rübergebracht hättest, aber die Variante gefällt mir und es ist zudem nicht einfach eine Wiederholung von "Doloresa schlägt wieder um sich".



    Was haltet Ihr für den Grund? - Ich habe meine Vermutung, aber mich interessiert, ob Ihr Doloresas Charakter nach immerhin etwa 300 Seiten genauso lest, wie ich ihn angelegt habe ...


    Die Schulterklopfer haben sie nicht geküsst, also sie nicht direkt angegriffen. Es war Gerrardo, der sie persönlich verraten und sie persönlich getroffen hat, also wird er auch persönlich bestraft. Allgemeine Schmähungen ist sie ja gewohnt, aber ich glaube, sie reagiert besonders auf persönliche Angriffe oder wenn sie etwas dafür hält. So wie sie in einem vorherigen Abschnitt ja zu ihrer Mutter sagte oder darüber nachdachte (ich finde gerade die Stelle nicht mehr), als es um die allgemeine Fehde der Familias untereinander ging, dass sie das ganz anders handhaben würde, nämlich das Problem, das sie mit einer Person hätte, mit dem Degen zu lösen. Ich habe das Gefühl, sie reagiert gezielt, eins gegen eins, und nicht pauschal (oder der Parasit reagiert/lenkt spontan gegen seinen gegenüberliegenden feindlichen "Auslöser", wer weiß das schon. ;) )

  • Zitat

    Interessant finde ich Nuertas Fähigkeit, mit dem Raben zu sprechen. Kann sie es nur mit diesem einen oder mit allen? Woher kommt diese Fähigkeit? Überhaupt verbirgt Nuerta ein paar Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit, die noch ergründet werden wollen. Ich finde sie auf jeden Fall auch immer noch eine spannende Person


    Nuerta hat in diesem Kapitel wirklich noch ein paar interessante Szenen. Sie scheint ja nicht nur mit ihrem Raben reden zu können, sondern auch noch andere 'magische' Fähigkeiten zu haben. Ich meine im Kopf zu haben, das sie andeutet, das die Tränke ihres Mannes nur halb so gut wären, wenn sie nicht nachhelfen würde. Sie scheint mir so etwas wie eine Hexe zu sein.
    Auf ihre Vergangenheit bin ich auch sehr neugierig geworden. Das Gespräch mit dem Dom deutet hier ja einiges an.
    Faszinierend finde ich die Idee einer intellektuellen Familie. Nuerta diskutiert ja mit ihrem Mann und ihren Kindern ihre Gedanken und Ergebnisse. Das finde ich klasse. Ich hoffe die Familie spielt im Verlauf der Geschichte noch eine Rolle.


    Zitat

    Aber ehrlich gesagt war mit bei Gerrardos plötzlichem Kuss mit anschließendem Weglaufen sofort klar, dass er sie hintergeht und es auch nur eine Mutprobe ist.


    Klar war mir das eigentlich auch. Aber ich hatte so für Doloresa gehofft. Ich glaube die Situation wäre mindestens ebenso interessant geworden, wenn es Gerrado ernst gemeint hätte. Die beiden Aussenseiter gemeinsam gegen den Rest der Welt, sprich Fechtschule. Wir hätten bestimmt eine interessante Seite an Doloresa kennengelernt. Aber etwas Glück kann ihr ja durchaus noch beschieden sein, wenn auch nicht in diesem Roman.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

    Einmal editiert, zuletzt von Torshavn ()


  • Nuerta hat in diesem Kapitel wirklich noch ein paar interessante Szenen. Sie scheint ja nicht nur mit ihrem Raben reden zu können, sondern auch noch andere 'magische' Fähigkeiten zu haben. Ich meine im Kopf zu haben, das sie andeutet, das die Tränke ihres Mannes nur halb so gut wären, wenn sie nicht nachhelfen würde. Sie scheint mir so etwas wie eine Hexe zu sein.


    Ja, so eine Einschätzung habe ich da auch bekommen. Es ist wohl eher sie, die die Tränke so erfolgreich macht. Ich bin wirklich sehr gespannt auf ihre weiteren Handlungen, gerade jetzt, wo sie das Gefühl bekommen hat, dass etwas nicht stimmt. Sie wird wohl versuchen, das herauszufinden, denke ich. Ich habe schon überlegt, sie könnte sich mit Errasto zusammentun. CSI Taladur meets The Mentalistin oder so ähnlich ;)



    Aber ich hatte so für Doloresa gehofft. Ich glaube die Situation wäre mindestens ebenso interessant geworden, wenn es Gerrado ernst gemeint hätte. Die beiden Aussenseiter gemeinsam gegen den Rest der Welt, sprich Fechtschule. Wir hätten bestimmt eine interessante Seite an Doloresa kennengelernt.


    Gewünscht hätte ich es ihr auch. Aber irgendwie scheint oder muss sie auch eine einsame tragische Figur hier sein. Für mich passt es momentan auch besser, dass sie kein Happy End in dem Sinne erfahren hat, sondern weiterhin oder immer noch "das Biest" ist. So bleibt dieser Spannungsfaktor und auch Unsicherheitsfaktor erst mal bestehen und auch die besondere Stimmung, die sie in dieser Rolle ausstrahlt und die der Geschichte nach meinem Empfinden einen besonderen Reiz gibt.


  • ... ich will die anderen Teile ja sowieso auf jeden Fall auch noch lesen, das ist mir jetzt schon klar. :)


    :jakka:
    Band 2, Die Last der Türme, wurde von André Wiesler geschrieben, der auch als AWiesler hier im Forum registriert ist. André ist - er möge mir die Titulierung nachsehen - eine echte Rampensau. Er schreibt nicht nur Romane, sondern hält auch gern Vorträge, gibt Schreibseminare und ist Poetry-Slammer. Während ich in meinen Rollen als Autor und Redakteur Werkverträge mit dem Verlag habe, ist André bei Ulisses als Marketingleiter angestellt und kennt deswegen viele Interna des Verlags.
    Ich kann nicht für André sprechen, vermute aber, dass er eine ähnliche Interaktion, wie ich sie in dieser Leserunde mit den Lesern habe, zu schätzen wüsste ... ;)



    ..., aber Jazemina ist doch nicht blond!


    Erwischt!
    Das ist eine Panne. Als ich das Titelbild vorgelegt bekam, habe ich das auch gesehen und angemerkt. Das wurde auch aufgenommen und es wurde diskutiert, ob der Zeichner oder die Art-Direktorin des Verlags die Farbe ändern sollte. Die Art-Direktorin hat dann aber den Verlag verlassen und in diesem Trubel scheint der Änderungsauftrag in Vergessenheit geraten zu sein.
    Aber es ist Nacht, und vielleicht erzeugt das Licht der Laterne merkwürdige Effekte, und außerdem ... spare ich mir am besten diese fruchtlosen Ausreden. :D
    Jedenfalls werdet Ihr mir alle zustimmen, dass es ein großer Glücksfall ist, dass ein begabter Zeichner wie Alan Lathwell das Titelbild angefertigt hat - zum Vergleich findet Ihr auf meiner Homepage meine Titelbild-Entwürfe. :totlach:



    Aber mir gefällt es, wenn Cover und Inhalt eine Verbindung haben. Oft ist das ja gar nicht der Fall.


    Da muss ich den Verlag sehr loben. Eine Tradition, die Ulisses von Fanpro übernommen hat, ist, dass man als Autor die Möglichkeit hat, ein Titelbild vorzuschlagen. Bei Fanpro war man dann manchmal direkt im Kontakt mit dem Künstler, zu den Isenborn-Büchern habe ich sogar die Entwurfsskizzen gesehen und mit Alan darüber diskutiert, was im finalen Bild anders sein sollte. Bei Ulisses habe ich die fertigen Bilder vor Drucklegung bekommen und konnte dann noch Anmerkungen machen (auch wenn sich dann in einem Fall die Blondine behaupten konnte ;) ).



    Sogar der Novize Iglorio schien so, als müsste er sich das Grinsen verkneifen.


    Iglorio hat einen Groupie im Autorenteam. Wenn Du die anderen Bände liest, kannst Du vielleicht erraten, wer sich in ihn verguckt hat. ;)



    Ich finde [Nuerta] auf jeden Fall auch immer noch eine spannende Person.


    Wie erwähnt war der Gesamtkomplex "Nuerta und Anhang" Gegenstand intensivsten Knetens im Autorenteam. Schön, dass sich die Mühe gelohnt hat. :)



    Leider war sie aber nicht so aufmerksam, um Avrexels Beschreibung über die Zusammenkunft der merkwürdigen Leute mit einer gut gekleideten Frau ernst zu nehmen. ... Wer wohl die gut gekleidete Frau ist? Eine Dame, die wir kennen?


    Ich glaube, hier kann ich einen Tipp geben, ohne die Spannung zu zerstören: Welche uns bekannte Figur hatte bislang Kontakt mit den Ferkinas? Mit welcher weiblichen Figur ist diese Person besonders eng verbunden, kann ihr vielleicht sogar Anweisungen erteilen? ;)



    Mir hat es sehr gefallen, eigentlich besser, als wenn ich es direkt miterlebt hätte.


    Das freut mich sehr. Wenn man gegen eine Regel verstößt, ist man ja immer irgendwie "allein in der Nacht". Solange man sich an die Regeln hält, kann man das immer vorschützen, aber wenn man eigene Wege geht und es geht dann schief, muss man sich immer ein "das-war-doch-klar-so-macht-man-das-nicht" anhören. Umso schöner, wenn es dann klappt und man draußen in der Nacht ein kleines Juwel ausbuddelt. :)



    Auf [Nuertas] Vergangenheit bin ich auch sehr neugierig geworden. Das Gespräch mit dem Dom deutet hier ja einiges an.
    Faszinierend finde ich die Idee einer intellektuellen Familie. Nuerta diskutiert ja mit ihrem Mann und ihren Kindern ihre Gedanken und Ergebnisse. Das finde ich klasse. Ich hoffe die Familie spielt im Verlauf der Geschichte noch eine Rolle.


    Der Themenkomplex um Nuerta ist einer der Stützpfeiler, auf denen der vierte Band, Tanz der Türme, ruht.



    Aber ich hatte so für Doloresa gehofft. ... Aber etwas Glück kann ihr ja durchaus noch beschieden sein, wenn auch nicht in diesem Roman.


    Keine Sorge, die bleibt uns erhalten, und wir schicken sie eine rasante Wildwasserbahn hinunter. Alles, was Doloresa betrifft, ist für die weitere Handlung der Reihe von entscheidender Bedeutung - wer hier also mitknobeln möchte, liegt sicher nicht falsch, wenn er über Doloresa nachdenkt ...

  • Macht doch das nächste Mal eine Special-Edtion mit einem deiner Titelbilder. Ein Hingucker wäre es allemal! ;)


  • Nuerta hat in diesem Kapitel wirklich noch ein paar interessante Szenen. Sie scheint ja nicht nur mit ihrem Raben reden zu können, sondern auch noch andere 'magische' Fähigkeiten zu haben. Ich meine im Kopf zu haben, das sie andeutet, das die Tränke ihres Mannes nur halb so gut wären, wenn sie nicht nachhelfen würde. Sie scheint mir so etwas wie eine Hexe zu sein.



    Über diese Szenen habe ich mich auch sehr gerfreut,da sie meinen Verdacht den ich bezüglich Nuerta hatte bestätigt gefunden habe...

  • Mir hat Kapitel 5 ebenfalls gut gefallen.


    Der Start mit dem Duell um Jazemina ging ja mit ordentlich Tempo los. Ich hatte ebenfalls vermutet, dass das Titelbild diese Szene sein soll. Als aufmerksamer Leser war aber auch mir die Haarfarbe Jazeminas noch präsent, so das ich nicht sicher war. Mir ist Edelhart übrigens immer noch sehr sympathisch und leide sehr mit ihm, das er von seiner zukünftigen Frau so schlecht behandelt wird. Die "Weisheiten" im Traviatempel fand ich dabei übrigens richtig gut. ich selber würde mich auch als Verfechter der darpatischen Travialehren sehen. Umso interessanter fand ich den Ansatz des Novizen, dass die gute Jazemina die Erkenntnis zu Travia zu finden nur lernen kann, wenn Sie ihren Traummann Boromeo auch real erlebt und nicht nur als verpassten Traum in erinnerung hält.


    Die zweite Kracher Szene in diesem Kapitel war für mich die Demütigung Doloresas. Ich habe mich ebenfalls mit Doloresa gefreut, ahnte aber schon das die Jungs es nicht ernst mit ihr meinen. Hat mich irgendwie an die eigene Schulzeit und das häßlichste Mädchen der Klasse erinnert. Man mußte die unter uns allen leiden :-(


    Umso mehr konnte ich ihre Reaktion danach verstehen. Da ich immer noch davon ausgehe, dass der Parasit ein Gurgulum Dämon ist, ist mir auch ihre Reaktion dadurch klar. Ein Gurgulum gehört zur Domäne des Erzdämonen Blakharaz, des Herrn der Rache. Ich bin da immer noch sehr gespannt wie das mit Doloresa weitergeht. Sie hätte mal besser nicht alle heiler des Landes aufsuchen sollen, sondern mal einen Praios Priester ;-) .


  • Der Start mit dem Duell um Jazemina ging ja mit ordentlich Tempo los.


    Ein solches Duell, bei dem Boromeo für seine Jazemina einen Schmiss einsteckt, wurde übrigens vom weiblichen Teil des Autorenteams gewünscht. Auch die "zitternden Hände" am Ende der Szene wurden vehement von einer weiblichen Kollegin angemahnt. :)



    Mir ist Edelhart übrigens immer noch sehr sympathisch und leide sehr mit ihm, das er von seiner zukünftigen Frau so schlecht behandelt wird.


    In Das Spiel der Türme wird die ganze Angelegenheit noch deutlicher aus Edelharts Sicht beleuchtet; ich vermute, dass sich dann einige Leser Deiner Einschätzung anschließen werden.



    Die "Weisheiten" im Traviatempel fand ich dabei übrigens richtig gut. ich selber würde mich auch als Verfechter der darpatischen Travialehren sehen. Umso interessanter fand ich den Ansatz des Novizen, dass die gute Jazemina die Erkenntnis zu Travia zu finden nur lernen kann, wenn Sie ihren Traummann Boromeo auch real erlebt und nicht nur als verpassten Traum in erinnerung hält.


    Danke. In diese Argumentation eines Travia-Novizen im nicht gerade Travia-hörigen Almada habe ich Einiges an Gehirnschmalz investiert. Da musste ich etwas hin und her überlegen, bis ich zu der Lösung kam, die mir für jemanden mit Iglorios Hintergrund plausibel erscheint.



    Da ich immer noch davon ausgehe, dass der Parasit ein Gurgulum Dämon ist, ...


    Ich berufe mich auf "Schweigerecht aus dramaturgischen Gründen"! ;)

  • Ich bin ja kein Mitglied der Leserunde, aber die Frage, warum Doloresa nicht die Schulterklopfer bestraft, finde ich interessant. Ich hätte mir gewünscht, sie hätte es geschafft, diese Idioten mit Nichtachtung zu strafen, aber im ersten Band kann das nur ein Wunschtraum bleiben. Ich denke, von denen hätte es keiner geschafft, sie zu linken und es ist besonders mies, wenn man selbst Opfer ist , sich zum Instrument machen zu lassen das ist einfach jämmerlich!

  • Wenn ein Buch veröffentlicht wird, verlässt es den "Hoheitsbereich" des Autors. Es steht dann gewissermaßen für sich allein in der weiten Welt. Der Autor wird zu einem weiteren Lesern unter vielen, er hat nicht mehr "Deutungshoheit" über den Text als andere Leser.
    In diesem Sinne hier meine Vermutung zu Doloresas "Opferauswahl":
    Seit langer Zeit, die beinahe ihre gesamte bewusste Erinnerung umfasst, begegnet man Doloresa mit Scheu, Ablehnung, Getuschel, hinter vorgehaltener Hand sicher auch mit Spott. Das ist sie gewohnt, damit hat sie zu leben gelernt. Sie ist sicher nicht glücklich darüber, aber maximal abgehärtet. Ab und zu fordert sie jemanden zum Duell, aber das ist stimmungsabhängig. Meist ist die "das Biest" und lebt mit dieser Rolle - gefürchtet, isoliert, bestaunt.
    Die "Schulterklopfer" verhalten sich genau so, wie Doloresa es gewohnt ist. Die Welt hasst sie - sie hasst die Welt - aber das ist für Doloresa nicht außergewöhnlich, daher nimmt sie es kaum wahr.
    Gerrado gegenüber hat sie sich aber geöffnet, sich verletzlich gemacht - und deswegen konnte er sie wirklich treffen und verwunden. Das hat sie so sehr geschmerzt wie kaum etwas, das sie je erlebt hat. Und sie reagiert entsprechend ...

  • Ja, so sehe ich das auch. Sie hat sich geöffnet, weil er auch ein Opfer ist und sie annimmt, er sei anders, das meinte ich.
    Mit der Bücherhoheit, das verstehe ich und manchmal ist es sehr schade, aber Du musst doch trotzdem gewußt haben, warum sie das tut, als du es aufgeschrieben hast. Du hast die Figur geboren und ihr Entwicklungspotential gegeben. Ich denke, dass sie sich zwa verändern kann, aber doch erst später,oder? Ich meine, sagen solltest Du es trotzdem nicht, wegen des Erhalts der Spannung, aber nicht wissen?

  • Ich kann die Handlungen meiner Figuren immer nachvollziehen, ich finde sie plausibel. Aber wirklich wissen tue ich nicht immer, warum genau sie so handeln und nicht anders. Ich werde oft von meinen Figuren überrascht, und beinahe in jedem Buch entwickelt sich eine Figur, die gar nicht oder nur als Nebenfigur im Konzept stand, zu einer Figur mit tragender Rolle. Bei Türme im Nebel trifft das auf Lerico Tandori zu.
    Der krasseste Fall in dieser Hinsicht ist Dr. Ju Tang aus meinem Roman Karma. Ich habe sie als Nebenfigur eingebaut, und als sie die Rolle erfüllt hatte, die ich ihr zugedacht hatte, wollte ich sie "sauber aus der Story nehmen" - mit einem Pistolenschuss. Das hat sich aber beim Schreiben völlig falsch angefühlt, der Täter hat sie dann mit dem Pistolenknauf ohnmächtig geschlagen. Ich hatte Ju Tang also noch immer in der Geschichte, obwohl sie da eigentlich nicht mehr reingehörte. Ich unternahm einen zweiten "Mordversuch", und auch der fühlte sich solange falsch an, bis sie nach einigem Umschreiben überlebte. Daraufhin entwickelte ich den Ehrgeiz, sie in eine Situation zu bringen, in der sie unmöglich überleben konnte. Ich stellte sie als Zivilistin in ein BattleMech-Gefecht und ließ sie von einem Schweren Laser treffen. - Als sie auch das überlebte, kapitulierte ich. Jetzt gibt es eine kleine Religion im BattleTech-Universum, die sie als mystische Figur verehrt, was sie für mich in gewisser Weise auch geworden ist.
    :D
    Nach dieser Abschweifung zurück zur Frage: Niemand kann ernsthaft behaupten, dass er immer genau weiß, warum er so handelt, wie er das tut - sonst wäre er eine Maschine, die nach deterministischen Regeln handelt, und kein Mensch mit Erfahrungen, Unterbewusstsein, Trieben, Emotionen und vielem mehr, von dem selbst der beste Psychologe nichts ahnt. Wenn Romanfiguren echten Menschen nahe kommen, dann entwickeln auch sie ein Eigenleben - und verweigern manchmal dem Autor die Rechenschaft über ihre Handlungen.

Anstehende Termine

  1. Freitag, 6. Juli 2018 - Sonntag, 22. Juli 2018

    Dani79

  2. Dienstag, 10. Juli 2018, 21:40 - Dienstag, 24. Juli 2018, 22:40

    odenwaldcollies

  3. Freitag, 13. Juli 2018 - Sonntag, 29. Juli 2018

    Caren

  4. Freitag, 13. Juli 2018 - Sonntag, 22. Juli 2018

    odenwaldcollies