04 - Kapitel 4 (Die Sorgen des Lebens) - (Seite 213 bis 272)

  • [quote author=Originaldibbler]
    Das ist schon alles richtig aber das wichtigste - in dieser Hinsicht - ist in diesem Kapitel ja wohl, dass sie auf eine Art träumen, die Boron, dem Herrn von Schlaf und Tod nicht wohlgefällig ist. Damit bringt sich Yeledor natürlich in ziemlich Nähe zu Borons erzdämonischem Widersacher Thargunitoth... Oder ist das jetzt zu mittelreichisch gedacht?
    [/quote]


    Ja, dass war auch mein erster Gedanke..wobei ich auch noch nicht ganz sicher war,da ja zb in Al'Anfa das träume hervor rufen durch Rauschkräuter etc durchaus Borongefällig ist...die 'Streiche',die die Traumwanderer spielen sind in meinen AUgen allerdings auch alles andere als Zwölfgötter gefällig...


    edit Heimfinderin: Zitat repariert

  • Ich möchte hier noch eine Aussage von Thomas Römer anführen, der viele Jahre einer der zwei Chefredakteure des Rollenspiels zu Das schwarze Auge war und damit auch die Hintergrundbeschreibung maßgeblich geprägt hat. Er traf sie im Rahmen einer Publikumsdiskussion, in der eine bestimmte Rollenspielfigur kritisiert wurde. Bei dieser Figur handelte es sich um einen hochrangigen Praios-Priester. Praios steht für Gesetz, Rechtschaffenheit, gerechte Herrschaft (in Taladur ist Erresto einer seiner wenigen Verehrer). Dieser kritisierte Priester stellte sich in dem Abenteuer wohl als Verräter übelster Sorte heraus, und in der Wortmeldung wurde angemerkt, dass dies bei einem (noch dazu hochrangigen) Praios-Priester unmöglich sei - der Gott Praios würde ihm seine Gnade entziehen und damit könne der Priester keine Wunder mehr wirken und flöge sofort auf. Soweit die These.
    Thomas Römers Antwort war, dass man diese Ansicht durchaus vertreten könne, es sich aber auch um eine Engführung handele. Ob Praios dem Priester seine Gnade entzieht, liegt allein bei Praios. Vielleicht ist dieser Gott mit anderen Dingen zu beschäftigt, um sich um so etwas Nichtiges zu kümmern. Vielleicht legen die Gläubigen und die Priesterschaft seine Gebote auch falsch aus. Noch wichtiger: Vielleicht will Praios den Frevel, weil die einzelne Tat zwar gegen seine Gesetze verstößt, aber im kosmologischen Maßstab (und so denkt ein Gott) seiner Sache zuarbeitet. Vielleicht führt eine besonders brutale, ungerechte Herrschaft mit drakonischen Strafen für kleinste Vergehen und einer Ausbeutung der Bevölkerung und einer korrupten Herrschaft, die gegen Bestechungszahlungen alle Verbrechen ungesühnt lässt (an sich eine Horrorvorstellung für Praios) dazu, dass sich als Reaktion auf dieses Unrecht in der Bevölkerung eine Sehnsucht nach Recht und Gesetz breit macht - durch das Negativbeispiel würden also die Massen zur Ethik des Praios bekehrt.
    Eine solche Logik macht die aventurischen Götter nicht gerade zu Kumpeltypen - aber zu Figuren/ Mächten, die dramaturgisch mehr hergeben, als wenn ihre Wertungen und Handlungen aufgrund eines Regelkatalogs vorhersagbar wären. Es macht auch die menschlichen Figuren menschlicher/ für uns als Leser nachvollziehbarer, wenn der Wille ihrer Götter eben nicht in jeder Situation völlig eindeutig ist, sondern der Interpretation, des Vertrauens, des Glaubens bedarf.


  • Eine solche Logik macht die aventurischen Götter nicht gerade zu Kumpeltypen - aber zu Figuren/ Mächten, die dramaturgisch mehr hergeben, als wenn ihre Wertungen und Handlungen aufgrund eines Regelkatalogs vorhersagbar wären. Es macht auch die menschlichen Figuren menschlicher/ für uns als Leser nachvollziehbarer, wenn der Wille ihrer Götter eben nicht in jeder Situation völlig eindeutig ist, sondern der Interpretation, des Vertrauens, des Glaubens bedarf.


    Ich finde es eigentlich ganz realistisch und normal, wenn die Handlungen oder die Ansichten der Götter hier (und auch in anderen Geschichten) nicht vorhersagbar sind. Dafür sind sie ja Götter, dafür haben sie die überirdische Macht und wirken oft unerreichbar und unberechenbar, weil und damit die Menschen eben NICHT wissen, was diese wirklich wollen und denken. Wäre das alles so eindeutig und klar, kämen die Menschen vielleicht noch auf die Idee, sie manipulieren zu wollen ... und das würde ich als Gott aber zu verhindern wissen. ;)


  • [quote author=Originaldibbler]
    Das ist schon alles richtig aber das wichtigste - in dieser Hinsicht - ist in diesem Kapitel ja wohl, dass sie auf eine Art träumen, die Boron, dem Herrn von Schlaf und Tod nicht wohlgefällig ist. Damit bringt sich Yeledor natürlich in ziemlich Nähe zu Borons erzdämonischem Widersacher Thargunitoth... Oder ist das jetzt zu mittelreichisch gedacht?


    Ja, dass war auch mein erster Gedanke..wobei ich auch noch nicht ganz sicher war,da ja zb in Al'Anfa das träume hervor rufen durch Rauschkräuter etc durchaus Borongefällig ist...
    edit Heimfinderin: Zitat repariert
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    Für mich stellte sich gar nicht die Frage, ob diese Traumwanderer Boron gefällig handeln. Ich fand viel interessanter, das sie sich in ihren Träumen durchaus fortbewegen können. Ich meine das so gelesen zu haben. Mir stellt sich die Frage können sie das nur mit ihrem Geist oder sogar körperlich? Das würde sie als mögliche Attentäter ins Spiel bringen.
    Es scheint ja auch wohl nicht jeder dazu geeignet zu sein. Und einige sind wohl auch nur wegen der revolutionären Sprengkraft dabei. Yelandor, ihr Anführer, ist mir immer noch zu blass. Vielleicht bekommt er ja noch einen großen Auftritt.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Ja, dass war auch mein erster Gedanke..wobei ich auch noch nicht ganz sicher war,da ja zb in Al'Anfa das träume hervor rufen durch Rauschkräuter etc durchaus Borongefällig ist...
    edit Heimfinderin: Zitat repariert


    Für mich stellte sich gar nicht die Frage, ob diese Traumwanderer Boron gefällig handeln. Ich fand viel interessanter, das sie sich in ihren Träumen durchaus fortbewegen können. Ich meine das so gelesen zu haben. Mir stellt sich die Frage können sie das nur mit ihrem Geist oder sogar körperlich? Das würde sie als mögliche Attentäter ins Spiel bringen.
    Es scheint ja auch wohl nicht jeder dazu geeignet zu sein. Und einige sind wohl auch nur wegen der revolutionären Sprengkraft dabei. Yelandor, ihr Anführer, ist mir immer noch zu blass. Vielleicht bekommt er ja noch einen großen Auftritt.
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    Einen Hinweis auf körperliche Fortbewegung im Schlafe habe ich nirgendwo entdeckt..

  • Für mich stellte sich gar nicht die Frage, ob diese Traumwanderer Boron gefällig handeln. Ich fand viel interessanter, das sie sich in ihren Träumen durchaus fortbewegen können. Ich meine das so gelesen zu haben. Mir stellt sich die Frage können sie das nur mit ihrem Geist oder sogar körperlich? Das würde sie als mögliche Attentäter ins Spiel bringen.
    Es scheint ja auch wohl nicht jeder dazu geeignet zu sein. Und einige sind wohl auch nur wegen der revolutionären Sprengkraft dabei. Yelandor, ihr Anführer, ist mir immer noch zu blass. Vielleicht bekommt er ja noch einen großen Auftritt.


    Einen Hinweis auf körperliche Fortbewegung im Schlafe habe ich nirgendwo entdeckt..
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    Im Streitgespräch zwischen Boromeo und Hernando auf dem Friedhof kann man es aus einer Bemerkung Hernandos herauslesen: "...Du bist schon zu weit gegangen! Glaubst Du denn, es gefällt Boron, wenn wir in den Träumen spionieren?"
    Aber es gibt noch eine bessere Stelle, die mich erst auf die Idee gebracht hat. Nur finde ich sie gerade nicht wieder. Ich reiche sie dann nach.

    Literatur erweitert unser Dasein...Durch das Lesen großer Literatur werde ich zu tausend Menschen und bleibe doch ich selbst. CSL

  • Gemeint ist hier wohl weniger, dass sie die Träume nutzen um inder realen Welt zu spionieren, sondern, dass sie in den Träumen selbst spionieren. Durch irgendwelche Hilfsmittel (Drogen aber vielleicht auch noch mehr) träumen sie Dinge, die sie normalerweise nicht träumen würden, d.h. Dinge die Boron ihnen sonst nicht zeigen würde.

  • Suse

    Hat das Thema geschlossen

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